[0001] Die Erfindung betrifft ein Reinigungsgerät zum Reinigen von Heizflächen im Inneren
einer Wärmekraftanlage, insbesondere in einem sogenannten Konvektionsabschnitt der
Wärmekraftanlage. Die Erfindung findet insbesondere Anwendung bei Wärmekraftanlagen
nach Art einer Müllverbrennungsanlage, einer Ersatzbrennstoffanlage oder einer Biomasse-Verbrennungsanlage.
Dort sind (insbesondere im Konvektionsabschnitt) regelmäßig viele Heizflächen vorgesehen,
die mit dem Rauchgas aus der Verbrennung im Feuerraum der Wärmekraftanlage in Kontakt
gebracht werden. Über diese konvektiven Heizflächen wird die Temperatur des Rauchgases
gesenkt und gleichzeitig die vom Rauchgas abgegebene Energie in Form von Wärme an
einen Kühlmedium-Kreislauf übertragen. Diese Heizflächen werden insbesondere mit beabstandeten
Wärmetauscherrohren nach Art von Paketen und/oder nach Art einer Deckfläche für die
Wandung der Wärmeanlage bereitgestellt, insbesondere als sogenannten Überhitzer, Verdampfer
und/oder Economizer.
[0002] In solchen Wärmekraftanlagen führt das Rauchgas eine Reihe von Verbrennungsrückständen
mit sich mit, die in Folge des Kontaktes mit der konvektiven Heizfläche insbesondere
dort abgelagert werden. Gerade bei den vorstehend genannten Brennstoffen und den jeweils
vorliegenden Temperaturen können feste und/oder pastöse Rückstände auf den Heizflächen
gebildet werden. Diese, die Heizflächen bedeckenden, Rückstände verringern den Wärmeübergang
vom Rauchgas hin zum Kühlmedium und reduzieren daher den Wirkungsgrad einer solchen
Wärmekraftanlage. Zudem ist zu berücksichtigen, dass diese Rückstände auch den frei
durchströmbaren Querschnitt der Wärmekraftanlage reduzieren, wodurch eine unerwünschte
Erhöhung des Strömungswiderstandes und/oder eine verstärkte Korrosion stattfinden
können.
[0003] Zur Reinigung solcher Heizflächen ist bekannt, neben mechanischen Klopfern z. B.
auch sogenannte Rußbläser einzusetzen. Rußbläser werden dazu verwendet, einen Strom
eines (in Abhängigkeit des Einsatzortes gewählten) Blasmediums, wie etwa Dampf, Luft
und/oder Wasser auf Wärmetauscherflächen von Wärmekraftanlagen zu strahlen. Diese
Rußbläser werden periodisch während des Betriebes der Wärmekraftanlage betätigt, um
die Heizflächen zur Wiederherstellung der gewünschten Betriebseigenschaften zu reinigen.
Üblicherweise weisen solche Rußbläser ein Lanzenrohr auf, welches mit einer unter
Druck stehenden Blasmediumquelle verbunden ist. Der Rußbläser umfasst außerdem zumindest
eine als Düse ausgeführte Verteileinrichtung, aus welcher das Blasmedium in Gestalt
eines Stroms oder Strahls ausgetragen wird. In einem rückziehbaren Rußbläser wird
das Lanzenrohr periodisch in das Innere der Wärmekraftanlage eingefahren und aus diesem
zurückgezogen, wenn, bzw. während, das Blasmedium aus den Düsen ausgetragen wird.
In einem stationären Rußbläser nimmt das Lanzenrohr in der Wärmekraftanlage eine stationäre
Stellung ein und wird periodisch gedreht, während das Blasemedium aus den Düsen ausgetragen
wird. In jedem Fall erzeugt die Stoßauswirkung des ausgetragenen Blasmediums auf die
Rückstände, die sich auf der Heizfläche angesammelt haben, einen Temperaturschock
sowie einen mechanischen Schock, der die Rückstände lösen soll. Als Beispiel für einen
solchen Rußbläser wird hier auch auf die
WO-A-2010/091342 verwiesen.
[0004] Üblicherweise wurde bislang im Konvektionsabschnitt der Wärmekraftanlage mit Dampf
gereinigt. Dieser Dampf wurde bei Wärmekraftanlagen, die beispielsweise mit Kohle
betrieben wurden, aus dem Kühlkreislauf vor der Turbine abgezogen und den Rußbläsern
zur Verfügung gestellt. Der Einsatz von Brennstoffen geringeren Heizwertes, wie beispielsweise
Müll oder Biomasse, führte zu einer geringeren bzw. minderwertigeren Dampfproduktion,
so dass hier der Dampf nicht mehr mit ausreichender kinetischer Energie auf die Heizfläche
gegeben werden kann. Außerdem ist der Dampf teilweise sehr feucht, was zu einer gesteigerten
Korrosion führen konnte. Daneben wurde festgestellt, dass gerade bei diesen Brennstoffen
sehr schwer zu entfernende Rückstände auf den Heizflächen gebildet werden, die bei
Behandlung mit Wasser-Dampf wie Zement verbacken und folglich binnen weniger Wochen
des Betriebes der Wärmeanlage dazu führten, dass hier eine mechanische Abreinigung
bei abgeschalteter Wärmekraftanlage durchgeführt werden muss.
[0005] Darüber hinaus wurden Versuche unternommen, auch im Bereich des Konvektionsabschnittes
einer Wärmekraftanlage eine Behandlung der Rückstände mit Wasser durchzuführen. Hierbei
wurde jedoch als problematisch angesehen, dass nicht sichergestellt werden kann, dass
das Wasser bei der geringen Vorschubgeschwindigkeit über einen Blasweg von beispielsweise
mehr als 5 Meter noch flüssig vorliegt. Vielmehr wurde das Wasser schließlich doch
dampfförmig, bevor dieses an die Heizflächen abgegeben wurde, was bei den dort herrschenden
Temperaturen von bis zu 1000 °C und der geringen Menge von ca. 0,4 1/sec. nachvollziehbar
ist. Außerdem musste gleichermaßen ein Weg gefunden werden, der in Folge der flüssigen
Zugabe zu erwartenden erhöhten Korrosionsgefahr entgegenzutreten.
