[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauarbeitsgerät, insbesondere zur Bodenbearbeitung, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein solches Bauarbeitsgerät umfasst ein Trägerfahrzeug, einen Mast und eine an dem
Trägerfahrzeug gelagerte Seilwinde, welche einen Windenrahmen und eine darin um eine
Drehachse drehbar gelagerte Seiltrommel aufweist. Die Seilwinde ist um eine erste
Schwenkachse mit einem ersten Schwenkbolzen verschwenkbar an dem Trägerfahrzeug gelagert.
Das Bauarbeitsgerät umfasst einen Schwenkzylinder, mit welchem die Seilwinde um die
erste Schwenkachse verschwenkbar ist.
[0003] Ein Bauarbeitsgerät mit einer zwischen einer oberen Betriebsposition und einer rückwärtigen
Transportposition verschwenkbaren Seilwinde ist in der
EP 1 862 636 A1 offenbart. Zum Verschwenken der Seilwinde ist ein Hydraulikzylinder vorgesehen.
[0004] Eine Seilwinde, bei welcher ein Windenrahmen über ein zentrales Schwenkgelenk gegenüber
einem Windenbock schwenkbar gelagert ist, ist in der
DE 103 43 079 B3 beschrieben. Die Schwenkachse verläuft quer zur Drehachse der Seiltrommel, so dass
die Seiltrommel seitlich geneigt werden kann, beispielsweise um einen Seileinlaufwinkel
des Seils auf die Seiltrommel zu optimieren.
[0005] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Bauarbeitsgerät anzugeben, bei welchem die Seilwinde besonders wirtschaftlich
und flexibel verschwenkbar ist.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bauarbeitsgerät mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0007] Das erfindungsgemäße Bauarbeitsgerät ist dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schwenkbolzen
zum Lösen der ersten Schwenkachse lösbar und zumindest ein zweiter Schwenkbolzen an
die Seilwinde zum Bilden einer zweiten Schwenkachse zustellbar ist, welche von der
ersten Schwenkachse beabstandet ist, und dass die Seilwinde mittels des Schwenkzylinders
um die zweite Schwenkachse verschwenkbar ist.
[0008] Ein erster Grundgedanke der Erfindung besteht darin, eine Seilwinde bereitzustellen,
die um zwei unterschiedliche Schwenkachsen verschwenkt werden kann. Die beiden Schwenkachsen
sind voneinander beabstandet, das heißt, sie verlaufen nicht entlang derselben Linie.
Vorzugsweise verlaufen die Schwenkachsen quer zueinander und können sich auch in einem
Punkt schneiden.
[0009] Die Bereitstellung von mindestens zwei unterschiedlichen Schwenkachsen ermöglicht
es, die Seilwinde in unterschiedliche Richtungen zu schwenken. Die auf diese Weise
mindestens zweiachsig verschwenkbare Seilwinde kann beispielsweise durch Schwenken
um die erste Schwenkachse zwischen einer vorderen und einer rückwärtigen Position
und durch Schwenken um die zweite Schwenkachse zwischen zwei seitlichen Positionen
verschwenkt werden.
[0010] Ein zweiter Grundgedanke der Erfindung besteht darin, zwei definierte Schwenkachsen
bereitzustellen. Die Seilwinde ist hierzu mittels mindestens zwei lösbarer Lagergelenke
an dem Trägerfahrzeug gelagert. Zum Bilden der lösbaren Lagergelenke umfasst jede
Schwenkachse mindestens einen Schwenkbolzen, welcher zwischen einer Eingriffsstellung
und einer gelösten Stellung oder Freigabestellung verstellbar ist. In der Eingriffsstellung
wird durch den Schwenkbolzen eine Gelenklagerung bereitgestellt, welche durch Lösen
oder Entfernen des Schwenkbolzens freigegeben werden kann.
