[0001] Die Erfindung betrifft eine Kosmetikeinheit nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
insbesondere in Gestalt einer Mascara- Einheit.
[0002] Solche Kosmetikeinheiten weisen typischerweise einen Vorratsbehälter auf, der das
Kosmetikum beinhaltet. In diesen Vorratsbehälter und damit auch in das Kosmetikum
taucht typischerweise ein Applikator ein. Meist ist dieser Applikator mittels eines
Schaftes an der Kappe der Kosmetikeinheit befestigt. Im Regelfall taucht der Applikator
in den Vorrat des Kosmetikums ein, wenn und solange er sich in seiner Verstauposition
befindet.
[0003] Um mithilfe des Applikators Kosmetikum aufzutragen wird der Applikator durch einen
Abstreifer hindurchgezogen, der sich typischerweise im Hals oder der Mündung des Kosmetikbehälters
befindet. Hierbei wird der Applikator von einem guten Teil des Kosmetikums befreit,
das er durch sein Eintauchen in den Kosmetikvorrat zwischen seinen Borsten, Fingern
oder sonstigen Auftragsorganen gespeichert hat. Ein solches Abstreifen ist obligatorisch,
denn ansonsten würde der Applikator im Regelfall zu stark mit dem Kosmetikum beladen
bleiben, um hiermit einen sauberen Kosmetik-Auftrag erreichen zu können.
[0004] Wie stark die Abstreifwirkung ist, die der jeweilige Abstreifer entfaltet, wird werkseitig
vom Hersteller der Kosmetikeinheit festgelegt. Die maßgeblichen Parameter sind hier
neben den Eigenschaften der Kosmetikmasse (Viskosität usw.) vor allem auch das Massespeichervermögen
des Besatzes des Applikators und natürlich die Auslegung des Abstreifers.
[0005] Die Schwierigkeit bzw. Herausforderung besteht darin, die Abstreifwirkung genau so
auszulegen, dass das Abstreifergebnis des Abstreifers eine möglichst breite Akzeptanz
bei den Anwenderinnen findet. Selbst wenn dies gelingt, ist es jedoch in vielen Fällen
unbefriedigend, dass sich die Abstreifwirkung eines normalen Abstreifers nicht ohne
weiteres an das momentane Bedürfnis der jeweiligen Anwenderin anpassen lässt, welches
sich von Fall zu Fall verändern kann.
[0006] Aufgrund dessen ist bereits vorgeschlagen worden, verstellbare Abstreifer zu verwenden,
bei denen die Anwenderin - beispielsweise durch Drehen des Abstreifers in eine bestimmte
Position - den Durchmesser der die eigentliche Abstreifwirkung herbeiführenden Abstreiferlippen
variieren kann. Solche verstellbaren Abstreifer haben jedoch Nachteile. Zum einen
sind sie im Regelfall mehrteilig aufgebaut und damit teuer, zum anderen können sie
im Laufe der Zeit verkleben, insbesondere wenn der Abstreifer längere Zeit nicht verstellt
wird. Darüber hinaus sind viele der verstellbaren Abstreifer stufenlos verstellbar
und verlangen daher, dass man sich nach dem Kauf des Produkts erst einmal näher mit
den Möglichkeiten des verstellbaren Abstreifers auseinandersetzt, um festzustellen,
welche der vielen Verstellpositionen in etwa eine Abstreifwirkung gewährleistet, die
dem eigenen Bedürfnis entspricht und wie sich die Abstreifwirkung verändert, wenn
man den verstellbaren Abstreifer bestimmungsgemäß in die eine oder andere Richtung
verstellt.
[0007] Alternativ zu den in sich verstellbaren Abstreifern schlägt das
US-Patent 4,261,376 eine Lösung vor, bei der der eigentliche Abstreifer durch eine Platte mit unterschiedlich
großen Durchtrittsöffnungen gebildet wird, die jeweils eine unterschiedlich starke
Abstreifwirkung entfalten. Die Anwenderin muss die Platte verdrehen, um so festzulegen,
welche der Durchtrittsöffnungen mit dem Rest des Abstreiferkörpers fluchten und so
den betriebsbereiten Abstreifer bilden soll. Das ist anwenderseitig unpraktisch und
erzwingt zudem einen unnötig hohen Montageaufwand, da ein Teil des Abstreifers drehbar
in dem Kosmetikvorratsbehälter gelagert werden muss.
