[0001] Die Erfindung betrifft eine Tauchausrüstung, umfassend eine Druckluftquelle, welche
mit einem Atemgerät in Verbindung steht, und eine aufblasbare Weste, über welche ein
Auftrieb austarierbar ist, indem die Weste in einem Normalbetrieb mit der Druckluftquelle
zum Aufblasen oder mit einem Auslass zum Ablassen von Luft verbindbar ist, wobei eine
pneumatische Kontrolleinrichtung mit einem Steuerventil vorgesehen ist, welches die
pneumatische Kontrolleinrichtung im Normalbetrieb in Abhängigkeit eines umliegenden
Wasserdrucks aktiviert, so dass sicherheitsrelevante Parameter über die Kontrolleinrichtung
überwachbar und Notfallmaßnahmen einleitbar sind.
[0002] Moderne Tauchausrüstungen umfassen üblicherweise eine Tarierweste, auch BCD (Buoyancy
Controll device) genannt, welche dabei auch als Traggestell für eine Druckluftflasche
der Tauchausrüstung dient und mit deren Hilfe der Taucher in jeder Tiefe mittels Einblasen
oder Ablassen von Luft genau seinen Auftrieb regulieren und austarieren kann.
[0003] Im Allgemeinen sind dabei in einer Tarierweste mehrere Ventile vorgesehen, welche
zur Steuerung des Einblasens oder Ablassens von Luft in eine Luftblase der Weste und
häufig auch zur Einleitung von Notmaßnahmen vorgesehen sind. Diese Notmaßnahmen werden
beispielsweise im Falle des Unterschreitens einer definierten Druckluftmenge in der
Druckluftflasche oder bei fehlender Atemtätigkeit des Tauchers eingeleitet.
[0004] Aus der
W02007/058615 A1 geht eine Tauchausrüstung hervor, welche sich aus einer Tarierweste und einer Druckluftquelle
in Form einer Druckluftflasche, sowie einer Ventilanordnung zur Steuerung einer Druckluftzufuhr
von der Druckluftflasche zur Tarierweste zusammensetzt. Über die Tarierweste wird
dabei ein Auftrieb eines Tauchers austariert, indem die Weste in einem Normalbetrieb
entweder über die Druckluftflasche aufgeblasen oder Druckluft aus der Weste abgelassen
wird. Die Ventilanordnung umfasst dabei eine pneumatische Kontrolleinrichtung, mittels
welcher von dem Normalbetrieb in einen Notfallbetrieb übergewechselt werden kann.
Zu diesem Zweck weist die pneumatische Kontrolleinrichtung ein Steuerventil auf, welches
in Abhängigkeit eines umliegenden Wasserdrucks eine Aktivierung der Kontrolleinrichtung
vornimmt. Ferner verfügt die pneumatische Kontrolleinrichtung über eine Zeitkontrolleinheit,
welche sich aus einem Membranventil und Verzögerungsmitteln zusammensetzt. Bei Aktivierung
der Kontrolleinrichtung über das Steuerventil wird das Membranventil mit Druckluft
aus der Druckluftflasche beaufschlagt und leitet die Druckluft über eine erste Arbeitsleitung
weiter zu den Verzögerungsmitteln. Wird nun durch den Taucher an dem Atemgerät ein
Atemzug genommen, so wird die zum Membranventil geleitete Druckluft über eine zweite
Arbeitsleitung zu den Verzögerungsmitteln weitergeführt, wobei die Druckzuführung
über die zweite Arbeitsleitung eine Rücksetzung der Verzögerungsmittel bewirkt. Nimmt
der Taucher jedoch über einen, durch die Verzögerungsmittel definierten Zeitraum keinen
Atemzug am Atemgerät, so betätigen die Verzögerungsmittel über eine Steuerleitung
ein Notfallventil, das dabei die Weste mit der Druckluftflasche verbindet und damit
deren Aufblasen erzwingt. In der Folge wird der vermeintlich nicht atmende Taucher
dann an die Wasseroberfläche zurück befördert.
