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(11) |
EP 2 551 019 B2 |
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NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Nach dem Einspruchsverfahren |
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Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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06.11.2019 Patentblatt 2019/45 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.09.2016 Patentblatt 2016/37 |
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Anmeldetag: 29.07.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer Wehrkante
Solid bowl screw centrifuge with a weir edge
Centrifugeuse à vis a bol plein dotée d'un bord faisant barrage
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.01.2013 Patentblatt 2013/05 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
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13178930.7 / 2659985 |
| (73) |
Patentinhaber: Flottweg SE |
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84137 Vilsbiburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Schlarb, Manfred
84137 Vilsbiburg (DE)
- Vielhuber, Benno
84137 Vilsbiburg (DE)
- Zaglauer, Wieland
84032 Altdorf (DE)
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| (74) |
Vertreter: Meissner Bolte Partnerschaft mbB |
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Widenmayerstrasse 47 80538 München 80538 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2008/138345 WO-A1-2012/089492 JP-A- 11 179 236
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WO-A1-2010/076750 DE-A1-102010 061 563 JP-A- 11 197 547
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Bemerkungen: |
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Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht
wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind. |
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Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer um eine Längsachse
drehbaren Zentrifugentrommel, die mindestens eine Auslassöffnung zum Auslassen von
geklärtem Gut aus der Zentrifugentrommel über eine von dem ausströmenden Gut zu überströmende
Wehrkante und einen Auslasskanal zum Abführen des gesamten ausgelassenen Guts aufweist,
wobei die Wehrkante an der Stirnseite der Zentrifugentrommel angeordnet ist und sich
der Auslasskanal in Strömungsrichtung hinter der Wehrkante erstreckt, der Auslasskanal
gekrümmt gestaltet ist, um das ausströmende Gut in eine im Wesentlichen tangentiale
Richtung umzuleiten, und der Auslasskanal eine Bodenfläche aufweist, die zumindest
abschnittsweise eben gestaltet ist. Eine solche Vollmantelschneckenzentrifuge ist
insbesondere auch in der nachveröffentlichten
WO 2012 089492 A1 beschrieben.
[0002] Zum Drehen der Zentrifugentrommel einer solchen Vollmantelschneckenzentrifuge ist
bekanntlich Antriebsenergie erforderlich, weil beim Einbringen des zu klärenden bzw.
zu zentrifugierenden Guts diesem kinetische Energie mitgegeben wird. Umgekehrt wird
beim Entleeren die kinetische Energie des geklärten ausströmenden Guts in Reibungsenergie
umgewandelt.
[0003] Es sind Bestrebungen bekannt, die kinetische Energie des ausströmenden Guts möglichst
derart zu nutzen, dass dieses ausströmende Gut wieder zum Antrieb der Drehbewegung
der Zentrifugentrommel beiträgt. Dazu sind unter anderem an Auslassöffnungen an der
Stirnseite der Zentrifugentrommel Auslasskanäle in Form von Rohren bekannt, die den
Gutstrom in tangentialer Richtung umleiten. Das sich dann nicht in axialer sondern
in tangentialer Richtung austretende Gut führt der Zentrifugentrommel aufgrund seiner
Fliehkraftenergie einen Impuls in Drehrichtung zu, der die Zentrifugentrommel in Drehrichtung
treibt. Solche Auslasskanäle sind z.B. aus
DE 31 12 585 A1,
US 2004/0072668 A1 und
US 2004/0072667 A1 bekannt.
[0004] Aus
JP 11 197547 A ist eine Vollmantelzentrifuge bekannt, bei der ein Ablenkblech vorgesehen ist, welches
das ausströmende Gut von der axialen Strömungsrichtung nach radial außen ablenkt.
Das Ablenkblech ist nach radial außen offen.
[0005] Aus
JP 11 179236 A ist eine Vollmantelzentrifuge mit Flügelplatten bekannt, die vom ausströmenden Gut
im Flug angestoßen werden
Zugrundeliegende Aufgabe
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vollmantelschneckenzentrifuge zu schaffen,
bei der die Energierückgewinnung aufgrund einer Impulsrückführung des ausströmenden
Guts besonders kostengünstig und zugleich besonders wirkungsvoll bereitgestellt wird.
