[0001] Die Erfindung betrifft einen Fassbehälter aus Edelstahl zum Transportieren, Lagern
und Bereithalten von Flüssigkeiten, insbesondere von Chemikalien, mit einem zylinderförmigen
Behälterkörper, der einen Deckel und einen Boden aufweist, und mit einer in dem Deckel
mittig angeordneten Behälteröffnung, wobei der Fassbehälter eine über die Behälteröffnung
vorspringende ringförmige Deckelzarge aufweist.
[0002] Fässer aus Edelstahl werden beispielsweise im Bereich der Gastronomie zum Befüllen
und keimfreien Lagern von Getränken verwendet. Die mehrfach verwendbaren Fassbehälter,
die auch Keg-Fass oder Spundfass genannt werden, weisen einen zylinderförmigen Behälterkörper
auf, in dessen Deckel sich eine verschließbare Behälteröffnung befindet. Über die
Behälteröffnung kann der Behälterkörper mit einem Getränk, beispielsweise mit Bier
befüllt werden. Anschließend wird die Behälteröffnung verschlossen und der Fassbehälter
an den Ort transportiert, an dem das Getränk gelagert bzw. für dessen Entnahme aus
dem Fassbehälter bereitgehalten werden soll.
[0003] Zum Entnehmen des Getränks wird die Behälteröffnung wieder geöffnet und ein Zapfventil
auf die Behälteröffnung aufgesetzt. Über das Zapfventil kann ein geeignetes Treibgas
wie beispielsweise Kohlendioxyd oder Stickstoff in den Behälter eingepresst werden.
Wird das Zapfventil des unter Druck stehenden Behälterkörpers geöffnet, wird das Getränk
über das Zapfventil aus dem Behälterkörper heraus gedrückt.
[0004] Derartige Fassbehälter aus Edelstahl werden nicht nur im Bereich der Gastronomie
zur Lagerung und zum Transport von Getränken verwendet, sondern auch im Bereich der
chemischen und pharmazeutischen Industrie zum Transportieren, Lagern und Bereithalten
von Chemikalien und flüssigen Substanzen. Der Hersteller bzw. der Lieferant der flüssigen
Chemikalien befüllt den Fassbehälter über die Behälteröffnung, die anschließend verschlossen
wird. Der befüllte Fassbehälter wird von dem Hersteller bzw. Lieferanten zu dem Verbraucher
transportiert und dort gelagert. Um die flüssige Chemikalie aus dem Fassbehälter entnehmen
zu können, öffnet der Verbraucher die Behälteröffnung und setzt einen ebenfalls wiederverwendbaren
Multifunktionsadapter auf die geöffnete Behälteröffnung auf, mit dem gleichzeitig
Treibgas zugeführt und die unter Druck stehende Chemikalie aus dem Behälterkörper
entnommen werden kann. Die hierfür erforderlichen Ventile sind ebenso wie ein Tauchrohr
und gegebenenfalls weitere Komponenten in dem Multifunktionsadapter integriert.
[0005] Derartige Fassbehälter haben sich zu einem weitverbreiteten Standard entwickelt und
werden von verschiedenen Unternehmen angeboten und von zahlreichen überwiegend gewerblichen
Verbrauchern benutzt. In den meisten Fällen sind auf der Verbraucherseite speziell
an die Fassbehälter angepasste Einrichtungen für die Lagerung der Fassbehälter und
die Entnahme des Inhalts bereitgehalten und für die Benutzung vorgesehen.
[0006] Derartige aus der Praxis bekannte Fassbehälter für Chemikalien lassen sich mehrfach
wieder befüllen und einer erneuten Verwendung zuführen. Die Reinigung derartiger Fassbehälter
ist kostengünstig und zuverlässig möglich. Die Formgebung des Behälterkörpers kann
an unterschiedliche Volumen und Druckverhältnisse während der Entnahme der darin bevorrateten
Flüssigkeit angepasst werden. Die mittig in dem Deckel des Behälterkörpers angeordnete
Behälteröffnung ist regelmäßig ausreichend groß ausgestaltet, um ein einfaches und
rasches Befüllen zu ermöglichen. Die Behälteröffnung kann mit einfachen Mitteln zuverlässig
dicht verschlossen werden, um eine Verunreinigung der Chemikalien und einen gegebenenfalls
unerwünschten Kontakt von umweltgefährdenden Chemikalien mit der Umwelt zuverlässig
zu vermeiden. Mit derartigen Fassbehältern können auch sehr empfindliche Nährlösungen
und hochreine Flüssigkeiten von einem Hersteller bis zu einem Verbraucher transportiert
und dort für eine Entnahme bereit gehalten werden. Eine Kontamination des Inhalts
muss dabei auch unter schwierigen Transport- und Lagerbedingungen ausgeschlossen werden
können.