[0011] Sind beide Schwenkbolzen in Eingriff, so ist die Seilwinde hierdurch vorzugsweise
festgelegt und nicht verschwenkbar. Durch Lösen einer der Schwenkbolzen wird die jeweils
andere Schwenkachse aktiviert, so dass die Seilwinde dann um diese Schwenkachse verschwenkt
werden kann. Die Seilwinde ist damit entweder um die erste oder um die zweite Schwenkachse
verschwenkbar, je nachdem, welcher Schwenkbolzen in Eingriff oder gelöst ist.
[0012] Erfindungsgemäß umfasst das Bauarbeitsgerät einen Schwenkzylinder zum Verschwenken
der Seilwinde wahlweise um die erste Schwenkachse oder die zweite Schwenkachse. Je
nachdem, welcher Schwenkbolzen zugestellt oder gelöst ist, wird die Seilwinde durch
Betätigen des Schwenkzylinders um die erste Schwenkachse oder um die zweite Schwenkachse
verschwenkt. Die Seilwinde ist damit in Abhängigkeit der Stellung der Schwenkbolzen
um die erste oder die zweite Schwenkachse drehbar. Ist der erste Schwenkbolzen zugestellt
und der zweite Schwenkbolzen gelöst, so wird die Seilwinde durch Betätigen des Schwenkzylinders
um die erste Schwenkachse verschwenkt. Ist der zweite Schwenkbolzen zugestellt und
der erste Schwenkbolzen gelöst, so wird die Seilwinde durch Betätigen des Schwenkzylinders
um die zweite Schwenkachse verschwenkt.
[0013] Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung besteht somit darin, einen einzigen Schwenkzylinder
bereitzustellen, der ausgelegt ist zum Verschwenken der Seilwinde um unterschiedliche,
definierte Schwenkachsen. Der Schwenkzylinder ist hierzu vorzugsweise über ein Kugelgelenk
am Trägerfahrzeug und/oder an der Seilwinde gelagert.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Seilwinde durch Verschwenken
um die erste Schwenkachse zwischen einer Betriebsposition und einer Transportposition
verschwenkbar. Dabei ist die Drehachse der Seilwinde in der Transportposition vorzugsweise
niedriger als in der Betriebsposition, so dass die lichte Höhe des Bauarbeitsgeräts
durch Verschwenken der Seilwinde in die Transportposition reduziert werden kann. Die
Betriebsposition der Seilwinde kann sich dabei insbesondere in einem oberen und/oder
vorderen Bereich und die Transportposition in einem unteren und/oder rückwärtigen
Bereich des Trägerfahrzeugs befinden.
[0015] Vorzugsweise verläuft die erste Schwenkachse parallel zur Drehachse der Seilwinde.
Hierdurch lässt sich die Seilwinde vorteilhaft zwischen der Betriebsposition und der
Transportposition verschwenken. Die Schwenkachse der Seilwinde verläuft vorzugsweise
quer zur Längsrichtung des Trägerfahrzeugs.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung verläuft die zweite Schwenkachse
quer zur Drehachse der Seilwinde, so dass die Drehachse durch Verschwenken der Seilwinde
um die zweite Schwenkachse geneigt werden kann. Dies ermöglicht es, die Seilwinde
seitlich zu kippen, um den Seileinlaufwinkel auf die Seilwinde zu verändern. Vorzugsweise
ist das Seil über eine am Mast angeordnete Seilrolle geführt. Durch Kippen der Seilwinde
kann die Spulgüte beim Aufspulen des Seils verbessert und so die Belastung des Seils
vermindert werden.
[0017] Die Flexibilität des Bauarbeitsgeräts kann dadurch erhöht werden, dass der Mast in
seitlicher Richtung gegenüber dem Trägerfahrzeug neigbar ist. Die Seilwinde kann dann
entsprechend der Neigung des Mastes um die zweite Schwenkachse verschwenkt und ebenfalls
seitlich geneigt werden, um den Seileinlauf auf die Seilwinde anzupassen.
[0018] Zum Verschwenken der Seilwinde ist es bevorzugt, dass der Schwenkzylinder einen ersten
Anlenkpunkt am Trägerfahrzeug und einen zweiten Anlenkpunkt an der Seilwinde, insbesondere
an dem Windenrahmen, aufweist. Vorzugsweise umfasst der Schwenkzylinder ein Zylindergehäuse,
an welchem der erste Anlenkpunkt angeordnet ist, und einen in dem Zylindergehäuse
verschiebbar gelagerten Kolben mit einer Kolbenstange, an welcher der zweite Anlenkpunkt
angeordnet ist.
