Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft einen Gelenkbeschlag für Sitzmöbel, der dazu dient, aus einem
in einer Ausgangsstellung im Seitenbereich des Sitzes angeordneten Auflageelement,
meist einem Polsterkissen, eine in Endstellung vor dem Sitz befindliche Beinauflage
zu machen. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Sitzmöbel mit einem gattungsgemäßen
Gelenkbeschlag.
[0002] Ein gattungsgemäßer Gelenkbeschlag in einem entsprechenden Sitzmöbel ist aus der
EP 0931484 bekannt. Dort ist ein im vorderen Eckbereich des Sitzes befindliches Umklappgelenk
beschrieben, welches das Umklappen eines seitlichen Polsterkissens in eine Beinauflage
ermöglicht. Vorteile dieser Grundkonzeption bestehen in der einfachen und schnellen
Bedienung, sowie in der Tatsache, dass die üblicherweise auch als Kopfauflage benutzte
Oberseite des Polsterkissens bei der Beinauflage zu dessen Unterseite wird. Als nachteilig
hat sich jedoch herausgestellt, dass das Polsterkissen zum Erzielen einer ausreichenden
Beinauflagelänge eine im seitlichen Zustand für marktübliche Polstermöbelformen zu
ausladende Breite haben muss. Zudem ist ein solches Umklappgelenk aus geometrischen
Gründen auch im eingeklappten Zustand im Frontbereich des Möbels sichtbar. Beides
schränkt die Verwendung im ästhetisch anspruchsvollen Polstermöbelbereich sehr ein.
[0003] Aus der
US 5,035,464 A ist ein kleiner Tisch bekannt, der in ein Sitzmöbelstück integriert ist und der sich
ausgehend von einer Staulage in eine Funktionslage überführen lässt. Hierfür ist ein
Träger mit einer Reihe von Gelenken vorgesehen. In der Staulage und der Funktionslage
ist die Tischfläche nach oben ausgerichtet. Während der Überführung wird die Tischfläche
zwischenzeitlich in eine vertikale Ausrichtung gebracht.
Aufgabe und Lösung
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Gelenkbeschlag zu schaffen, der die
grundsätzlichen Vorteile der beschriebenen Konzeption ohne die Nachteile des Standes
der Technik erzielen kann und damit einem universellen Einsatz Raum eröffnet.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe damit, dass der Gelenkbeschlag eine Verlagerungseinrichtung
aufweist, mittels derer die Endstellung des Auflageelements über die vom Umklappgelenk
bestimmte Position hinaus vor den Sitz bzw. ein Sitzmöbelgestell des Sitzmöbels verlagerbar
ist. Dadurch wird erreicht, dass die Beinauflagelänge auch bei marktüblicher, kompakter
Dimensionierung des Auflageelementes sehr großzügig ausfallen kann.
[0006] Der Gelenkbeschlag kann als zusammenhängendes Bauteil ausgebildet sein. Als Gelenkbeschlag
wird allerdings auch ein Beschlagssystem angesehen, bei dem der Gelenkbeschlag in
gesonderte Baugruppen aufgespalten ist. So kann beispielsweise je eine Baugruppe eines
solchen Baugruppensets das Umklappgelenk bilden und eine andere Baugruppe die Verlagerungseinrichtung
bilden. Diese können separat an den Anbringungspunkten eines Sitzmöbels angebracht
werden.
[0007] Auch ist es möglich, den Gelenkbeschlag unmittelbar in ein Sitzmöbelgestell zu integrieren.
[0008] Die Bezugnahmen auf die Bewegungen des Auflageelements gegenüber dem Sitz oder dem
Sitzmöbelgestell beziehen sich hinsichtlich der Beschreibung des erfindungsgemäßen
Beschlages auf Bewegungen von Teilen des Gelenkbeschlages, die zur Befestigung des
Auflageelements, des Sitzes und/oder des Gestells des Sitzmöbelstücks vorgesehen sind
und die mittels des Beschlages in der beschriebenen Weise gegeneinander verlagerbar
sind.
[0009] Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Verlagerungseinrichtung kann auch eine Abstandsposition
des Auflageelementes vor dem Sitz verwirklicht werden, die den Beinen eines sitzenden
Benutzers beim Umklappen mehr Raum gibt und das Aufstehen auch bei umgeklappter Beinauflage
erleichtert. Die Verlagerung kann allerdings auch gemeinsam mit dem Sitz selbst gegenüber
einem ortsfesten Gestell des Sitzmöbels erfolgen, so dass der Sitz und das Auflageelement
in der Endstellung in Kontakt miteinander sind oder annähernd in Kontakt miteinander
sind. Des Weiteren kann mittels der erfindungsgemäßen Verlagerung ein völliges Verbergen
der Beschlagtechnik in der Ausgangsstellung erzielt werden, was den Einsatz des Gelenkbeschlags
in Sitzmöbeln breiter Marktbereiche ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die
Verlagerungseinrichtung in einer ersten Bewegungsphase der Bewegung des Auflageelements
von der Ausgangsstellung in die Endstellung das Auflageelement nach vorne verlagern
kann, noch bevor es mittels des Umklappgelenks verschwenkt wird. Hierdurch ist es
möglich, besonders große Auflageelemente zu verwenden, die in der Ausgangsstellung
eine Vorderseite der Rückenlehne nach hinten überragen. Dies kann auch aus ästhetischen
Gründen vorteilhaft sein.
[0010] Die Verlagerungseinrichtung gestattet eine Verlagerung des Auflageelements bzw. der
diesbezüglichen Befestigungsteile des Gelenkbeschlages über jenes Maß hinaus, das
durch das Umklappgelenk alleine möglich wäre.
[0011] Vorzugsweise ist die Verlagerungseinrichtung rotativ oder translativ ausgebildet.
Eine rotative Ausbildung ist dabei technisch besonders einfach und zuverlässig. Mit
einer solchen rotativ wirkenden Verlagerungseinrichtung können das Auflageelement
bzw. die diesbezüglichen Befestigungsteile des Gelenkbeschlages zusätzlich zu der
Verschwenkbarkeit um die Achse des Umklappgelenks noch weiter verschwenkt werden.
[0012] Wenn die rotative Verlagerungseinrichtung eine Rotationsachse aufweist, die unterhalb
der Oberfläche des Sitzes, insbesondere im vorderen bodennahen Bereich des Sitzmöbels,
etwa parallel zur Frontfläche des Sitzes, angeordnet wird, kann eine geometrisch besonders
günstige Verlagerung erzielt werden. In Hinblick auf den Gelenkbeschlag ist dieser
hierfür vorzugsweise so auszubilden, dass er derart am Sitz oder am Gestell des Sitzmöbels
befestigbar ist, dass die genannte Ausrichtung bzw. Anordnung der Rotationsachse der
Verlagerungseinrichtung erzielt werden kann.
[0013] Für bestimmte Anwendungen ist eine translative Ausbildung der Verlagerungseinrichtung
zweckmäßig. Bei einer solchen translativ wirkenden Verlagerungseinrichtung sind die
sich an die Verlagerungseinrichtung anschließenden und durch die Verlagerungseinrichtung
gegeneinander beweglichen Teile gegeneinander entlang einer Laufbahn beweglich, die
nicht durch eine Schwenkachse definiert wird. Dieser Bewegungspfad kann geradlinig
oder gekrümmt ausgebildet sein.
[0014] Eine translative Verlagerungseinrichtung beinhaltet vorzugsweise eine Roll- oder
Gleitführung. Diese kann sich beispielsweise am oder im Sitz Grundgestell oder Auflageelement
bzw. im Bereich der diesbezüglichen Befestigungsteile des Gelenkbeschlages befinden.
[0015] Eine erfindungsgemäße Verlagerungseinrichtung kann auch zugleich eine Verschiebeeinrichtung
für den Sitz bilden, Teil einer solchen sein oder mit einer solchen kombiniert sein.