[0007] Es wird allerdings als ein Nachteil empfunden, dass vor einer möglichen Entnahme
der in dem Behälterkörper befindlichen Flüssigkeit die Behälteröffnung geöffnet und
mit einem Multifunktionsadapter versehen werden muss. Im Gegensatz zu dem Behälterkörper
weist der Multifunktionsadapter regelmäßig eine komplexe Formgebung auf, so dass der
Multifunktionsadapter nur schwer von Chemikalienresten oder anderen Verunreinigungen
gereinigt werden kann. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass nach dem Öffnen
der Behälteröffnung und vor dem Aufsetzen und Abdichten des Multifunktionsadapters
eine Kontamination der in dem Behälterkörper befindlichen Flüssigkeit durch die Umwelt
bzw. versehentlich durch den Verbraucher erfolgt. Eine Verunreinigung wird dabei insbesondere
im Zusammenhang mit wasserempfindlichen Substanzen und Lösungsmitteln befürchtet,
die auch bei einem ausschließlichen Kontakt mit feuchter Umgebungsluft nicht ausgeschlossen
werden kann.
[0008] Ein Fassbehälter, wie er beispielsweise in
DE 20 2006 012 195 U1 beschrieben wird, erfüllt nicht die in der Praxis etablierten Standards und ist auch
nicht als Transportbehälter für den Transport zwischen einem abfüllenden und einem
verbrauchenden Unternehmen geeignet. Weiterhin weist dieser Fassbehälter einen Multifunktionsadapter
auf, so dass die befürchteten Nachteile im Zusammenhang mit der Verwendung eines Multifunktionsadapters
nicht vermieden werden können.
[0009] Zudem hat sich in der Praxis herausgestellt, dass mit zunehmender Benutzungsdauer
die Dichtungselemente, die zum Abdichten der Behälteröffnung verwendet werden, undicht
werden. Durch vereinzelt auftretende Deformationen der Dichtungselemente können eine
Kontamination der in dem Behälterkörper befindlichen Flüssigkeiten sowie gegebenenfalls
ein Austritt von gegebenenfalls umweltschädlichen Dämpfen nicht mehr zuverlässig verhindert
werden.
[0010] Bei einem Fassbehälter der eingangs genannten Gattung, wie er in
DE 20 2006 005 890 U1 beschrieben wird, ist für den Transport und die Vorratshaltung einer Flüssigkeit
weder vorgesehen noch geeignet. Vorspringende Zargen bestehen aus Gummi, so dass ein
mit Flüssigkeit gefüllter derartiger Fassbehälter auf Grund des Gewichts kaum gestapelt
und sicher transportiert werden kann. Eine weitgehende oder vollständige Entnahme
der während des Betriebs als Wasseraufbereiter in den Fassbehälter eingeleiteten Flüssigkeit
ist auf Grund des unmittelbar unterhalb des Deckels verlaufenden Entnahmerohrs nicht
möglich. Der Fassbehälter weist keine Anschlüsse auf, die für eine geschlossene Entnahme
von Produkten geeignet sind und eine Kontamination einer in dem Behälter befindlichen
Flüssigkeit während der Anbindung an zu- und abführende Leitungen verhindern. Ein
Mehrweg-Einsatz ist ohne den Austausch von Komponenten, insbesondere ohne einen neuen
Verschluss für die mittige Behälteröffnung nicht möglich.
