[0001] Die Erfindung betrifft eine Garnbehandlungskammer zum thermischen Behandeln eines
laufenden Garnes gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In der Textilindustrie ist es bekannt, Garne, insbesondere nach dem Zwirnen bzw.
nach dem Kablieren, in einer Garnbehandlungsvorrichtung einer thermischen Behandlung
zu unterziehen und damit eine deutliche Verbesserung der Garnqualität zu erreichen.
Durch eine solche thermische Behandlung wird nicht nur der Zustand stabilisiert, in
dem sich die Garne nach dem Zwirnen bzw. nach dem Kablieren befinden, sondern die
Garne werden dabei auch von inneren Torsionskräften befreit. Außerdem bewirkt eine
solche thermische Behandlung durch Schrumpfbauschen oft auch eine Volumenerhöhung
der Garne.
[0003] In der Patentliteratur sind im Zusammenhang mit der thermischen Behandlung von Garnen
zahlreiche Patentanmeldungen bekannt, in denen unterschiedliche Garnbehandlungsvorrichtungen
beschrieben werden.
In verschiedenen Patentanmeldungen wird zum Beispiel vorgeschlagen, im Bereich der
Arbeitsstellen von Zwirnmaschinen jeweils eine so genannte Garnbehandlungskammer anzuordnen,
mit der eine thermische Fixierung am laufenden Garn vorgenommen werden kann.
[0004] Solche Garnbehandlungskammern, die beispielsweise in der
EP 1 348 785 A1 oder der
DE 103 48 278 A1 oder der
WO 2008/025411 A1 relativ ausführlich beschrieben sind, weisen in der Regel eine vertikal angeordnete
thermische Behandlungsstrecke mit endseitig angeordneten, einander gegenüberliegenden
Garneinlauf- bzw. Garnauslauföffnungen auf.
[0005] Das heißt, die bekannten Garnbehandlungskammern verfügen jeweils über eine Mittelzone,
in die ein unter Druck stehendes, heißes, gas- oder dampfförmiges Behandlungsmedium
eingeblasen wird, sowie beidseitig dieser Mittelzone angeordnete Endzonen, die jeweils
mit einem kühlenden, gasförmigen Medium, zum Beispiel Druckluft, beaufschlagt werden.
Die im Bereich der Endzonen angeordnete Garneinlauf- bzw. Garnauslauföffnung ist jeweils
mit einer Dichteihrichtung ausgestattet, die die Garnbehandlungskammer gegenüber der
Umgebung abdichtet.
Solche Dichteinrichtungen sind wichtige Bestandteile derartiger Garnbehandlungskammern,
da einerseits während des Betriebes eine effiziente Abdichtung durch das durchlaufende
Garn gewährleistet sein muss, anderseits die Reibung des durchlaufenden Garnes möglichst
gering sein sollte.
[0006] Wenngleich es mit den bekannten Garnbehandlungskammern gelungen ist, den Fixiervorgang
von Garnen verhältnismäßig kostengünstig und effizient zu gestalten, besteht bei diesen
Garnbehandlungskammern, insbesondere bezüglich der Anordnung ihrer Garneinlauföffnung
und der Ausbildung ihrer Dichteinrichtungen, durchaus noch Verbesserungspotential.
Das heißt, bei den bekannten Garnbehandlungskammern ist die für eine ordnungsgemäße
thermische Behandlung erforderliche Behandlungsstrecke relativ lang, was in Verbindung
mit der vertikalen Anordnung der Behandlungsstrecke dazu führt, dass die im Bereich
der Garneinlauföffnung angeordnete obere Garnschleuse üblicherweise in einer Höhe
von 2,5 m bis 3,5 m liegt und damit für das Bedienpersonal nur schwer erreichbar ist.
In der Praxis bedeutet dies, dass sich das Bedienpersonal, wenn irgendwelche Arbeiten
im Bereich der oberen Garnschleuse notwendig sind, eines zusätzlichen Hilfsmittels,
beispielsweise einer Leiter oder einer vergleichbaren Tritthilfe, bedienen muss.
[0007] Das Bedienpersonal muss folglich bei diesen Garnbehandlungskammern sowohl bei Wartungsarbeiten,
als auch beim Einfädeln eines Garnes zum Beispiel nach einem Garnbruch oder einem
Vorlagematerialwechsel, stets mit einer Steighilfe arbeiten, was umständlich, zeitaufwendig
und bei laufender Textilmaschine auch nicht ungefährlich ist.
[0008] Wenngleich die bekannten Garnbehandlungskammern bezüglich ihrer thermischen Behandlungsstrecke
durchaus vergleichbar ausgebildet sind, unterscheiden sich diese Garnbehandlungskammern,
insbesondere hinsichtlich ihrer an den Garneinlauf- bzw. Garnauslauföffnungen angeordneten
Dichteinrichtungen, den so genannten Garnschleusen, zum Teil erheblich.
[0009] Die in der
EP 1 348 785 A1 beschriebene Garnbehandlungskammer weist beispielsweise endseitig ihrer in linearer
Ausrichtung angeordneten thermischen Behandlungsstrecke Dichteinrichtungen auf, die
jeweils aus antreibbaren äußeren Schleusenrollen und innen liegenden Abdichtrollen
bestehen, wobei die Abdichtrollen ihrerseits jeweils mit einem elastischen Kunststoffring
ausgestattet sind.
Das laufende Garn verformt beim Passieren der Dichteinrichtungen die elastischen Kunststoffringe
etwas, was zu einer ordnungsgemäßen Dichtfunktion führt.
Die Kunststoffringe der Abdichtrollen sind allerdings recht verschleißempfindlich,
mit der Folge, dass die relativ geringe Lebensdauer derartiger Kunststoffringe kurze
Wartungsintervalle der Garnbehandlungskammern erfordert.
Kurze Wartungsintervalle wirken sich in der Regel allerdings oft recht negativ auf
den Gesamtwirkungsgrad der mit solchen Garnbehandlungskammern ausgestatteten Textilmaschinen
aus.
In der
DE 103 48 278 A1 ist eine vergleichbare Garnbehandlungskammer beschrieben, das heißt, eine Garnbehandlungskammer,
bei der die aus einer Mittelzone und zwei Endzonen gebildete thermische Behandlungsstrecke
ebenfalls eine lineare Ausrichtung aufweist und bei der endseitig im Bereich der Garneinlauf-
bzw. ihrer Garnauslauföffnung jeweils eine als Garnschleuse fungierende Dichteinrichtung
angeordnet ist.
Die Garnschleuse ist dabei mit verschleißfesten Garnführungselementen ausgestattet.
