Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Papierherstellung für Rauchartikel.
Insbesondere betrifft sie ein Filterhüllpapier für einen Rauchartikel, ein Verfahren
zu dessen Herstellung sowie einen Rauchartikel, der sich eines solchen Filterhüllpapiers
bedient.
Hintergrund und verwandter Stand der Technik
[0002] Eine handelsübliche Filterzigarette besteht aus einem zylinderförmigen, runden oder
ovalen, Tabakstrang, der von einem Zigarettenpapier umhüllt ist, einem ebenso geformten
Filterstöpsel, der von einem Filterhüllpapier umgeben ist, sowie einem Tippingpapier,
das üblicherweise mit dem gesamten Filterhüllpapier und einem Teil des den Tabakstrang
umhüllenden Zigarettenpapiers verklebt ist, und so den Filterstöpsel mit dem Tabakstrang
verbindet.
[0003] Der Filterstöpsel selbst kann aus verschiedenen Materialien bestehen, häufig werden
Celluloseacetatfasern, teilweise in Kombination mit Aktivkohlepartikeln eingesetzt.
Das den Filterstöpsel einhüllende Filterhüllpapier ist üblicherweise in einem oder
mehreren schmalen balanförmigen Bereichen mit der Oberfläche des Filterstöpsels verklebt,
der bzw. die sich üblicherweise entlang einer Richtung parallel zur Symmetrieachse
des Filterstöpsels erstreckt bzw. erstrecken. Ebenso ist das Filterhüllpapier üblicherweise
mit sich selbst entlang einer schmalen Naht verklebt, um ein Aufplatzen des Filterstöpsels
zu verhindern. Dazu wird im Stand der Technik eine Vielzahl unterschiedlicher Klebstoffe
verwendet, häufig werden allerdings Polyvinylacetat oder Schmelzklebstoffe eingesetzt.
[0004] Typische Filterhüllpapiere im Bereich verhältnismäßig niedriger und mittlerer Luftdurchlässigkeiten,
bestehen aus Holzzellstoff, wobei ein Gemisch aus Lang- oder Kurzfasern je nach gewünschten
Eigenschaften des Papiers eingesetzt wird. Weiters enthalten diese Papiere typischerweise
mineralische Füllstoffe, wie beispielsweise Calciumcarbonat, Kaolin, Talkum, Titandioxid
oder andere mineralische Füllstoffe und Gemische daraus. Zusätzlich oder alternativ
können andere Additive zur Erzielung spezieller Eigenschaften vorgesehen sein, wie
beispielsweise Nassfestmittel.
[0005] Die Herstellung solcher Filterhüllpapiere erfolgt auf Papiermaschinen, beispielsweise
auf Langsiebmaschinen.
[0006] Die für die Papierherstellung verwendeten Zellstofffasern werden üblicherweise in
Lang- und Kurzfasern unterschieden, wobei es sich bei Langfasern typischerweise um
Zellstofffasern aus Nadelhölzern, wie Fichte oder Kiefer, mit einer Länge von mehr
als 2 mm handelt, während die Kurzfasern von Laubhölzern, wie Birke, Buche oder Eukalyptus
stammen und typischerweise eine Länge von weniger als 2 mm, häufig von etwa 1 mm aufweisen.
[0007] In einem ersten Schritt der Papierherstellung wird der Zellstoff in Wasser suspendiert
und danach in einem Mahlaggregat, einem sogenannten Refiner, gemahlen. Es ist üblich,
dass Kurz- und Langfasern separat gemahlen werden. Die Intensität, mit der der Zellstoff
gemahlen wurde, wird durch die Messung des Mahlgrads, beispielsweise nach ISO 5267
("Pulps. Determination of drainability - Part 1: Schopper-Riegler method") bestimmt.
Das Ergebnis dieser Messung wird in Grad nach Schopper-Riegler (°SR) angegeben. Typischerweise
wird Langfaserzellstoff für die Anwendung in Filterhüllpapieren zu einem Mahlgrad
von 50-70 °SR ausgemahlen.
[0008] Kurzfaserzellstoff wird meistens deutlich weniger stark gemahlen und erreicht einen
Mahlgrad von 15 °SR bis 40 °SR. Die Mahlung von Kurzfaserzellstoffen kann auch ganz
entfallen.
[0009] Nach der Beigabe von Füllstoffen, wie beispielsweise Calciumcarbonat, Kaolin, Talkum,
Titandioxid oder anderen mineralischen Füllstoffen oder Gemischen daraus, fließt die
Faser-Füllstoff-Suspension vom Stoffauflauf der Papiermaschine auf das Sieb und kann
dort mit verschiedenen Mitteln entwässert werden, beispielsweise durch Schwerkraft
oder Vakuum. Danach kann das feuchte Fasernetzwerk durch die Pressenpartie laufen,
in der sie durch mechanischen Druck gegen einen Trockenfilz getrocknet wird. Schließlich
kann das Fasernetzwerk noch durch die Trockenpartie laufen, in der es durch Kontakt
mit - beispielsweise mit Dampf beheizten - Zylindern getrocknet wird. Anschließend
kann das fertige Papier aufgerollt werden. Es können noch weitere Bearbeitungsschritte
in der Papiermaschine durchgeführt werden, beispielweise eine Leimung in einer Leim-
oder Filmpresse, das Aufbringen von Wasserzeichen, eine Prägung etc.
[0010] Das fertige Filterhüllpapier liegt dann üblicherweise in Form einer Rolle vor, mit
einer Breite, wie sie der Breite der Papiermaschine entspricht. Diese Rolle wird dann
meistens in schmälere Rollen, sogenannte Bobinen, geschnitten, deren Breite sich nach
dem Umfang des Filterstöpsels und der gewünschten Breite der Klebnaht richtet. Eine
typische Bobine ist etwa 5000 bis 6000 m lang und 25 bis 27 mm breit. Erhebliche Abweichungen
in Länge und Breite der Bobine sind zur Anpassung an die große Bandbreite handelsüblicher
Zigarettenfilter möglich. Es ist außerdem üblich, dass die Breite einer Bobine ein
etwa ganzzahliges Vielfaches der für die Herstellung eines Filterstöpsels benötigten
Breite beträgt, da Filterherstellungsmaschinen durchaus mehrere, typischerweise zwei,
Filterstränge gleichzeitig parallel herstellen können.
[0011] In manchen Filterzigaretten sind in den Filterstöpsel eine oder mehrere durch mechanischen
Druck zerstörbare Kapseln eingebracht. Diese Kapseln enthalten eine Flüssigkeit, meistens
ein Öl, mit Aromastoffen, wie beispielsweise Menthol. Der Raucher hat damit die Möglichkeit,
durch Druck auf den Filterstöpsel, beispielsweise mit den Fingern, diese Kapsel(n)
zu zerstören und so die Aromastoffe freizusetzen. Die freigesetzten Aromastoffe aromatisieren
dann den durch den Filterstöpsel strömenden und aus dem Mundende der Zigarette tretenden
Rauch, sodass der Raucher die Aromastoffe wahrnehmen kann. Somit kann der Raucher
den Geschmackseindruck der Zigarette durch Zerstörung der Kapseln steuern. Eine solche
Filterzigarette ist beispielsweise in
US 2008/142028 beschrieben.