[0011] Es wird deshalb als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen, einen Fassbehälter
der eingangs genannten Gattung so auszugestalten, dass die vorangehend geschilderten
Vorteile bei der Verwendung eines derartigen Fassbehälters beibehalten werden können
und gleichzeitig eine Verunreinigung des Inhalts des Fassbehälters zuverlässig verhindert
werden kann. Dabei sollte gewährleistet sein, dass die wesentlichen Abmessungen des
Fassbehälters beibehalten werden und die für die Handhabung erforderlichen Anschlusseinrichtungen
möglichst gering und in einer Art und Weise verändert werden, dass der Fassbehälter
weiterhin die bereits etablierten Standards erfüllt und ohne größere Modifikationen
bei den Lager- und Anschlusseinrichtungen der Endverbraucher von diesen genutzt werden
kann, so dass ein Mehrweg-Einsatz erleichtert wird.
[0012] Ein Fassbehälter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der Druckschrift
DE 10 2007 055 466 bekannt.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 aufgeführten
Merkmale gelöst.
[0014] Die Befüllung des Behälterkörpers kann wie bisher über die Behälteröffnung erfolgen.
Diese kann anschließend jedoch fest verschlossen werden und muss nicht mehr geöffnet
werden, bevor die Flüssigkeit aus dem Behälterkörper wieder entnommen werden kann.
Für die Zuführung des Treibgases und die Entnahme der in dem Behälterkörper befindlichen
Flüssigkeit sind jeweils gesonderte Öffnungen vorgesehen. Diese Öffnungen können einen
erheblich kleineren Durchmesser als die zu Befüllungszwecken vorteilhafterweise groß
dimensionierte Behälteröffnung aufweisen. Da für die Gaszuführung und für die Flüssigkeitsentnahme
jeweils eine gesonderte Öffnung vorgesehen ist, ist die Verwendung eines Multifunktionsadapters
nicht mehr notwendig. Es können einfache, leicht und zuverlässig zu reinigende Ventile
verwendet werden.
[0015] Um die Handhabung des Fassbehälters für den Verbraucher zu erleichtern und die Gaszuführungsöffnung
und die Flüssigkeitsentnahmeöffnung leicht zugänglich zu positionieren ist vorgesehen,
dass die Gaszuführungsöffnung und die Flüssigkeitsentnahmeöffnung jeweils im Deckel
des Behälterkörpers angeordnet sind.
[0016] Die Gaszuführungsöffnung weist ein Befüllungsventil und die Flüssigkeitsentnahmeöffnung
ein Entnahmeventil auf. Das Befüllungsventil kann so ausgestaltet sein, dass ein Austreten
von Flüssigkeit, die sich in dem Behälterkörper befindet, durch einen selbsttätigen
Verschließmechanismus verhindert wird und das Befüllungsventil ausschließlich eine
Befüllung des Behälterkörpers von außen erlaubt. Die Flüssigkeitsentnahmeöffnung kann
mit einem Entnahmeventil verschlossen werden, das bei einer Betätigung des Entnahmeventils
ausschließlich eine Entnahme der in dem Behälterkörper befindlichen Flüssigkeit ermöglicht
und ein Eindringen von Verunreinigungen von außen in den Behälterkörper hinein verhindert.
[0017] Durch die Anordnung des Befüllungsventils und des Entnahmeventils im Deckel wird
nicht nur deren Handhabung erleichtert, sondern auch ein geringerer Raumbedarf ermöglicht.
Im Gegensatz zu den aus der Praxis bekannten Multifunktionsadaptern oder -ventilen,
die auf die zentrale Befüllungsöffnung aufgesetzt werden und oberhalb dieser Befüllungsöffnung
Platz für deren Anordnung und Betätigung sowie für die zugeordneten Anschlussleitungen
erfordern, können das Befüllungsventil und das Entnahmeventil klein und raumsparend
ausgestaltet und mit den zugeordneten Anschlussleitungen verbunden werden.