Erfindungsgemäße Lösung
[0007] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer
um eine Längsachse drehbaren Zentrifugentrommel gelöst, die mindestens eine Auslassöffnung
zum Auslassen von geklärtem Gut aus der Zentrifugentrommel über eine von dem ausströmenden
Gut zu überströmende Wehrkante und einen Auslasskanal zum Abführen des gesamten ausgelassenen
Guts aufweist, wobei die Wehrkante an der Stirnseite der Zentrifugentrommel angeordnet
ist und sich der Auslasskanal insbesondere außen, in Strömungsrichtung hinter der
Wehrkante erstreckt, der Auslasskanal gekrümmt gestaltet ist, um das ausströmende
Gut in eine im Wesentlichen tangentiale Richtung umzuleiten, und der Auslasskanal
eine Bodenfläche aufweist, die zumindest abschnittsweise eben gestaltet ist, wobei
der ebene Abschnitt der Bodenfläche zur Tangentialrichtung um einen Winkel von 8°
bis 28° radial nach innen geneigt ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Auslassvorrichtung ist zum Auslassen von geklärtem Gut aus einer
Zentrifugentrommel an der Stirnseite der Zentrifugentrommel vorgesehen und dort eine
zugehörige Auslassöffnung teilweise überdeckend ortsfest oder verstellbar angebracht.
Die Auslassvorrichtung umfasst ein Wehr mit einer Wehrkante und einen außen vor dem
Wehr angeordneten Auslasskanal zum Abführen des gesamten ausgelassen Guts auf. Die
Auslassöffnung wird von dem dann axial ausströmenden Gut durchströmt, welches über
die dort in radialer Richtung, also quer zur Längsachse ausgerichtete Wehrkante hinweg
ausströmt. Dabei ist die Wehrkante insbesondere gekrümmt gestaltet und von der Längsachse
einen ersten Radius weit beabstandet. Der in Strömungsrichtung nachfolgende Auslasskanal
ist gekrümmt gestaltet, um das ausströmende Gut in die im Wesentlichen tangentiale
Richtung umzuleiten. Der Auslasskanal ist mit einer Bodenfläche gestaltet, über die
hinweg das Gut ausströmt. Diese Bodenfläche ist von der Längsachse bevorzugt zumindest
abschnittsweise weiter beabstandet, als der erste Radius beträgt.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge ist an der Stirnseite also
ein Wehr vorgesehen, welches so wie bei herkömmlichen Wehren seine Wehrkante in der
radialen Ebene der Stirnseite hat. Das derart angeordnete Wehr führt zu einer besonders
genauen Steuerung des Gutpegels innerhalb der Zentrifugentrommel. Darüber hinaus weist
ein solches Wehr nur eine geringe Verstopfungsneigung auf und ist auch im Hinblick
auf seine Herstellung sehr kostengünstig. Es kann in der Bauart herkömmlicher Wehre
gegebenenfalls mit einer besonders verschleißfest gestalteten Wehrkante versehen sein.
Ferner kann es gut gewartet und ausgetauscht werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
kann daher auch besonders gut im Austausch an bestehenden Anlagen verbaut werden.
An dem Wehr ist außenseitig der Auslasskanal ausgebildet, dessen Bodenfläche bevorzugt
zumindest abschnittsweise radial weiter außen liegt, als die Wehrkante. Damit ergibt
sich hinter der erfindungsgemäßen, radial gerichteten Wehrkante wegen der auf das
Gut wirkenden Zentrifugalkraft eine zumindest geringfügig radial nach außen gerichtete
Strömung, die zu einem Sog an der Wehrkante und einer dort geringfügig erhöhten Strömungsgeschwindigkeit
führt. Diese Art der Strömung an der Wehrkante hat sich im Hinblick auf das geregelte
Abführen des Guts und auch im Hinblick auf mögliche Verstopfung als besonders vorteilhaft
erwiesen.
