[0001] Die Erfindung betrifft ein Rill- und Prägewerkzeug zum Prägen von Faltrillen in faltbare
Materialien gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiterhin
einen Zuschnitt zur Herstellung einer Verpackung sowie eine Verwendung des Rill- und
Prägewerkzeugs zur Herstellung eines Zuschnitts für eine Verpackung.
[0002] Faltrillen in faltbaren Materialien wie beispielsweise Karton oder Pappe sorgen beim
Aufrichten eines aus diesem Material bestehenden Zuschnitts während der Herstellung
einer Verpackung für eine definierte Form dieser Verpackung. Die Konturen des Zuschnitts
werden üblicherweise mit Hilfe eines Stanzwerkzeugs hergestellt, während die Faltrillen
mit einem Rillwerkzeug in das Material eingebracht werden. Die Rill- und Stanzwerkzeuge
sind dabei häufig derart kombiniert, dass der Stanzschritt und das Einprägen der Faltrillen
gleichzeitig bzw. innerhalb desselben Verfahrensschritts erfolgt.
[0003] Ein gattungsgemäßes Rillwerkzeug ist beispielsweise bereits aus der
DE 196 10 574 C1 bekannt und umfasst eine Trägerplatte, an welcher eine oder mehrere Rillplatten angeordnet
sind. Die Rillplatten umfassen jeweils eine oder mehrere Rillkonturen, welche im Zusammenwirken
mit einer Gegenplatte des Rillwerkzeugs entsprechende Faltrillen in das faltbare Material
prägen. Jede Rillplatte ist dabei über eine Elastomerplatte mit einer vorgegebenen
Federkonstante federnd nachgiebig an der Trägerplatte gelagert. Die Elastomerplatte
wird aufgrund der Kraftbeaufschlagung der Rillplatte während des Prägevorgangs komprimiert,
wodurch sich der Abstand zwischen der Rillplatte und der Trägerplatte verkürzt. Nach
dem Rillen entspannt sich die Elastomerplatte wieder in ihre ursprüngliche Gestalt,
wodurch sich die Rillplatte in ihre Ausgangsstellung zurückbewegt.
[0004] Als nachteilig an dem bekannten Rillwerkzeug ist der Umstand anzusehen, dass die
Elastomerplatte nach einer gewissen Anzahl an Prägehüben getauscht werden muss, wodurch
erhöhte Ersatzteil- und Montagekosten entstehen. Da sich mit der Zeit auch die Elastizität
und Federwirkung der Elastomerplatte verändern, kann zudem die Maßhaltigkeit des Rillwerkzeugs
nicht über einen längeren Zeitraum garantiert werden. Die Alterung der Elastomerplatte
führt dabei aufgrund der veränderlichen Toleranzen zu vergleichsweise unregelmäßigen
Prägeergebnissen, was eine häufige Nachjustierungen des Rillwerkzeugs erforderlich
machen. Zudem muss insgesamt mehr Druck auf die Rillplatte ausgeübt werden, um die
Federwirkung der Elastomerplatte zu überwinden. Bei Leerhüben führt dies zu einer
sehr starken Beanspruchung der Schneiden von Stanzmessern, die bei bekannten Rillwerkzeugen
ebenfalls vorhanden sein können.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Rill- und Prägewerkzeug der eingangs
genannten Art zu schaffen, welches eine erhöhte Haltbarkeit besitzt und während seines
Betriebs geringere Einstellungs- und Wartungskosten verursacht. Eine weitere Aufgabe
der Erfindung ist es, einen Zuschnitt zu schaffen, welcher im Vergleich zu herkömmlichen
Zuschnitten mit geringeren Stückkosten produzierbar ist.
[0006] Die Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Rill- und Prägewerkzeug zum Prägen
von Faltrillen in faltbare Materialien mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, einen
Zuschnitt zur Herstellung einer Verpackung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14
sowie durch die im Patentanspruch 15 angegebene Verwendung des erfindungsgemäßen Rill-
und Prägewerkzeugs zur Herstellung eines Zuschnitts gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben, wobei vorteilhafte
Ausgestaltungen des Rill- und Prägewerkzeugs als vorteilhafte Ausgestaltungen des
Zuschnitts und umgekehrt anzusehen sind.