[0018] Um den Fassbehälter stapelbar ausgestalten zu können und gleichzeitig die in dem
Bereich des Deckels angeordneten Befüllungsventile und Entnahmeventile vor Beschädigungen
schützen zu können ist vorgesehen, dass der Fassbehälter eine über das Befüllungsventil
und über das Entnahmeventil vorspringende ringförmige Deckelzarge aufweist. In der
Deckelzarge können Grifflöcher angeordnet sein, um einen Transport und eine Handhabung
des Fassbehälters zu erleichtern. Der Boden des Fassbehälters kann mit einer an die
Deckelzarge angepassten Bodenzarge ausgestattet sein, die einen formschlüssigen Eingriff
in die Deckelzarge und damit ein einfaches und zuverlässiges Stapeln mehrere Fassbehälter
übereinander ermöglicht. Die Deckelzarge und gegebenenfalls eine Bodenzarge bestehen
ebenso wie der Fassbehälter aus Edelstahl.
[0019] Das Anschließen der zugeordneten Anschlussleitungen ist wesentlich einfacher als
die Anordnung und Abdichtung eines bekannten Multifunktionsadapters. Die für eine
Entnahme der Flüssigkeit aus dem Behälterkörper erforderlichen Betätigungen erfordern
im Gegensatz zur Verwendung eines Multifunktionsadapters bei einer geeigneten Ausgestaltung
der Befüllungs- und Entnahmeventile keinen unmittelbaren Zugriff auf den Behälterkörper,
bzw. den Bereich der Befüllungs- und Entnahmeöffnung.
[0020] Um das Anschließen eines Fassbehälters an die zugeordneten Anschlussleitungen zum
Befüllen des Behälterkörpers mit Treibgas und zur Entnahme der Flüssigkeit aus dem
Behälterkörper zu erleichtern ist vorgesehen, dass das Befüllungsventil bzw. das Entnahmeventil
jeweils eine Schnellverschluss-Kupplungsvorrichtung aufweist, die bei einer Verbindung
des Befüllungsventils bzw. des Entnahmeventils mit einer zugeordneten Anschlussleitung
das Befüllungsventil bzw. das Entnahmeventil öffnet. Derartige Kupplungsvorrichtungen
für Ventile sind aus der Praxis bekannt. Sobald mit einer derartigen Schnellverschluss-Kupplungsvorrichtung
die zugeordnete Anschlussleitung mit dem Befüllungsventil oder mit dem Entnahmeventil
verbunden ist, wird das Ventil geöffnet und ein Durchströmen des Ventils mit dem zugeführten
Treibgas bzw. mit der aus dem Behälterkörper herausgedrückten Flüssigkeit möglich.
Ein zusätzliches manuelles Betätigen des jeweiligen Ventils ist nicht erforderlich.
[0021] Um während des Anschließens von Anschlussleitungen an das Befüllungsventil und insbesondere
an das Entnahmeventil eine Kontamination des Inhalts des Fassbehälters vermeiden zu
können ist vorgesehen, dass in dem Befüllungsventil und/oder in dem Entnahmeventil
eine Filtereinrichtung angeordnet ist. Durch die Filtereinrichtung kann verhindert
werden, dass über kontaminierte Anschlussleitungen eine Kontamination des Inhalts
des Fassbehälters erfolgt. Auch kann verhindert werden, dass während des erstmaligen
Anschließens des Fassbehälters an die bei einem Verbraucher vorgesehenen Anschlussleitungen
oder bei einer späteren Umrüstung über die Gaszuführungsöffnung oder die Flüssigkeitsentnahmeöffnung
Verunreinigungen oder Feuchtigkeit in das Innere des Fassbehälters eindringen können.
[0022] Im Hinblick auf möglichst geringe Herstellungskosten kann vorgesehen sein, dass das
Befüllungsventil und das Entnahmeventil im Wesentlichen baugleich sind. Es sind geeignete
Ventile bekannt und handelsüblich erhältlich, die gleichermaßen für flüssige und gasförmige
Fluide geeignet sind bzw. durch die Verwendung geeigneter Dichtungen an unterschiedliche
Fluide angepasst werden können. Derartige Ventile können auch so ausgelegt sein, dass
sie in einem geöffneten Zustand nur in einer Richtung von dem Fluid durchströmt werden
können, während ein in der entgegengesetzten Richtung anströmendes Fluid das Ventil
selbsttätig verschließt und ein Durchströmen des Ventils dadurch verhindert wird.