[0010] Nach dem Überströmen der Wehrkante wird der Strom des abfließenden Guts mittels des
erfindungsgemäßen Auslasskanals so umgeleitet, dass sein grundsätzlich aufgrund der
Fliehkraft radial nach außen gerichteter Bewegungsimpuls in eine tangentiale und damit
in eine die Zentrifugentrommel antreibende Richtung geschwenkt wird. Der erfindungsgemäße
Auslasskanal erreicht damit zwei Wirkungen: Er ermöglicht das geregelte Überströmen
der Wehrkante in einer radialen Richtung mit nur geringen Turbulenzen, geringer Unwuchtgefahr
und geringer Verstopfungsgefahr. Zugleich leitet der Auslasskanal das abströmende
Gut gezielt in die gewünschte Richtung, um damit ein hohes Maß an Energie aus dem
abströmenden Gut zurückzugewinnen.
[0011] Die Bodenfläche des derartigen Auslasskanals ist zumindest abschnittsweise eben bzw.
weitgehend eben gestaltet. Eine solche Bodenfläche kann fertigungstechnisch günstig
hergestellt werden. Darüber hinaus erfährt das darauf abströmende Gut über eine längere
Strecke hinweg eine gleichmäßige und damit vergleichsweise einfach modelltechnisch
nachvollziehbare Beschleunigung. Die Beschleunigung führt zu einer vermehrten Umwandlung
des Fliehkraftimpulses in einen tangential gerichteten Bewegungsimpuls. Es wird als
ein besonders großer Anteil der Fliehkraftenergie in tangentiale Antriebsenergie gewandelt.
[0012] Der ebene Abschnitt der Bodenfläche ist zur Tangentialrichtung um einen Winkel von
8° bis 28°, vorzugsweise 18° radial nach innen geneigt. Eine solche Ausrichtung des
umgelenkten Gutstrahls führt im Vergleich zu einer rein tangentialen Strömung zu einer
ganz gezielten Abbremsung des austretenden Stroms und damit zu einer gewissen Stauwirkung.
Dieses Stauen bringt eine Erhöhung der potentiellen Energie und damit ein verbesserte
nachfolgende Wandlung in tangentiale Bewegungsenergie mit sich.
[0013] Besonders bevorzugt ist der Boden des erfindungsgemäßen Auslasskanals so gestaltet,
dass sein ebener bzw. weitgehend ebener Abschnitt entgegen der Drehrichtung der Zentrifugentrommel
von der Auslassöffnungsmitte ausgehend nach einem Winkel von 3,5° beginnt. Der derart
ebene bzw. weitgehend ebene Abschnitt beginnt an der Auslassöffnung erst ein vordefiniertes
Stück hinter der Auslassöffnungsmitte. Die erfindungsgemäß dort erzielte Beschleunigung
des austretenden Guts beginnt also ebenfalls erst weiter hinten im Auslasskanal. Es
entsteht der mit der Beschleunigung erzielte Sog also ebenfalls vergleichsweise weit
hinten im Auslasskanal, wodurch insgesamt im Auslasskanal ein das Gut heraussaugender
Geschwindigkeitszuwachs vorzufinden ist. Mit dieser Sogwirkung wird die Verstopfungsgefahr
gesenkt und zugleich die kinetische Energie in tangentialer Richtung erhöht.
[0014] Der ebene Abschnitt der Bodenfläche endet besonders bevorzugt entgegen der Drehrichtung
der Zentrifugentrommel von der Auslassöffnungsmitte aus betrachtet nach einem Winkel
von 15° bis 30°, vorzugsweise 21,5°. Der derartige ebene bzw. weitgehend ebene Abschnitt
weist eine besonders vorteilhafte Länge auf, die sich auch bei verschiedenen Auslassdurchmessern
und Trommelgrößen als sehr wirkungsvoll erwiesen hat.
[0015] An den ebenen Abschnitt der Bodenfläche schließt sich bei einer weiteren besonders
vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lösung in Drehrichtung der Zentrifugentrommel
betrachtet ein gekrümmter Abschnitt, insbesondere ein kreisbogenförmig gekrümmter
Abschnitt der Bodenfläche an. Ein solcher gekrümmter Abschnitt kann fertigungstechnisch
günstig hergestellt werden und führt zu einer über einen gewissen Winkelbereich radial
nicht veränderten, radial also auch nicht beschleunigten oder abgebremsten Strömung.