Das heißt, die Garnschleuse verfügt entweder über zwei identische, jeweils halbkreisförmig
ausgebildete Garnführungselemente, die durch ein Federelement gegeneinander gepresst
werden und im Bereich einer gemeinsamen Mittellängsachse Ausnehmungen aufweisen, die
einen Garnleitkanal bilden, oder die Garnführungselemente der Garnschleuse sind so
ausgebildet, dass eines der Garnführungselemente nach Art eines Revolvermagazins drehbar
gelagert ist und mehrere, unterschiedlich große Garnleitkanalausnehmungen aufweist.
[0010] Die Garnschleusen der durch die
DE 103 48 278 A1 bekannten Garnbehandlungskammern sind zwar recht verschleißfest; allerdings sind
solche Garnschleusen aufgrund der oft etwas schwierigen Anpassung des Querschnitts
ihres Garnleitkanals an die jeweilige Dicke des Garns problematisch.
[0011] Auch in der nachveröffentlichten
DE 10 2010 022 211 ist eine Garnbehandlungskammer zur thermischen Behandlung eines laufenden Garns beschrieben,
bei der die thermische Behandlungsstrecke eine lineare Ausrichtung aufweist und entsprechend
die Garneinlauföffnung bzw. die zugehörige Garnschleuse recht hoch und für das Bedienpersonal
schwer zugängig angeordnet ist.
Auch bei dieser Garnbehandlungskammer ist im Bereich der Garneinlauföffnung und der
Garnauslauföffnung jeweils eine Garnschleuse angeordnet, deren Garnführungselemente
einen Garnleitkanal bilden, der im Betriebszustand durch das laufende Garn abgedichtet
wird.
[0012] Zur Anpassung an die mittlere Dicke des laufenden Garns ist wenigstens eines der
Garnführungselemente der Garnschleuse stufenlos in verschiedenen Stellungen positionierbar.
[0013] Die Garnschleusen weisen außerdem jeweils ein auf den Garnführungselementen aufliegendes
Dichtelement auf, das sich längs des Garnleitkanals erstreckt und elastisch auf Fehler
im laufenden Garn reagiert.
Das heißt, das Dichtelement der Garnschleuse sorgt in Verbindung mit den zugehörigen
Garnführungselementen für eine ordnungsgemäße Abdichtung der Garnbehandlungskammer
gegenüber der Atmosphäre und ermöglicht damit eine gute thermische Behandlung eines
laufenden Garnes in der Garnbehandlungskammer.
[0014] Ausgehend von Garnbehandlungskammern der vorstehend beschriebenen Gattung liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Garnbehandlungskammer zu entwickeln, die ergonomisch
möglichst optimal gestaltet ist, das heißt, eine Garnbehandlungskammer zu schaffen,
bei der sowohl die Garneinlauföffnung als auch die Garnauslauföffnung für das Bedienpersonal
jederzeit sicher und problemlos zugängig ist.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Garnbehandlungskammer gelöst, die die
im Anspruch 1 beschriebenen Merkmale aufweist.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Die erfindungsgemäße Ausbildung, bei der die Garneinlauföffnung und die Garnauslauföffnung
so angeordnet sind, dass das laufende Garn seine Laufrichtung ändern muss und die
Garnbehandlungskammer dafür mit Garnumlenkmittel zum Führen des durch die Garneinlauföffnung
zugeführten Garns zur Garnauslauföffnung ausgestattet ist, wobei sowohl die im Bereich
der Garneinlauföffnung angeordnete erste Garnschleuse als auch die im Bereich der
Garnauslauföffnung angeordnete zweite Garnschleuse für das Bedienpersonal problemlos
zugängig, in einer ergonomisch günstigen Höhe unterhalb der Garnumlenkmittel der Garnbehandlungskammer
angeordnet sind, hat insbesondere den Vorteil, dass beide Garnschleusen einer solchen
Garnbehandlungskammer auf einer erheblich niedrigeren Bauhöhe angeordnet werden können,
so dass die Garnschleusen der Garnbehandlungskammer für das Bedienpersonal wesentlich
gefahr- und müheloser zugängig sind, als die Garnschleusen der bislang bekannten Garnbehandlungskammern,
die aufgrund ihrer linear verlaufenden Garnbehandlungsstrecke eine sehr hoch liegende
Garneinlauföffnung aufweisen.
Durch die gute Zugängigkeit sowohl der in der Garneinlauf- als auch der in der Garnauslauföffnung
angeordneten Garnschleusen können nicht nur Fehlbedienungen minimiert werden, sondern
auch die beim manuellen Einfädeln eines neuen Garns nach einem Garnbruch oder bei
einer Wartung, z.B. bei der turnusmäßigen Reinigung von Avivageablagerungen, auftretenden
Maschinenausfallzeiten reduziert werden, was sich beispielsweise bezüglich des Wirkungsgrades
der Textilmaschine sehr positiv bemerkbar macht.
[0018] Gemäß Anspruch 2 ist in vorteilhafter Ausführungsform vorgesehen, dass das Garn durch
die Garnumlenkmittel um mehr als 90° umgelenkt wird.
Durch eine solche Ausbildung lässt sich auf engem Raum eine ausreichend lange Garnbehandlungskammer
installieren, wobei gleichzeitig sowohl die Garneinlauföffnung als auch die Garnauslauföffnung
für das Bedienpersonal ergonomisch günstig positionierbar sind.
[0019] Vorzugsweise ist gemäß Anspruch 3 vorgesehen, dass die in der Garneinlauföffnung
der Garnbehandlungskammer installierte erste Garnschleuse und die in der Garnauslauföffnung
der Garnbehandlungskammer installierte zweite Garnschleuse im Bereich der Unterseite
der Garnbehandlungskammer angeordnet sind.
Eine solche Einbaulage gewährleistet nicht nur eine gute Zugängigkeit beider Garnschleusen,
sondern erleichtert auch die nach einer Unterbrechung des Zwirn- oder Kablierprozesses
erforderliche Bedienung der Garnbehandlungskammer erheblich.
[0020] Wie im Anspruch 4 beschrieben, sind die beiden Garnschleusen vorzugsweise im Bereich
der Unterseite der Garnbehandlungskammer benachbart und in einer ergonomisch günstigen
Höhe angeordnet. Bei einer solchen Ausbildung der Garnbehandlungskammer sind die vom
Bedienpersonal zu bedienenden Teile der Garnbehandlungskammer, speziell die Garnschleusen,
in einem Bereich angeordnet, in dem sie für das Bedienpersonal auch ohne zusätzliche
Hilfsmittel jederzeit gut zugängig sind.
Eine solche Ausbildung stellt folglich nicht nur sicher, dass das manuelle Einfädeln
eines Garnes in die Garnschleusen relativ einfach und mühelos ist, sondern erhöht
auch die Arbeitssicherheit an den Arbeitsstellen deutlich.