[0016] Bei einer solchen Gestaltung sind der Sitz bzw. für den Sitz vorgesehene Befestigungsteile
des Gelenkbeschlages, wie beispielsweise ein Sitzrahmen, insbesondere mitsamt dem
Umklappgelenk nach vorne verschiebbar, insbesondere unter Nutzung einer Roll- oder
Gleitführung oder unter Nutzung von Verlagerungshebeln. Hierdurch gelangt der Sitz
gegenüber dem Sitzmöbelstück in eine erweiterte Funktionsstellung.
[0017] Die genannte Roll- oder Gleitführung ist dabei vorzugsweise in etwa horizontal ausgerichtet.
Die alternativ nutzbaren Verlagerungshebel sind vorzugsweise mindestens zwei Verlagerungshebel
mit voneinander beabstandeten Schwenkachsen, die gemeinsam eine parallele oder annähernd
parallele Verlagerung des Sitzes gestatten. Durch eine Abweichung von der Parallelität
kann ein ergonomisch günstiges Verschwenken des Sitzes bewirkt werden.
[0018] In an sich bekannter Weise kann an die Sitzverschiebung auch die Rückenlehne gekoppelt
werden. Hierfür ist der Gelenkbeschlag derart ausgebildet, dass er auch Einfluss auf
die Stellung der Rückenlehne nehmen kann und weist hierzu Befestigungsteile zur Anbindung
der Rückenlehne auf. Mit einer solchen Ausbildung lassen sich eine besonders günstige
Ergonomie und Ästhetik erzielen.
[0019] In weiterer Ausgestaltung weist die Verlagerungseinrichtung einen beweglichen Tragarm
auf. Dieser Tragarm ist gegenüber der Befestigung des Gelenkbeschlages am Sitz oder
am Sitzmöbelgestell beweglich.
[0020] Er kann zum einen zwischen dem Umklappgelenk und den für die Befestigung am Sitz
oder Sitzmöbelgestell vorgesehenen Teilen angeordnet sein. In diesem Fall kann er
durch die Verlagerungseinrichtung gemeinsam mit dem Umklappgelenk nach vorne verlagerbar
sein. Zum anderen kann der Tragarm zwischen dem Umklappgelenk und dem Auflageelement
angeordnet sein. In diesem Fall kann das Umklappgelenk ortsfest am Sitz angeordnet
sein und es wird das Auflageelement am Tragarm verlagert. Auf beide Weisen lassen
sich einfache, stabile und dezente Umsetzungen erreichen.
[0021] Teile der Verlagerungseinrichtung, insbesondere deren beweglicher Tragarm, sind in
weiterer Ausgestaltung zum Heraustreten aus einem zwischen dem Sitz und einer ortsfest
zum Sitz oder ortsfest zum Sitzmöbelgestell vorgesehenen Seitenlehne des Sitzmöbels
befindlichen Schlitz oder aus einem Schlitz oder einer Öffnung an der Oberseite des
Sitzes vorgesehen. Die erstere Möglichkeit ist besonders universell, da dieser Schlitz
bei den meisten Sitzmöbelformen schon vorhanden ist. Die zweite Möglichkeit ist für
verbreitete Sitzmöbelformen sinnvoll, insbesondere für solche, die kein gesondertes
Seitenteil aufweisen.
[0022] Auch ist es möglich, die Verlagerungseinrichtung als seitlichen Abschluss des Sitzmöbelstücks
vorzusehen. In einem solchen Fall wird die Verlagerungseinrichtung nicht versteckt,
sondern im Gegenteil bewusst gezeigt, um ihre Funktionsweise erkennbar zu machen.
[0023] In weiterer Ausgestaltung sind eines oder mehrere Gelenke des Gelenkbeschlags derart
ausgebildet, dass sich die durch sie gegeneinander bewegten Teile unmittelbar oder
vermittels eines Axiallagers aneinander abstützen. Bei einer solchen Gestaltung erfolgt
die Übertragung von Biegemomenten somit nicht primär über eine Radiallagerung, beispielsweise
an einem Achselement. Stattdessen sind die gegeneinander durch das Gelenk beweglichen
Abschnitte mittels eines Zugmittels wie einem Bolzen aneinandergepresst, um eine Übertragung
der Biegemomente zu erzielen, die im Wesentlichen nicht über den Bolzen erfolgt.
[0024] Dies stellt eine sogenannte Axiallagerung dar und ist gegenüber einer Radiallagerung
eine besonders platzsparende und günstige Lösung.
[0025] Des Weiteren weist der Gelenkbeschlag vorzugsweise mindestens zwei insbesondere innenliegende
Endanschläge auf, deren einer die Beweglichkeit des Umklappgelenks und deren anderer
die Beweglichkeit der Verlagerungseinrichtung in der Endstellung begrenzt. Damit ist
diese Endstellung genau definiert und eine Verletzungsgefahr wird wirksam verhindert.
Weiterhin können auch Endanschläge für jeweils beide Bewegungsrichtungen des Umklappgelenks
und/oder der Verlagerungseinrichtung vorgesehen sein, wobei dies durch einen in zwei
Richtungen wirkenden Endanschlag oder durch zwei getrennte und jeweils in eine Richtung
wirkende Endanschläge erreichbar ist. Diese bidirektionale Ausgestaltung der Anschläge
ist von Vorteil, da sie die Lage des Auflageelements sowohl in der Ausgangsstellung
als auch in der Endstellung definieren kann. So wird insbesondere erreicht, dass bei
der Überführung des Auflageelements aus der Endstellung nicht eine nicht gewünschte
alternative Ausgangsstellung erreicht wird, in der entweder das Umklappgelenk oder
die Verlagerungseinrichtung über die bestimmungsgemäße Ausgangsstellung hinaus bewegt
wird, während das jeweils andere der Elemente seine bestimmungsgemäße Ausgangsstellung
nicht erreicht.
[0026] Der Gelenkbeschlag kann auch um eine Winkelverstelleinrichtung ergänzt sein. Diese
kann insbesondere als ein an sich bekannter Reiboder Rastbeschlag ausgebildet sein,
der dann vorzugsweise zwischen den Tragteilen für das Auflageelement und dem Umklappgelenk
anzuordnen ist. Die Winkelverstelleinrichtung gestattet zusätzlich zum Umklappgelenk
und zusätzlich zur Verlagerungseinrichtung eine Bewegung des Auflageelements oder
zumindest von Teilen des Auflageelements. Hierdurch kann bzw. können das Auflageelement
oder die diesbezüglichen Befestigungsteile in der Ausgangsstellung des Gelenkbeschlages,
in der das Auflageelement im Seitenbereich des Sitzmöbelstücks angeordnet ist, vollständig
oder partiell zusätzlich gegenüber den anderen Teilen des Gelenkbeschlages verschwenkt
werden, insbesondere um eine sich bezüglich des Sitzmöbelstücks von vorne nach hinten
erstreckende Schwenkachse, so dass das Auflageelement seine Seitenlehnenfunktion in
der Ausgangsstellung in ästhetisch besonders vorteilhafter Form erfüllen kann. Auch
erlaubt es die Winkelverstelleinrichtung, das Auflageelement in der Ausgangsstellung
des Auflageelements in verschiedenen Gebrauchszuständen zu nutzen.
[0027] Für eine nur partiell auf die Stellung des Auflageelements wirkende Winkelverstelleinrichtung
kann die Winkelverstelleinrichtung vorzugsweise mehrere Tragteile des Auflageelementes
bzw. der diesbezüglichen Befestigungsteile des Beschlages beweglich zueinander verbinden,
um dadurch vorzugsweise eine besonders flexibel verstellbare Form des Auflageelementes
zu erzielen.