Eine solche Strömung hat sich über einen gewissen Abschnitt der Umfangsrichtung hin
als besonders von Vorteil erwiesen. Besonders von Vorteil ist diese gekrümmte, radial
konstante Bodenfläche entgegen der Drehrichtung betrachtet jeweils über den ersten
Umfangsabschnitt der jeweiligen Auslassöffnung hinweg. Diese Bodenfläche führt zu
einem weitgehend turbulenzfreien Überströmen an der Wehrkante und damit zu geringer
Unwuchtentwicklung an den mehreren, über den Umfang der Zentrifugentrommel verteilten
und jeweils von ausströmendem Gut überströmten Wehren.
[0016] Der erfindungsgemäße, gekrümmt gestaltete Auslasskanal hat in Längsrichtung der Zentrifugentrommel
betrachtet vorzugsweise eine erste Breite und in radialer Richtung betrachtet eine
zweite Breite, wobei die zweite Breite kleiner als die erste Breite gestaltet ist.
Der Auslasskanal verjüngt sich von den Auslassöffnungen ausgehend also in Strömungsrichtung
bis zu jenem Ende des Auslasskanals, an dem das ausströmende Gut weitgehend in tangentialer
Richtung abgegeben wird. Die Verjüngung bringt eine stetige Erhöhung der Geschwindigkeit
des Gutstroms und damit der kinetischen Energie des ausströmenden Materials mit sich.
[0017] Besonders vorteilhaft ist der gekrümmt gestaltete Auslasskanal daher in Auslassrichtung
betrachtet sich hinsichtlich seiner Breite stetig verjüngend gestaltet. Die Beschleunigung
erfolgt dann weitgehend turbulenzfrei unter gleichzeitig gezielt geleiteter Durchströmung
der Auslassöffnungen und der nachfolgenden Auslasskanäle.
[0018] Der derartige Auslasskanal ist vorzugsweise radial nach innen offen gestaltet. Der
Auslasskanal steht damit im Gegensatz zu bekannten Lösungen des Standes der Technik,
bei denen das ausströmende Material durch ein oder mehrere Rohre in tangentialer Richtung
abgeleitet wird. Der erfindungsgemäß radial nach innen offene Kanal ist nicht nur
kostengünstiger herstellbar, sondern weist insgesamt auch weniger die Gefahr einer
Verstopfung auf. Ferner kann ein solcher Kanal bei Wartungsarbeiten leichter gereinigt
werden, weil er besser zugänglich ist.
[0019] Die Wehrkante und der Auslasskanal der erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge
sind vorzugsweise mit einem Bauteil bzw. einteilig oder einstückig gestaltet, wobei
das Bauteil insbesondere vorteilhaft von außen an der Stirnseite der Zentrifugentrommel
ortsfest anbringbar und von dort abnehmbar ist. Das Bauteil ist dann je nach Einsatzzweck
der Zentrifuge leicht umrüstbar und kann auch im Wartungsfall gut gewechselt werden.
Ferner kann die Lage der Wehrkate gut eingestellt werden. Mit der Einstellung der
Wehrkante ändert sich in vorteilhafter Weise zugleich die Lage des zugehörigen Auslasskanals,
ohne dass es dafür weiterer aufwendiger Einstell- oder Ausrichtarbeiten bedarf.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0020] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Lösung anhand der
beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht der Stirnseite einer Zentrifugentrommel einer erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge
mit einer daran angeordneten Auslassvorrichtung zum Auslassen von Gut aus der Zentrifugentrommel,
- Fig. 2
- die Auslassvorrichtung gemäß Fig. 1 in vergrößerter Ansicht,
- Fig. 3
- die Seitenansicht der Auslassvorrichtung gemäß Fig. 2 und
- Fig. 4
- die Draufsicht der Auslassvorrichtung gemäß Fig. 2.