[0023] Das Befüllungsventil und das Entnahmeventil können auch eine unterschiedliche Bauart
aufweisen, um bestmöglich an die jeweilige Funktion angepasst zu sein. Zudem kann
es zweckmäßig sein, dass die Anschlusseinrichtungen des Befüllungsventils und des
Entnahmeventils unterschiedlich ausgestaltet sind, um ein versehentliches Vertauschen
der jeweils zugeordneten Anschlussleitungen zuverlässig verhindern zu können.
[0024] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Flüssigkeitsentnahmeöffnung mit einem Ende
eines Tauchrohrs verbunden ist, dessen anderes Ende in einem der Flüssigkeitsentnahmeöffnung
gegenüberliegenden Bereich des Behälterkörpers mündet. Mit Hilfe des Tauchrohrs kann
sichergestellt werden, dass die aus dem Behälterkörper herausgedrückte Flüssigkeit
unabhängig von dem jeweiligen Füllstand immer aus dem Bereich innerhalb des Behälterkörpers
entnommen und durch das Tauchrohr abgeführt wird, in den das Tauchrohr mündet, bzw.
in dem das Tauchrohr endet.
[0025] Zweckmäßigerweise wird die Flüssigkeitsentnahmeöffnung im Bereich des Deckels des
Behälterkörpers angeordnet, so dass das der Flüssigkeitsentnahmeöffnung entgegengesetzte
Ende des Tauchrohrs im Bereich des Bodens des Behälterkörpers seine Mündungsöffnung
aufweist und aus diesem Bereich Flüssigkeit entnommen wird.
[0026] Um eine möglichst vollständige Entnahme der Flüssigkeit aus dem Behälterkörper zu
erreichen ist vorgesehen, dass das Tauchrohr in eine mittig angeordnete Vertiefung
in dem Boden des Behälterkörpers mündet. In der Vertiefung, deren Durchmesser kleiner
als der Durchmesser des Fassbehälters ist, sammelt sich während der Entnahme der Flüssigkeit
eine kleine Restmenge, in die das Tauchrohr ragt, so dass weiterhin Flüssigkeit entnommen
werden kann, bis der Füllstand auch in der Vertiefung so weit absinkt, dass er unter
die Mündungsöffnung des Tauchrohrs abfällt.
[0027] Erst wenn ein Flüssigkeitsspiegel in dem Behälterkörper bis in den Bodenbereich,
bzw. in die Vertiefung des Behälterkörpers absinkt und nahezu keine Flüssigkeit mehr
in dem Behälterkörper enthalten ist, könnte Treibgas durch die dann freiliegende Mündung
des Tauchrohrs in das Tauchrohr eindringen und dadurch eine kontinuierliche Flüssigkeitsentnahme
aus dem Behälterkörper unterbrechen.
[0028] Gemäß einer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, dass die Behälteröffnung
des Fassbehälters mit einer Plombe verschließbar ist. Unmittelbar nach dem Befüllungsvorgang
des Fassbehälters durch den Hersteller kann die Befüllungsöffnung dicht verschlossen
und plombiert werden. Wäre die Plombe beschädigt, so könnte eine Manipulation des
Inhalts des Fassbehälters oder dessen Verunreinigung nicht mehr ausgeschlossen werden.
Dagegen ist eine unversehrte Plombe ein anerkannter und dokumentierbarer Nachweis
dafür, dass die Befüllungsöffnung nicht zwischenzeitlich geöffnet und gegebenenfalls
wiederverschlossen wurde. Für besonders sicherheitsrelevante Anwendungen kann zusätzlich
vorgesehen sein, dass auch die Gaszuführungsöffnung und ie Flüssigkeitsentnahmeöffnung
bzw. das Befüllungsventil und das Entnahmeventil mit Plomben oder mit einem Originalitätsverschluss
verschlossen sind, so dass auch über diese Öffnungen kein Zugriff auf die in dem Behälterkörper
befindliche Flüssigkeit möglich ist, bis die Plomben bzw. die Verschlüsse geöffnet
werden.
[0029] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert, das in der
Zeichnung dargestellt ist. Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Fassbehälters aus Edelstahl,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den in Fig. 1 dargestellten Fassbehälter aus Edelstahl
und
Fig. 3 eine Schnittansicht des in den Fig. 1 und 2 dargestellten Fassbehälters längs
der Linie III-III in Fig. 1.