[0028] Vorzugsweise ist die Verlagerungseinrichtung des Gelenkbeschlags dafür ausgebildet,
die Endstellung des Auflageelements gegenüber dessen Ausgangsstellung in der Höhe
herunterzuverlagern. Die Verlagerungseinrichtung ist demzufolge derart ausgebildet,
dass ausgehend von einem bereits verschwenktem Umklappgelenk die Verlagerung des Auflageelements
in die abgeschlossene Endstellung mit einer Absenkung des Auflageelements einhergeht.
Eine solche Gestaltung ist zum einen deshalb von Vorteil, da eine abgesenkte Beinauflage
aus ergonomischen Gründen wünschenswert ist. Hinzu kommt, dass diese Absenkung und
damit die Erreichung der Endlage aufgrund der Gewichtskraft des Auflageelements selbsttätig
erreicht werden.
[0029] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn der Gelenkbeschlag Befestigungsteile für eine
im Auflageelement anzuordnende Holzplatte oder einen Holzrahmen aufweist, wobei die
Befestigungsteile insbesondere Flanschteile sind, die zum beiderseitigen Einklemmen
und/oder zum Anschrauben einer Holzplatte oder eines Holzrahmens vorgesehen sind.
Die Verwendung einer solchen Holzplatte und eines dafür geeigneten Gelenkbeschlages
ist vorteilhaft, da eine solche Holzplatte recht einfach zu polstern ist und da bei
einer solchen Gestaltung der Gelenkbeschlag nicht auf die im Einzelfall genutzte Größe
des Auflageelements angepasst sein muss. Stattdessen ist er zur Aufnahme beliebig
großer Platten ausgelegt und somit universell einsetzbar.
[0030] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Sitzmöbel, insbesondere ein Sofa, mit einem
zu einem Untergrund ortsfesten Gestell, mit einem Sitz und mit einem Auflageelement,
wobei das Auflageelement mittels eines Gelenkbeschlages mit Umklappgelenk von einer
bezüglich des Sitzes seitlich angeordneten Ausgangsstellung in eine vor dem Sitz befindliche
Endstellung als Beinauflage umklappbar ist, wobei die in der Ausgangsstellung obere
oder seitliche Fläche des Auflageelements in der Endstellung dessen untere Fläche
darstellt.
[0031] Erfindungsgemäß ist der Gelenkbeschlages eines solchen gattungsgemäßen Möbelstücks
mit einem Gelenkbeschlag nach oben beschriebener Art ausgebildet. Bei einem solchen
erfindungsgemäßen Sitzmöbel findet dabei mindestens einer der beschriebenen Gelenkbeschläge
Anwendung. Bei einem Sofa finden sich vorzugsweise zwei erfindungsgemäße Gelenkbeschläge,
die zur unabhängigen Verlagerung zweier Auflageelemente dienen.
[0032] Hinsichtlich der Ausgestaltung des mindestens einen Gelenkbeschlages und dessen Anbringung
an den anderen Bauteilen des Sitzmöbelstücks sind alle oben zum erfindungsgemäßen
Gelenkbeschlag beschriebenen Varianten denkbar.
[0033] Die Erfindung betrifft, insbesondere als Weiterbildung des genannten erfindungsgemäßen
Sitzmöbels, weiterhin ein gattungsgemäßes Sitzmöbelstück, bei dem der Gelenkbeschlag
derart ausgebildet ist, dass das Auflageelement in der Endstellung von dem Sitz beabstandet
angeordnet ist und/oder dass das Umklappgelenk zumindest in Ausgangsstellung rückseitig
einer vorderen Sitzkante des Sitzes angeordnet ist.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der Verlagerungseinrichtung derart ausgebildet
und relativ zu einem Schwerpunkt des Auflageelements angeordnet ist, dass ausgehend
von der Ausgangsstellung ein Umklappen des Auflageelements um eine Achse des Umklappgelenks
bewirkt, dass die Verlagerungseinrichtung ihre Endstellung einnimmt, und dass ausgehend
von der Endstellung ein Umklappen des Auflageelements um die Achse des Umklappgelenks
bewirkt, dass die Verlagerungseinrichtung ihre Ausgangsstellung einnimmt.
[0034] Bei einer solchen Gestaltung steuert der Umklappvorgang am Umklappgelenk somit unter
Nutzung des Schwerpunkts des Tragelements auch die Verlagerungseinrichtung. Wenn das
Tragelement in Richtung seiner Endstellung verschwenkt ist, wirkt der Schwerpunkt
des Tragelements so, dass die Verlagerungseinrichtung die Endstellung vervollständigt,
beispielsweise weil der Schwerpunkt dann vor einer Rotationsachse einer rotativen
Verlagerungseinrichtung positioniert ist. Wenn das Tragelement dann zurück in Richtung
der Ausgangsstellung mittels des Umkappgelenks verschwenkt wird, wird hiermit bewirkt,
auch die Verlagerungseinrichtung wieder in Richtung der Ausgangsstellung zurückbewegt
wird, da der Schwerpunkt dann beispielsweise hinter der Rotationsachse angeordnet
ist.
[0035] Solche Gestaltungen sind insbesondere mit einem erfindungsgemäßen Gelenkbeschlag
realisierbar. Grundsätzlich sind jedoch auch Ausgestaltungen eines Sofas mit den genannten
Merkmalen umfasst, bei denen der Gelenkbeschlag die Verlagerung des Auflageelements
alleine über das Umklappgelenk realisiert.
[0036] Die Anordnung des Auflageelements in einer vom Sitz beabstandeten Position in der
Endstellung bietet den Vorteil, dass eine besonders lange Auflagefläche erzielt wird,
ohne dass es hierfür zwingend eines besonders großen Auflageelementes bedarf. Stattdessen
wird durch den Abstand des Auflageelements zwischen einer sitzseitigen Kante des Auflageelements
und einer auflageelementseitigen Kante des Sitzes, der vorzugsweise mindestens 5 cm
beträgt, insbesondere vorzugsweise 15 cm beträgt, eine unterbrochene Auflagefläche
durch den Sitz und das Auflageelement gemeinsam zur Verfügung gestellt. Der Abstand
stört dabei in der Praxis nicht. Er ist mit dem Abstand vergleichbar, der auch bei
Verwendung eines separaten Hockers üblicherweise zwischen Sitz und Hocker belassen
wird.
[0037] Die Anordnung des Umklappgelenks rückseitig einer vorderen Sitzkante des Sitzes gestattet
es, das Umklappgelenk zum einen aus ästhetischen Gründen zu verstecken. Darüber hinaus
wird durch eine solche Anordnung, bei der die Achse des Umklappgelenks am Umklappgelenk
vorzugsweise um mindestens 5 cm gegenüber der vorderen Sitzkante in Möbellängsrichtung
nach hinten verlagert ist, aber auch erreicht, dass die Gefahr von Verletzungen im
Gelenkbeschlag, insbesondere am Umklappgelenk, verringert wird. Bei einer solchen
zurückgesetzten Anordnung des Umklappgelenks ist es besonders von Vorteil, wenn am
Gelenkbeschlag eine Verlagerungseinrichtung oben beschriener Art vorgesehen ist. Es
sind jedoch auch Gestaltungen ohne eine derartige Verlagerungseinrichtung möglich,
wobei bei diesen vorzugsweise ein Tragarm starr am Auflageelement vorgesehen ist,
der das Umklappgelenk mit dem Auflageelement verbindet und der mindestens eine Länge
aufweist, die der Distanz entspricht, um die das Umklappgelenk gegenüber der vorderen
Sitzkante zurückgesetzt ist.
[0038] In dieser Schrift werden die Artikel nicht als Zahlwort verstanden und können, ebenso
wie die Substantive, im speziellen Einzelfall Singular und Plural bedeuten. Örtliche
Begriffe wie "vor dem Sitz" oder "seitlich zum Sitz" werden im allgemein gebräuchlichen
Sinne, also aus der Sicht eines vor dem Sitzmöbel stehenden oder auf ihm sitzenden
Benutzers verstanden.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0039] Anhand der Zeichnungen sei die Erfindung im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Die perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Gelenkbeschlages, eingebaut in
ein erfindungsgemäβes Sofa.