[0008] Aufgrund dessen ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Kosmetikeinheit anzugeben,
die es auf einfache und preisgünstige Art und Weise erlaubt, den Kosmetikapplikator
je nach Bedarf unterschiedlich stark abzustreifen.
[0009] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird
also eine Kosmetikeinheit, insbesondere eine Mascara-Einheit, vorgesehen, mit einem
Vorratsbehälter zur Bevorratung des aufzutragenden Kosmetikums, einem Applikator,
der in seiner Verstauposition in das Kosmetikum eintaucht und einer Abstreifervorrichtung,
die einen Teil des vom Applikator beim Eintauchen aufgenommenen Kosmetikums abstreift,
wobei die Abstreifervorrichtung aus mehreren Abstreifern besteht, die eine unterschiedliche
Abstreifwirkung erzeugen und durch die der Applikator alternativ hindurchgeführt werden
kann.
[0010] Alternativ hindurchgeführt werden heißt, im weitesten Sinne der Erfindung, dass der
Applikator nur durch irgendeinen der verschiedenen Abstreifer hindurchgeführt werden
muss, um ihn aus dem Kosmetikvorrat herauszuziehen. In diesem Fall kann sich die Benutzerin
beim Wiederverschließen des Kosmetikbehälters aussuchen, durch welchen der Abstreifer
hindurch sie den Abstreifer wieder in seine Verstauposition bringt.
[0011] In den meisten Fällen (also bevorzugt) wird es jedoch so sein, dass die Benutzerin
den Applikator durch einen vorbestimmten der unterschiedlichen Abstreifer hindurchführen
muss, um ihn wieder in seine Verstauposition zu bringen. Durch die anderen Abstreifer
kann der Applikator dann jeweils nur hindurchgeführt werden, um seine Beladung zu
verändern, aber nicht, um die Kosmetikeinheit wieder endgültig zu schließen.
[0012] Der Nutzen des weiteren oder der weiteren Abstreifmöglichkeiten liegt dann darin,
dass sich die Anwenderin nach dem Herausziehen des Applikators durch den hauptsächlich
zu benutzenden ersten Abstreifer anhand des optischen Eindrucks von der Befrachtung
des Applikators dazu entscheiden kann, den Applikator in einem nächsten Schritt vor
der eigentlichen Applikation nochmals durch einen anderen Abstreifer hindurchzuführen,
der eine andere, vorzugsweise stärkere Abstreifwirkung aufweist.
[0013] Insbesondere ist es auch möglich, dass die Anwenderin nach dem Herausziehen des Applikators
zunächst eine bestimmte Menge der Kosmetikmasse appliziert und erst später, wenn die
Masseapplikation vorläufig beendet ist, den Applikator durch einen anderen Abstreifer
hindurchzieht, der aufgrund seiner Auslegung den Applikator so weit von dem noch an
ihm verbliebenen Kosmetikum befreit, dass er nun zum Beispiel als Kamm verwendet werden
kann, etwa zum Separieren oder Formen der Augenwimpern.
[0014] Erfindungsgemäß sind die mehreren Abstreifer in einem einzigen, einstückigen Abstreiferkörper
ausgebildet, was fertigungstechnisch und unter Kostengesichtspunkten (Einwegartikel)
von großem Vorteil ist.
[0015] Ferner umgrenzt der erfindungsgemäße einstückige Abstreiferkörper in Umfangsrichtung
einen Vorhof, in den mehrere Abstreifer mit ihrem bezogen auf die Abstreiferlippe
distalen Ende einmünden. Ein solcher Innenhof verhindert die Entstehung von Spritzern
beim Herausziehen des Applikators durch den Abstreifer. Zudem erleichtert ein solcher
Vorhof die zuverlässige Abdichtung, auch in Bezug auf die in Verschlussposition nicht
von einem Applikatorstiel durchdrungenen und daher einen großen freien Querschnitt
aufweisenden und somit an sich zum Auslaufen des Kosmetikums neigenden Abstreiferöffnungen.