[0007] Ein Rill- und Prägewerkzeug, welches eine erhöhte Haltbarkeit besitzt und während
seines Betriebs geringere Einstellungs- und Wartungskosten verursacht, ist erfindungsgemäß
dadurch geschaffen, dass die Rillplatte steif an der Trägerplatte abgestützt ist,
so dass ein Abstand zwischen der Rillplatte und der Trägerplatte bei einer Kraftbeaufschlagung
der Rillplatte während eines Prägeschritts gegenüber einem Abstand zwischen der Rillplatte
und der Trägerplatte im Ruhezustand unverändert oder zumindest im Wesentlichen unverändert
bleibt. Mit anderen Worten ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Rillplatte
nicht federnd nachgiebig an der Trägerplatte gehalten ist. Das Rill- und Prägewerkzeug
ist somit frei von elastischen oder nachgiebigen Dämpfungselementen, federnden Zwischenlagen
oder dergleichen zwischen der Rillplatte und der Trägerplatte ausgebildet. Durch die
steife Anbindung der Rillplatte an die Trägerplatte ist eine langfristige, toleranzenfreie
Verwendung des Rill- und Prägewerkzeugs ohne die Notwendigkeit von Nachjustierungen
ermöglicht. Weiterhin entfällt der bislang erforderliche regelmäßige Austausch von
Elastomerplatten oder dergleichen, wodurch erhebliche Zeit- und Kostenvorteile erzielt
und die Stückkosten der mit Hilfe des erfindungsgemäßen Rill- und Prägewerkzeugs gerillten
Zuschnitte entsprechend stark gesenkt werden. Des Weiteren kann das erfindungsgemäße
System vorteilhafterweise mit einem geringeren Gesamtdruck gefahren werden.
[0008] Weitere Vorteile ergeben sich, indem zwischen der Trägerplatte und der Rillplatte
wenigstens ein Grundelement angeordnet ist, mittels welchem eine relative Position
der Rillplatte gegenüber der Trägerplatte eingestellt ist, wobei das Grundelement
aus einem steifen Material besteht. Mit Hilfe des oder der Grundelemente ist eine
einfache Einstellung des Abstands zwischen der Rillplatte und der Trägerplatte ermöglicht.
Da das Grundelement steif ausgebildet ist und somit bei einer Kraftbeaufschlagung
der Rillplatte nicht nachgibt, bleibt der Abstand zwischen der Rillplatte und der
Trägerplatte auch während der Verwendung des Rill- und Prägewerkzeugs zuverlässig
konstant. Das Grundelement fungiert dementsprechend als eine Art Fundament für die
Rillplatte.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Grundelement aus einem Metall oder einer Metalllegierung, insbesondere aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung, und/oder aus einem formfesten Kunststoffmaterial und/oder
aus einer Keramik besteht. Hierdurch ist sichergestellt, dass das oder die Grundelemente
in einer großen Formenvariation und kostengünstig herstellbar sind und gleichzeitig
eine hohe Haltbarkeit und Steifigkeit besitzen.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Grundelement eine vorzugsweise durch Erodieren hergestellte Aluminiumplatte ist.
