[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schwingungsdämpfer zur Dämpfung einer Schwingung
einer schwingungsfähigen Struktur, insbesondere eines Krans.
[0002] Schlecht gedämpfte Eigenfrequenzen können bei Maschinen dazu führen, dass diese nur
mit eingeschränkter Produktivität arbeiten können oder gar keine Bearbeitung möglich
ist, da die Maschinen instabil werden.
[0003] Bei Containerkränen, die zum Be- und Entladen von Containerschiffen eingesetzt werden,
regt beispielsweise die Verfahrbewegung der Laufkatze die Kranstruktur zu einer Schwingung
in Laufkatzenfahrtrichtung an. Die Schwingungsamplitude kann in Abhängigkeit von der
Bauart und der Größe des Krans bis zu einem Meter betragen. Da die Toleranzen bei
der Aufnahme und dem Absetzen von Containern meist nur im Bereich weniger Millimeter
liegen, muss der Kranführer stets abwarten, bis die Schwingung der Kranstruktur entsprechend
abgeklungen ist. Dieses Warten beim Containerumschlag kostet viel Zeit und verursacht
unerwünscht hohe Kosten.
[0004] Eine Möglichkeit, die Schwingung einer Kranstruktur zu verringern, besteht darin,
das Kranportal steifer auszulegen, was mit hohem Aufwand und Materialeinsatz einhergeht.
Darüber hinaus ist eine ausreichende Versteifung der Kranstruktur aufgrund baulicher
Muss-Kriterien häufig nicht möglich, da beispielsweise bestimmte Vorgaben an die Spurbreite,
die Querschnittsflächen, die Durchfahrtshöhe oder andere Merkmale des Krans erfüllt
sein müssen.
[0005] Alternativ oder zusätzlich zu einer konstruktiven Versteifung der Kranstruktur ist
es bekannt, so genannter passiver Schwingungstilger einzusetzen. Derartige Schwingungstilger
umfassen normalerweise einen Dämpfer mit Federelementen und weisen als zentrales Wirkelement
eine Schwingmasse auf, die nachfolgend als Dämpfermasse bezeichnet wird. Die Dämpfermasse
ist dabei derart mit der zu dämpfenden Kranstruktur gekoppelt, das sie gegenläufig
zur Kranstruktur schwingt. Zur Erzielung einer effektiven Tilgerwirkung muss das Gewicht
der Dämpfermasse allerdings sehr hoch sein. Im Einzelfall beträgt das Gewicht bis
zu 60 Tonnen.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
einen Schwingungsdämpfer der eingangs genannten Art mit alternativem Aufbau zu schaffen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schafft die vorliegende Erfindung einen Schwingungsdämpfer
der eingangs genannten Art mit einer Sensoreinrichtung zum Erfassen einer Schwingungsbewegung
der Struktur, einem an der schwingungsfähigen Struktur montierbaren Linearmotor, der
eine Linearführung und einen entlang dieser Linearführung auf Rädern hin und her bewegbaren,
eine Dämpfermasse bewegenden Linearmotorwagen aufweist, einem Messsystem zur Erfassung
der Ist-Geschwindigkeit und Ist-Position des Linearmotorwagens und einer Regeleinrichtung,
deren Messgrößeneingang mit der Sensoreinrichtung verbunden ist und deren Stellgrößenausgang
mit dem Linearmotor verbunden ist.
[0008] Das grundsätzliche Funktionsprinzip des erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers besteht
darin, dass durch die Bewegung des an einer schwingungsfähigen Struktur befestigten
Linearmotors eine gleich große, der Bewegungsrichtung der Dämpfermasse entgegengesetzt
gerichtete Kraft in die schwingungsfähige Struktur eingeleitet wird, die zur Dämpfung
der über die Sensoreinrichtung erfassten Strukturschwingungsbewegung genutzt wird.
Die Regelung des Linearmotors erfolgt dabei basierend auf den vom Messsystem erfassten
Daten bezüglich der Geschwindigkeit und Lage des Linearmotorwagens. Ein wesentlicher
Vorteil eines solchen aktiven Schwingungsdämpfers gegenüber den eingangs genannten
passiven Schwingungsdämpfern besteht darin, dass die Dämpfermasse wesentlich geringer
ist. Darüber hinaus lassen sich die Dämpfungseigenschaften eines solchen aktiven Schwingungsdämpfers
problemlos an unterschiedlichste Randbedingungen anpassen, weshalb ein solcher Schwingungsdämpfer
auch mit geringem Aufwand und wenig Kosten nachgerüstet werden kann.