Detaillierte Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0021] In Fig. 1 ist die Stirnseite einer Zentrifugentrommel 10 gezeigt, die gemäß der herkömmlichen
Bauart einer Vollmantelschneckenzentrifuge in ihrem Inneren eine (nicht dargestellte)
Zentrifugenschnecke aufnimmt. Die Zentrifugentrommel 10 ist um eine Längsachse 12
mit hoher Drehzahl in eine Drehrichtung 14 drehbar.
[0022] An der Stirnseite der Zentrifugentrommel 10 sind sechs jeweils kreisrunde Auslassöffnungen
16 über einen Kreis um die Längsachse 12 herum gleichmäßig beabstandet angeordnet.
Die Auslassöffnungen 16 dienen zum Abführen bzw. Auslassen von geklärtem (nicht dargestelltem)
Gut aus der Zentrifugentrommel 10.
[0023] Vor jeder der Auslassöffnungen 16 ist außenseitig an der Stirnseite der Zentrifugentrommel
10 eine Auslassvorrichtung 18 angebracht. Jede Auslassvorrichtung 18 ist als einstückiges
Bauteil aus einer Wehrplatte 20 und einem Auslasskanal 22 gebildet. Die einzelne Wehrplatte
20 erstreckt sich jeweils in radialer Richtung, also quer zur Längsachse 12 und ist
mittels zweier Schrauben 24 ortsfest und dabei geringfügig in ihrer Lage verstellbar
an der Stirnseite befestigt. An jeder Wehrplatte 20 ist ein Wehrkante 26 ausgebildet,
die gekrümmt gestaltet und dabei von der Längsachse 12 um einen Radius 28 beabstandet
ist. Das ausströmende Gut muss diese Wehrkante 26 überströmen, wodurch der Gutpegel
in der Zentrifugentrommel 10 je nach gewünschter Klärleistung gezielt einstellbar
ist.
[0024] In Längsrichtung bzw. in Strömungsrichtung über die Wehrkante 26 hinweg ist außen
an jeder der Wehrplatten 20 der zugehörige Auslasskanal 22 angeordnet, der mittels
eines Fräsvorgangs einstückig mit der Wehrplatte 20 hergestellt worden ist.
[0025] Der Auslasskanal 22 nimmt das gesamte über die Wehrkante 26 strömende Gut auf und
dient damit zum Abführen des gesamten aus der jeweiligen Auslassöffnung 16 ausgelassenen
Guts.
[0026] Der in Strömungsrichtung der Wehrkante 26 nachfolgende Auslasskanal 22 ist im Querschnitt
im Wesentlichen rechteckig gestaltet und weist dabei eine Bodenfläche 30 auf. Die
Bodenfläche umfasst einen gekrümmten Abschnitt 32, der entlang der Wehrkante 20 (also
in Umfangsrichtung) entgegen der Drehrichtung 14 betrachtet am Anfang der Auslassöffnung
16 beginnt und nach einem Winkel 34 von 3,5° hinter der Mitte der Auslassöffnung 16
endet. Der gekrümmte Abschnitt 32 ist gemäß der Mantelfläche eines Kreiszylinders
mit dem Radius 28 gekrümmt gestaltet.
[0027] An den gekrümmten Abschnitt 32 schließt sich entgegen der Drehrichtung 14 betrachtet
ein ebener Abschnitt 36 der Bodenfläche 30 an. Dieser Abschnitt 36 erstreckt sich
vom Winkel 34 ausgehend bis zu einem Winkel 38 von 21,6°. Der ebene Abschnitt 36 ist
dabei zur Tangentialrichtung um einen Winkel 40 von 18° radial nach innen geneigt.
Der ebene Abschnitt 36 ist von der Längsachse 12 daher weiter beabstandet, als wie
der Radius 28 beträgt. An dem ebenen Abschnitt 36 erfährt das darauf abströmende Gut
über eine längere Strecke hinweg eine gleichmäßige und damit vergleichsweise einfach
modelltechnisch nachvollziehbare Beschleunigung. Die Beschleunigung führt zu einer
vermehrten Umwandlung des Fliehkraftimpulses des abströmenden Guts in einen tangential
gerichteten Bewegungsimpuls. Da dabei insbesondere auch die gesamte Menge an Gut durch
den Auslasskanal 22 strömt, wird ein besonders großer Anteil der Fliehkraftenergie
des ausströmenden Guts in tangentiale Antriebsenergie für die Drehbewegung der Zentrifugentrommel
10 gewandelt.