[0012] Die aus den zerstörten Kapseln austretende Flüssigkeit hat jedoch die Tendenz, durch
das Filterhüllpapier und ebenso durch das Tippingpapier zu dringen, sodass an der
Außenseite der Zigarette Flecken sichtbar werden. Diese Flecken sind für den Raucher
wahrnehmbar und beeinträchtigen das optische Erscheinungsbild der Zigarette.
[0013] Solche Flecken können verhindert werden, indem das Filterhüllpapier eine gewisse
Barriere gegen Öl bildet. Die Fähigkeit eines Papiers, eine Barriere gegen Öl zu bilden,
im Folgenden auch als "Ölbeständigkeit" bezeichnet, kann dabei mittels eines in der
Papier- und Papierverarbeitungsindustrie üblichen Tests nach Tappi T559 cm-02 "Grease
Resistance Test for Paper and Paperboard" bestimmt werden. Bei diesem Test werden
Tropfen von 12 verschiedenen, hinsichtlich Ihrer Benetzungsfähigkeit aufsteigend sortierten
Testflüssigkeiten auf das Papier aufgebracht, und es wird festgestellt, welche der
Flüssigkeiten auf die andere Seite des Papiers durchschlägt. Das Ergebnis des Tests
ist der sogenannte KIT Level, der beschreibt, bei welcher der Testflüssigkeit der
Durchschlag auf die andere Seite des Papiers zum ersten Mal aufgetreten ist. Er wird
daher durch eine Zahl zwischen 1 und 12 beschrieben, wobei höhere Werte einer höheren
Barrierewirkung gegen Öl entsprechen. Für den Fall, dass bereits bei der ersten Testflüssigkeit
ein Durchschlag erfolgt, wird das Ergebnis als "<1" angegeben. Für Filterhüllpapier
in der obigen Anwendung hat sich ein KIT Level von etwa 5 als ausreichend herausgestellt,
um die Fleckenbildung auf der Zigarette zu verhindern.
[0014] Eine Möglichkeit dem Papier eine solche Barrierenfunktion gegen Öl bzw. "Ölbeständigkeit"
zu verleihen, besteht darin, das Filterhüllpapier mit flourierten Kohlenwasserstoffen
zu beschichten, die dem Papier ölabweisende Eigenschaften verleihen. Solche flourierten
Kohlenwasserstoffe werden beispielsweise häufig in Lebensmittelverpackungen aus Papier
eingesetzt, sind jedoch in vielen Ländern für den Einsatz in Zigaretten nicht zugelassen.
Zudem kann die Beschichtung das Verkleben des Filterhüllpapiers erschweren.
[0015] Neben flourierten Kohlenwasserstoffen wurde auch vorgeschlagen, speziell modifizierte
Stärkeprodukte, konkret mit Octenylsuccinat substituierte Stärken, zur Imprägnierung
von Papieren für Lebensmittelverpackungen einzusetzen, vgl.
WO 2008/100688. Diese Stärken haben jedoch den Nachteil, dass sie in vergleichsweise großer Menge
auf das Papier aufgetragen werden müssen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ein
ausreichender Effekt konnte erst ab Auftragsmengen von mehr als etwa 80 kg dieses
Stärkeprodukts pro Tonne Papier erreicht werden.
[0016] Wendet man das vorgeschlagene Verfahren auf ein Filterhüllpapier an, so würde dieses
Verhältnis einem Auftrag von typischerweise deutlich mehr als 2 g/m
2 entsprechen. Hierdurch würden nicht nur die Materialkosten, sondern auch der Energiebedarf
für die Trocknung auf unvorteilhafte Weise erhöht.
[0017] Auch in
CA 2467601 ist der Auftrag von Stärkeprodukten zur Erzielung der Ölbeständigkeit beschrieben.
Dort wird vorgeschlagen, eine Zusammensetzung bestehend aus einer modifizierten Stärke,
einem Mittel zur Erhöhung der mechanischen Flexibilität, wie beispielsweise Glykol,
und einem Mittel zur Anpassung des rheologischen Verhaltens einzusetzen. Wiewohl dadurch
die mechanische Flexibilität der Beschichtung verbessert werden kann, bedarf es auch
laut dieser Patentschrift eines Auftrags von mehr als 75 kg dieser Zusammensetzung
pro Tonne Papier, um eine ausreichende Ölbeständigkeit sicherzustellen. Daher sind
auch hier der Materialeinsatz und die damit verbundenen Kosten für Material und Energie
zur Trocknung des Papiers vergleichsweise hoch. Der Effekt konnte auch nur für Papiere
mit einem Flächengewicht von über 37 g/m
2 demonstriert werden, was demnach einem Auftrag von mindestens 2.78 g/m
2 entspricht. Es ist jedoch keineswegs offensichtlich, dass sich der in dieser Patentschrift
beschriebene Effekt ohne Weiteres auch auf Filterhüllpapiere mit wesentlich geringerem
Flächengewicht übertragen lässt. Zudem ist in einigen Ländern der Einsatz von Glykolen
in Papieren für die Zigarette nicht erlaubt.
[0018] Bei Filterhüllpapieren, die im allgemeinen wesentlich leichter und dünner als Lebensmittelverpackungspapiere
sind, werden im Verhältnis zur Papiermasse schon von vornherein höhere Auftragsmengen
dieser Stärkeprodukte benötigt, da die Papiere wegen ihres geringen Flächgewichts
und ihrer geringen Dicke dem Öl von sich aus weniger Widerstand bieten, und weil aufgrund
des geringen Flächengewichts der Auftrag pro Gewichtseinheit des Filterhüllpapiers
auf eine vergleichsweise erheblich größere Fläche erfolgt.
[0019] Der Auftrag großer Mengen von Stärkeprodukten bringt aber neben zusätzlichen Kosten
auch noch andere Nachteile mit sich. Beispielsweise neigen intensiv mit Stärke beschichtete
Papiere zur Staubbildung, was die Zahl der Reinigungszyklen auf Verarbeitungsmaschinen
erhöht und deren Produktivität reduziert.
Zusamtnenfassung der Erfindung
[0020] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Filterhüllpapier zur Verfügung zu stellen,
das mit geringen Kosten hergestellt werden kann und dennoch eine ausreichende Beständigkeit
gegen Öl aufweist und für die Weiterverarbeitung günstige mechanische Eigenschaften
besitzt.
[0021] Diese Aufgabe wird durch ein Filterhüllpapier nach Anspruch 1 sowie ein Verfahren
zu dessen Herstellung nach Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in
den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0022] Das erfindungsgemäße Filterhüllpapier enthält einen Anteil an Langfaserzellstoffen
von mindestens 30 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 40 Gew.-% bezogen auf die reine
Fasermenge des Papiers. Ferner zeichnet sich das Filterhüllpapier durch die Kombination
der folgenden drei Merkmale aus:
- (i) Der Mahlgrad des Langfaserzellstoffs beträgt zwischen 80 °SR und 100 °SR, vorzugsweise
zwischen 85 °SR und 95 °SR, nach ISO 5267, Schopper-Riegler-Verfahren,
- (ii) das Filterhüllpapier hat einen Füllstoffgehalt van < 10 Gew.-%, vorzugsweise
< 8 Gew.-% und besonders vorzugsweise < 6 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des
Papiers und
- (iii) das Filterhüllpapier ist mit einem Material imprägniert, das geeignet ist, eine
wässrige Zusammensetzung, insbesondere eine wässrige Lösung oder Suspension zu bilden.