[0021] Gemäß Anspruch 5 ist des Weiteren vorgesehen, dass die Mittellängsachse der im Bereich
der Garneinlauföffnung angeordneten ersten Garnschleuse parallel zur Mittellängsachse
der im Bereich der Garnauslauföffnung der Garnbehandlungskammer angeordneten zweiten
Garnschleuse verläuft, was das Beheben von zum Beispiel Garnbrüchen ebenfalls erheblich
erleichtert.
[0022] Durch die vorstehend beschriebene Positionierung der Garnschleusen wird die Bedienfreundlichkeit
der Garnbehandlungskammer insgesamt optimiert, so dass problemlos eine schnelle und
ordnungsgemäße Behebung von Garnbrüchen und/oder von Störungen möglich wird. Außerdem
wird bei einer solchen Anordnung der Garnschleusen auch die turnusmäßige Reinigung
der Garnschleusen von Avivageablagerungen wesentlich einfacher.
[0023] Wie im Anspruch 6 dargelegt, kommt als Garnschleuse jeweils mindestens ein Fadenführungsröhrchen
zum Einsatz, dessen lichte Weite jeweils auf den Durchmesser des zu bearbeitenden
Garnes abgestimmt ist.
Mit solchen Fadenführungsröhrchen lässt sich in Verbindung mit dem laufenden Garn
auf relativ einfache Weise eine zuverlässige Abdichtung der Garnbehandlungskammer
gegenüber der Umgebung realisieren.
[0024] Solche Fadenführungsröhrchen, die vorzugsweise einen runden Querschnitt aufweisen
(Anspr.7) sind außerdem sicher gegen Fehlbedienungen und aufgrund ihrer guten Selbstreinigung
durch das durchlaufende Garn relativ unempfindlich gegen Verschmutzung. Auch die Reibungsverluste,
die beim Durchlaufen des Garnes durch die Fadenführungsröhrchen auftreten, sind vernachlässigbar.
Das heißt, mit Garnschleusen in Form von Fadenführungsröhrchen ist während des Betriebes
stets eine sichere Abdichtung der unter Überdruck stehenden Garnbehandlungskammer
gegenüber der Umgebung gewährleistet.
[0025] Wie im Anspruch 8 beschrieben, ist in vorteilhafter Ausführungsform vorgesehen, dass
das jeweilige Fadenführungsröhrchen so in einer Aufnahme der Garneinlauföffnung oder
der Garnauslauföffnung festlegbar ist, dass das Fadenführungsröhrchen im Bedarfsfall,
beispielsweise zum manuellen Einfädeln eines Garnes nach einen Garnbruch oder im Zuge
eines Partiewechsels, leicht aus der Aufnahme herausnehmbar und nach Einfädeln eines
neuen Garnes wieder problemlos in die Aufnahme einsetzbar ist.
[0026] Durch entsprechende Ausbildung der Fadenführungsröhrchen und/ oder der Aufnahme ist
außerdem auf einfache Weise sicherzustellen, dass die Fadenführungsröhrchen während
des
Arbeitsprozesses zuverlässig in den Aufnahmen gehalten sind.
[0027] Fadenführungsröhrchen stellen insgesamt Dichteinrichtungen dar, die gewährleisten,
dass die Garnbehandlungskammer während der thermischen Behandlung des Garnes, unabhängig
von der mittleren Dicke des jeweiligen Garns, stets zuverlässig gegenüber der Umgebung
abgedichtet ist.
[0028] Wie im Anspruch 9 dargelegt ist, ist in einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen,
dass jeweils mehrere Fadenführungsröhrchen in einem Aufnahmeelement bevorratet sind.
Vorzugsweise hält das Aufnahmeelement dabei verschiedene Fadenführungsröhrchen bereit,
das heißt, Fadenführungsröhrchen, die sich bezüglich ihrer lichten Weite unterscheiden.
Bei einem Partiewechsel kann das Bedienpersonal sofort problemlos auf das neue Garn
reagieren und eine sichere Abdichtung der Garnbehandlungskammer gewährleisten.
[0029] Gemäß Anspruch 10 ist das Aufnahmeelement vorzugsweise so ausgebildet und angeordnet,
dass ein erstes Fadenführungsröhrchen im Bereich der Gärneinlauföffnung und ein zweites
Fadenführungsröhrchen im Bereich der Garnauslauföffnung der Garnbehandlungskammer
positionierbar und in einer entsprechenden Aufnahme der Garneinlauföffnung bzw. einer
entsprechenden Aufnahme der Garnauslauföffnung der Garnbehandlungskammer festlegbar
ist.
Mit einer solchen Ausbildung lassen sich die Wechselzeiten, insbesondere bei einem
Partiewechsel, erheblich reduzieren. Außerdem stehen bei einer Bevorratung von mehreren
Fadenführungsröhrchen mit unterschiedlichen lichten Weiten in einem Aufnahmeelement,
wie vorstehend bereits erläutert, stets für jede Partie sofort die benötigten Fadenführungsröhrchen
bereit.
[0030] Die im Anspruch 10 beschriebene Ausführungsform stellt insgesamt eine kostengünstige
Ausbildung für die Positionierung von Fadenführungsröhrchen im Bereich der Garneinlauf-
sowie der Garnauslauföffnung einer Garnbehandlungskammer dar.
[0031] Anstelle eines gemeinsamen Aufnahmeelements für alle Fadenführungsröhrchen der Garneinlauf-
und der Garnauslauföffnung der Garnbehandlungskammer ist gemäß Anspruch 11 in einer
alternativen Ausführungsform vorgesehen, dass im Bereich der Garneinlauföffnung ein
erstes Aufnahmeelement für Fadenführungsröhrchen der Garneinlauföffnung und im Bereich
der Garnauslauföffnung ein zweites Aufnahmeelement für die Fadenführungsröhrchen der
Garnauslauföffnung angeordnet ist.
Durch die Anordnung zweier getrennter Aufnahmeelemente lässt sich die Anzahl der in
den Aufnahmeelementen bereithaltbaren Fadenführungsröhrchen deutlich vergrößern und
damit auf relativ einfache Weise die Variabilität der Garnbehandlungskammer in Bezug
auf die Bearbeitung von Garnen unterschiedlicher Dicke erheblich erhöhen.
[0032] Die Aufnahmeelemente können dabei verschiedene Ausführungsformen aufweisen.
Die Aufnahmeelement können beispielsweise, wie im Anspruch 12 beschrieben, nach Art
eines Revolvermagazins ausgebildet, oder, wie im Anspruch 13 dargelegt, als linear
verschiebbar gelagertes Reihenmagazin ausgebildet sein.