[0005] Ausgehend vom vorstehend beschriebenen Stand der Technik ist es nun die Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, eine Tauchausrüstung zur Verfügung zu stellen, bei welcher
ein ordnungsgemäßer Betrieb sicherheitsrelevanter Funktionen festgestellt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff des Anspruchs 1 in Verbindung mit dessen
kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Die hierauf folgenden, abhängigen Ansprüche geben
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung wieder.
[0007] Gemäß der Erfindung umfasst eine Tauchausrüstung eine Druckluftquelle, welche mit
einem Atemgerät in Verbindung steht, und verfügt zudem über eine aufblasbare Weste,
über welche ein Auftrieb austarierbar ist, indem die Weste im Normalbetrieb mit der
Druckluftquelle zum Aufblasen oder mit einem Auslass zum Ablassen von Luft verbunden
wird. Des Weiteren ist eine pneumatische Kontrolleinrichtung mit einem Steuerventil
vorgesehen, welches die pneumatische Kontrolleinrichtung im Normalbetrieb in Abhängigkeit
eines umliegenden Wasserdrucks aktiviert, so dass sicherheitsrelevante Parameter über
die Kontrolleinrichtung überwacht und gegebenenfalls Notfallmaßnahmen eingeleitet
werden können. Im Sinne der Erfindung erfolgt eine Aktivierung der pneumatischen Kontrolleinrichtung
dabei insbesondere durch das davorliegende Steuerventil, indem durch das Steuerventil
der umliegende Wasserdruck in Relation zu einem Referenzdruck, bevorzugt dem atmosphärischen
Druck, gesetzt und bei Überschreiten des Referenzdrucks die Kontrolleinrichtung mit
der Druckluftquelle verbunden wird.
[0008] Die Erfindung umfasst nun die technische Lehre, dass die pneumatische Kontrolleinrichtung
mit einer Prüfeinrichtung in Verbindung steht, über welche eine Funktionstüchtigkeit
der pneumatischen Kontrolleinrichtung überprüft werden kann. Mit anderen Worten ist
also neben der pneumatischen Kontrolleinrichtung eine weitere Einrichtung der Tauchausrüstung
vorgesehen, über welche eine ordnungsgemäße Funktion der Kontrolleinrichtung festgestellt
und damit die Überwachung der sicherheitsrelevanten Parameter und ein eventuelles
Einleiten von Notfallmaßnahmen gewährleistet werden kann. Eine derartige Ausgestaltung
hat hierbei den Vorteil, dass dem Taucher hierdurch die Möglichkeit gegeben ist, die
ordnungsgemäße Funktion der pneumatischen Kontrolleinrichtung seiner Ausrüstung zu
überwachen, so dass sicherheitskritische Situationen vermieden werden können. Insbesondere
kann hierbei ein ordnungsgemäßer Betrieb einer Atemüberwachungsfunktion der Kontrolleinrichtung
überprüft werden, welche bei ausbleibender Atemtätigkeit nach Ablauf eines durch eine
Zeitkontrolleinheit definierten Zeitfensters Notfallmaßnahmen in Form eines Aufblasens
der Weste einleitet, wodurch der Taucher an die Wasseroberfläche zurückbefördert werden
kann.
[0009] Im Sinne der Erfindung kann die Prüfeinrichtung Funktionselemente für eine Überprüfung
einer Funktionstüchtigkeit der pneumatischen Kontrolleinrichtung im Vorfeld vor einem
Tauchgang, Funktionselemente für die Feststellung eines ordnungsgemäßen Betriebs der
Kontrolleinrichtung während des Tauchens oder aber auch eine Kombination aus beidem
aufweisen.