Ein als Aluminiumplatte ausgebildetes Grundelement bietet dabei den Vorteil einer
hohen Steifigkeit bei gleichzeitig geringem Eigengewicht. Dementsprechend ist die
beim Rillen bewegte Masse des Rill- und Prägewerkzeugs vergleichsweise gering, ohne
dass Einbußen bei der mechanischen Steifigkeit in Kauf genommen werden müssen. Indem
die Aluminiumplatte durch ein Erodierverfahren hergestellt ist, können auch komplexe
Konturen schnell und kostengünstig hergestellt werden. Alternativ oder zusätzlich
kann jedoch beispielsweise auch vorgesehen sein, dass die Aluminiumplatte durch ein
Urformverfahren, insbesondere durch ein Guss- bzw. Druckgussverfahren, und/oder durch
ein Trennverfahren, insbesondere durch Spanen, hergestellt ist.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
eine Kontur des Grundelements an eine Kontur der Rillplatte angepasst ist. Mit anderen
Worten ist es vorgesehen, dass das Grundelement und die Rillplatte eine zumindest
im Wesentlichen ähnliche oder identische Kontur aufweisen, so dass die Rillplatte
möglichst über ihre gesamte Auflagefläche am Grundelement abgestützt ist. Hierdurch
ist eine mechanisch besonders steife Anbindung zwischen der Rillplatte und dem Grundelement
gegeben. Des Weiteren ist hierdurch eine modulare Ausgestaltung des Rill- und Prägewerkzeugs
mit einer einfach veränderbaren Anzahl an gegebenenfalls unterschiedlich ausgestalteten
Rillplatten, die jeweils über ein zugeordnetes Grundelement an der Trägerplatte abgestützt
sind, ermöglicht.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Rill- und Prägewerkzeug Mittel zum maßgenauen Anordnen des Grundelements und der
Rillplatte zueinander und/oder Mittel zum Festlegen des Grundelements und/oder der
Rillplatte an der Trägerplatte umfasst. Hierdurch kann das Rill- und Prägewerkzeug
besonders schnell, betriebssicher und ohne aufwändige Einstellungsmaßnahmen mit einer
oder mehreren Rillplatten bzw. mit einer entsprechenden Anzahl an Grundelementen bestückt
werden.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Trägerplatte wenigstens eine Aufnahme umfasst, in welcher die Rillplatte und gegebenenfalls
das wenigstens eine Grundelement angeordnet sind. Dies ermöglicht es, die Rillplatte
und ein gegebenenfalls vorhandenes Grundelement durch einfaches Anordnen in der Aufnahme
ohne aufwändige Einstellmaßnahmen an der Trägerplatte zu positionieren.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
eine Kontur der Aufnahme, eine Kontur der Rillplatte und gegebenenfalls eine Kontur
des wenigstens einen Grundelements aneinander angepasst sind. Hierdurch können die
Rillplatte und - falls vorhanden - das oder die Grundelemente besonders einfach und
maßhaltig in der Aufnahme an der Trägerplatte angeordnet werden. Darüber hinaus ist
durch die aneinander angepassten Konturen sichergestellt, dass sich die Rillplatte
und gegebenenfalls das oder die Grundelemente auch im Fall einer Kraftbeaufschlagung
während des Rillens seitlich bzw. umfänglich abgestützt sind und sich nicht relativ
zur Trägerplatte bewegen können.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die wenigstens eine Aufnahme durch eine Ausnehmung in der Trägerplatte gebildet ist.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
dem Rill- und Prägewerkzeug ein Stanzwerkzeug zum Trennen des faltbaren Materials,
insbesondere zum Zuschneiden eines Materialbogens, zugeordnet ist. Hierdurch kann
das faltbare Material besonders schnell und einfach in einem Verfahrensdurchgang gerillt
und zugeschnitten werden.
[0017] Das Zuschneiden des faltbaren Materials wird in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung zusätzlich vereinfacht, indem wenigstens ein Steg eine Öffnung umfasst
und/oder zusammen mit der Rillplatte eine Öffnung bildet, in welche ein Stanzmesser
des zugeordneten Stanzwerkzeugs eindringen kann.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
zwischen der Trägerplatte und der Rillplatte wenigstens ein Ausgleichselement angeordnet
ist. Hierdurch ist eine einfache Einstellung des Abstands zwischen der Trägerplatte
und der Rillplatte und somit ein einfacher Toleranzausgleich ermöglicht. Vorzugsweise
ist das Ausgleichselement eine Kunststoff- oder Metallfolie mit einer Stärke zwischen
0,05 mm und 20,0 mm. Es ist aber auch möglich, dass das Ausgleichselement aus Papier
oder Keramik besteht. Auch andere Materialien sind denkbar. Zudem ist das Ausgleichselement
insbesondere kalibriert ausgebildet. Um dies steife Kopplung zwischen der Trägerplatte
und der Rillplatte gewährleisten zu können, sollte natürlich auch das Ausgleichselement
grundsätzlich nicht federnd nachgiebig ausgebildet sein. Ein als unelastische Kunststoff-
oder Metallfolie ausgebildetes Ausgleichselement eignet sich besonders zur Höhenkorrektur
bzw. zum einfachen Einstellen des Abstands zwischen der Rillplatte und der Trägerplatte.