- Fig. 2:
- Einen Gelenkbeschlag des Sofas der Fig. 1 in einer Detaildarstellung.
- Fig. 3a und 3b:
- Eine abgewandelte Variante des Gelenkbeschlages der Fig. 2 in einer Detaildarstellung.
- Fig. 4:
- In zu Fig. 1 vergleichbarer Ansicht ein zweites erfindungsgemäßes Sofa.
- Fig. 5:
- In zu Fig. 1 vergleichbarer Ansicht ein drittes erfindungsgemäßes Sofa.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0040] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Sitzmöbelstück, welches als Sofa 10 ausgebildet
ist. Dieses Sitzmöbelstück 10 weist zwei Auflageelemente 12 auf, die aus einer Ausgangsstellung,
in der sie als seitlich zu einem Sitz 14 gelegenes Polsterkissen angeordnet sind,
in eine Endstellung, in der sie als Beinauflage vor dem Sitz 3 angeordnet sind, überführbar
sind.
[0041] Auf der rechten Sofaseite ist ein erster Gelenkbeschlag 20 mitsamt dem an ihm angebrachten
Auflageelement 12 in der ausgeklappten Endstellung zu sehen. Auf der linken Seite
ist ein spiegelbildlicher, jedoch im Übrigen baugleicher zweiter Gelenkbeschlag 20
mit an ihm angebrachtem Auflageelement 12 in der eingeklappten Ausgangsstellung zu
sehen.
[0042] Die Gelenkbeschläge 20 weisen jeweils ein Umklappgelenk 30 auf, mittels dessen das
jeweilige Auflageelement 12 von der Ausgangsstellung in die Endstellung umgeklappt
werden kann. Die Achsen 32 der Umklappgelenke 30 liegen schräg im Raum. Bei dieser
Ausgestaltung der Fig. 1 sind die Umklappgelenke 30 und damit die Achsen 32 hinsichtlich
ihrer Lage nicht ortsfest zu dem Sitz 14 des Sitzmöbelstücks angeordnet, wie nachfolgend
noch erläutert wird.
[0043] Die vorzusehende Lage und/oder Ausrichtung der Achsen 32 im Raum hängt von den gewünschten
Winkeln 12a, 12b ab, um die die Auflageelemente 12 in der Ausgangsstellung und der
Endstellung gegenüber einer gedachten Horizontalebene geneigt sein sollen.
[0044] Die Gelenkbeschläge 20 verfügen auf der dem Sitz 14 abgewandten Seite jeweils über
Tragteile 22, 23, die der Befestigung des Auflageelementes dienen. Bei der Ausgestaltung
der Fig. 1 umfassen diese Tragteile einen Tragrahmen 22, der mittels eines daran unbeweglich
angebrachten Flanschteils 23 am Umklappgelenk 30 angebracht ist. Der Tragrahmen 22
und das Flanschteil 23 sind somit gemeinsam gegenüber den bezüglich des Umklappgelenks
2 gegenüberliegen Teilen des Gelenkbeschlages 20 beweglich.
[0045] Bei in Fig. 1 nicht dargestellten Alternativen können die Tragteile auch strebenförmig
oder plattenförmig ausgebildet sein.
[0046] Als neben dem Umklappgelenk 30 zentrales Element der Gelenkbeschläge 20 ist jeweils
eine rotative Verlagerungseinrichtung 40 vorgesehen. Diese Verlagerungseinrichtung
40 weist einen beweglichen Tragarm 46 auf, an dessen in Fig. 1 unterem Ende ein Rotationsgelenk
44 vorgesehen ist, mittels dessen der Tragarm 46 um eine Rotationsachse 42 gegenüber
einem Flanschteil 24 verschwenkbar ist. Dieses Flanschteil 24 ist beispielsweise mittels
Verschraubungen an einem gestrichelt angedeuteten Rahmen 11 eines Gestells des Sitzmöbels
10 befestigt. Die Anbringung an diesem vorzugsweise aus Platten, insbesondere aus
Holzplatten, zusammengesetzten Rahmen 11 führt zu einer sehr einfachen Bauweise, verbunden
mit einer hohen Stabilität.
[0047] Die Rotationsachsen 42 der Verlagerungseinrichtung 40 verlaufen im Inneren des Sitzmöbels
10 in dessen vorderem bodennahen Bereich und vorzugsweise im Wesentlichen parallel
zu einer Möbelstückquerachse 1, die in Richtung der Sitzbreite verläuft. Abhängig
von der Art des Sitzmöbelstücks kann auch eine Anstellung der Rotationsachse 42 gegenüber
der Möbelquerachse 1 bis 30° zweckmäßig sein.
[0048] Die Rotationsachse 42 kann auch weiter oben, insbesondere an einem oberen Rand des
Rahmens 11, angeordnet sein. In einem solchen Fall ist für das gleiche Maß an horizontaler
Verlagerung wie bei der dargestellten Gestaltung ein größerer Schwenkwinkel des Tragarms
46 um die Rotationsachse 42 erforderlich.
[0049] Mit Ausnahme der gestellfesten Komponenten, also vorliegend des Flanschteils 24,
sind alle Teile des Gelenkbeschlages gemeinsam mit dem Tragarm 46 um die Rotationsachse
42 verschwenkbar. Durch eine Schwenkbewegung können somit mittels des Tragarms 46
auch das Umklappgelenk 30 mit den auflageelementseitigen Tragteilen 22, 23 und dem
Auflageelement 12 in einem waagerechten oder abfallenden Kreisbogenabschnitt nach
vorne und somit vom Sitz 12 weg verschwenkt werden.
[0050] Durch diese von der Verlagerungseinrichtung 40 ermöglichte Schwenkbewegung ist in
der in Fig. 1 rechts dargestellten Endstellung ein Abstand 8 zwischen der den Sitz
14 nach vorne abschließenden Kante und der einer sitzenden Person zugewandten Kante
des Auflageelements 12 erzielbar.
[0051] Das Auflageelement 12 ist in dieser Endstellung somit einem vor einem Sitzmöbelstück
angeordneten Hocker vergleichbar, allerdings mit dem Vorteil, dass das Auflageelement
12 jederzeit in die Ausgangsstellung der linken Seite zurückverlagert werden kann.
[0052] Neben dieser ergonomischen Qualität bewirkt die Verlagerungseinrichtung 40 auch,
dass das Umklappgelenk 30 in der links dargestellten Ausgangsstellung des Gelenkbeschlages
20 hinter der vorderen Abschlusskante des Sitzes 14 angeordnet und somit vollständig
verborgen ist. Erst durch die Verlagerungseinrichtung 40 wird es in eine vor dieser
Abschlusskante angeordnete Position gebracht.
[0053] Von besonderem ergonomischen Vorteil ist es weiterhin, dass der jeweilige Schwerpunkt
13 der beiden Auflageelemente 12 bei noch nicht um die jeweilige Achse 32 verschwenktem
Auflageelement 12 hinter der jeweiligen Rotationsachse 42 und bei bereits um die Achse
32 verschwenktem Auflageelement 12 vor der jeweiligen Rotationsachse 42 angeordnet
ist. Hierdurch ergibt sich, dass eine gezielte Einflussnahme auf die Verlagerungseinrichtung
40 nicht erforderlich ist, da dies quasi selbsttätig geschieht: Abhängig von der Schwenkstellung
des Umklappgelenks 30 nimmt die Verlagerungseinrichtung 40 die in Fig. 1 linke bzw.
die in Fig. 1 rechte Stellung ein.
[0054] Auch ein Verbleiben der Verlagerungseinrichtung 40 und des Auflageelementes 12 in
beiden Stellungen wird hierdurch bewirkt, ohne dass dabei Feder- oder Rastelemente
erforderlich wären.