[0006] Diese technischen Schwierigkeiten wurden teilweise mit einem Reinigungsgerät überwunden,
wie es in der
WO-A-2010/066610 beschrieben ist. Auch wenn sich dieses Gerät im Einsatz bereits sehr gut bewährt
hat, wurden Verbesserungen angestrebt. Insbesondere sollten der Kostenaufwand und/oder
Programmieraufwand weiter reduziert und/oder die Kühlleistung verbessert werden.
[0007] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere
soll ein Reinigungsgerät angegeben werden, das konstruktiv einfach aufgebaut und mit
geringerem steuerungstechnischem Aufwand betreibbar ist. Dabei soll die Reinigung
eines Konvektionsabschnittes einer Wärmekraftanlage besonders schonend und effektiv
während des Betriebes der Wärmekraftanlage realisiert werden.
[0008] Diese Aufgaben werden gelöst mit einem Reinigungsgerät gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1 sowie einem Verfahren zur Reinigung von Heizflächen eines Konvektionsabschnitts
einer Wärmekraftanlage mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den jeweils abhängig formulierten Patentansprüchen
angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den Patentansprüchen einzeln aufgeführten
Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise miteinander kombiniert werden
können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen. Die Beschreibung, insbesondere
im Zusammenhang mit den Figuren, erläutert die Erfindung und gibt zusätzliche Ausführungsbeispiele
an.
[0009] Das Reinigungsgerät umfasst zumindest:
- eine Halterung,
- eine Lanze mit einer Flüssigkeitsverteileinrichtung,
- eine Antriebseinheit für eine translatorische Bewegung der Lanze in der Halterung,
- ein erstes Flüssigkeitsleitsystem mit einem ersten Zulauf, einem ersten Rücklauf und
mindestens einem ersten Strömungspfad ausgehend vom ersten Zulauf hin zum ersten Rücklauf
zur Kühlung des Reinigungsgeräts, und
- ein zweites Flüssigkeitsleitsystem mit einem zweiten Zulauf und mindestens einem zweiten
Strömungspfad ausgehend vom zweiten Zulauf hin zu der Flüssigkeitsverteileinrichtung.
[0010] Das Reinigungsgerät ist insbesondere nach Art eines Rußbläsers, Lanzenschraubbläsers
oder dergleichen aufgebaut. Zu diesem Zweck ist insbesondere eine Halterung vorgesehen,
die beispielsweise nach Art eines Gerüstes, eines Tragsystems mit/ohne Gehäuse oder
dergleichen ausgeführt sein kann. In dieser Halterung wird nun eine Lanze mit der
Flüssigkeitsverteileinrichtung vom Boden beabstandet gehalten bzw. geführt. Die Lanze
ist im Wesentlichen metallisch und rohrähnlich aufgebaut, wobei bevorzugt an einem
rückwärtigen Ende sowohl die zur Kühlung eingesetzte Flüssigkeit als auch die zur
Reinigung eingesetzte Flüssigkeit zugeführt wird. Von diesem ersten Zulauf (für die
Kühlung) und von dem zweiten Zulauf (für die Reinigung) ausgehend, durchströmen die
Flüssigkeiten die Lanze. Über das zweite Flüssigkeitsleitsystem wird die Flüssigkeit
zur Reinigung bedarfsgerecht über die Flüssigkeitsverteileinrichtung am gegenüberliegenden
Ende abgegeben. Die Flüssigkeitsverteilereinrichtung kann als Öffnung, als Düse oder
in sonstiger Weise ausgestaltet sein. Grundsätzlich kann die Lanze auch mehrere Öffnungen
bzw. Düsen zur Abgabe der Flüssigkeit ausbilden. Über das erste Flüssigkeitsleitsystem
strömt die Flüssigkeit zur Kühlung durch die Lanze und wieder zurück zum ersten Rücklauf.
[0011] Bevorzugt ebenfalls an der Halterung befestigt, ist eine Antriebseinheit für eine
translatorische Bewegung (Linearbewegung, Axialbewegung) der Lanze in der Halterung.
Die Antriebseinheit, beispielsweise ein Motor, dient insbesondere dazu, die Lanze
als Ganzes oder einen Teilbereich davon gegenüber der Halterung zu verschieben bzw.
zu bewegen. Grundsätzlich ist möglich, dass auch mehrere Antriebe für unterschiedliche
Bewegungen oder aber ein Antrieb für mehrere Bewegungen (axial und/oder rotatorisch)
vorgesehen sind. Demnach dient die Halterung insbesondere auch als Führung und Stütze
für die Lanze in den unterschiedlichen Bewegungsphasen.
[0012] Infolge der Trennung der Flüssigkeitsleitsysteme, für die Reinigung der Heizflächen
einerseits und die Kühlung des Reinigungsgeräts andererseits, kann ein kostengünstigerer
Betrieb des Reinigungsgerätes erreicht werden gegenüber Reinigungsgeräten, die ein
einziges Flüssigleitsystem aufweisen. Einerseits kann auf einen Dosierapparat verzichtet
werden, der die für die Reinigung erforderliche Flüssigkeitsmenge aus der für die
Kühlung bereitgestellten Menge entnimmt. Entsprechend kann auch auf eine aufwendige
Überwachung verzichtet werden, die die Flüssigkeitsmenge zur Kühlung nachregeln müsste,
jeweils in Abhängigkeit von der zur Reinigung entnommenen Menge. Weiterhin kann ein
geschlossener Kreislauf für ein erstes Flüssigkeitsversorgungssystem bereitgestellt
werden, durch das das erste Flüssigkeitsleitsystem mit Flüssigkeit ausschließlich
zur Kühlung versorgt wird. Diese Flüssigkeit muss üblicherweise speziell aufbereitet
werden, damit keine Ablagerungen und entsprechend Verstopfungen in dem ersten Flüssigkeitsleitsystem
entstehen. Solche Ablagerungen oder Verstopfungen können (nach einem längeren Betrieb)
zur Beschädigung und/oder Schlechtfunktion des Reinigungsgerätes führen, weil eine
ausreichende Kühlung dann gegebenenfalls nicht mehr gewährleistet ist. Die spezielle
Aufbereitung der Flüssigkeit des ersten Flüssigkeitsleitsystems ist damit kostengünstiger,
weil keine Flüssigkeit zur Reinigung der Heizflächen aus diesem (nun geschlossenen)
Kreislauf entnommen wird. Entsprechend kann für das zweite Flüssigkeitsleitsystem
als Flüssigkeit zur Reinigung der Heizflächen auch kostengünstigeres Brauchwasser
verwendet werden, also eine Flüssigkeit ohne spezielle Aufbereitung. Diese Flüssigkeit
zur Reinigung wird durch ein zweites Flüssigkeitsversorgungsystem bereitgestellt und
durch das zweite Flüssigkeitsleitsystem vom zweiten Zulauf zu der Flüssigkeitsverteileinrichtung
gefördert. Anzumerken ist jedoch, dass das erste Flüssigkeitsleitsystem und das zweite
Flüssigkeitsleitsystem auch durch ein (einziges) gemeinsames Flüssigkeitsversorgungsystem
mit Flüssigkeit versorgt werden können. Dies bedeutet insbesondere auch, dass das
gemeinsame Flüssigkeitsversorgungsystem das erste Flüssigkeitsversorgungsystem und
das zweite Flüssigkeitsversorgungsystem umfasst.