[0016] Vorzugsweise sind die mehreren Abstreifer jeweils starre Abstreifer, deren Abstreifwirkung
sich nicht verändern lässt und deren Abstreifwirkung sich voneinander unterscheidet,
vorzugsweise dadurch, dass die die eigentliche Abstreifwirkung erzeugenden Abstreiferlippen
der einzelnen Abstreifer jeweils einen unterschiedlichen lichten Durchmesser haben.
Eine solche Gestaltung erleichtert das Handling, der Benutzer kann, ohne nähere Überlegungen
zur Funktion des/der Abstreifer anstellen zu müssen, bequem unterschiedliche Abstreifergebnisse
erreichen.
[0017] Bevorzugt weist der Abstreiferkörper in dem Bereich, in dem er den Vorhof umgrenzt,
eine erhöhte Wandstärke auf. Das begünstigt seine Dichtfunktion, erleichtert aber
im Regelfall auch seine zuverlässige Befestigung in der Mündung des Vorratsbehälters.
[0018] Idealerweise bildet der Abstreiferkörper in dem Bereich, in dem er den Vorhof umgrenzt,
einen Dichtungssitz aus, gegen den eine dem Deckel zugeordnete Gegendichtfläche dichtend
zur Anlage gebracht werden kann. Besonders bevorzugt ist die Ausgestaltung dieses
Dichtungssitzes als Kegel- oder Keildichtsitz mit einer gegenüber der Behälterlängsachse
L um den Winkel W von 0,5° bis 7° geneigten Dichtfläche.
[0019] Schutz beansprucht wird auch für einen Mehrfachabstreifer zum Einsetzen in eine Kosmetikeinheit
als solchen, bestehend aus einem einstückigen Abstreiferkörper mit mehreren Abstreifern,
die eine unterschiedliche Abstreifwirkung erzeugen und die zum alternativen Durchführen
eines Applikators geeignet und bestimmt sind, wobei der einstückige Abstreiferkörper
in Umfangsrichtung einen Vorhof umgrenzt, indem mehrere Abstreifer mit ihren, bezogen
auf die Abstreiferlippe, distalen Ende einmünden.
[0020] Weitere Vorteile, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Wirkungsweisen der Erfindung ergeben
sich aus dem anhand der Figuren näher beschriebenen Ausführungsbeispiel für die Erfindung.
Figur 1 zeigt eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit.
Figur 2 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit.
Figur 3 zeigt eine Draufsicht eines erfindungsgemäßen Mehrfachabstreifers.
Figur 4 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Mehrfachabstreifers, von
der Breitseite her gesehen.
Figur 5 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Mehrfachabstreifers, von
der Schmalseite her gesehen.
Figur 6 zeigt einen Schnitt eines erfindungsgemäßen Mehrfachabstreifers parallel zur
Breitseite des Mehrfachabstreifers durch dessen Mitte.
[0021] Wie man recht gut anhand der Figuren 1 und 2 sieht, besteht die Kosmetikeinheit 1
aus einem Vorratsbehälter 2 und einem Deckel 3. Bei der Kosmetikeinheit 1 handelt
es sich hier um eine so genannte Verkaufseinheit, also keinen Behälter zu Laborzwecken,
sondern um einen formschönen und dennoch preisgünstig gestalteten Einweg-Behälter,
vorzugsweise aus Kunststoff mit einer Wandstärke zwischen 0,3 und 1,5 mm.
[0022] Im Regelfall wird der Deckel 3, sobald er sich in seiner geschlossenen Position befindet,
gegenüber dem Vorratsbehälter 2 nicht drehbar sein, sondern er wird zum Verschließen
desselben ortsfest auf den Vorratsbehälter 2 aufgerastet bzw. aufgesetzt und vorzugsweise
durch zusätzliche Halteklammern 14 bzw. Haltemittel fixiert.
[0023] Am besagten Deckel ist ein Stiel 4 befestigt, dessen distales, d. h. dem Deckel abgewandtes
Ende einen Applikator 5 trägt. Zu diesem Zweck weist der Stiel auf seiner applikatorabgewandten
Seite zweckmäßigerweise einen topfartigen Anguss auf, mit dessen Hilfe er mit einer
Schale 13 verbunden, vorzugsweise verrastet oder verklebt ist, mit der zusammen er
den Deckel 3 bildet.
[0024] In die Öffnung 6 des Vorratsbehälters ist ein Abstreiferkörper 7 eingesetzt und verrastet.
