[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verwendung einer Zeitungsdruckmaschine gemäß
den Merkmalen des Anspruches 1.
[0002] In der
DE 10 2005 015 197 A1 ist ein Druckturm einer Zeitungsdruckmaschine offenbart, welcher für den Zeitungsdruck
mit Druckwerken im Trockenoffset ausgebildet ist. Die Druckwerke weisen in einer Ausführung
einzügige Walzenfarbwerk mit Dosierpumpeinrichtung auf. Hierbei sind die Formzylinder
vorzugsweise gekühlt und/oder auf einer konstanten Temperatur gehalten, um bei wechselnden
Betriebsbedingungen während des Druckens ein Tonen zu vermeiden. Auch für die Reibzylinder
des Farbwerks ist vorzugsweise eine Temperierung vorgesehen, wobei die Temperierung
vorzugsweise jeweils von innen mittels eines geeigneten Fluids derart erfolgt, dass
die Mantelfläche der Reibzylinder beispielsweise im Temperaturbereich zwischen 22°C
und 40°C gehalten und die Mantelfläche der Formzylinder im Temperaturbereich z. B
zwischen 20°C und 30°C gehalten wird. Für ein störungsfreies Drucken sei eine Zügigkeit
mit einem Tackwert zwischen 2 und 16, z. B. zwischen 6 und 9,5, insbesondere zwischen
7 und 8,5 anzustreben, wobei die Werte von der jeweiligen Prüfeinrichtung abhängen.
Die Zügigkeit kann durch Prüfeinrichtungen wie z. B einen Inkomat oder einen Tackomat
der Fa. Prüfbau ermittelt werden.
[0003] Ein derartiger Bereich für die Zügigkeit zwischen 6 und 9,5, insbesondere zwischen
7 und 8,5, wird auch in der
WO 03/045694 A1 im Zusammenhang mit einem Farbwerk eines Zeitungspapier bedruckenden Druckwerks offenbart,
wobei die Farbe von einer Farbversorgung über eine Rasterwalze dem Formzylinder zugeführt
wird.
[0004] Die
WO 2005/097504 A2 offenbart eine Vielzahl modular zusammen gestellter Drucktürme, wobei in einigen
Ausführungen die Druckwerke des Druckturms als wasserlos arbeitende Offsetdruckwerke
für den Zeitungsdruck ausgeführt sind. In unterschiedlichen Varianten können Farbwerksmodule
vorgesehen sein, welche als Kurzfarbwerk, als einzügiges Walzenfarbwerk oder als zweizügiges
Walzenfarbwerk ausgebildet sind. U. a. ist in einer Variante gemäß Fig. 8 ein teibarer
Druckturm für den Zeitungsdruck mit Druckwerken im Trockenoffset offenbart, welche
ein einzügiges Walzenfarbwerk aufweisen. Drei von vier Zylindern der Doppeldruckwerke
sind vorzugsweise zwecks Druck-An-/Ab-Stellens in Linearlagern linear stellbar gelagert.
[0005] Durch die
WO 2006/072558 A1 ist eine Drucktürme aufweisende Druckmaschine zum wasserlosen Bedrucken von un- oder
leichtgestrichenem Zeitungspapier bekannt, wobei die Druckwerke mit Rasterwalzen aufweisenden
Kurzfarbwerken ausgebildet sind. Zur Farbflusssteuerung sind die Rasterwalzen jeweils
einzeln über innere Temperierkreisläufe temperierbar, welche aus Versorgungskreisläufen
gespeist werden können. Die Formzylinder des Druckturms können einzeln, paarweise
oder in größeren Gruppen durch ebenfalls aus Versorgungskreisläufen speisbare Temperierkreisläufe
temperiert werden.
[0006] In der
WO 2009/097912 A1 ist ein Druckturm einer Druckmaschine offenbart, wobei das Druckwerk mit einer Breite
von mindestens zwei stehenden Zeitungsseiten und das Farbwerk als kurzes zweizügiges
Walzenfarbwerk mit einem feuchtwerksnahen und einem feuchtwerksfernen Reibzylinder
in zwei parallelen Walzenzügen ausgebildet ist.
[0007] Die
DE 10 2008 064 635 A1 offenbart eine Druckmaschinenanlage mit einem Rasterwalzen aufweisenden Druckturm
einer ersten Maschine für den wasserlosen Druck zum Bedrucken von wahlweise Zeitungspapier
oder höherwertigem Papier. Ein Druckturm einer zweiten, Zeitungspapier bedruckenden
Maschinenlinie ist konventionell mit Walzenfarbwerken und Feuchtwerken ausgebildet,
wobei aus beiden Maschinen stammende Bahnen bzw. Teilbahnen auf einen gemeinsamen
Trichteraufbau führbar sind. Die in den Rasterwalzen aufweisenden Trockenoffsetdruckwerken
verwendete Druckfarbe weist bei 25° z. B. eine Viskosität von mindestens 120 Pa*s,
insbesondere mindestens 150 Pa*s auf.
[0008] Die
EP 0 652 104 A1 offenbart eine wasserlose I-Druckeinheit einer Illustrationsdruckmaschine, wobei
die beiden Übertragungszylinder der Druckeinheit durch einen Temperierkreis, die beiden
Formzylinder der Druckeinheit durch einen Temperierkreis, die Reibzylinder des Doppeldruckwerks
durch einen Temperierkreis und die Farbkastenwalzen durch einen Temperierkreis temperierbar
sind. Im jeweiligen Temperierkreis wird eine Temperaturregelung der zu temperierenden
Bauteile dadurch geregelt, dass der Umlaufende Volumenstrom variiert wird. Die Druckform
wird hier auf etwa 28 bis 30°C, das Farbwerk auf etwa 25 bis 27°C temperiert.
[0009] Die
US 2002/0112636 A1 betrifft eine Rotationsdruckmaschine mit horizontalem Bahnlauf, wie es für den Illustrations-
bzw. Akzidenzdruck üblich ist. Die horizontal hintereinander angeordneten Naß- oder
Trockenoffsetdruckwerke sind temperierbar ausgebildet, indem von einem Fluidspeicher
Temperierfluid über eine sich teilende Vorlaufleitung an die Farbwerke der Druckeinheiten
geführt wird, wobei zur Temperaturregelung der Fluidstrom durch in der jeweiligen
Rücklaufleitung vorgesehene Ventile einstellbar ist. In einer weiterbildenden Ausführung
wird durch die selbe Vorlaufleitung parallel zu den Farbwerkswalzen eines selben Kreislaufs
der Formzylinder des selben Druckwerks temperiert. Alternativ kann die Durchflussmenge
sämtlicher paralleler, die Druckwerke temperierenden Zweige vor deren Aufteilung durch
eine über ein Ventil steuerbare Bypass-Leitung variiert werden.
[0010] Die
DE 602 02 551 T2 betrifft eine wasserlose Offsetdruckmaschine für einen mehrfarbigen Überlappungsdruck,
wobei die Formzylinder mit einem gemeinsamen Übertragungszylinder zusammenwirken.
Jedem Formzylinder ist ein Farbwerk mit mehreren durch Fluid über eine Zweitsystemleitung
temperierbaren Reibzylindern, und über eine Erstsystemleitung temperierbare Duktor-
sowie eine Übertragungswalze zugeordnet. Die Formzylinder werden über eingeblasene
Luft gekühlt.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verwendung einer Zeitungsdruckmaschine
mit Druckturm zu schaffen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0013] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein
Druckturm mit Walzenfarbwerken aufweisenden Druckwerken für den Zeitungsdruck sowie
eine einen derartigen Druckturm aufweisende Zeitungsdruckmaschine geschaffen ist,
welche bei vertretbarem Aufwand einen störungsfreien wasserlosen Druck unter Verwendung
von Zeitungspapier, insbesondere Naturpapieren, ermöglicht.
[0014] Durch eine spezielle Ausbildung der Druckturmtemperierung wird einerseits ein optimaler
Farbauftrag (ohne Tonen und ohne Rupfen) erreicht, während für die Temperierung von
Farbwerkswalzen verminderter Aufwand bei stabilen Prozessen zu treiben ist.
[0015] Indem eine Druckfarbe spezieller Eigenschaften zur Anwendung gelangt und/oder speziell
gewählte Temperaturniveaus für die Bauteile eingestellt werden, kann im Walzenfarbwerk
ein ausreichend guter Farbfluss erreicht, und gleichzeitig ein Tonen auf der Druckform
verhindert werden sowie vorzugsweise auf eine Temperierung von Übertragungszylindern
verzichtet werden.
[0016] Die spezielle Architektur der Temperiereinrichtung, beispielsweise mit dem Druckturm
zuzuordnenden Primärkreisläufen und einzeln regelbaren Sekundärkreisläufen - z. B.
für einzelne Formzylinder oder Formzylinderpaare -, mit mindestens einem vorzugsweise
Farbwerkswalzen mehrerer auf der selben Bahnseite angeordneter Druckwerke zugeordneten
Sekundärkreislauf und ggf. mit einem die den Drucktürmen zugeordneten Primärkreisläufe
verbindende übergeordnetem Kreislauf, ist eine effektive, reaktionsschnelle und bedarfsgerechte
Temperierung geschaffen. Diese gewährleistet ein störungsfreies Drucken auf Natur-
bzw. Zeitungspapier, z. B. bereits in einer Hochlaufphase der Druckmaschine.
[0017] Durch Ausbildung des Farbwerks als Walzenfarbwerk kann im Vergleich zu Rasterwalzen
aufweisenden Farbwerken eine stärker an den Farbauftrag auf den Formzylinder und/oder
auf den Bedruckstoff angepasste Druckfarbe eingesetzt werden, ohne dass die zu fördernde
Farbmenge entscheidend beeinflusst wird. Durch Verwendung einer zonal einstellbaren
Dosiereinrichtung, insbesondere eines Farbkastens mit zonal stellbaren Stellelementen
kann der Farbeintrag in axial Richtung betrachtet gezielt beeinflusst werden. Des
weiteren ist es nicht erforderlich, den Farbeintrag über Variation der Temperatur
zu steuern. Die Temperierung kann somit völlig vom erforderlichen Farbfluss entkoppelt
sein. Es kann beispielsweise eine niedrigere Zügigkeit der Druckfarbe im Bereich des
Formzylinders bei gleichzeitig erhöhter Viskosität der Druckfarbe im Bereich des Farbwerks
realisiert werden. Die Temperatur im Farbwerk kann hierdurch sogar entgegen den Anforderungen
am Formzylinder gewählt sein. Beispielsweise ist die Temperatur am Formzylinder niedriger
eingestellt als diejenige an dem mindestens einen temperierten Reibzylinder des Farbwerks.
[0018] Insbesondere bieten die Ausbildung der Farbwerke in ihrer Anordnung de Walzen Vorteile
hinsichtlich einer guten Verreibung bei möglichst geringem Raumbedarf und Verunreinigung.
Die spezielle Ausbildung des Reibzylinders birgt Vorteile hinsichtlich guter Vergleichmäßigung
der Temperatur. Das selbe gilt für die Ausbildung des Formzylinders.
[0019] Von besonderem Vorteil ist auch eine Ausführung und/oder Betriebsweise der z. B.
mehrere derartiger Drucktürme aufweisenden Druckmaschine, wobei ein Druckturm bei
Beibehaltung eines selben Druckfarbtyps ohne Austausch der Druckfarbe wahlweise im
Heatsetbetrieb, z. B. mit einer Heatsetbahn, und im Coldsetbetrieb, z. B. mit einer
Coldsetbahn, betreibbar bzw. betrieben ist. Vorteilhaft ist auch die Betriebsweise,
wobei eine im Coldset in einem Trockenoffsetdruckturm bedruckte Coldsetbahn bzw. -teilbahn
an einem Trichteraufbau gemeinsam mit einer im Heatset in einem Trockenoffsetdruckturm
bedruckten Heatsetbahn bzw. -teilbahn zusammengeführt wird.
[0020] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel einer Druckmaschine, insbesondere Zeitungsdruckmaschine;
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel für einen Druckturm;
- Fig. 3
- ein erstes Ausführungsbeispiel für ein Walzenfarbwerk;
- Fig. 4
- ein zweites Ausführungsbeispiel für ein Walzenfarbwerk;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Beispiel für die Temperierung eines Temperierkreislaufs;
- Fig. 6
- ein erstes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 7
- ein zweites Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 8
- ein drittes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 9
- ein viertes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 10
- ein fünftes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 11
- ein sechstes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 12
- ein siebtes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 13
- ein achtes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 14
- ein neuntes Ausführungsbeispiel für die Temperierung eines Druckturms;
- Fig. 15
- ein erstes Ausführungsbeispiel für die Versorgung mehrerer Drucktürme;
- Fig. 16
- ein erstes Ausführungsbeispiel für die Versorgung mehrerer Drucktürme;
- Fig. 17
- eine beispielhafte Darstellung der Zügigkeit bevorzugter Druckfarben.
[0022] Eine Druckmaschine, insbesondere eine in Art einer Zeitungsdruckmaschine ausgebildete
Druckmaschine, weist mindestens eine Druckwerksgruppe 01 zum beidseitigen mehrfarbigen
Bedrucken einer Bahn 02, z. B. Papierbahn 02, vorzugsweise jedoch mehrere, z. B. mindestens
zwei, vorteilhaft z. B. mindestens drei Druckwerksgruppen 01 für das beidseitige mehrfarbige
Bedrucken von gleichzeitig mehreren, z. B. mindestens zwei, vorteilhaft z. B. mindestens
drei Bahnen 02, auf. Je Bahn 02 bzw. je Druckwerksgruppe 01 ist wenigstens ein Rollenabwickler
03, insbesondere Rollenwechsler 03, vorgesehen, von welchem die jeweilige Bahn 02
abwickelbar und über entsprechende Leitelemente der jeweiligen Druckwerksgruppe 01
zuführbar ist (siehe z.B. Fig.1).
[0023] Die Druckwerksgruppen 01 der "Zeitungsdruckmaschine" zeichnen sich im Gegensatz zum
Illustrationsdruck vorzugsweise durch ihre Ausbildung als sog. Drucktürme 01 aus,
in welchen die durch sie geführte Bahnen 02 (vorwiegend) vertikal geführt sind. Der
jeweilige Druckturm 01 weist z. B. sämtliche für eine beidseitig mehrfarbig zu bedruckende
Bahn 02 erforderlichen Druckstellen 10 auf. Für einen beidseitig vierfarbigen Druck
weist der Druckturm 01 mindestens acht Einzel-(Druckstellen) 10 oder vier Doppeldruckstellen
10 auf. Vorzugsweise stehen mindestens zwei oder mindestens drei Drucktürme 01 in
einer selben Maschinenflucht. Durch diese Ausführung der Druckmaschine sind auf kleiner
Grundfläche mindestes zwei, drei oder mehr Bahnen 02 gleichzeitig bedruckbar und nach
dem Bedrucken zusammen auf einen selben Trichteraufbau 04 zur gemeinsamen Weiterverarbeitung
in z. B. einem Falzapparat 06 (z. B. Querfalzapparat zum Querschneiden und Querfalzen)
führbar. Sind die Druckwerksgruppen 01 zum Drucken von mehr als zwei nebeneinander
angeordneten Druckseiten, insbesondere Zeitungsseiten, z. B. vier oder sechs Zeitungsseiten
bzw. Druckplatten breit, ausgebildet, so ist beispielsweise zwischen den Druckstellengruppen
01 und dem Trichteraufbau 04 ein Wendeturm 07 mit wenigstens einem ein Paar von Wendestangen
aufweisenden Wendedeck vorgesehen. Durch das Zusammenführen mehrerer Bahnen 02 lassen
sich die im Zeitungsdruck erforderlichen Seitenzahlen zumindest für das Standardprodukt
im Inlineverfahren, d. h. ohne oder zumindest ohne nennenswertes nachträgliches Zusammentragen,
herstellen. Unter "Zeitungsdruckmaschine" sollen auch derartige Drucktürme 01 aufweisende
Druckmaschinen verstanden sein, welche zusätzliche Aggregate, z. B. einen oder mehrere
Trockner 05, aufweisen, und grundsätzlich auch zum Bedrucken höherwertiger Bedruckstoffe,
z. B. von Bahnen 02' höherer Qualität in z. B. einem Heatset-Betrieb, geeignet sind.
Im Gegensatz zu einer Illustrationsdruckmaschinenanlage, in welcher jeder horizontal
verlaufenden Bahn ein Trockner zugeordnet ist, können hier gar keine, oder zumindest
weniger Trockner 05 als die Anzahl der Drucktürme 01 bzw. Bahnen 02 vorgesehen. Der
Trockner 05 ist z. B. als Strahlungstrockner (IR, UV) oder insbesondere als thermischer
Trockner 05 ausgebildet. Vorteilhaft ist je Druckturm 01 zumindest ein Bahnweg ohne
Durchlaufen eines Trockners 05 vorgesehen.
[0024] Die Druckmaschine zeichnet sich vorzugsweise dadurch aus, dass, z. B. in zumindest
einer Betriebsweise (z. B. im Coldset-Betrieb), wenigstens durch einen der Drucktürme
01 eine Bahn 02 geführt und/oder bedruckt bzw. bedruckbar ist, welche durch vorzugsweise
ungestrichenes (oder allenfalls geringfügig gestrichenes) Papier, vorzugsweise sog.
Zeitungspapier, maschinenglatt oder durch Kalandern satiniert, gebildet ist. Diese
Art Bedruckstoff wird im Folgenden auch kurz als "Zeitungspapier" bezeichnet. Insbesondere
können dies durch mehrere Drucktürme 01 gleichzeitig geführte derartige Bahnen 02
sein. Die im Coldset durch den betreffenden Druckturm 01 geführte Bahn 02 kann beispielsweise
durch offenporiges und/oder ggf. satiniertes und/oder insbesondere holzhaltiges Papier,
z. B. als sog. "Naturpapier" (d. h. mit unbehandelter, ggf. maschinell satinierter
Oberfläche), gebildet sein. Es kann hierbei auch ein Anteil von recyceltem Altpapier
(z. B. mindestens 50% aus recyceltem Papier stammende Sekundärfasern) enthalten sein
oder es kann sich gar um eine im wesentlichen aus Altpapier hergestellte Bahn 02 handeln.
Der Holzgehalt (insbesondere das Lignin) des Zeitungspapiers trägt zur Steifigkeit
der meist großflächigen und dünnen Seiten des fertigen Zeitungsproduktes bei, während
z. B. die Offenporigkeit des Zeitungspapiers ein "Wegschlagen" der Farbe, und dadurch
eine weniger aufwändige Produktion, i. d. R. ohne Trocknungsunterstützung durch einen
eigens vorgesehenen und/oder aktivierten Trockner, ermöglicht. Dieses dünne Zeitungspapier
weist z. B. ein Flächengewicht nach ISO 536 bevorzugt zwischen 35 bis 60 g/m
2 , insbesondere 40 bis 50 g/m
2 für "normales" (maschinenglattes) und 50 bis 60 g/m
2 für satiniertes (z. B. durch Kalander) auf. Ist die Bahn 02 aus satiniertem oder
ggf. geringfügig gestrichenem Papier ausgebildet, so ist sie nicht vollständig "versiegelt"
sondern weist im zweiten Fall z. B. ein Strichgewicht unter 10 g/m
2, insbesondere höchstens 5 g/m
2 auf. Diesen Papieren, besonders den ungestrichenen oder kaum gestrichenen, ist gemeinsam,
dass sie offenporige bzw. zumindest keine geschlossenporige Oberfläche aufweisen und,
insbesondere im Fall von recyceltem Papier (insgesamt oder in Teilen); z. B. (im Vergleich
zu lediglich Primärfasern aufweisenden Papieren) kürzere Fasern. Die derart ausgebildete,
im Coldset bedruckte oder zu bedruckende Bahn 02 weist beispielsweise eine Rauhigkeit
nach Bendtsen (ISO 8791/2) von z. B. mehr als 70 ml/min (z. B. einfach satiniert),
insbesondere von mehr als 80 ml/min (einfach satiniert) oder gar mindestens 100 ml/min
(maschinenglatt) auf. Diese oberflächliche Fasrigkeit und/oder Rauhigkeit kann jedoch
- im Gegensatz zu im Illustrations- bzw. Akzidenzdruck eingesetzten Papieren - beim
Drucken dazu führen, dass einzelne Fasern durch die "Klebrigkeit" der Druckfarbe ausgerissen
werden, was statt zur fehlerfreien Druckbildübertragung zu Fehlern im Druck und zur
Verunreinigung der Farbe führt. Die Fasern werden für den Fall des hier vorliegenden
Trockenoffset auch nicht durch im Nassoffset ansonsten vorhandenes Feuchtmittel wegtransportiert.
Dies alles führt im Bereich des Zeitungsdruckes zu großen Hindernissen für die Anwendung
des wasserlosen Offsetdruckes bzw. Trockenoffsetdruckes.
[0025] Um der dargelegten Problematik mit möglichst geringem technischen und Regelungsaufwand
zu begegnen, und gleichzeitig für den Zeitungsdruck im Trockenoffsetverfahren stabile
Druckbedingungen und eine hohe Druckqualität sicher zu stellen, ist die Druckmaschine,
zumindest jedoch der mit o. g. Papier betreibbare bzw. betriebene Druckturm 01, in
nachfolgend beschriebener Weise mit Druckwerken 08 und Farbwerken 09 ausgeführt bzw.
betrieben.
[0026] Das Druckwerk 08 ist als sog. "wasserloses" Offsetdruckwerk 08 ohne Fechtmittelquelle,
d. h. ohne ein neben der Druckfarbe noch zusätzlich Feuchtmittel einbringendes Feuchtwerk
ausgebildet. Je Druckwerk 08 ist ein mit der Bahn 02 in Druck-An zusammen wirkender
Druckwerkszylinder 11, z. B. Übertragungszylinder 11, ein bzgl. des Farbwegs stromaufwärts
mit dem Übertragungszylinder 11 zusammen wirkender Druckwerkszylinder 12, z. B. Formzylinder
12, und mit diesem ein stromaufwärts die Druckfarbe einbringendes Farbwerk 09 vorgesehen.
[0027] Die Druckstelle 10 ist vorzugsweise durch einen Druckspalt des Übertragungszylinders
11 mit einem weiteren Druckwerkszylinder 13 gebildet, welcher dem Übertragungszylinder
11 über die zu bedruckende Bahn 02 als Widerlager dient. Dieser dritte Druckwerkszylinder
13 kann als reiner, keine Druckfarbe führender Gegendruckzylinder, vorteilhaft jedoch
als ein zweiter, farbführender Übertragungszylinder 13 eines zweiten Druckwerks 08
mit einem zweiten als Formzylinder 14 ausgebildeten Druckwerkszylinder 14 ausgeführt
sein. Dieses bildet mit dem ersten Druckwerk 08 bei einander über die Bahn 02 angestellten
Übertragungszylindern 11; 13 eine als Doppeldruckstelle 10 für den gleichzeitig beidseitigen
Druck ausgebildete Druckstelle 10 (siehe z. B. Fig. 2). In einer vorteilhaften Ausführung
liegen in Druck-An-Stellung die Zentren der beiden Druckwerkszylinder 11; 12 des Druckwerks
08 und des dritten Druckwerkszylinders 13, in der Ausführung mit Doppeldruckstelle
10 die Zentren aller vier Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14, in einer gemeinsamen
Ebene E (siehe z. B. Fig. 2).
[0028] In der Ausführung mit Gegendruckzylindern kann der zumindest acht Druckstellen 10
aufweisende Druckturm 01 beispielsweise zwei gestapelte Neun- oder Zehnzylinder-Druckeinheiten
ausgeführt sein. In der dargestellten vorteilhaften Ausführung weist der Druckturm
01 vier Doppeldruckwerke 17 aus je zwei Druckwerken 08 auf, welche sämtlich in einem
gemeinsamen Gestell, je zwei Doppeldruckwerke 17 in zwei gestapelten Gestellen, oder
je ein Doppeldruckwerk 17 in vier gestapelten Gestellen vorgesehen sein können. Die
Doppeldruckwerke 17 können in Abweichung zur vorteilhaften ebenen Ausführung (Ebene
E) auch in herkömmlicher Weise abgewinkelt, z. B. sämtlich oder gemischt als n- oder
u-Druckwerke oder als jeweils ein n- und ein u-Druckwerk aufweisende H-Druckeinheiten
ausgebildet sein. Die Doppeldruckwerke 17 sind liegend ausgeführt, d. h. sie erstrecken
sich in jedem Fall z. B. in überwiegend horizontaler Ausrichtung. In allen Fällen
weist der Druckturm 01 der Zeitungsdruckmaschine - im Gegensatz zu Illustrationsdruckeinheiten
- übereinander mehrere Druckwerke 08 für ein beidseitig mehrfarbiges bedrucken einer
zumindest streckenweise von unten nach oben, d. h. im wesentlichen vertikal, durch
den Druckturm 01 verlaufenden Bahn 02 auf. Es sind beispielsweise mehrere, z. B. vier,
nacheinander auf die selbe Seite der Bahn 02 druckende Druckwerke 04 - insbesondere
übereinander - angeordnet.