[0013] Das Reinigungsgerät ist nunmehr mit einem ersten Flüssigkeitsleitsystem ausgeführt,
das einen oder mehrere erste Strömungspfade im Inneren der Lanze ausbildet. Ein erster
Strömungspfad ist nun z. B. in der Weise gestaltet, dass die Flüssigkeit vom ersten
Zulauf kommend in die Lanze einströmt, diese translatorisch parallel der Achse durchströmt
und schließlich wieder über den ersten Rücklauf mit entgegen gesetzter Strömungsrichtung
verlässt. Das Reinigungsgerät ist zusätzlich mit einem zweiten Flüssigkeitsleitsystem
ausgeführt, das einen oder mehrere zweite Strömungspfade im Inneren der Lanze aufweist.
Dieser zweite Strömungspfad ist z. B. so gestaltet, dass die Flüssigkeit zur Reinigung
der Heizflächen die Lanze über den zweiten Zulauf erreicht, die Lanze durchströmt
und die Lanze über die Flüssigkeitsverteileinrichtung verlässt. Insbesondere sind
nur diese beiden unterschiedlichen ersten Strömungspfade und zweiten Strömungspfade
in der Lanze realisiert. Auch wenn es gelegentlich vorteilhaft sein kann, die Strömungspfade
jeweils (in mehrere parallel verlaufende) aufzuteilen, so ist es doch in der Regel
ausreichend, einen einzelnen ersten Strömungspfad und einen einzelnen zweiten Strömungspfad
mit der Lanze auszubilden.
[0014] Diese Ausgestaltung des Reinigungsgerätes ermöglicht es nun, dass während des Betriebes
des Reinigungsgerätes die Lanze (in der aktiven Phase) kontinuierlich mit (kaltem)
Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit zur Kühlung durch den mindestens
einen ersten Strömungspfad durchströmt wird. Beim Einfahren der Lanze in die Wärmekraftanlage
durch die Wandung hindurch wird die Lanze den heißen Umgebungsbedingungen ausgesetzt.
Das die Lanze durchströmende Wasser bildet einen internen Kühlkreislauf für die Lanze
und gewährleistet, dass das darin befindliche Wasser auch noch bei bereits einem längeren
Verfahrweg bzw. einer längeren Verweilzeit der Lanze flüssig vorliegt. Damit kann
die Lanze des Reinigungsgerätes beispielsweise über mehr als 5 m oder sogar 10 m in
die inneren Bereiche der Wärmekraftanlagen eingefahren werden, bevor letztendlich
die Flüssigkeit zur Reinigung über den mindestens einen zweiten Strömungspfad abgegeben
wird, ohne dass das in der Lanze befindliche Wasser (im ersten Strömungspfad und/oder
im zweiten Strömungspfad) verdampft. Erst wenn die Lanze bzw. die Flüssigkeitsverteileinrichtung
exakt zu der gewünschten Heizfläche ausgerichtet ist, wird über ein Stellmittel das
zweite Flüssigkeitsleitsystem so angesteuert, dass die Flüssigkeit zur Reinigung über
den zweiten Zulauf und die Flüssigkeitsverteileinrichtung, insbesondere unmittelbar
binnen weniger Sekunden, abgegeben werden kann.
[0015] Gemäß einer Weiterbildung des Reinigungsgerätes sind der mindestens eine erste Strömungspfad
und mindestens eine zweite Strömungspfad mit konzentrischen, zumindest teilweise zueinander
relativ bewegbaren Rohren gebildet. Insbesondere ist das Reinigungsgerät so aufgebaut,
dass sowohl das erste Zulauf-System (vom ersten Zulauf hin zu einem Umgebungsbereich)
als auch das erste Rücklauf-System (vom Umgebungsbereich hin zum ersten Rücklauf)
jeweils mit zwei teleskopartig gegeneinander verschiebbaren und abgedichteten Rohren
(Innenrohr/Außenrohr) gebildet sind. So ist ganz besonders bevorzugt, dass die Lanze
außen ein erstes äußeres Zulaufrohr ausbildet, das letztendlich die Begrenzung zur
Umwelt darstellt. Dieses erste äußere Zulaufrohr ist flüssigkeitsdicht auf (/in) einem
ersten inneren Zulaufrohr gelagert. Die Antriebseinheit bewirkt nun, dass das erste
äußere Zulaufrohr auf (/in) dem ersten inneren Zulaufrohr translatorisch bzw. axial
verschoben wird, so dass die Weglänge der einströmenden Flüssigkeit über den ersten
Zulauf an der inneren Mantelfläche zunächst des ersten äußeren (ersten inneren) Zulaufrohres
und dann auch des ersten inneren (ersten äußeren) Zulaufrohres entlang strömt. Auf
diese Weise kann die Flüssigkeit ausgehend vom ersten Zulauf bis hin zum gegenüberliegenden
Umgebungsbereich strömen. Der Umgebungsbereich umgibt zumindest teilweise die Spitze
der Lanze mit der Flüssigkeitsverteileinrichtung. In den Umgebungsbereich strömt die
Flüssigkeit zur Kühlung ausgehend vom ersten Zulauf hinein, wird dort umgelenkt und
strömt zum ersten Rücklauf weiter, bevorzugt also im Gegenstrom zu dem Teil des ersten
Strömungspfades, der sich vom ersten Zulauf hin zum Umgebungsbereich erstreckt.