[0023] Die Erfinder haben festgestellt, dass sich durch die Kombination dieser Merkmale
ein Filterhüllpapier herstellen lässt, das einen KIT-Level nach Tappi T559 cm-02 von
mindestens 4, typischerweise sogar von 5 oder mehrbesitzt. Dies gilt selbst dann,
wenn das Filterhüllpapier als Ausgangsmaterial, d. h. noch ohne Imprägnierung, ein
sehr geringes Flächengewicht von 15-35 g/m
2 aufweist.
[0024] Dies ist ein aus Sicht der Erfinder überraschendes und nicht vorhersehbares Ergebnis,
das ganz offensichtlich auf einen Synergieeffekt zwischen den drei Merkmalen (i) bis
(iii) zurückzuführen ist. Denn keine zwei der obigen Merkmale (i) bis (iii) in Kombination
deuten auf diesen positiven Effekt hin, wie unten anhand von Vergleichsbeispielen
näher aufgezeigt wird. Die Untersuchungen der Erfinder deuten vielmehr darauf hin,
dass dieser spezielle technische Effekt erst durch die Kombination dieser drei speziellen
Merkmale erreicht wird.
[0025] Wie oben erwähnt, erlaubt das erfindungsgemäße Filterhüllpapier eine ausreichende
Ölbeständigkeit bei vergleichsweise niedrigen Flächengewichten von 15 bis 35 g/m
2, bezogen auf das Ausgangsmaterial ohne Imprägnierung. Als bevorzugt werden Papiere
angesehen, deren Flächengewicht vor der Imprägnierung 20-30 g/m
2, besonders vorzugsweise 20-25 g/m
2 beträgt. Solche Filterpapier können eine mittlere Luftdurchlässigkeit nach ISO 2965
von weniger als 12.000 cm
3/(cm
2 min kPa) vorzugsweise weniger als 8.000 cm
3/(cm
2 min kPa) aufweisen. Der erfindungsgemäße Effekt lässt sich auch bei Filterpapieren
mit höherem Flächengewicht erzielen. Allerdings ist es bei Filterpapieren oberhalb
von 35 g/m
2 auch auf andere, herkömmliche Weise möglich, eine ausreichende Ölbeständigkeit herzustellen,
anders als in dem hier bevorzugten Bereich, für den der Stand der Technik nach Wissen
der Erfinder noch keine wirklich zufriedenstellende Lösung zur Verfügung stellt.
[0026] Durch die Imprägnierung und einen unten beschriebenen optionalen weiteren Auftrag
von Material erhöht sich das Flächengewicht des fertiggestellten Filterhüllpapiers.
Bevorzugte Bereiche für das fertiggestellte Filterhüllpapier liegen bei 15,5-24,0
glm2, vorzugsweise 20,5-39,0 g/m
2 und besonders vorzugsweise 20,5-34,0 g/m
2.
[0027] Die geeignete Auftragsmenge des Materials zur Imprägnierung kann experimentell so
bestimmt werden, dass sich die erwünschte Ölbeständigkeit ergibt. Vorzugsweise beträgt
der Beitrag des Materials zur Imprägnierung zum Flächengewicht des fertiggestellten
Filterpapiers jedoch 0,5-3,0 g/m
2, vorzugsweise 1,0-2,5 g/m
2, und besonders vorzugsweise 1,3-2,0 g/m
2.
[0028] Wie oben erwähnt ist das Filterhüllpapier der Erfindung mit einem Material imprägniert,
das geeignet ist, eine wässrige Zusammensetzung, insbesondere eine wässrige Lösung
oder Suspension zu bilden. Diese wässrige Lösung bzw. Suspension kann dann bei der
Imprägnierung verwendet werden, um das Material in das Papier einzubringen, während
der Wasserbestandteil nach der Imprägnierung verdunstet oder verdampft. Als vorteilhaftes
Material für die Imprägnierung hat sich Stärke oder ein Stärkederivat erwiesen, vorzugsweise
eine hydrolysierte Stärke, insbesondere Maltodextrin.
[0029] Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Materialien beschränkt. Stattdessen können
für das Material der Imprägnierung auch eine oder mehrere der folgenden Substanzen
verwendet werden: Gelatine, Schellack, Collodium, Gummi Arabicum, Agar-Agar, Tragant,
Johannesbrotkernmehl, Guarkernmehl, Carboxymethylstärke, Alginsäure und deren Salze,
insbesondere Natrium-, Kalium- und Calciumalginate, oder ein Zellulosederivat, insbesondere
Methylzellulose oder Carboxymethylzellulose und deren Natrium-, Kalium-, Calcium-
oder Magnesiumverbindungen.
[0030] Wie oben beschrieben wurde, besteht eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Filterhüllpapiers
darin, dass der Anteil an Füllstoffen verhältnismäßig gering gewählt ist. Dennoch
können Füllstoffe, wenn auch in vergleichsweise geringerem Anteil, vorhanden sein,
bei denen es sich vorzugsweise um mineralische Füllstoffe, insbesondere Calciumcarbonat,
Kaolin, Talkum, Titandioxid oder ein Gemisch zweier oder mehrerer dieser Füllstoff
handelt.
[0031] Obwohl sich bereits durch die oben beschriebene Imprägnierung des Papiers - in Kombination
mit dem speziell hohen Mahlgrad des Langfaserzellstoffs und dem vergleichsweise geringen
Anteil an Füllstoffen - eine für die meisten Anwendungen ausreichende Erhöhung der
Ölbeständigkeit erzielen lässt, kann die Ölbeständigkeit bei Bedarf weiter erhöht
werden, indem eine weitere Materialschicht aufgetragen, insbesondere aufgedruckt oder
aufgesprüht wird. Diese weitere Materialschicht kann grundsätzlich auf jede der beiden
Seiten des Filterhüllpapiers aufgetragen werden. Vorzugsweise ist sie jedoch mindestens
auf der Seite, die im Gebrauch dem Filterstöpsel zugewandt ist, aufgetragen. Im Unterschied
zu der Imprägnierung, bei der das Material in das Papier eingebracht wird, beschränkt
sich der optionale weitere Materialauftrag im Wesentlichen auf die Oberfläche des
bereits imprägnierten Papiers, und wird in der vorliegenden Schrift daher auch als
"Beschichtung" bezeichnet.
[0032] Vorzugsweise beträgt der Beitrag der weiteren Materialschicht zum Flächengewicht
des fertiggestellten Filterhüllpapiers in dem behandelten Bereich 1,0-6,0 g/m
2, vorzugsweise 2,0-4,0 g/m
2. Dabei weist die Einschränkung "in dem behandelten Bereich" darauf hin, dass nicht
notwendigerweise die gesamte Oberfläche des Filterhüllpapiers mit dem weiteren Material
beschichtet zu werden braucht. Dies ist insbesondere bei den unten näher beschriebenen
Anwendungen der Fall, in denen die weitere Materialbeschichtung in erster Linie zum
Bereitstellen eines Selbstklebeeffekts dient.
[0033] Auch das Material der weiteren Materialschicht ist vorzugsweise geeignet, eine wässrige
Zusammensetzung, insbesondere eine wässrige Lösung oder Suspension zu bilden. Als
besonders vorteilhaft hat sich oxidierte Stärke erwiesen. Es kommen jedoch auch sämtliche
der oben im Zusammenhang mit der Imprägnierung genannten Materialien in Betracht.