[0009] Aufgrund der Tatsache, dass der Linearmotorwagen auf Rädern entlang der Linearführung
des Linearmotors hin und her bewegt wird, kann es zum Gieren und gegebenenfalls auch
zum Kippen des Linearmotorwagens kommen. Deshalb sollte das Messsystem derart ausgebildet
sein, dass nur die Position des Linearmotorwagens in Bewegungsrichtung gemessen wird,
also in Erstreckungsrichtung der Linearführung, und dass es auf Bewegungen in den
anderen Richtungen nicht reagiert, um eine fehlerhafte Messwagenpositionserfassung
zu verhindern.
[0010] Gemäß einer Variante der vorliegenden Erfindung weist das Messsystem einen entlang
der Linearführung hin und her bewegbaren separaten Messwagen, eine parallel zur Linearführung
des Linearmotors angeordnete Führungsschiene mit integriertem Maßband und einen entlang
der Führungsschiene geführten und an dem Messwagen befestigten Abtastkopf auf, wobei
der Messwagen über eine in Bewegungsrichtung des Messwagens starr und quer zur Bewegungsrichtung
des Messwagens elastisch ausgebildete Kopplung an dem Linearmotorwagen befestigt ist.
Mit anderen Worten wird also das Messsystem an einem nicht gierenden separaten Messwagen
angeordnet, der mit dem Linearmotorwagen derart gekoppelt ist, dass zwar Kräfte in
Bewegungsrichtung des Messwagens, nicht aber in Querrichtung übertragen werden können.
Entsprechend kann sich ein Gieren des Linearmotorwagens nicht negativ auf die Messergebnisse
des Messsystems auswirken.
[0011] Die elastische Kopplung weist gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
einen elastischen Stab auf. Der Stabdurchmesser und die Stablänge sind in Abhängigkeit
von dem Stabmaterial derart dimensioniert, dass er Kräfte in seiner Erstreckungsrichtung
überträgt, wohingegen er in den anderen Richtungen hinreichend elastisch ist, um Querkräfte
zu kompensieren, so dass diese nicht auf das Messsystem übertragen werden.
[0012] Gemäß einer Variante der vorliegenden Erfindung weist das Messsystem zumindest einen
mit einer Riemenscheibe versehenen und an dem Linearmotorwagen gehaltenen Drehgeber
und einen sich parallel zur Linearführung des Linearmotors erstreckenden, beidseitig
fest eingespannten und um die Riemenscheibe geführten Riemen auf. Durch die Umlenkung
des Riemens über den Drehgeber erfasst dieser bei einer Bewegung des Linearmotorwagens
dessen Position, und zwar unabhängig von Gierbewegungen des Linearmotorwagens. Vorteilhaft
sind am Linearmotorwagen beidseitig Drehgeber und Riemen vorgesehen, wodurch eine
sehr stabile Anordnung erzeugt und eine Gierbewegung unterdrückt wird.
[0013] Der Drehgeber ist vorteilhaft als optischer Servomotor-Geber mit 2.048 Strichen ausgeführt.
[0014] Bevorzugt weist das Messsystem Riemenspannmittel auf, insbesondere in Form von Umlenkrollen.
Mit derartigen Riemenspannmitteln wird sichergestellt, dass der Riemen stets die für
die ordnungsgemäße Funktionsweise des Messsystems erforderliche Spannung aufweist.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung weist der Riemen ein magnetisches
Material auf, das mit einem magnetischen, sich unterhalb des Riemens erstreckenden
Magnetniederhalter derart zusammenwirkt, dass der Niederhalter den Riemen magnetisch
anzieht. Mit anderen Worten wird der Riemen vom Niederhalter stets nach unten gezogen,
wodurch unnötige Riemenschwingungen verhindert werden. Dies ist auch dahingehend vorteilhaft,
dass sehr lange Riemenlängen realisierbar sind.
[0016] Bevorzugt ist der Niederhalter als permanentmagnetischer Niederhalter ausgeführt,
wodurch sich ein einfacher Aufbau ergibt.
[0017] Das magnetische Material kann beispielsweise in Form einer Stahlseele in dem Riemen
integriert sein.
[0018] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sind die Räder des Linearmotorwagens
als Laufrollen ausgebildet, wobei jede Laufrolle zumindest einseitig mit einer Seitenführung
versehen ist. Die Seitenführung sollte auf derjenigen Seite vorgesehen sein, die zum
riemengetriebenen Drehgeber weist.