[0055] Der Tragarm 46 weist eine winkelförmige und/oder gebogene Formgebung auf. Ein dem
Rotationsgelenk 44 abgewandter Teil des Tragarms 46 erstreckt sich in etwa äquidistant
zur Rotationsachse 42, so dass bei der Überführung des Auflageelements 12 in die rechts
dargestellte Entstellung von außen nicht ohne weiteres zu erkennen ist, dass die Verlagerungseinrichtung
9, 10 als rotative Verlagerungseinrichtung ausgebildet ist.
[0056] Von besonderem Vorteil ist, dass die Verlagerungseinrichtung 40, insbesondere der
Tragarm 46 der Verlagerungseinrichtung 40, sich ausschließlich in der Ebene der Möbelstückhochachse
2 und der Möbelstücklängsachse 3 bewegt, so dass er sich in einem vertikalen Schlitz
16 bewegen kann, der ohnehin zwischen dem Sitz 14 und einer Seitenlehne 18 vorgesehen
ist.
[0057] Bei bestimmten Sitzmöbelformen, insbesondere bei einem nicht dargestellten Sitzmöbel
ohne Seitenlehne, kann es auch sinnvoll sein, den Tragarm durch eine Öffnung im vorderen
Teil der Sitzoberfläche zu führen. Auch kann es zweckmäßig sein, den Tragarm seitlich
des Sitzes zu bewegen. So kann der Tragarm und seine Funktionsweise problemlos erfasst
werden.
[0058] Bei einer nicht dargestellten Variante der Ausführungsform der Fig. 1 ist die Verlagerungseinrichtung
durch eine translative Verlagerungseinrichtung ersetzt. In diesem Fall ist der Tragarm
ebenfalls vorgesehen, jedoch translativ beweglich gegenüber dem Gestell des Sitzmöbelstücks
gelagert, insbesondere mittels einer Gleit- oder Rollführung. Dabei ist die Laufbahn,
entlang derer der Tragarm geführt ist, vorzugsweise kurvenförmig geführt, um in etwa
die zu Fig. 1 beschriebene Bewegung des Umklappgelenks 2 nachzubilden, bei der das
Auflageelement in Richtung der Endstellung abgesenkt wird. Diese translative Variante
des Gelenkbeschlages nimmt in Möbelhochrichtung 2 weniger Raum ein, so dass sie beispielsweise
vorteilhaft bei einem Sitzmöbelstück vorgesehen sein kann, bei dem aufgrund höherer
Beine als beim Sitzmöbelstück der Fig. 1 eine sich fast bis zum Boden erstreckende
Verlagerungseinrichtung stören würde.
[0059] Fig. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung den Gelenkbeschlag 20 mit rotativer Verlagerungseinrichtung
40 der Fig. 1.
[0060] Zur Anbringung am Gestell des Möbelstücks ist das Flanschteil 24 vorgesehen. Hierfür
sind Befestigungsbohrungen 25 insbesondere für Schrauben am Flanschteil 24 vorgesehen.
Mittels des Rotationsgelenks 44 sind die anderen Teile des Gelenkbeschlages 20 gegenüber
dem Flanschteil 24 um die Rotationsachse 42 schwenkbeweglich. Unmittelbar an das Gelenk
44 schließt sich der Tragarm 46 mit vorzugsweise rechteckigem Querschnitt an, der
einen radial erstreckten ersten Abschnitt 46a und einen kurvenförmigen und äquidistant
zur Rotationsachse 42 erstreckten zweiten Abschnitt 46b aufweist. Am einem abgekröpften
Ende 46c dieses zweiten Abschnitts 46b des Tragarms 46 ist das Umklappgelenk 30 vorgesehen,
welches ein Verschwenken des Auflageelements 12 um die Achse 32 gegenüber dem Tragarm
46 gestattet. Das Umklappgelenk 30 ist hierfür zwischen dem Tragarm 46 und den Tragteilen
22, 23 vorgesehen, welche der Anbringung des Auflageelements 12 dienen. Diese Tragteile
sind das Flanschteil 23 und der Tragrahmen 22. Durch die Abkröpfung des Endes 46c
des Tragarms 46 wird die gewünschte Ausrichtung der Achse 32 erzielt.
[0061] Das Umklappgelenk 30 und das Rotationsgelenk 44 weisen eine axiale Lagerung auf,
die dadurch gebildet wird, dass ein zugbelasteter Bolzen 31 a über eine Gleitscheibe
31 b die Stirnflächen des abgekröpften Endes 46c des Tragarms 46 und des Flanschteils
23 aneinanderpresst. Diese axiale Lagerung stützt sich somit über diese Stirnflächen
gegen Biegebelastung ab. Diese axiale Lagerung kann in Richtung ihrer Lagerachse 32
besonders kurz sein und ist daher besonders geeignet zur Aufnahme im Eckbereich des
Auflageelementes 12.
[0062] Beide Gelenke 30, 44 sind mit einem innenliegenden Anschlag für die Endstellungen
ausgestattet. Eine Stirnfläche weist dazu eine gegen Verletzungsgefahr verborgene
kreisbogenförmige Nut auf, in die ein Bolzen an der anderen Stirnfläche eingreift.
[0063] Die Fig. 3a und 3b zeigen wie Fig. 2 einen Gelenkbeschlag 20'. Dieser unterscheidet
sich nur hinsichtlich Details vom Gelenkbeschlag 20 der Fig. 2 und ist daher mit den
übereinstimmenden Bezugsziffern versehen.
[0064] Abweichend vom Gelenkbeschlag 20 weist der Gelenkbeschlag 20' keinen Tragrahmen 22
auf. Stattdessen sind am Flanschteil 23 zwei Halteplatten 22' mit Bohrungen für Schrauben
vorgesehen. Diese Halteplatten dienen der Aufnahme einer Platte, beispielsweise eine
Holzplatte, die in Fig. 3a gestrichelt angedeutet ist. Eine solche Platte ist vergleichsweise
einfach mit einer Polsterung zu versehen. Darüber hinaus liegt der Vorteil eines solchen
Gelenkbeschlages 20' mit Halteplatten 22' darin, dass ungeachtet der Größe des Auflageelements
12 der gleiche Gelenkbeschlag einsetzbar ist, da dieser keine Elemente aufweist, die
von der Größe des Auflageelements abhängig sind. Ein solcher Gelenkbeschlag 20' kann
somit universeller eingesetzt werden.
[0065] Weiterhin unterscheidet sich der Gelenkbeschlag 20' vom Gelenkbeschlag 20 durch die
Art der Anschlagsgestaltung. Sowohl am Flanschteil 24 als auch am Tragarm 46 sind
exzentrisch zu den Gelenken 30, 44 Bolzen 38, 48 vorgesehen, die mit Anschlagsflächen
39a, 39b bzw. 49a, 49b zusammenwirken, so dass die Beweglichkeit des Flanschteils
23 gegenüber Tragarm 46 ebenso bidirektional limitiert ist wie auch die Beweglichkeit
des Tragarms 46 gegenüber dem Flanschteil 24. Die bidirektionale Limitierung bedeutet,
dass sowohl die Ausgangsstellung als auch die Endstellung des Gelenkbeschlages 22'
eindeutig definiert ist und nicht durch die am Gelenkbeschlag 22' angebrachten anderweitigen
Teile des Sofas bestimmt werden.
[0066] Bei einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Sitzmöbelstücks 110 nach
Fig. 4 mit einem erfindungsgemäßen Gelenkbeschlag 120 ist statt der rotativen Verlagerungseinrichtung
eine translative Verlagerungseinrichtung 140 vorgesehen.