[0029] In einer vorteilhaften, nicht explizit dargestellten Ausführung ist der mehrere,
z. B. vier Doppeldruckwerke 17 übereinander aufweisende Druckturm 01 im Bereich seiner
Druckstellen 04 derart teibar ausgebildet, dass ein sich in offener Stelle ergebender
Raum zwischen den Übertragungszylindern 11; 13 durch Bedienpersonal betreten werden
kann. Hierzu sind die Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14 und Nebenaggregate (z. B.
Farbwerke 09) der auf der einen Seite einer durch den Druckturm 01 durchzuführenden
bzw. durchgeführten Bahn 02 jeweils stirnseitig an ersten Gestellabschnitten und die
Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14 und Nebenaggregate (z. B. Farbwerke 09) der auf
der anderen Seite der Bahn 02 jeweils stirnseitig an zweiten Gestellabschnitten gelagert.
Die diese Druckwerksaggregate tragenden ersten und zweiten Gestellabschnitte sind
auf einer Grundebene derart gelagert, dass ein Abstand zwischen den ersten und zweiten
Gestellabschnitten veränderbar ist. Vorzugsweise sind z. B. erste Gestellabschnitte
von der Druckstellenrichtung weg (Wartungsstellung) und in Druckstellenrichtung hin
bewegbar (Betriebsstellung), während die zweiten Gestellabschnitte ortsfest angeordnet
sind. Die Teilbarkeit des Druckturms 01 ermöglicht eine gedrängtere Bauweise als lediglich
von Außen zugängliche Drucktürme 01 und daher einen extrem kurzen Abstand zwischen
den Druckstellen 10, also auch zwischen erster und letzter Druckstelle 10, sodass
ein durch Farbauftrag resultierendes "Wachsen" der Bahn 02 zwischen erster und letzter
Druckstelle 10 auf ein Minimum reduzierbar ist. Dies gilt insbesondere im Zusammenhang
mit offenporigem, d. h. z. B. un- oder geringfügig gestrichenem Bedruckstoff, in welchen
in der Druckfarbe enthaltene Feuchtigkeit schneller eindringt und welcher durch sein
(ungeschütztes) Fasergefüge anfälliger für das Wachstum ist.
[0030] Grundsätzlich ist das hier i. V. m. dem wasserlosen Offsetdruck, insbesondere Zeitungsoffsetdruck,
Genannte auch auf Druckmaschinen bzw. Drucktürme 01 bzw. Druckwerke 08 und auf deren
Betriebssituationen bzw. Betriebsweisen sinngemäß anzuwenden, welche zwar ein Feuchtwerk
aufweisen, dieses jedoch in der betreffenden Betriebssituation bzw. Betriebsweise
außer Betrieb gesetzt ist.
[0031] Die beiden Druckwerkszylinder 11; 12 bzw. 13; 14 eines Druckwerks 08 sind durch wenigstens
einen Antriebsmotor 15 mechanisch unabhängig von den übrigen Druckwerken 08 des Druckturms
01 angetrieben. Dies kann paarweise durch einen gemeinsamen Antriebsmotor 15, oder
aber vorzugsweise durch einzelne, jeweils von den anderen Druckwerkszylindern 11;
12; 13; 14 und von den Farbwerken 09 mechanisch unabhängigen Antriebsmotoren 15 erfolgen.
[0032] Der Übertragungszylinder 11; 13 weist auf seinem Umfang mindestens ein, ggf. bis
auf einen sich durch die Befestigung in einem Zylinderkanal ergebenden Spalt, über
den gesamten Umfang reichendes Drucktuch auf. Dieses kann in einer vorteilhaften Ausführung
auch über die gesamte wirksame Zylinderlänge reichen. In einer alternativen Ausführung
sind mehrere, z. B. zwei oder drei, im o. g. Sinne über den gesamten Umfang reichende
Drucktücher nebeneinander angeordnet. Vorteilhaft ist in diesem Fall eine Ausführung,
wobei lediglich zwei (zweiseitenbreite oder dreiseitenbreite) Drucktücher nebeneinander
angeordnet sind, sodass eine Stoßstelle mit der den Übertragungszylinder 11; 13 auf
halber Länge teilenden Symmetrieebene zusammen fällt. Besonders für die Anwendung
im Trockenoffset, insbesondere i. V. m. Zeitungspapier (siehe unten), ist eine Ausführung
von Vorteil, wobei jedem Übertragungszylinder 11; 13 eine fernbetätigbare und/oder
automatisch arbeitende Waschvorrichtung 16 zugeordnet ist. Vorzugsweise ist diese
mit einem Tuch arbeitend ausgebildet. Vorzugsweise ist der Übertragungszylinder 11;
13 ohne Temperierung ausgebildet, d. h. er steht nicht in Wirkverbindung zu einer
Temperiereinrichtung.
[0033] Der Formzylinder 12 des Druckwerks 08 trägt auf seinem Umfang eine oder mehrere für
den wasserlosen Offsetdruck ausgebildete Druckformen. Deren nach außen gerichtete
Oberfläche weist als farbabweisende, d. h. keine Farbe annehmenden und somit letztlich
nichtdruckende, Stellen z. B. silikonhaltige Bereiche auf, welche durch silikonfreie
(bzw. silikonbefreite) also farbaufnehmende und damit druckende Stellen unterbrochen
sind, wobei letztere somit das Druckmuster der Druckform bilden. Dem das Druckbild
des betroffenen Farbauszuges (z. B. schwarz, gelb, magenta oder cyan) verkörpernden
Druckmuster liegt beispielsweise eine (z. B. amplitudenmodulierte) Rasterfeinheit
von mindestens 60 Linien/cm, vorteilhaft mindestens 80 Linien/cm, bevorzugt zwischen
80 und 160 Linien/cm zugrunde. Dabei kann das Raster grundsätzlich durch Amplituden-
oder Frequenzmodulation (letztere periodisch oder vorteilhaft stochastisch) gebildet
sein. Vorteilhaft weist die Druckform das Druckbild des Auszuges auf der Grundlage
einer z. B. stochastisch frequenzmodulierten Rasterung auf.
[0034] Der Formzylinder 12; 14 ist jeweils temperierbar, d. h. als temperierbares Bauteil
12; 14 ausgebildet. Hierzu ist er vorzugsweise mit einer Temperiereinrichtung verbunden
und mit durch die Temperiereinrichtung bereitgestelltem Temperierfluid durchströmbar
ausgebildet. Vorzugsweise ist der Formzylinder 12; 14 (im Gegensatz zu einer reinen
Kühlung) in der Weise durch die Temperiereinrichtung temperierbar ausgebildet, dass
eine Temperatur des den Formzylinder 12; 14 durchströmenden Fluids und/oder die Temperatur
der Mantelfläche und/oder die auf dem Zylindermantel befindliche Druckfarbe in einem
vorgebbaren Temperaturbereich einstellbar ist und gehalten werden kann. In einer bevorzugten
Ausführung ist hierfür zumindest ein Regelkreis vorgesehen. In einer hinsichtlich
eines Anfahrvorgangs vorteilhaften Weiterbbildung umfasst die Temperiereinrichtung
neben einem das Temperierfluid bedarfsweise kühlenden Kältequelle auch ein das Temperierfluid
bedarfsweise erwärmendes Heizmittel, z. B. ein Heizfluidkreislauf oder ein Heizaggregat.
[0035] Der temperierbare Formzylinder 12; 14 weist z. B. im Bereich einer seiner Stirnseiten
(z. B. Bedienseite) eine koaxiale Drehdurchführung für den Zu- sowie Abfluss des Temperierfluids,
und im Bereich der gegenüberliegenden Stirnseite (z. B. Antriebsseite) den rotatorischen
Zwangsantrieb (Antriebsmotor 15 und/oder ein Getriebeteil) auf.
[0036] In einer vorteilhaften Ausführung ist der zu temperierende Formzylinder 12; 14 hinsichtlich
seines inneren Aufbaus derart ausgebildet, so dass der Zylindermantel auf seiner für
die Farbführung wirksamen Länge im Innern sowohl mit Strömungskanälen, welche vom
Fluideintritt in Richtung gegenüberliegende Stirnseite fließendes Fluid führen, als
auch mit von der eintrittsfernen Stirnseite zurückfließenden Fluid durchflossenen
Strömungskanälen in thermischem Kontakt steht (Gegenstromprinzip). Auf diese Weise
findet in jedem bzgl. Farbführung relevanten axialen Abschnitt ein gewisser Ausgleich
zwischen der Temperierung mit noch wenig und bereits mehr erwärmten Temperierfluids
statt, wobei sich gewissermaßen überall eine Mischtemperatur oder zumindest ein Profil
mit sehr geringen Amplituden einstellt.
[0037] Wie in Fig. 2 für das obere Doppeldruckwerk 17 angedeutet, ist vorzugsweise eine
Lagerung 35 für zumindest einen der Übertragungszylinder 11; 13 vorgesehen, welche
das Druck-An/Abstellen entlang eines linearen Stellweges ermöglicht. Die Stellrichtung
entlang des linearen Stellweges bildet mit einer die beiden Übertragungszylinder 11;
13 in Druck-An verbindenden Ebene z. B. höchstens einen Winkel von 15°,vorzugsweise
höchstens 10°, und wirkt daher überwiegend zur Druckstelle10 hin bzw. von dieser weg.
Vorteilhaft sind zumindest beide Formzylinder 12; 14 sowie mindestens einer der beiden
Übertragungszylinder 11; 13, vorzugsweise alle vier Druckwerkszylinder 11; 12; 13;
14 des Doppeldruckwerks 17 derart stellbar gelagert. Hierzu ist der derart gelagerte
Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14 in einem ein Radiallager aufweisenden Lagerblock
gelagert, welcher seinerseits in Linearlagern hinsichtlich der Stellrichtung bewegbar
gelagert ist. Durch diese linear stellbare Ausbildung der Lagerung 35 ist es möglich,
eine beispielsweise vom Bedruckstoff abhängige Anstelllage, d. h. z. B. Druckspalt
und/oder Druckkraft, ohne störende Schwenkbewegung auszuführen.
[0038] In einer hinsichtlich Druckspalt und/oder Druckkraft besonders vorteilhaften Ausführung
ist ein bzgl. Druck-An/Abstellen bewegbar gelagerter Druckwerkszylinder 11; 12; 13;
14, insbesondere zumindest einer der Übertragungszylinder 11; 13, durch einen kraftsteuerbaren
Aktor, z. B. einen pneumatisch oder hydraulisch betätigbaren Aktor, stellbar ausgebildet.
Bezüglich einer Kraft steuerbarer bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein zu beaufschlagender
Druck auswählbar, z. B. aus mehreren Druckniveaus wählbar ist bzw. gewählt wird oder
aber über eine Eingabeeinrichtung eingebbar ist. Durch den kraftsteuerbaren Aktor
kann ein Druck in der Druckstelle 10 an die Papierqualität und/oder -dicke optimal
angepasst werden. Dies ist besonders von Vorteil für Druckmaschinen, in welchen wahlweise
zwei unterschiedliche Qualitäten, z. B. im Coldset oder im Heatset gedruckt werden
sollen. Vorzugsweise ist wenigstens ein derartiger Aktor in o. g. Lagerung 35 zumindest
des stellbaren Übertragungszylinders 11; 13, vorzugsweise in der Lagerung 35 sämtlicher
stellbarer Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14 vorgesehen.
[0039] Das Farbwerk 09 ist als sog. Walzenfarbwerk 09 ausgebildet und weist eingangsseitig,
d. h. formzylinderfern ein Farbdosiersystem 18 auf, durch welches die Druckfarbe hinsichtlich
zumindest ihrer Menge dosiert in das Farbwerk 09 eintragbar ist. Im vorliegenden Farbwerk
09 soll das Farbdosiersystem 18 vorzugsweise als kontinuierlich Druckfarbe eintragendes
System, und das Farbwerk 09 insbesondere als Filmfarbwerk 09, ausgeführt sein. Zwischen
Farbdosiersystem 18 und Formzylinder 12; 14 ist ein Walzenzug vorgesehen, durch welchen
die eingetragene Druckfarbe "verrieben", d. h. auf den Walzenumfängen möglichst vergleichmäßigt
wird. Der Farbeintrag wird nicht wie im Fall eines sog. Kurzfarbwerkes über eine Rasterwalze,
insbesondere die Temperierung einer derartigen Rasterwalze, sondern über das Farbdosiersystem
18 gesteuert. Das Walzenfarbwerk 09 ist vorzugsweise ohne Rasterwalze ausgebildet.
Im vorliegenden Farbwerk 09 ist somit keine Farbdosierung über eine an eine Rasterwalze
angestellte Rakel (z. B. Kammerrakel oder Abstreichrakel) vorgesehen. Die Steuerung
des Farbeintrages erfolgt vorzugsweise über die für ein Filmfarbwerk 09 typischen
Mechanismen.
[0040] Das hier vorgesehene Farbwerk 09 weist eine gegenüber einem Akzidenz- bzw. Illustrationsdruckwerk
vergleichsweise kleinere Anzahl von Walzen bzw. Zylindern auf, z. B. lediglich acht
oder neun direkt im Farbstrom angeordnete Walzen bzw. Zylinder. Hinzu können ggf.
eine oder mehrere sog. Reiterwalzen, Reiterzylinder oder Abnahmewalzen treten, welche
nicht im Farbstrom angeordnet sind. Unter "im Farbstrom" angeordnet sind hier Walzen
bzw. Zylinder zu verstehen, welche zumindest eine Kontaktstelle zu einer stromaufwärts,
d. h. unmittelbar oder mittelbar zum Farbdosiersystem 18 führenden Walze (bzw. Zylinder),
und zumindest eine von der erstgenannten Kontaktstelle verschiedne zweite Kontaktstelle
zu einer stromabwärts, d. h. unmittelbar oder mittelbar zum Formzylinder 12; 14 führenden
Walze (bzw. Zylinder) aufweist.
[0041] Vorteilhaft sind hier höchstens zwei seitlich changierbare Walzen 19; 21, insbesondere
Reibzylinder 19; 21, im Farbstrom vorgesehen. Diese weisen für ihre Changierbewegung
einen Zwangsantrieb auf, welcher z. B. entweder durch ein eigenes Antriebsmittel,
z. B. einen Motor, oder aber über ein die Rotation der Walze 19; 21 in eine Changierbewegung
umsetzendes Getriebe gebildet sein kann. Diese beiden als Reibzylinder 19; 21 ausgebildete
Walzen 19; 21 des insbesondere als Filmfarbwerk 09 ausgebildeten Farbwerks 09 können
im Walzenzug vorzugsweise parallel (Fig. 3) oder in einer Alternative seriell (Fig.
4) angeordnet sein. Die Druckfarbe wird durch mindestens eine mit dem Formzylinder
12 zusammen wirkende Walze 22; 23; 24, z. B. Farbauftragwalze 22; 23; 24, aufgetragen.
Um trotz vergleichsweise "kürzeren" Farbwerks 09 einen guten Farbauftrag zu gewährleisten,
wirken mit dem Formzylinder 12; 14 in Druck-An vorteilhaft mindestens zwei, vorzugsweise
jedoch drei Walzen 22; 23; 24 des Farbwerks 09 als sog. Farbauftragwalzen 22; 23;
24 zusammen.
[0042] In einer ersten Ausführung (siehe z. B. Fig. 3) weist das Farbwerk 09 die beiden
Reibzylinder 19; 21 in parallelen Walzenzügen auf. D. h., dem Farbgefälle vom Farbdosiersystem
18 her stromabwärts folgend teilt sich der Walzenzug an einer zu den beiden Reibzylindern
19; 21 strömaufwärtigen Walze 26, z. B. einer Übertragungswalze 26, insbesondere einer
direkt sich stromaufwärts der Reibzylinder 19; 21 anschließenden zentralen Walze 26,
in zumindest zwei Zweige, in welchem jeweils ein Reibzylinder 19; 21 vorgesehen ist.
Vorzugsweise ist die zentrale Walze 26 mit einer elastischen und/oder kompressiblen
Mantelfläche ausgebildet, an welche sich stromabwärts die beiden, insbesondere eine
harte Mantelfläche aufweisenden, Reibzylinder 19; 21 anschließen und mit dieser in
Druck-An in Berührkontakt stehen. Im Farbfluss vom Farbdosiersystem 18 zum Formzylinder
12; 14 geförderte Farbe wird somit von der zentralen Walze 26 parallel über den einen
und den anderen Reibzylinder 19; 21 geführt. Über die beiden Zweige, insbesondere
über die Reibzylinder 19; 21, wird Farbe mittelbar oder unmittelbar jeweils auf mindestens
eine Farbauftragwalze 22; 23; 24 übertragen. Vorzugsweise schließt sich an jeden der
Reibzylinder 19; 21 stromabwärts unmittelbar mindestens eine Farbauftragwalze 22;
23; 24 an. Vorzugsweise sind jedoch zumindest drei Farbauftragwalzen 22; 23; 24 vorgesehen,
wobei z. B. die zuerst mit dem Formzylinder 12; 14 zusammen wirkende Farbauftragwalze
24 mit dem in Drehrichtung des Formzylinders 12; 14 betrachtet ersten Reibzylinder
21 und die beiden nachfolgenden Farbauftragwalzen 22; 23 mit dem in Drehrichtung des
Formzylinders 12; 14 zweiten Reibzylinder 19 zusammen wirken. Grundsätzlich könnten
vier, also je Reibzylinder 19; 21 zwei Farbauftragwalzen vorgesehen sein. Soll die
Verteilung des Farbauftrages verschoben werden, so kann die mittlere von drei Farbauftragwalzen
23 dem ersten Reibzylinder 21 zugeschlagen sein. Der Farbauftrag erfolgt dann verstärkt
über die mittlere Farbauftragwalze. Vorzugsweise weisen mindestens zwei Farbauftragwalzen
22; 23; 24 einen voneinander verschiedenen Durchmesser, beispielsweise um mindestens
3%, insbesondere mindestens 5%, bezogen auf den kleineren der Durchmesser, auf. Beispielsweise
ist hier diejenige Farbauftragwalze 24 mit einem größeren Durchmesser als die anderen
ausgebildet, welche alleine mit einem Reibzylinder 21 zusammen wirkt.
[0043] Die zentrale Walze 26 wirkt stromaufwärts mit einer z. B. als Filmwalze 27 ausgebildeten
Walze 27 zusammen, welche z. B. mit einer harter und/oder strukturierten Mantelfläche
ausgebildet ist. Diese Walze 27 wirkt ihrerseits stromaufwärts mit einer weiteren
Walze 28, z. B. einer Duktorwalze 28 zusammen, von welcher sie die Druckfarbe erhält.
Die Zentren der Walze 27 und der Duktorwalze 28 sind vorzugsweise derart voneinander
beabstandet gelagert, so dass zwischen den farbfreien Mantelflächen ein Spalt 31,
z. B. ein Spalt 31 einer Breite von 0,03 bis 0,08 mm, verbleibt. Dieser ist groß genug,
dass die blanken Mantelflächen nicht in Berührung stehen, jedoch klein genug, dass
durch die beispielsweise als Filmwalze 27 ausgebildete Walze 27 Druckfarbe von der
eingefärbten Duktorwalze 28 abgenommen werden kann. In einer vorteilhaften Ausführung
ist die Breite des Spaltes 31 einstellbar, indem z. B. die Ducktorwalze 28 (ggf. zusammen
mit Komponenten des Farbdosiersystems 18) und/oder die Filmwalze 27 (ggf. zusammen
mit anderen Komponenten des Walzenzuges) relativ im Abstand zueinander bewegbar gelagert
ist bzw. sind. In einer Ausführung ist hierfür beispielsweise die Walze 27 bewegbar,
insbesondere z. B. in Excenterlagern stellbar, gelagert. In einer anderen, vorteilhaften
Ausführung ist z. B. die Duktorwalze 28 und ggf. das Farbdosiersystem 18 bewegbar
gelagert. Hierzu sind beispielsweise Duktorwalze 28 und Farbdosiersystem 18 an einem
gemeinsamen, bewegbar gelagerten Rahmenteil angeordnet. Vorzugsweise ist die Duktorwalze
28 hinsichtlich ihrer Rotation durch einen von der Filmwalze 27 (und von den Druckwerkszylindern
11; 12; 13; 14) mechanisch unabhängigen Motor 32 - z. B. direkt oder über ein Getriebe
(z. B. ein Zahnradgetriebe oder einen Riementrieb) - zwangsangetrieben. Der Antrieb
erfolgt bei in o. g. Weise stellbarer Walze 27 z. B. über eine winkel- und/oder versatzausgleichende
Kupplung oder über eine Ausgleichswelle. Motoren bzw. Antriebsmotoren sind in den
Figuren durch Kreissymbol mit dem Bezugszeichen M angedeutet. Vorzugsweise ist der
Motor 32 und damit die Drehzahl der Duktorwalze 28 variierbar ausgebildet. Hierdurch
ist die von der Duktorwalze 28 auf die Walze 27 zu übertragende Farbmenge veränder-
und damit einstellbar. Vorzugsweise dreht die Filmwalze 27 in etwa (z. B. maximal
± 2% Abweichung) mit der Umfangsgeschwindigkeit der Druckwerkszylinder 11; 12; 13;
14 und die Duktorwalze 28 mit einer hiervon signifikant verschiedenen, insbesondere
signifikant niedrigeren (z. B. bei Produktion mindestens Faktor 2 niedrigeren) Umfangsgeschwindigkeit.
Durch die Differenz in der Umfangsgeschwindigkeit wird durch die Walze 27 permanent
Druckfarbe vom Farbfilm der Duktorwalze 28 abgenommen.
[0044] Vorzugsweise ist das der Duktorwalze 28 die Druckfarbe liefernde Farbdosiersystem
18 hinsichtlich der einzutragenden Druckfarbe zonal einstellbar ausgeführt. Hierbei
sind mehrere über die Breite des Farbwerks 09 nebeneinander liegende Abschnitte, z.
B. Zonen, unabhängig voneinander hinsichtlich der eingebrachten bzw. einzubringenden
Farbmenge einstellbar. Hierzu weist das Farbdosiersystem 18 abschnittsweise eine einstellbare
Dosiereinrichtung 33 auf. Die Dosiereinrichtung 33 kann als Dosierelemente 34 den
Zonen zugeordnete Leitungsöffnungen eines Pumpfarbwerkes umfassen, wobei die Farbauslassmenge
für Leitungsöffnungen unterschiedlicher Zonen individuell z. B. über Ventile oder
einzelne Pumpen einstellbar ist. In der hier dargelegten bevorzugten Ausführung ist
das Farbdosiersystem 18 als sog. Farbkasten 18 ausgebildet und umfasst als Dosiereinrichtung
33 über die Breite des Farbwerkes 09 nebeneinander angeordnet eine Anzahl von Dosierelementen
34, welche beispielsweise als einzeln betätigbare Farbschieber 34 oder Farbmesser
34 ausgebildet sind. Unter die einzeln stellbaren Dosierelemente 34 sollen auch durch
Schlitzen eines breiteren Messers erhaltene Farbmesserzungen gefasst sein. Diese Dosierelemente
34 (Farbschieber 34, Farbmesser 34 oder Messerzungen 34) sind jeweils durch nicht
näher dargestellte und erläuterte Stellmittel in ihrem Abstand zur Mantelfläche der
Duktorwalze 28 individuell einstellbar. Vorzugsweise sind die Stellmittel durch eine
Steuer- und/oder Regeleinrichtung der Druckmaschine und/oder einen Leitstand fernbetätigt
steuerbar ausgebildet. Je nach eingestelltem Abstand kann eine Farbschicht einer größeren
oder kleineren Stärke von einem Farbreservoir 25 des Farbkastens 18 durch den zwischen
Dosierelement 34 und Mantelfläche gebildeten Spalt treten und in den Walzenzug des
Farbwerks 09 eingetragen werden. Durch die individuell einstellbaren Dosierelemente
34 (Farbschieber 34, Farbmesser 34 oder Messerzungen 34) kann somit zonal, d. h. abschnittsweise
über die wirksame Breite des Farbwerks 09 bzw. des Farbdosiersystems 18, die einzutragende
Farbmenge eingestellt werden.