[0028] Dieser Beschleunigungseffekt im Auslasskanal 22 wird durch eine stetige Verjüngung
des Auslasskanals 22 in Strömungsrichtung des Guts, also in tangentialer Richtung
unterstützt. Diese Verjüngung ist dadurch gebildet, dass sich der Auslasskanal 22
ausgehend von einer ersten Breite 42 für das einströmende Gut, also in Längsrichtung
betrachtet, ausgehend, sich zu einer zweiten Breite 44 für das ausströmende Gut, also
in tangentialer bzw. radialer Richtung betrachtet, verjüngt. Die Breiten 42 und 44
werden dabei von zwei Seitenwänden 46 und 48 des Auslasskanals 22 definiert, welche
entsprechend von der Längsrichtung ausgehend zur tangentialen Richtung gekrümmt sind.
[0029] Zugleich ist der derartige Auslasskanal 22 mit einem radial nach innen vollständig
offenen Bereich 50 gestaltet. Dieser Bereich 50 ermöglicht ein freies Einstellen des
Gutpegels im Auslasskanal 22. Da das Gut also frei durch den Auslasskanal 22 abströmen
kann, können sich keine Verstopfungen ergeben und es kann sich der Gutpegel an der
zugehörigen Wehrkante 26 frei in Abhängigkeit des Gutpegels in der Zentrifugentrommel
10 einstellen.
[0030] Mit den Wehrplatten 20 und den dort radial ausgerichteten Wehrkanten 26 ist nicht
zuletzt dadurch eine besonders genaue Steuerung des Gutpegels innerhalb der Zentrifugentrommel
10 auch bei stark schwankenden Betriebsbedingungen möglich.
[0031] Nach dem Überströmen der radial gerichteten Wehrkanten 26 werden die Gutströme also
jeweils so umgeleitet, dass sie aufgrund ihrer Strömung durch den Auslasskanal 22
beim Verlassen der Auslassvorrichtung 16 einen im Bereich von 8° bis 28°, vorzugsweise
einen um 18° aus der Tangentialrichtung radial nach innen geschwenkten Bewegungsimpuls
aufweisen. Der derart gerichtete Bewegungsimpuls hat sich im Hinblick auf die damit
erzeugte Energierückführung in die Zentrifugentrommel 10 als besonders vorteilhaft
erwiesen.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 10
- Zentrifugentrommel
- 12
- Längsachse
- 14
- Drehrichtung
- 16
- Auslassöffnungen
- 18
- Auslassvorrichtung als einstückiges Bauteil
- 20
- Wehrplatte
- 22
- Auslasskanal
- 24
- Schraube
- 26
- Wehrkante
- 28
- Radius
- 30
- Bodenfläche
- 32
- gekrümmter Abschnitt der Bodenfläche
- 34
- Winkel (3,5°)
- 36
- ebener Abschnitt der Bodenfläche
- 38
- Winkel (21,6°)
- 40
- Winkel (18,0°)
- 42
- erste Breite (in Längsrichtung betrachtet)
- 44
- zweite Breite (in radialer Richtung betrachtet)
- 46
- Seitenwand
- 48
- Seitenwand
- 50
- radial nach innen offener Bereich
1. Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer um eine Längsachse drehbaren Zentrifugentrommel
(10), die mindestens eine Auslassöffnung (16) zum Auslassen von geklärtem Gut aus
der Zentrifugentrommel (10) über eine von dem ausströmenden Gut zu überströmende Wehrkante
(26) und einen Auslasskanal (22) zum Abführen des gesamten ausgelassenen Guts aufweist,
wobei die Wehrkante (26) an der Stirnseite der Zentrifugentrommel (10) angeordnet
ist und sich der Auslasskanal (22) in Strömungsrichtung hinter der Wehrkante (26)
erstreckt, der Auslasskanal (22) gekrümmt gestaltet ist, um das ausströmende Gut in
eine im Wesentlichen tangentiale Richtung umzuleiten, und der Auslasskanal (22) eine
Bodenfläche (30) aufweist, die zumindest abschnittsweise eben gestaltet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der ebene Abschnitt (36) der Bodenfläche (30) zur Tangentialrichtung um einen Winkel
von 8° bis 28° radial nach innen geneigt ist.
2. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1,
bei der der ebene Abschnitt (36) der Bodenfläche (30) zur Tangentialrichtung um einen
Winkel von 18° radial nach innen geneigt ist.
3. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1 oder 2,
bei der der ebene Abschnitt (36) der Bodenfläche (30) entgegen der Drehrichtung (14)
der Zentrifugentrommel (10) von der Auslassöffnungsmitte aus betrachtet nach einem
Winkel von 3,5° beginnt.
4. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei der der ebene Abschnitt (36) der Bodenfläche (30) entgegen der Drehrichtung (14)
der Zentrifugentrommel (10) von der Auslassöffnungsmitte aus betrachtet nach einem
Winkel von 15° bis 30°, vorzugsweise 21,5° endet.
5. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 4,
bei der an den ebenen Abschnitt (36) der Bodenfläche (30) in Drehrichtung (14) der
Zentrifugentrommel (10) betrachtet ein gekrümmter Abschnitt (32), insbesondere ein
kreisbogenförmig gekrümmter Abschnitt der Bodenfläche anschließt.
6. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei der der gekrümmt gestaltete Auslasskanal (22) in Längsrichtung der Zentrifugentrommel
(10) betrachtet eine erste Breite (42) für das einströmende Gut und in radialer Richtung
betrachtet eine zweite Breite (44) für das ausströmende Gut aufweist und die zweite
Breite (44) kleiner als die erste Breite (42) gestaltet ist.
7. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 6,
bei der der gekrümmt gestaltete Auslasskanal (22) in Auslassrichtung betrachtet sich
hinsichtlich seiner Breite stetig verjüngend gestaltet ist.
8. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der der Auslasskanal (22) nach radial innen offen gestaltet ist.
9. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
bei der die Wehrkante (26) und der Auslasskanal (22) mit einem Bauteil (18) gestaltet
sind, das insbesondere von außen an der Stirnseite der Zentrifugentrommel (10) ortsfest
anbringbar und von dort abnehmbar ist.
1. Solid bowl screw centrifuge having a centrifuge drum (10) rotatable about a longitudinal
axis, which comprises at least one outlet opening (16) for discharging clarified material
from the centrifuge drum (10) via a weir edge (26) to be overflown by the outflowing
material and an outlet channel (22) for carrying off the entire discharged material,
the weir edge (26) being arranged at the front side of the centrifuge drum (10) and
the outlet channel (22) extending in the flow direction downstream of the weir edge
(26), the outlet channel (22) being of curved design in order to divert the outflowing
material in a substantially tangential direction, and the outlet channel (22) having
a bottom surface (30) which at least partially is of flat design,
characterised in that
the flat portion (36) of the bottom surface (30) is inclined radially inwards by an
angle of 8° to 28° to the tangential direction.
2. Solid bowl screw centrifuge according to Claim 1, wherein the flat portion (36) of
the bottom surface (30) is inclined radially inwards by an angle of 18° to the tangential
direction.
3. Solid bowl screw centrifuge according to Claim 1 or 2, wherein the flat portion (36)
of the bottom surface (30) begins after an angle of 3.5° from the centre of the outlet
opening, viewed opposite the direction of rotation (14) of the centrifuge drum (10).
4. Solid bowl screw centrifuge according to one of Claims 1 to 3, wherein the flat portion
(36) of the bottom surface (30) ends after an angle of 15° to 30°, preferably 21.5°,
from the centre of the outlet opening, viewed opposite the direction of rotation (14)
of the centrifuge drum (10).
5. Solid bowl screw centrifuge according to Claim 4, wherein a curved portion (32), in
particular a circular-arc-shaped curved portion, of the bottom surface (30) adjoins
the flat portion (36) of the bottom surface (30), viewed in the direction of rotation
(14) of the centrifuge drum (10).