[0067] Das Sitzmöbelstück, das in Fig. 4 dargestellt ist, weist je Gelenkbeschlag 120 ein
Umklappgelenk 130 auf, welches jeweils ortsfest zu einem nur partiell dargestellten
Teil des Gestells 111 des Möbelstücks 110 angebracht ist. Dieses Umklappgelenk 130
gestattet das Verschwenken der übrigen Teile des Gelenkbeschlages 120 und damit auch
eines Auflageelement 112 um eine Achse 132, welche wiederum schräg im Raum angeordnet
ist und sich im Wesentlichen in der Ebene der Möbellängsrichtung 3 und der Möbelquerrichtung
1 erstreckt. Jenseits des Umklappgelenks 130 ist ein Tragarm 122 vorgesehen, der Teil
der Verlagerungseinrichtung 140 ist. Diese Verlagerungseinrichtung 140 ist als translative
Verlagerungseinrichtung vorgesehen und weist zu diesem Zweck eine Rollführung 142
auf, die zwischen dem Tragarm 122 und einem Tragrahmen 123 zur Befestigung des Auflageelements
112 vorgesehen ist. Die Rollführung 142 ist innerhalb des Auflageelements 112 angeordnet
und somit blickdicht versteckt.
[0068] Die Verlagerungseinrichtung 140 gestattet eine Verlagerung des Auflageelements 112
gegenüber dem etwa J-förmigen Tragarm 122. Diese Verlagerung findet in Erstreckungsrichtung
zweier zueinander paralleler Abschnitte 122a des Tragarms 122 statt. Bei dieser Verlagerung
wird der auflageelementfeste Tragrahmen 123 gegenüber dem Tragarm 122 bewegt, wobei
ein Teil des Tragarms 122 aus dem Auflageelement 112 heraustritt, während das Auflageelement
112 nach vorne verlagert wird, so dass wiederum ein Abstand 8 zwischen der Vorderkante
des Sitzes 114 und der in Richtung einer sitzenden Person weisenden Kante des Auflageelements
112 bewirkt wird.
[0069] Ähnlich wie bei der Ausführungsform der Fig. 1 bedarf es auch bei dieser zweiten
Ausführungsform keiner gesonderten Handhabung der Verlagerungseinrichtung 140. Aufgrund
der Winkel 112a, 112b, bezüglich derer das Auflageelement 112 und damit auch die Rollführung
142 in der links dargestellten Ausgangsstellung bzw. der rechts dargestellten Endstellung
gegenüber einer Horizontalebene geneigt ist, kommt es beim manuellen Verschwenken
des Auflageelements 112 um die Achse 132 zur selbsttätigen stets abwärts gerichteten
Verlagerung des Auflageelements 112 gegenüber dem Tragarm 122.
[0070] Wie in der linken Seite des Sitzmöbelstücks der Fig. 4 zu ersehen ist, sind sämtliche
Beschlagsteile des Gelenkbeschlags 120 in dieser Ausgangsstellung im Sitz bzw. im
oder unter dem Auflageelement 112 verborgen.
[0071] Bei einer nicht dargestellten Variante ist die translative Verlagerungseinrichtung
140 durch eine rotative ersetzt. Statt der Rollführung 142 könnte hierfür beispielsweise
ein Rotationsgelenk vorgesehen sein. Eine Drehachse 180 dieses Rotationsgelenks würde
in diesem Fall ein vorderes Ende des Tragarms 122 mit dem Tragrahmen 123 schwenkbar
verbinden. Um diese Drehachse 180 kann sich dann das Auflageelement 112 entlang des
Tragarms 122 zum Umklappgelenk 130 hin bzw. von ihm wegschwenken und die erfindungsgemäße
Verlagerung erreichen. Bezogen auf die Darstellung der Fig. 4 würde sich das Auflageelement
beispielsweise nach Überführung des Umklappgelenks 130 in dessen Endstellung um etwa
15° im Uhrzeigersinn um die Drehachse 180 verschwenken, um dadurch die darstellte
Endstellung zu erreichen.
[0072] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Sitzmöbelstücks
210 mit erfindungsgemäßen Gelenkbeschlägen 220. Die Gelenkbeschläge 220 sind dabei
wiederum als Gelenkbeschläge 220 mit translativer Verlagerungseinrichtung 240 ausgebildet,
weisen aber die Besonderheit auf, dass die Verlagerungseinrichtung 240 gleichzeitig
auch eine Verschiebeeinrichtung für je einen Sitz 214a, 214b des Sitzmöbelstücks 210
darstellt. Der Sitz 214b ist hierfür ortsfest zu einem Sitzrahmen 250 vorgesehen.
Dieser Sitzrahmen 250 ist mittels einer Rollführung 252 gegenüber einem ortsfest verbleibenden
Gestell 211 des Sitzmöbels 210 und gestellstellseitigen Führungsschienen 224 in Möbellängsrichtung
3 verlagerbar. Alternativ zu einer solchen Rollführung 252 sind auch andere Verlagerungsmechanismen
für den Sitzrahmen 250 möglich, wie beispielsweise eine Gleitführung oder eine Anlenkung
an Kipphebeln, die einerseits am Gestell und andererseits am Sitzrahmen angelenkt
sind.
[0073] Vorzugsweise ist die Rollführung 252 oder ein alternativer Verlagerungsmechanismus
derart ausgebildet, dass bei einer Verlagerung des Sitzrahmens 250 nach vorne gleichzeitig
eine leichte Kippbewegung eintritt, wie in Fig. 5 anhand des Niveauunterschiedes 254
verdeutlicht ist.
[0074] Am Sitzrahmen 250 ist ein Umklappgelenk 230 angebracht, welches in ähnlicher Form
wie bei den vorangegangenen Ausführungsformen ein Verschwenken eines Auflageelementes
212 um eine schräg angeordnete Achse 232 gestattet.
[0075] Bei der dargestellten Gestaltung ist das Umklappgelenk 230 nicht fest am Sitzrahmen
250 angebracht, sondern stattdessen an einem Zwischenelement 260, welches seinerseits
um eine Rotationsachse 262 am Sitzrahmen 250 schwenkbar angelenkt ist. Der Vorteil
dieses Zwischenelementes 260 liegt darin, dass es in der auf der linken Seite des
Sitzmöbelstücks der Fig. 5 dargestellten Weise gestattet, das Umklappgelenk 230 in
dieser Ausgangsstellung besonders gut zu verbergen.
[0076] Zur Erzielung einer besonders einfachen Bauform kann bei einer nicht dargestellten
Variante das Umklappgelenk 230 auch ortsfest zum Sitzrahmen 250 angeordnet sein, und
so fest an diesem vorgesehen sein.
[0077] Abweichend von den vorangegangenen Ausführungsformen wird bei dieser Ausführungsform
mittels der Verlagerungseinrichtung 240 kein Abstand zwischen dem Sitz 214b und dem
Auflageelement 212 erzeugt. Aufgrund der Verlagerung des Sitzes 214b nach vorne durch
dessen Anbindung an den Gelenkbeschlag 220 wird jedoch dennoch eine große Beinauflagelänge
erzielt.
[0078] Durch die Einbeziehung eines mittels Gelenken 270 an den Sitzrahmen 250 schwenkbar
angelenkten Rückenlehnenrahmens 272 in den Gelenkbeschlag 220 wird darüber hinaus
eine Kopplung der Rücklehne 215 an die Verlagerungseinrichtung 240 erzielt.
[0079] Bei einer nicht dargestellten Variante zur Ausführungsform der Fig. 1 bleibt der
Beschlag 20 unverändert, während dennoch eine Verlagerbarkeit des Sitzes in der Art
der Rollführung 252 gegeben ist, so dass unabhängig voneinander das Auflageelement
12 und der Sitz 14 verlagerbar sind. Eine hierauf aufbauende weitere Variante kann
jedoch durch geringfügige Modifikation des Beschlages 20 der Fig. 1 auch derart ausgebildet
sein, dass der Sitz 14 dennoch hinsichtlich seiner Bewegung an die Bewegung des Auflageelements
12 gekoppelt ist, indem beispielsweise am Abschnitt 46a des Tragarms 46 ein Fortsatz
angebracht ist, der am Sitzrahmen des verlagerbaren Sitzes angreift.