[0045] Das in Fig. 3 dargestellte Filmfarbwerk 09 weist somit einen zonal bzgl. des Farbflusses
einstellbaren Farbkasten 18 auf, von welchem über die stellbaren Dosierelemente 34
dosiert Druckfarbe auf die Duktorwalze 28 aufbringbar ist. Von dort wird die Druckfarbe
über einen Spalt 31 von der Filmwalze 27 (mit z. B. harter Mantelfläche) abgenommen
und an eine Übertragungswalze 26 (mit z. B. elastischer und/oder kompressibler Mantelfläche)
abgegeben. An der Übertragungswalze 26 teilt sich der Walzenzug stromabwärts auf zwei
Reibzylinder 19; 21 (mit z. B. jeweils harter Mantelfläche) welche ihrerseits die
Farbe stromabwärts jeweils an wenigstens eine oder an zwei Farbauftragwalzen 22; 23;
24 (mit jeweils z. B. elastischer und/oder kompressibler Mantelfläche) übertragen.
Durch die parallele Anordnung ist (bei z. B. gleicher Walzenanzahl wie in Fig. 4)
in einfacher Weise ein Farbauftrag durch mindestens drei Farbauftragwalzen 22; 23;
24, und daher ein verbesserter Farbauftrag möglich.
[0046] In vorteilhafter Ausführung des Farbwerks 09 gemäß dem Beispiel aus Fig. 3 sind die
Filmwalze 27, die mit dieser zusammen wirkende zentrale bzw. Übertragungswalze 26
und der in Drehrichtung der Übertragungswalze 26 nächstfolgende Reibzylinder 21 derart
zueinander angeordnet, dass in Anstelllage eine auf Höhe der Nippstelle zwischen Filmwalze
27 und Walze 26 gebildete Senkrechte S zur Verbindungsebene V der Rotationsachsen
von Filmwalze 27 und Walze 26 den Querschnitt des Reibzylinders 21 schneidet. Insbesondere
vorteilhaft ist es auch, wenn sich die Verbindungsebene V der Rotationsachsen von
Filmwalze 27 und zentrale Walze 26 mit einer nicht dargestellten Verbindungsebene
von zentraler Walze 26 und Reibzylinder 21 in einem spitzen Winkel (kleiner 90°),
vorteilhaft in einem Winkel von höchsten 80°, insbesondere höchsten 75°, schneiden.
Das selbe gilt auch für die Ausführung gemäß Fig. 4 für die Anordnung der Walzen 27
und 29 (statt 27 und 26 in Fig. 3) in Bezug auf die Anordnung des formzylindernahen
Reibzylinders 19.
[0047] In einer nicht dargestellten vorteilhaften Ausführung des Farbwerks 09 ist die als
zentrale Walze 26 wirksame Walze 26 mit einem entgegen der exemplarischen Darstellung
vergrößerten Durchmesser ausgebildet. Hierbei entspricht der Durchmesser z. B. mindestens
dem eines oder beider Reibzylinder 19; 21. Vorzugsweise ist der Durchmesser der Walze
26 signifikant (z. B. mindestens 3%, vorzugsweise mindestens 5%) größer als derjenige
der Reibzylinder 19; 21 oder im Fall ungleicher Reibzylinder 19; 21 signifikant (z.
B. mindestens 3%, vorzugsweise mindestens 5%) größer als der kleinere der Reinzylinder
19; 21.
[0048] Die alternative Ausführung des Farbwerks 09 gemäß Fig. 4 unterscheidet sich nun dadurch
von derjenigen der Fig. 3, dass hier die Reibzylinder 19; 21 nicht in parallelen Walzenzügen,
sondern seriell in einem selben Walzenzug angeordnet sind. Vom Farbkasten 18 zum Formzylinder
12; 14 geförderte Druckfarbe wird über beide Reibzylinder 19; 21 geführt. Es sind
hierbei lediglich zwei Auftragwalzen 22; 23 vorgesehen, welche mit dem formzylindernahen
Reibzylinder 19 zusammen wirken. An diesen schließt sich stromaufwärts wieder eine
Übertragungswalze 26 insbesondere mit elastischer und/oder kompressibler Mantelfläche
an, welche ihrerseits stromaufwärts mit dem zweiten, formzylinderferneren Reibzylinder
21 zusammenwirkt. Dieser erhält stromaufwärts von einer weiteren Walze 29, insbesondere
einer weiteren, formzylinderferneren Übertragungswalze 29 mit z. B. elastischer und/oder
kompressibler Mantelfläche die Druckfarbe. Mit dieser wirkt in oben zu Fig. 3 beschriebener
Weise eine (Film-)Walze 27, eine (Duktor-)Walze 28 sowie ein Farbdosiersystem 18 zusammen.
In dieser Ausführung weist das Farbwerk 09 aus seinem kürzesten Farbweg vom Farbkasten
18 bis zum Formzylinder 12; 14 mehr Nippstellen, also mehr Verreibungen auf.
[0049] Beiden Ausführungen sind z. B. eine Anzahl von lediglich acht direkt im Farbstrom
angeordneten Walzen 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 gemeinsam, wobei zwei der Walzen
als changierende Walzen 19; 21, sog. Reibzylinder 19; 21, ausgebildet sind. Es sind
keine in Kurzfarbwerken übliche Rasterwalzen, sondern zonal einstellbare Farbdosiersysteme
18, insbesondere Farbkasten 18, vorgesehen.
[0050] Vorzugsweise ist mindestens einer der Reibzylinder 19; 21 rotatorisch durch einen
von den Druckwerkszylindern 11; 12; 13; 14 und von der Duktorwalze 28 mechanisch unabhängigen
Antriebsmotor 36 angetrieben. Es können jedoch auch beide Reibzylinder 19; 21 durch
einen Antriebsmotor 36 über eine Kopplung gemeinsam, oder jeweils durch eigene Antriebsmotoren
36 einzeln rotatorisch zwangsgetrieben sein. In einer vorteilhaften Ausführung ist
zumindest in Produktionsdrehrichtung betrachtet lediglich einer der beiden Reibzylinder
19; 21 rotatorisch zwangsgetrieben, während der andere lediglich über Friktion mit
benachbarten Walzen26; 24 bzw. 29; 26 dreht. In der Ausführung gemäß Fig. 3 ist dies
bevorzugt der in Drehrichtung des Formzylinders 12, 14 betrachtet zweite Reibzylinder
19, in Fig. 4 bevorzugt der formzylindernähere Reibzylinder 19. Wie oben bereits dargelegt,
sind die beiden Reibzylinder 19; 21 axial zwangsgetrieben ausgebildet. Hierzu kann
ein eigens hierfür vorgesehenes Antriebsmittel über eine Kopplung für beide Reibzylinder
19; 21 oder aber je Reibzylinder 19; 21 vorgesehen sein. In vorteilhafter Ausführung
erfolgt der axiale Zwangsantrieb über ein die Rotationsbewegung in die Changierbewegung
umsetzendes Getriebe vom rotatorischen Antriebsmotor 36 oder von diesem durch den
Antriebsmotor 36 rotatorisch zwangsgetriebenen Reibzylinder 19; 21 her. Für den Fall
des rotatorischen Zwangsantriebes lediglich an einem der beiden Reibzylinder 19 wird
der ungetriebene Reibzylinder 21 jedoch über ein entsprechendes Getriebe zwangsweise
mit changiert. Vorzugsweise erfolgt die Changierbewegung um 180° phasenversetzt.
[0051] Mindestens eine, vorzugsweise mindestens zwei der Walzen 19; 21; 22; 23; 24/29; 26;
27; 28, insbesondere die Reibzylinder 19; 21 und ggf. die Duktorwalze 28 sind temperierbar,
d. h. als temperierbare Bauteile 19; 21 (28), ausgebildet. Hierzu ist die betreffende
Walze 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 mit einer Temperiereinrichtung verbunden und
mit durch die Temperiereinrichtung bereitgestelltem Temperierfluid durchströmbar ausgebildet.
Vorzugsweise sind die temperierbaren Walzen 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 im Gegensatz
zu einer reinen Kühlung in der Weise durch die Temperiereinrichtung temperierbar ausgebildet,
dass eine Temperatur des die Walze 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 durchströmenden
Fluids und/oder die Temperatur der Mantelfläche und/oder die auf dem Walzenmantel
befindliche Druckfarbe in einem vorgebbaren Temperaturbereich einstellbar ist und
gehalten werden kann. In einer bevorzugten Ausführung ist hierfür zumindest ein Regelkreis
vorgesehen. In einer hinsichtlich eines Anfahrvorgangs vorteilhaften Weiterbbildung
umfasst die Temperiereinrichtung ein das Temperierfluid bedarfsweise erwärmendes Heizaggregat.
[0052] Die temperierbare Walze 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28, insbesondere die Reibzylinder
19; 21; weisen z. B. im Bereich einer ihrer Stirnseiten eine koaxiale Drehdurchführung
für den Zu- sowie Abfluss des Temperierfluids, und im Bereich der gegenüberliegenden
Stirnseite den axialen und/oder - je nach Vorhandensein (s.o.) - den rotatorischen
Zwangsantrieb (Antriebsmotor 36 und/oder rotatives und/oder Axialgetriebe) auf.
[0053] In einer vorteilhaften Ausführung sind die zu temperierenden bzw. temperierbaren
Walzen 19; 21 hinsichtlich ihres inneren Aufbaus derart ausgebildet, so dass der Walzenmantel
auf seiner für die Farbführung wirksamen Länge im Innern sowohl mit Strömungskanälen,
welche vom Fluideintritt in Richtung gegenüberliegende Stirnseite fließendes Fluid
führen, als auch mit von der eintrittsfernen Stirnseite zurückfließenden Fluid durchflossenen
Strömungskanälen in thermischem Kontakt steht (Gegenstromprinzip). Auf diese Weise
findet in jedem bzgl. Farbführung relevanten axialen Abschnitt ein gewisser Ausgleich
zwischen der Temperierung mit noch wenig und bereits mehr erwärmten Temperierfluids
statt, wobei sich gewissermaßen eine Mischtemperatur oder zumindest ein Profil mit
sehr geringen Amplituden einstellt.
[0054] In einer vorteilhaften Ausführung ist der Walzenmantel oder zumindest ein Teil des
Walzenmantels, z. B. ein farbführender und/oder ein zwischen farbführender äußerer
Mantelfläche und dem Temperierfluid liegender Teil, der zu temperierenden Reibzylinder
19; 21 aus einem metallhaltigen Material, insbesondere aus kupferhaltigem Material,
gebildet. Dies gewährleistet hohe thermische Leitfähigkeit bei gleichzeitig ausreichend
guter Farbhaftung.
[0055] Der Druckturm 01 bzw. dessen Druckwerke 08 sind vorzugsweise in der Weise temperierbar
ausgebildet, dass jeder der mindestens acht Formzylinder 12; 14 sowie mindestens eine
Walze 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28, insbesondere mindestens ein Reibzylinder
19; 21, vorzugsweise zwei bzw. beide der Reibzylinder 19; 21, jedes der mindestens
acht Farbwerke 09 temperierbar ausgebildet ist. Hierzu steht der betreffende Formzylinder
12; 14 bzw. die betreffende Walze 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 in thermischer
Wechselwirkung mit mindestens einem, vorzugsweise Temperierfluid führenden, Temperierkreislauf
37; 38 einer Temperiereinrichtung 39 (Fig. 5 bis 14). In den Figuren wurde jeweils
im oberen Bereich die Ausführung für die Temperierung dargestellt, welche entsprechend
für die übrigen Druckwerke 08 bzw. Doppeldruckwerke 17 entsprechend zu ergänzen sind.
So beispielsweise das im Hinblick auf die Formzylinder 12; 14 des oberen Doppeldruckwerks
17 in Fig. 6 bis 14 Dargelegte auf jeweils die anderen drei Doppeldruckwerke 17, das
in Fig. 6 bis 9 insgesamt für das obere Doppeldruckwerk 17 Genannte auf die unteren
Doppeldruckwerke 17, und das in Fig. 10 und 11 insgesamt für die oberen beiden Doppeldruckwerke
17 auf die beiden unteren anzuwenden.
[0056] Die Formzylinder 12; 14 mindestens zweier, vorzugsweise jedoch sämtlicher mit einer
selben Seite der Bahn 02 zusammen wirkender Druckwerke 08 eines Druckturms 01 stehen
mit unabhängig voneinander temperierbaren Temperierkreisläufen 37 in thermischer Wechselwirkung.
[0057] Obgleich in bevorzugter Ausführung die Formzylinder 12; 14 sämtlicher auf eine selbe
Seite der Bahn 02 druckender Druckwerke 08 des Druckturms 01 durch unabhängig voneinander
temperierbare Temperierkreisläufen 37 temperierbar ausgebildet sind (siehe z. B. Fig.
6 bis Fig. 14), so könnten in einer etwas einfacheren, nicht explizit dargestellten
Ausführungsvariante die Formzylinder 12; 14 einer ersten Gruppe, z. B. der beiden
unteren auf die selbe Seite der Bahn 02 druckenden Druckwerke 04 mit einem gemeinsamen
ersten Temperierkreislauf 37, und die beiden Formzylinder 12; 14 einer zweiten Gruppe,
z. B. der beiden oberen, auf eben dieselbe Seite druckenden Druckwerke 04 mit einem
gemeinsamen zweiten, separat vom ersten Temperierkreislauf 37 temperierbaren Temperierkreislauf
37 in thermischer Wechselwirkung stehen. Durch die gruppenweise oder vorzugsweise
einzelne (Fig. 5) Temperierbarkeit der Formzylinder 12; 14 von auf eine selbe Seite
einer selben Bahn 02 druckenden Druckwerke 08 wird eine optimale Anpassung von Zügigkeit
und/oder Viskosität der einzelnen Farben (z. B. schwarz, gelb, cyan, magenta), insbesondere
auch in Bezug auf den Bedruckstoff (offenporiges oder geschlossenporiges, ungestrichenes
oder gestrichenes Papier) und/oder ein beabsichtigtes Gefälle dieser Eigenschaften
von Druckstelle 10 zu Druckstelle 10 im Druckturm 01 ermöglicht. Eine individuelle
Steuerungsmöglichkeit über beispielsweise die Feuchtmitteldosierung entfällt im vorliegenden
Trockenoffsetdruckwerk 08.
[0058] Hinsichtlich der Temperierung der Formzylinder 12; 14 des Druckturms 01 kann es des
weiteren - sowohl für die o. g. Ausführung individueller oder gruppenweiser Wechselwirkung
der auf eine selbe Seite der Bahn 02 druckender Druckwerke 08 des Druckturms 01 mit
unabhängig voneinander temperierbaren Temperierkreisläufen 37 - vorteilhaft sein,
den Formzylinder 12; 14 des jeweils die selbe Farbe (z. B. schwarz, gelb, cyan, magenta)
auf die andere Seite der Bahn 02 druckenden Formzylinders 12; 14, insbesondere bei
den hier vorzugsweise vorliegenden Doppeldruckwerken 17 die beiden Formzylinder 12;
14 des selben Doppeldruckwerkes 17, in Wechselwirkung mit dem selben Temperaturkreislauf
37 auszubilden siehe z. B. Fig. 6, 8, 10 und 12). Hierbei stehen dann die über einen
gemeinsamen Temperierkreis 37 paarweise temperierbaren Formzylinder 12; 14 mindestens
zweier Doppeldruckwerke 17, vorzugsweise jedoch die paarweise temperierbaren Formzylinder
12; 14 sämtlicher mit einer selben Bahn 02 zusammen wirkender Doppeldruckwerke 17
eines Druckturms 01 je Paar mit unabhängig voneinander temperierbaren Temperierkreisläufen
37 in thermischer Wechselwirkung. Damit kann je Farbe (z. B. schwarz, gelb, cyan,
magenta) und/oder entsprechend der Reihenfolge der Druckstellen 10 bei minimiertem
Aufwand eine optimale Farbführung gewährleistet werden.
[0059] In einer hinsichtlich ggf. auftretende Unterschiede im Schön- und Widerdruck und/oder
die Teilbarkeit eines Druckturms 01 berücksichtigenden vorteilhaften Ausführung stehen
die Formzylinder 12; 14 der auf unterschiedlicher Seite der Bahn 02 angeordneten Druckwerke
08 mit unabhängig voneinander temperierbaren Temperierkreisläufen 37 in thermischer
Wechselwirkung (siehe z. B. Fig. 7, 9, 11 und 13). Hierbei können dann die Formzylinder
12; 14 sämtlicher Druckwerke 08 des Druckturms 01 mit jeweils unabhängig voneinander
temperierbaren Temperierkreisläufen 37 in thermischer Wechselwirkung stehen. D. h.,
in diesem Fall wären für einen acht Druckwerke 08 (bzw. vier Doppeldruckwerke 17)
aufweisenden Druckturm 01 (mindestens) acht unabhängig voneinander temperierbare Temperierkreisläufe
37 vorgesehen. In einer etwas einfacheren, nicht explizit dargestellten Ausführungsvariante
können die Formzylinder 12; 14 einer ersten Gruppe, z. B. der beiden unteren auf eine
selbe erste Seite der Bahn 02 druckenden Druckwerke 04 mit einem gemeinsamen ersten
Temperierkreislauf 37, die beiden Formzylinder 12; 14 einer zweiten Gruppe, z. B.
der beiden oberen, auf eben dieselbe erste Seite druckenden Druckwerke 04 mit einem
gemeinsamen zweiten, separat vom ersten Temperierkreislauf 37 temperierbaren Temperierkreislauf
37, die Formzylinder 12; 14 einer dritten Gruppe, z. B. der beiden unteren auf eine
selbe zweite Seite der Bahn 02 druckenden Druckwerke 04 mit einem gemeinsamen dritten,
separat von den ersten zwei Temperierkreisläufen 37 temperierbaren Temperierkreislauf
37, die beiden Formzylinder 12; 14 einer vierten Gruppe, z. B. der beiden oberen,
auf eben dieselbe zweite Seite druckenden Druckwerke 04 mit einem gemeinsamen vierten,
separat von den ersten drei Temperierkreisläufen 37 temperierbaren Temperierkreislauf
37 in thermischer Wechselwirkung stehen. In diese Variante kann bei verringertem Aufwand
eine getrennte Versorgung linker und rechter Druckwerke 08 (ggf. wegen baulicher Erfordernisse)
bei gleichzeitiger Minimalberücksichtigung ggf. erforderlicher Gradienten in den Farbeigenschaften
beim Druckfortschritt (z. B. Aufweichen von Oberflächenfasern nach ersten Druckstelle(n))
erreicht werden.
[0060] Die vorzugsweise mit lediglich einem oder zwei Formzylindern 12; 14 zusammen wirkenden
Temperierkreisläufe 37 des Druckturms 01 sind hier als Fluid führende Sekundärkreisläufe
37 ausgebildet, wobei dem Formzylinder 12; 14 Fluid über einen Zufluss 41 zu- und
über einen Auslass 42 abgeführt wird.
[0061] Der Zu- und Auslass 41; 42 von Temperierfluid am zu temperierenden Formzylinder 12;
14 erfolgt vorzugsweise auf der einer Antriebsseite II gegenüberliegenden Seite I
des Druckturms 01, d. h. auf der Seite des "bedienseitigen" Seitengestells. Das selbe
gilt vorzugsweise auch für die Versorgung der unten detaillierter beschriebenen Temperierung
von Walzen 19; 21. Zufluss 41 und Auslass 42 sind hier in Fig. 5 lediglich schematisch
durch Pfeile angedeutet und können in o. g. Weise als Drehdurchführungen, insbesondere
als koaxial zueinander und zur Rotationsachse liegende Führungen, ausgebildet sein.
[0062] Das nachfolgend im Zusammenhang mit der Ausbildung und Funktionsweise der die Temperierung
der Formzylinder 12; 14 betreffenden Sekundärkreisläufe 37 und Regelkreise genannte
ist - wo nicht explizit in anderer Weise dargelegt - sinngemäß auch auf die weiter
unten genannten, die Temperierkreisläufe 38 der Walzen 19; 21 betreffenden Regelkreise
anzuwenden. Z. T., jedoch lediglich beispielhaft und nicht abschließend an allen möglichen
und relevanten Stellen, sind daher im Folgenden sich entsprechende, jedoch z. T. erst
später vergebene Bezugszeichen zur besseren Orientierung bereits in Klammern mit angegeben.
[0063] Die Temperiereinrichtung 39 umfasst zum einen mehrere bereits oben erwähnte, mit
zu temperierenden Formzylindern 12; 14 in Kontakt stehende Temperierkreisläufe 37
(als Sekundärkreislauf 37) und ggf. mindestens einen mit zu temperierenden Walzen
19; 21 in Kontakt stehendem Temperierkreislauf 38, z. B. Sekundärkreislauf 38. Das
Fluid des Sekundärkreislaufs 37 (38) kann zu dessen Temperierung je nach Erfordernis
durch Fluid eines Primärkreislaufs 43 (ggf. 59; 77) über eine entsprechende Verbindungsstrecke
44 durch z. B. kälteres Fluid gespeist werden. Die Temperatur des Fluids im Vorlauf
des Primärkreislaufs 43 (ggf. 59; 77) liegt z. B. zwischen 10 und 20°C, in einer Ausführurg
vorteilhaft zwischen 10 und 15°C. Zur Einspeisungweist der Sekundärkreislauf 37 (38)
zumindest eine Einspeisstelle 46 (67) für Fluid aus dem Primärkreislauf 43 (ggf. 59;
77) sowie eine Pumpe 47 (68) und wenigstens einen Sensor S01; S02; S03; S03'; S04;
S05, insbesondere einen Temperatursensor S01; S02; S03; S03'; S04; S05 (allgemein
auch als S0x bezeichnet), insbesondere zumindest einen dem Bauteil 12; 14; 19; 21
im Kreislauf vor- und/oder direkt nachgeordneten oder zugeordneten Temperatursensor
S01; S02; S03; S03'; S04 auf (siehe z. B. schematisch in Fig. 5) auf. Vorzugsweise
weist der Temperierkreislauf 37 (38) zumindest einen bauteilnahen Temperatursensor
S02; S03; S03'; S04 (Temperatursensor S02 z. B. näher zum Bauteil 12; 14 liegend als
zur Pumpe 47 (68)) sowie ggf. zur Verbesserung des Regelungsprozesses einen einspeisstellennahen
Temperatursensor S01 auf. Der einspeisstellennahe Temperatursensor S01 befindet sich
vorzugsweise zwischen Einspeisstelle 46 (67) und Pumpe 47 (68). Letztere befindet
sich vorteilhaft stromaufwärts des/der zu temperierenden Formzylinder(s) 12; 14 bzw.
der/die zu temperierenden Walze(n) 19; 12. In Fig. 5 sind strichliert verallgemeinert
die im Zusammenhang mit den nachfolgenden Figuren 6 bis 14 dargelegten Varianten für
die Temperierung von gleichzeitig zwei Formzylindern 12; 14 und/oder von Reibzylindern
19; 21 durch einen selben Sekundärkreislauf 37 (38) angedeutet.
[0064] Zwischen Einspeisstelle 46 (67) und erstem Temperatursensor S01 und/oder Pumpe 47,
kann vorteilhaft eine Verwirbelungskammer 48 vorgesehen sein, welche aufgrund ihrer
von der Zuführleitung in ihrem Querschnitt abweichenden Ausprägung für ein durch Wirbel
erzeugtes Durchmischen sorgt. Neben, bzw. ggf. (teilweise) anstatt, den Temperatursensoren
S01; S02; S03; S03' kann stromabwärts des Formzylinders 12; 14 im Rückfluss ein bauteilnaher
(z. B. näher zum Bauteil 12; 14 liegend als zur Einspeisestelle 46 (67)) Temperatursensor
S04 und/oder ein einspeisstellennaher Temperatursensor S05 vorgesehen sein. In einer
bevorzugten Ausführung ist - z. B. als die Temperatur am Zielort liefernder Sensor
- ein das Bauteil 12; 14; 19; 21, insbesondere die Mantelfläche detektierender Sensor
03 (z. B. als IR-Sensor) vorgesehen. In einer, beispielsweise aus Kosten-, Wartungs-
oder Bauraumgründen, alternativen Ausführung ist - als z. B. die Temperatur am Zielort
liefernder "Sensor" - ein virtueller Sensor 03' vorgesehen, welcher ein Paar von Sensoren
S02; S04, nämlich einen im Zuflussstrom befindlichen Sensor 02 und einen im Rückflussstrom
angeordneten Sensor 04 sowie einen z. B. tabellarisch und/oder als Berechnungsalgorithmus
(z. B. thermodynamisches Modell) hinterlegten Zusammenhang (z. B. empirisch und/oder
rechnerisch ermittelt) umfasst. Durch die beiden Messwerte der Sensoren S02; S04 kann
dann - unter Anwendung der hinterlegten Erfahrungswerte und/oder des ggf. empirisch
zu ermittelnde Parameter beinhaltenden Berechnungsalgorithmus - auf die z. B. am Bauteil
12; 14; 19; 21, insbesondere dessen Mantelfläche, vorliegende Isttemperatur geschlossen
werden. Hierbei kann die Berechnung anhand eines parametrierbaren mathematischen Modells
erfolgen, der z. B. durch Kalibriermessungen über entsprechende Einstellung der Parameter
an die tatsächlichen Verhältnisse anzupassen ist. In die Berechnung kann vorzugsweise
auch eine Information über die jeweils aktuell vorliegende und/oder angestrebte Maschinengeschwindigkeit
Eingang finden. Sowohl der die Temperatur des Bauteils 12; 14; 19; 21 unmittelbar
detektierende reale Sensor S03 als auch der die Temperatur des Bauteils 12; 14; 19;
21 mittelbar erschließende virtuelle Sensor S03' (eine ausreichend gurte Modellierung
und Kalibrierung vorausgesetzt) stellen somit die Isttemperatur am Zielort "Bauteil"
dar.