[0019] Um eine Verschwenkung der Seilwinde mittels ein und desselben Schwenkzylinders wahlweise
um die erste oder die zweite Schwenkachse zu gewährleisten, ist der erste Anlenkpunkt
in der Betriebsposition der Seilwinde vorzugsweise unterhalb der Seilwinde angeordnet.
[0020] Insbesondere im Hinblick auf das seitliche Neigen der Seilwinde um die zweite Schwenkachse
ist es bevorzugt, dass der zweite Anlenkpunkt in seitlicher Richtung der Seilwinde
außermittig bezüglich der Drehachse der Seilwinde angeordnet ist. Vorzugsweise ist
der zweite Anlenkpunkt beabstandet sowohl von der ersten Schwenkachse als auch der
zweiten Schwenkachse angeordnet, so dass eine Verschwenkung der Seilwinde um beide
Schwenkachsen möglich ist, ohne den Schwenkzylinder an unterschiedlichen Punkten an
der Seilwinde anzulenken.
[0021] Insbesondere im Hinblick auf die Verschwenkung der Seilwinde um die erste Schwenkachse
ist bevorzugt, dass der zweite Anlenkpunkt in seitlicher Richtung der Seilwinde zwischen
zwei Lagergelenken angeordnet ist, welche die erste Schwenkachse der Seilwinde bilden.
Durch die Anlenkung des Schwenkzylinders zwischen den Lagergelenken oder zwischen
zwei seitlichen Lagerwänden wird eine günstigere Einleitung der Kraft beim Verschwenken
um die erste Schwenkachse gewährleistet. Grundsätzlich ist es möglich, die Schwenkbolzen
per Hand einzuführen oder zu entfernen. Für ein automatisiertes Einstellen oder Bilden
der ersten und/oder der zweiten Schwenkachse ist es jedoch bevorzugt, dass mindestens
ein Stellzylinder vorgesehen ist, mit welchem der erste Schwenkbolzen und/oder der
zweite Schwenkbolzen zustellbar und/oder lösbar ist. Der Stellzylinder ist hierzu
vorzugsweise mit dem entsprechenden Schwenkbolzen gekoppelt, um diesen zuzustellen
und/oder zu lösen und damit das entsprechende Lagergelenk zu aktivieren und/oder zu
deaktivieren. Für die Einstellung definierter Schwenkachsen ist jede Schwenkachse
vorzugsweise durch mindestens zwei Lagerpunkte gebildet. Ein erster Lagerpunkt jeder
Schwenkachse umfasst dabei den ersten beziehungsweise zweiten Schwenkbolzen. Ein zweiter
Lagerpunkt wird durch ein weiteres Gelenk gebildet.
[0022] Eine vorteilhafte Lagerung der Seilwinde wird dadurch erzielt, dass ein gemeinsames
Lagergelenk für die Verschwenkung um die erste Schwenkachse und die Verschwenkung
um die zweite Schwenkachse vorgesehen ist. Dabei verläuft die erste Schwenkachse vorzugsweise
durch das gemeinsame Lagergelenk und den ersten Schwenkbolzen und die zweite Schwenkachse
durch das gemeinsame Lagergelenk und den zweiten Schwenkbolzen. Hierdurch kann die
jeweils aktive Schwenkachse durch Zustellen bzw. Lösen lediglich eines einzigen Schwenkbolzens
pro Schwenkachse bereitgestellt werden.
[0023] Für eine Verschwenkung um quer zueinander verlaufende Schwenkachsen ist es bevorzugt,
dass das gemeinsame Lagergelenk ein dreiachsig bewegbares Lagergelenk ist. Dieses
kann beispielsweise ein Kugelgelenk sein.