Beispielsweise können mehrere Ausgleichselemente mit einer jeweiligen Dickendifferenz
von 0,05 mm oder einer anderen geeigneten Dickendifferenz bereitgestellt und bedarfsweise
gegeneinander ausgetauscht werden, um den Abstand zwischen der Rillplatte und der
Trägerplatte auf einen gewünschten Wert einzustellen. Des Weiteren ermöglicht das
Ausgleichselement eine einfache Anpassung des Abstands zwischen der Trägerplatte und
der Rillplatte für unterschiedliche Ausgestaltungen eines gegebenenfalls vorhandenen
Grundelements. Es kann dabei vorgesehen sein, dass das Ausgleichselement zwischen
der Trägerplatte und dem Grundelement und/oder zwischen dem Grundelement und der Rillplatte
angeordnet wird. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass mehrere gleich
oder unterschiedlich dicke Ausgleichselemente zum Toleranzausgleich verwendet werden.
Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass eine Kontur des Ausgleichselements an eine
Kontur der Rillplatte und/oder des Grundelements und/oder einer Aufnahme der Trägerplatte
angepasst ist.
[0019] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Zuschnitt zur Herstellung einer
Verpackung zur Aufbewahrung von Waren, insbesondere von stabförmigen Waren wie Zigaretten
und dergleichen, bestehend aus einem faltbaren Material, in welches wenigstens eine
Faltrille eingeprägt ist. Im Vergleich zu aus dem Stand der Technik bekannten Zuschnitten
ist der erfindungsgemäße Zuschnitt mit geringeren Stückkosten hergestellt, indem die
wenigstens eine Faltrille mit einem Rill- und Prägewerkzeug nach einem der vorhergehenden
Ausführungsbeispiele hergestellt ist. Die sich hieraus ergebenden Merkmale und deren
Vorteile sind den vorhergehenden Beschreibungen zu entnehmen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
des Rill- und Prägewerkzeugs sind dabei als vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäß
hergestellten Zuschnitts anzusehen.
[0020] Weitere Kostensenkungen sind erfindungsgemäß dadurch ermöglicht, dass das faltbare
Material Papier, Karton und/oder Kunststoff ist.
[0021] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft die Verwendung eines Rill- und Prägewerkzeugs
nach einem der vorhergehenden Ausführungsbeispiele zur Herstellung eines Zuschnitts,
insbesondere für eine Zigarettenschachtel. Die sich hieraus ergebenden Merkmale und
deren Vorteile sind den vorhergehenden Beschreibungen zu entnehmen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
des Rill- und Prägewerkzeugs sind dabei als vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen
Verwendung anzusehen.
[0022] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Schutzansprüchen, den Ausführungsbeispielen
sowie anhand der Zeichnungen, in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit
identischen Bezugszeichen versehen sind. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Aufsicht eines Grundelements für ein erfindungsgemäßes Rill-
und Prägewerkzeug;
- Fig. 2
- eine perspektivische Unteransicht des in Fig. 1 gezeigten Grundelements;
- Fig. 3
- eine mit mehreren Grundelementen versehene Trägerplatte des erfindungsgemäßen Rill-
und Prägewerkzeugs;
- Fig. 4
- die in Fig. 3 gezeigte Trägerplatte, wobei auf jedem Grundelement zusätzlich eine
Rillplatte angeordnet ist; und
- Fig. 5
- eine vergrößerte Perspektivansicht der in Fig. 4 gezeigten Trägerplatte.