[0016] Insbesondere ist der mindestens eine erste Strömungspfad also nach Art eines Gegenstroms-Wärmetauschers
ausgeführt.
[0017] Dieser erste Strömungspfad ist bevorzugt nach innen durch zwei teleskopartig gegeneinander
verschiebbare und abgedichtete Rücklaufrohre begrenzt. Ein äußeres (inneres) Rücklaufrohr
ist beispielsweise mit dem ersten äußeren (ersten inneren) Zulaufrohr (oder äußeres
Rücklaufrohr mit dem ersten inneren Zulaufrohr, usw.) nahe der Flüssigkeitsverteileinrichtung
so befestigt, dass dieses bei der axialen Bewegung mit bewegt wird. Das äußere Rücklaufrohr
ist dabei ebenfalls flüssigkeitsdicht außen (/innen) an dem inneren Rücklaufrohr positioniert.
Die Antriebseinheit bewirkt nun insbesondere, dass mit der Verschiebung des ersten
äußeren Zulaufrohres auf (/in) das erste innere Zulaufrohr gleichermaßen das äußere
Rücklaufrohr auf (/in) dem inneren Rücklaufrohr teleskopartig verschoben wird. Mit
diesem Rohrsystem kann folglich konstruktiv sehr einfach die Ausbildung des ersten
Strömungspfades realisiert werden.
[0018] Weiterhin sind bevorzugt zumindest ein zweites äußeres Zulaufrohr und ein zweites
inneres Zulaufrohr vorgesehen, die den mindestens einen zweiten Strömungspfad bilden.
Bevorzugt ist die Flüssigkeitsverteileinrichtung, die insbesondere an dem zweiten
äußeren oder zweiten inneren Zulaufrohr angeordnet ist, so mit dem ersten inneren
Zulaufrohr oder ersten äußeren Zulaufrohr verbunden, dass zumindest eines der zweiten
Zulaufrohre bei der axialen Bewegung mitbewegt wird und somit die zweiten Zulaufrohre
gegeneinander teleskopartig verschoben werden. Bevorzugt sind die Rohre gegeneinander
mittels Führungen abgestützt.
[0019] Insbesondere ist der mindestens eine erste Strömungspfad gegenüber dem mindestens
einen zweiten Strömungspfad außenliegend angeordnet. Damit bildet das Kühlmittel im
Betrieb bevorzugt eine Art "Doppel-Kühlmantel" um den zweiten Strömungspfad mit dem
Reinigungsmittel.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist in dem mindestens einen zweiten
Strömungspfad zumindest ein Rückschlagventil angeordnet, dass einen Stelldruck von
höchstens 1,5 bar aufweist, insbesondere von höchstens 1 bar. Durch diesen geringen
Stelldruck können auch niedrige Vordrücke im zweiten Flüssigkeitsversorgungssystem
für die Ansteuerung des zweiten Flüssigkeitsleitsystems verwendet werden. Das Rückschlagventil
verschließt den mindestens einen zweiten Strömungspfad vom zweiten Zulauf hin zur
Flüssigkeitsverteileinrichtung. Das Rückschlagventil wird durch einen entsprechenden
Druck zwischen zweitem Flüssigkeitsversorgungssystem und Rückschlagventil angesteuert
und geöffnet. Ein Stellmittel regelt diesen Druck. Insbesondere ist zumindest eine
frequenzgeregelte Pumpensteuerung als Stellmittel vorgesehen.
[0021] Insbesondere kann anstatt des Rückschlagventils auch eine Drossel vorgesehen sein.
Diese ist technisch noch einfacher aufgebaut, und im Hinblick auf die hohen Temperaturen
gegebenenfalls auch noch störungsunempfindlicher, und z. B. als eine Rohrverengung
ausgeführt. Die Drossel ist insbesondere als Strömungsquerschnittsverengung für die
Flüssigkeit ausgestaltet. Sie wird erst durchströmt, wenn ein gewisses Druckniveau
im Bereich zwischen zweitem Zulauf und Drossel vorliegt.
[0022] Das Reinigungsgerät mit der Halterung wird insbesondere außen benachbart zur Wandung
der Wärmekraftanlage angebaut. An einem rückwärtigen Ende tritt der erste und zweite
Zulauf in das Reinigungsgerät ein und der erste Rücklauf aus dem Reinigungsgerät aus,
so dass diese weit entfernt und gut erreichbar von der Wärmekraftanlage angeordnet
sind. Hier können nun also für einen Handbetrieb und/oder einen automatischen Betrieb
Stellmittel positioniert werden, mit denen die unterschiedlichen ersten und zweiten
Strömungspfade im Inneren der Lanze bedarfsgerecht mit Flüssigkeit versorgt werden
können.
[0023] Besonders vorteilhaft ist, wenn das Reinigungsgerät eine Bahnkorrektureinrichtung
aufweist. Bei dieser Bahnkorrektureinrichtung handelt es sich insbesondere um eine
Positioniereinrichtung, mit der das Reinigungsgerät zur zumindest teilweisen Kompensation
einer Durchbiegung eines freitragenden Abschnitts des Reinigungsgeräts, insbesondere
eines freitragenden Abschnitts eines Reinigungsgeräts innerhalb einer Wärmekraftanlage,
insbesondere vertikal verschwenkbar ist. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass das
Reinigungsgerät mit Hilfe der Bahnkorrektureinrichtung relativ zu einer (fiktiven)
horizontalen Ebene insbesondere vertikal verschwenkbar ist, so dass eine Durchbiegung
eines freitragenden Abschnitts des Reinigungsgeräts relativ zu dieser (fiktiven) horizontalen
Ebene reduziert wird.
[0024] Zudem wird als vorteilhaft angesehen, dass eine Mehrzahl der hier erfindungsgemäß
beschriebenen Reinigungsgeräte bei einer Wärmekraftanlage mit einem Konvektionsabschnitt
vorgesehen sind, wobei ein erstes Flüssigkeitsversorgungssystem und ein zweites Flüssigkeitsversorgungssystem
sowie eine Steuerung für den sequentiellen Betrieb der Reinigungsgeräte vorgesehen
sind. Bei der Wärmekraftanlage handelt es sich dabei bevorzugt um eine der folgenden
thermischen Anlagen: Müllverbrennungsanlage, Ersatzbrennstoffverbrennungsanlage, Biomasse-Verbrennungsanlage.