1. Beschlagsystem (20; 20'; 120; 220) für ein Sitzmöbelstück (10; 110; 210) mit einem
Sitz (14; 114; 214a, 214b), umfassend
- einen ersten Befestigungsabschnitt (24; 224) zur Anbringung am Sitz (14; 114) oder
einem Gestell (111; 211) des Sitzmöbels,
- einen zweiten Befestigungsabschnitt (22, 22', 23; 123) zur Anbringung an einem Auflageelement
(12; 112; 212) und
- ein zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt (24; 224) und dem zweiten Befestigungsabschnitt
(22, 22', 23; 123; 223) vorgesehenes Umklappgelenk (30; 130; 230),
wobei
- das Beschlagsystem (20; 20'; 120; 220) dafür ausgebildet ist, das am zweiten Befestigungsabschnitt
(22, 22', 23; 123; 223) angebrachte Auflageelement (12; 112; 212) von einer Ausgangsstellung,
in der es seitlich des Sitzes (14; 114; 214a, 214b) angeordnet ist, in eine Endstellung
zu überführen, in der es vor dem Sitz (14; 114; 214a, 214b) als Beinauflage angeordnet
ist,
- das Beschlagsystem (20; 20'; 120; 220) dafür derart ausgebildet ist, das eine in
der Ausgangsstellung seitliche oder obere Fläche des Auflageelements (12; 112; 212)
in der Endstellung eine untere Fläche des Auflageelements (12; 112; 212) darstellt,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt (24; 224) und dem zweiten Befestigungsabschnitt
(22, 22', 23; 123; 223) zusätzlich zum Umklappgelenk (30; 130; 230) eine Verlagerungseinrichtung
(40; 140; 240) vorgesehen ist, die bei der Überführung des Auflageelements (12; 112;
212) von der Ausgangsstellung (12; 112; 212) in die Endstellung eine zusätzliche Verlagerung
des Auflageelements (12; 112; 212) nach vorne über die durch eine Schwenkbewegung
des Umklappgelenks (30; 130; 230) hinaus erzielbare Verlagerung des Auflageelements
(12; 112; 212) gestattet.
2. Beschlagsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlagerungseinrichtung (40; 140; 240)
- zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt (24; 224) und dem Umklappgelenk (30; 230)
vorgesehen ist, so dass mittels der Verlagerungseinrichtung (40; 240) das Umklappgelenk
(30; 230) gemeinsam mit dem zweiten Befestigungsabschnitt (22, 22', 23; 223) verlagerbar
ist, oder
- zwischen dem Umklappgelenk (130) und dem zweiten Befestigungsabschnitt (123) vorgesehen
ist, so dass mittels des Umklappgelenks (130) die Verlagerungseinrichtung (140) gemeinsam
mit dem zweiten Befestigungsabschnitt (123) verlagerbar ist.
3. Beschlagsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlagerungseinrichtung (40; 140; 240)
- für eine rotative Verlagerung des zweiten Befestigungsabschnitts ausgebildet ist
oder
- für eine translative Verlagerung des zweiten Befestigungsabschnitts ausgebildet
ist.
4. Beschlagsystem nach einem der Ansprüch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlagerungseinrichtung (140; 240) zur translativen Verlagerung des Auflageelements
ausgebildet ist, wobei die Verlagerungseinrichtung (140; 240) vorzugsweise zur Anordnung
im Bereich des Sitzes (214a, 214b) und/oder des Gestells (211) des Sitzmöbelstücks
(210) oder zur Anordnung im Auflageelement (112) vorgesehen ist.
5. Beschlagsystem nach einem der Ansprüch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlagerungseinrichtung (240) zur gemeinsamen Verlagerung des zweiten Befestigungsabschnittes
(223) und des Sitzes (214a, 214b) gegenüber dem Gestell (211) ausgebildet ist, wobei
hierfür vorzugsweise der erste Befestigungsabschnitt (224) zur Anbringung am Gestell
(211) des Sitzmöbels ausgebildet ist und das Beschlagsystem (220) mindestens einen
dritten Befestigungsabschnitt (250) zur Anbringung am Sitz (214a, 214b) aufweist,
wobei die Verlagerungseinrichtung (240) zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt
(224) und dem dritten Befestigungsabschnitt (250) vorgesehen ist.
6. Sitzmöbel (10; 110; 210), insbesondere Sofa (10; 110; 210), mit
- einem zu einem Untergrund ortsfesten Gestell (11; 111; 211),
- einem Sitz (14; 114; 214a, 214b) und
- einem Auflageelement (12; 112; 212),
wobei
- das Auflageelement (12; 112; 212) mittels eines Gelenkbeschlages (20; 120; 220)
mit Umklappgelenk (30; 130; 230) von einer bezüglich des Sitzes (14; 114; 214a, 214b)
seitlich angeordneten Ausgangsstellung in eine vor dem Sitz befindliche Endstellung
als Beinauflage umklappbar ist, wobei die in der Ausgangsstellung obere oder seitliche
Fläche des Auflageelements (12; 112; 212) in der Endstellung dessen untere Fläche
darstellt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Gelenkbeschlag (20; 20'; 120; 220) nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildet
ist.
7. Sitzmöbel nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verlagerungseinrichtung (40; 140; 240) derart ausgebildet und relativ zu einem
Schwerpunkt (13) des Auflageelements (12) angeordnet ist, dass
- ausgehend von der Ausgangsstellung ein Umklappen des Auflageelements (12; 112; 212)
um eine Achse (32; 132; 232) des Umklappgelenks (30; 130; 230) bewirkt, dass die Verlagerungseinrichtung
(40; 140; 240) ihre Endstellung einnimmt, und
- ausgehend von der Endstellung ein Umklappen des Auflageelements (12; 112; 212) um
die Achse (32; 132; 232) des Umklappgelenks (30; 130; 230) bewirkt, dass die Verlagerungseinrichtung
(40; 140; 240) ihre Ausgangsstellung einnimmt.
1. A fittings system (20; 20'; 120; 220) for an article of seating furniture (10; 110;
210) having a seat (14; 114; 214a, 214b), comprising
- a first fixing section (24; 224) for attachment to said seat (14; 114) or to a base
frame (111; 211) of the article of seating furniture,
- a second fixing section (22, 22', 23; 123) for attachment to a supporting element
(12; 112; 212), and
- a swing over joint (30; 130; 230) provided between said first fixing section (24;
224) and said second fixing section (22, 22', 23; 123; 223),
wherein
- the fittings system (20; 20'; 120; 220) is designed to transfer said supporting
element (12; 112; 212) mounted on said second fixing section (22, 22', 23; 123; 223)
from a basic position in which it is disposed to the side of said seat (14; 114; 214a,
214b) to an end position in which it is disposed in front of said seat (14; 114; 214a,
214b) to form a leg rest,
- the fittings system (20; 20'; 120; 220) is designed such that a lateral or top surface
of said supporting element (12; 112; 212) in the basic position becomes a bottom surface
of said supporting element (12; 112; 212) in the end position,
characterised in that
between said first fixing section (24; 224) and said second fixing section (22, 22',
23; 123; 223) there is provided, in addition to said swing over joint (30; 130; 230),
a displacement device (40; 140; 240) which during transfer of the supporting element
(12; 112; 212) from the basic position (12; 112; 212) to the end position allows an
additional displacement of said supporting element (12; 112; 212) forwards beyond
the displacement of the supporting element (12; 112; 212) that is achievable by pivoting
the swing over joint (30; 130; 230).
2. The fittings system according to claim 1,
characterised in that
the displacement device (40; 140; 240)
- is provided between the first fixing section (24; 224) and the swing over joint
(30; 230) such that by means of said displacement device (40; 240) said swing over
joint (30; 230) can be displaced together with said second fixing section (22, 22',
23; 223), or
- is provided between the swing over joint (130) and the second fixing section (123)
such that by means of said swing over joint (130) said displacement device (140) is
displaceable together with said second fixing section (123).