Welches dieser Magazine im Betrieb vorteilhafter ist, ist nur schwer zu beurteilen.
Das heißt, die Art des eingesetzten Magazins dürfte sich in erster Linie aus den im
Bereich der Arbeitsstellen herrschenden Platzverhältnisse ergeben.
[0033] Gemäß der Ansprüche 14 bis 16 ist des Weiteren vorgesehen, dass das Aufnahmeelement
entweder manuell oder mittels eines Positionierantriebes maschinell einstellbar ist.
[0034] Die im Anspruch 14 beschriebene manuelle Einstellung des Aufnahmeelements stellt
dabei eine sehr kostengünstige Lösung dar, allerdings ist bei einer solchen manuellen
Einstellung die Gefahr nicht völlig auszuschließen, dass es zu einer Fehleinstellung
kommt, das heißt, dass die Bedienperson versehentlich ein Fadenführungsröhrchen in
einer Aufnahme der Garneinlauf- oder der Garnauslauföffnung positioniert, das nicht
exakt zum bearbeitenden Garn passt.
[0035] Die Einstellung des Aufnahmeelements mittels eines entsprechenden Positionierantriebs
(Anspr.15) ist zwar etwas aufwendiger, hat aber den Vorteil, dass bei entsprechender
Ausbildung der Ansteuerung des Positionierantriebs gewährleistet werden kann, dass
stets das richtige Fadenführungsröhrchen in der betreffenden Garneinlauf- oder Garnauslauföffnung
positioniert wird.
[0036] Wie im Anspruch 16 dargelegt, ist der Positionierantrieb für das Aufnahmeelement
vorzugsweise als Schrittmotor ausgebildet. Derartige Schrittmotoren erfordern bekanntlich
bezüglich der exakten Einstellung ihres Drehwinkels und damit der exakten Einstellung
der Position des Aufnahmeelements nur einen relativ geringen Steuerungsaufwand.
Das heißt, mittels eines Schrittmotors ist auf relativ einfache Weise eine gute Reproduzierbarkeit
der Einstellung des Aufnahmeelements zu gewährleisten.
[0037] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand eines in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert.
[0038] Es zeigt:
- Fig.1
- eine schematisierte Prinzipskizze einer Arbeitsstelle einer Zwirn- oder Kabliermaschine
mit einer Dampffixiervorrichtung, deren Garnbehandlungskammer erfindungsgemäß so ausgebildet
ist, dass die Garneinlauf- und die Garnauslauföffnung ergonomisch günstig auf einer
Seite der Garnbehandlungskammer angeordnet sind,
- Fig.1A
- eine der jeweils im Bereich der Garneinlauf- und die Garnauslauföffnung angeordneten
Aufnahmen zum Festlegen von als Fadenführungsröhrchen ausgebildeten Garnschleusen,
- Fig.2
- in einem größeren Maßstab und perspektivischer Darstellung eine erste Ausführungsform
eines Aufnahmeelements, mit einigen der als Fadenführungsröhrchen ausgebildeten Garnschleusen,
- Fig.2A
- in perspektivischer Darstellung eine zweite Ausführungsform eines Aufnahmeelements,
mit einigen der als Fadenführungsröhrchen ausgebildeten Garnschleusen,
- Fig.3
- eine erste Ausführungsform der Anordnung eines Aufnahmeelements zum Positionieren
von Fadenführungsröhrchen,
- Fig.4
- eine weitere Ausführungsform der Anordnung von Aufnahmeelementen zum Positionieren
von Fadenführungsröhrchen,
- Fig. 5A-5F
- als Beispiel eine mögliche Arbeitsfolge verschiedener Arbeitsschritte, die notwendig
sind, um ein Garn in als Fadenführungsröhrchen ausgebildete, im Bereich der Garneinlauf-
und der Garnauslauföffnung einer Garnbehandlungskammer angeordnete Garnschleusen einzufädeln.
[0039] In Fig. 1 ist in schematischer Darstellung eine Arbeitsstelle 29 einer Zwirn- oder
Kabliermaschine skizziert.
Solche Textilmaschinen verfügen in der Regel über eine Vielzahl derartiger nebeneinander
angeordneter, baugleicher Arbeitsstellen 29.
[0040] Wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel dargestellt, weist jede der Arbeitsstellen
29 eine Zwirn- oder Kabliereinrichtung 15, eine Dampffixiervorrichtung 1 sowie eine
Spulvorrichtung 24 auf. Im Ausführungsbeispiel wird mittels der Zwirn- oder Kabliereinrichtung
15 ein von einer Vorlagespule 33, die auf einer Spindel der Zwirn- oder Kabliereinrichtung
15 angeordnet ist, abgezogener Faden 17 zunächst mit einem Gatterfaden 18 zu einem
Garn 14 verzwirnt.
Das Garn 14 gelangt dann über eine Abzugsvorrichtung 16 sowie über Umlenkmittel 22
zu der Dampffixiervorrichtung 1, in der, wie vorstehend bereits angedeutet, das Garn
14 thermisch behandelt wird.
Die Dampffixiervorrichtung 1 weist, wie an sich bekannt, eine Garnbehandlungskammer
21 auf, deren Fadenbehandlungsstrecke in eine Mittelzone 5 sowie eine vordere Endzone
6 und eine hintere Endzone 7 aufgeteilt ist. Die Mittelzone 5 wird dabei über einen
Anschluss 8 mit einem heißen, gasförmigen Medium, vorzugsweise Sattdampf oder Heißdampf,
versorgt, während in die Endzonen 6 und 7 jeweils über Anschlüsse 9A bzw.9B ein kühles
gasförmiges Medium, beispielsweise Druckluft, eingeblasen wird. Die Mittelzone 5 sowie
die Endzonen 6 und 7 verfügen außerdem jeweils über einen Ablassanschluss 10, über
den Dampf bzw. Kondensat abgeführt werden kann.
[0041] Die Garnbehandlungskammer 21 weist des Weiteren im Bereich der in Garnlaufrichtung
F vorne liegenden Endzone 6 eine Garneinlauföffnung 2 und im Bereich der hinteren
Endzone 7 eine Garnauslauföffnung 3 auf. Außerdem verfügt die Garnbehandlungskammer
21 über Garnumlenkmittel 12, die dafür sorgen, dass das über die Garneinlauföffnung
2 in die Garnbehandlungskammer 21 eingeführte Garn 14 zuverlässig zur Garnauslauföffnüng
3 hin umgelenkt wird.