Insbesondere wird ein einzelnes erstes Flüssigkeitsversorgungssystem und/oder ein
einzelnes zweites Flüssigkeitsversorgungssystem für alle vorgesehenen Reinigungsgeräte
bereitgestellt. Eine für den Betrieb aller Reinigungsgeräte vorgesehene Steuerung
realisiert den sequentiellen Betrieb des Reinigungsgerätes während des Betriebes der
Wärmekraftanlage insbesondere in der Weise, dass jeweils nur ein Reinigungsgerät aktiv
in den Konvektionsabschnitt eingefahren wird und dort gezielt reinigt. Die Steuerung
dient insbesondere auch dazu, auf die Stellmittel zur bedarfsgerechten Verbindung
des ersten Zulaufs mit dem ersten Rücklauf oder des zweiten Zulaufs mit der Flüssigkeitsverteileinrichtung
bei jedem Reinigungsgerät einzuwirken. Die Steuerung kann hierzu insbesondere auch
auf sensorisch erfasste Messwerte, Informationen zur Verschmutzung der Heizflächen,
etc. zurückgreifen.
[0025] Zudem wird als vorteilhaft angesehen, dass der Konvektionsabschnitt der Wärmekraftanlage
beabstandete Wärmetauscherrohre aufweist und die Reinigungsgeräte durch eine Wandung
der Wärmekraftanlage in den Konvektionsabschnitt translatorisch einbringbar sind,
so dass die Flüssigkeitsverteileinrichtung der Lanze die beabstandeten Wärmetauscherrohre
erreicht. Damit ist insbesondere gemeint, dass der Teilbereich der Lanze, der die
Flüssigkeitsverteileinrichtung bildet, in unmittelbarer Nachbarschaft der zu reinigenden
Wärmetauscherrohre positioniert wird. Soll keine Reinigung stattfinden, befindet sich
die Lanze außerhalb der Wärmekraftanlage. Zur Reinigung wird die Lanze nun durch eine
entsprechende Luke der Wandung der Wärmekraftanlage eingeführt und über einen Verfahrweg
von beispielsweise bis zu 5 m oder sogar bis zu 10 m in innere Bereiche der Wärmekraftanlage
eingeführt. So kann die Flüssigkeitsverteileinrichtung der Lanze beispielsweise unterhalb
oder neben die zu reinigenden Wärmetauscherrohre im Inneren der Wärmekraftanlage positioniert
werden. Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird auch ein Verfahren zur Reinigung
von beabstandete Wärmetauscherrohre aufweisende Heizflächen eines Konvektionsabschnittes
einer Wärmekraftanlage mit einem hier erfindungsgemäßen Reinigungsgerät vorgeschlagen,
wobei eine intermittierende Abgabe einer Flüssigkeit zwischen die beabstandeten Wärmetauscherrohre
erfolgt. Das heißt mit anderen Worten, dass das Reinigungsgerät, bei dem die Reinigungsflüssigkeit
regelmäßig strahlförmig radial zur Lanze austritt, so in innere Bereiche der Wärmekraftanlage
bzw. des Konvektionsabschnittes eingefahren wird, dass der Flüssigkeitsstrahl (im
Wesentlichen) nur zwischen die beabstandeten Wärmetauscherrohre abgegeben wird. Insbesondere
ist eine direkte Bestrahlung der Wärmetauscherrohre mit dem Versorgungsdruck der Flüssigkeit
zu vermeiden. Die Stellmittel können nun dazu eingesetzt werden, den Druck bzw. die
Reichweite des abgegebenen Flüssigkeitsstrahls zur Reinigung der Heizflächen einzustellen.
Insbesondere können so Drücke von 1 bar bis beispielsweise 10 bar gezielt eingestellt
werden. Während die Lanze dabei nicht mehr axial bewegt wird, kann zusätzlich eine
(begrenzte) Rotation durchgeführt werden, so dass beispielsweise Blaswinkel im Bereich
von beispielsweise 60° realisiert werden, gegebenenfalls mit unterschiedlichen Flüssigkeitsdrücken.
[0026] Als vorteilhaft wird auch ein Verfahren angesehen, bei dem die von einem ersten Zulauf
kommende Flüssigkeit wenigstens in einem Abschnitt nach Art eines Mantelstromes in
der Lanze bis hin zu einem Umgebungsbereich der Flüssigkeitsverteileinrichtung und
innerhalb des Mantelstromes zurück zum ersten Rücklauf strömt. Bei dieser Realisierung
des ersten Flüssigkeitsleitsystems im Inneren der Lanze wird erreicht, dass die kalte,
vom ersten Zulauf kommende, Flüssigkeit die äußeren Rohre der Lanze kontaktiert und
damit kühlt. Dieser zylindrische Strom nach Art eines Mantels wird bevorzugt über
die gesamte Länge der Lanze bis hin zu einem Umgebungsbereich der Flüssigkeitsverteileinrichtung
während allen Betriebsphasen des Reinigungsgerätes aufrecht erhalten. Ausgehend vom
Umgebungsbereich strömt die Flüssigkeit nun innerhalb des Mantelstromes wieder zurück
zum ersten Rücklauf. Ganz besonders bevorzugt ist, dass mit der Flüssigkeit zur Kühlung
eine Art konzentrischer Doppelmantel gebildet ist, der zumindest teilweise die Flüssigkeit
zur Reinigung umgibt.
[0027] Ferner ist auch vorteilhaft, wenn eine Durchbiegung eines freitragenden Bereichs
des Reinigungsgeräts kompensiert wird. Dies bedeutet insbesondere, dass eine Kompensation
der Durchbiegung des freitragenden Bereichs des Reinigungsgeräts in Abhängigkeit der
Länge des freitragenden Bereichs des Reinigungsgeräts, insbesondere durch (vertikales)
Verschwenken des Reinigungsgerätes erfolgt. Insbesondere ist durch die Kompensation
der Durchbiegung des freitragenden Bereichs des Reinigungsgeräts in vorteilhafter
Weise eine Führung einer Flüssigkeitsverteileinrichtung des Reinigungsgerätes in einer
(weitgehend) horizontalen Ebene im Wesentlichen unabhängig von der Länge des freitragenden
Bereichs des Reinigungsmittels möglich. Ergänzend wird hier auf die obigen Ausführungen
zur Bahnkorrektureinrichtung verwiesen.