[0019] Ferner schafft die vorliegende Erfindung eine schwingungsfähige Struktur mit zumindest
einem Schwingungsdämpfer der zuvor beschriebenen Art.
[0020] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen erfindungsgemäßer Schwingungsdämpfer unter
Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung deutlich. Darin ist
Figur 1 eine schematische Draufsicht eines Schwingungsdämpfers gemäß einer ersten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 2 eine schematische Seitenansicht eines Schwingungsdämpfers gemäß einer zweiten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 3 eine Vorderansicht des in Figur 2 dargestellten Schwingungsdämpfers und
Figur 4 eine schematische Seitenansicht der schwingungsfähigen Struktur, anhand der
das Grundprinzip eines erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfers erläutert wird.
[0021] Figur 1 zeigt in Draufsicht einen Schwingungsdämpfer 10 gemäß einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, der zur Dämpfung einer Schwingung einer schwingungsfähigen
Struktur dient. Der Schwingungsdämpfer 10 umfasst eine in Figur 1 nicht näher dargestellte
Sensoreinrichtung zum Erfassen einer Schwingungsbewegung der Struktur. Ferner ist
ein an der schwingungsfähigen Struktur montierbarer Linearmotor 12 vorgesehen, der
eine schienenartig ausgebildete Linearführung 14, die durch zwei Schienen 14a und
14b gebildet wird, und einen entlang dieser Linearführung 14 auf Rädern 16 hin und
her bewegbaren, eine Dämpfermasse bewegenden Linearmotorwagen 18 aufweist. Weitere
Komponenten des Schwingungsdämpfers 10 bilden ein Messsystem 20 zur Erfassung der
Ist-Geschwindigkeit und der Ist-Position des Linearmotorwagens 18 und eine in Figur
1 nicht näher dargestellte Regeleinrichtung, deren Messgrößeneingang mit der Sensoreinrichtung
verbunden ist und deren Stellgrößenausgang mit dem Linearmotor 12 verbunden ist, wie
es nachfolgend unter Bezugnahme auf Figur 4 noch näher erläutert wird.
[0022] Das Messsystem 20 umfasst einen entlang der Linearführung 14 hin und her bewegbaren
separaten Messwagen 22 mit integrierter Messelektronik. Ferner weist das Messsystem
20 eine parallel zur Linearführung 14 des Linearmotors 12 angeordnete Führungsschiene
24 mit integriertem Maßband auf. Entlang der Führungsschiene 24 ist ein an dem Messwagen
22 befestigter Abtastkopf 26 geführt, der Positionsinformationen basierend auf dem
in der Führungsschiene 24 integrierten Maßband erfasst.
[0023] Der Messwagen 22 und der Linearmotorwagen 18 sind über eine Kopplung 28 fest miteinander
verbunden. Die Kopplung 28, die vorliegend durch einen elastischen Stab gebildet wird,
ist derart beschaffen, dass sie in Bewegungsrichtung des Messwagens 22 starr und quer
zur Bewegungsrichtung des Messwagens 22 elastisch ausgebildet ist. Entsprechend überträgt
die Kopplung 28 nur Kräfte in Bewegungsrichtung des Messwagens 22 bzw. in Erstreckungsrichtung
des Linearmotors 12. Querkräfte hingegen, die beispielsweise durch eine Gierbewegung
des Linearmotorwagens 18 entstehen, werden nicht übertragen, so dass sie das Messergebnis
des Messsystems 20 nicht negativ beeinträchtigen können.
[0024] Die Figuren 2 und 3 zeigen einen Schwingungsdämpfer 30 gemäß einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, der zur Dämpfung einer Schwingung einer schwingungsfähigen
Struktur dient. Der Schwingungsdämpfer 30 umfasst eine in den Figuren 2 und 3 nicht
näher dargestellte Sensoreinrichtung zum Erfassen einer Schwingungsbewegung der Struktur
und einen an der schwingungsfähigen Struktur montierbaren Linearmotor 32, der eine
schienenartig ausgebildete Linearführung 34 und einen entlang dieser Linearführung
34 auf Rädern 36 hin und her bewegbaren, eine Dämpfermasse bewegenden Linearmotorwagen
38 aufweist. Ferner sind ein Messsystem 40 zur Erfassung der Ist-Geschwindigkeit und
der Ist-Position des Linearmotorwagens 38 und eine in den Figuren 3 und 4 nicht näher
dargestellte Regeleinrichtung vorgesehen, deren Messgrößeneingang mit der Sensoreinrichtung
verbunden ist und deren Stellgrößenausgang mit dem Linearmotor 32 verbunden ist, was
nachfolgend ebenfalls unter Bezugnahme auf Figur 4 noch näher erläutert wird.