[0010] Entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Prüfeinrichtung
ein Vorabtestventil, in dessen Grundstellung im Normalbetrieb eine Steuerleitung des
Steuerventils mit dem umliegenden Wasserdruck beaufschlagt ist. Hingegen kann das
Vorabtestventil in einem Testbetrieb in eine Betätigungsstellung überführt werden,
in welcher die Steuerleitung des Steuerventils mit der Druckluftquelle verbunden ist
und damit eine Überführung des Steuerventils in eine Betätigungsstellung erzwungen
wird. In dieser Betätigungsstellung ist dann die pneumatische Kontrolleinrichtung
mit der Druckluftquelle verbunden. Mittels einer derartigen Ausgestaltung ist es möglich,
bereits an der Wasseroberfläche zu überprüfen, ob die pneumatische Kontrolleinrichtung
ordnungsgemäß funktioniert. Denn im Normalbetrieb wird die pneumatische Kontrolleinrichtung
durch das Steuerventil in Abhängigkeit eines umliegenden Wasserdrucks, d.h. erst ab
Erreichen einer definierten Tauchtiefe, aktiviert. Durch das Vorabtestventil kann
diese Tauchtiefenabhängige Aktivierung nun außer Kraft gesetzt werden, indem die Überführung
des Steuerventils in die Betätigungsstellung erzwungen und damit die Kontrolleinrichtung
durch Verbinden mit der Druckluftquelle aktiviert wird.
[0011] In Weiterbildung dieser Ausgestaltung weist das Vorabtestventil ein Betätigungselement
auf, über welches das Vorabtestventil entgegen einem Federelement in die Betätigungsstellung
überführbar ist. Hierdurch kann durch gezielte Betätigung die Testfunktion des Vorabtestventils
gestartet werden. Im Rahmen der Erfindung kann das Betätigungselement hierbei als
Druckknopf, Schalter oder ähnliches ausgeführt sein. Bevorzugt kann das Betätigungselement
dabei allerdings nur über ein korrespondierendes Werkzeug betätigt werden, wodurch
verhindert wird, dass ein ungewolltes Auslösen, beispielsweise beim Transport der
Tauchausrüstung, auftreten kann.
[0012] Gemäß einer alternativen oder auch ergänzenden Variante zu den vorherigen Ausgestaltungen
umfasst die Prüfeinrichtung ein Anzeigenelement, welches mit dem Steuerventil in Verbindung
steht und über welches eine Betätigungsstellung des Steuerventils anzeigbar ist. Dies
hat den Vorteil, dass der Taucher somit unter Wasser oder auch in Kombination mit
dem Vorabtestventil über Wasser erfassen kann, ob sich das Steuerventil in der Betätigungsstellung
befindet. Damit ist dann für den Taucher nachvollziehbar, ob schon eine Aktivierung
der pneumatischen Kontrolleinrichtung erfolgt ist und ob dementsprechend schon sicherheitsrelevante
Funktionen der Tauchausrüstung überwacht werden. Hierbei kann eine entsprechende Überprüfung
auch durch einen Tauchpartner oder Tauchlehrer erfolgen.
[0013] In Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das Anzeigenelement als in einem Zylindergehäuse
verschiebbar geführter Kolben ausgeführt, wobei der Kolben auf einer Stirnseite mit
einer Kolbenstange versehen ist, wohingegen der Kolben auf einer anderen, gegenüberliegenden
Stirnseite über eine Steuerleitung mit Druck beaufschlagbar und in eine Anzeigenstellung
überführbar ist, in welcher die Kolbenstange durch das Zylindergehäuse hindurch ragt.
Die Steuerleitung ist mit einer vom Steuerventil abgehenden Arbeitsleitung verbunden,
welche in der Betätigungsstellung des Steuerventils mit der Druckquelle gekoppelt
ist. Bei einer derartigen Ausgestaltung wird also die zum Zylindergehäuse führende
Steuerleitung mit Druck beaufschlagt, sobald das Steuerventil in die Betätigungsstellung
bewegt worden ist, so dass der Kolben in die Anzeigenstellung verschoben wird und
die Kolbenstange über das Zylindergehäuse vorsteht. In dieser Stellung kann die Kolbenstange
dann durch den Taucher ertastet werden, so dass dieser auch bei schlechter Sicht eine
Aktivierung der pneumatischen Kontrolleinrichtung überprüfen kann.