[0042] Im Bereich der Garneinlauföffnung 2 bzw. der Garnauslauföffnung 3 ist jeweils eine
Garnschleuse 23A bzw. 23B angeordnet, die die unter Überdruck stehende Garnbehandlungskammer
21 in Verbindung mit dem laufenden Garn 14 gegenüber der Umgebung abdichtet.
[0043] Das in der Dampfbehandlungskammer 21 thermisch fixierte Garn 14 wird über eine Abzugseinrichtung
11 zu einer Spulvorrichtung 24 der Arbeitsstelle 29 geführt und dort beispielsweise
zu einer Kreuzspule 20 aufgewickelt.
Die Kreuzspule 20 ist vorzugsweise in einem (nicht dargestellten) schwenkbaren Spulenrahmen
rotierbar gehaltert und liegt mit ihrer Oberfläche auf einer Wickelwalze 19 auf, die
die Kreuzspule 20 reibschlüssig rotiert.
[0044] Die Zuführung des heißen, gasförmigen Mediums zur Garnbehandlungskammer 21 der Dampffixiereinrichtung
1 erfolgt über eine (nicht dargestellte) Dampfleitung der Zwirn- oder Kabliermaschine.
[0045] Die Zuführung des Dampfes kann dabei durch eine als Dampfventil ausgebildete Absperreinrichtung
4 dosiert und bei Bedarf unterbrochen werden.
[0046] Um die Garnbehandlungskammer 21 bedienerfreundlich zu gestalten, ist, wie aus der
Fig.1 leicht ersichtlich, beispielsweise die in Garnlaufrichtung F vordere Endzone
6 der Garnbehandlungskammer 21 so ausgebildet, dass ihre im Bereich der Garneinlauföffnüng
2 angeordnete Garnschleuse 23A benachbart zu der im Bereich der Garnauslauföffnung
3 angeordneten Garnschleusen 23B liegt, die die hintere Endzone 7 der Garnbehandlungskammer
21 abdichtet. Die beiden vorzugsweise parallel nebeneinander angeordneten Garnschleusen
23A und 23 B sind dabei auf einer für das Bedienpersonal vorteilhaften Bedienhöhe
positioniert und, wie nachfolgend erläutert, in vorteilhafter Ausführungsform als
Fadenführungsröhrchen 25 ausgebildet.
Das heißt, im Bereich der Garneinlauföffnung 2 bzw. der Garnauslauföffnung 3 der Garnbehandlungskammer
21 ist, wie in Fig.1A dargestellt, jeweils eine Aufnahme 32 installiert, in deren
zentralen Durchtrittsöffnung jeweils ein Fadenführungsröhrchen 25 festlegbar ist.
Das eingeschobene Fadenführungsröhrchen 25 ist dabei mit seiner lichten Weite A jeweils
auf den Titer des zu bearbeitenden Garnes abgestimmt, mit der Folge, dass das durchlaufende
Garn 14 mit dem Fadenführungsröhrchen 25 eine zuverlässige Garnschleuse 23A, 23B bildet.
[0047] Wie in Fig.1 weiter dargestellt, ist die Dampfbehandlungskammer 21 mit einem Lieferwerk
37 bzw. einem Lieferwerk 38 sowie Umlenkmitteln 12 ausgestattet.
Die Lieferwerke 37 bzw. 38 dienen der Zuführung des zu behandelnden Garns 14 bzw.
der Abführung des behandelten Garns 14 aus der Mittelzone und sind entsprechend vor
bzw. hinter der Mittelzone 5 in den Endzonen 6 bzw. 7 angeordnet.
[0048] Die beiden Lieferwerke 37, 38 dienen dem kontrollierten Transport des Garnes 14 durch
die Dampfbehandlungskammer 21.
Das heißt, das Garn 14 wird beim Durchlaufen der Dampfbehandlungskammer 21 zwischen
den Lieferwerken 37, 38 im Wesentlichen konstant spannungslos gehalten.
[0049] Die Dampffixiervorrichtung 1 weist des Weiteren, wie üblich und in der Fig.1 nur
schematisch angedeutet, eine Sensoreinrichtung auf, deren in der Dampfbehandlungskammer
21 angeordnete Sensoren über entsprechende Signalleitungen an eine Steuer- und Regeleinrichtung
13 angeschlossen sind.
[0050] Außerdem verfügt die Garnbehandlungskammer 21 im Bereich ihrer Garnauslauföffnung
3 über eine (nicht dargestellte) Injektoreinrichtung, die über einen Anschluss mit
Druckluft beaufschlagbar ist und eine pneumatische Einfädelung des Garns 14 durch
die gesamte Dampffixiereinrichtung 1 hindurch ermöglicht, wobei, wenn als Garnschleusen
23A und 23b Fadenführungsröhrchen 25 zum Einsatz kommen, diese vor dem Einfädeln des
Garns zunächst entfernt werden müssen.
[0051] In Fig.2 ist in perspektivischer Ansicht eine erste mögliche Ausführungsform eines
Aufnahmeelements 26 dargestellt, das zum Bereithalten von jeweils sechs der als Fadenführungsröhrchen
25 ausgebildeten Garnschleusen 23 dient.
Das im vorliegenden Ausführungsbeispiel dargestellte, nach Art eines Revolvermagazins
ausgebildete, beispielsweise aus einem Kunststoffmaterial gefertigte Aufnahmeelement
26 weist vorzugsweise eine zentrale Lageröffnung 27 sowie sechs radial angeordnete
Lagerstege 28 auf, wobei die Lagerstege 28 endseitig jeweils mit einem nach außen
offenen Gleitführungskörper 30 ausgestattet sind, in dem die Fadenführungsröhrchen
25 axial verschiebbar und durch Ansätze 31 gesichert, gelagert sind.
[0052] Die Fadenführungsröhrchen 25 können unterschiedliche lichte Weiten A aufweisen, wobei
in vorteilhafter Ausführungsform zwei einander gegenüberliegende Fadenführungsröhrchen
25 jeweils die gleiche lichte Weite A aufweisen.
Das bedeutet, jeweils zwei der Fadenführungsröhrchen 25 sind bezüglich ihrer lichten
Weite A auf einen bestimmten Garndurchmesser D abgestimmt und können gleichzeitig
in der Garneinlauföffnung 2 bzw. in der Garnauslauföffnung 3 der Garnbehandlungskammer
21 positioniert werden.
[0053] Der Ansatz 31 ist bezüglich seiner Abmessung so auf eine jeweils im Bereich der Garneinauföffnung
2 bzw. der Garnauslauföffnung 2 der Garnbehandlungskammer 21 angeordnete, in den Figuren
5 schematisch und in Fig.1A im Schnitt dargestellte Aufnahme 32 abgestimmt, dass die
Fadenführungsröhrchen 25 problemlos in die Aufnahme 32 eingebaut und ausgebaut werden
können.