[0065] Der Messwert des mindestens einen Temperatursensors S0x (z. B. Temperatursensor S03;
S03') bzw. mehrerer der dargestellten oder aller dargestellter Temperatursensoren
S01; S02; S03; S03'; S04; S05 wird einer lediglich in Fig. 5 ohne Bezug zur räumlichen
Anordnung angedeuteten Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49, bzw. einem in einer Steuer-
und/oder Regeleinrichtung 49 angeordneten oder implementierten Regelprozess (s. u.),
zugeführt, welche auf ein den Fluidstrom vom Primärkreislauf 43 in den Sekundärkreislauf
37 (38) beeinflussendes Stellglied 51 (69), z. B. ein zwischen Primärkreislauf 43
und Sekundärkreislauf 37 (38) angeordnetes Ventil 51 (69), z. B. Dosierventil 51 (69),
insbesondere ein digitales Zumischventil, wirkt. In einer Ausführung kann das Ventil
51 (69) stattdessen auch direkt an der Einspeisstelle 46 (67) im Sekundärkreislauf
37 (38), z. B. als Dreiwegeventil, angeordnet sein, wobei dann der primärkreisseitige
Eintritt in das Ventil 51 (69) gleichzeitig die Einspeisstelle 46 darstellt. Es ist
dann zwar eine Einspreisstelle 46 (67) und ein Ventil 51 (69) vorgesehen, wobei diese
dann quasi räumlich zusammen fallen. Diese Alternative gilt prinzipiell für sämtliche
nachfolgenden Darstellungen der Fig. 6 bis 14. In einer zweiten, ebenfalls für sämtliche
Ausführungen zu übertragenden Alternative kann das Ventil 51 (69) als steuerbares
Drosselventil 51 (69) auch statt in der Zufuhrleitung der Verbindungsstrecke 44 auch
in der Bypassstrecke des Sekundärkreislaufs 37 vorgesehen sein. Auch in dieser Ausführung
lässt sich der Zu- bzw. Abfluss von Fluid in den bzw. aus dem Sekundärkreislauf 37
(38) gezielt beeinflussen. Auch kann anstelle der Bypassleitung für Einspeisung und
Rückspeisung ein Vierwegeventil zwischen den "Enden" des Sekundärkreislaufs 37 (38)
und den Verbindungsleitungen zum Primärkreislauf 43 (bzw. 59 oder 77, s. u.) vorgesehen
sein. Vor diesem Hintergrund ähnlich wirkender Varianten wird das Ventil 51 (69) unabhängig
von seiner Anordnung dem Sekundärkreislauf 37 (38) zugeschlagen. Dieser weist dann
zumindest das mindestens eine Ventil 51 (69), eine Einspreisstelle 46 (67) und eine
Pumpe 47 (68) auf, wobei dem diesen Sekundärkreislauf 37 (38) temperierenden Regelkreis
mindestens ein eine Temperatur des Fluids und/oder des/der Formzylinder(s) 12; 14
und/oder des/der Walze(n) 19; 121 und/oder des/der Bauteiloberfläche messender Sensor
S01; S02; S03; S03', S04; S05 (S0x) auf der Regelstrecke zugeordnet ist. In der Steuer-
und/oder Regeleinrichtung 49 wird dann der Wert für die Isttemperatur T
ist des Zielortes, d. h. des heranzuziehenden Sensors S01; S02; S03; S03', S04; S05 (S0x)
mit einem für diesen Temperierkreislauf 37 (38) unter Berücksichtigung des betreffenden
Zielortes, d. h. des herangezogenen Sensors S0x, vorzugebenden bzw. vorgegebenen Solltemperatur
T
soll (bzw. Sollbereich für die Temperatur) verglichen und bei Abweichung über Ansteuerung
des Ventils 51 (69) ein Austausch von Fluid entsprechend des zugrunde liegenden Regelalgorithmus
vorgenommen. Als Sollwert kann auch ein Wert einer maximal zulässigen Temperatur vorgegeben
sein.
[0066] In einer strichliert dargestellten Weiterbildung des Sekundärkreislaufs 37 (38) kann
im Kreislauf zusätzlich eine wahlweise durch die Steuer- und/oder Regeleinrichtung
49 aktivierbare und/oder steuerbare Heizeinrichtung 52, z. B. eine elektrische Heizeinrichtung,
z. B. als sog. "Heizpatrone" vorgesehen sein. Über diese Heizeinrichtung 52 kann in
diesem Fall bei Bedarf das umlaufende Fluids (und damit der zu temperierende Formzylinder
12; 14 bzw. Walze 19; 21) erwärmt werden.
[0067] Ein Regelkreis umfasst hierbei also mindestens einen einen Temperaturmesswert (Istwert)
am Zielort (im Fluidkreislauf und/oder an der Walze 19; 21 bzw. des Druckwerkszylinders
12; 14) liefernden Sensor S0x (z. B. S03; S03'), einen den Istwert mit einem vorgegebenen
oder vorgebbaren Sollwert für den Zielort vergleichenden Regler bzw. Regelprozess
(hier einen beispielsweise in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49 implementierter
Regelprozess), ein Bauteil (Walze 19; 21 oder Druckwerkszylinder 12; 14) und ein mit
dem Bauteil zusammen wirkender Fluidkreislauf als Regelstrecke, sowie mindestens ein
auf die Regelstrecke, insbesondere auf den Fluidkreislauf wirkendes Stellglied 51
(69), hier z. B. das regelbare Ventil 51 (69), auf. Grundsätzlich können auch mehrere
Mess- bzw. Istwerte in der Prozessverarbeitung Eingang finden und/oder es können ggf.
mehrere auf den selben Kreislauf wirkende Stellglieder (z. B. mehrere Ventile und/oder
eine Pumpleistung und/oder die Aktivität eines Heizmittels) durch den Regler bzw.
Regelprozess angesprochen sein bzw. werden. Mit "einem (selben) Regelkreis" ist im
hiesigen Zusammenhang ein regelbarer Kreislauf, z. B. Temperierkreislauf 37 (38) mit
ggf. all seinen parallelen Temperierzweigen 37.y (38.x), zu verstehen, in welchem
bzw. in welchen ein über ein selbes Stellmittel (Ventil 51 (69)) temperiertes Fluid
strömt.
[0068] Der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49 (bzw. den hierin implementieren Regelprozessen)
können - z. B. von einer übergeordneten Maschinensteuerung oder einer einem Leitstand
implementierten Logik - den Druckvorgang betreffende Daten, insbesondere eine Angabe
zur Soll- und/oder Ist-Geschwindigkeit v
m (Maschinegeschwindigkeit) und/oder Daten zum verwendeten Farbtyp und/oder zum betroffenen
Druckwerk 08 bzw. Doppeldruckwerk 17 zugeführt werden bzw. sein. Aufgrund dieser Daten
wird dann durch entsprechende Speicher- und/oder Rechenmittel die einzustellende Solltemperatur
T
soll (ggf. lediglich Maximaltemperatur) für den Zielort des betroffenen Regelprozesses,
d. h. unmittelbar für das zu temperierende Bauteil (z. B. den Formzylinder 12; 14
oder die Walze 19; 21 über vorzugsweise einen Sensor S03; S03') oder mittelbar eine
Fluidtemperatur an einem bestimmten Ort (des heranzuziehenden Sensors S0x) des den
Formzylinder 12; 14 bzw. die Walze 19; 21 temperierenden Fluidkreislaufs ermittelt.
Dieser ist dann z. B. in Abhängigkeit von der Maschinengeschwindigkeit gebildet. Das
selbe Genannte ist in gleicher Weise auf die Temperierung einer Walze 19; 21 über
einen dieselbe temperierenden Temperierkreislauf 38 mit entsprechendem Fluid, Messstellen
und Stellglied(ern) 69 zu übertragen. Die Mittel zur Bestimmung der Solltemperatur
T
soll müssen baulich nicht in einer selben gegenständliche Steuer- und/oder Regeleinrichtung
49 untergebracht sein, sondern können auch im Leitstand selbst oder einer Maschinensteuerung
vorgesehen sein. In diesem Fall werden die Solltemperaturen T
soll (bzw. Temperaturbereiche) der o. g. Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49 der betreffenden
Regelkreise (bzw. Temperierkreisläufe 37 (38)) als Sollvorgabe datentechnisch der
zentral oder dezentral angeordnete Regelprozesse aufweisenden Steuer- und/oder Regeleinrichtung
49 übermittelt. Eine ein- oder insbesondere mehrschleifige Ausführung, z. B. eine
bauliche oder Verfahrenstechnische Gegebenheiten (z. B. Laufzeit und/oder Stellgrößenbegrenzung
realer Stellglieder und/oder Maschinengeschwindigkeit) der Regelstrecke berücksichtigende
Ausführung, insbesondere in Art einer Kaskadenregelung, des in der Steuer- und/oder
Regeleinrichtung 49 implementierten Regelprozesses wirkt durch Vergleich einer oder
mehrerer der Isttemperaturen T
ist (an Sensor S01, S01 S03, S03' etc.) mit der betreffenden Solltemperatur T
soll (bzw. Temperaturbereich) entsprechend ihrer implementierten Logik auf das Ventil
51 (69), und falls vorhanden und bei Bedarf, auf eine Heizeinrichtung 52, um die Solltemperatur
T
soll am Bauteil (Formzylinder 12; 14 und/oder Walze 19; 21) bzw. zumindest am betroffenen
Zielort, z. B. an der betreffenden Temperaturmessstelle, zu erreichen.
[0069] Dem Sekundärkreislauf 37 (38) aus dem Primärkreislauf 43 (für 38 z. T. auch 59 oder
77, s. u.) zuzuführendes, z. B. kälteres Fluid wird beispielsweise aus einer - z.
B. vertikal im Druckturm 01 bzw. an einer Stirnseite des Druckturms 01 verlaufenden
- Vorlaufleitung 53 des betreffenden Primärkreislaufs 43 (für 38 z. T. auch 59 oder
77, s. u.) entnommen, wobei das dabei aus dem Sekundärkreislauf 37 (38) auszuleitende,
z. B. erwärmte Fluid beispielsweise einer- z. B. vertikal im Druckturm 01 bzw. an
einer Stirnseite des Druckturms 01 verlaufenden - Rücklaufleitung 54 an einer Rückgabestelle
58 des Primärkreislaufs 43 (z. T. auch 59 oder 77, s. u.) zurückgeführt wird (siehe
z. B. Fig. 6 bis 16). Vorzugsweise wird das Fluid im Primärkreislauf 43 durch wenigstens
eine Pumpe 56 (64) gefördert, welche z. B. in der Vorlaufleitung 53 vor einer ersten
Entnahmestelle 57 (61) angeordnet ist. Zwischen letzter Entnahmestelle 57 (61) und
erster Rückgabestelle 58 (62) des Primärkreislaufs 43 kann ein vorzugsweise einstellbares
Ventil 66 (79), z. B. ein Druckregelventil 66 (79) oder ein Druckminderer 66 (79),
vorgesehen sein, um einen gewünschten Druckgradienten zwischen Vorlauf und Rücklauf
zu gewährleisten und ggf. einzustellen. Besonders vor oder während eines Neustartes
der Maschine kann durch Öffnen des Ventils 66 (79) das in den Leitungen des Primärkreislaufs
43 (59) stehende "warme" Fluid schnell temperiert bzw. ausgetauscht werden, sodass
dieses nicht erst durch die zu temperierenden Bauteile 12; 14; 19; 21 strömen muss.
[0070] Die Temperierung mittels des Temperierkreislaufs 37 (38) erfolgt somit nicht (oder
zumindest nicht überwiegend) über die Variation eines durch das zu temperierende Bauteil
(z. B. Walze(n) 19; 21 oder Druckwerkszylinder 12; 14) zu führenden Volumenstromes,
sondern über eine gezielte Temperaturveränderung des im Temperierkreislauf 37 (38)
umlaufenden Fluids durch Austausch eines Teils des umlaufenden Fluids durch (z. B.
kälteres ) Fluid aus dem Primärkreis (bei im wesentlichem konstantem Volumenstrom
im Sekundärkreislauf 37 (38)). Selbstverständlich kann auch eine Volumenstromänderung,
z. B. zur Grundeinstellung oder bei Anpassungen oder Neueinstellung erforderlicher
relativer Druckniveaus (s. u.) erfolgen, wobei dies jedoch nicht im hier verstandenen
Sinne des betriebsmäßigen Temperierprozesses verstanden werden soll. Betriebsmäßig
erfolgt hier das Regeln der Fluidtemperatur im Sekundärkreislauf 37 (38) über den
Austausch umlaufenden Fluids bei im wesentlichen konstantem Volumenstrom. Das dargelegte
ist auch auf die in Klammern als Bezugszeichen wiedergegebenen Bauteile des unten
erläuterten übergeordneten Kreislauf 59 zu lesen und anzuwenden.
[0071] Der - zumindest Formzylinder 12; 14 temperierende Sekundärkreisläufe 37 versorgende
- Primärkreislauf 43 kann entweder als geschlossener, dem Druckturm 01 zugeordneter
Kreislauf ausgebildet sein, welcher ggf. eine im Primärkreislauf 43 angeordnete Temperiervorrichtung
60, z. B. eine Kältequelle 60, insbesondere ein regelbares Kühlaggregat 60, aufweist,
durch welches das im Primärkreislauf 43 umlaufende Fluid beispielsweise auf eine unter
Umgebungstemperatur liegende Temperatur abkühlbar ist (siehe z. B. Fig. 5). Bei mehreren
für einen Druckturm 01 vorgesehenen Primärkreisläufen 43 bzw. Primärkreislaufzweigen
43 und/oder einer vom Primärkreislauf 43 unabhängigen Temperierung eines Walzen 19;
21 temperierenden Sekundärkreislaufs 38 kann auch ein auf den Druckturm 01 beschränkter
übergeordneter Kreislauf 77, z. B. Versorgungskreislauf 77, vorgesehen sein, welcher
dann beispielsweise die Temperiervorrichtung 58 enthält und den Primärkreislauf 43
bzw. die Primärkreisläufe 43 und/oder den unabhängig zu versorgenden Sekundärkreislauf
38 speist (siehe z. B. unten zu Fig. 15). In diesem Fall ist die dem Druckturm 01
zugeordnete Temperiereinrichtung 39 autonom und dezentral von Temperiereinrichtungen
39 anderer Drucktürme 01. Die Temperiervorrichtung 60 kann hierbei als handelsübliches
Temperiergerät mit einem Thermostaten ausgebildet sein, welches am Ausgang ein Fluid
einer (ggf. über eine Steuereinrichtung) vorgebaren Solltemperatur bereitstellt. Diese
Temperiervorrichtung 60 kann in vorteilhafter Ausführung auch ein Heizmittel umfassen,
um - beispielsweise in kalten Jahreszeiten - die Temperatur des Fluids ggf. auf die
gewünschte Temperatur erwärmen zu können.
[0072] In einer vorteilhaften alternativen Ausführung jedoch (siehe z. B. unten zu Fig.
16) steht der Primärkreislauf 43 in Verbindung mit einem mehreren Drucktürmen 01 übergeordneten
Kreislauf 59, z. B. übergeordnetem Primärkreislauf 59, aus welchem für den Primärkreislauf
43, z. B. gegenüber dem Sekundärkreislauf 37 (38) kälteres, Fluid über eine Entnahmestelle
61 (81) entnommen und in welchen über eine Rückgabestelle 62 (82) Fluid wieder aus
dem Primärkreislauf 43 rückgespeist wird. In diesem Fall stellen die Primärkreisläufe
43 der Drucktürme 01 parallel durchflossene "Schleifen" oder Zweige, z. B. Primärkreislaufzweige
43, eines übergeordneten Primärkreislaufs 59 dar. Der tatsächliche Primärkreislauf
(43; 59) kann dann als aus dem übergeordnetem Kreislauf 59 und den parallelen Primärkreislaufzweigen
43 bestehend betrachtet werden. Im Unterschied zur Schnittstelle zwischen Sekundärkreislauf
37 (38) und Primärkreislaufzweig 43 (59; 77) findet in der Schnittstelle zwischen
Primärkreislaufzweig 43 und übergeordnetem Kreislauf 59 (77) vorzugsweise keine gesonderte
Temperaturregelung über eine Dosierung mittels eines Ventils statt, so dass der in
den Primärkreislaufzweig 43 eintretende Volumenstrom durch das Zusammenwirken der
Pumpen 56 (64) und Druckverhältnisse bestimmt ist.
[0073] Es ist hierbei lediglich eine - z. B. entsprechend größer dimensionierte - Temperiervorrichtung
63, z. B. Kältequelle 63, z. B. ein regelbares Kälteaggregat 63, für die Temperierung
mehrerer, ggf. aller, angeschlossener Drucktürme 01 erforderlich (siehe z. B. unten
zu Fig. 16). Die Temperiervorrichtung 63 kann als handelsübliches Temperiergerät mit
einem Thermostaten ausgebildet sein, welches am Ausgang ein Fluid einer (ggf. über
eine Steuereinrichtung) vorgebaren Solltemperatur bereitstellt. Aufgrund der Möglichkeit
einer größeren Dimensionierung kann es auch von besonderem Vorteil sein, die Temperiervorrichtung
63 als eine zwei Kühlprozesse kombinierende Vorrichtung auszubilden, in welcher neben
einer beispielsweise das Arbeitsmedium unter Umgebungstemperatur abkühlende Kältemaschine,
z. B. Kompressionskältemaschine, auch ein wahlweise betreibbarer und/oder wahlweise
zuschaltbarer Freikühler vorgesehen ist. Die Temperiervorrichtung 63 kann in vorteilhafter
Ausführung auch ein Heizmittel umfassen, um - beispielsweise in kalten Jahreszeiten
- die Temperatur des Fluids z. B. vor Start ggf. auf die gewünschte Temperatur erwärmen
zu können. Der Übergeordnete Kreislauf 59 weist eine Pumpe 64 auf, durch welche das
Fluid im übergeordneten Kreislauf 59 angetrieben wird. Dennoch weist vorzugsweise
jeder angeschlossene Primärkreislauf 43 ("Primärkreislaufzweig" 43) eine eigene Pumpe
56 auf. Hiermit kann sichergestellt werden, dass die jeweiligen Primärkreislaufzweige
43 trotz ggf. unterschiedlicher wirksamer Leitungswiderstände jeweils mit geeignetem
Druck betrieben werden können. Neben dieser eigenen Pumpe 56 weist der Primärkreislaufzweig
43 z. B. auch ein nicht dargestelltes Druckausgleichsgefäß auf.
[0074] Zwischen letzter Entnahmestelle 61 (81) und erster Rückgabestelle 62 (82) des übergeordneten
Temperierkreislaufs 59 oder Versorgungskreislaufs 77 ist z. B. ein Bypass mit einem
vorzugsweise einstellbaren Ventil 79, z. B. einem Druckregelventil 79 bzw. einem Druckminderer
79, vorgesehen, um einen gewünschten Druckgradienten zwischen Vorlauf und Rücklauf
einzustellen und ggf. bei geringfügiger Abnahme durch die Primärkreislaufzweige 43
ein Mindestmaß an Fluidzirkulation im übergeordneten Kreislauf 59 zu gewährleisten
(siehe z. B. Fig. 15 und 16).
[0075] Die Pumpe 56 des Primärkreislaufzweiges 43 ist vorzugsweise bzgl. eines Differenzdruckes
zwischen Vorlauf und Rücklauf, insbesondere zwischen einer nicht dargestellten Messstelle
in der Vorlaufleitung 53 nach der Pumpe 56 und vor der ersten Entnahmestelle 57 und
nicht dargestellten einer Messstelle in der Rücklaufleitung 54 nach der letzten Rückgabestelle
58 in den Primärkreislauf 43 bzw. Primärkreislaufzweig 43 und vor der Rückgabestelle
62 in den übergeordneten Kreislauf 59, geregelt betrieben bzw. zusammen mit den genannten
Messstellen derart betreibbar ausgeführt. Vorzugsweise wird sie bzw. ein ihr zugeordnetes
Regelmodul auf einen gewünschten Differenzdruck, z. B. einen zwischen 1 und 3 bar
liegenden Differenzdruck, insbesondere einen Differenzdruck von 1,8 bis 2,3 bar, eingestellt.
Ändern sich die Leitungswiderstände, z. B. durch sich ändernde Entnahmeströme in die
Sekundärkreisläufen 37 (38) oder durch Änderung in der Einstellung des Ventils 66,
so wird dennoch das geeignete Differenzdruckniveau zwischen Vor- und Rücklauf aufrechterhalten.
Hierdurch wird gewährleistet, dass die Bedingungen beim Zudosieren in den Sekundärkreislauf
37 (38) bzw. die Sekundärkreisläufe 37 (38) immer konstant sind und dadurch ein besser
kalkulierbarer Regelungsprozess stattfinden kann.
[0076] Wie oben dargelegt, stehen die Formzylinder 12; 14 des Druckturms 01 jeweils einzeln
oder paarweise je Doppeldruckwerk 17 mit unabhängig voneinander temperierbaren Temperierkreisläufen
37 in thermischer Wechselwirkung. Wie ebenfalls bereits erwähnt, ist auch je Druckwerk
08 mindestens eine Walze 19; 21, vorteilhaft mindestens ein Reibzylinder 19; 21, vorzugsweise
jedoch zwei bzw. beide Reibzylinder 19; 21 jeden Druckwerks 08 temperierbar ausgebildet
und stehen mit einem Temperierkreislauf 37; 38 in thermischer Wechselwirkung. An die
Temperierung, insbesondere an die Dynamik bei erforderlichen Temperaturänderungen
sowie an die Genauigkeit bei der Einhaltung einer Temperatur (größeres Temperaturfenster),
der Walze(n) 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 sind hier deutlich geringere Anforderungen
gestellt, als bei der Temperierung der Formzylinder 12; 14. Unter Anwendung des Vorgenannten
zur unabhängigen Temperierbarkeit von Formzylindern 12; 14, zur Temperierung der Walze(n)
19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28 sowie zur beispielhaften Ausgestaltung möglicher
Temperierkreisläufe 37 (38), sind im Folgenden vorteilhafte Ausführungen dargelegt:
In Fig. 6, 8, 10, 12 und 14 werden die beiden Formzylinder 12; 14 jeden Doppeldruckwerks
17 durch einen gemeinsamen Temperierkreislauf 37 (unabhängig von den jeweils anderen
Doppeldruckwerken 17) temperiert. Grundsätzlich könnten die Formzylinder 12; 14 zwar
auch seriell durchlaufen sein, vorzugsweise ist jedoch eine parallele, insbesondere
vorteilhaft bzgl. der Streckenabschnitte möglichst symmetrische bzw. bezüglich von
Leitungswiderständen ähnliche, Fluidführung in zwei parallelen Temperierzweigen 37.1;
37.2 (im Text auch allgemein als 37.y bezeichnet) vorgesehen. Im Inneren des Sekundärkreislaufs
37 zirkuliert das Temperierfluid, gefördert über die Pumpe 47. Der jeweilige Temperierkreislauf
37 (Sekundärkreislauf 37) ist über eine Entnahmestelle 57 und eine Rückgabestelle
58 mit dem Primärkreislauf(-zweig) 43 verbunden. Wird eine Solltemperatur T
soll (oder Maximaltemperatur) an einem o. g., hier nicht dargestellten Sensor S0x (für
zumindest die Formzylindertemperierung vorzugsweise an einem Sensor S03 oder S03')
überschritten, so wird über das Ventil 51 kälteres Fluid aus dem Primärkreislauf(-zweig)
43 in den Sekundärkreislauf 37 (38) eingebracht und die entsprechende Menge über die
Rückgabestelle 58 in den Primärkreislauf(-zweig) 43 ausgeleitet. Je Paar von Formzylindern
12; 14 ist hier ein mit dem Primärkreislauf(-zweig) 43 verbundener Temperierkreislauf
37 (38) vorgesehen.
[0077] In einer gerätetechnisch wenig aufwändigen Lösung der Fig. 6 stehen auch die zu temperierenden
Walzen 19; 21 mit dem die beiden Formzylinder 12; 14 temperierenden Sekundärkreislauf
37 in thermischer Wechselwirkung. In einer vorteilhaften Ausführung können in jedem
der Temperierzweige 37.y jeweils stromabwärts des Formzylinders 12; 14 zwei dem selben
Druckwerk 08 zugehörige Reibzylinder 19; 21 parallel oder seriell durchflossen sein.