[0014] Erfindungsgemäß zweigt von dem Zylindergehäuse auf der mit der Kolbenstange versehenen
Stirnseite des Kolbens eine Leitung ab, welche mit der Weste in Verbindung steht.
Hierdurch kann Luft bei Bewegung des Kolbens aus dem Zylindergehäuse in diese Leitung
entweichen, so dass der Kolben mit geringem Widerstand verschoben werden kann.
[0015] Die Erfindung ist nicht auf die angegebene Kombination der Merkmale des Hauptanspruchs
oder der abhängigen Ansprüche beschränkt. Es ergeben sich darüber hinaus Möglichkeiten,
einzelne Merkmale, auch soweit sie aus den Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung
einer Ausführungsform oder unmittelbar aus der Zeichnung hervorgehen, miteinander
zu kombinieren. Die Bezugnahme der Ansprüche auf die Zeichnung durch Verwendung von
Bezugszeichen soll den Schutzumfang der Ansprüche nicht beschränken.
[0016] Weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die Bezug auf die in
der Zeichnung dargestellte Figur nimmt.
[0017] Die einzige Figur zeigt ein Blockschaltbild einer Tauchausrüstung gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung. Diese Tauchausrüstung umfasst hierbei eine Druckluftquelle
1 in Form einer Druckluftflasche, welche einem - vorliegend nicht weiter dargestellten
- Atemgerät Druckluft zuführt, so dass ein Taucher unter Wasser mit Atemluft versorgt
werden kann. Des Weiteren ist eine aufblasbare Weste 2 vorgesehen, die mit einer -
vorliegend ebenfalls nicht weiter dargestellt - Luftblase versehen ist, welche entweder
durch die Druckluftquelle 1 mit Druckluft aufgeblasen oder aus der Luft abgelassen
werden kann. Entsprechend dem Zuführen oder Ablassen von Luft kann über die Weste
2 ein Auftrieb des Tauchers austariert werden, indem durch Zuführen einer entsprechenden
Luftmenge ein Aufsteigen und durch Ablassen von Luft ein Absinken darstellbar ist.
[0018] In einem Normalbetrieb wird das Zuführen und Ablassen von Luft in die Weste 2 hierbei
über zwischenliegende Ventile in Form eines Aufblasventils 3 und eines Ablassventils
4 gesteuert, welche jeweils über ein zugeordnetes Stellelement 5 bzw. 6 durch den
Taucher betätigt werden können, wobei diese Stellelemente 5 und 6 vorliegend jeweils
als Druckknöpfe ausgestaltet sind. Dabei sind sowohl das Aufblasventil 3 als auch
das Ablassventil 4 als 2/2-Wegeventile ausgeführt und werden über eine zugeordnete
Feder in die vorliegend dargestellte Grundstellung vorgespannt, aus welcher sie durch
das jeweils zugehörige Stellelement 5 bzw. 6 in eine Betätigungsstellung bewegt werden
können. Das Aufblasventil 3 verbindet in dieser Betätigungsstellung dann die Druckluftquelle
1 mit der Weste 2, so dass die Weste 2 durch Zuführen von Druckluft aufgeblasen wird.
Hingegen wird bei Betätigung des Stellelements 6 und Überführung des Ablassventils
4 in die Betätigungsstellung die Weste 2 mit einem Mundstück 7 verbunden, über welches
Druckluft aus der Weste 2 in die Umgebung entweichen und damit ein Ablassen von Druckluft
aus der Weste 2 darstellbar ist. Zudem kann über das Mundstück 7 aber auch ein manuelles
Befüllen der Weste 2 im Einzelfall vorgenommen werden. Entsprechend einer Betätigung
der beiden Ventile 3 und 4 kann der Taucher also seinen Auftrieb entsprechend der
Befüllung oder Entleerung der Weste 2 austarieren.