[0028] Die hier als erfindungsgemäß hervorgehenden Merkmale zu den Vorrichtungen und Verfahren
können miteinander kombiniert werden. Insbesondere kann das erfindungsgemäße Verfahren
mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung realisiert werden und/oder die erfindungsgemäße
Vorrichtung kann eingerichtet zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sein.
Insofern gelten auch die jeweils im Zusammenhang diskutierten Vorteile und Effekte
entsprechend für den anderen Aspekt der Erfindung.
[0029] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren näher
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte Ausführungsvarianten
der Erfindung aufzeigen, die Erfindung jedoch nicht darauf beschränkt ist. Es zeigt
schematisch:
- Fig. 1:
- eine Ausführung einer Wärmekraftanlage;
- Fig. 2:
- eine Ausführung eines Reinigungsgerätes;
- Fig. 3:
- eine Ausführung eines Reinigungsgerätes im Detail; und
- Fig. 4:
- eine weitere Ausführung eines Reinigungsgerätes im Detail.
[0030] Die Fig. 1 zeigt eine Wärmekraftanlage 20, beispielsweise für eine Müllverbrennung
oder eine Biomasse-Verbrennung. Unten links dargestellt ist dabei der Feuerraum 30,
in dem der Müll bzw. die Biomasse verbrannt wird. Das dabei entstehende Rauchgas strömt
in Strömungsrichtung 31 zunächst durch eine Reihe von Leerzügen 32. Dabei können an
den Wandungen des Feuerraumes 30 bzw. der Leerzüge 32 ebenfalls Pakete aus beabstandeten
Wärmetauscherrohren vorgesehen sein, so dass hier ein erster Wärmeaustausch realisiert
ist. Zudem können hier Sensoren 29 vorgesehen sein, anhand derer die Verschlackung
und/oder Zustandsparameter des Rauchgases erfasst werden können.
[0031] Nach dem Durchströmen der Leerzüge 32 erreicht das Rauchgas den sogenannten Konvektionsabschnitt
21. Hier sind viele paketartig angeordnete, in den Strömungsquerschnitt hinein ragende
bzw. hängende, Heizflächen 25 angeordnet, welche von dem Rauchgas umströmt und/oder
durchströmt werden. Diese Heizflächen 25 sind mit einem Kühlmedium-Kreislauf 34 verbunden,
so dass das die Heizflächen 25 durchströmende Kühlmedium durch den Kontakt des Rauchgases
erhitzt wird. Der dabei erzeugte Dampf dient der Energiegewinnung, beispielsweise
indem dieser durch eine entsprechende Turbine hindurchgeführt wird.
[0032] Zur Reinigung dieser Heizflächen 25 ist hier eine Vielzahl von Reinigungsgeräten
1 vorgesehen sein, beispielsweise nach Art sogenannter Rußbläser, mit denen die Schlacke
bzw. Rückstände auf den Heizflächen 25 entfernt werden, so dass diese z. B. in darunter
angeordnete Trichter 33 fallen, wo sie gegebenenfalls entfernt werden können.
[0033] Gerade für diese Reinigung der Heizflächen 25 im Bereich des Konvektionsabschnittes
21 der Wärmekraftanlage 20 kann ein Reinigungsgerät 1 vorgesehen sein, wie es in Fig.
2 dargestellt ist. Das Reinigungsgerät 1 umfasst dabei eine Halterung 2, beispielsweise
nach Art eines Rahmens, die mit Stahlträgern oder dergleichen und gegebenenfalls einem
Gehäuse ausgebildet ist. Diese Halterung 2 dient zur Fixierung bzw. Lagerung der Lanze
3 und einer Antriebseinheit 5, hier nach Art eines Motors. Mit der Antriebseinheit
5 wird die Lanze 3 gegenüber der Halterung 2 axial bzw. translatorisch verfahren,
so dass die Lanze 3 durch die Wandung 38 der Wärmekraftanlage hinein in den Innenbereich
verfahren wird. Dies ist hier ebenfalls rechts in Fig. 2 angedeutet. Zusätzlich zu
dieser translatorischen Bewegung kann die Lanze 3 gegebenenfalls auch noch eine rotatorische
Schwenkbewegung durchführen, so dass die über die Flüssigkeitsverteileinrichtung 4
abgegebenen Flüssigkeit beispielsweise zwischen beabstandete Wärmetauscherrohre 24
eingebracht werden kann und die Zwischenräume von Rückständen bzw. Verschlackungen
befreit. Zudem weist das Reinigungsgerät 1 eine Bahnkorrektureinrichtung 37 auf, mit
der das Reinigungsgerät 1 vertikal verschwenkt werden kann. Die Bahnkorrektureinrichtung
37 ist bevorzugt als Spindelantrieb ausgeführt, der das Ende der Lanze 3, welches
sich nahe dem ersten Zulauf 7 (insbesondere bei einem flexiblen) befindet, nach unten
bewegt, wenn die Flüssigkeitsverteileinrichtung 4 weiter ins Innere der Wärmekraftanlage
eingeführt wird, so dass a) die Flüssigkeitsverteileinrichtung 4 im Wesentlichen auf
der selben Horizontale bleibt und/oder b) der abgegebene Flüssigkeitsstrahl im Wesentlichen
(nur) vertikal verläuft.
[0034] Der der Flüssigkeitsverteileinrichtung 4 gegenüberliegende rückwärtige Bereich des
Reinigungsgerätes 1 ist beispielsweise durch einen ortsfesten ersten Zulauf 7 und
ersten Rücklauf 8 für die Flüssigkeit zur Kühlung und durch einen zweiten Zulauf 11
für die Flüssigkeit zur Reinigung ausgestaltet. Hierzu kommen insbesondere Rohre und/oder
Schläuche in Betracht. Der erste Zulauf 7 ist beispielsweise an ein erstes Flüssigkeitsversorgungssystem
angeschlossen, so dass hier die Flüssigkeit (insbesondere Wasser) bedarfsweise, z.