[0025] Zu diesem Zweck sind sowohl der Rand der Öffnung 6 als auch der Abstreiferkörper
7 mit jeweils zumindest einem entsprechenden Rastorgan und einer entsprechenden Rastausnehmung
versehen.
[0026] Der Abstreiferkörper 7 ist hier als ein einstückiges Kunststoffteil ausgeführt, welches
drei einzelne Abstreifer, vorzugsweise herkömmlicher Bauart, ausbildet, die nebeneinander
entlang einer Linie B - B angeordnet sind, d. h. deren das jeweilige Zentrum des Abstreifers
bildende Abstreiferlängsachsen 8 alle die Linie B - B schneiden.
[0027] Die drei Abstreifer unterscheiden sich nur oder im Wesentlichen durch den abstreifend
wirksamen Durchmesser ihrer Abstreiferlippe. Die Abstreiferöffnung kann jedoch auch
unterschiedliche Geometrien aufweisen. Im Regelfall wird der in Figur 3 zu erkennende
hauptsächlich zu benutzende, weil das Hineinschieben des Applikators in die Kosmetikeinheit
ermöglichende Abstreifer, eine Abstreiferlippe aufweisen, deren lichter Durchmesser
am größten ist. Die beiden anderen Abstreifer, die vorzugsweise links und rechts des
hier in der Mitte angebrachten, hauptsächlich zu benutzenden Abstreifers angeordnet
sind, weisen jeweils eine Abstreiferlippe auf, deren lichter Durchmesser etwas kleiner
ist. So hat es sich als günstig erwiesen, den mittleren Abstreifer mit einem seinen
lichten Durchmesser bestimmenden Radius R1 auszustatten und den einen der benachbarten
Abstreifer mit einem entsprechenden Radius R2 der mindestens 5 %, besser mindestens
7,5 % kleiner ist als der Radius RI, und den anderen der benachbarten Abstreifer mit
einem entsprechenden Radius R3, der mindestens 10 %, besser mindestens 15 % kleiner
ist als der Radius RI. Es ist jedoch auch möglich, Abstreifer mit unterschiedlichen
Geometrien der Abstreiferöffnung einzusetzen.
[0028] Die Öffnung 6 des Vorratsbehälters weist zu diesem Zweck einen lichten Querschnitt
auf, der größer ist als der lichte Querschnitt des sich an die Öffnung 6 anschließenden
Rests des Vorratsbehälters. Welche Bewandtnis es hiermit hat, wird gleich noch näher
erläutert.
[0029] Der Vorratsbehälter ist nicht vollständig rund, sondern weist zumindest im Bereich
seiner Öffnung 6 einen Querschnitt auf, der in einer ersten Richtung Ri1 um mindestens
den Faktor 1,5, besser sogar um mindestens den Faktor 1,75 länger ist als in einer
hierzu senkrechten zweiten Richtung Ri2. Die Seite des Deckels 3, die mit der Öffnung
6 des Vorratsbehälters zusammenwirkt, ist entsprechend gestaltet.
[0030] Zu seiner der Öffnung 6 abgewandten Seite hin verjüngt sich der Querschnitt des Vorratsbehälters
2 vorzugsweise so, dass der Vorratsbehälter in Richtung seiner der Öffnung 6 abgewandten
Seite schlanker wird, wie bereits oben erwähnt.
[0031] Vorzugsweise verjüngt sich der Vorratsbehälter 2 dabei so, dass sich der Applikator
nur durch den hauptsächlich zu benutzenden, hier mittleren der drei Abstreifer so
tief in den Vorratsbehälter 2 einschieben lässt, dass der Deckel 3 in seine Schließposition
gebracht werden kann. Idealerweise ist es zugleich so, dass der Applikator durch die
beiden links und rechts neben den mittleren Abstreifer angeordneten weiteren Abstreifer
nur so tief in den Vorratsbehälter hineingeschoben werden kann, dass er den jeweiligen
weiteren Abstreifer zwar vollständig passiert, aber dann mit der Wand des Vorratsbehälters
kollidiert und daher haptisch spürbar an einer weiteren Bewegung gehindert wird, bevor
er in das bevorratete Kosmetikum eintaucht. Eine solche Ausgestaltung ist zweckmäßig,
da damit verhindert wird, dass der Applikator, der durch den weiteren Abstreifer bewegt
wird, um ihn stärker abzustreifen, unversehens doch wieder in die Kosmetikmasse eintaucht,
was das gewünschte stärkere Abstreifen vielleicht beeinträchtigen würde.