[0023] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Aufsicht eines Grundelements 10 für ein erfindungsgemäßes
Rill- und Prägewerkzeug (nicht abgebildet) zum Rillen eines Zuschnitts für eine Zigarettenschachtel
und wird im Folgenden in Zusammenschau mit Fig. 2 erläutert werden, in welcher eine
perspektivische Unteransicht des in Fig. 1 gezeigten Grundelements 10 gezeigt ist.
Das Grundelement 10 ist dabei vorliegend als steife, nicht elastisch nachgiebige Aluminiumplatte
ausgebildet und mit Hilfe eines Erodierverfahrens hergestellt. Man erkennt, dass das
Grundelement 10 mehrere als Sacklöcher ausgebildete Bohrungen 12 umfasst, die im Zusammenwirken
mit in die Bohrungen 12 sowie in korrespondierende Bohrungen einer zugeordneten Rillplatte
14 (s. Fig. 4) angeordneten Zentrierstiften (nicht gezeigt) als Mittel zum maßgenauen
Anordnen des Grundelements 10 und seiner zugeordneten Rillplatte 14 zueinander dienen.
Des Weiteren umfasst das Grundelement 10 mehrere mit Innengewinden versehene Montageöffnungen
16, die im Zusammenwirken mit entsprechenden Schrauben (nicht gezeigt) als Mittel
zum maßgenauen Anordnen und lösbaren Festlegen des Grundelements 10 an einer Trägerplatte
18 (s. Fig. 3) des Rill- und Prägewerkzeugs sowie als Mittel zum Anbinden einer zugeordneten
Rillplatte 14 des Rill- und Prägewerkzeugs dienen. Wie insbesondere aus Fig. 2 deutlich
wird, umfasst das Grundelement 10 auf seiner der Trägerplatte 18 zuzuwendenden Unterseite
mehrere nutförmige Ausnehmungen 20. Die Ausnehmungen 20 sind dabei derart ausgebildet,
dass das Grundelement 10 ein möglichst geringes Gewicht besitzt, ohne dass seine mechanische
Stabilität und Steifigkeit beeinträchtigt werden. Alternativ oder zusätzlich kann
vorgesehen sein, dass die Ausnehmungen 20 zum schnellen und einfachen Positionieren
des Grundelements 10 verwendet werden, indem das Grundelement 10 auf entsprechende
Stege 22 (s. Fig. 3) der Trägerplatte 18 aufgesteckt wird.
[0024] Fig. 3 zeigt die mit mehreren Grundelementen 10 versehene Trägerplatte 18 des erfindungsgemäßen
Rill- und Prägewerkzeugs. Man erkennt, dass mehrere Grundelemente 10 in zwei Reihen
in konturförmigen Aufnahmen 24 auf der Trägerplatte 18 angeordnet sind. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit sind die Bezugszeichen dabei nur im Zusammenhang mit einem Grundelement
10 vollständig dargestellt und gelten entsprechend für alle dargestellten Grundelemente
10. Die Aufnahmen 24 werden dabei in der Trägerplatte 18 durch entsprechende Ausnehmungen
gebildet. Zusätzlich bilden an der Trägerplatte 18 angeordnete Stege 22 ein Stabilisierungsgitter,
wobei die gezeigten Stege 22 aus einem Kunststoff bestehen. Die Konturen der durch
die Ausnehmungen gebildeten Aufnahmen 24 entsprechen den Konturen der Grundelemente
10, so dass die Grundelemente 10 ohne Einstell- und Justierungsmaßnahmen in der gewünschten
Position an der Trägerplatte 18 angeordnet und mit dieser verschraubt werden können.
[0025] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass zusätzlich ein oder mehrere Ausgleichselemente
(nicht gezeigt) zur Höhenkorrektur in den Aufnahmen 24 angeordnet werden. Das oder
die Ausgleichselemente können beispielsweise als Kunststofffolien ausgebildet sein.