Die Temperatur der Reibzylinder 19; 21 bewegt sich hier in einem breiten Temperaturfenster,
abhängig von der für den Formzylinder 12; 14 eingestellten Temperatur und von der
Erwärmung des Fluids in diesem. Hierbei kann es hinsichtlich des einzustellenden Temperaturgefälles
von Vorteil sein, wenn in der Ausführung des Farbwerks 09 nach Fig. 4 zunächst der
formzylindernähere (19), und dann der formzylinderfernere (21) Reibzylinder durchflossen
wird. Im Fall der Ausführung nach Fig. 3 kann beispielsweise der in Umfangsrichtung
erste Reibzylinder 19 zuerst durchflossen sein. Grundsätzlich kann jedoch, falls erforderlich
auch die umgekehrte Reihenfolge vorgesehen sein. Vorzugsweise ist es jedoch vorgesehen,
dass die beiden Zweige des Sekundärkreislaufs 37 wieder hinsichtlich Leitungswiderständen
ähnliche Strecken aufweisen. Für die vier Doppeldruckwerke 17 ist die Temperierung
in Fig. 6 stellvertretend lediglich am oberen Doppeldruckwerk 17 dargestellt.
[0078] In der Ausführung gemäß Fig. 8 ist im Gegensatz zu Fig. 6 für die Temperierung der
vier Walzen 19; 21 jeden Doppeldruckwerkes 17 ein vom Temperierkreislauf 37 verschiedener
Temperierkreislauf 38, insbesondere Sekundärkreislauf 38, vorgesehen. Auf diesen ist
das oben zum Temperierkreislauf 37 dargelegte in gleicher Weise anzuwenden, jedoch
mit folgenden Bezugszeichen: Einspeisstelle 67, Pumpe 68 und Ventil 69 anstelle von
Einspeisstelle 46, Pumpe 47 und Ventil 51. Für eine oder mehrere Messstellen bzw.
einen oder mehrere Sensoren S0x im diesen Sekundärkreislauf 38 temperierenden Regelkreis
gilt das zum Temperierkreislauf 37 genannte. Ggf. ist jedoch die Anforderung erheblich
geringer, sodass lediglich ein einziger Sensor S0x im Sekundärkreislauf 38 oder an
einer der der Walzen 19; 21 ausreichend sein kann. Die die Walzen 19; 21 temperierenden
Sekundärkreisläufe 38 sind in der Ausführung nach Fig. 8 ebenfalls über Entnahmestellen
57 und Rückgabestellen 58 mit dem Primärkreislauf(-zweig) 43 verbunden.
[0079] Im Unterschied zu Fig. 8 stehen in der Ausführung nach Fig. 10 die zu temperierenden
Walzen 19; 21 zweier übereinander angeordneter Doppeldruckwerke 17 mit einem selben
Sekundärkreislauf 38, also lediglich einem entsprechenden Regelkreis bzw. einem selben
temperierten Fluid, in thermischer Wechselwirkung. Zwar können auch hier andere Durchflussmuster
gewählt sein, vorzugsweise ist jedoch eine möglichst symmetrische Fluidführung z.
B. über entsprechend ausgebildete parallele Temperierzweige 38.1; 38.2; 38.11; 38.12;
38.21; 38.22 vorzusehen, wobei hier z. B. die beiden Walzen 19; 21 des selben Druckwerks
08 wieder jeweils seriell, beispielsweise in o. g. Reihenfolge, durchflossen werden.
Die nicht vollständig dargestellte Temperierung der beiden unteren Doppeldruckwerke
17 ist in der selben Weise ausgeführt. Die in Fig. 11 dargelegten Sekundärkreisläufe
38 werden hier aus dem auch die Sekundärkreisläufe 37 speisenden Primärkreislauf(-zweig)
43 gespeist.
[0080] In der Ausführung nach Fig. 12 ist für die zu temperierenden Walzen 19; 21 des Druckturms
01 lediglich ein Regelkreis bzw. ein Temperierkreislauf 37 vorgesehen. Auch hier ist
in vorteilhafter Ausführung eine weitgehend symmetrische Fluidführung mit je Zweig
zweier seriell durchflossener Walzen 19; 21 in etwa gleich großen Streckenlängen vorgesehen.
Der in Fig. 12 dargelegte Sekundärkreislauf 38 wird hier aus dem auch die Sekundärkreisläufe
37 speisenden Primärkreislauf(-zweig) 43 gespeist. In diesem Fall ist vorzugsweise
(nicht dargestellt) eine Entnahmestelle für den Temperierkreislauf 38 entweder vor
der ersten oder nach der letzten Entnahmestelle 57 der die Formzylinder 12; 14 temperierenden
Temperierkreisläufe 37 vorzusehen.
[0081] Fig. 14 zeigt eine Ausführung der Temperierung des Druckturms 01, wobei die Temperierung
der Formzylinder 12; 14 wie beschrieben einzeln (nicht dargestellt in Fig. 14) oder
paarweise durch Sekundärkreisläufe 37 erfolgt, welche ihrerseits durch mindestens
einen Primärkreislauf(-zweig) 43 versorgt werden. In einer vorteilhaften Ausführung
gemäß Fig. 14 wird der die Walzen 19; 21 temperierende Sekundärkreislauf 38 (oder
bei mehreren, werden die Sekundärkreisläufe 38) nicht aus dem bzw. einem die Sekundärkreisläufe
37 der Formzylinder 12; 14 temperierenden Primärkreislauf(-zweig) 37 gespeist, sondern
wird (bzw. werden) entweder durch eine eigene, in Fig. 14 strichliert im Temperierkreislauf
38 angedeuteten oder durch eine eigene dem Temperierkreislauf 38 in einem eigenen
Primärkreis vorgeschaltete und lediglich durch Bezugszeichen "45" angedeutete Temperiervorrichtung
45, z. B. Kältequelle, insbesondere ein regelbares Kälteaggregat, temperiert oder
von einem übergeordneten Temperierkreislauf 59 her bedarfsweise gespeist. In Fig.
14 ist dies schematisch für lediglich einen Temperierkreislauf 38 für sämtliche zu
temperierenden Reibzylinder 19; 21 des Druckturms 01 dargestellt, wobei dieser Temperierkreislauf
38 mehrere parallele Temperierzweige 38.1; 38.2; 38.3; 38.4 (z. B. 38.x) aufweist,
in welchen parallel ein oder mehrere in Serie durchflossene Reibzylinder 19; 21 temperierbar
sind. Der Temperierkreislauf 38 weist die Pumpe 68 auf, welche das Fluid über eine
- z. B. vertikal im Druckturm 01 bzw. an einer Stirnseite des Druckturms 01 verlaufenden
- Vorlaufleitung 71, über Entnahmestellen 74 durch die bzw. mehrere Temperierzweige
38.x, Rückgabestellen 76, eine - z. B. vertikal im Druckturm 01 bzw. an einer Stirnseite
des Druckturms 01 verlaufenden - Rücklaufleitung 72 und eine Bypassleitung 73 zirkuliert.
In nicht dargestellter, geschlossener Ausführung ist im Temperierkreislauf 38, insbesondere
zwischen letzter Rückgabestelle 76 und erster Entnahmestelle 74 eine nicht dargestellte
o. g. Kältequelle vorgesehen. Anstelle einer eigenen Kältequelle ist der Temperierkreislauf
38 vorzugsweise jedoch (in oben zum Temperierkreislauf 37 beschriebener Weise z. B.
über ein Ventil 69) und/oder eine Entnahmestelle 81 mit einem dem Druckturm 01 zugeordneten
(siehe z. B. Fig. 15, Ausführung b) und c) übergeordneten Kreislauf 77, z. B. Versorgungskreislauf
77, oder mit einem mehreren Drucktürmen 01 zugeordneten übergeordneten Temperierkreislauf
59 verbunden. Der Temperierkreislauf 38 weist dann die Einspeisstelle 67 auf, an welcher
aus einem Vorlauf eines übergeordneten Kreislaufs 59 (77) über z. B. das regelbare
Ventil 69 kälteres Fluid einspeisbar, und über eine entsprechende Leitung Fluid aus
dem Temperierkreislauf 38 in eine Rücklaufleitung des übergeordneten Kreislaufs 59
(77) rückführbar ist. Dem Walzen 19; 21 (bzw. Reibzylinder 19; 21) temperierenden
Temperierkreislauf 38 (Sekundärkreislauf 38) ist dann somit wieder eine Pumpe 68,
ein Ventil 69 und eine Einspeisstelle 67 zugeordnet. Der dem Temperierkreislauf 38
zugeordnete Regelkreis umfasst neben dem Ventil 69 als Stellelement 69 auch wenigstens
einen Sensor S0x, durch welchen eine Isttemperatur T
ist des Fluids und/oder der Walze(n) 19; 21 in o. g. Weise ermittelt und in der Steuer-
und/oder Regeleinrichtung 49 mit einer Solltemperatur T
soll (vorzugsweise einem zulässigen Temperaturbereich) verglichen wird. Es kann im Temperierkreislauf
38 ggf. lediglich ein Sensor S0x, z. B. in der Vorlaufleitung 71 oder der Rücklaufleitung
72, vorgesehen sein. Es können auch jeweils in der Vorlaufleitung 71 und der Rücklaufleitung
72 jeweils ein Sensor S02; S04 vorgesehen sein, welche z. B. in der Art des o. g.
virtuellen Sensors S03' zusammenarbeiten. Vorzugsweise ist jedoch jedem der Temperierzweige
38.1; 38.2; 38.3; 38.4 (zumindest Temperierzweige erster Ordnung bzw. Hauptzweige)
ein Sensor S0x zur Ermittlung einer betreffenden Isttemperatur zugeordnet, wobei z.
B. in der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49 die Isttemperaturen aller Temperierzweige
38.1; 38.2; 38.3; 38.4 auf Zugehörigkeit in den zulässigen Temperaturbereich überprüft
werden. Fällt einer der Temperaturen über die Obergrenze des Bereichs, so wird in
oben beschriebener Weise kälteres Fluid über das Ventil 69 zudosiert oder eine nicht
dargestellte Kältequelle (stärker) aktiviert. Der als Fluidquelle dienende übergeordnete
Temperierkreislauf 59 (77) kann vorzugsweise der selbe sein, der auch den Primärkreislauf
43 der Formzylindertemperierungen speist. In einer vorteilhaften Weiterbildung sind
für den Fall von n (n ∈ N) Temperierzweigen 38.1; 38.2; 38.3; 38.4 (38.x) in mindestens
(n-1) Temperierzweigen 38.1; 38.2; 38.3; 38.4 hinsichtlich des Durchflusswiderstandes
und/oder Querschnitts einstellbare Ventile 78 vorgesehen, durch welche eine Grundeinstellung
der relativen Durchflussmengen (zum Ausgleich ggf. aufgrund unterschiedlicher Leitungswiderstände
herrschender Differenzen) in den Zweigen durchführbar und bei Bedarf veränderbar ist.
Diese Ventile 78 können manuell oder auch - z. B. von einem Leitstand oder Leitstandsrechner
her - fern betätigt stellbar ausgebildet sein. Die genannte Einstellbarkeit der relativen
Durchflussmengen ist jedoch nicht vergleichbar mit einer über den Durchfluss von Temperierfluid
geregelten Kühlung, sondern stellt lediglich eine Ergänzung einer über Fluidaustausch
(bei im wesentlichen gleich bleibendem Volumenstrom) geregelten Temperierung für den
Fall paralleler Zweige eines selben Temperierkreislaufs 37; 38 dar. Sollte ggf. durch
Regelung der Fluidtemperatur des mehrere oder sämtliche Druckwerke 08 übergreifenden
Temperierkreislaufs 38 die Bedingung an die Zugehörigkeit aller Zweige zum erlaubten
Temperaturbereich nicht zu erfüllen sein, so ist durch Veränderung des Querschnitts
an einem oder an mehreren der Ventile 78 eine "Umverteilung" des Fluidstromes, und
damit eine Angleichung der Temperatur der an den gemeinsamen Temperierkreislauf 38
angeschlossenen Walzen 19; 21 möglich. Diese die einstellbaren relativen Durchflüsse
(z. B. über Ventile 78) betreffende, in Fig. 14 exemplarisch dargestellte Weiterbildung
ist auf alle Ausführungen von Temperierkreisläufen 37; 38 vorbeschriebener Ausführungen
anzuwenden und sinngemäß zu übertragen, in welchen sich ein Temperierkreislauf 37;
38 oder ein Zweig eines Temperierkreislaufs 37; 38 in parallele Zweige, z. B. in Temperierzweige
38.x oder in exemplarisch in Fig. 6 benannte Temperierzweige 37.1; 37.1 (37.y) teilt.
Dies gilt beispielsweise auch für in Fig. 6 und 8 bis 13 dargelegte Leitungsführungen
in mehrere Formzylinder 12; 14 oder mehrere Walzen 19; 21 parallel versorgenden Temperierkreisläufen
37; 38. Auch hier können wenigstens (n-1) von n Zweigen eines selben Temperierkreislaufs
37; 38 ein hinsichtlich des Querschnittes bzw. Durchflusses einstellbares Ventil 78
aufweisen. Das selbe gilt auch für die Teilung des übergeordneten Primärkreislaufs
59 in die Primärkreislaufzweige 43, wo ebenfalls im Fall von n Abzweigungen wenigstens
in (n-1) abgezweigten Kreisläufen ein entsprechendes Ventil vorgesehen sein.
[0082] Das am Beispiel des gemäß Fig. 14 lediglich einen Temperierkreislauf 38 für sämtliche
Reibzylinder 19; 21 des Druckturms 01 aufweisende Prinzips der vom "Formzylinderprimärkreislauf(-zweig)"
unabhängigen Walzentemperierung ist vorteilhaft auch auf die Ausführungen einzeln
temperierbarer Formzylinder 12; 14 und/oder auf Ausführungen zu übertragen, in welchen
z. B. für die Temperierung der Reibzylinder 19; 21 des Druckturms 01 zwei oder mehr
derartige, vom Primärkreislauf 43 unabhängige Temperierkreisläufe 38 vorgesehen sind.
Abweichend vom Beispiel der Fig. 14 können auch in anderer Weise gebildete, seriell
durchlaufene Gruppen von Reibzylindern 19; 21 gebildet sein oder aber es können statt
des wie dargestellt seriellen Durchlaufs auch mehr parallele, z. B. jeweils lediglich
einen oder zwei Walzen 19; 21 temperierende Temperierzweige 38.1; 38.2; 38.3; 38.4
oder aber weniger Temperierzweige 38.1; 38.2; 38.3; 38.4, jedoch mit mehr Temperierunterzweigen
38.11; 38.12; 38.21; 38.22 (Bezugszeichen "Temperierunterzweige" exemplarisch in Fig.
10 und 14) und/oder noch weiter aufgegliederte Zweige von Temperierunterzweigen 38.11;
38.12; 38.21; 38.22 vorgesehen sein. Derartige Temperierunterzweige 38.11; 38.12;
38.21; 38.22 und ggf. weiter aufgegliederte Temperierunterzweige sollen jedoch, falls
nicht explizit ausgenommen, gleichermaßen unter die Bezeichnung "Temperierzweige"
gefasst sein.
[0083] Wie in Fig. 15 und 16 exemplarisch dargestellt, können Temperierzweige 38.1; 38.2;
38.3; 38.4 auch von einem Vorlaufverteiler 83 abgehen und in einem Rücklaufsammler
84 münden.
[0084] In Fig. 15 und 16 sind exemplarisch jeweils drei Varianten für die Druckturmtemperierung
(mit a, b und c gekennzeichnet) nebeneinander dargelegt und im Fall der Fig. 16 an
einem gemeinsamen übergeordneten Kreislauf 59 angeschlossen. Obwohl für den Fall mehrerer,
z. B. zweier oder dreier in einer Sektion nebeneinander angeordneter Drucktürme 01
vorzugsweise jeweils eine selbe Variante zum Einsatz kommt, könnten ggf. auch gleichzeitig
unterschiedliche der dargelegten Varianten für verschiedene Drucktürme 01 der Sektion
zur Anwendung kommen.
[0085] Für die genanten Ausführungen der Figuren 6 bis 14, insbesondere der Fig. 6, 8, 10,
12 und 14, können die beiden Walzen 19; 21 je Druckwerk 08 grundsätzlich nach Bedarf
auch jeweils parallel anstatt seriell durchflossen sein.
[0086] In den Ausführungen der Fig. 6, 8, 10, 12 und 14 sind die beiden Formzylinder 12;
14 und/oder die Walzenpaare der beiden Druckwerke 08 des selben Doppeldruckwerkes
17 jeweils an gemeinsame Sekundärkreisläufe 37; 38 angebunden. Dabei ist bei geringem
Aufwand der Möglichkeit grundsätzlich genüge getan, die unterschiedlichen Farben optimal
auf den gerade verwendeten Bedruckstoff (Papier) anpassen zu können.
[0087] Wie oben genannt, kann es hinsichtlich Feinabstimmungen zwischen Schön- und Widerdruckseite
jedoch von Vorteil sein, wenn die beiden Formzylinder 12; 14 des Doppeldruckwerkes
17 und/oder die Walzen 19; 21 der beiden Druckwerke 08 des Doppeldruckwerks 17 durch
voneinander verschiedne Temperierkreisläufe 37; 38 temperierbar sind.
[0088] In Fig. 7, 9, 11 und 13 werden die beiden Formzylinder 12; 14 jeden Doppeldruckwerks
17 durch jeweils voneinander unabhängig temperierbare Temperierkreisläufe 37 (unabhängig
von den jeweils anderen Druckwerken 08) temperiert. Im Inneren jeden Sekundärkreislaufs
37 zirkuliert das Temperierfluid, gefördert über die Pumpe 47. Der jeweilige Temperierkreislauf
37 (Sekundärkreislauf 37) ist mit einem Primärkreislauf(-zweig) 43 über eine Entnahmestelle
57 und eine Rückgabestelle 58 verbunden. Es kann in nicht dargestellter Ausführung
grundsätzlich ein gemeinsamer, im wesentlichen vertikal verlaufender Primärkreislauf(-zweig)
43 für die die linken und rechten Druckwerke 08 (Formzylinder 12; 14 bzw. Walzen 10;
21) temperierenden Temperierkreisläufe 37; 38 vorgesehen sein. Auch aus Übersichtlichkeitsgründen
ist jedoch hier eine Ausführung mit zwei Primärkreisläufen 43 dargestellt, welche
ggf. hinsichtlich Teilbarkeit und/oder Fluidstrecken vorteilhaft ist, wobei zwei z.
B. im wesentlichen vertikal verlaufende Primärkreisläufe 43 im Druckturm 01 vorgesehen
sind, welche jeweils die die Formzylinder 12; 14 einer Bahnseite bzw. einer Druckturmhälfte
(eines teilbaren Druckturms 01) temperierenden Sekundärkreisläufe 37 versorgt. Die
Temperierung mittels der Temperierkreisläufe 37; 38 bzw. Regelkreise erfolgt jedoch
in zu o. g. selben Weise. Wird eine Solltemperatur T
soll (oder Maximaltemperatur oder Bereich) für einen Zielort an einem hier nicht dargestellten
Sensor S0x (siehe oben) überschritten, so wird über das Ventil 51 kälteres Fluid aus
dem Primärkreislauf(-zweig) 43 in den Sekundärkreislauf 37 (38) eingebracht und die
entsprechende Menge über die Rückgabestelle 58 in den Primärkreislauf(-zweig) 43 ausgeleitet.
Je Formzylindern 12; 14 ist hier ein mit dem Primärkreislauf(-zweig) 43 bzw. einem
der Primärkreislauf(-zweige) 43 verbundener Temperierkreislauf 37 vorgesehen.
[0089] In einer gerätetechnisch wenig aufwändigen Lösung der Fig. 7 stehen auch die zu temperierenden
Walzen 19; 21 mit dem den dem selben Druckwerk 08 zugeordneten Formzylinder 12; 14
temperierenden Sekundärkreislauf 37 in thermischer Wechselwirkung. In einer vorteilhaften
Ausführung können wieder jeweils stromabwärts des Formzylinders 12; 14 zwei dem selben
Druckwerk 08 zugehörige Reibzylinder 19; 21 seriell durchflossen sein. Wie oben genannt,
kann es hinsichtlich des einzustellenden Temperaturgefälles von Vorteil sein, wenn
in der Ausführung des Farbwerks 09 nach Fig. 4 zunächst der formzylindernähere (19),
und dann der formzylinderfernere (21) Reibzylinder durchflossen wird. Im Fall der
Ausführung nach Fig. 3 kann beispielsweise der in Umfangsrichtung zweite Reibzylinder
19 zuerst durchflossen sein. Grundsätzlich kann jedoch auch hier, falls erforderlich
auch die umgekehrte Reihenfolge vorgesehen sein. Für die vier Doppeldruckwerke 17
ist die Temperierung in Fig. 7 stellvertretend lediglich am oberen Doppeldruckwerk
17 dargestellt.
[0090] In der Ausführung gemäß Fig. 9 ist im Gegensatz zu Fig. 7 für die Temperierung der
beiden Walzen 19; 21 jeden Druckwerks 08 ein vom Temperierkreislauf 37 verschiedener
Temperierkreislauf 38, insbesondere Sekundärkreislauf 38, vorgesehen. Grundsätzlich
können hier jedoch in nicht dargestellter Variante auch entsprechend der Walzentemperierung
aus Fig. 8 die vier Walzen 19; 21 jeden Doppeldruckwerkes 17 durch einen gemeinsamen
Sekundärkreislauf 38, temperiert sein. Auf den die Walzen 19; 21 temperierenden Temperierkreislauf
38 ist wieder das oben zum Temperierkreislauf 37 dargelegte in gleicher Weise, jedoch
unter Anwendung der Bezugszeichen für die Einspeisstelle 67, die Pumpe 68 und das
Ventil 69 anzuwenden. Die die Walzen 19; 21 einzelner Druckwerke 08 temperierenden
Sekundärkreisläufe 38 sind in der Ausführung nach Fig. 9 ebenfalls über Entnahmestellen
57 und Rückgabestellen 58 mit dem Primärkreislauf(-zweig) 43 bzw. ggf. mit den Primärkreislauf(-zweigen)
43 verbunden.
[0091] Im Unterschied zu Fig. 9 stehen in der Ausführung nach Fig. 11 die zu temperierenden
Walzen 19; 21, insbesondere Reibzylinder 19; 21, zweier übereinander angeordneter
Druckwerke 08 mit einem selben Sekundärkreislauf 38, also lediglich einem entsprechenden
Regelkreis, in thermischer Wechselwirkung. Zwar können auch hier andere Durchflussmuster
gewählt sein, vorzugsweise ist jedoch eine möglichst symmetrische Fluidführung vorzusehen,
wobei hier z. B. die beiden Walzen 19; 21 des selben Druckwerks 08 wieder jeweils
seriell, beispielsweise in o. g. Reihenfolge, durchflossen werden. Die nicht vollständig
dargestellte Temperierung der beiden unteren Doppeldruckwerke 17 ist in der selben
Weise ausgeführt.
[0092] In der Ausführung nach Fig. 13 ist für die zu temperierenden Walzen 19; 21, insbesondere
Reibzylinder 19; 21, der linken und der rechten Druckwerke 08 des Druckturms 01 jeweils
lediglich ein Regelkreis bzw. ein Temperierkreislauf 38 vorgesehen. Auch hier ist
in vorteilhafter Ausführung eine weitgehend symmetrische Fluidführung, d. h. für die
jeweils zwei seriell durchflossene Walzen 19; 21 enthaltenden Zweige eine in etwa
gleich große Streckenlänge vorgesehen.
[0093] Aus Übersichtsgründen wurde auf die figürliche Darstellung der zu Fig. 14 parallelen
Ausbildung mit einzeln temperierbaren Formzylindern 12; 14 und/oder zwei Temperierkreiszweigen
43 verzichtet. In Anlehnung an die Ausführung der Walzentemperierung aus Fig. 14 mit
einer eigenen Kältequelle oder eigenen Verbindung zu einem übergeordneten Temperierkreislauf
59 (77) kann diese Variante der Fig. 14 auch auf einzeln temperierbare Formzylinder
12; 14 und/oder auf die Ausführung mit zwei Primärkreislaufzweigen 43 gemäß z. B.
der Formzylindertemperierung aus Fig. 13 in gleicher Weise übertragen werden. Hierbei
kann ein Primärkreiszweig 43 oder es können wie in Fig. 13 dargestellt zwei Primärkreiszweige
43 (z. B. je Bahnseite einer) zur Versorgung der die Formzylinder 12; 14 temperierenden
Temperierkreisläufe 37 vorgesehen sein. Zu diesem einen Primärkreislaufzweig 43 oder
zu diesen zwei Primärkreislaufzweigen 43 kann dann wie in Fig. 14 ein die Walzen 19;
21 des Druckturms 01, ggf. über Temperierzweige 38.x, temperierender Sekundärkreislauf
38, oder es können z. B. zwei derartige Walzen 19; 21 des Druckturms 01, ggf. über
Temperierzweige 38.x, temperierende Sekundärkreisläufe 38, z. B. je Bahnseite ein
Sekundärkreislauf 38, vorgesehen sein. In einer hinsichtlich kurzer Streckenabschnitte
und/oder einfacherer Verrohrung vorteilhaften Ausführung sind je Bahnseite z. B. je
ein die Walzen 19; 21 temperierender Temperierkreislauf 38 sowie ein zur Versorgung
der die Formzylinder 12; 14 temperierenden Temperierkreisläufe 37 dienender Primärkreislaufzweig
43 vorgesehen.