[0032] Wie anhand der Figur 6 recht gut zu erkennen ist, besteht der Abstreiferkörper 7
aus einem einstückigen Kunststoffteil. In diesem einstückigen Kunststoffteil sind
gelegentlich zwei oder hier sogar drei Abstreifer herkömmlicher Bauart ausgebildet.
Der Abstreiferkörper wird vorzugsweise im Spritzgussverfahren hergestellt, idealerweise
aus einem einzigen Kunststoffmaterial in einem einzigen Arbeitsgang. Ein bevorzugtes
Material für einen solchen Abstreiferkörper ist beispielsweise die unter dem Markennamen
Grilflex gehandelte Kunststoffsorte.
[0033] Wie man sieht, bildet der einstückige Abstreiferkörper einen von seiner Wand in Umfangsrichtung
umgrenzten Vorhof 9 aus. In diesen Vorhof 9 münden mehrere Abstreifer mit ihrem distalen,
d. h. der jeweiligen Abstreiferlippe 10 abgewandten Ende. Dieser Vorhof fängt Kosmetikmasse
auf, die möglicherweise beim Herausziehen des Applikators aus dem jeweiligen Abstreifer
nach außen abspritzt, beispielsweise dadurch, dass einzelne Borsten in ihre entlastete
Position schnalzen, sobald sie den engen Querschnitt des jeweiligen Abstreifers passiert
haben und schlagartig keiner Biegebelastung mehr ausgesetzt sind.
[0034] Darüber hinaus dient dieser Vorhof vorzugsweise auch dazu, eine Dichtfläche bereitzustellen,
in die ein entsprechendes Gegenstück des Deckels oder des einen Bestandteil des Deckels
bildenden topfartigen Angusses hineingedrückt werden kann, um hierdurch so gegen die
Wand des Vorhofs zu verspannen, dass eine dichte Verbindung geschaffen wird, zumindest
zwischen dem Abstreifer und dem Deckel bzw. seinem topfartigen Anguss. Zu diesem Zweck
ist die innere Oberfläche der Wand des Vorhofs 9 zweckmäßigerweise leicht um den Winkel
W geneigt, beispielsweise um 0,3°-5°, vergleiche die Figur 6. Sobald die Gegenfläche
des Deckels oder des topfartigen Angusses des Deckels ebenfalls mit einer korrespondierenden
leichten Schräge ausgerüstet ist, ergibt sich letztendlich eine Kegeldichtung, die
selbst dann abdichtet, wenn der Deckel nur leicht an den Vorratsbehälter angedrückt
wird und die zudem das passgenaue Aufsetzen des Deckels auf den Vorratsbehälter erleichtert.
[0035] Angesichts dessen wird auch ohne Weiteres verständlich, warum die den Vorhof umgrenzende
Wand des Abstreiferkörpers 7 dicker ausgeführt ist und dafür gesorgt wird, dass der
Abschnitt der Wand möglichst fest mit der Öffnung des Vorratsbehälters verbunden werden
kann. Der den Kosmetikbehälter abdichtende Bereich muss möglichst formstabil ausgeführt
werden, damit auch dann eine zuverlässige Dichtigkeit gegeben ist, wenn der Kosmetikbehälter
beispielsweise beim Transport in einer Handtasche Biege- oder punktuellen Druckbelastungen
ausgesetzt ist. Die besagten Abstreifer bestehen, wie man sieht, jeweils aus einem
vorzugsweise kreiskegeligen Durchlass, der auf seiner behältereinwärtigen Seite jeweils
eine Abstreiferlippe 10 ausbildet. Die Abstreiferlippe 10 kann einstückig aus dem
gleichen Material bestehen wie der Abstreiferkörper 7. Alternativ können hier moderne
2-Komponenten-Verfahren zum Einsatz kommen, d. h. von zumindest einem dieser Abstreifer
kann beispielsweise die Abstreiferlippe aus einem nachträglich angespritzten besonders
weichen oder sogar gummielastischen Kunststoff bestehen.