[0034] Vorzugsweise ist das Material der Imprägnierung und/oder das Material der weiteren
Materialschicht geeignet, nach seiner Befeuchtung das Filterhüllpapier ohne weiteres
Klebemittel mit sich selbst, einem Filterstöpsel und/oder einem Tippingpapier zu verkleben.
Wie unten anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert wird, dient die Imprägnierung
und die optionale weitere Beschichtung nicht nur zur Erhöhung der Ölbeständigkeit,
sondern sie verleihen dem Filterhüllpapier als besonderen weiteren Vorteil eine Selbstklebewirkung.
Dazu muss das Material der Imprägnierung bzw. der weiteren Beschichtung lediglich
benetzt und damit angelöst werden, woraufhin es mit einem anderen Abschnitt des Filterhüllpapiers,
dem Filterstöpsel oder einem Tippingpapier verklebt werden kann. Dieser Selbstklebeeffekt
kann schon durch die Imprägnierung selbst erzeugt werden, wird jedoch durch die weitere
Materialbeschichtung noch verstärkt. Falls die Imprägnierung allein zur Herstellung
der Ölbeständigkeit bereits ausreicht, kann der Auftrag des weiteren Materials, d.h.
die Beschichtung, auf solche ausgewählte Bereiche beschränkt werden, die als Klebestellen
dienen, wenn das Filterhüllpapier mit sich selbst, dem Filterstöpsel oder einem Tippingpapier
verklebt wird.
[0035] Bei dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren des Filterhüllpapiers wird zunächst
ein Vorläuferpapier hergestellt, das die obigen Merkmale (i) und (ii) aufweist. Danach
wird das Vorläuferpapier mit einem geeigneten Material in einer wässrigen Zusammensetzung,
insbesondere einer wässrigen Lösung oder Suspension imprägniert. Diese Imprägnierung
kann beispielsweise in der Leimpresse einer Papiermaschine stattfinden. Alternativ
kann die Imprägnierung durch beidseitigen Auftrag der wässrigen Zusammensetzung in
einer Filmpresse einer Papiermaschine oder durch beidseitigen Walzenauftrag durchgeführt
werden.
[0036] Nach der Imprägnierung und der Trocknung kann das Filterhüllpapier wie gesagt optional
mit weiterem Material beschichtet werden. Als Beschichtungsverfahren ist das Tiefdruckverfahren
bevorzugt. Weitere geeignete Aufbringverfahren sind der Flexodruck, Aufsprühen oder
der Auftrag über eine Filmpresse oder eine Walze. Kennzeichnend hierbei ist aber,
dass das Material auf die Oberfläche aufgebracht wird und nicht, wie bei der Imprägnierung
beispielsweise in der Leimpresse, in die Papierstruktur eingebracht wird.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
[0037] Es hat sich gezeigt, dass es durch eine spezielle Behandlung der Fasern, durch geeignete
Wahl der Papierzusammensetzung und durch Imprägnierung des Papiers mit einer wässrigen
Zusammensetzung zu einem überraschenden Synergieeffekt kommt, der es erlaubt, alle
zuvor beschriebenen Anforderungen gleichzeitig gemeinsam zu verwirklichen. Dies sollen
die folgenden Beispiele illustrieren.
BEISPIELE 1-8: Mangelnde Ölbeständigkeit herkömmlicher und modifizierter Filterhüllpapiere
und Erzielung der Ölbeständigkeit durch die Erfindung
[0038] Es wurden mehrere Filterhüllpapiere mit einem Flächengewicht von etwa 23 g/m
2 hergestellt, umfassend etwa 60% Langfaserzellstoff und etwa 40% Kurzfaserzellstoff,
beide Prozentsätze bezogen auf die reine Fasermasse, und einen variablen Füllstoffanteil
von 0-10%, bezogen auf die gesamte Papiermasse. Als Füllstoff wurde gefälltes Calciumcarbonat
(PCC) verwendet.
[0039] Neben dem Füllstoffgehalt wurde auch der Mahlgrad des Langfaserzellstoffs variiert.
In Tabelle 1 bezeichnet "normal" einen Langfaserzellstoff mit einem üblichen Mahlgrad
von 50 bis 70 °SR, während bei den Varianten mit einem hoch ausgemahlenen Langfaserzellstoff
("intensiv"), der Langfaserzellstoff in einem Doppelscheibenrefiner auf einen Mahlgrad
von 93 °SR ausgemahlen wurde. Die Imprägnierung der Papiere, sofern durchgeführt,
erfolgte in der Leimpresse der Papiermaschine mit einer 10-15%igen wässrigen Suspension
einer kurzkettigen hydrolysierten Stärke, (Maltodextrin Eliane MD2 von Avebe, beziehbar
beispielsweise über Brenntag CEE GmbH), sodass in der Papierstruktur nach dem Trocknen
des Papiers etwa 1-2 g dieser Stärke pro Quadratmeter Papier verblieben, was im Folgenden
auch als "Auftragsmenge" bezeichnet wird, obwohl es sich hierbei streng genommen nicht
um einen "Auftrag" im Sinne einer Beschichtung, sondern um eine Imprägnierung handelt.
Sofern nichts anderes bestimmt ist, beziehen sich sämtliche Prozentangaben auf Gewichts-%.
[0040] Zur Herstellung der Stärkesuspension wurden 150 kg dieses Stärkeprodukts in 800 Liter
Leitungswasser bei Raumtemperatur mit einem üblichen Rührwerk verrührt und nach etwa
5-15 Minuten Rühren auf 1000 kg mit Leitungswasser ausgefüllt.
[0041] Die im Papier durch die Imprägnierung hinzugefügte Menge an Stärke wurde als Differenz
im vor und nach der Imprägnierung nach ISO 536 bestimmten Flächengewicht ermittelt.
[0042] Alle Papiere wurden bezüglich ihrer Ölbeständigkeit gemäß Tappi T559 cm-02 getestet,
wobei an jedem Papier 9 Tests durchgeführt wurden. Der Bereich der erhaltenen Werte
und alle anderen Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Ölbeständigkeit herkömmlicher, modifizierter und beschichteter Filterhüllpapiere
| |
Filterhüllpapier |
Imprägnierung |
Ölbeständigkeit |
| Nr. |
Langfaserzellstoff Mahlung |
Füllstoffgehalt [%] |
Stärkesuspension [%] |
Auftragsmenge [g/m2] |
KIT-Level |
| 1 |
Normal |
10 |
Keine |
0 |
<1 |
| 2 |
Intensiv |
10 |
Keine |
0 |
<1 |
| 3 |
Normal |
0 |
Keine |
0 |
1 |
| 4 |
Intensiv |
0 |
Keine |
0 |
1-2 |
| 5 |
Normal |
10 |
12 |
1.5 |
<1 |
| 6 |
Intensiv |
10 |
12 |
1.5 |
<1 |
| 7 |
Normal |
0 |
12 |
1.5 |
1-2 |
| 8 |
Intensiv |
0 |
10 |
1.2 |
5-6 |
[0043] Beispiel 1 beschreibt ein übliches Filterhüllpapier und zeigt damit, dass übliche
Filterhüllpapiere keine ausreichende Ölbeständigkeit aufweisen.