[0054] Wie vorstehend bereits angedeutet, ist das in Fig.2 dargestellte Aufnahmeelement
26 in vorteilhafter Ausführungsform im Einbauzustand über eine zentrale Lageröffnung
27 nach Art eines Revolvermagazins gelagert.
Das heißt, das Aufnahmeelement 26 ist auf einer Lagerstelle 34 drehbar gelagert und
kann im Bedarfsfall manuell oder maschinell so positioniert werden, dass wenigstens
eines der in den Gleitführungskörpern 30 gelagerten Fadenführungsröhrchen 25 in die
Aufnahme 32 der Garneinlauföffnung 2 und/oder in die Aufnahme 32 der Garnauslauföffnung
3 der Garnbehandlungskammer 21 einschiebbar ist.
[0055] Das im Bereich der Garneinlauf- und/oder der Garnauslauföffnung angeordnete Aufnahmeelement
kann in einer zweiten Ausführungsform allerdings auch als linear verschiebbar gelagertes
Reihenmagzin 26C ausgebildet sein.
[0056] Ein solches in Fig.2A schematisch dargestelltes Reihenmagazin 26C weist einen an
Linearführungen 40, 41 verschiebbar gelagerten Grundkörper mit Gleitführungskörpern
30 auf, in denen die Fadenführungsröhrchen 25 gelagert sind.
Die Gleitführungskörper 30 sind dabei so unterhalb der Aufnahmen 32 der Garneinlauf-
und/oder Garnauslauföffnungen 2, 3 positionierbar, dass die Fadenführungsröhrchen
25 problemlos in die Aufnahmen 32 überführt werden können.
[0057] Wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, kann das Aufnahmeelement 26 entweder so an
der Garnbehandlungskammer 21 angeordnet sein, dass im Bedarfsfall mittels des Aufnahmeelements
26 sowohl die Aufnahme 32 der Garneinauföffnung 2 als auch die Aufnahme 32 der Garnauslauföffnung
3 der Garnbehandlungskammer 21 mit einem Fadenführungsröhrchen 25 versorgt werden
kann (Fig.3), oder es kann vorgesehen werden, zwei separate Aufnahmeelement 26A und
26B anzuordnen (Fig.4).
In diesem Fall ist ein erstes Aufnahmeelement 26A im Bereich der Aufnahme 32 der Garneinauföffnung
2 positioniert und ein zweites Aufnahmeelement 26B im Bereich der Aufnahme 32 der
Garnauslauföffnung 3 angeordnet.
Auch in diesem Fall sind die Aufnahmeelemente 26A, 26B mit einer Mehrzahl von Fadenführungsröhrchen
25 ausgestattet, die, wie vorstehend erläutert, unterschiedliche lichte Weiten A aufweisen.
[0058] Da beide Ausführungsformen bzw. Anordnungen der Aufnahmeelemente 26, 26A, 26B, 26C
Vorteile aufweisen, hängt es von den jeweils vorliegenden betrieblichen Bedingungen
ab, welche der beiden Ausführungsformen bzw. Anordnungen als vorteilhafter angesehen
wird.
[0059] Die in Fig.3 dargestellte Anordnung ist beispielsweise kostengünstiger und die Fadenführungsröhrchen
25 sind insbesondere zum Einfädeln des Garns sehr gut zugängig, während die Anordnung
gemäß Fig.4 den Vorteil aufweist, dass gleichzeitig mehr Fadenführungsröhrchen 25
mit unterschiedlichen lichten Weiten A bereitgehalten werden können, was die Einrichtung
im Bezug auf Garnpartiewechsel insgesamt flexibler macht.
[0060] In den Fig.5A - 5F sind schematisch die verschiedenen Verfahrensschritte dargestellt,
die notwendig sind, um eine erfindungsgemäße Garnbehandlungskammer 21, deren Garnschleusen
23A und 23B im Ausführungsbeispiel jeweils durch Fadenführungsröhrchen 25 gebildet
werden, zum Beispiel nach einem Garnbruch, erneut in Betrieb zu nehmen.
[0061] Wie aus Fig.5A ersichtlich, müssen nach einem Garnbruch in der Regel zunächst die
beiden als Garnschleusen dienenden Fadenführungsröhrchen 25 aus den Aufnahmen 32 der
Garneinlauföffnung 2 und der Garnauslauföffnung 3 der Garnbehandlungskammer 21 ausgebaut
werden.
Das heißt, die beiden Fadenführungsröhrchen 25 werden in Richtung des Pfeils R beaufschlagt
und gleiten dabei jeweils aus der Aufnahme 32 der Garneinlauföffnung 2 bzw. aus der
Aufnahme 32 der Garnauslauföffnung 3 der Garnbehandlungskammer 21.
[0062] Im nächsten Schritt, der in Fig.5B dargestellt ist, wird mittels eines Drahteinfädlers
35 das Garn 14 durch eines der Fadenführungsröhrchen 25 gezogen und anschließend das
Garn 14 mittels einer Injektorströmung durch die Garnbehandlungskammer 21 "gejettet",
wie dies in Fig.5C dargestellt ist.
[0063] Das aus der Garnbehandlungskammer 21 austretende Garn 14 wird dann, wie in Fig.5D
dargestellt, mittels des Drahteinfädlers 35 durch das andere Fadenführungsröhrchen
25 gezogen, das, wie das erste Fadenführungsröhrchen 25 eine auf den Durchmesser D
des vorliegenden Garnes 14 abgestimmte lichte Weite A aufweist.
[0064] Im Anschluss werden die beiden Fadenführungsröhrchen 25 mit dem eingefädelten Garn
14, wie in Fig.5E dargestellt, in die Aufnahme 32 der Garneinlauföffnung 2 bzw. in
die Aufnahme 32 der Garneinlauföffnung 3 der Garnbehandlungskammer 21 zurückgeschoben.
[0065] Wenn die beiden Fadenführungsröhrchen 25, wie in Fig.5F dargestellt, ordnungsgemäß
in ihren Aufnahmen 32 festgelegt sind, kann das Garn 14 über die Abzugseinrichtung
11 zur Spulvorrichtung 24 geleitet und an die Kreuzspule 20 angeschlossen werden.
Die Arbeitsstelle 29 ist dann wieder betriebsbereit.