Das Anspritzen einer solchen Abstreiferlippe aus einem besonders weichen Material
kann gerade bei einem Mehrfachabstreifer, wie er hier vorgeschlagen wird, in besonderem
Maße Sinn machen - dies deswegen, um die Abstreifwirkung der Abstreiferlippe zu vergleichmäßigen
und so der Tendenz entgegenzuwirken, dass die Abstreiferlippe in dem Wandbereich,
der deswegen besonders dick ist, weil er zwei nebeneinanderliegende Abstreifer voneinander
trennt (Bereich B), steifer ist als im Bereich der echten Außenwand des jeweiligen
Abstreifers.
[0036] Der Abstreiferkörper weist im Bereich des Vorhofs 9 einen ringförmig umlaufenden
Bereich auf, in dem seine Wandstärke erhöht ist. Dieser Bereich weist einen erhöhten
Verformungswiderstand auf und dient aufgrund dessen dazu, den Abstreiferkörper 7 sicher
in der Öffnung 6 des Vorratsbehälter 2 zu halten, vergleiche beispielsweise die Figuren
4-6.
[0037] Vorzugsweise in diesem verstärkten Bereich trägt der Abstreiferkörper 7 auch zusätzlich
noch mehrere Haltevorsprünge 11, so, wie man das am besten anhand der Figuren 4 und
5 erkennen kann.
[0038] Wie man am besten anhand des Details X zur Figur 1 erkennt, rasten diese Haltevorsprünge
11 hinter einem Vorsprung der Wand ein, die die Öffnung 6 des Vorratsbehälters umgrenzt.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Kosmetikeinheit
- 2
- Vorratsbehälter
- 3
- Deckel
- 4
- Stiel
- 5
- Applikator
- 6
- Öffnung des Vorratsbehälters
- 7
- Abstreiferkörper
- 8
- Abstreiferlängsachse
- 9
- Vorhof
- 10
- Abstreiferlippe
- 11
- Haltevorsprung
- 12
- topfartiger Anguss
- 13
- Schale
- 14
- Halteklammer
- W
- Winkel
- Ri1
- erste Richtung
- Ri2
- zweite Richtung
- L
- Längsachse des Kosmetikbehälters
1. Kosmetikeinheit (1), insbesondere Mascara-Einheit, mit einem Vorratsbehälter (2) zur
Bevorratung des aufzutragenden Kosmetikums, einem Applikator (5), der in seiner Verstauposition
in das Kosmetikum eintaucht und einer Abstreifervorrichtung, die einen Teil des vom
Applikator beim Eintauchen aufgenommenen Kosmetikums abstreift, wobei die Abstreifervorrichtung
aus mehreren Abstreifern besteht, die eine unterschiedliche Abstreiferwirkung erzeugen
und durch die der Applikator (5) alternativ hindurchgeführt werden kann, wobei die
mehreren Abstreifer in einem einzigen einstückigen Abstreiferkörper (7) ausgebildet
sind, dadurch gekennzeichnet, dass der einstückige Abstreiferkörper (7) in Umfangsrichtung einen Vorhof (9) umgrenzt,
in den mehrere Abstreifer mit ihrem, bezogen auf die Abstreiferlippe (11), distalen
Ende einmünden.
2. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Abstreifer jeweils starre Abstreifer sind, deren Abstreifwirkung sich
nicht verändern lässt und deren Abstreifwirkung sich voneinander unterscheidet, vorzugsweise
dadurch, dass die die eigentliche Abstreifwirkung erzeugenden Abstreiferlippen (10)
der einzelnen Abstreifer jeweils einen unterschiedlichen lichten Durchmesser haben.
3. Kosmetikeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreiferkörper (7) in dem Bereich, in dem er den Vorhof (9)umgrenzt, eine erhöhte
Wandstärke aufweist.
4. Kosmetikeinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreiferkörper (7) in dem Bereich, in dem er den Vorhof (9) umgrenzt, einen
Dichtungssitz ausbildet, gegen den eine dem Deckel zugeordnete Gegendichtfläche zur
Anlage gebracht werden kann.