[0019] Des Weiteren verfügt die erfindungsgemäße Tauchausrüstung über eine pneumatische
Kontrolleinrichtung 8, durch welche sicherheitsrelevante Parameter der Tauchausrüstung
überwacht werden und gezielt Notfallmaßnahmen eingeleitet werden können. So überwacht
die Kontrolleinrichtung 8 eine Atemtätigkeit des Tauchers an dem Atemgerät, wobei
bei Ausbleiben einer Atemtätigkeit des Tauchers in einen Notbetrieb übergegangen und
ein Aufblasen der Weste 2 erzwungen wird, so dass der Taucher als Folge des Aufblasens
an die Wasseroberfläche befördert wird. Zu diesem Zweck verfügt die Kontrolleinrichtung
8 über ein Notfallventil 9, welches vorliegend ebenfalls als 2/2-Wegeventil ausgestaltet
ist und in einer Betätigungsstellung die Druckluftquelle 1 direkt mit der Weste 2
verbindet, so dass ein Aufblasen der Weste 2 erfolgt. In der vorliegend dargestellten
Grundstellung des Notfallventils 9 ist diese Verbindung aber unterbrochen, wobei das
Notfallventil 9 durch ein zugehöriges Federelement und durch Druckbeaufschlagung mittels
einer Steuerleitung 10 in diese Grundstellung vorgespannt ist. Die Steuerleitung 10
wird hierbei durch einen Druckanschluss 11 mit dem aktuell umliegenden Wasserdruck
versorgt. Entgegen dem Federelement und der Steuerleitung 10 kann das Notfallventil
9 durch entsprechenden Druck in zwei weiteren Steuerleitungen 12 und 13 in die Betätigungsstellung
verschoben und gehalten werden, wobei die Steuerleitung 12 mit einer Zeitkontrolleinheit
14 in Verbindung steht, während die Steuerleitung 13 mit der Ablaufseite des Notfallventils
9 und der Zuführung zur Weste 2 verbunden ist. Zum Bewegen des Notfallventils 9 in
die Betätigungsstellung muss also ein Druck in der Steuerleitung 12 einen Druck in
der Steuerleitung 10 und einen durch das Federelement hervorgerufenen Druck übersteigen.
Ist das Notfallventil 9 dann einmal in die Betätigungsstellung bewegt, so wird es
durch die Steuerleitung 13 aufgrund des dann zusätzlich über die Steuerleitung 13
einwirkenden Drucks in dieser Position gehalten.
[0020] Durch die Zeitkontrolleinheit 14 wird ein Zeitfenster definiert, nach dessen verstreichen
und bei fehlender Atemtätigkeit des Tauchers die Steuerleitung 12 mit einem zum Öffnen
des Notfallventils 9 geeigneten Druck beaufschlagt wird. Zu diesem Zweck umfasst die
Zeitkontrolleinheit 14 ein Kontrollvolumen 15, welches ab einer Aktivierung der Kontrolleinrichtung
8 kontinuierlich über eine Füllblende 16 mit unter Druck stehender Luft befüllt wird,
wobei das Kontrollvolumen 15 mit der Steuerleitung 12 des Notfallventils 9 verbunden
ist. Ab Erreichen eines bestimmten Drucks im Kontrollvolumen 15 wird dabei ein Betätigungsdruck
dargestellt, welcher in einem Verschieben des Notfallventils 9 in die Betätigungsstellung
resultiert. Ablaufseitig des Kontrollvolumens 15 ist zudem ein Entleerventil 17 vorgesehen,
welches als 2/2-Wegeventil ausgestaltet ist und bei Atemtätigkeit des Tauchers und
einem hiermit einhergehenden Druckabfall in dem mit der Druckluftquelle 1 verbundenen
Leitungssystem aus der dargestellten Grundstellung in eine Betätigungsstellung bewegt
wird. In dieser Betätigungsstellung wird das Kontrollvolumen 15 dann entleert und
der Füllprozess startet von neuem. Dabei kann entsprechend der Wahl eines geeigneten
Volumens des Kontrollvolumens 15 und einer geeigneten Drosselung über die Füllblende
16 ein Zeitbereich definiert werden, nach dessen Ablauf ein Notbetrieb durch die Kontrolleinrichtung
8 durch Ansteuerung des Notfallventils 9 eingeleitet wird.