1. Garnbehandlungskammer zum thermischen Behandeln eines laufenden Garnes, mit einer
Mittelzone, in der ein heißes, unter Druck stehendes gas- oder dampfförmiges Medium
das Garn beaufschlagt, und beidseitig der Mittelzone angeordneten Endzonen, in denen
ein kühlendes, gasförmiges Medium wirksam ist, wobei die Endzonen jeweils über eine
Garneinlauföffnung oder eine Garnauslauföffnung mit einer Garnschleuse verfügen, die
im Betriebszustand in Verbindung mit dem laufenden Garn die zugehörige Endzone und
damit die Garnbehandlungskammer abdichtet,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Garneinlauföffnung (2) und die Garnauslauföffnung (3) so angeordnet sind, dass
das laufende Garn (14) seine Laufrichtung ändern muss, dass die Garnbehandlungskammer
(21) dafür Garnumlenkmittel (12) zum Führen des durch die Garneinlauföffnung (2) zugeführten
Garns (14) zur Garnauslauföffnung (3) aufweist und dass sowohl die im Bereich der
Garneinlauföffnung (2) angeordnete erste Garnschleuse (23A) als auch die im Bereich
der Garnauslauföffnung (3) angeordnete zweite Garnschleuse (23B), für das Bedienpersonal
problemlos zugängig, in einer ergonomisch günstigen Höhe unterhalb der Garnumlenkmittel
(12) der Garnbehandlungskammer (21) angeordnet sind.
2. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Garn (14) durch die Garnumlenkmittel (12) um mehr als 90° umgelenkt wird.
3. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Garneinlauföffnung (2) der Garnbehandlungskammer (21) installierte erste
Garnschleuse (23A) und die in der Garnauslauföffnung (3) der Garnbehandlungskammer
(21) installierte zweite Garnschleuse (23B) im Bereich der Unterseite der Garnbehandlungskammer
(21) angeordnet sind.
4. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Garnschleusen (23A, 23B) benachbart angeordnet sind.
5. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittellängsachse der im Bereich der Garneinlauföffnung (2) der Garnbehandlungskammer
(21) angeordneten ersten Garnschleuse (23A) parallel zur Mittellängsachse der im Bereich
der Garnauslauföffnung (3) der Garnbehandlungskammer (21) zugeordneten zweiten Garnschleuse
(23B) verläuft.
6. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Garnschleuse (23A, 23B) jeweils mindestens ein Fadenführungsröhrchen (25) zum
Einsatz kommt, dessen lichte Weite (A) auf den Durchmesser (D) des zu bearbeitenden
Garnes (14) abgestimmt ist.
7. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenführungsröhrchen (25) einen runden Querschnitt aufweist.
8. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenführungsröhrchen (25) so in einer Aufnahme (32) der Garneinlauföffnung (2)
oder in einer Aufnahme (32) der Garnauslauföffnung (3) der Garnbehandlungskammer (21)
festlegbar ist, dass das Fadenführungsröhrchen (25) zum manuellen Einfädeln eines
Garnes (14) leicht aus der Aufnahme (32) herausnehmbar und anschließend wieder problemlos
einsetzbar ist.
9. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Fadenführungsröhrchen (25) in einem Aufnahmeelement (26, 26A, 26B, 26C) bevorratet
sind.
10. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (26) so angeordnet und einstellbar ist, dass sowohl ein Fadenführungsröhrchen
(25) in einer Aufnahme (32) der Garneinlauföffnung (2) als auch ein weiteres Fadenführungsröhrchen
(25) in einer Aufnahme (32) der Garnauslauföffnung (3) der Garnbehandlungskammer (21)
positionierbar ist.
11. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit Fadenführungsröhrchen (25) bestücktes erstes Aufnahmeelement (26A, 26C) im
Bereich der Garneinlauföffnung (2) der Garnbehandlungskammer (21) sowie ein mit Fadenführungsröhrchen
(25) bestücktes zweites Aufnahmeelement (26B, 26C) im Bereich der Garnauslauföffnung
(3) angeordnet ist.
12. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (26, 26A, 26B) nach Art eines Revolvermagazins ausgebildet ist.
13. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (26C) als linear verschiebbar gelagertes Reihenmagazin ausgebildet
ist.
14. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (26, 26A, 26B, 26C) manuell einstellbar ist.
15. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (26, 26A, 26B, 26C) mittels eines Positionierantriebes definiert
einstellbar ist.
16. Garnbehandlungskammer nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Positionierantrieb für das Aufnahmeelement (26, 26A, 26B, 26C) als Schrittmotor
ausgebildet ist.
1. Yarn treatment chamber for the thermal treatment of a running yarn, with a centre
zone, in which a hot, gaseous or vaporous medium under pressure acts on the yarn,
and end zones arranged on both sides of the centre zone, in which a cooling, gaseous
medium is active, the end zones each having a yarn inlet opening or a yarn outlet
opening with a yarn sluice, which, in the operating state in conjunction with the
running yarn, seals the associated end zone and therefore the yarn treatment chamber,
characterised in that the yarn inlet opening (2) and the yarn outlet opening (3) are arranged in such a
way that the running yarn (14) has to change its running direction, in that the yarn treatment chamber (21), for this purpose, has yarn deflection means (12)
to guide the yarn (14) fed through the yarn inlet opening (2) to the yarn outlet opening
(3) and in that both the first yarn sluice (23A) arranged in the region of the yarn inlet opening
(2) and the second yarn sluice (23B) arranged in the region of the yarn outlet opening
(3) are arranged in a manner accessible without problems to the operating staff at
an ergonomically favourable height below the yarn deflection means (12) of the yarn
treatment chamber (21).
2. Yarn treatment chamber according to claim 1, characterised in that the yarn (14) is deflected by more than 90° by the yarn deflection means (12).
3. Yarn treatment chamber according to claim 1, characterised in that the first yarn sluice (23A) installed in the yarn inlet opening (2) of the yarn treatment
chamber (21) and the second yarn sluice (23B) installed in the yarn outlet opening
(3) of the yarn treatment chamber (21) are arranged in the region of the lower side
of the yarn treatment chamber (21).
4. Yarn treatment chamber according to claim 1, characterised in that the two yarn sluices (23A, 23B) are arranged adjacently.
5. Yarn treatment chamber according to claim 1, characterised in that the centre longitudinal axis of the first yarn sluice (23A) arranged in the region
of the yarn inlet opening (2) of the yarn treatment chamber (21) runs parallel to
the centre longitudinal axis of the second yarn sluice (23B) arranged in the region
of the yarn outlet opening (3) of the yarn treatment chamber (21).
6. Yarn treatment chamber according to claim 1, characterised in that at least one thread guide tube (25), the inside width (A) of which is matched to
the diameter (D) of the yarn (14) to be processed, is used in each case as the yarn
sluice (23A, 23B).
7. Yarn treatment chamber according to claim 6, characterised in that the thread guide tube (25) has a round cross-section.