3. The fittings system according to claim 1 or 2,
characterised in that
the displacement device (40; 140; 240)
- is designed for rotary displacement of said second fixing section, or
- is designed for translative displacement of said second fixing section.
4. The fittings system according to any one of the claims 1 to 3,
characterised in that
the displacement device (140; 240) is designed for translative displacement of said
supporting element, the displacement device (140; 240) preferably being provided for
arrangement in the vicinity of the seat (214a, 214b) and/or the base frame (211) of
the article of seating furniture (210) or for arrangement in the supporting element
(112).
5. The fittings system according to any one of the claims 1 to 4,
characterised in that
the displacement device (240) is designed for conjoint displacement of said second
fixing section (223) and said seat (214a, 214b) relative to the base frame (211),
for which purpose preferably said first fixing section (224) is designed for attachment
to the base frame (211) of said article of seating furniture, and said fittings system
(220) has at least a third fixing section (250) for attachment to said seat (214a,
214b), said displacement device (240) being provided between said first fixing section
(224) and said third fixing section (250).
6. An article of seating furniture (10; 110; 210), more particularly a sofa (10; 110;
210), comprising
- a base frame (11; 111; 211) that is stationary in relation to an underlying surface,
- a seat (14; 114; 214a, 214b) and
- a supporting element (12; 112; 212),
wherein
- said supporting element (12; 112; 212), by means of a hinged fitting (20; 120; 220)
having a swing over joint (30; 130; 230), can be swung over from a basic position
disposed to the side of said seat (14; 114; 214a, 214b) to an end position located
in front of said seat to form a leg rest, the top surface or lateral surface of said
supporting element (12; 112; 212) in the basic position becoming the bottom surface
thereof in said end position,
characterised in that
said hinged fitting (20; 20'; 120; 220) is designed according to any one of the preceding
claims.
7. The article of seating furniture according to claim 6,
characterised in that
said displacement device (40; 140; 240) is designed and arranged relative to a centre
of gravity (13) of said supporting element (12) such that
- starting from the basic position, swinging said supporting element (12; 112; 212)
about an axis (32; 132; 232) of said swing over joint (30; 130; 230) results in said
displacement device (40; 140; 240) assuming its end position, and
- starting from the end position, swinging said supporting element (12; 112; 212)
about the axis (32; 132; 232) of said swing over joint (30; 130; 230) results in said
displacement device (40; 140; 240) assuming its basic position.
1. Système de ferrure (20 ; 20' ; 120 ; 220) pour un meuble d'assise (10 ; 110 ; 210)
avec un siège (14 ; 114 ; 214a, 214b), comprenant
- une première portion de fixation (24 ; 224) pour le montage sur le siège (14 ; 114)
ou un bâti (111 ; 211) du meuble d'assise,
- une deuxième portion de fixation (22, 22', 23 ; 123) pour le montage sur un élément
d'appui (12 ; 112 ; 212) et
- une articulation de rabattement (30 ; 130 ; 230) prévue entre la première portion
de fixation (24 ; 224) et la deuxième portion de fixation (22, 22', 23 ; 123 ; 223),
dans lequel
- le système de ferrure (20 ; 20' ; 120 ; 220) est réalisé de manière à transférer
l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212) monté sur la deuxième portion de fixation (22,
22', 23 ; 123 ; 223) d'une position de départ dans laquelle il est disposé latéralement
par rapport au siège (14 ; 114 ; 214a, 214b) dans une position finale dans laquelle
il est disposé devant le siège (14 ; 114 ; 214a, 214b) en tant qu'appui pour les jambes,
- le système de ferrure (20 ; 20' ; 120 ; 220) est réalisé de manière à ce qu'une
surface de l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212), latérale ou supérieure dans la position
de départ, constitue, dans la position finale, une surface inférieure de l'élément
d'appui (12 ; 112 ; 212),
caractérisé en ce
qu'un dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240) est prévu entre la première portion
de fixation (24 ; 224) et la deuxième portion de fixation (22, 22', 23 ; 123 ; 223)
en plus de l'articulation de rabattement (30 ; 130 ; 230), lequel, lors du transfert
de l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212) de la position de départ dans la position finale,
permet un déplacement supplémentaire de l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212) vers l'avant
au-delà du déplacement de l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212) pouvant être obtenu par
un mouvement de pivotement de l'articulation de rabattement (30 ; 130 ; 230).
2. Système de ferrure selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240)
- est prévu entre la première portion de fixation (24 ; 224) et l'articulation de
rabattement (30 ; 230), de telle sorte que l'articulation de rabattement (30 ; 230)
puisse être déplacée conjointement avec la deuxième portion de fixation (22, 22',
23 ; 223) au moyen du dispositif de déplacement (40 ; 240), ou
- est prévu entre l'articulation de rabattement (130) et la deuxième portion de fixation
(123), de telle sorte que le dispositif de déplacement (140) puisse être déplacé conjointement
avec la deuxième portion de fixation (123) au moyen de l'articulation de rabattement
(130).
3. Système de ferrure selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240)
- est réalisé pour un déplacement rotatif de la deuxième portion de fixation ou
- est réalisé pour un déplacement en translation de la deuxième portion de fixation.
4. Système de ferrure selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le dispositif de déplacement (140 ; 240) est réalisé pour le déplacement en translation
de l'élément d'appui, le dispositif de déplacement (140 ; 240) étant prévu de préférence
de manière à être disposé dans la région du siège (214a, 214b) et/ou du bâti (211)
du meuble d'assise (210) ou de manière à être disposé dans l'élément d'appui (112).
5. Système de ferrure selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le dispositif de déplacement (240) est réalisé en vue du déplacement en commun de
la deuxième portion de fixation (223) et du siège (214a, 214b) par rapport au bâti
(211), la première portion de fixation (224) étant réalisée à cet effet de préférence
de manière à être montée sur le bâti (211) du meuble d'assise et le système de ferrure
(220) présentant au moins une troisième portion de fixation (250) destinée à être
montée sur le siège (214a, 214b), le dispositif de déplacement (240) étant prévu entre
la première portion de fixation (224) et la troisième portion de fixation (250).
6. Meuble d'assise (10 ; 110 ; 210), en particulier sofa (10 ; 110 ; 210), comprenant
- un bâti (11 ; 111 ; 211) fixe par rapport à une base,
- un siège (14 ; 114 ; 214a, 214b) et
- un élément d'appui (12 ; 112 ; 212),
dans lequel
- l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212) peut être rabattu au moyen d'une ferrure d'articulation
(20 ; 120 ; 220) avec une articulation de rabattement (30 ; 130 ; 230) d'une position
de départ disposée latéralement par rapport au siège (14 ; 114 ; 214a, 214b) dans
une position finale située devant le siège en tant qu'appui pour les jambes, la surface,
supérieure ou latérale dans la position de départ, de l'élément d'appui (12 ; 112
; 212) constituant, dans la position finale, sa surface inférieure,
caractérisé en ce que
la ferrure d'articulation (20 ; 20' ; 120 ; 220) est réalisée selon l'une quelconque
des revendications précédentes.
7. Meuble d'assise selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
le dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240) est réalisé et disposé par rapport à
un centre de gravité (13) de l'élément d'appui (12) de telle sorte que
- partant de la position de départ, un rabattement de l'élément d'appui (12 ; 112
; 212) autour d'un axe (32 ; 132 ; 232) de l'articulation de rabattement (30 ; 130
; 230) fasse en sorte que le dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240) adopte sa
position finale, et
- partant de la position finale, un rabattement de l'élément d'appui (12 ; 112 ; 212)
autour de l'axe (32 ; 132 ; 232) de l'articulation de rabattement (30 ; 130 ; 230)
fasse en sorte que le dispositif de déplacement (40 ; 140 ; 240) adopte sa position
de départ.