[0094] Auch für die genannten Ausführungen der Fig. 7, 9, 11 und 13 sowie die entsprechende
Variante der Fig. 14 können die beiden Walzen 19; 21 je Druckwerk 08 grundsätzlich
nach Bedarf auch parallel anstatt seriell durchflossen sein.
[0095] Die Lösungen gemäß Fig. 6 und 7 erfordern keine zusätzlichen Regelkreise bzw. Temperierkreisläufe
für die Temperierung der Walzen 19; 21, insbesondere der Reibzylinder 19; 21. Bei
geeigneter Ausbildung der Druckfarbe und/oder Einstellung der Solltemperatur T
soll des betreffenden Temperierkreislaufs 37 kann die vom Formzylinder 12; 14 unabhängige
Temperierung der Reibzylinder 19; 21 entfallen. Dies gilt generell auch zu o. g. bevorzugter
Ausführung der Übertragungszylinder 11; 13 ohne das Erfordernis eigener Temperiereinrichtungen.
[0096] Die Lösungen gemäß Fig. 8 und 9 (bzw. eine Kombination einzeln temperierter Formzylinder
12; 14 mit "doppeldruckwerksweiser" Temperierung der zu temperierenden Walzen 19;
21) weisen zwar einen erhöhten technischen Aufwand durch insgesamt acht, zwölf oder
sechzehn Temperierkreisläufe 37; 38 bzw. entsprechende Regelkreise auf, ermöglichen
jedoch hohes Maß an Anpassung der Farbeigenschaften an die im Druckturm 01 vorliegenden
Bedürfnisse einander nachfolgender Druckstellen 10 und/oder Papiereigenschaften.
[0097] Den Lösungen aus Fig. 10 bis 14 ist z. B. gemeinsam, dass Walzen 19; 21, insbesondere
Reibzylinder 19; 21 mehrerer, zumindest mehrerer (vorzugsweise aller) auf eine selbe
Seite einer Bahn 02 druckender, Druckwerke 08 eines Druckturms 01 durch einen gemeinsamen
Temperierkreislauf 38 und einen diesen betreffenden Regelkreis gemeinsam temperierbar
ausgebildet sind, was erhebliche Einsparungen an Temperierkreisläufen 37 bzw. Regelkreisen
mit sich bringt, während die Formzylinder 12; 14, insbesondere vorzugsweise die Formzylinder
12; 14 sämtlicher auf eine selbe Seite der Bahn 02 druckenden Druckwerke 08, durch
jeweils voneinander unabhängige Temperierkreisläufe 37 mit entsprechenden Regelkreisen
temperierbar sind. In den Ausführungen der Fig. 14 ist zudem der die Reibzylinder
19; 21 betreffende Temperierkreislauf 38 unabhängig von den die Formzylinder 12; 14
betreffenden Temperierkreisläufen 37 sowie von deren Primärkreislaufzweig(en) 43 durch
eine eigene Kühlquelle oder eigene Verbindung zu einem übergeordneten Temperierkreislauf
59 temperierbar. Hierdurch wird beispielsweise die Möglichkeit eines direkten, individuellen
Anpassens des gewünschten Temperaturniveaus in dem die Walzen 19; 21 betreffenden
Temperierkreislauf 38 (bzw. in die Walzen 19; 21 betreffenden Temperierkreisläufen
38) ermöglicht, ohne dass eine ggf. schwankende Belastung des die Temperierkreisläufe
37 versorgenden Primärkreislaufzweiges 43 erfolgt. Die weniger kritische Temperierung
der Walzen 19; 21 (größerer erlaubter Temperaturbereich und/oder geringere Anforderung
an die Dynamik) ist hierbei von der in engeren Grenzen einzuhaltenden und/oder stärkeren
Anforderungen an die Dynamik unterliegenden Temperierung der Formzylinder 12; 14 getrennt.
[0098] Die dargelegten Ausführungen sind auch auf Ausführungen entsprechend anzuwenden,
in welchen jeweils lediglich eine der Walzen 19; 21; 22; 23; 24/29; 26; 27; 28, z.
B. einer der Reibzylinder 19; 21, und/oder ein Farbreservoir 25, oder aber z. B. zusätzlich
zu einem oder zu beiden Reibzylindern 19; 21 die Filmwalze 27 und/oder das Farbreservoir
25, oder aber z. B. zusätzlich zu einem oder zu beiden Reibzylindern 19; 21 die Duktorwalze
28 in z. B. mehrere der dargelegten Temperierkreisläufe 38 einbezogen ist. Hierbei
könnte dann z. B. die Filmwalze 27 und/oder die Duktorwalze 28 und/oder das Farbreservoir
25 zusätzlich zu einem oder zwei Reibzylindern 19; 21 im betreffenden Temperierkreislauf
38 seriell/und oder parallel integriert sein.
[0099] Die Filmwalzen 27 und/oder Duktorwalzen 28 und/oder Farbreservoire 25 können jedoch
auch zusätzlich durch nicht dargestellte eigene Temperierkreisläufe temperiert sein,
welche z. B. in der Art der o. g. Temperierkreisläufe 38 ausgebildet sein können.
Die zu den Temperierkreisläufen 38 dargelegten Ausführungen sind auf Ausführungen
eines weiteren derartigen Temperierkreises zu übertragen, wo je Druckwerk 08 durch
den weiteren Temperierkreislauf wenigstens zwei der Bauteile aus Filmwalze 27 und/oder
Duktorwalze 28 und/oder Farbreservoir 25 (z. B. seriell) zu temperieren sind. Soll
lediglich die Filmwalze 27 oder die Duktorwalze 28 oder das Farbwerk 25 temperiert
werden, so sind die für die Temperierkreisläufe 38 dargelegten Varianten dahingehend
zu übertragen, dass im betreffenden Zweig bzw. Unterzweig kein zweites Bauteile seriell,
sondern lediglich ein Bauteil, nämlich die Filmwalze 27 oder die Duktorwalze 28 oder
das Reservoir 25, temperiert wird. Soll die Filmwalze 27 oder die Duktorwalze 28 temperiert
sein, so ist diese entsprechend dem zum Reibzylinder 19; 21 Ausgeführtem temperierbar
ausgebildet. Soll das Farbreservoir 25 temperiert sein, so kann dies beispielsweise
durch Kontakt der Leitung des Temperierkreises selbst mit der Farbe oder aber durch
Kontakt dieser Leitung mit einem die Farbe aufnehmenden Gehäuse erfolgen.
[0100] Grundsätzlich können die Einspeisstellen 46 (67) und Pumpen 47 (68) der Temperiereinrichtung
39 eines Druckturms 01 entgegen den Darstellungen auch zentral, z. B. zusammengefasst
in einem sog. Temperierschrank, in einem unteren Bereich oder gar in einer Ebene unter
des Druckturms 01 angeordnet sein, wobei sich dann jedoch die Leitungswege der Sekundärkreisläufe
37; 38 entsprechend verlängern (und eine z. T. erheblich unterschiedliche Länge aufweisen).
Wie in den Figuren erkennbar, sind vorteilhaft (z. B. hinsichtlich Reaktionszeit und/oder
symmetrischen Verhältnissen) zumindest für die die Formzylinder 12; 14 temperierenden
Temperierkreise 37 (ggf. auch für die Walzen 19, 21) zumindest jeweils die Einspeisstelle
46 (67) und Pumpe 47 (68) der Temperierkreisläufe 37, z. B. als Bestandteil einer
Baugruppe, auf unterschiedlichen Höhen des Druckturms 01, insbesondere übereinander,
also z. B. jeweils bauteilnah zum zu temperierenden Bauteil 12; 14 (19; 21) angeordnet.
Vorzugsweise befinden sich diese Baugruppen in etwa auf Höhe der Druckwerke 08, die
die durch diese Baugruppe zu temperierenden Bauteile 12; 14 (19; 21) enthalten. Dies
kann auch - insbesondere für die Ausführungen nach Fig. 8, 10, ggf. 12 und ggf. 13
entsprechend für die die Walzen 19; 21 temperierenden Sekundärkreise 38 angewandt
sein. Für die Ausführung gemäß Fig. 12, 13 und insbesondere 14 und die sich hierauf
beziehende Abwandlung kann es jedoch vorteilhaft sein, die Einspeisstelle(n) 67 für
den Walzen 19; 21 temperierenden Sekundärkreislauf 38 im unteren Bereich des Druckturms
01 vorzusehen.
[0101] Die Einspeisstellen 46 (67) und Pumpen 47 (68), z. B. jeweils als Bestandteil einer
Baugruppe, sind vorzugsweise stirnseitig des Druckturms 01 (d. h. auf einer stirnseitigen
Maschinenseite der Druckwerkszylinder 11; 12; 13; 14 z. B. am Seitengestell oder einem
mit letzteren verbundenen Rahmenteil, insbesondere innerhalb eines stirnseitigen,
z. B. Versorgungsleitungen sowie ggf. Nebenaggregate aufweisenden, Raum, z. B. als
stirnseitiger Schaltschrank (z. B. Versorgungs- und/oder Schaltanlagen und Mechanik
enthaltend) bezeichnet, angeordnet. Diese im oder am Seitengestell integrierte Anordnung
der Baugruppen ermöglicht die druckwerksnahe Anordnung jeden Sekundärkreislaufes 43,
insbesondere die druckwerksnahe Einspeisung, was eine erheblich verkürzte Reaktionszeit
bewirkt. Im Fall von mittig teilbaren Drucktürmen 01 kann der die Baugruppen aufnehmende
stirnseitige Raum ggf. als ein zur Mitte offener oder als zwei zumindest teilweise
zur Mitte hin abgetrennte Räume ausgebildet sein.
[0102] Nicht nur aber insbesondere für den Fall eines teilbar ausgebildeten Druckturms 01,
in welchem z. B. für die linken Druckwerke 08 ein linker Primärkreislaufzweig 43 und
für die rechten Druckwerke 08 ein rechter Primärkreislaufzweig 43 mit jeweils den
entsprechenden Vorlauf- bzw. Rücklaufleitungen 53; 54 vorgesehen ist, können auf dem
Leitungsweg zwischen den Vorlauf- bzw. Rücklaufleitungen 53; 54 des beweglichen Teils
eines teilbaren Druckturms 01 und der jeweiligen Entnahme- bzw. Rückgabestelle 61;
62 aus dem übergeordneten Kreislauf 59 flexible Leitungsstücke, z. B. Schlauchstücke,
vorgesehen sein.
[0103] In einer Weiterbildung kann es von Vorteil sein, wenn einem bestimmten Druckturm
01 zugeordnete Aggregate des Primärkreislaufs 43 - z. B. die Pumpe(n) 56 und ggf.
vorgesehene Druckausgleichsgefäße - und/oder eines zumindest die Walzen 19; 21 einer
Druckturmhälfte gemeinsam versorgenden Sekundärkreislaufs 38 - z. B. dessen Pumpe
68 und ein ggf. ebenfalls vorgesehenes Druckausgleichgefäß und/oder das Ventil 69
- in einer Ebene unterhalb einer Grundebene, d. h. unterhalb der Hauptbedienebene,
und/oder in einer Ebene unterhalb des Fußes des Druckturms 01, z. B. in der beispielsweise
abdeckbaren Vertiefung, angeordnet sind. Im Fall eines in Tischaufstellung, also auf
einer Galerieebene aufgestellten Druckturms 01, ist die Vertiefung beispielsweise
ebenfalls als unterhalb der Standebene bzw. Trittebene des Bedienpersonals im Fußrahmen
oder als im Galerierahmen angeordnete Aussparung ausgebildet. Ist eine derartige Vertiefung
bzw. Grube vorteilhaft wahlweise abdeckbar ausgestaltet, so ist sie zugänglich, jedoch
räumlich für das Bedienen der Maschine von der Stirnseite her nicht störend. Mit dieser
Maßnahme von versenkt angeordneten Aggregaten werden die Leitungslängen verkürzt,
wobei gleichzeitig die stirnseitige Zugänglichkeit zum Instrumentenraum gewährleistet
ist. Bei mehreren Drucktürmen 01 weisen dann z. B. alle Drucktürme 01 eine derartige
stirnseitige, insbesondere abdeckbare Vertiefung auf, in welcher die das Fluid im
jeweiligen Primärkreiszweig 46 und/oder Sekundärkreislauf 38 fördernde Pumpe 56 (68),
sowie die Anschlussstellen zwischen übergeordnetem Primärkreislauf 59 und dem entsprechenden
Primärkreislaufzweig 43 (bzw. Sekundärkreislauf 38) des betreffenden Druckturms 01
angeordnet sind.
[0104] Die "Architektur" der dargelegten Temperiereinrichtung 39 ist somit effektiv und
wo erforderlich ausreichend reaktionsschnell ausgebildet, indem z. B. ein übergeordneter
Kreislauf 59 (im wesentlichen überwiegend horizontal zwischen den Drucktürmen 01 verlaufend)
ein auf unterhalb der Umgebungstemperatur gekühltes Fluid führt, an den jeweiligen
Drucktürmen 01 jeweils Fluid aus dem übergeordneten Kreislauf 59 entnommen und in
einem (im wesentlichen vertikal durch die bzw. an den Drucktürmen 01 verlaufenden)
Primärkreislaufzweig 43 und ggf. Walzen 19; 21 temperierenden Sekundärkreislauf 38
umläuft, wobei z. B. Entnahmestellen 57 aus dem Primärkreiszweig 43 für die zu temperierenden
Sekundärkreisläufe 37 (38) sowie deren wesentliche Aggregate (z. B. Pumpe 47 (68)
und Dosierventil 51 (69)) möglichst bauteilnah, d. h. im Druckturm 01 verteilt auf
verschiedene Höhen, angeordnet sind. Vorzugsweise ist es hierbei für die bzgl. der
Temperatur weniger sensiblen Walzentemperierung vorgesehen, dass Walzen 19; 21 einer
Mehrzahl von Druckwerken 08, insbesondere mindestens von Druckwerken 08 einer Druckturmhälfte
oder gar den Druckwerken 08 des gesamten Druckturms 01, durch einen gemeinsamen Regelkreis
bzw. Temperierkreislauf 38 temperierbar bzw. temperiert sind
[0105] Wie bereits oben erwähnt, sind die Sekundärkreisläufe 37; 38 mit ihren Fluidstrecken,
Ventilen und Sensoren jeweils Bestandteil einzelner Regelkreise, wobei ein Regelkreis
z. B. das Bauteil 12; 14; 19; 21 temperierendes Temperierfluid, wenigstens einen die
Temperatur des Fluids und/oder vorzugsweise des hierdurch zu temperierenden Bauteils
12; 14; 19; 21 überwachender Sensor S0x, mindestens ein Stellglied 51; 69 (52) sowie
einen auf das Stellglied 51; 69 wirkenden Regelprozess umfasst.
[0106] Den einzelnen Sekundärkreisläufen 37; 38 bzw. den hierzu korrelierenden Regelkreisen
sind vorzugsweise jeweils eigene Regelprozesse hinsichtlich der jeweils gemessenen
Isttemperatur(en) T
ist und Solltemperaturen T
soll zugeordnet. Unter Regelprozess soll hier allgemein ein Regler verstanden werden,
welcher analog, digital oder als Softwareroutine z. B. nach einem bestimmten schaltungs-
und/oder softwaretechnisch eingerichteten Regelalgorithmus arbeitet. Es können ein
oder mehrere dieser Regelprozesse in einer gemeinsamen Steuer- und/oder Regeleinrichtung
49 vorgesehen bzw. zusammengefasst sein.
[0107] Jedem der Regelprozesse sind individuell Solltemperaturen T
soll zugeordnet bzw. zuorden- und/oder vorgebbar, wobei jedoch grundsätzlich für mehrere
Regelprozesse gleiche Werte zugeordnet sein können. Diese vorgebbaren bzw. vorgegebenen,
hier allgemein als Solltemperaturen T
soll bezeichneten Temperaturvorgaben können wie oben bereits angemerkt als Temperaturmaximalwerte
T
max, als konkrete Solltemperaturwerte T
s, ggf. unter Definition eines Toleranzbereichs T
s±Δ, oder aber als Temperaturbereiche ΔT
s angegeben sein bzw. werden. Die Angabe eines Solltemperaturwertes T
s mit Toleranzbereich T
s±Δ und die Angabe eines Temperaturbereichs ΔT
s kann im Folgenden - wo nicht bewusst explizit unterschieden wird - gleichbedeutend
behandelt werden, wobei sich der Bereich aus dem genannten Wert unter Berücksichtigung
der angegebenen Toleranzen, und umgekehrt aus dem angegebenen Bereich eine mittlere
Solltemperatur T
soll mit symmetrischem Toleranzbereich Δ ergibt. Soweit im Folgenden nicht explizit unterschieden
wird, ist unter der Angabe einer "Solltemperatur T
soll" gleichbedeutend der Solltemperaturwert T
s (ungeachtet ggf. zusätzlicher Toleranzen) oder der mittlere Wert, auch Schwerpunkt,
eines Temperaturbereichs ΔT
s zu verstehen.
[0108] Den Regelprozessen der die Formzylinder 12; 14 temperierenden Temperierkreisläufen
37 sind vorzugsweise Toleranzbereiche Δ von Solltemperaturwerten T
s bzw. Temperaturbereiche ΔT
s vorgegeben, welche eine Breite von z. B. maximal 3°C, vorteilhaft maximal 2°C, insbesondere
höchstens 1 °C abbilden. Im Gegensatz hierzu ist dem Regelprozess bzw. sind den Regelprozessen
des bzw. der die Walzen 19; 21 des Farbwerks 09 temperierenden Temperierkreisläufe
38 entweder lediglich Maximaltemperaturwerte vorgegeben, oder vorzugsweise Toleranzbereiche
Δ bzw. Temperaturbereiche ΔT
s, welche - z. B. je nach Ausführung o. g. Varianten - eine Breite von z. B. mehr als
2°C, vorteilhaft mehr als 3°C, und/odereine Breite von z. B. bis zu 5°C, vorteilhaft
gar bis zu 7°C, abbilden.
[0109] Dabei gilt vorzugsweise gleichzeitig die Bedingung, dass bei der Ausbildung getrennter
Temperierkreisläufe 37; 38 für Druckwerkszylinder 12; 14 einerseits und Walzen 19;
21 andererseits dem Regelprozess des den Formzylinder 12; 14 eines Druckwerkes 08
(einzeln oder gemeinsam mit einem anderen Formzylinder) temperierenden Temperierkreislaufs
37 ein kleinerer zulässiger Temperaturbereich vorgegeben bzw. hinterlegt ist als dem
Regelprozess des die Walzen 19; 21 des zugeordneten Farbwerks 09 (einzeln oder gemeinsam
mit Walzen anderer Farbwerke) temperierenden Temperierkreislaufs 38. Dies gilt z.
B. für jedes Druckwerk 08 des Druckturms 01.
[0110] Insbesondere für Ausführungen des die Walzen 19; 21 mehrerer, ggf. der einen Hälfte
oder gar sämtlicher im Druckturm 01 angeordneter Druckwerke 08 temperierenden Temperierkreislaufs
38 (ggf. unter Ausbildung von Temperier(unter)zweigen 38.x) kann hierdurch bei geringem
Aufwand ein dennoch störungsfreier Betrieb gewährleistet sein. Die "Entfernung" in
Bezug auf den Farbweg zum Formzylinder 12; 14 und gar zur Druckstelle 10 (d. h. zum
Bedruckstoff) hin ermöglicht es hier - insbesondere bei Verwendung einer "gutmütigen"
Druckfarbe, d. h. einer Druckfarbe mit rheologischen Farbeigenschaften, die im betreffenden
Temperaturbereich nicht zu großen Grandienten unterlegenen sind (s. u.) - einen guten
Kompromiss zwischen verfahrenstechnischem Aufwand und erzielbarer Druckqualität bei
robustem Betrieb - insbesondere auch bei Verwendung von Zeitungspapier. Eine diesen
Kompromiss ggf. behindernde Rasterwalze mit entsprechender Farbflusssteuerung über
exakte Temperaturvorgaben liegt in der Ausführung der vorliegenden Zeitungsdruckmaschine
bzw. des Druckturms 01 mit Walzenfarbwerk nicht vor. Die Wahl einer vorteilhaften
Druckfarbe und/oder eines vorteilhaften vorgegebenen Temperaturbereichs für den die
Walzen 19; 21 temperierenden Regelkreis und/oder ggf. eine vorteilhafte Durchflussreihenfolge
seriell zu durchlaufender Walzen 19; 21 kann bereits einer vorteilhaften Temperatur
des Formzylinders 12; 14 entgegen kommen.
[0111] Eine individuelle und enge Anpassung der Farbeigenschaft an den optimalen, insbesondere
tonfreien Farbauftrag auf die Druckform, insbesondere ohne die Steuerungsmöglichkeit
durch ein Feuchtwerk, sowie eine vorgreifende Anpassung an das insbesondere möglichst
rupffreie Zusammenwirken des Übertragungszylinders 11; 13 mit dem Bedruckstoff ist
durch die einzelne oder zumindest paarweise Regelungsmöglichkeit der Formzylinder
12; 14 gegeben. Bei Einstellung einer vorteilhaften Temperatur am Formzylinder 12;
14 (s. u.) kann auf eine eigene Temperierung der Übertragungszylinder 11; 13 verzichtet
werden. Die die Temperierkreisläufe 37 der Formzylinder 12; 14 regelnden Regelkreise
greifen bevorzugt auf mindestens einen Messwert wenigstens eines Sensors S02; S03;
S03'; S04; S05 zurück, der die Fluidtemperatur bauteilnah zwischen Pumpe 47 und Formzylindereinritt
oder vorteilhaft eine Temperatur des Formzylinders 12; 14 oder seiner Oberfläche (Sensor
S03 oder S03') detektiert. In einer vorteilhaften Weiterbildung kann - um Überschwinger
zu reduzieren - zusätzlich auch eine der Einspeisstelle 46 nahe Temperatur (z. B.
Sensor S01) ermittelt und hinsichtlich der Dynamik des Regelungsprozesses berücksichtigt
werden. In einer zwar sehr einfachen, jedoch hinsichtlich der Formzylindertemperatur
weniger genauen Ausführung, könnte lediglich der einspeisstellennahe Sensor S01 vorgesehen
sein. Für den Fall einer für die Regelung zugrunde liegenden Temperaturwertes lediglich
eines einspeisstellennahen und/oder bauteilnahen Sensors S01; S02 kann die hier ermittelte
Temperatur - beispielsweise in zu o. g i. V. m. Sensor S03' genannter Weise entsprechend
empirisch normiert bzw. kalibriert und modelliert - Aufschluss über die Formzylindertemperatur
geben. In diesem Fall bezieht sich die im Regelprozess vorgegebene Temperatur in einer
Variante z. B. auf die Temperatur an der betrachteten Messstelle als Zieltemperatur.
Für vorteilhaften Fall jedoch, dass ein o. g. empirischer Zusammenhang und/oder Modell
im Regelprozess hinterlegt ist und vom Algorithmus berücksichtigt wird, kann als "gemessene"
Temperatur die sich über die Modellierung ergebende virtuelle Bauteil- bzw. Manteltemperatur
als Temperatur am Zielort herangezogen werden, welche dann durch den Regelprozess
mit der Solltemperatur für den selben Zielort, nämlich am Bauteil bzw. Bauteilmantel,
verarbeitet wird. Dieses Prinzip ist insbesondere auch für die Verwendung des o. g.
virtuellen Sensors S03' entsprechend anzuwenden. Auch hier wird dann durch den betreffenden
Regelprozess die "virtuellen Bauteil- bzw. Manteltemperatur als Isttemperatur T
ist am Zielort "Bauteile" bzw. "Mantelfläche" herangezogen und mit der für diesen Zielort
vorgegebenen Solltemperatur T
soll verarbeitet und ausgewertet.