[0030] Ein in den Figuren exemplarisch dargestellter Fassbehälter 1 weist einen zylinderförmigen
Behälterkörper 2 auf. Der zylinderförmige Behälterkörper 2 hat einen Deckel 3 und
einen Boden 4, die zusammen mit einer den Deckel 3 mit dem Boden 4 verbindenden Behälterwand
5 einstückig hergestellt sind und den Behälterkörper 2 bilden.
[0031] In dem Behälterkörper 2 ist mittig in dem Deckel 3 eine Behälteröffnung 6 angeordnet.
Der Durchmesser der Behälteröffnung 6 entspricht etwa einem 1/6 des Durchmessers des
zylinderförmigen Behälterkörpers 2. Der Behälterkörper 2 kann durch die Behälteröffnung
6 einfach und rasch mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Flüssigkeit bzw.
flüssigen Chemikalie befüllt werden. Die Behälteröffnung 6 ist in einem befüllten
Zustand des Behälterkörpers 2 mit einem Verschluss 7 verschlossen, um eine Kontamination
der in dem Behälterkörper 2 befindlichen Flüssigkeit vermeiden zu können.
[0032] In dem Deckel 3 sind seitlich neben der Behälteröffnung 6 einander gegenüberliegend
eine Gaszuführungsöffnung 8 und eine Flüssigkeitsentnahmeöffnung 9 angeordnet. Der
Durchmesser der Gaszuführungsöffnung 8 und der Flüssigkeitsentnahmeöffnung 9 ist jeweils
erheblich kleiner als der Durchmesser der Behälteröffnung 6. Die Gaszuführungsöffnung
8 ist mit einem Befüllungsventil 10 verschlossen, während die Flüssigkeitsentnahmeöffnung
9 mit einem Entnahmeventil 11 verschlossen ist. Das Befüllungsventil 10 und das Entnahmeventil
11 weisen jeweils eine Kupplungsvorrichtung 12, 13 auf, mit deren Hilfe das Befüllungsventil
10 bzw. das Entnahmeventil 11 in einfacher Weise mit einem daran angepassten Endstück
einer zugeordneten Anschlussleitung verbindbar ist.
[0033] Wenn das Befüllungsventil 10 und das Entnahmeventil 11 mit den zugeordneten Anschlussleitungen
verbunden sind, kann über die Gaszuführungsöffnung 8 ein Treibgas wie beispielsweise
Kohlendioxyd oder Stickstoff in den Behälterkörper 2 eingepresst werden, um bei einer
Betätigung bzw. Öffnung des Entnahmeventils 11 Flüssigkeit aus dem Behälterkörper
2 austreten zu lassen.
[0034] Ein Tauchrohr 14 ist mit einem Ende 15 mit der Flüssigkeitsentnahmeöffnung 9 verbunden.
Ein anderes, dem ersten Ende 15 entgegengesetztes Ende 16 des Tauchrohrs 14 mündet
im Bereich des Bodens 4 des Behälterkörpers 2. Über eine unmittelbar über dem Boden
4 befindliche Eintrittsöffnung 17 kann die druckbeaufschlagte Flüssigkeit in das Tauchrohr
14 eindringen und durch die Flüssigkeitsentnahmeöffnung 9 bzw. das Entnahmeventil
11 austreten. Bei einer aufrechten Lagerung des Fassbehälters 1 wird über das Tauchrohr
14 sichergestellt, dass eine ununterbrochene bzw. ungestörte Entnahme von Flüssigkeit
aus dem Behälterkörper 2 möglich ist, bis ein Flüssigkeitsspiegel in dem Behälterkörper
2 so weit abgesunken ist, dass die Eintrittsöffnung 17 nicht mehr von der Flüssigkeit
bedeckt ist und Treibgas entweichen kann. Der Behälterkörper 2 ist dann weitestgehend
entleert und kann anschließend gereinigt und erneut befüllt werden.