B. sobald die Lanze 3 in die Wärmeanlage hinein verfahren werden soll, in die Lanze
3 einströmen kann. Ebenfalls an dem rückwärtigen Ende ist dann im bzw. am ersten Rücklauf
8 ein Stellmittel 40 vorgesehen, das beispielsweise über eine Steuerung 23 gezielt
betätigbar ist. Die Steuerung 23, die hier neben der Betätigung des Stellmittels 40
auch für den Betrieb der Antriebseinheit 5 verantwortlich ist, kann für jedes Reinigungsgerät
1 separat ausgebildet sein, es ist aber auch möglich, dass die Steuerung 23 mehrere
Reinigungsgeräte 1 und/oder Stellmittel 40 betätigt. Das Stellmittel 40 ist weiterhin
zur Steuerung des Druckes am zweiten Zulauf 11 eingerichtet, so dass der Volumenstrom
im zweiten Flüssigkeitsleitsystem damit gesteuert werden kann.
[0035] Die Fig. 3 zeigt nun eine besonders einfache Konstruktion eines solchen Reinigungsgerätes
1 (hier im Wesentlichen nur den Teil der Lanze 3), bei dem ein erstes Flüssigkeitsleitsystem
6 mit einem ersten Zulauf 7 und einem ersten Rücklauf 8 ausgebildet ist, wobei ein
erster Strömungspfad 9 ausgehend vom ersten Zulauf 7 über einen Umgebungsbereich 28
hin zum ersten Rücklauf 8 eingerichtet ist.
[0036] In Fig. 3 ist die teilweise teleskopisch verfahrene Lanze 3 dargestellt, wobei die
Flüssigkeit aus dem ersten Flüssigkeitsversorgungssystem 22 über den ersten Zulauf
7 einströmt und die Lanze 3 schließlich wieder über den ersten Rücklauf 8 verlässt.
Damit ist klar, dass diese Flüssigkeit nur zur Kühlung der Lanze 3 eingesetzt wird.
Die Flüssigkeit strömt dabei über den ersten Zulauf 7 in einen zylinderförmigen Ringraum
ein, der zwischen dem ersten äußeren Zulaufrohr 13 und dem ersten inneren Zulaufrohr
14 einerseits und dem äußeren Rücklaufrohr 15 und dem inneren Rücklaufrohr 16 andererseits
begrenzt ist. Dabei ist eine Art Mantelstrom 27 mit der Flüssigkeit gebildet, so dass
die äußere Umgebung der Lanze 3 von dem kühlen Flüssigkeitsstrom kontaktiert ist.
Zwischen dem ersten äußeren Zulaufrohr 13 und dem ersten inneren Zulaufrohr 14 ist
eine Dichtung 35 vorgesehen, die einen Austritt der Flüssigkeit sicher vermeidet.
Eine solche Dichtung 35 ist ebenfalls zwischen dem inneren Rücklaufrohr 16 und dem
äußeren Rücklaufrohr 15 vorgesehen.
[0037] An einem dem ersten Rücklauf 8 gegenüberliegenden stirnseitigen Bereich des äußeren
Rücklaufrohres 15 ist eine Führung 36 vorgesehen, mit der das äußere Rücklaufrohr
15 konzentrisch zum ersten inneren Zulaufrohr 14 positioniert ist. Die Führung 36
kann zudem so gestaltet sein, das das äußere Rücklaufrohr 15 an dem ersten inneren
Zulaufrohr 14 fixiert ist, mit diesem also gleichzeitig verfahren wird. Die Führung
36 kann nach Art einer Loch-RingScheibe ausgeführt sein. Im Bereich der Lanzenspitze
und insbesondere im Umgebungsbereich 28 der Flüssigkeitsverteileinrichtung 4 erfolgt
eine Strömungsumlenkung in der Weise, dass der Mantelstrom 27 zusammenbricht und eine
interne Rückleitung erfolgt. Bereits ein Stück hin in Richtung des ersten Rücklaufs
8 tritt die Flüssigkeit dann in die Rücklaufrohre 15, 16 ein und wird zum ersten Rücklauf
8 geleitet.
[0038] Innerhalb der Rücklaufrohre 15, 16 sind ein zweites äußeres Zulaufrohr 17 und ein
zweites inneres Zulaufrohr 18 angeordnet, die ebenfalls durch Dichtungen 35 abgedichtet
und durch Führungen 36 geführt sind. Dabei kann das zweite innere Zulaufrohr 18 über
das äußere Rücklaufrohr 15 an dem ersten inneren Zulaufrohr 14 fixiert sein, so dass
es gleichzeitig mit diesen verfahren wird. Das zweite innere Zulaufrohr 18 und das
zweite äußere Zulaufrohr 17 führen die Flüssigkeit zum Reinigen von dem zweiten Flüssigkeitsversorgungssystem
39 über den zweiten Zulauf 11 und das Rückschlagventil 19 hin zur Flüssigkeitsverteileinrichtung
4. Sie bilden somit den zweiten Strömungspfad 12 und das zweite Flüssigkeitsleitsystem
10.
[0039] Durch die entsprechende Anordnung von erstem Strömungspfad 9 und zweitem Strömungspfad
12 wird ein Mantelstrom 27 über den Abschnitt 26 erzeugt.
[0040] Selbstverständlich könnte im vorliegenden Ausführungsbeispiel die durch die Pfeile
angedeutete Strömungsrichtung der Flüssigkeit des ersten Flüssigkeitsleitsystem 6
auch in eine entgegengesetzte Richtung verlaufen, wenn das erste Flüssigkeitsversorgungssystem
22 und der erste Zulauf 7 mit dem ersten Rücklauf 8 entsprechend abgewandelt werden.
Eine solche Ausführung eines Reinigungsgerätes 1 ist in der Fig. 4 gezeigt, das sich
ansonsten von der Ausführung des Reinigungsgerätes 1 gemäß Fig. 3 nicht unterscheidet.
Für die Beschreibung der Fig. 4 ist daher die Beschreibung zu der Fig. 3 entsprechend
heranzuziehen.