[0021] Zur Aktivierung verfügt die Kontrolleinrichtung 8 über ein Steuerventil 18, welches
die Kontrolleinrichtung 8 in Abhängigkeit des aktuell umliegenden Wasserdrucks aktiviert.
Zu diesem Zweck ist das Steuerventil 18 im Normalbetrieb zum einen über eine Steuerleitung
19 mit dem Druckanschluss 11 verbunden und wird damit über diese Steuerleitung 19
mit dem umliegenden Wasserdruck beaufschlagt. Zum anderen ist das Steuerventil 18
über eine Referenzleitung 20 mit einem Referenzvolumen 21 gekoppelt, in welchem ein
Referenzdruck, vorliegend der atmosphärische Druck, vorherrscht. Das vorliegend als
2/2-Wegeventil ausgestaltete Steuerventil 18 trennt die dahinterliegende Zeitkontrolleinheit
14 in der dargestellten Grundstellung von einer Zulaufleitung 22 , wobei das Steuerventil
18 dann aber in eine Betätigungsstellung diese Zulaufleitung 22 mit der Zeitkontrolleinheit
14 verbindet, sobald der umliegende Wasserdruck den Druck im Referenzvolumen 21 und
einen durch ein Federelement des Steuerventils 18 dargestellten Druck überschritten
hat. Dabei ist die Zulaufleitung 22 mit der Druckluftquelle 1 verbunden, so dass in
der Betätigungsstellung des Steuerventils 18 Druckluft zur Füllblende 16 der Zeitkontrolleinheit
14 strömt. Folglich wird also die Kontrolleinrichtung 8 ab Erreichen einer definierten
Wassertiefe durch das Steuerventil 18 aktiviert.
[0022] Als Besonderheit umfasst die Tauchausrüstung nun zudem eine Prüfeinrichtung 23, über
welche eine Funktionstüchtigkeit der Kontrolleinrichtung 8 und damit eine ordnungsgemäße
Überwachung sicherheitsrelevanter Parameter der Tauchausrüstung geprüft werden kann.
Diese Prüfeinrichtung 23 weist dabei ein Vorabtestventil 24 auf, das vorliegend als
3/2-Wegeventil ausgeführt ist und im Normalbetrieb in der dargestellten Grundstellung
die Steuerleitung 19 des Steuerventil 18 mit dem den umliegenden Wasserdruck führenden
Druckanschluss 11 verbindet. Dementsprechend wird in der Grundstellung des Vorabtestventils
24, wie schon vorstehend beschrieben, über das Steuerventil 18 eine Aktivierung der
Kontrolleinrichtung 8 bei Überschreiten des Drucks in dem Referenzvolumen 21 durch
den umliegenden Wasserdruck vorgenommen. Über ein Betätigungselement 25 in Form eines
Druckknopfes kann das Vorabtestventil 24 zudem aber gezielt entgegen einem Federelement
in eine Betätigungsstellung überführt und damit ein Testbetrieb eingeleitet werden,
in welchem die Steuerleitung 19 des Steuerventils 18 durch das Vorabtestventil 24
mit einer Druckleitung 26 verbunden wird. Diese Druckleitung 26 ist mit der Druckluftquelle
1 gekoppelt, so dass das Steuerventil 18 steuerseitig mit Druckluft beaufschlagt und
damit eine Bewegung des Steuerventils 18 in die Betätigungsstellung erzwungen wird.
In der Folge wird die Kontrolleinrichtung 8 aktiviert, so dass die Atemüberwachungsfunktion
der Kontrolleirichtung 8 unabhängig von der Wassertiefe startet. Somit kann der Taucher
durch Betätigen des Betätigungselements 25 schon vor dem Tauchgang überprüfen, ob
die Kontrolleinrichtung 8 und insbesondere die Atemüberwachungsfunktion mit der Zeitkontrolleinheit
14 ordnungsgemäß arbeiten.