[0112] Dieses Prinzip ist grundsätzlich auf sämtliche oben genannten Regelkreise bzw. Sekundärkreisläufe
anzuwenden, sofern die Bauteil- bzw. Manteltemperatur nicht - wie bevorzugt - unmittelbar
durch einen Sensor S03, z. B. IR-Sensor, gemessen, sondern über eine Fluidtemperatur
indirekt über ein Modell bestimmt wird, jedoch bevorzugtermasen eine Vorgabe einer
Solltemperatur direkt für das Bauteil oder dessen Mantelfläche als Zielort erfolgen
soll.
[0113] Ist im Folgenden von einer Soll- oder Isttemperatur am Bauteil bzw. dessen Mantelfläche
als Zielort die Rede, so ist - sofern nicht explizit anders angemerkt - damit von
einer tatsächlich am Formzylinder 12; 14 bzw. an der Walze 19; 21 bzw. insbesondere
dessen Mantelfläche einzustellenden und/oder messbaren Temperatur auszugehen. Für
den Regelprozess kann im Fall einer über eine Fluidtemperatur zu ermittelnden "virtuellen"
Isttemperatur T
ist (z. B. aus S01, S02 oder S03') eine mögliche Abweichung zwischen tatsächlicher und
virtueller Isttemperatur T
ist über die entsprechende Modellierung und Kalibrierung vernachlässigbar klein gehalten
und/oder ein systematische Fehler ggf. noch bei Vorgabe des Temperaturwertes T
soll entsprechend z. B. als T'
soll berücksichtigt werden.
[0114] In Ausführungen, wobei parallel zwei Formzylinder 12; 14 durch einen selben Temperierkreislauf
37 temperiert werden, kann je einen Formzylinder 12; 14 versorgenden Temperierzweig
37.1; 37.2 ein Sensor S02; S03; S03'; S04 bauteilnah im Temperierzweig 37.1; 37.2
(z. B. Sensor S02 oder S04) und/oder am Formzylinder 12; 14 (z. B. Sensor S03; S03'(S02;
S04) vorgesehen sein. Hierbei können die Temperaturen der beiden Temperierzweige 37.1;
37.2 bzw. Formzylinder 12; 14 parallel auf Zugehörigkeit zur erlaubten Solltemperatur
T
soll (Bereich bzw. Toleranz) überwacht werden, und bei Bedarf die Temperatur des Fluids
durch den Regelprozess über das Stellglied 51 verändert werden. Sollte eine Differenz
zwischen den beiden Zweigen einmal so groß sein, dass die Anforderung für beide Formzylinder
12; 14 nicht gleichzeitig erfüllbar ist, so kann über o. g. einstellbare Ventile 78
eine relative Durchflussmenge, und damit in gewissen Grenzen eine Temperierwirkung,
angepasst bzw. neu eingestellt werden:
[0115] Für den Fall von Ausführungen, wobei durch den einen oder zwei Formzylinder 12; 14
temperierenden Temperierkreislauf 37 (37.1; 37.2) auch eine oder mehrere Walzen 19;
21 temperiert werden bzw. sind, kann zusätzlich zu einem oder mehreren der o. g. Sensoren
S01; S02; S03; S03' bzw. Messwerten ein weiterer Sensor vorgesehen sein, welcher,
z. B. dem Sensor S02 entsprechend auf der Fluidstrecke vor dem Eintritt in die (erste)
Walze 19; 21 oder aber z. B. dem Sensor S03 oder S03' entsprechend die Temperatur
der Walzenoberfläche beschreibend angeordnet ist. Stattdessen oder vorteilhaft zusätzlich
hierzu kann in ein Sensor zwischen dem Verlassen der (letzten) Walze 19; 21 und vor
dem Erreichen der Einspeisstelle 46 vorgesehen sein. Dies kann einerseits eine Kontrolle
über die aufgenommene Leistung und/oder eine obere Abschätzung einer Walzentemperatur
liefern und/oder anderseits bereits für den Regelprozess frühzeitig Informationen
über ggf. zuzuführendes kälteres Fluid geben.
[0116] Für den Fall eines oder mehrerer lediglich Walzen 19; 21 temperierender Temperierkreisläufe
38 (38.1; 38.2 etc.) kann im dem Temperierkreislauf 38 zugeordneten Regelprozess anstelle
eines Temperatursollwertes T
s oder eine Temperaturbereichs ΔT ein Temperaturmaximalwert T
max vorgegeben sein bzw. werden. Für diesen Fall kann eine einfache Ausführung darin
bestehen, dass im Temperierkreislauf 38 (38.1; 38.2 etc.) stromaufwärts oder stromabwärts
einer oder mehrerer durchlaufener, im Fall von seriellem Durchlauf z. B. stromaufwärts
der jeweils zuerst oder stromabwärts der jeweils zuletzt durchlaufenen Walze 19; 21,
ein Sensor S04 vorgesehen ist. Diese Isttemperatur T
ist kann - beispielsweise entsprechend empirisch normiert (s. o.) - Aufschluss über die
Walzentemperatur geben. In einer sichereren Ausführung ist jedoch ein die Temperatur
der Walze 19; 21 bzw. Walzenoberfläche detektierender Sensor S03; S03' - z. B. je
Walze 19; 21 oder zumindest an einer Walze 19; 21 je Walzenpaar - vorzusehen.
[0117] Für den bevorzugten Fall, dass Walzen 19; 21 mehrerer Druckwerke 08, insbesondere
Walzen 19; 21 mehrerer Doppeldruckwerke 17 beispielsweise über mehrere parallele Temperierzweige
38.x durch einen selben Temperierkreislauf 38 temperiert werden bzw. sind, kann die
Regelung des betreffenden Temperierkreislaufs 38 in der Weise erfolgen, dass Messwerte
von vergleichbaren Messstellen unterschiedlicher Temperierzweige 38.x darauf hin überwacht
werden, dass keiner der Messwerte den vorgegebenen Temperaturmaximalwert T
max überschreitet (Maximalwertdefinition) bzw. keiner der Messwerte nach unten oder nach
oben aus dem erlaubten Temperaturbereich ΔT
s bzw. Toleranzbereich T
s±Δ heraus fällt (Sollwertdefinition). Sollte eine Differenz zwischen den Zweigen einmal
so groß sein, dass die Anforderung nicht für alle betroffenen Messorte gleichzeitig
erfüllbar ist (sodass z. B. bei Temperaturerhöhung zwar der zuvor zu niedrige Wert
in den erlaubten Bereich angehoben wird, ein anderer jedoch hierdurch dann z. B. oben
aus dem erlaubten Bereich herausläuft), so kann über o. g. einstellbare Ventile 78
eine relative Durchflussmenge, und damit in gewissen Grenzen eine Temperierwirkung,
angepasst bzw. neu eingestellt werden.
[0118] In einer die Möglichkeiten der oben für die Temperiereinrichtung 39 dargelegten Ausführungen
besonders vorteilhaft anwendenden Ausführung können wenigstens zwei Regelprozesse
von Temperierkreisläufen 37, welche zwei Formzylinder 12; 14 mindestens zweier auf
die selbe Seite der Bahn 02 druckender Druckwerke 08 des Druckturms 01 temperieren,
voneinander verschiedene, insbesondere sich um z. B. mindestens 0,5°C unterscheidendesolltemperaturen
T
soll (d. h. nach o. g. sich um mindestens 0,5°C unterscheidende Solltemperaturwerte bei
ggf. gleichem Toleranzbereich, oder um mindestens 0,5°C versetztemittelwerte bezogen
auf den jeweiligen Temperaturbereich ΔT
s) aufweisen. Die beiden Formzylinder 12; 14 mindestens zweier auf die selbe Seite
der Bahn 02 druckenden Druckwerke 08 des Druckturms 01 sind bzw. werden in einer Betriebssituation
z. B. mit Fluid durchflossen, deren dem jeweiligen Regelprozess zugrunde liegende
Solltemperatur T
soll sich z. B. um mindestens 0,5°C unterscheidet. Hierbei ist vorzugsweise die sich auf
das in Bahnlaufrichtung betrachtet stromabwärts angeordnete Druckwerk 08 beziehende
Solltemperatur T
soll die höhere. Die zu temperierenden Walzen 19; 21, insbesondere Reibzylinder 19; 21,
dieser beiden Druckwerke 08 können hierbei entweder vorteilhaft durch einen selben
Temperierkreislauf 38, oder ggf. auch durch zwei Temperierkreisläufe 38, z. B. unter
Zugrundelegung gleicher Werte für die Solltemperatur T
soll oder den Temperaturmaximalwert T
max, temperiert sein oder werden, so dass diese Walzen 19; 21 der beiden Druckwerke 08
in beiden Fällen auf eine selbe Solltemperatur T
soll oder einen selben Temperaturmaximalwert T
max hin geregelt sind bzw. werden. Letzteres ist z. B. dann vorteilhaft, wenn die beiden
Hälften der im Druckturm 01 angeordneten Doppeldruckwerke 17 durch verschiedene Temperierkreisläufe
38 temperiert sind bzw. werden. Grundsätzlich können jedoch für zwei verschiedene
Temperierkreisläufe 38 des Druckturms 01 unterschiedliche Werte für die Solltemperatur
T
soll oder den Temperaturmaximalwert T
max vorgegeben sein.
[0119] In einer - insbesondere i. V. m. Zeitungspapier und/oder der Ausbildung des Farbwerks
09 als Walzenfarbwerk 09 und/oder der Ausbildung des druckenden Aggregates als Druckturm
01 und/oder der Ausbildung des Druckwerks 08 als Trockenoffsetdruckwerk 08 - vorteilhaften
Ausführung oder Betriebsweise sind bzw. werden mindestens zwei der Formzylinder 12;
14, vorzugsweise sämtliche Formzylinder 12; 14 des Druckturms 01 derart temperiert,
dass sie zumindest im Produktionsbetrieb an ihrer Mantelfläche eine Isttemperatur
T
ist im Bereich von 22°C bis 29°C, vorteilhaft im Bereich 23°C bis 28°C, vorzugsweise
im Bereich von 24°C bis 25°C, aufweisen. Diese Isttemperatur T
ist kann im Betrieb je nach Höhe der Produktionsgeschwindigkeit, insbesondere in Abhängigkeit
von der Produktionsgeschwindigkeit, innerhalb des angegebenen Bereichs variieren,
insbesondere durch entsprechende Berücksichtigung in einem der Steuer- und/oder Regeleinrichtung
49 implementierten oder einem o. g., der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 49 vorgeordneten
sollwertbildenden Prozess gezielt variiert sein. Die hier angegebenen Temperaturbereiche
für die tatsächlich am Formzylindermantel im Betrieb vorliegenden bzw. einzuhaltenden
o. g. Isttemperaturen T
ist beziehen sich z. B. auf Werte, wie sie beispielsweise durch handelsübliche Infrarot-Messsysteme
(IR-Messsysteme) bei vorschriftsmäßigem Gebrauch und entsprechender Kalibrierung -
ggf. lediglich zur Überprüfung vorübergehend angeordnet - messbar sind. Hierbei ist
für die angegebenen Werte ein Wert heranzuziehen, welcher durch Messung am Bauteil
12; 14; 19; 21 (hier Formzylinder 12; 14) in axialer Richtung betrachtet an einer
innerhalb der Druckbreite liegenden Stelle, vorzugsweise um mindestens 50 mm vom äußeren
Rand der am weitesten außen liegenden Druckform beabstandet, liegt. Vorzugsweise gilt
dies für einen Mittelwert, welcher sich aus mindestens zwei derartig innerhalb der
Druckbreite liegender, axial voneinander beabstandeter Messpunkte ergibt. Das hierzu
genannte ist auch für die Messung von unten genannten tatsächlichen Manteltemperatur
an Walzen 19; 21, insbesondere Reibzylindern 19; 21, anzuwenden.
[0120] Den Regelprozessen sämtlicher die Formzylinder 12; 14 des Druckturms 01 temperierender
Sekundärkreisläufe 37 ist bzw. wird beispielsweise eine entsprechende Solltemperatur
T
soll (T'
soll) vorgegeben, welche für den Fall einer Anwendung des realen Sensors S03 oder ausreichend
gut modellierten und kalibrierten virtuellen Sensors S03' z. B. im Bereich von 22°C
bis 29°C, vorteilhaft im Bereich 23°C bis 28°C, vorzugsweise im Bereich von 24°C bis
26°C liegt. Bei Anwendung des virtuellen Sensors S03' mit ggf. systematischen Abweichungen
zwischen tatsächlichem und durch das Modell geliefertem Messwert, ist der oben angegebene
Temperaturbereich für die vorzugebende Solltemperatur T
soll entsprechend abzusenken oder anzuheben. Bei sich mit den angegebenen Formzylindertemperaturen
überschneidenden Temperaturbereichen kann vorzugsweise die Bedingung gelten, dass
die Formzylindertemperatur unter derjenigen der Reibzylinder 19; 21 liegen soll. Dem
die Solltemperatur T
soll repräsentierenden Solltemperaturwert T
s ist vorzugsweise ein Toleranzbereich in z. B. oben genannter Größe oder ein diesen
Wert als Mittelwert bildender Bereich in z. B. oben genannter Breite zugewiesen bzw.
zuzuweisen. Vorzugsweise sollte jedoch die Solltemperatur T
soll auch unter Berücksichtigung des Bereichs oder der Toleranz nicht aus o. g. vorteilhaftem
Temperaturbereich herausfallen. Das zum Sensor S03' Genannte ist auch auf Ausführungen
zu übertragen, denen eine Temperaturmessung an einer bauteilfernen Messstelle (z.
B. lediglich Sensor S01 und/oder S05 aus Fig. 5) zugrunde liegt. Wird anstelle des
Sensors S03 oder S03' ein im Vorlauf zwischen Pumpe und Bauteil herangezogener Sensor
S02 zur Vorgabe und Einstellung herangezogen, so gelten für die vorzugebenden Werte
die o. g. Werte abzüglich eines Differenzwertes in der Temperatur, beispielsweise
um jeweils von 3°C. Dies gilt auch für die im weiteren dargelegten Beispiele für Formzylinder
12; 14 und Walzen 19; 21. Dieser Differenzwert bzw. der Sollwert für den den Sensor
S02 aufweisenden Regelkreis kann auch wie oben beschrieben in der Modellierung ermittelt
werden bzw. sein.
[0121] Hinsichtlich des Farbwerks 09 sind bzw. werden in einer- insbesondere i. V. m. Zeitungspapier
und/oder der Ausbildung des Farbwerks 09 als Walzenfarbwerk 09 und/oder der Ausbildung
des druckenden Aggregates als Druckturm 01 und/oder der Ausbildung des Druckwerks
08 als Trockenoffsetdruckwerk 08 - vorteilhaften Ausführung oder Betriebsweise mindestens
zwei der o. g. temperierbaren Walzen 19; 21, vorteilhaft mindestens die vier temperierbaren
Walzen 19; 21 eines Doppeldruckwerks 17, vorzugsweise sämtliche temperierbare Walzen
19; 21, insbesondere Reibzylinder 19; 21 des Druckturms 01 derart temperiert, dass
sie zumindest im Produktionsbetrieb an ihrer Mantelfläche eine Isttemperatur T
ist im Bereich von 25°C bis 33°C, vorteilhaft im Bereich von 26°C bis31 °C, vorzugsweise
im Bereich von 27°C bis 30°C, aufweisen. Diese tatsächliche Isttemperatur T
ist kann ggf. im Betrieb je nach Höhe der Produktionsgeschwindigkeit, insbesondere in
Abhängigkeit von der Produktionsgeschwindigkeit, innerhalb des angegebenen Bereichs
variieren, insbesondere durch entsprechende Berücksichtigung in einem der Steuer-
und/oder Regeleinrichtung 49 implementierten oder einem o. g., der Steuer- und/oder
Regeleinrichtung 49 vorgeordneten sollwertbildenden Prozess gezielt variiert sein.
Die hier angegebenen Temperaturbereiche für die tatsächlich an den Walzen 19; 21 bzw.
Walzenmantel im Betrieb vorliegenden bzw. einzuhaltenden o. g. Isttemperaturen T
ist beziehen sich z. B. auf Werte, wie sie beispielsweise in o. g. Weise messbar bzw.
zu messen sind.
[0122] Dem Regelungsprozess bzw. ggf. den Regelprozessen des die Walzen 19; 21 des Druckturms
01 temperierenden Sekundärkreislaufs 38 bzw. der die Walzen 19; 21 des Druckturms
01 temperierender Sekundärkreisläufe 38 ist bzw. wird beispielsweise (jeweils) eine
entsprechende Solltemperatur T
soll (T'
soll) vorgegeben, welche für den Fall einer Anwendung des realen die Mantelflächentemperatur
detektierenden Sensors S03 oder des ausreichend gut modellierten und kalibrierten
virtuellen Sensors S03' z. B. im Bereich von 25°C bis 33°C, vorteilhaftim Bereich
von 26°C bis31 °C, vorzugsweise im Bereich von 27°C bis 30°C, liegt. Bei Anwendung
des virtuellen Sensors S03' mit ggf. systematischen Abweichungen zwischen tatsächlichem
und durch das Modell geliefertem Messwert, ist der oben angegebene Temperaturbereich
für die vorzugebende Solltemperatur T
soll entsprechend abzusenken oder anzuheben. Dem die Solltemperatur T
soll repräsentierenden Solltemperaturwert T
s ist vorzugsweise ein Toleranzbereich in z. B. oben genannter Größe oder ein diesen
Wert als Mittelwert bildender Bereich in z. B. oben genannter Breite zugewiesen bzw.
zuzuweisen. Vorzugsweise sollte jedoch die Solltemperatur T
soll für die Walze 19; 21 bzw. deren Mantelfläche auch unter Berücksichtigung des Bereichs
oder der Toleranz nicht aus o. g. vorteilhaftem Temperaturbereich herausfallen. Das
zum Sensor S03' Genannte ist auch auf Ausführungen zu übertragen, denen eine Temperaturmessung
an einer bauteilfernen Messstelle (z. B. lediglich Sensor S01 und/oder S05 aus Fig.
5) zugrunde liegt.
[0123] Ebenso ist das Genannte für die Formzylinder- oder Walzentemperierung sinngemäß auf
Ausführungen zu übertragen, wobei eine Solltemperatur und eine Isttemperatur eines
bauteilfernen Zielortes verarbeitet werden und der Bezug zur vermuteten tatsächlichen
Manteltemperatur bereits durch Expertenwissen oder entsprechendes Modell "rückwärts"
in die Vorgabe der am Zielort einzustellenden Solltemperatur T
soll verarbeitet ist. Hierbei wird dann durch den zugrunde liegenden Regelprozess auf
Einhaltung der Temperatur am vom Bauteil 12; 14; 19; 21 verschiedenen Zielort auf
die betreffende Solltemperatur T
soll geregelt, wobei davon ausgegangen wird, dass sich die z. B. oben geforderte tatsächliche
Isttemperatur T
ist am Bauteilmantel (z. B. Formzylindermantel oder Walzenmantel) einstellt.
[0124] Die Temperiereinrichtung 39 muss insgesamt nicht unbedingt den Anforderungen an die
Genauigkeit und/oder die Dynamik genügen, wie sie beispielsweise bei einer Rasterwalzentemperierung
zur Farbflusssteuerung erforderlich ist. Dies kann sich einerseits darin niederschlagen,
das z. B. o. g. Bereiche oder Toleranzen insbesondere für die Walzentemperierung,
jedoch auch für die Druckwerkzylindertemperierung erheblich größer gewählt sein können.
Hierdurch kann ein ständiges Regeln auf ein Minimum begrenzt werden. Zusätzlich oder
stattdessen können auch Pumpen 47; 68 und/oder Stellglieder 51; 69 (Ventile) hinsichtlich
ihrer Förderleistung und/oder ihres Stellbereichs kleiner dimensioniert sein, da i.d.R.
keine plötzlichen Änderungen und damit keine übergroßen Umlaufmengen und/oder Einspeisungen
erforderlich sind. Zusätzlich oder stattdessen kann in Abwandlung zu o. g. Ausführung
ein Temperaturniveau des im Primärkreislauf 43 (59) zirkulierenden Fluids höher liegen,
als es beispielsweise für Rasterwalzentemperierungen erforderlich ist. Die Temperatur
des im Vorlauf des Primärkreislaufs 43; 59 fließenden Fluids kann hier beispielsweise
bei einer Temperatur von 12 bis 20°C, insbesondere garüber 15° bis einschließlich
20°C liegen Vorteilhaft sind hierbei jedoch ausreichend große Umlauf- und Durchflussmengen.
Insgesamt ist eine Dynamik für zumindest die Temperierung des Formzylinders 12; 14
ausreichend, welche im Zusammenspiel von Durchflussmengen, Ventilbegrenzung, Wegstrecken
des Fluids und den Temperaturniveaus z. B. im Temperaturbereich zwischen 20°C und
30°C eine mögliche Abkühlrate von z. B. mindestens 0,5°C/min vorteilhaft 1 °C/mingewährleistet.
Die Abkühlrate (z. B. messbar mittels eines, ggf. vorübergehend angebrachten, auf
den mittleren Bereich oder vorzugsweise auf das eintrittsferne Ende der wirksamen
Ballenlänge des Bauteils 12; 14; 19; 21 gerichteten Sensors S03) muss hier jedoch
nicht unbedingt über 2°C/min hinausgehen. Das selbe gilt für die bzw. den die Walzen
19; 21 temperierenden Temperierkreise 38 bzw. Temperierkreis. Jedoch können diese
ggf. noch träger ausgebildet sein.
[0125] In einer - insbesondere i. V. m. Zeitungspapier und/oder der Ausbildung des Farbwerks
09, insbesondere als Walzenfarbwerk 09, und/oder der Ausbildung des druckenden Aggregates
als Druckturm 01 und/oder der o. g. Ausbildung und/oder Betriebsweise der Temperiervorrichtung
39 - vorteilhaften Ausführung oder Betriebsweise weist das Farbreservoir 25 mindestens
eines der Druckwerke 08, insbesondere die Farbreservoire 25 sämtlicher Druckwerke
08 des von einer insbesondere aus Zeitungspapier bestehenden Bahn 02 durchlaufenen
Druckturms 01 eine Druckfarbe spezieller Eigenschaften auf. Diese trägt insbesondere
i. V. m. mit den durch die vorgenannten Ausführungen zur Ausbildung des Druckturms
01 und/oder der Druck- und Farbwerke 08; 09 und/oder der Temperiervorrichtung 39 geschaffenen
Möglichkeiten den besonderen Anforderungen an den wasserlosen Druck auf un- oder geringfügig
gestrichenes Papier, insbesondere Zeitungspapier, in einer Drucktürme 01 aufweisenden
Maschine Rechnung.
[0126] Als konkurrierende Anforderungen sind hier einerseits der möglichst "rupffreie" Farbübertrag
auf das (Zeitungs-)Papier, der möglichst "tonfreie" Übertrag auf die Druckform und
ein - z. B. trotz besonders hoher Druckgeschwindigkeiten im Zeitungsdruck-guter möglichst
schlierenfreier und/oder spritzfreier Farbfluss bei guter Verreibung in Einklang zu
bringen. In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist daher beim Betrieb der Druckmaschine
bzw. mindestens eines Druckturms 01, insbesondere bei einer eingezogenen Bahn 02 aus
Zeitungspapier (s.o.), eine Druckfarbe Im Farbreservoir 25 mindestens eines, insbesondere
aller mit der Bahn 02 zusammenwirkender Druckwerke 08 des Druckturms 01, vorgesehen,
welche vorteilhaft dargelegte Ausführung aufweist. Dabei können (ggf. sollen) die
Druckfarben der einzelnen Druckwerke 08 z. B. zwar durchaus in ihrer Eigenschaft variieren,
fallen jedoch dennoch vorzugsweise sämtlich in die angegebenen vorteilhaften Ausführungen:
[0127] Die hier angegebenen Werte für die Viskosität verstehen sich als an einem Physica,
z. B. Physica MC 100 (mit empfohlener (Mindest-)Probenmenge, Platte-Platte-Prinzip,
Messplatte MP 30 (25 mm), Gap-distance 0,15 mm, Scherrate D = 10 1/s, Messintervall
5 sec., d. h. 12 Messungen/min, Software US 200), der Fa. Anton Paar zu messende Viskositäten,
vorzugsweise unter den genannten Bedingungen. Ein Messpunkt für eine Farbe bei einem
bestimmten Parametersatz erfolgt hier beispielsweise durch Mittelung der Werte der
12 aufeinander folgenden Messungen innerhalb der Messminute, wobei der erste Messwert
bereits nach 5 sec ohne zusätzliche Aufwärmzeit für die Farbe aufgenommen wird. (Angabe
Temperatur mit ± 0,5°C Fehlerbereich für Viskositätswerte).