Zum Toleranzausgleich kann aus einer Reihe unterschiedlich dicker Ausgleichselemente
dasjenige Ausgleichselement mit der erforderlichen Dicke ausgewählt und auf und/oder
unter dem Grundelement 10 in der Aufnahme 24 angeordnet werden. Beispielsweise können
mehrere Ausgleichselemente mit um jeweils 0,05 mm ansteigenden Stärken bereitgestellt
werden. Vorzugsweise entspricht eine Kontur des Ausgleichselements einer Kontur der
Aufnahme 24 bzw. des Grundelements 10, um eine steife und mechanisch stabile Abstützung
sicherzustellen.
[0026] Fig. 4 zeigt die Trägerplatte 18, wobei auf jedem Grundelement 10 zusätzlich eine
Rillplatte 14 in der entsprechenden Aufnahme 24 angeordnet und zusammen mit dem Grundelement
10 mit der Trägerplatte 18 verschraubt ist. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind
auch hier die Bezugszeichen nur im Zusammenhang mit einer Rillplatte 14 dargestellt
und gelten entsprechend für alle dargestellten Rillplatten 14. Die Grundelemente 10
dienen als Fundamente für die Rillplatten 14. Daher ist jede Rillplatte 14 steif an
die Trägerplatte 18 angebunden, so dass sich der durch das steife Grundelement 10
definierte Abstand zwischen Rillplatte 14 und Trägerplatte 18 auch während der Verwendung
des Rill- und Prägewerkzeugs, das heißt beim Einbringen von Faltrillen in ein faltbares
Material, nicht oder zumindest im Wesentlichen nicht verändert. Dabei kann grundsätzlich
auch vorgesehen sein, dass das Grundelement 10 an der Trägerplatte 18 und die Rillplatte
14 an dem Grundelement 10 und somit lediglich mittelbar an der Trägerplatte 18 festgelegt
ist. Jede Rillplatte 14 weist mehrere Rillkonturen auf, welche im Zusammenwirken mit
einer Gegenplatte (nicht gezeigt) des Rill- und Prägewerkzeugs in an sich bekannter
Weise entsprechende Faltrillen in faltbares Material prägen. Die gezeigten Rillplatten
14 sind dabei zum Rillen eines Zuschnitts für eine Zigarettenschachtel ausgebildet.
Die Konturen der Rillplatten 14, der Grundelemente 10, gegebenenfalls vorhandener
Ausgleichselemente und der Aufnahmen 24 entsprechen dabei im Wesentlichen der Kontur
des Zuschnitts und umfassen zusätzliche Konturbereiche zum Positionieren und Festlegen
der einzelnen Platten und Elemente.
[0027] Fig. 5 zeigt eine vergrößerte Perspektivansicht der in Fig. 4 gezeigten Trägerplatte
18. Dabei ist erkennbar, dass auch die Rillplatten 14 Montageöffnungen 16 umfassen,
die im montierten Zustand mit zugeordneten Montageöffnungen 16 der Grundelemente 10
fluchten. Weiterhin ist erkennbar, dass die Stege 22 schlitzförmige Öffnungen 26 zur
Aufnahme eines korrespondierenden Stanzmessers eines dem Rill- und Prägewerkzeug zugeordneten
Stanzwerkzeugs (nicht gezeigt) aufweisen und zudem derart angeordnet sind, dass sich
schlitzförmige Öffnungen 26 zwischen den Stegen 22 und den Rillplatten 14 ergeben.
Hierdurch kann auf der Trägerplatte 18 angeordnetes faltbares Material in einem einzigen
Verfahrensschritt mit dem Rill- und Prägewerkzeug gerillt und mit dem Stanzwerkzeug
zugeschnitten werden. Da das Rill- und Prägewerkzeug im Unterschied zu aus dem Stand
der Technik bekannten Rill- und Prägewerkzeugen keine federnde Zwischenlagen zwischen
der Trägerplatte 18 und den Rillplatten 14 aufweist, ist dabei eine langfristig gesicherte,
sehr gleichmäßige und toleranzenfreie Herstellung des Rillwulstes im faltbaren Material
bzw. im Zuschnitt sichergestellt. Aufgrund des geringeren Einstell- und Reparaturbedarfs
des erfindungsgemäßen Rill- und Prägewerkzeugs ergeben sich erhebliche Kostensenkungen,
die zu entsprechend niedrigen Stückkosten der gerillten Zuschnitte führen.