[0041] Auch wenn in den Figuren verschiedene technische Merkmale gemeinsam dargestellt und
erläutert wurden, so heißt das nicht, dass diese nicht getrennt voneinander Anwendung
finden können. Merkmalskombinationen, die tatsächlich zusammengehörig sein sollen,
wurden explizit so ausgewiesen. Das gilt insbesondere für Merkmale, die in der allgemeinen
Beschreibung auch allein dargestellt und erläutert wurden bzw. allein in den Patentansprüchen
angegeben sind.
[0042] Die beschriebenen Varianten eines Reinigungsgerätes zur Reinigung konvektiver Heizflächen
eignen sich insbesondere für Wärmekraftanlagen, die mit Müll oder Biomasse betrieben
werden, wobei ein sehr einfacher und effektiver Aufbau der Reinigungsgeräte realisiert
ist. Mit der hier gezielten Wasser-Reinigung derartiger Heizflächen kann die Reisezeit
solcher Wärmeanlagen deutlich verlängert werden. Außerdem erlaubt die Regulierung
des Zugabedrucks für die Flüssigkeit eine auf die Art der Rückstände bzw. Verschlackungen
angepasste Zugabe, so dass neben einem einfachen Benetzen auch eine abrasive (Hochdruck-)Bearbeitung
und/oder ein einfaches Abschrecken der Verbrennungsrückstände erreicht werden kann.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Reinigungsgerät
- 2
- Halterung
- 3
- Lanze
- 4
- Flüssigkeitsverteileinrichtung
- 5
- Antriebseinheit
- 6
- Erstes Flüssigkeitsleitsystem
- 7
- Erster Zulauf
- 8
- Erster Rücklauf
- 9
- Erster Strömungspfad
- 10
- Zweites Flüssigkeitsleitsystem
- 11
- Zweiter Zulauf
- 12
- Zweiter Strömungspfad
- 13
- Rohr (erstes äußeres Zulaufrohr)
- 14
- Rohr (erstes inneres Zulaufrohr)
- 15
- Rohr (äußeres Rücklaufrohr)
- 16
- Rohr (inneres Rücklaufrohr)
- 17
- Rohr (zweites äußeres Zulaufrohr)
- 18
- Rohr (zweites inneres Zulaufrohr)
- 19
- Rückschlagventil
- 20
- Wärmekraftanlage
- 21
- Konvektionsabschnitt
- 22
- Erstes Flüssigkeitsversorgungssystem
- 23
- Steuerung
- 24
- Wärmetauscherrohr
- 25
- Heizfläche
- 26
- Abschnitt
- 27
- Mantelstrom
- 28
- Umgebungsbereich
- 29
- Sensor
- 30
- Feuerraum
- 31
- Strömungsrichtung
- 32
- Leerzug
- 33
- Trichter
- 34
- Kühlmedium-Kreislauf
- 35
- Dichtung
- 36
- Führung
- 37
- Bahnkorrektureinrichtung
- 38
- Wandung
- 39
- zweites Flüssigkeitsversorgungssystem
- 40
- Stellmittel
1. Reinigungsgerät (1) umfassend zumindest:
- eine Halterung (2),
- eine Lanze (3) mit einer Flüssigkeitsverteileinrichtung (4),
- eine Antriebseinheit (5) für eine translatorische Bewegung der Lanze (3) in der
Halterung (2),
- ein erstes Flüssigkeitsleitsystem (6) mit einem ersten Zulauf (7), einem ersten
Rücklauf (8) und mindestens einem ersten Strömungspfad (9) ausgehend vom ersten Zulauf
(7) hin zum ersten Rücklauf (8) zur Kühlung des Reinigungsgeräts (1), und
- ein zweites Flüssigkeitsleitsystem (10) mit einem zweiten Zulauf (11) und mindestens
einem zweiten Strömungspfad (12) ausgehend vom zweiten Zulauf (11) hin zu der Flüssigkeitsverteileinrichtung
(4).
2. Reinigungsgerät (1) nach Patentanspruch 1, bei dem der mindestens eine erste Strömungspfad
(9) und der mindestens eine zweite Strömungspfad (12) mit konzentrischen, zumindest
teilweise zueinander relativ bewegbaren Rohren (13, 14, 15, 16, 17, 18) gebildet sind.
3. Reinigungsgerät (1) nach einem der vorgehenden Patentansprüche, bei dem der mindestens
eine erste Strömungspfad (9) nach Art eines Gegenstrom-Wärmetauschers ausgeführt ist.
4. Reinigungsgerät (1) nach einem der vorgehenden Patentansprüche, bei dem der mindestens
eine erste Strömungspfad (9) gegenüber dem mindestens einen zweiten Strömungspfad
(12) außenliegend angeordnet ist.
5. Reinigungsgerät (1) nach einem der vorgehenden Patentansprüche, bei dem in dem mindestens
einem zweiten Strömungspfad (12) zumindest ein Rückschlagventil (19) angeordnet ist,
mit einem Stelldruck von höchstens 1,5 bar.
6. Wärmekraftanlage (20) mit einem Konvektionsabschnitt (21), aufweisend eine Mehrzahl
von Reinigungsgeräten (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der zumindest
ein erstes Flüssigkeitsversorgungssystem (22) und ein zweites Flüssigkeitsversorgungssystem
(39) sowie eine Steuerung (23) für den sequenziellen Betrieb der Reinigungsgeräte
(1) vorgesehen sind.
7. Verfahren zur Reinigung von beabstandeten Wärmetauscherrohren (24), aufweisend Heizflächen
(25) eines Konvektionsabschnitts (21) einer Wärmekraftanlage (20) mit einem Reinigungsgerät
(1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche 1 bis 5, wobei eine intermittierende
Abgabe einer Flüssigkeit zwischen die beabstandeten Wärmetauscherrohre (24) erfolgt.
8. Verfahren nach Patentanspruch 7, bei dem die von dem ersten Zulauf (7) kommende Flüssigkeit
wenigstens in einem Abschnitt (26) nach Art eines Mantelstromes (27) in der Lanze
(3) bis hin zu einem Umgebungsbereich (28) der Flüssigkeitsverteileinrichtung (4)
und innerhalb des Mantelstromes (27) zurück zum ersten Rücklauf (8) strömt.