[0128] Die hier angegebenen Werte für die Zügigkeit Z sind mit dem Inkomat 200 (Fa. Prüfbau)
bei den entsprechenden empfohlenen Parametern als "Inko" ermittelt (mit empfohlener
Probenmenge, hier z. B. 1250 mm
3, ohne Vortemperierung der Farbe, Verreibung 30 sec. bei 50 m/min, anschließend 2
min Messzeit bei zu prüfender Geschwindigkeit V und Temperatur, am Ende der 2 min
Wert als Ergebnis ablesen). Die Ermittlung kann neben den angegebenen Parametern z.
B. auch nach der Norm ISO 12634:1996(E) erfolgen.
[0129] In einem ersten Ausführungsbeispiel weist die Druckfarbe (Druckfarbe A) - z. B. im
Farbreservoir 25 aller Druckwerken 08 des Druckturms 01 - bei 27° (korrespondierend
z. B. zum o. g. vorteilhaften Temperaturbereich der Walzen 19; 21) eine Viskosität
von mindestens 50 Pa*s, insbesondere mindestens 60 Pa*s auf. Sind mehrere, z. B. eine
Anzahl n, insbesondere n = 4, Farben einer selben Seite der zu bedruckenden Bahn 02
zugeordnet, so liegt für mindestens zwei aufeinander folgende Druckwerke 08 die Viskosität
der Druckfarbe des stromabwärtigeren Druckwerks 08 höher als die stromaufwärtigere.
Vorzugsweise - z. B. hinsichtlich einer Temperatursteuerung der Druckwerke 08 - weichen
die Viskositäten der n einer selben Seite der Bahn 02 zugeordneten Druckfarben um
maximal 20% des o. g. Mindestwertes, z. B. um maximal 10 bzw. 12 Pa*s, vom Mittelwert
über die n Farben ab.
[0130] Bei dieser Messtemperatur von 27° (±1 °C) und einer im Bereich von Produktionsgeschwindigkeiten
liegenden Geschwindigkeit V von 10 m/s (± 0,03° m/s) sollte die Zügigkeit Z der vorteilhaften
Druckfarbe (Farbe A in Fig. 17) der ersten Ausführung höchstens bei 10,0 Inko (Tackwert
gemessen in Inko, s. o.), vorteilhaft bei höchstens 9,5 Tack, z. B. zwischen 6,0 und
9,5 Inko, vorzugsweise zwischen 7,0 und 9,5 Inko liegen. Dies gilt zumindest für einen
Mittelwert der Messwerte aus den n (z. B. n = 4) auf einer selben Seite einer selben
Bahn 02 aufzutragenden, in den Farbreservoiren 25 befindlichen Druckfarben, vorteilhaft
jedoch für alle n (4) Druckfarben auch einzeln betrachtet. Für den Fall, dass die
Zügigkeit Z der Farbe bei dieser Temperatur T von ca. 27°Cim Bereich der Geschwindigkeit
V von 6 bis 10 m/s eine signifikante Abhängigkeit von der Geschwindigkeit V aufweist,
z. B. dass ein durch die beiden Messpunkte bei 6 m/s und 10 m/s ermittelter Mittelwert
für den Gradienten (ΔZ/ΔV) z. B. 0,06 Inko/(m/s) oder größer liegt, so sollte diese
Druckfarbe bei einer Geschwindigkeit V von 6 m/s gleichzeitig eine signifikante Abhängigkeit
der Zügigkeit Z von der Temperatur T aufweisen, z. B. einen durch die beiden Messpunkte
bei 20°C und 27°C ermittelter Mittelwert für den Gradienten (ΔZ/ΔT) z. B. -0,06 Inko/°Coder
gar steiler (d. h. eine betragsmäßig größere negative Zahl). Hierdurch ist für den
Fall signifikant geschwindigkeitsabhängiger Zügigkeit eine wirksame Steuerungsmöglichkeit
gewährleistet. Grundsätzlich vorzuziehen ist jedoch eine Druckfarbe, welche im o.
g. Geschwindigkeitsbereich einen Gradienten von kleiner 0,06 Inko/(m/s), insbesondere
kleiner 0,03 Inko/(m/s) aufweist. In diesem Fall kann auch die Temperaturabhängigkeit
verringert sein und der Gradient zwischen -0,06 und 0,00 Inko/°C, insbesondere zwischen
-0,03 und 0,00 Inko/°C liegen.
[0131] Im ersten Ausführungsbeispiel weist die Druckfarbe gleichzeitig bei ca. 24°C, d.h.
bei 24°± 1 °C, (korrespondierend z. B. zum o. g. vorteilhaften Temperaturbereich des
Formzylinders 12; 14) eine Viskosität von mindestens 80 Pa*s, insbesondere mindestens
110 Pa*s auf. Sind mehrere, z. B. eine Anzahl n, insbesondere n = 4, Farben einer
selben Seite der zu bedruckenden Bahn 02 zugeordnet, so liegt auch hier für mindestens
zwei aufeinander folgende Druckwerke 08 die Viskosität der Druckfarbe des stromabwärtigeren
Druckwerks 08 z. B. höher als die stromaufwärtigere. Vorzugsweise - z. B. hinsichtlich
einer Temperatursteuerung der Druckwerke 08 - weichen die Viskositäten der n einer
selben Seite der Bahn 02 zugeordneten Druckfarben auch hier um maximal 20% des o.
g. Mindestwertes, z. B. um maximal 16 bzw. 22 Pa*s, vom Mittelwert über die n Farben
ab.
[0132] Bei dieser Messtemperatur von 24°C (±1 °C) und einer im Bereich von Produktionsgeschwindigkeiten
liegenden Geschwindigkeit V von 10 m/s (± 0,03°m/s) sollte die Zügigkeit Z der vorteilhaft
in den Farbreservoiren 25 angeordneten Druckfarbe der ersten Ausführung höchstens
bei 10,5 Inko (Tackwert gemessen in Inko, s. o.), vorteilhaft bei höchstens 10,0 Tack,
z. B. zwischen 6,50 bis 10,0, vorzugsweise zwischen 8,0 und 10,0 Inko, liegen. Dies
gilt zumindest für einen Mittelwert der Messwerte aus den n (z. B. n = 4) auf einer
selben Seite einer selben Bahn 02 aufzutragenden, in den Farbreservoiren 25 befindlichen
Druckfarben, vorteilhaft jedoch für alle n (4) Druckfarben auch einzeln betrachtet.
Für den Fall, dass die Zügigkeit Z der Farbe bei dieser Temperatur von ca. 24°C im
Bereich der Geschwindigkeit V von 6 bis 10 m/s eine signifikante Abhängigkeit von
der Geschwindigkeit V aufweist, z. B. dass ein durch die beiden Messpunkte bei 6 m/s
und 10 m/s ermittelter Mittelwert für den Gradienten (ΔZ/ΔV) hier z. B. 0,04 Inko/(m/s)
oder größer liegt, so sollte diese Druckfarbe bei einer Geschwindigkeit V von 6 m/s
gleichzeitig eine signifikante Abhängigkeit der Zügigkeit Z von der Temperatur T aufweisen,
z. B. wie oben einen durch die beiden Messpunkte bei 20°C und 27°C ermittelter Mittelwert
für den Gradienten ΔZ/ΔT) z. B. -0,06 Inko/°Coder gar steiler. Grundsätzlich ist jedoch
auch hier eine Druckfarbe mit geringer oder keiner Geschwindigkeitsabhängigkeit in
der Zügigkeit Z wie oben genannt vorzuziehen.
[0133] In einer vorteilhaften Variante variiert die Zügigkeit Z bei z. B. mindestens zwei,
vorzugsweise bei sämtlichen von n nacheinander auf einer selben Seite der Bahn 02
angeordneten Druckwerken 08 bei 24°C und einer Geschwindigkeit V von 10m/s gezielt
in der Weise, dass die Zügigkeit Z bei den genannten Parametern von Farbe zu Farbe
(z. B. schwarz, gelb, magenta oder cyan) jeweils abnehmen. Dies jedoch vorzugsweise
für die jeweiligen oben genannten Bedingungen innerhalb einer Höchstgrenze von z.
B. 11 Inko, vorteilhaft jedoch innerhalb der oben für die jeweiligen Bedingungen angegebener
Höchstgrenzen bzw. Intervalle. Diese Ausgestaltung ist beispielsweise vorteilhaft
mit einer Temperiervorrichtung 39, wobei zumindest die Walzen 19; 21 zweier von vier
nacheinander auf einer Bahnseite angeordneter Druckwerke 08 paarweise durch je einen
Temperierkreislauf 38, oder alle vier durch einen gemeinsamen Temperierkreislauf 38
temperiert sind. Die genannte Abstufung in der Zügigkeit gilt dann z. B. für die über
einen gemeinsamen Temperierkreis 38 verbundenen Druckwerke 08.
[0134] In einer zweiten Ausführung der in den Farbreservoiren 25 des Druckturms 01 angeordneter
bzw. verwendeter Druckfarben (Druckfarbe B), weist diese eine tendenziell noch höhere
Viskosität bei jedoch weiter verringerter Zügigkeit Z auf. So beläuft sich die Viskosität
hier bei einer Temperatur von 27°C auf z.B. mindestens 80 Pa*s, insbesondere mindestens
90 Pa*s. Bei 24°C liegt sie z.B. bei mindestens 120 Pa*s, insbesondere bei mindestens
130 Pa*s. Zu den Werten bei n Druckwerken 08 etc. gilt das oben genannte sinngemäß.
[0135] Die Zügigkeit Z liegt in der zweiten Ausführung der Druckfarbe (Druckfarbe B) niedriger
und weist z. B. bei 27°C eine Zügigkeit Z von höchstens7,5 Inko, insbesondere höchstens
6,5 Inko, z. B. 3,5 bis 7,5 Inko, insbesondere 3,5 bis 6,5 Inko, auf. Bei 24°C weist
sie dann z. B. eine Zügigkeit Z von höchstens 8,5 Inko, insbesondere höchstens 8 Inko,
z. B. 4,0 bis 8,0 Inko, insbesondere 4, 0 bis 7,5 Inko, auf. Das oben zu ggf. vorliegenden
Gradienten hinsichtlich der Geschwindigkeits- und/oder Temperaturabhängigkeit gilt
sinngemäß entsprechend. Hier wäre jedoch z. B. bei einer Temperatur von 27°C für den
Fall, dass ein durch die beiden Messpunkte bei 6m/s und 10 m/s ermittelter Mittelwert
für den Gradienten (ΔZ/ΔV) z. B. 0,04 Inko/(m/s) oder größer liegt, eine Druckfarbe
vorteilhaft, deren Zügigkeit Z bei einer Geschwindigkeit von 6 m/s eine signifikante
Abhängigkeit von der Temperatur T aufweist, z. B. einen durch die beiden Messpunkte
bei 20°C und 27°C ermittelter Mittelwert für den Gradienten (ΔZ/ΔT) z. B. -0,04 Inko/°C
oder gar steiler (d.h. eine betragsmäßig größere negative Zahl) ist. Grundsätzlich
ist jedoch auch hier eine Druckfarbe vorzuziehen, welche im o. g. Geschwindigkeitsbereich
einen Gradienten von kleiner 0,04 Inko/(m/s), insbesondere kleiner 0,02 Inko/(m/s)
aufweist. In diesem Fall kann auch die Temperaturabhängigkeit verringert sein und
der Gradient zwischen -0,04 und 0,00 Inko/°C, insbesondere zwischen -0,02 und 0,00
Inko/°C liegen.Am Messpunkt bei 24°C gilt für den Fall, dass die Zügigkeit Z der Farbe
bei dieser Temperatur von ca. 24°C im Bereich der Geschwindigkeit V von 6 bis 10 m/s
eine signifikante Abhängigkeit von der Geschwindigkeit aufweist, z. B. dass ein durch
die beiden Messpunkte bei 6 m/s und 10 m/s ermittelter Mittelwert für den Gradienten
(ΔZ/ΔV) hier z. B. 0,03 Inko/(m/s) oder größer liegt, so sollte diese Druckfarbe bei
einer Geschwindigkeit V von 6 m/s gleichzeitig eine signifikante Abhängigkeit der
Zügigkeit Z von der Temperatur T aufweisen, z. B. wie oben einen durch die beiden
Messpunkte bei 20°C und 27°C ermittelter Mittelwert für den Gradienten(ΔZ/ΔT) z. B.
- 0,04 Inko/°C oder gar steiler. Grundsätzlich ist jedoch auch hier eine Druckfarbemit
geringer oder keiner Geschwindigkeitsabhängigkeit in der Zügigkeit Z wie oben genannt
vorzuziehen. Die Ausführung des Druckwerks 08 mit der Farbe B birgt z. B. Vorteile
hinsichtlich eines weiter verbesserten Rupfverhaltens, wobei jedoch die Handhabbarkeit
im Farbwerkswalzenzug durch erhöhte Viskosität gewährleistet ist.
[0136] In einer nicht dargestellten dritten Ausführung der in dem mindestens einen Farbreservoir
25, insbesondere in den Farbreservoirs 25 des Druckturms 01 angeordneter bzw. verwendeter
Druckfarbe (Druckfarbe C) verbindet diese die Vorteile der Druckfarbe B und der Druckfarbe
A derart in einem Kompromiss, dass z. B. die Viskosität hier bei einer Temperatur
von 27°C auf z.B. mindestens 70 Pa*s, insbesondere mindestens 80 Pa*s liegt. Bei 24°Cbeläuft
sie sich z. B. auf mindestens 100 Pa*s, insbesondere auf mindestens 110 Pa*s. Zu den
Werten bei n Druckwerken 08 etc. gilt das oben zu Druckfarbe A genannte sinngemäß.
[0137] Die Zügigkeit liegt in der dritten Ausführung der Druckfarbe bei 27°C z.B. bei höchstens
9,0 Inko, insbesondere höchstens 8,5 Inko, z. B: bei 4,5 bis 9,0 Inko, insbesondere
5,0 bis 8,5 Inko. Bei 24°C weist sie dann z. B. eine Zügigkeit Z von höchstens 9,5
Inko, insbesondere höchstens 9,0 Inko, z. B. 5,0 bis 9,5 Inko, insbesondere 5,5 bis
9,0 Inko auf. Zu den Werten bei n Druckwerken 08 gilt das oben zu Druckfarbe A genannte
und zu den Gradienten gilt das oben zu Druckfarbe B genannte entsprechend.
[0138] Vorzugsweise liegt die Viskosität in allen drei Ausführungen für 24°C jedoch bei
höchstens 280 Pa*s, insbesondere höchstens 230 Pa*s und für 27°C bei höchstens 180
Pa*s, insbesondere höchstens 130 Pa*s.
[0139] Die Druckmaschine ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass in einer Ausführung mindestens
ein selber Druckturm 01 in einer Betriebsweise (Coldset) mit einer o. g. Bahn 02 aus
Zeitungspapier zusammenwirkt, und in einer zweiten Betriebsweise (Heatset) mit einer
Bahn 02' aus höherwertigerem Bedruckstoff, z. B. Papier, im Folgenden beispielsweise
als Semicommercialpapier bezeichnet, zusammen wirkt (siehe z. B. exemplarisch die
in Fig. 1 aus dem linken Druckturm 01 kommende Bahn 02; 02'). In beiden Betriebsweisen
weisen die Farbreservoire 25 des Druckturms 01 jeweils eine selbe oben beschriebene
Druckfarbe auf. Im Heatsetbetrieb ist bzw. wird die Bahn 02' nach dem Bedrucken durch
einen aktiven Trockner 05 geführt, bevor sie - ggf. in Teilbahnen längs geschnitten
- einem oder mehreren Falztrichtern des Trichteraufbaus 04 zugeführt ist bzw. wird.
Im Coldsetbetrieb ist bzw. wird die Bahn 02 nach dem Bedrucken jedoch ohne einen aktivierten
Trockner zu Durchlaufen dem Trichteraufbau 04 zugeführt. Dies kann ganz ohne einen
Trockner auf dem Führungsweg, oder mit einem deaktivierten Trockner 05 auf dem Führungsweg
erfolgen. Im Coldset- und im Heatsetbetrieb werden durch ein und den selben - z. B.
oben detailliert beschriebenen - Druckturm 01 einmal Zeitungspapier und das andere
mal sich vom Zeitungspapier z. B. über die Rauhigkeit und/oder die Oberflächenporosität
unterscheidendes Semocommercialpapier (s.u.) im Trockenoffsetverfahren bedruckt, wobei
in beiden Betriebsweisen der selbe Type Druckfarbe in den Farbreservoiren 25 zur Anwendung
kommt. D. h., es muss keine voneinander verschiedene Farbversorgung für die beiden
Betriebsweisen des Druckturms 01 oder aber ein vollständiges Reinigen beim Wechsel
vorgesehen werden bzw. sein. Die Temperierung des Druckturms 01 kann sich dadurch
unterscheiden, dass beispielsweise im Heatsetbetrieb für die die Temperatur der Druckwerkszylinder
12; 14, insbesondere Formzylinder 12; 14 regelnden Regelprozesse eine andere, z. B.
im Vergleich zu oben für den Zeitungsdruck genannten Beispielen um mindestens 1 °C
niedrigere Solltemperatur T
soll vorgegeben ist bzw. wird.
[0140] Zusätzlich oder statt dessen kann die Druckmaschine auch vorzugsweise derart ausgebildet
sein, dass in einer Ausführung mindestens einer von mehreren Drucktürmen 01 in einer
Betriebsweise (Coldset) mit einer o. g. Bahn 02 aus Zeitungspapier und gleichzeitig
ein anderer Druckturm 01 in einer zweiten Betriebsweise (Heatset) mit einer Bahn 02'
aus höherwertigerem Bedruckstoff, z. B. Papier, im Folgenden beispielsweise als Semicommercialpapier
bezeichnet, zusammen wirkt bzw. betrieben ist (siehe z. B. Fig. 1). In beiden Drucktürmen
01 weisen die Farbreservoire 25 des jeweiligen Druckturms 01 z. B. jeweils eine selbe
oben beschriebene Type Druckfarbe auf. D. h., es muss keine voneinander verschiedene
Farbversorgung für die beiden unterschiedliche betriebenen Drucktürme 01 vorgesehen
werden. Die im Heatsetbetrieb gedruckte, d. h. nach dem Bedrucken durch einen Trockner
05 getrocknete, Bahn 02' ist bzw. wird nach dem Bedrucken durch einen aktiven Trockner
05 geführt, bevor sie auf den Trichteraufbau 04 geführt ist bzw. wird. Vorzugsweise
ist bzw. wird die im Coldset hergestellte Bahn 02 oder eine hieraus durch Längsschnitt
erzeugte Teilbahn und die im Heatset hergestellte Bahn 02' oder eine hieraus durch
Längsschnitt erzeugte Teilbahn gemeinsam auf den selben Trichteraufbau 04, insbesondere
einen selben Falztrichter zur Erzeugung eines Produktes geführt. Die (Zeitungs-)Druckmaschine
kann dann beispielsweise eine größere Anzahl von Drucktürmen 01 als Trockner 05 aufweisen.
[0141] Die Heatsetbahn 02' bzw. das zugrunde liegende Papier (semicommercialpapier) weist
z. B. ein Flächengewicht nach ISO 536 bevorzugt zwischen 40 bis 75 g/m
2, insbesondere 40 bis 65 g/m
2 auf. Die Bahn 02 ist z. B. aus durch einen Softkalander (beheizte Hartgusswalze gegen
Walze mit Elastomermantel) satiniertem (aufgebessertem) Zeitungspapier und/oder aus
leicht gestrichenem Papier ausgebildet und weist im letzteren Fall beispielsweise
ein Strichgewicht von über 5 g/m
2, insbesondere über 10 g/m
2 auf. Das Papier weist vorzugsweise eine geringere Rauhigkeit als das wahlweise in
der anderen Betriebsweise und/oder im gleichzeitig durch den anderen Druckturm 01
geführte Zeitungspapier auf. Die Rauhigkeit nach Bendtsen (ISO 8791/2) liegt beispielsweise
bei höchstens 85 ml/min (soft satiniert), insbesondere gar bei höchstens 50 ml/min
(gestrichen). Soweit sich die Grenzen bei den Eigenschaften des Zeitungs- und des
Semicommercialpapiers überschneiden, so sind jedoch bei wahlweise unterschiedlichem
Betrieb oder gleichzeitigem Betrieb mit den beiden verschiedenen Papieren die angegebenen
Bereiche unter der Bedingung zu verstehen, dass gleichzeitig das Semicommercialpapier
eine geringere Rauhigkeit und/oder stärker geschlossenere Oberfläche aufweist als
das wahlweise in der anderen Betriebsweise und/oder im gleichzeitig durch den anderen
Druckturm 01 geführte Zeitungspapier.
Bezugszeichenliste
[0142]
- 01
- Druckwerksgruppe, Druckturm
- 02
- Bahn, Papierbahn
- 03
- Rollenabwickler, Rollenwechsler
- 04
- Trichteraufbau
- 05
- Trockner
- 06
- Falzapparat
- 07
- Wendeturm
- 08
- Druckwerk, Offsetdruckwerk (wasserlos), Trockenoffsetdruckwerk
- 09
- Farbwerk, Walzenfarbwerk, Filmfarbwerk
- 10
- Druckstelle, Doppeldruckstelle
- 11
- Druckwerkszylinder, Übertragungszylinder
- 12
- Druckwerkszylinder, Formzylinder, Bauteil
- 13
- Druckwerkszylinder, Übertragungszylinder
- 14
- Druckwerkszylinder, Formzylinder, Bauteil
- 15
- Antriebsmotor
- 16
- Waschvorrichtung
- 17
- Doppeldruckwerk
- 18
- Farbdosiersystem, Farbkasten
- 19
- Walze, Reibzylinder, Bauteil
- 20
- -
- 21
- Walze, Reibzylinder, Bauteil
- 22
- Walze, Farbauftragwalze
- 23
- Walze, Farbauftragwalze
- 24
- Walze, Farbauftragwalze
- 25
- Farbreservoir
- 26
- Walze, Übertragungswalze
- 27
- Walze, Filmwalze
- 28
- Walze, Duktorwalze, Bauteil
- 29
- Walze, Übertragungswalze
- 30
- -
- 31
- Spalt
- 32
- Motor
- 33
- Dosiereinrichtung, Farbschieber, Farbmesser
- 34
- Dosierelement, Farbschieber, Farbmesser, Messerzunge
- 35
- Lagerung
- 36
- Antriebsmotor
- 37
- Temperierkreislauf, Sekundärkreislauf (Temperierzweig 37.y mit y = 1, 2, 3, 11, 12,
21 , 22)
- 38
- Temperierkreislauf, Sekundärkreislauf (Temperierzweig 38.x mit x = 1, 2, 3, 11, 12,
21 , 22)
- 39
- Temperiereinrichtung
- 40
- -
- 41
- Zufluss
- 42
- Auslass
- 43
- Primärkreislauf, Primärkreislaufzweig
- 44
- Verbindungsstrecke
- 45
- Temperiervorrichtung
- 46
- Einspeisstelle
- 47
- Pumpe
- 48
- Verwirbelungskammer
- 49
- Steuer- und/oder Regeleinrichtung
- 50
- -
- 51
- Stellglied, Ventil, Dosierventil
- 52
- Heizeinrichtung
- 53
- Vorlaufleitung
- 54
- Rücklaufleitung
- 55
- -
- 56
- Pumpe
- 57
- Entnahmestelle
- 58
- Rückgabestelle
- 59
- Kreislauf, Primärkreislaufs, übergeordnet
- 60
- Temperiervorrichtung, Kältequelle, Kälteaggregat
- 61
- Entnahmestelle
- 62
- Rückgabestelle
- 63
- Temperiervorrichtung, Kältequelle, Kälteaggregat
- 64
- Pumpe
- 65
- -
- 66
- Ventil, Druckregelventil, Druckminderer
- 67
- Einspeisstelle
- 68
- Pumpe
- 69
- Stellglied, Ventil
- 70
- -
- 71
- Vorlaufleitung
- 72
- Rücklaufleitung
- 73
- Bypassleitung
- 74
- Entnahmestelle
- 75
- -
- 76
- Rückgabestelle
- 77
- Kreislauf, Versorgungskreislauf
- 78
- Ventil
- 79
- Ventil, Druckregelventil, Druckminderer
- 80
- -
- 81
- Entnahmestelle
- 82
- Rückgabestelle
- 83
- Vorlaufverteiler
- 84
- Rücklaufsammler
- 02'
- Bahn, Papierbahn
- S01
- Sensor, Temperatursensor
- S02
- Sensor, Temperatursensor
- S03
- Sensor, Temperatursensor
- S04
- Sensor, Temperatursensor
- S05
- Sensor, Temperatursensor
- S03'
- Sensor, Temperatursensor
- S0x
- x=1,2,3...
- E
- Ebene
- M
- Motor, Antriebsmotor
- S
- Senkrechte
- V
- Verbindungsebene
- Vm
- Soll- und/oder Ist-Geschwindigkeit
- Tist
- Isttemperatur