[0023] Vorliegend ist das Betätigungselement 25 als normaler Druckknopf ausgeführt. Im Sinne
der Erfindung kann das Betätigungselement 25 allerdings auch derart ausgestaltet sein,
dass dessen Betätigung nur über ein hierzu korrespondierendes Werkzeug möglich ist.
Hierdurch kann verhindert werden, dass das Vorabtestventil 25 unbeabsichtigt betätigt
wird, beispielsweise beim Transport der Tauchausrüstung, und es in der Folge zu einer
ungewollten Aktivierung der Atemüberwachungsfunktion der Kontrolleinrichtung 8 kommt.
[0024] Wie des Weiteren aus der einzigen Figur ersichtlich ist, verfügt die Prüfeinrichtung
23 zudem über ein Anzeigenelement 27, welches durch einen in einem Zylindergehäuse
28 verschiebbar geführten Kolben 29 gebildet ist. Der Kolben 29 ist dabei an einer
Stirnseite mit einer Kolbenstange 30 versehen, die an einem dem Kolben 29 abgewandten
Ende in einer - vorliegend nicht weiter dargestellten - Durchgangsbohrung des Zylindergehäuses
28 geführt ist und je nach Stellung des Kolbens 29 im Zylindergehäuse 28 dabei durch
das Zylindergehäuse 28 hindurch ragt. Zudem ist der Kolben 29 über ein Federelement
in die aus der einzigen Figur ersichtliche Grundstellung vorgespannt.
[0025] Auf einer der Kolbenstange 30 abgewandten Seite des Kolbens 29 mündet eine Steuerleitung
31 in das Zylindergehäuse 28 ein, welche von einer vom Steuerventil 18 abgehenden
und zur Füllblende 16 führenden Arbeitsleitung abzweigt. Über diese Steuerleitung
31 wird der Kolben 29 in der Betätigungsstellung des Steuerventils 18 und einem damit
verbundenen Strömen von Druckluft über das Steuerventil 18 mit Druck beaufschlagt
und in der Folge entgegen dem Federelement aus der dargestellten Stellung in eine
Anzeigenstellung bewegt, in welcher die Kolbenstange 30 dann außenseitig über das
Zylindergehäuse 28 vorsteht. Dementsprechend kann der Taucher während des Tauchens
und auch bei schlechten Sichtverhältnissen unter Wasser ertasten, dass die Kontrolleinrichtung
8 über das Steuerventil 18 aktiviert wurde.
[0026] Ferner zweigt von dem Zylindergehäuse 28 auf Seiten der Kolbenstange 30 eine weitere
Leitung 32 ab, die in eine von der Weste 2 zum Ablassventil 4 führende Verbindungsleitung
33 einmündet. Über diese Leitung 32 kann Luft bei Bewegung des Kolbens 29 aus dem
Zylindergehäuse 28 entweichen, so dass der Kolben 29 mit geringem Widerstand verschoben
werden kann.