[0035] Um eine Handhabung des Fassbehälters 1 zu erleichtern und das Befüllungsventil 10
sowie das Entnahmeventil 11 vor Beschädigungen zu schützen weist der Fassbehälter
1 eine in Verlängerung der Behälterwand 5 vorspringende ringförmige Deckelzarge 18
sowie eine daran angepasste Bodenzarge 19 auf. Die Bodenzarge 19 weist einen nach
innen versetzten, nach unten vorspringenden ringförmigen Wulst 20 auf. Dieser Wulst
20 dient einerseits dazu, dem Fassbehälter 1 eine zuverlässige und kippsichere Standfläche
zu geben. Andererseits ist die Formgebung des Wulstes 20 bzw. der Bodenzarge 19 an
die Formgebung der Deckelzarge 18 angepasst, so dass die Bodenzarge 19 mit einer Deckelzarge
18 eines darunter angeordneten Fassbehälters 1 in Eingriff kommt und ein zuverlässiges
Stapeln mehrerer Fassbehälter 1 übereinander erleichtert. Um auch die Handhabung zu
erleichtern, weist die Deckelzarge an zwei gegenüberliegenden Bereichen jeweils ein
ovales Griffloch 21 auf.
[0036] Der Fassbehälter 1 ist im Wesentlichen vollständig aus Edelstahl hergestellt. Edelstahl
ist beständig gegenüber vielen flüssigen Chemikalien und kann leicht und rückstandslos
gereinigt werden. Ein Fassbehälter 1 aus Edelstahl kann mechanisch ausreichend stabil
ausgestaltet werden, um die erfahrungsgemäß auftretenden mechanischen Belastungen
während eines Transports und während seiner Lagerung ohne Beschädigungen aushalten
zu können und ausreichend druckfest ausgestaltet werden, um eine Druckbeaufschlagung
während der Entnahme der in dem Behälterkörper 2 befindlichen Flüssigkeit standhalten
zu können.
[0037] Die Abmessungen des Fassbehälters 1 bzw. des Behälterkörpers 2 können an die jeweils
vorgesehenen Volumina der Flüssigkeit angepasst sein, die in den Behälterkörper 2
eingefüllt können werden soll. So sind beispielsweise Fassbehälter 1 mit einem Fassungsvermögen
von 5 l oder von 10 l, aber auch von 20 l, 50 l oder 185 l denkbar. Sofern es zweckmäßig
erscheint, können auch jeweils kleinere oder erheblich größere Volumina vorgesehen
sein.
1. Fassbehälter aus Edelstahl zum Transportieren, Lagern und Bereithalten von Flüssigkeiten,
insbesondere von flüssigen Chemikalien, mit einem zylinderförmigen Behälterkörper,
der einen Deckel und einen Boden aufweist und mit einer in dem Deckel mittig angeordneten
Behälteröffnung, wobei der Fassbehälter eine über die Behälteröffnung vorspringende
ringförmige Deckelzarge aufweist, und wobei beabstandet von der Behälteröffnung (6)
und beabstandet voneinander eine Gaszuführungsöffnung (8) und eine Flüssigkeitsentnahmeöffnung
(9) jeweils im Deckel (3) an dem Behälterkörper (2) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaszuführungsöffnung (8) ein Befüllungsventil (10) und die Flüssigkeitsentnahmeöffnung
(9) ein Entnahmeventil (11) aufweist, dass das Befüllungsventil (10) und das Entnahmeventil
(11) jeweils eine Schnellverschluss-Kupplungsvorrichtung aufweisen, die bei einer
Verbindung des Befüllungsventils (10) bzw. des Entnahmeventils (11) mit einer zugeordneten
Anschlussleitung das Befüllungsventil (10) bzw. das Entnahmeventil (11) öffnet, und
dass die ringförmige Deckelzarge (18) über das Befüllungsventil (10) und das Entnahmeventil
(11) vorspringt.
2. Fassbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Befüllungsventil (10) und/oder in dem Entnahmeventil (11) eine Filtereinrichtung
angeordnet ist.
3. Fassbehälter nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Befüllungsventil (10) und das Entnahmeventil (11) im Wesentlichen baugleich sind.
4. Fassbehälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsentnahmeöffnung (9) mit einem ersten Ende (15) eines Tauchrohrs (14)
verbunden ist, dessen anderes Ende (16) in einem der Flüssigkeitsentnahmeöffnung (9)
gegenüberliegenden Bereich des Behälterkörpers (2) mündet.
5. Fassbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (14) in eine mittig angeordnete Vertiefung (17) in dem Boden (4) des
Behälterkörpers (2) mündet.
6. Fassbehälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Behälteröffnung (6) des Fassbehälters (1) mit einer Plombe verschließbar ist.
1. Stainless-steel drum container for the transport, storage and keeping-ready of liquids,
in particular of liquid chemicals, having a cylindrical container body, which has
a lid and a base, and having a container opening arranged centrally in the lid, where
the drum container has an annular lid frame which projects beyond the container opening,
and where a gas supply opening (8) and a liquid removal opening (9) are each arranged
in the lid (3) on the container body (2) at a distance from the container opening
(6) and at a distance from one another, characterised in that the gas supply opening (8) has a filling valve (10) and the liquid removal opening
(9) has a removal valve (11), in that the filling valve (10) and the removal valve (11) each have a quick-fit coupling
device, which opens the filling valve (10) or the removal valve (11) when the filling
valve (10) or the removal valve (11) respectively is connected to an associated connection
line, and in that the annular lid frame (18) projects beyond the filling valve (10) and the removal
valve (11).
2. Drum container according to Claim 1, characterised in that a filter device is arranged in the filling valve (10) and/or in the removal valve
(11).
3. Drum container according to Claim 1 or Claim 2, characterised in that the filling valve (10) and the removal valve (11) are essentially of the same design.
4. Drum container according to one of the preceding claims, characterised in that the liquid removal opening (9) is connected to a first end (15) of a dip tube (14),
the other end (16) of which opens into a region of the container body (2) which is
opposite the liquid removal opening (9).
5. Drum container according to Claim 4, characterised in that the dip tube (14) opens into a centrally arranged recess (17) in the base (4) of
the container body (2).
6. Drum container according to one of the preceding claims, characterised in that the container opening (6) of the drum container (1) can be sealed by means of a lead
seal.
1. Conteneur à tambour en acier inoxydable pour le transport, le stockage et la conservation
de liquides, en particulier des produits chimiques liquides, comprenant un corps de
conteneur cylindrique qui comprend un couvercle et une base, et comprenant une ouverture
de conteneur agencée de façon centrale dans le couvercle, dans lequel le conteneur
à tambour a un cadre de couvercle annulaire qui se projette au delà de l'ouverture
de conteneur, et dans lequel une ouverture d'entrée de gaz (8) et une ouverture de
sortie de liquide (9) sont chacune agencées dans le couvercle (3) sur le corps de
conteneur (2) à une certaine distance de l'ouverture de conteneur (6) et à une certaine
distance entre elles, caractérisé en ce que l'ouverture d'entrée de gaz (8) a une vanne de remplissage (10) et l'ouverture de
sortie de liquide (9) a une vanne de sortie (11), en ce que la vanne de remplissage (10) et la vanne de sortie (11) ont chacune un dispositif
d'accouplement à branchement rapide qui ouvre la vanne de remplissage (10) ou la vanne
de sortie (11) lorsque la vanne de remplissage (10) ou la vanne de sortie (11) est
respectivement connectée à une ligne de connexion associée, et en ce que le cadre de couvercle (18) se projette au delà de la vanne de remplissage (10) et
de la vanne de sortie (11).
2. Conteneur à tambour selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un dispositif de filtre est agencé dans la vanne de remplissage (10) et/ou la vanne
de sortie (11).
3. Conteneur à tambour selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que la vanne de remplissage (10) et la vanne de sortie (11) sont essentiellement selon
la même conception.
4. Conteneur à tambour selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'ouverture de sortie de liquide (9) est connectée à une première extrémité (15)
d'un tube d'immersion (14), dont l'autre extrémité (16) débouche dans une région du
corps de conteneur (2) qui est opposée à l'ouverture de sortie de liquide (9).
5. Conteneur à tambour selon la revendication 4, caractérisé en ce que le tube d'immersion (14) débouche dans un évidement agencé centralement (17) dans
la base (4) du corps de conteneur (2).
6. Conteneur à tambour selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'ouverture de conteneur (6) du conteneur à tambour (1) peut être rendue étanche
au moyen d'un plombage.