[0025] Das Messsystem 40 weist einen mit einer Riemenscheibe 42 versehenen und an dem Linearmotorwagen
38 gehaltenen Drehgeber 44 und einen sich parallel zur Linearführung 34 des Linearmotors
32 erstreckenden, an den Endbereichen 46 und 48 der Linearführung 34 fest eingespannten
und um die Riemenscheibe 42 geführten Riemen 50 auf. Der Drehgeber 44 ist als optischer
Servomotor-Geber mit 2.048 Strichen ausgeführt.
[0026] Zum Spannen des Riemens 50 sind an dem Linearmotorwagen 38 zwei Umlenkrollen 52 und
54 befestigt, um die der Riemen 50 geführt ist. Unterhalb des Riemens 50 erstreckt
sich entlang der Linearführung 34 des Linearmotors 32 ein Niederhalter 56, der durch
eine Vielzahl permanentmagnetischer Niederhalterelemente 58 gebildet wird. Der Niederhalter
56 wirkt magnetisch mit einer in den Riemen 50 integrierten, nicht näher dargestellten
Stahlseele derart zusammen, dass der Riemen 50 in Richtung des Niederhalters 56 gezogen
wird. Auf diese Weise wird ein Flattern des Riemens 50 selbst bei großen Riemenlängen
sicher verhindert. Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Funktionsweise ist ferner
eine Drehmomentstütze 60 vorgesehen.
[0027] Der in den Figuren 2 und 3 dargestellte Schwingungsdämpfer 30 zeichnet sich dadurch
aus, dass sich Gierbewegungen des Linearmotorwagens 38 dank des riemengetriebenen
Drehgebers 44 nicht negativ auf die Erfassung der Ist-Position des Linearmotorwagens
38 durch das Messsystem 40 auswirken.
[0028] Figur 4 zeigt eine schwingungsfähige Struktur 70 in Form eines Krans mit einem Krangestell
72 und einem an dem Krangestell 72 gehaltenen, mit einem Ausgleichsgewicht 74 versehenen
Ausleger 76. Entlang des Auslegers 76 ist eine Laufkatze 78 hin und her bewegbar,
die einen Greifer 80 zum Greifen eines Containers 82 hält. Durch die Bewegung der
Laufkatze 78 entlang des Auslegers 76 wird der Kran zu einer Schwingung in Laufkatzenbewegungsrichtung
angeregt. Zur Dämpfung dieser Schwingung ist an dem Kran 70 ein erfindungsgemäßer
Schwingungsdämpfer angeordnet, bei dem es sich wahlweise um den in Figur 1 gezeigten
Schwingungsdämpfer 10 oder um den in den Figuren 2 und 3 gezeigten Schwingungsdämpfer
30 handelt. Die Sensoreinrichtung 84 des Schwingungsdämpfers 10, 30 ist am Krangestell
derart montiert, dass sie die durch die Bewegung der Laufkatze 78 angeregte Schwingung
des Krans 70 erfasst. An der Oberseite des Auslegers 76 ist der die Dämpfermasse 86
bewegende Linearmotor 12, 32 befestigt, dessen Linearführung 14, 34 sich entlang eines
Teilbereichs des Auslegers 76 erstreckt. Der Messgrößeneingang der Regelungseinrichtung
88 des Schwingungsdämpfers 10, 30 ist über einen Filter 90 mit der Sensoreinrichtung
84 verbunden. Ein Stellgrößenausgang der Regelungseinrichtung 88 ist mit dem Linearmotor
12, 32 verbunden und dient zur Übermittlung eines Geschwindigkeitssollwerts V
M an einen in den Linearmotor 12, 32 integrierten Geschwindigkeitsregler. Der Filter
90 ist auf ein Schwingungsfrequenzspektrum des Krans 70 abgestimmt und dient zur Aufbereitung
der durch die Sensoreinrichtung 84 erfassten Messsignale.