[0044] In Beispiel 2 wurde der Langfaserzellstoff intensiv gemahlen, was zu einer dichteren
Papierstruktur führt. Trotzdem konnte keine Verbesserung der Ölbeständigkeit erreicht
werden.
[0045] In Beispiel 3 wurde kein Füllstoff verwendet. Auch diese Maßnahme führt zu einer
dichteren Papierstruktur, verbessert aber die Ölbeständigkeit ebenso wenig.
[0046] Beispiel 4 zeigt, dass auch die Kombination aus hoch ausgemahlenem Langfaserzellstoff
und dem Verzicht auf Füllstoff keine ausreichende Verbesserung der Ölbeständigkeit
erzielt.
[0047] Beispiele 5-7 zeigen dieselben Papiere wie in den Beispielen 1-3, allerdings mit
einer zusätzlichen Imprägnierung durch die Stärkesuspension. Obwohl die Menge des
Auftrags von Stärke etwa der Menge entspricht, wie sie in
WO 2008/100688 oder
CA 2467601 vorgeschlagen ist und somit zumindest eine kleine Verbesserung der Ölbeständigkeit
zu erwarten gewesen wäre, lässt sich dies experimentell nicht bestätigen.
[0048] Aus den Beispielen 1-7 kann man daher schließen, dass das geringe Flächengewicht
und die geringe Dicke von Filterhüllpapieren bei der Erzielung der Ölbeständigkeit
eine besondere Schwierigkeit darstellen, die nicht in offensichtlicher Weise durch
aus dem Stand der Technik bekannte Methoden überwunden werden kann.
[0049] Überraschenderweise haben die Erfinder aber festgestellt, dass durch eine Kombination
aller dieser Maßnahmen, also
- durch Verwendung von hoch ausgemahlenem Langfaserzellstoff,
- durch Reduktion des Füllstoffgehalts und
- durch Imprägnierung mit einer Stärkesuspension
ein Synergieeffekt erzielt werden kann, der sich nicht bloß aus der einfachen Überlagerung
einzelner Beiträge dieser Maßnahmen ergibt. Denn die Messungen zeigen für das Papier
aus Beispiel 8 einen KIT-Level von 5-6, während für keines der Beispiele 1-7, in denen
bis zu zwei der beschriebenen Maßnahmen ebenfalls zur Anwendung kamen, ein KIT-Level
von mehr als 2 erreicht wurde. Ein KIT-Level von 5-6 hingegen stellt schon eine ausreichende
Ölbeständigkeit dar.
[0050] Zu beachten ist auch, dass in Beispiel 8 ein KIT-Level von 5-6 bereits durch Imprägnierung
mit lediglich 1.2 g Stärke pro Quadratmeter Papier erreicht werden kann, während eine
Imprägnierung mit 1.5 g Stärke pro Quadratmeter Papier in den Beispielen 5-7 noch
keine nennenswerte Verbesserung bewirkt.
BEISPIELE 9-20: Einsetzbarkeit der Erfindung im Bereich von typischen Filterhüllpapieren
[0051] Die folgenden Beispiele zeigen, dass der beobachtete Synergieeffekt nicht stark von
den Papiereigenschaften abhängt, sondern im gesamten Spektrum typischer Filterhüllpapiere
genutzt werden kann.
Tabelle 2: Ölbeständigkeit beschichteter Filterhüllpapiere
| |
Papier |
Imprägnierung |
Ölbeständigkeit |
| Nr. |
Flächengewicht [g/m2) |
Langfaser [%] |
Füllstoffgehalt [%] |
Auftragsmenge [g/m2] |
KIT-Level |
| 9 |
20 |
55 |
2 |
1.2 |
4-5 |
| 10 |
25 |
55 |
2 |
1.3 |
5-6 |
| 11 |
30 |
55 |
2 |
1.4 |
8-9 |
| 12 |
25 |
30 |
2 |
1.2 |
4-5 |
| 13 |
25 |
45 |
2 |
1.3 |
6-7 |
| 14 |
25 |
70 |
2 |
1.4 |
6-8 |
| 15 |
25 |
55 |
4 |
1.3 |
6-7 |
| 16 |
25 |
55 |
6 |
1.3 |
6-7 |
| 17 |
25 |
55 |
8 |
1.2 |
4-6 |
| 18 |
25 |
55 |
2 |
1.5 |
5-7 |
| 19 |
25 |
55 |
2 |
1.7 |
6-8 |
| 20 |
25 |
55 |
2 |
2.0 |
8-9 |
[0052] Aus den Beispielen 9-11 erkennt man, dass ein steigendes Flächengewicht für die Ölbeständigkeit
günstig ist, und man daher mit zunehmendem Flächengewicht entweder einen höheren KIT-Level
bei gleicher Auftragsmenge in der Imprägnierung erreicht, oder denselben KIT-Level
mit niedriger Auftragsmenge in der Imprägnierung halten wird können. Das Verfahren
kann mit ähnlichen Ergebnissen für Filterhüllpapiere mit einem Flächengewicht ab etwa
15 g/m
2 bis etwa 35 g/m
2 durchgeführt werden. Man wird aufgrund dieser Beispiele das Flächengewicht vorzugsweise
aber aus dem Bereich von 20 g/m
2 bis 30 g/m
2 wählen und besonders bevorzugt aus dem Bereich von 20 glm
2 bis 25 g/m
2. Das Flächengewicht bezeichnet hier das Flächengewicht des Filterhüllpapiers vor
dem Imprägnieren, welches im Folgenden auch als "Ausgangs-Flächengewicht" bezeichnet
wird. Auch über einem Ausgangs-Flächengewicht von 35 g/m
2 wird der beschriebene Effekt erzielt, allerdings können für solche Papiere auch andere
bekannte Verfahren zur Erzielung der Ölbeständigkeit verwendet werden.
[0053] In den Beispielen 12-14 wird der Gehalt an hoch ausgemahlenem Langfaserzellstoff
bei konstantem Fasergewicht variiert. Der Erwartung gemäß zeigt sich eine steigende
Ölbeständigkeit mit steigendem Gehalt an Langfaserzellstoff, da der hoch ausgemahlene
Langfaserzellstoff zu einer dichteren Papierstruktur beiträgt. Um eine ausreichende
Ölbeständigkeit zu erreichen, sollte der Gehalt an Langfaserzellstoff, bezogen auf
die gesamte Fasermasse des Papiers, mindestens 30% betragen, bevorzugt mindestens
40%. Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, bis zu 100% Langfaserzellstoff einzusetzen.
Allerdings nehmen die Vorteile in der Ölbeständigkeit bei sehr hohen Anteilen an Langfaserzellstoff
nicht mehr im gleichen Maße zu wie bei niedrigen Anteilen. Da Langfaserzellstoff üblicherweise
teurer ist als Kurzfaserzellstoff und auch die Mahlung mit Energiekosten verbunden
ist, ergibt sich ein für die jeweilige Anwendung idealer Anteil an Langfaserzellstoff
unter anderem auch aus wirtschaftlichen Überlegungen.
[0054] Bezüglich der Mahlung des Langfaserzellstoffs tritt ein Effekt ab einem Mahlgrad
von etwa 80°SR ein, bevorzugt ist allerdings der Bereich von 85°SR bis 95°SR. Da mit
immer stärkerer Mahlung auch die Zugfestigkeit des Papiers abnimmt, wird man den Langfaserzellstoff
nicht beliebig intensiv mahlen. Eine Obergrenze für den Mahlgrad des Langfaserzellstoffs
wird mit 100°SR festgesetzt.
[0055] In den Beispielen 15-17 schließlich wird der Füllstoffgehalt (hier gefälltes Calciumcarbonat)
im Filterhüllpapier variiert, Ein steigender Gehalt an Calciumcarbonat oder ähnlichen
Füllstoffen lockert die Papierstruktur auf und verschlechtert die Ölbeständigkeit,
sodass man den Gehalt an Calciumcarbonat, wie aus dem Beispiel 6 zu schließen ist,
jedenfalls kleiner als 10% bevorzugt aber kleiner als 8% und besonders bevorzugt kleiner
als 6% wählen wird. Es ist auch möglich, vollständig auf Füllstoff verzichten. Da
Calciumcarbonat einerseits kostengünstiger als Zellstoff ist, man aber andererseits
bei höherem Füllstoffgehalt eventuell mehr Stärke in der Imprägnierung verwenden muss,
um eine ausreichende Ölbeständigkeit zu erreichen, ergibt sich die konkrete Wahl des
Füllstoffgehalts - innerhalb der hier definierten Grenzen - nicht zuletzt aus wirtschaftlichen
Überlegungen.
[0056] Schließlich kann, wie in den Beispielen 10 und 18-20 gezeigt ist, die Menge an Stärke
variiert werden, die in der Imprägnierung auf das Papier aufgetragen wird. Mit steigender
Auftragsmenge zeigt sich eine zunehmende Ölbeständigkeit, wobei aber ebenso wie beim
Gehalt an Langfaserzellstoff die Verbesserung in der Ölbeständigkeit bei größeren
Auftragsmenge nicht im gleichen Maße zunimmt wie bei geringen. Als geeignet haben
sich Auftragsmengen von 0.5 g/m
2 bis 3 g/m
2 erwiesen, bevorzugt solche zwischen 1.0 g/m
2 und 2.5 g/m
2, besonders bevorzugt zwischen 1.3 g/m
2 und 2.0 g/m
2.
[0057] Neben der hier an Beispielen gezeigten Imprägnierung mittels einer Suspension einer
kurzkettigen, hydrolysierten Stärke, kann die Erfindung auch durch Imprägnierung mit
anderen wasserbasierten Zusammensetzungen, wie beispielsweise Lösungen oder Suspensionen,
erreicht werden. Als Alternative zur kurzkettigen, hydrolysierten Stärke werden beispielsweise
Gelatine, Schellack, Collodium, Gummi Arabicum, Agar-Agar, Tragant, Johannisbrotkernmehl,
Guarkernmehl, vorgeschlagen, ferner Stärke und Stärkederivate, wie Carboxymethylstärke,
oder Alginsäure und deren Salze, insbesondere Natrium-, Kalium-, und Calciumalginate,
sowie Cellulosederivate, wie Methylcellulose oder Carboxymethylcellulose und deren
Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Magnesiumverbindungen. Auch Mischungen, die eine
oder mehrere dieser Substanzen enthalten, können zur Anwendung kommen. Bei der konkreten
Auswahl der Substanz oder des Substanzgemischs sind neben der Verarbeitbarkeit auch
noch die gesetzlichen Bestimmungen zu berücksichtigen.
[0058] Da die Möglichkeit, die Ölbeständigkeit durch Imprägnierung mit immer größeren Mengen
an Stärke zu verbessern technisch begrenzt ist, wird in einer Weiterbildung der Erfindung
vorgeschlagen, auf die Oberfläche des Papiers nach der Imprägnierung noch zusätzlich
eine weitere wässrige Zusammensetzung aufzutragen. Die wässrige Zusammensetzung kann
eine Stärke oder ein Stärkederivat enthalten, die bzw. das auch dasselbe sein kann,
wie es zur Imprägnierung verwendet wird. In vielen Fällen wird man aber eine andere
Substanz oder ein Substanzgemisch wählen, das sich im gewählten Auftragsverfahren,
beispielsweise wegen der Anforderungen an das rheologische Verhalten, besser einsetzen
lässt.
[0059] Ein vergleichbarer Effekt kann auch beispielsweise mit Gelatine, Schellack, Collodium,
Gummi Arabicum, Agar-Agar, Tragant, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl erzielt werden,
ferner mit Stärke und Stärkederivaten, wie Carboxymethylstärke, oder mit Alginsäure
und deren Salzen, insbesondere Natrium-, Kalium-, und Calciumalginaten, sowie mit
Cellulosederivaten, wie Methylcellulose oder Carboxymethylcellulose und deren Natrium-,
Kalium-, Calcium- oder Magnesiumverbindungen.
[0060] Hinsichtlich der Art des Auftragsverfahrens bestehen keine Einschränkungen. Es können
übliche Druckverfahren wie Tiefdruck oder Flexodruck verwendet werden, aber auch das
Aufsprühen der Zusammensetzung ist möglich, ebenso wie der einseitige Auftrag über
eine Filmpresse oder eine Walze. Kennzeichnend ist aber, dass das Material auf die
Oberfläche aufgebracht und nicht, wie bei der Imprägnierung beispielsweise in einer
Leimpresse, in die Papierstruktur eingebracht wird. Zur begrifflichen Unterscheidung
von der oben genannten "Imprägnierung" wird dieser zusätzlich zur Imprägnierung vorgesehene
Materialauftrag als "Beschichtung" bezeichnet. Dieser Begriff ist weit zu verstehen
und soll lediglich zum Ausdruck bringen, dass das zusätzliche Material zum überwiegenden
Teil auf das bereits imprägnierte Papier aufgetragen statt in die Papierstruktur eingebracht
wird.
[0061] In den folgenden Beispielen wurden einige der bereits imprägnierten Papiere aus den
Beispielen 9-20 noch zusätzlich mit einer etwa 20%igen wässrigen Zusammensetzung,
konkret einer wässrigen Suspension einer oxidierten Stärke, (Perfectamyl A5760 von
Avebe) in einem üblichen Tiefdruckverfahren vollflächig bedruckt (d.h. "beschichtet").
Dabei wurden zusätzlich 3 g der oxidierten Stärke pro Quadratmeter bedruckter Fläche
des Papiers aufgetragen.
Tabelle 3: Ölbeständigkeit bedruckter und imprägnierter Filterhüllpapiere
| Beispiel Nr. |
Imprägniertes Papier wie Beispiel Nr. |
KIT Level |
| Vor dem Bedrucken |
Nach dem Bedrucken |
| 21 |
9 |
4-5 |
6-8 |
| 22 |
10 |
5-6 |
8-9 |
| 23 |
12 |
4-5 |
6-8 |
| 24 |
17 |
4-6 |
7-9 |
[0062] Aus den Beispielen 21-24 erkennt man, dass durch das Bedrucken im Allgemeinen eine
weitere Steigerung der Ölbeständigkeit um 2-3 Punkte erreicht werden kann, wobei die
Messung der Ölbeständigkeit auf der bedruckten Seite durchgeführt wurde. In der Anwendung
auf der Zigarette ist es dann empfehlenswert, aber nicht unbedingt erforderlich, dass
die bedruckte Seite dem Filterstöpsel zugewandt ist.
[0063] Die im Tiefdruckverfahren zusätzlich zur zuvor genannten Imprägnierung aufgetragene
Menge an Feststoffen der wässrigen Zusammensetzung bringt im Bereich von 1,0 - 6,0
g/m
2 bedruckter Fläche nachweisbare Effekte, bevorzugt ist allerdings der Bereich von
2,0 - 4,0 g/m
2 bedruckter Fläche. Die angegebenen Auftragsmengen beziehen sich auf das getrocknete
Papier, also nachdem das Wasser der aufgetragenen wässrigen Zusammensetzung verdunstet
oder verdampft wurde. Auch mit anderen Auftragsverfahren ist zu erwarten, dass mit
einer aufgetragenen Menge von 1,0 - 6,0 g/m
2 und bevorzugt 2,0 - 4,0 g/m
2 ein dem Tiefdruckverfahren zumindest annähernd vergleichbarer Effekt erzielt werden
kann, da die Ölbeständigkeit offensichtlich mehr von der Auftragsmenge als von der
Art des Auftragsverfahrens abhängt.
Beispiel 25: Verklebung der Filterhüllpapiere
[0064] Sowohl die Imprägnierung allein als auch in Kombination mit dem zusätzlichen Auftrag
auf die Oberfläche ("Beschichtung") erlauben es, ein Filterhüllpapier zu erhalten,
das mit sich selbst oder mit dem Filterstöpsel verklebbar ist, ohne dass weitere Klebstoffe
zum Einsatz kommen müssen. Stattdessen genügt es, auf die Oberfläche des Papiers in
einem Teilbereich oder auch ganzflächig zunächst eine geringe Menge Wasser aufzutragen.
An das Wasser bestehen keine besonderen Anforderungen, es kann sich vorzugsweise um
übliches Leistungswasser handeln, auch deionisiertes Wasser ist möglich. Die Temperatur
des Wassers ist ebenfalls für die Verklebung nicht von besonderer Relevanz, vorzugsweise
wird sie in einem Bereich von 15°C bis 60°C liegen.
[0065] Danach ist die mit Wasser benetzte Fläche mit der zu verklebenden Fläche unter geringem
mechanischem Druck in Kontakt zu bringen und kurze Zeit, vorzugsweise bei erhöhter
Temperatur, beispielsweise etwa 60°C, zu trocknen. Bevorzugt sind hierbei Temperaturen,
die ein rasches Trocknen ermöglichen, vorzugsweise über 40°C, besonders vorzugsweise
über 50°C, Allerdings sollte die Temperatur nicht so hoch gewählt werden, dass es
zu einer thermischen Zersetzung des Papiers kommt, weshalb sie jedenfalls unter 105°C,
vorzugsweise unter 90°C liegen sollte.
[0066] Von besonderer Bedeutung bei der Herstellung von Zigarettenfiltern ist, dass die
Verklebung sehr rasch eine gewisse Mindestfestigkeit erreicht, damit der Filter in
den weiteren Verarbeitungsschritten nicht aufplatzt oder sich das Filterhüllpapier
vom Filter löst. Die Verklebung erfolgt dabei so, dass die Klebnaht etwa 2 mm breit
ist und in Maschinenrichtung des Filterhüllpapiers liegt. Dort wo das Filterhüllpapier
mit sich selbst verklebt wird, erfolgt die Verklebung zwischen Oberseite und Siebseite
des Filterhüllpapiers.
[0067] Um diesen Prozess im Labor nachzuahmen, wurde jedes der Papiere aus den Beispielen
10, 11, 14 und 22 auf seine Verklebbarkeit getestet. Neben dem Papier aus Beispiel
10 und dessen bedruckter Variante aus Beispiel 22, die beide einem etwa durchschnittlichen
Filterhüllpapier entsprechen, wurden auch die Papiere aus den Beispielen 11 und 14
gewählt, weil sie wegen des höheren Flächengewichts bzw. wegen des höheren Anteils
an Langfaserzellstoff eine höhere Zugfestigkeit aufweisen.
[0068] Für den Test wurden zunächst zwei in Maschinenrichtung 15 mm breite und in Querrichtung
für eine Zugfestigkeitsmessung nach ISO 1924-2 ausreichend lange Streifen des Papiers
vorbereitet. Auf die Oberseite des ersten Streifens wurde mit einem Pinsel entlang
einer etwa 2 mm breiten, in Maschinenrichtung des Papiers, also parallel zur kurzen
Seite des Streifens liegenden geraden Bahn Wasser aufgetragen. Danach wurde der Papierstreifen
mit der Siebseite des zweiten Streifens so in Kontakt gebracht, dass sich ein 15 mm
breiter aber nun längerer, gerader Streifen aus der Verklebung der beiden Streifen
ergibt. Die Klebestelle wurde mit einem flachen Metallkörper, der auf eine Temperatur
von etwa 60°C aufgeheizt war, für etwa 1 Sekunde durch manuellen Druck belastet. Unmittelbar
danach wurde der verklebte Papierstreifen einer Zugfestigkeitsmessung in Anlehnung
an ISO 1924-2 zugeführt. Dabei wird der Papierstreifen an beiden Enden eingespannt
und bis zum Abriss gedehnt. In den Experimenten wurde beobachtet, ob der Abriss an
der Klebstelle oder an einer anderen Stelle des Papierstreifens erfolgte. Pro Papier
wurden vier Streifen getestet.
[0069] Es zeigt sich, dass außer beim Papier von Beispiel 11 bei drei oder mehr der vier
getesteten Streifen der Abriss nicht an der Klebestelle erfolgt. Daher ist die Festigkeit
der Verklebung bereits zu diesem Zeitpunkt höher als die Zugfestigkeit des Papiers
selbst, weshalb davon auszugehen ist, dass die Festigkeit der Klebverbindung für die
maschinelle Verarbeitung ausreichend ist. Bei Beispiel 11 war dies zwar nicht der
Fall, da das Papier nur einmal in vier Versuchen nicht an der Klebstelle gerissen
ist. Allerdings ist wegen der höheren Zugfestigkeit dieses Papiers auch in diesem
Fall davon auszugehen, dass die Klebkraft für die maschinelle Herstellung von Filtern
aus diesem Papier ausreichend ist.
[0070] Sollte eine ausreichende Ölbeständigkeit des Papiers bereits durch die Imprägnierung
des Papiers erreicht worden sein, aber die Klebkraft nicht für eine maschinelle Verarbeitung
ausreichen, wird vorgeschlagen, die für den Auftrag auf die Oberfläche bzw. "Beschichtung"
vorgesehene Zusammensetzung nicht vollflächig sondern nur in Teilbereichen aufzutragen.
Diese Teilbereiche können an sich eine beliebige Gestalt haben, werden sich aber nach
der Gestalt der zu verklebenden Fläche richten. Bevorzugt werden diese Teilbereiche
in ihrer Gestalt so ausgeführt sein, wie es auch bisher den bei der Filterherstellung
mit Klebstoff versehenen Bereichen des Filterhüllpapiers entspricht.
[0071] Die Zusammensetzung wird typischerweise und bevorzugt in Teilbereichen auf der dem
Filterstöpsel zugewandten Seite des Papiers aufgebracht. Es ist aber auch denkbar,
diese Teilbereiche auf der anderen Seite des Papiers oder auf beiden Seiten des Papiers
vorzusehen, beispielsweise wenn eine zusätzliche Verklebung des Filterhüllpapier mit
dem Tippingpapier in einem späteren Schritt der Zigarettenherstellung erreicht werden
soll.
[0072] Die vorstehend beschriebenen Merkmale können in beliebiger Kombination von Bedeutung
sein.
1. Filterhüllpapier für einen Rauchartikel,
das einen Anteil an Langfaserzellstoff von mindest 30 Gew.-%, vorzugsweise mindestens
40 Gew.-% bezogen auf die reine Fasermasse des Papiers hat,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Mahlgrad des Langfaserzellstoffs nach ISO 5267, Schopper-Riegler-Verfahren zwischen
80 °SR und 100 °SR, vorzugsweise zwischen 85 °SR und 95 °SR beträgt,
- das Filterhüllpapier einen Füllstoffgehalt von weniger als 10 Gew.-%, vorzugsweise
weniger als 8 Gew,-% und besonders vorzugsweise weniger als 6 Gew.-% bezogen auf die
Gesamtmasse des Papiers hat,
- das Filterhüllpapier mit einem Material imprägniert ist, das geeignet ist, eine
wässrige Zusammensetzung, insbesondere eine wässrige Lösung oder Suspension zu bilden,
und
- die Ölbeständigkeit des Filterhüllpapiers einen KIT-Level nach Tappi T559 cm-02
von mindestens 4, vorzugsweise von mindestens 5 aufweist.
2. Filterhüllpapier nach Anspruch 1, das ohne Imprägnierung ein Flächengewicht von 15-35
g/m2, vorzugsweise 20-30 g/m2 und besonders vorzugsweise 20-25 g/m2 hat, und/oder
das als fertiggestelltes Filterhüllpapier ein Flächengewicht von 15,5-44,0 g/m2, vorzugsweise 20,5-39,0 g/m2 und besonders vorzugsweise 20,5-34,0 g/m2 hat.
3. Filterhüllpapier nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Beitrag des Materials der Imprägnierung
zum Flächengewicht des fertiggestellten Filterpapiers 0,5-3,0 g/m2, vorzugsweise 1,0-2,5 g/m2 und besonders vorzugsweise 1,3-2,0 g/m2 beträgt.
4. Filterhüllpapier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Material der
Imprägnierung Stärke oder ein Stärkederivat, vorzugsweise hydrolysierte Stärke und
besonders vorzugsweise Maltodextrin umfasst, oder
bei dem das Material der Imprägnierung eine oder mehrere der folgenden Substanzen
umfasst: Gelatine, Schellack, Collodium, Gummi Arabicum, Agar-Agar, Tragant, Johannesbrotkernmehl,
Guarkernmehl, Carboxymethylstärke, Alginsäure und deren Salze, insbesondere Natrium-,
Kalium- und Calciumalginate, oder ein Zellulosederivat, insbesondere Methylzellulose
oder Carboxymethylzellulose und deren Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Magnesiumverbindungen.
5. Filterhüllpapier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die mittlere Faserlänge
des ungemahlenen Langfaserzellstoffs 2 mm oder mehr beträgt.
6. Filterhüllpapier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Füllstoff zumindest
teilweise durch einen mineralischen Füllstoff, insbesondere Calciumcarbonat, Kaolin,
Talkum, Titandioxid oder ein Gemisch zweier oder mehrerer dieser Füllstoffe gebildet
wird.
7. Filterhüllpapier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, auf dem eine weitere Materialschicht
aufgetragen, insbesondere aufgedruckt oder aufgesprüht ist, wobei die weitere Materialschicht
vorzugsweise zumindest auf der Seite, die im Gebrauch dem Filterstöpsel zugewandt
ist, aufgetragen ist.
8. Filterhüllpapier nach Anspruch 7, bei dem der Beitrag der weiteren Materialschicht
zum Flächengewicht des fertiggestellten Filterhüllpapiers in dem behandelten Bereich
1,0-6,0 g/m2, vorzugsweise 2,0-4,0 g/m2 beträgt.
9. Filterhüllpapier nach Anspruch 7 oder 8, bei dem das Material der weiteren Materialschicht
geeignet ist, eine wässrige Zusammensetzung, insbesondere eine wässrige Lösung oder
Suspension zu bilden,
wobei das Material vorzugsweise oxidierte Stärke oder eines oder mehrere der Materialien
von Anspruch 4 umfasst.
10. Filterhüllpapier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Material der
Imprägnierung und/oder das Material der weiteren Materialschicht geeignet ist, nach
dessen Befeuchtung das Filterhüllpapier ohne weiteres Klebemittel mit sich selbst,
einem Filterstöpsel und/oder einem Tippingpapier zu verkleben.
11. Verfahren zur Herstellung eines Filterhüllpapiers, mit den folgenden Schritten:
- Mahlen eines Langfaserzellstoffs auf einen Mahlgrad nach ISO 5267, Schopper-Riegler-Verfahren,
zwischen 80 °SR und 100 °SR, vorzugsweise zwischen 85 °SR und 95 °SR,
- Herstellen eines Vorläuferpapiers,
- dessen Anteil an gemahlenem Langfaserzellstoff mindestens 30 Gew.-%, vorzugsweise
mindestens 40 Gew.-% bezogen auf die reine Fasermasse beträgt, und
- das einen Füllstoffgehalt von < 10 Gew.-%, vorzugsweise < 8 Gew.-% und besonders
vorzugsweise < 6 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des Vorläuferpapiers hat, und
- Imprägnieren des Vorläuferpapiers mit einer wässrigen Zusammensetzung, insbesondere
einer wässrigen Lösung oder Suspension.
12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem die Imprägnierung in einer Leimpresse einer Papiermaschine,
in einer Filmpresse einer Papiermaschine oder durch beidseitigen Walzenauftrag durchgeführt
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, bei dem nach dem Imprägnieren eine weitere Materialschicht
auf zumindest einem Abschnitt des Filterhüllpapiers in Form einer wässrigen Zusammensetzung,
vorzugsweise in einem Tiefdruckverfahren, aufgetragen wird,
wobei die weitere Materialschicht vorzugsweise in ausgewählten Bereichen aufgetragen
wird, die als Klebestellen dienen können, wenn das Filterhüllpapier mit sich selbst,
einem Filterstöpsel oder einem Tippingpapier verklebt wird,
wobei die wässrige Zusammensetzung für die Imprägnierung und/oder die wässrige Zusammensetzung
für den weiteren Materialauftrag vorzugsweise einen Feststoffanteil von 5-20 Gew.-%,
vorzugsweise von 10-15 Gew.-% hat.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, bei dem das Vorläuferpapier ein Flächengewicht
von 15-35 g/m2, vorzugsweise 20-30 g/m2 und besonders vorzugsweise 20-25 g/m2 hat, und/oder
bei dem das Material der Imprägnierung eine oder mehrere der in Anspruch 4 genannten
Substanzen umfasst, und/oder
bei dem die wässrige Zusammensetzung für den weiteren Materialauftrag als Festbestandteil
oxidierte Stärke oder eines oder mehrere der Materialien von Anspruch 4 umfasst.
15. Rauchartikel, mit einem Filterstöpsel, der von einem Filterhüllpapier nach einem der
Ansprüche 1 bis 10 umgeben ist,
wobei der Filterstöpsel einen oder mehrere durch mechanischen Druck zerstörbare Kapseln
enthält, die mit einer Aromastoffe enthaltenden Flüssigkeit gefüllt ist bzw. sind.