8. Yarn treatment chamber according to claim 6, characterised in that the thread guide tube (25) can be fixed in a receiver (32) of the yarn inlet opening
(2) or in a receiver (32) of the yarn outlet opening (3) of the yarn treatment chamber
(21) in such a way that the thread guide tube (25), for the manual threading of a
yarn (14), can be easily removed from the receiver (32) and then inserted again without
problems.
9. Yarn treatment chamber according to claim 6, characterised in that a plurality of thread guide tubes (25) are stored in a receiving element (26, 26A,
26B, 26C).
10. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that the receiving element (26) is arranged and can be adjusted in such a way that a thread
guide tube (25) can both be positioned in a receiver (32) of the yarn inlet opening
(2) and also a further thread guide tube (25) can be positioned in a receiver (32)
of the yarn outlet opening (3) of the yarn treatment chamber (21).
11. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that a first receiving element (26A, 26C) equipped with thread guide tubes (25) is arranged
in the region of the yarn outlet opening (2) of the yarn treatment chamber (21) and
a second receiving element (26B, 26C) equipped with thread guide tubes (25) is arranged
in the region of the yarn inlet opening (3).
12. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that the receiving element (26, 26A, 26B) is configured in the manner of a revolver magazine.
13. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that the receiving element (26C) is configured as a linearly displaceably mounted series
magazine.
14. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that the receiving element (26, 26A, 26B, 26C) can be adjusted manually.
15. Yarn treatment chamber according to claim 9, characterised in that the receiving element (26, 26A, 26B, 26C) can be adjusted in a defined manner by
means of a positioning drive.
16. Yarn treatment chamber according to claim 15, characterised in that the positioning drive for the receiving element (26, 26A, 26B, 26C) is configured
as a stepping motor.
1. Chambre de traitement de fil pour le traitement thermique d'un fil circulant, avec
une zone centrale dans laquelle le fil est exposé à un milieu gazeux ou sous forme
de vapeur chaud et sous pression, et des zones d'extrémité disposées de part et d'autre
de la zone centrale, dans lesquelles un milieux gazeux refroidissant est actif, les
zones d'extrémité disposant respectivement d'une ouverture d'entrée de fil ou d'une
ouverture de sortie de fil avec une écluse à fil qui, dans l'état de fonctionnement,
en combinaison avec le fil circulant, étanchéifie la zone d'extrémité correspondante
et donc la chambre de traitement de fil,
caractérisée en ce
que l'ouverture d'entrée de fil (2) et l'ouverture de sortie de fil (3) sont disposées
de façon que le fil circulant (14) doive changer de sens de circulation, que la chambre
de traitement de fil (21) présente à cet effet des moyens de déviation de fil (12)
pour guider le fil (14) amené à travers l'ouverture d'entrée de fil (2) vers l'ouverture
de sortie de fil (3) et qu'aussi bien la première écluse à fil (23A) disposée dans
la zone de l'ouverture d'entrée de fil (2) que la deuxième écluse à fil (23B) disposée
dans la zone de l'ouverture de sortie de fil (3) sont disposées de manière à être
accessibles sans problème pour le personnel d'exploitation, à une hauteur favorable
du point de vue ergonomique au-dessous des moyens de déviation de fil (12) de la chambre
de traitement de fil (21).
2. Chambre de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisée en ce que le fil (14) est dévié de plus de 90° par les moyens de déviation de fil (12).
3. Chambre de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisée en ce que la première écluse à fil (23A) installée dans l'ouverture d'entrée de fil (2) de
la chambre de traitement de fil (21) et la deuxième écluse à fil (23B) installée dans
l'ouverture de sortie de fil (3) de la chambre de traitement de fil (21) sont disposées
dans la zone de la face inférieure de la chambre de traitement de fil (21).
4. Chambre de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisée en ce que les deux écluses à fil (23A, 23B) sont disposées au voisinage l'une de l'autre.
5. Chambre de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'axe médian longitudinal de la première écluse à fil (23A) disposée dans la zone
de l'ouverture d'entrée de fil (2) de la chambre de traitement de fil (21) est parallèle
à l'axe médian longitudinal de la deuxième écluse à fil (23B) disposée dans la zone
de l'ouverture de sortie de fil (3) de la chambre de traitement de fil (21).
6. Chambre de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'on utilise comme écluse à fil (23A, 23B) chaque fois au moins un tube de guidage
de fil (25) dont la largeur intérieure (A) est accordée au diamètre (D) du fil (14)
à traiter.
7. Chambre de traitement de fil selon la revendication 6, caractérisée en ce que le tube de guidage de fil (25) présente une section transversale ronde.
8. Chambre de traitement de fil selon la revendication 6, caractérisée en ce que le tube de guidage de fil (25) peut être monté dans un logement (32) de l'ouverture
d'entrée de fil (2) ou dans un logement (32) de l'ouverture de sortie de fil (3) de
la chambre de traitement de fil (21) de façon que le tube de guidage de fil (25) puisse
être facilement retiré du logement (32) pour l'enfilage manuel d'un fil (14) et ensuite
réinstallé sans problème.
9. Chambre de traitement de fil selon la revendication 6, caractérisée en ce que plusieurs tubes de guidage de fil (25) sont stockés dans un élément de réception
(26, 26A, 26B, 26C).
10. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce que l'élément de réception (26) est disposé et réglable de façon qu'il soit possible
de positionner aussi bien un tube de guidage de fil (25) dans un logement (32) de
l'ouverture d'entrée de fil (2) qu'un autre tube de guidage de fil (25) dans un logement
(32) de l'ouverture de sortie de fil (3) de la chambre de traitement de fil (21).
11. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce qu'un premier élément de réception (26A, 26C) équipé de tubes de guidage de fil (25)
est disposé dans la zone de l'ouverture d'entrée de fil (2) de la chambre de traitement
de fil (21) et un deuxième élément de réception (26B, 26C) équipé de tubes de guidage
de fil (25) dans la zone de l'ouverture de sortie de fil (3).
12. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce que l'élément de réception (26, 26A, 26B) est réalisé à la manière d'un magasin rotatif.
13. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce que l'élément de réception (26C) est réalisé sous la forme d'un magasin linéaire monté
coulissant linéairement.
14. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce que l'élément de réception (26, 26A, 26B, 26C) est réglable manuellement.
15. Chambre de traitement de fil selon la revendication 9, caractérisée en ce que l'élément de réception (26, 26A, 26B, 26C) est réglable de manière définie au moyen
d'un entraînement de positionnement.
16. Chambre de traitement de fil selon la revendication 15, caractérisée en ce que l'entraînement de positionnement pour l'élément de réception (26, 26A, 26B, 26C)
est réalisé sous la forme d'un moteur pas à pas.