1. Rill- und Prägewerkzeug zum Prägen von Faltrillen in faltbare Materialien, insbesondere
zum Herstellen wenigstens eines Rillwulstes in einem Zuschnitt für eine Verpackung,
umfassend eine Trägerplatte (18), an welcher zumindest eine Rillplatte (14) angeordnet
ist, welche wenigstens eine Rillkontur zum Prägen einer Faltrille umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rillplatte (14) steif an der Trägerplatte (18) abgestützt ist, so dass ein Abstand
zwischen der Rillplatte (14) und der Trägerplatte (18) bei einer Kraftbeaufschlagung
der Rillplatte (14) während eines Prägeschritts gegenüber einem Abstand zwischen der
Rillplatte (14) und der Trägerplatte (18) im Ruhezustand unverändert oder zumindest
im Wesentlichen unverändert bleibt.
2. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Trägerplatte (18) und der Rillplatte (14) wenigstens ein Grundelement
(10) angeordnet ist, mittels welchem eine relative Position der Rillplatte (14) gegenüber
der Trägerplatte (18) eingestellt ist, wobei das Grundelement (10) aus einem steifen
Material besteht.
3. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Grundelement (10) aus einem Metall oder einer Metalllegierung, insbesondere aus
Aluminium oder einer Aluminiumlegierung, und/oder aus einem formfesten Kunststoffmaterial
und/oder aus einer Keramik besteht.
4. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Grundelement (10) eine vorzugsweise durch Erodieren hergestellte Aluminiumplatte
ist.
5. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Kontur des Grundelements (10) an eine Kontur der Rillplatte (14) angepasst ist.
6. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
dieses Mittel zum maßgenauen Anordnen des Grundelements (10) und der Rillplatte (14)
zueinander und/oder Mittel zum Festlegen des Grundelements (10) und/oder der Rillplatte
(14) an der Trägerplatte (18) umfasst.
7. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trägerplatte (18) wenigstens eine Aufnahme (24) umfasst, in welcher die Rillplatte
(14) und gegebenenfalls das wenigstens eine Grundelement (10) angeordnet sind.
8. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Kontur der Aufnahme (24), eine Kontur der Rillplatte (14) und gegebenenfalls
eine Kontur des wenigstens einen Grundelements (10) aneinander angepasst sind.
9. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens eine Aufnahme (24) durch eine Ausnehmung in der Trägerplatte (18) gebildet
ist.
10. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
diesem ein Stanzwerkzeug zum Trennen des faltbaren Materials, insbesondere zum Zuschneiden
eines Materialbogens, zugeordnet ist.
11. Rill- und Prägewerkzeug nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Steg (22) eine Öffnung (26) umfasst und/oder zusammen mit der Rillplatte
(14) eine Öffnung (26) bildet, in welche ein Stanzmesser des zugeordneten Stanzwerkzeugs
eindringen kann.
12. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Trägerplatte (18) und der Rillplatte (14) wenigstens ein Ausgleichselement,
insbesondere eine Kunststoff- oder Metallfolie mit einer Stärke zwischen 0,05 mm und
20,0 mm, angeordnet ist.
13. Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Grundelement (10) und der Rillplatte (14) wenigstens ein Ausgleichselement,
insbesondere eine Kunststoff- oder Metallfolie mit einer Stärke zwischen 0,05 mm und
20,0 mm, angeordnet ist.
14. Zuschnitt zur Herstellung einer Verpackung zur Aufbewahrung von Waren, insbesondere
von stabförmigen Waren wie Zigaretten und dergleichen, bestehend aus einem faltbaren
Material, insbesondere Papier, Karton und/oder Kunststoff, in welches wenigstens eine
Faltrille eingeprägt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die wenigstens eine Faltrille mit einem Rill- und Prägewerkzeug nach einem der Schutzansprüche
1 bis 13 hergestellt ist.
15. Verwendung eines Rill- und Prägewerkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zur Herstellung
eines Zuschnitts für eine Verpackung, insbesondere für eine Zigarettenschachtel.