[0027] Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung einer Tauchausrüstung ist es möglich,
eine ordnungsgemäße Funktion einer pneumatischen Kontrolleinrichtung 8 vor bzw. während
des Tauchvorganges zu überprüfen und damit die Sicherheit zu erhöhen.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Druckluftquelle
- 2
- Weste
- 3
- Aufblasventil
- 4
- Ablassventil
- 5
- Stellelement
- 6
- Stellelement
- 7
- Mundstück
- 8
- Kontrolleinrichtung
- 9
- Notfallventil
- 10
- Steuerleitung
- 11
- Druckanschluss
- 12
- Steuerleitung
- 13
- Steuerleitung
- 14
- Zeitkontrolleinheit
- 15
- Kontrollvolumen
- 16
- Füllblende
- 17
- Entleerventil
- 18
- Steuerventil
- 19
- Steuerleitung
- 20
- Referenzleitung
- 21
- Referenzvolumen
- 22
- Zulaufleitung
- 23
- Prüfeinrichtung
- 24
- Vorabtestventil
- 25
- Betätigungselement
- 26
- Druckleitung
- 27
- Anzeigenelement
- 28
- Zylindergehäuse
- 29
- Kolben
- 30
- Kolbenstange
- 31
- Steuerleitung
- 32
- Leitung
- 33
- Verbindungsleitung
1. Tauchausrüstung, umfassend eine Druckluftquelle (1), welche mit einem Atemgerät in
Verbindung steht, und eine aufblasbare Weste (2), über welche ein Auftrieb austarierbar
ist, indem die Weste (2) in einem Normalbetrieb mit der Druckluftquelle (1) zum Aufblasen
oder mit einem Auslass zum Ablassen von Luft verbindbar ist, wobei eine pneumatische
Kontrolleinrichtung (8) mit einem Steuerventil (18) vorgesehen ist, welches die pneumatische
Kontrolleinrichtung (8) im Normalbetrieb in Abhängigkeit eines umliegenden Wasserdrucks
aktiviert, so dass sicherheitsrelevante Parameter über die Kontrolleinrichtung (8)
überwachbar und Notfallmaßnahmen einleitbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die pneumatische Kontrolleinrichtung (8) mit einer Prüfeinrichtung (23) in Verbindung
steht, über welche eine Funktionstüchtigkeit der pneumatischen Kontrolleinrichtung
(8) überprüfbar ist.
2. Tauchausrüstung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfeinrichtung (23) ein Vorabtestventil (24) umfasst, in dessen Grundstellung
im Normalbetrieb eine Steuerleitung (19) des Steuerventils (18) mit dem umliegenden
Wasserdruck beaufschlagt ist, wohingegen das Vorabtestventil (24) in einem Testbetrieb
in eine Betätigungsstellung überführbar ist, in welcher die Steuerleitung (19) des
Steuerventils (18) mit der Druckluftquelle (1) verbunden und damit eine Überführung
des Steuerventils (18) in eine Betätigungsstellung erzwungen ist, in welcher die pneumatische
Kontrolleinrichtung (8) durch Verbinden mit der Druckluftquelle (1) aktiviert ist.
3. Tauchausrüstung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Vorabtestventil (24) ein Betätigungselement (25) aufweist, über welches das Vorabtestventil
(24) entgegen einem Federelement in die Betätigungsstellung überführbar ist.
4. Tauchausrüstung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (25) nur über ein korrespondierendes Werkzeug betätigbar ist.
5. Tauchausrüstung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfeinrichtung (23) ein Anzeigenelement (27) umfasst, welches mit dem Steuerventil
(18) in Verbindung steht und über welches eine Betätigungsstellung des Steuerventils
(18) anzeigbar ist.
6. Tauchausrüstung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Anzeigenelement (27) als in einem Zylindergehäuse (28) verschiebbar geführter
Kolben (29) ausgeführt ist, wobei der Kolben (29) auf einer Stirnseite mit einer Kolbenstange
(30) versehen ist, wohingegen der Kolben (29) auf einer anderen, gegenüberliegenden
Stirnseite über eine Steuerleitung (31) mit Druck beaufschlagbar und in eine Anzeigestellung
überführbar ist, in welcher die Kolbenstange (30) durch das Zylindergehäuse (28) hindurch
ragt, wobei die Steuerleitung (31) mit einer vom Steuerventil (18) abgehenden Arbeitsleitung
verbunden ist, welche in der Betätigungsstellung des Steuerventils (18) mit der Druckquelle
(1) gekoppelt ist.
7. Tauchausrüstung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass von dem Zylindergehäuse (28) auf der mit der Kolbenstange (30) versehenen Stirnseite
des Kolbens (29) eine Leitung (32) abzweigt, welche mit der Weste (2) in Verbindung
steht.