[0029] Wird durch die Bewegung der Laufkatze 78 entlang des Auslegers 76 eine Schwingung
des Krans 70 in Bewegungsrichtung der Laufkatze 78 angeregt, so wird diese durch die
Sensoreinrichtung 84 erfasst. Basierend auf dem Signal der Sensoreinrichtung 84 und
auf der von dem Messsystem 20, 40 des Schwingungsdämpfers 10, 30 erfassten Ist-Position
des Linearmotorwagens 18, 38 ermittelt die Regelungseinrichtung 88 dann ein Ansteuersignal
für den Linearmotor 12, 32, der daraufhin die Dämpfermasse 86 derart bewegt, dass
eine der Schwingungsbewegung des Krans 70 entgegenwirkende Kompensationskraft über
den Ausleger 76 in den Kran 70 eingeleitet wird, was zur Dämpfung der Schwingungsbewegung
führt. Gierbewegungen des Linearmotorwagens 18, 38 bleiben bei der Erfassung der Ist-Geschwindigkeit
und der Ist-Position des Linearmotorwagens 18, 38 dank der Ausbildung der Messsysteme
20 und 40 unberücksichtigt.
[0030] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Schwingungsdämpfer (10; 30) zur Dämpfung einer Schwingung einer schwingungsfähigen
Struktur (70), insbesondere eines Krans, mit einer Sensoreinrichtung (84) zum Erfassen
einer Schwingungsbewegung der Struktur (70), einem an der schwingungsfähigen Struktur
(70) montierbaren Linearmotor (12; 32), der eine Linearführung (14; 34) und einen
entlang dieser Linearführung (14; 34) auf Rädern (16; 36) hin und her bewegbaren,
eine Dämpfermasse (86) bewegenden Linearmotorwagen (18; 38) aufweist, einem Messsystem
(20; 40) zur Erfassung der Ist-Geschwindigkeit und der Ist-Position des Linearmotorwagens
(18; 38) und einer Regeleinrichtung (88), deren Messgrößeneingang mit der Sensoreinrichtung
(84) verbunden ist und deren Stellgrößenausgang mit dem Linearmotor (12; 32) verbunden
ist.
2. Schwingungsdämpfer (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Messsystem (20) einen entlang der Linearführung (14) hin und her bewegbaren separaten
Messwagen (22), eine parallel zur Linearführung (14) des Linearmotors (12) angeordnete
Führungsschiene (24) mit integriertem Maßband und einen entlang der Führungsschiene
(24) geführten und an dem Messwagen (22) befestigten Abtastkopf (26) aufweist, wobei
der Messwagen (22) über eine in Bewegungsrichtung des Messwagens (22) starr und quer
zur Bewegungsrichtung des Messwagens (22) elastisch ausgebildete Kopplung (28) an
dem Linearmotorwagen (18) befestigt ist.
3. Schwingungsdämpfer (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elastische Kopplung (28) einen elastischen Stab aufweist.
4. Schwingungsdämpfer (30) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Messsystem (40) zumindest einen mit einer Riemenscheibe (42) versehenen und an
dem Linearmotorwagen (38) gehaltenen Drehgeber (44) und zumindest einen sich parallel
zur Linearführung (34) des Linearmotors (32) erstreckenden, beidseitig fest eingespannten
und um die Riemenscheibe (42) geführten Riemen (50) aufweist.
5. Schwingungsdämpfer (30) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Drehgeber (44) als optischer Servomotor-Geber mit 2048 Strichen ausgeführt ist.
6. Schwingungsdämpfer (30) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Messsystem (40) Riemenspannmittel aufweist, insbesondere in Form von Umlenkrollen
(52, 54).
7. Schwingungsdämpfer (30) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Riemen (50) ein magnetisches Material aufweist, das mit einem magnetischen, sich
unterhalb des Riemens (50) erstreckenden Niederhalter (56) derart zusammenwirkt, dass
der Niederhalter (56) den Riemen magnetisch anzieht.
8. Schwingungsdämpfer (30) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Niederhalter (56) als permanentmagnetischer Niederhalter ausgeführt ist.
9. Schwingungsdämpfer (30) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das magnetische Material in Form einer Stahlseele in dem Riemen (50) integriert ist.
10. Schwingungsdämpfer (10; 30) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Räder (16; 36) des Linearmotorwagens (18; 38) als Laufrollen ausgebildet sind,
wobei jede Laufrolle zumindest einseitig mit einer Seitenführung versehen ist.
11. Schwingungsfähige Struktur (70) mit zumindest einem Schwingungsdämpfer (10; 30) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche.