[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schärfen, insbesondere Nachschärfen von
Messern eines Messerringzerspaners, bei welchem an einem Messerring mehrere Messerhalter
befestigt sind, an denen über Klemmung jeweils zumindest ein Messer gehalten ist,
wobei die zu schärfenden Messer in/an den Messerhalter vorgeschoben und anschließend
in der vorgeschobenen Position mit einer Schleifvorrichtung geschliffen werden.
[0002] Messerringzerspaner dienen der Erzeugung von Spänen oder dergleichen Material für
die Herstellung von Holzwerkstoffplatten, zum Beispiel Spanplatten oder dergleichen.
Das Rohholz wird in der Regel als Schüttgut, zum Beispiel in Form von Hackschnitzeln,
zugeführt. Ein solcher Messerringzerspaner weist einen Messerring auf, an dem eine
Vielzahl von Messern (in/an) Messerhaltern befestigt sind. Der Messerhalter setzt
sich zum Beispiel aus einer Halteplatte und einer mit der Halteplatte über zumindest
eine Klemmschraube verbundenen Klemmplatte zusammen, wobei das Messer mit der Klemmschraube
zwischen Halteplatte und Klemmplatte fixiert wird. Messerringzerspaner meint im Rahmen
der Erfindung aber nicht nur einen Zerspaner für Hackschnitzel, bei dem zusätzlich
zum rotierenden Messerring gegebenenfalls noch ein gegenläufig rotierender innerer
Leitring vorgesehen ist, sondern auch Zerspaner für Langholz.
[0003] Da die Messer eines Zerspaners in starkem Maße einem Verschleiß unterliegen, ist
es in regelmäßigen Abständen erforderlich, die Messer eines Messerringzerspaners zu
schärfen und folglich nachzuschärfen. Dieses erfolgt im Wege des Schleifens. Dazu
wird zunächst einmal der Messerring aus dem Messerringzerspaner ausgebaut. Während
es früher erforderlich war, die einzelnen Messer zum Nachschleifen aus dem Messerring
auszubauen, werden inzwischen Vorrichtungen eingesetzt, mit denen es möglich ist,
die Messer auch während des Schleifens im Messerring zu belassen.
[0004] Ein Verfahren zum Schärfen bzw. Nachschärfen von Messern eines Messerringzerspaners
der eingangs beschriebenen Art, bei welchem die Messer während des Nachschleifens
im Messerring verbleiben können, ist beispielsweise aus der
DE 43 16 514 C2 (bzw. der korrespondierenden
EP 0 626 234 B1) bekannt. Das Schärfen der Messer erfolgt durch Schleifen bei ihrem im Messerträger
eingebauten Zustand unter dessen langsamen Drehens, wobei vor dem Schärfen sämtliche
Messer nacheinander in ihrer Halterung gelockert und um einen dem Schneidenverschleiß
entsprechenden Betrag in ihrem Wirkbereich vorgeschoben werden. In dieser vorgeschobenen
Stellung werden die Messer erneut festgeklemmt und anschließend der zur Erzielung
eines angestrebten Schneidenvorstandes über die maßgebliche Fläche des Messerträgers
erforderliche radiale Schleifvorschub unter Berücksichtigung des Verschleißzustandes
dieser Fläche vorprogrammiert. Bei der verwendeten Schleifvorrichtung handelt es sich
um eine Schleifvorrichtung mit einer Schleifscheibe, die über einen Antriebsmotor
mittels Riementrieb angetrieben wird. Diese ist auf einem Träger befestigt, der mittels
eines Kreuzschlittens in axialer und radialer Richtung bewegbar ist. Zum Vorschieben
der einzelnen Messer bis zu dem von einem Positionstaster definierten Messeranschlag
dient eine Werkzeugkombination, die auf einem Werkzeugständer montiert ist. Diese
Werkzeugkombination weist zunächst einmal eine Schraubspindel zum Lockern und Wiederanziehen
der Klemmschrauben an der Messerhalterung sowie einen Messerstößel zum einzelnen Vorschieben
der Zerspanmesser auf. Ferner ist ein Niederhalter vorgesehen, der das Ruhigstellen
der gelockerten Messerhalteplatten während der einzelnen Messervorschübe besorgt.
Sämtliche Werkzeuge werden programmgesteuert pneumatisch betätigt.
[0005] Ein vergleichbares Verfahren ist aus der
EP 0 875 338 B1 bekannt. Der Messerring bzw. Messerkorb weist eine Vielzahl von Messerpaketen auf,
die jeweils einen Tragklotz, eine Klemmplatte, ein zwischen diesen beiden befindliches
Messer und eine Spannschraube sowie eine Verschleißplatte aufweisen. Sobald die Messer
nicht mehr die notwendige Schärfe haben, wird der gesamte Messerkorb aus dem Zerspaner
mittels einer Konditioniervorrichtung herausgenommen. Sodann wird eine Schleifvorrichtung
in den vom Messerkorb umschlossenen Innenraum eingeführt. Dabei wird die Schleifvorrichtung
derart positioniert, dass jede Schleifscheibe einem zu schleifenden Messer gegenüberliegt.
Die Schleifeinrichtung weist folglich eine Mehrzahl von Schleifscheiben auf.
[0006] Schließlich kennt man aus der
DE 695 01 961 T2 (bzw. der korrespondierenden
EP 0 775 043 B1) ein Klemmsystem für Messer eines Zerspaners, der als Langholzzerspaner ausgebildet
ist. Die Oberflächen der Spannmittel und/oder der Halterung können ein Wellenprofil
aufweisen, wobei diese Oberfläche mit Wellenprofil deformierbar ist, so dass sie beim
Festziehen der Schrauben mit einer vorbestimmten Kraft an den Schneidmitteln mit einer
im Wesentlichen gleichmäßigen Klemmkraft angreift.
[0007] Die bekannten Messerringzerspaner haben sich beim Einsatz in der Praxis grundsätzlich
bewährt. Das Nachschärfen der Messer ist jedoch nach wie vor mit hohem Aufwand verbunden.
- Hier setzt die Erfindung ein.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, welches auf einfache Weise ein zügiges und einwandfreies Schärfen
und insbesondere Nachschärfen eines Messerringzerspaners ermöglicht.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Verfahren,
insbesondere Nachschärfen von Messern eines Messerringzerspaners, dass die Messer
in/an den Messerhalter ohne Lösen der Klemmung vorgeschoben werden. Sofern der Messerhalter
zumindest eine Halteplatte und eine mit der Halteplatte über zumindest eine Klemmschraube
verbundene Klemmplatte aufweist, bei welcher das Messer mit der Klemmschraube zwischen
Halteplatte und Klemmplatte fixiert wird, schlägt die Erfindung vor, dass das Messer
ohne Lösen der Klemmschraube vorgeschoben wird.
[0010] Die Erfindung geht dabei von der überraschenden Erkenntnis aus, dass sich die Messer
eines Messerringzerspaners zum Zwecke des Nachschleifens ohne Weiteres mit geeigneten
Mitteln vorschieben lassen, ohne dass die Klemmung im Messerhalter gelöst werden muss.
Die Erfindung schlägt folglich in diametraler Abkehr von dem bekannten Verfahren vor,
auf ein Lösen der Klemmung zu verzichten und die Messer zum Zwecke des Nachschleifens
folglich in festgeklemmtem Zustand um ein gewünschtes Maß vorzuschieben. Damit kann
auf das aufwändige Lösen der Klemmschrauben mit dem entsprechend erforderlichen apparativen
Aufwand verzichtet werden, so dass das Nachschleifen der Messer kostengünstig und
schnell erfolgen kann.
[0011] Das Messer wird dabei vorzugweise mit einer (maschinellen) Vorschubeinrichtung und
besonders bevorzugt einer gesteuerten Vorschubeinrichtung vorgeschoben. Dabei kann
der Vorschub bevorzugt kontinuierlich und folglich schiebend bzw. drückend realisiert
werden, indem kontinuierlich oder quasi kontinuierlich eine bestimmte Vorschubkraft
in Längsrichtung des Messers auf das Messer aufgebracht wird. Überraschenderweise
lassen sich durch die schiebende Bearbeitung die hohen Klemmkräfte überwinden und
das Messer in eine gewünschte Stellung vorschieben. Dazu können elektromotorische
oder pneumatische oder hydraulische Vorschubantriebe mittels Vorschubelementen rückseitig
auf das Messer drücken. Alternativ wird das Messer pulsierend bzw. schlagend vorgeschoben,
zum Beispiel mit einer pulsierend oder schlagend angetriebenen bzw. arbeitenden Vorschubeinrichtung.
Eine solche schlagene Vorschubeinrichtung ist ebenfalls geeignet, um das Messer selbst
gegen hohe Klemmkräfte ohne Lösen der Klemmung in der gewünschten Weise vorzuschieben.
Eine solche pulsierende oder schlagend angetriebene Vorschubeinrichtung kann beispielsweise
mit einem Schlagwerk ausgerüstet sein, wie man es zum Beispiel von Schlagmaschinen
bzw. Bohrhämmern kennt. Die Vorschubeinrichtung kann pneumatisch oder hydraulisch
angetrieben werden, um die hohen Vorschubkräfte gegen die Klemmung in das Messer einleiten
zu können. Alternativ oder ergänzend sind auch elektromotorische Antriebe, zum Beispiel
Spindeltriebe möglich, insbesondere wenn kontinuierlich gearbeitet wird.
[0012] Gesteuerte Vorschubeinrichtung meint im Rahmen der Erfindung insbesondere, dass die
Vorschubkraft nicht manuell, sondern maschinell in einer bestimmten definierten Weise,
zum Beispiel mit definierten Kräften und/oder über definierte Zeitintervalle aufgebracht
wird. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, den realisierten Vorschub auch messtechnisch
zu überwachen. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich.
[0013] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Messer
in der vorgeschobenen Position bis auf ein vorgegebenes Vorstandsmaß abgeschliffen
wird. Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass es nicht zwingend erforderlich
ist, bereits beim Vorschieben des Messers einen exakten Vorstand zu realisieren. Vielmehr
kann auf eine exakte Positionierung verzichtet werden, wenn anschließend nach dem
Vorschub der gewünschte Vorstand durch entsprechendes Abschleifen des Messers realisiert
wird. Selbst bei hohen Klemmkräften kann folglich auf das Lösen der Klemmung verzichtet
werden, und zwar insbesondere auch deshalb, weil es im Rahmen der Erfindung nicht
erforderlich ist, dass bereits im Rahmen des Vorschubes der exakte Vorstand eingehalten
wird.
[0014] Bevorzugt erfolgt das Nachschärfen der einzelnen Messer, nachdem der Messerring aus
dem Messerringzerspaner ausgebaut wurde. Dieses gilt insbesondere bei Messerringzerspanern
für das Zerspanen von Hackschnitzeln oder dergleichen, bei welchen innerhalb des Messerrings
ein ebenfalls rotierender, beispielsweise gegenläufig rotierender Leitring angeordnet
ist, welcher die Hackschnitzel über die Zentrifugalkraft in den Bereich der Messer
bringt. Messerringzerspaner meint im Rahmen der Erfindung aber auch Zerspaner für
die Langholzzerspanung, bei denen das Langholz in den Zerspanungsraum innerhalb des
Messerrings eingeführt wird, ohne dass dort ein rotierender Leitring vorgesehen ist.
[0015] Nachdem der Messerring in der bevorzugten Ausführungsform aus dem Zerspaner ausgebaut
wurde, kann das Nachschärfen der Messer grundsätzlich in einer "stehenden" Orientierung
des Messerrings erfolgen, indem der Messerring beispielsweise in einer geeigneten
Halterung stehend fixiert wird. Bevorzugt werden die Messer jedoch bei sich in liegender
Position befindendem Messerring vorgeschoben und geschliffen. In dieser liegenden
Position lassen sich auch hohe Vorschubkräfte ohne Weiteres aufbringen, ohne dass
Verformungen des Messerrings oder sonstige Störungen zu befürchten sind. Dabei ist
es zweckmäßig, den Messerring in der liegenden Position zu fixieren, zum Beispiel
mit einer geeigneten Befestigungsvorrichtung. Die Bearbeitung in liegender Position
hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Schleifvorrichtung von oben in den Messerring
eingeführt werden kann, so dass die Schleifpartikel bzw. der Schleifstaub einfach
nach unten abgeführt werden kann. Bevorzugt kann dabei im Rahmen der Erfindung im
Wege des Trockenschleifens, zum Beispiel mit einem Bandschleifer gearbeitet werden.
Auf Kühlmittel, die beim Nassschleifen erforderlich sind, kann bei dieser bevorzugten
Ausführungsform folglich verzichtet werden.
[0016] Ferner schlägt die Erfindung vor, dass der Vorstand des Messers während und/oder
nach den Schleifen gemessen wird. Dieses ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn -
wie oben beschrieben - der Vorschub zuvor nicht exakt gemessen wird, sondern der gewünschte
Vorstand anschließend beim Schleifen eingestellt wird. Die Messung muss jedoch nicht
mit speziellen Messvorrichtungen erfolgen, die direkt auf das Messer arbeiten, sondern
bevorzugt gelingt die Messung des Messervorstandes indirekt durch geeignete Steuerung
der Schleifvorrichtung, indem die Schleifvorrichtung in radialer Richtung im Zuge
des Schleifens soweit vorgefahren wird, dass der gewünschte Messervorstand eingestellt
wird.
[0017] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zum Schärfen, insbesondere Nachschärfen
von Messern eines Messerringzerspaners, nach einem Verfahren der beschriebenen Art.
Eine solche Vorrichtung weist zumindest eine Vorschubeinrichtung zum Vorschieben der
Messer in/an den Messerhaltern sowie an eine Schleifvorrichtung zum Schleifen der
Messer auf. Die Vorrichtung, die vorzugsweise einen Vorschubstößel oder Vorschubstempel
aufweist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung für das Vorschieben
der Messer ohne Lösen der Klemmung eingerichtet ist. Dabei kann es sich um eine kontinuierlich
arbeitende Vorschubeinrichtung oder auch um eine pulsierend bzw. schlagend arbeitende
Vorschubeinrichtung handeln. Die Schleifvorrichtung ist vorzugsweise als Bandschleifvorrichtung
ausgebildet, welche vorzugsweise ohne Kühlmittel arbeitet. Die Vorschubeinrichtung
kann mit einem drückenden elektromotorischen, hydraulischen oder pneumatischen Antrieb
versehen sein. Alternativ kann ein schlagender Antrieb vorgesehen sein. Der Antrieb
arbeitet auf den Stößel bzw. Stempel, der wiederum auf das Messer arbeitet.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Messerringzerspaner in einer perspektivischen Darstellung,
- Fig. 2
- ausschnittsweise einen aus dem Messerringzerspaner ausgebauten Messerring,
- Fig. 3
- eine Vorrichtung zum Schleifen der Messer in perspektivischer Darstellung in einer
ersten Funktionsstellung,
- Fig. 4
- den Gegenstand nach Fig. 3 in einer zweiten Funktionsstellung,
- Fig. 5
- den Gegenstand nach Fig. 4 in einer dritten Funktionsstellung und
- Fig. 6
- den Gegenstand nach Fig. 5 in einer vierten Funktionsstellung,
- Fig. 7
- den Gegenstand nach Fig. 6 in einer Seitenansicht,
- Fig. 8
- den Gegenstand nach Fig. 6 in einer anderen Seitenansicht,
- Fig. 9
- den Gegenstand nach Fig. 6 in einer Draufsicht und
[0019] In Fig. 1 ist eine Zerspanungsmaschine in der Ausführungsform als Messerringzerspaner
für die Zerspanung bzw. Zerkleinerung von Holz, insbesondere für die Herstellung von
Holzspänen oder dergleichen Material dargestellt. In einem Gehäuse 1 sind einerseits
ein rotierender (äußerer) Messerring 2 und andererseits ein innerhalb des Messerrings
rotierendes Schlägerrad 3 angeordnet. Sowohl der Messerring 2 als auch das Schlägerrad
3 sind über geeignete Wellen angetrieben. Einzelheiten sind nicht dargestellt. In
der Regel rotieren Messerring 2 einerseits und Schlägerrad 3 andererseits gegenläufig.
Fig. 1 zeigt den Messerringzerspaner mit frontseitig geöffnetem Gehäuse, so dass insbesondere
der Messerring 2 und das Schlägerrad 3 im Innern erkennbar sind. Das Holz wird als
Schüttgut, z.B. in Form von Hackschnitzeln zugeführt. Es gelangt über eine obere Zuführrinne
4 und entsprechende frontseitige Umlenkung 5 in das Innere des Messerringzerspaners
und folglich in den innerhalb des Schlägerrades 3 gebildeten Innenraum. In Fig. 2
ist ausschnittsweise der Messerring 2 im ausgebauten Zustand im Bereich einer Bearbeitungsvorrichtung
dargestellt. Er weist zwei in axialem Abstand zueinander angeordnete Ringscheiben
2a auf, zwischen denen eine Vielzahl von Messerträgern 2b befestigt sind. Es ist erkennbar,
dass jeder Messerträger 2b einerseits mit einem Messer 6 und andererseits mit einer
Verschleißplatte 7 ausgerüstet ist, wobei die Verschleißplatten auch als Verschleißschuhe
7 bezeichnet werden. Die Verschleißplatten 7 sind auf der Innenseite des Messerrings
in tangentialer Ausrichtung befestigt. Sie bilden mit ihren Innenflächen 8 die Innenfläche
des Messerrings 2. Die Messer 6 sind unter einem vorgegebenen Winkel α relativ zu
den Verschleißplatten 7 angeordnet. Die Messer stehen dabei jeweils zwischen zwei
benachbarten Verschleißplatten 7 mit einem vorgegebenen Messervorstand über die Innenfläche
8 der Verschleißplatte 7 vor. Messervorstand meint hier den für den Betrieb eingestellten
Messervorstand. Die Messer 6 sind dabei an Messerhaltern 9 austauschbar befestigt.
Dazu sind Klemmschrauben 10 vorgesehen, mit denen die Messer 6 an den Messerhaltern
festgeklemmt werden. Die Messerhalter 9 können sich z.B. aus Halteplatte und Klemmplatte
zusammensetzen. Die Messer 6 des Messerrings 2 müssen in regelmäßigen Abständen nachgeschärft
bzw. nachgeschliffen werden. Dazu wird der Messerring 2 aus dem Messerringzerspaner
gemäß Fig. 1 ausgebaut und in die in den Fig. 3 - 9 dargestellte Bearbeitungsvorrichtung
11 eingebracht. Bestandteil dieser Bearbeitungsvorrichtung 11 sind einerseits eine
Schleifvorrichtung 12 und andererseits ein Drehtisch 13, auf welchem der ausgebaute
Messerring befestigt wird, und zwar so, dass der Messerring 2 mit bzw. auf dem Drehtisch
13 drehbar ist. Im Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Schleifvorrichtung
12 relativ zu dem Drehtisch 13 bzw. dem darauf befestigten Messerring 2 in axialer
und radialer Richtung verfahrbar ist, und zwar bezogen auf die Achse A des Messerrings.
[0020] Die Fig. 3 bis 6 zeigen die Bearbeitungsvorrichtung 11 in unterschiedlichen Funktionsstellungen.
Hintergrund ist die Tatsache, dass der Messerring 2 aus dem Messerringzerspaner in
stehender Anordnung ausgebaut und dann in der Bearbeitungsvorrichtung 11 in liegender
Anordnung bearbeitet wird. Um dieses in einfacher Weise zu ermöglichen, sind der Drehtisch
13 und die Schleifvorrichtung 12 auf einem Schwenktisch 24 angeordnet, wobei der Schwenktisch
24 zum Kippen des Messerrings 2 aus einer Ausbaustellung mit horizontaler Achse in
eine Bearbeitungsstellung mit vertikaler Achse um eine horizontale Achse 29 schwenkbar
an einem Maschinengestell 14 befestigt ist. Aufbau und Funktionsweise dieser Anordnung
mit Schwenktisch ergeben sich aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 3 bis
6, wobei Fig. 6 die Bearbeitungsvorrichtung 11 mit Messerring 2 in der liegenden Bearbeitungsstellung
zeigt, in der die Schleifbearbeitung mit Hilfe der Schleifvorrichtung 12 erfolgt.
[0021] Zunächst wird der Messerring aus dem Messerringzerspaner gemäß Fig. 1 ausgebaut und
mit Hilfe der dort erkennbaren Ausbaustangen 32 aus dem Messerringzerspaner ausgefahren.
Von dort kann er z.B. mit einem separaten (nicht dargestellten) Transportwagen der
Bearbeitungsvorrichtung 11 zugeführt werden.
[0022] Fig. 3 zeigt die Bearbeitungsvorrichtung zunächst mit horizontal angeordnetem Schwenktisch
24 ohne montierten Messerring. Aus dieser ersten Funktionsstellung wird die Bearbeitungsvorrichtung
zunächst in die in Fig. 4 dargestellte zweite Funktionsstellung überführt, wobei der
Schwenktisch hier vertikal angeordnet ist. In dieser Funktionsstellung kann der Messerring
2 nun von dem nicht dargestellten Transportwagen oder dergleichen übernommen werden.
Dazu weist die Bearbeitungsvorrichtung am Maschinengestell 14 zwei Haltestangen 31
auf, welche ein- und ausfahrbar sind, und folglich in horizontaler Richtung verfahrbar
sind, so dass sie den stehenden Messerring übernehmen und gegen den Schwenktisch 24
fahren können. Dies ergibt sich aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 4 und
5. Der Messerring 2 wird folglich in stehender Anordnung in die Bearbeitungsvorrichtung
11 übernommen und dann am Drehtisch 13 fixiert. Dazu weist der Drehtisch 13 mehrere
Befestigungselemente 30 auf. Nachdem der Messerring 2 an dem Drehtisch 13 fixiert
wurde, kann der Schwenktisch 24 mit Hilfe des Schwenkantriebes 25 um die horizontale
Achse 29 verschwenkt werden, so dass der Schwenktisch 24 aus der vertikalen Position
in die horizontale Position und damit der Messerring aus der stehenden Position in
die liegende Position überführt wird, in welcher die Achse des Messerrings vertikal
ausgerichtet ist. Dies ergibt sich aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 5
und 6. Fig. 6 zeigt folglich die Bearbeitungsvorrichtung 11 mit montiertem Messerring
2 in der Bearbeitungsstellung, in welcher sich der Messerring in liegender Anordnung
mit vertikal ausgerichteter Achse A befindet.
[0023] Von besonderer Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass die Schleifvorrichtung 12 auf
dem Schwenktisch 24 angeordnet, aber relativ zu dem Drehtisch 13 in axialer Richtung
und radialer Richtung (bezogen auf die Achse A des auf dem Drehtisch befestigten Messerrings)
verfahrbar ist. Nachdem sich der Messerring 2 folglich in der in Fig. 6 dargestellten
Position auf dem Drehtisch 13 befindet, kann die Schleifvorrichtung 12 in axialer
Richtung Y abgesenkt werden, so dass sie in den Messerring 2 eintaucht. Die Schleifbearbeitung
der Messer 6 erfolgt vorzugsweise bei laufender Schleifvorrichtung 12 durch langsames
Drehen des Messerrings 2 um die Schleifvorrichtung 12 herum. Durch Positionierung
der Schleifvorrichtung 12 relativ zu dem Messerring 2 in radialer Richtung X lässt
sich die Schleifbearbeitung steuern. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist
dies konstruktiv dadurch realisiert, dass an dem Schwenktisch 24 ein Trägerschlitten
15 angeordnet ist, wobei der Trägerschlitten 15 relativ zu dem Maschinengestell und
folglich relativ zu dem Schwenktisch in radialer Richtung X verfahrbar und folglich
positionierbar ist. Im Ausführungsbeispiel sind dazu Linearführungen 16 vorgesehen.
An dem Trägerschlitten 15 ist eine Haltevorrichtung 17 für die Schleifvorrichtung
befestigt, und zwar derart, dass die Haltevorrichtung 17 in axialer Richtung Y an
dem Trägerschlitten 15 verfahrbar ist. Das bedeutet, dass die Haltevorrichtung 17,
an der wiederum die Schleifvorrichtung 12 befestigt ist, heb- und senkbar ist. Dazu
sind zwischen Trägerschlitten 15 und Haltevorrichtung 17 vertikal orientierte Linearführungen
18 vorgesehen. Für den Drehtisch 13 ist ein lediglich angedeuteter Drehantrieb 19
vorgesehen. Die Schleifvorrichtung 12 ist als Bandschleifvorrichtung ausgebildet.
Sie weist für den Antrieb des Schleifbandes 20 einen Schleifantrieb 21 auf. Die Schleifvorrichtung
12 bzw. deren Haltevorrichtung 17 ist an den Trägerschlitten 15 mittels eines Hubantriebes
22 verfahrbar, z.B. heb- und senkbar. Außerdem kann ein lediglich angedeuteter Zustell-
bzw. Vorschubantrieb 23 vorgesehen sein, mit dem die Schleifvorrichtung 12 bzw. der
Trägerschlitten 15 in radialer Richtung X verfahrbar ist. Im Übrigen ist erkennbar,
dass der Schwenktisch 24 mit einem Schwenkantrieb 25 um die Schwenkachse 29 schwenkbar
ist.
[0024] Ferner ist in den Figuren erkennbar, dass an dem Schwenktisch 24 eine Messer-Vorschubvorrichtung
26 befestigt ist, welche mehrere Messer-Vorschubelemente 27 aufweist. Mit diesen Vorschubelementen
27, die z.B. als Vorschubstangen ausgebildet sein können, lassen sich die einzelnen
Messer des Messerrings um ein gewünschtes Maß vorschieben. Denn es ist zweckmäßig,
wenn die Messer vor der Schleifbearbeitung mit Hilfe der Vorschubvorrichtung 26 um
ein bestimmtes Maß vorgeschoben werden. Dazu weist die Vorschubvorrichtung 26 zwei
den Vorschubstangen 27 zugeordnete Vorschubantriebe 28 auf. Die Vorschubstangen durchgreifen
gleichsam von hinten die Messerträger durch ohnehin vorgesehene Nuten, so dass sie
von der Messerrückseite auf die Messer arbeiten. Vorteilhaft ist dabei die Tatsache,
dass die Vorschubvorrichtung 26 fest (aber gegebenenfalls justierbar) an dem Schwenktisch
angeordnet ist. Der Drehtisch einerseits mit den Befestigungspunkten 30 für den Messerring
und die Vorschubvorrichtung 26 andererseits sind folglich in fest vorgegebener Anordnung
zueinander am Schwenktisch befestigt, so dass sich ihre Relativposition, insbesondere
beim Verschwenken des Schwenktisches 24, nicht ändert.
[0025] Erfindungsgemäß arbeitet die Vorschubvorrichtung 26 ohne Lösen der Klemmung der Messer
und folglich ohne Lösen der Klemmschrauben. Die Messer werden folglich mit den Vorschubelementen
27 über deren Antriebe 28 ohne Lösen der Klemmung vorgeschoben. Dazu wird der Messerring
mit Hilfe des Drehantriebes in eine bestimmte Position gebracht und ein einzelnes
Messer vorgeschoben. Anschließend kann der Ring um einen bestimmten Winkel weitergedreht
werden und das nächste Messer vorgeschoben werden. Vorzugsweise werden zunächst sämtliche
Messer um ein bestimmtes Maß vorgeschoben. Anschließend kann dann die Schleifbearbeitung
sämtlicher Messer bei drehendem Messerring mit Hilfe der Schleifvorrichtung erfolgen.
Interessant ist dabei die Tatsache, dass der gewünschte Messervorstand im Zuge der
Schleifbearbeitung durch geeignete Steuerung der Schleifvorrichtung und insbesondere
der Positionierung der Schleifvorrichtung erfolgen kann. Das vorherige Vorschieben
der Messer muss folglich nicht in eine exakte Position erfolgen, sondern es reicht,
wenn die Messer um ein gewisses Mindestmaß vorgeschoben werden. Denn der gewünschte
Messervorstand ergibt sich erst nach der Schleifbearbeitung.
[0026] Nach der Schleifbearbeitung kann der Schwenktisch 24 wieder in die in Fig. 5 dargestellte
Position verschwenkt und der Messerring entnommen und wieder in den Messerringzerspaner
1 eingebaut werden.
[0027] Alternativ zu der beschriebenen Vorgehensweise liegt es jedoch auch im Rahmen der
Erfindung, die Messer einzeln nacheinander vorzuschieben und direkt zu schärfen. Bei
dieser Variante wird folglich nicht mit drehendem Messerring gearbeitet, sondern die
Schleifbearbeitung erfolgt bei stehendem Messerring. Dieses bietet sich insbesondere
dann an, wenn Messer mit Freiwinkel geschliffen werden sollen.
1. Verfahren zum Schärfen, insbesondere Nachschärfen von Messern eines Messerringzerspaners,
bei welchem an einem Messerring mehrere Messerhalter befestigt sind, an denen über
Klemmung jeweils zumindest ein Messer gehalten ist,
wobei die zu schärfenden Messer in/an dem Messerhalter vorgeschoben und anschließend
in der vorgeschobenen Position mit einer Schleifvorrichtung geschliffen werden, dadurch gekennzeichnet,
dass die Messer in/an dem Messerhalter ohne Lösen der Klemmung vorgeschoben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Messerhalter zumindest eine Halteplatte und eine
mit der Halteplatte über zumindest eine Klemmschraube verbundene Klemmplatte aufweist,
wobei das Messer mit der Klemmschraube zwischen Halteplatte und Klemmplatte fixiert
wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer ohne Lösen der Klemmschraube vorgeschoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer in der vorgeschobenen Position bis auf ein vorgegebenes Vorstandsmaß abgeschliffen
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer mit einer gesteuerten Vorschubeinrichtung vorgeschoben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer mit einer kontinuierlich angetriebenen Vorschubeinrichtung schiebend vorgeschoben
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer mit einer pulsierend angetriebenen Vorschubeinrichtung schlagend vorgeschoben
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Messer bei einem sich in liegender Position befindlichen Messerring vorgeschoben
und geschliffen werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorstandsmaß des Messers vor, während und/oder nach dem Schleifen gemessen wird.
9. Vorrichtung zum Schärfen, insbesondere Nachschärfen von Messern eines Messerringzerspaners
(1), nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
mit zumindest einer Messer-Vorschubeinrichtung (26) zum Vorschieben des Messers (6)
in/an einem Messerhalter und
zumindest einer Schleifvorrichtung (12) zum Schleifen des Messers (6), dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorschubeinrichtung (26) für das Vorschieben des Messers (6) ohne Lösen der Klemmung
eingerichtet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung (26) mit kontinuierlich angetriebenen Vorschubelementen (27)
ausgerüstet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung (26) mit pulsierend angetriebenen Vorschubelementen (27)
ausgerüstet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung (26) zumindest einen Antrieb (28) aufweist, der auf ein Vorschubelement
(27), zum Beispiel auf zumindest einen Vorschubstempel oder Vorschubstößel arbeitet,
wobei der Antrieb (28) als hydraulischer Antrieb, pneumatischer Antrieb und/oder elektromotorischer
Spindelantrieb ausgebildet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifvorrichtung (12) als Bandschleifvorrichtung ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, gekennzeichnet durch einen Drehtisch (13) auf welchem der Messerring derart befestigbar ist, dass der
Messerring (2) in liegender Anordnung mit vertikal orientierter Achse relativ zu der
Schleifvorrichtung (12) drehbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifvorrichtung (2) relativ zu dem Drehtisch (13) und/oder der Drehtisch (13)
relativ zu der Schleifvorrichtung (12) in axialer Richtung und radialer Richtung -
bezogen auf die Achse des auf dem Drehtisch (13) befestigten Messerrings (2) - verfahrbar
ist.