6. Solid bowl screw centrifuge according to one of Claims 1 to 5, wherein the outlet
channel (22) of curved design has a first width (42) for the inflowing material, viewed
in the longitudinal direction of the centrifuge drum (10), and a second width (44)
for the outflowing material, viewed in the radial direction, and the second width
(44) is designed smaller than the first width (42).
7. Solid bowl screw centrifuge according to Claim 6, wherein the outlet channel (22)
of curved design is of continuously diminishing design with respect to it is width,
viewed in the discharge direction.
8. Solid bowl screw centrifuge according to one of Claims 1 to 7, wherein the outlet
channel (22) is designed radially inwardly open.
9. Solid bowl screw centrifuge according to one of Claims 1 to 8, wherein the weir edge
(26) and the outlet channel (22) are designed with a component (18) which, in particular
from the outside, is fixedly attachable to the front side of the centrifuge drum (10)
and detachable therefrom.
1. Centrifugeuse à vis à bol plein dotée d'un tambour de centrifugeuse (10) pouvant tourner
autour d'un axe longitudinal et comportant au moins une ouverture de sortie (16) pour
faire sortir le produit clarifié hors du tambour de centrifugeuse (10) via un bord
de débordement (26) laissant déborder le produit sortant et un canal de sortie (22)
pour évacuer la totalité du produit sortant, le bord de débordement (26) étant disposé
au niveau du côté avant du tambour de centrifugeuse (10) et le canal de sortie (22)
s'étendant dans la direction d'écoulement derrière le bord de débordement (26), le
canal de sortie (22) étant conçu de façon coudée, pour guider le produit à faire sortir
dans une direction pour l'essentiel tangentielle et le canal de sortie (22) comportant
une surface de plancher (30) conçue au moins partiellement de façon plane,
caractérisée en ce que la section plane (36) de la surface de plancher (30) est inclinée radialement vers
l'intérieur par rapport à la direction tangentielle, selon un angle allant de 8° à
28°.
2. Centrifugeuse à vis à bol plein selon la revendication 1, dans laquelle la section
plane (36) de la surface de plancher (30) est inclinée radialement vers l'intérieur
par rapport à la direction tangentielle, selon un angle de 18°.
3. Centrifugeuse à vis à bol plein selon la revendication 1 ou 2, dans laquelle la section
plane (36) de la surface de plancher (30) commence, à contresens de la direction de
rotation (14) du tambour de centrifugeuse (10), en partant du centre d'ouverture de
sortie, selon un angle de 3,5°.
4. Centrifugeuse à vis à bol plein selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans
laquelle la section plane (36) de la surface de plancher (30) prend fin, à contresens
de la direction de rotation (14) du tambour de centrifugeuse (10), à partir du centre
d'ouverture de sortie, selon un angle de 15° à 30°, de préférence de 21,5°.
5. Centrifugeuse à vis à bol plein selon la revendication 4, dans laquelle une section
coudée (32), notamment une section coudée en forme d'arc de cercle de la surface de
plancher, est raccordée à la section plane (36) de la surface de plancher (30) dans
la direction de rotation (14) du tambour de centrifugeuse (10).
6. Centrifugeuse à vis à bol plein selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans
laquelle le canal de sortie (22) conçu de façon coudée comporte dans la direction
longitudinale du tambour de centrifugeuse (10) une première largeur (42) pour le produit
entrant et dans la direction radiale une deuxième largeur (44) pour le produit sortant,
et la deuxième largeur (44) est inférieure à la première largeur (42).
7. Centrifugeuse à vis à bol plein selon la revendication 6, dans laquelle le canal de
sortie (22) conçu de façon coudée est conçu de façon à présenter une largeur se rétrécissant
en permanence dans la direction de sortie.
8. Centrifugeuse à vis à bol plein selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, dans
laquelle le canal de sortie (22) est conçu de façon ouverte radialement vers l'intérieur.
9. Centrifugeuse à vis à bol plein selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, dans
laquelle le bord de débordement (26) et le canal de sortie (22) sont conçus avec un
composant (18) pouvant être rapporté de façon stationnaire, notamment depuis l'extérieur,
au niveau du côté avant du tambour de centrifugeuse (10) et en être retiré.


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