5. Mehrfachabstreifer zum Einsetzen in eine Kosmetikeinheit (1), bestehend aus einem
einstückigen Abstreiferkörper (7) mit mehreren Abstreifern, die eine unterschiedliche
Abstreifwirkung erzeugen und die zum alternativen Durchführen eines Applikators geeignet
und bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der einstückige Abstreiferkörper (7) in Umfangsrichtung einen Vorhof (9) umgrenzt,
in den mehrere Abstreifer mit ihrem, bezogen auf die Abstreiferlippe (11), distalen
Ende einmünden.
1. A cosmetic unit (1), in particular a mascara unit, having a reservoir (2) for storing
the cosmetic to be applied, an applicator (5) that dips into the cosmetic in its stowed
position, and a wiper device that wipes off part of the cosmetic that the applicator
has picked up when dipped; the wiper device is composed of a plurality of wipers that
each produce a different wiping action, through which the applicator (5) can be alternatively
guided; and the plurality of wipers are embodied in a single, one-piece wiper body
(7), characterized in that the one-piece wiper body (7) encompasses a frontal area (9) in the circumferential
direction, into which area a plurality of wipers feed with their distal ends relative
to the wiper lip (11).
2. The cosmetic unit according to 1, characterized in that the plurality of wipers are each embodied as rigid wipers whose wiping actions do
not change and whose wiping actions differ from one another, preferably in that the wiper lips (10) of the individual wipers, which lips actually produce the wiping
action, each have a different inside diameter.
3. The cosmetic unit according to one of the preceding claims, characterized in that the wiper body (7) has an increased wall thickness in the region in which it encompasses
the frontal area (9).
4. The cosmetic unit according to one of the preceding claims, characterized in that the wiper body (7), in the region in which it encompasses the frontal area (9), forms
a sealing seat that the one counterpart sealing surface associated with the cover
can be brought into contact with.
5. A multiple wiper for insertion into a cosmetic unit (1), composed of a one-piece wiper
body (7) with a plurality of wipers that each produce a different wiping action and
that are suitable and intended for guiding an applicator through in different ways,
characterized in that the one-piece wiper body (7) encompasses a frontal area (9) in the circumferential
direction, into which area a plurality of wipers feed with their distal ends relative
to the wiper lip (11).
1. Unité cosmétique (1), en particulier unité à mascara, comprenant un récipient de réserve
(2) pour tenir en réserve le cosmétique à appliquer, un applicateur (5) qui, dans
sa position de rangement, plonge dans le cosmétique, et un dispositif de raclage qui
racle une partie du cosmétique prélevé par l'applicateur lorsqu'on le plonge, dans
laquelle le dispositif de raclage est constitué de plusieurs racleurs qui produisent
un effet de raclage différent et à travers lesquels l'applicateur (5) peut être alternativement
passé, dans laquelle les plusieurs racleurs sont réalisés dans un unique corps de
racleur (7) d'un seul tenant, caractérisé en ce que le corps de racleur (7) d'un seul tenant entoure en le délimitant un compartiment
antérieur (9) dans lequel débouchent plusieurs racleurs avec leur extrémité distale
par référence à la lèvre (11) du racleur.
2. Unité cosmétique selon la revendication 1, caractérisée en ce que les plusieurs racleurs sont respectivement des racleurs rigides, dont l'effet de
raclage ne peut pas être modifié et dont les effets de raclage différent les uns des
autres, de préférence du fait que les lèvres de raclage (10) engendrant l'effet de
raclage proprement dit dans les racleurs individuels ont respectivement un diamètre
libre différent.
3. Unité cosmétique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le corps de racleur (7) présente, dans la région dans laquelle il délimite le compartiment
antérieur (9), une épaisseur de paroi augmentée.
4. Unité cosmétique selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans la région dans laquelle il entoure le compartiment extérieur (9), le corps
de racleur (9) réalise un siège d'étanchéité contre lequel peut être amenée en contact
une surface d'étanchéité antagoniste associée au couvercle.
5. Racleur multiple destiné à être intégré dans une unité à cosmétique (1), constitué
d'un corps de racleur (7) d'un seul tenant avec plusieurs racleurs qui engendrent
un effet de raclage différent et qui sont appropriés et destinés à faire traverser
alternativement un applicateur, caractérisé en ce que le corps de racleur (7) d'un seul tenant entoure en le délimitant en direction périphérique
un compartiment antérieur (9) dans lequel débouchent plusieurs racleurs avec leur
extrémité distale par référence à la lèvre (11) du racleur.