[0024] Besonders bevorzugt ist es, dass das gemeinsame Lagergelenk einen Schwenkbolzen mit
einem Kugelkopf oder einer Kugelkalotte aufweist. Durch den Schwenkbolzen mit Kugelkopf
oder Kugelkalotte wird ein einfaches, dreidimensional bewegbares Gelenk bereitgestellt.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann das gemeinsame Lagergelenk und/oder
zumindest eines der lösbaren Lagergelenke zusätzlich zu einer Drehbewegung eine translatorische
Bewegung ermöglichen, um das wahlweise Verschwenken der Seilwinde um die erste oder
die zweite Schwenkachse bereitzustellen.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen, welche
in der beigefügten Zeichnung schematisch dargestellt sind, weiter beschrieben. In
der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1:
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgeräts;
- Fig. 2:
- eine Rückansicht eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgeräts;
- Fig. 3:
- eine Rückansicht eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgeräts mit seitlich nach links
verschwenktem Mast;
- Fig. 4:
- eine Rückansicht eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgeräts mit seitlich nach rechts
verschwenktem Mast;
- Fig. 5:
- eine Seitenansicht einer im Heckbereich eines Bauarbeitsgeräts angeordneten Seilwinde
zwischen Betriebsposition und Transportposition;
- Fig. 6:
- eine Seitenansicht einer im Heckbereich eines Bauarbeitsgeräts angeordneten Seilwinde
in der Transportposition;
- Fig. 7:
- eine Ansicht einer an einem Trägerfahrzeug gelagerten Seilwinde von unten;
- Fig. 8:
- eine Ansicht einer an einem Trägerfahrzeug gelagerten Seilwinde von oben.
[0027] Einander entsprechende Komponenten sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0028] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Bauarbeitsgerät 10, beispielsweise ein Bohrgerät,
mit einem Trägerfahrzeug 12, welches einen Unterwagen 13 und einen drehbar hieran
gelagerten Oberwagen 14 aufweist. Der Unterwagen 13 kann ein Fahrwerk, insbesondere
ein Raupenfahrwerk, aufweisen.
[0029] An dem Trägerfahrzeug 12 ist ein Mast 18 schwenkbar gelagert. An einem vorderen Bereich
des Oberwagens 14 befindet sich hierzu ein Schwenkgelenk 19. Der Mast 18 ist nach
vorne und hinten verschwenkbar und kann, beispielsweise zu Transportzwecken, in eine
abgeklappte, schräge oder im Wesentlichen horizontale Position verschwenkt werden.
[0030] Des Weiteren ist der Mast 18 in seitlicher Richtung gegenüber dem Trägerfahrzeug
12 verschwenkbar. Fig. 2 zeigt den Mast 18 in einer etwa vertikalen Mittelposition.
Ein seitlich gekippter Mast 18 ist in den Figuren 3 und 4 dargestellt. Bei seitlich
gekipptem Mast 18 können beispielsweise Schrägbohrungen im Boden ausgeführt werden
oder es lassen sich senkrechte Bohrungen bei nicht horizontal ausgerichtetem Trägerfahrzeug
12 erstellen.
[0031] In einem oberen, hinteren Bereich des Oberwagens 14 ist eine Seilwinde 20 angeordnet,
um ein zum Mast 18 führendes Seil 32 aufzunehmen. Das Seil 32 ist über eine am Mast
18 angeordnete Seilrolle 84 geführt und dient beispielsweise der Manipulation eines
Bohrelements oder Bohrwerkzeugs, eines in ein erstelltes Bohrloch einzubringenden
Rohrelements oder Ähnlichem. Die Seilrolle 84 ist vorzugsweise am Mastkopf angeordnet.
[0032] Um die lichte Höhe des Bauarbeitsgeräts 10 zu reduzieren, ist die Seilwinde 20 von
einer Betriebsposition in eine rückwärtige, niedrigere Transportposition verschwenkbar,
wie in den Figuren 5 und 6 dargestellt. In der Betriebsposition befindet sich die
Seilwinde 20 im Wesentlichen an einer Oberseite des Oberwagens 14. In der Transportposition
ist die Seilwinde 20 in einen Heckbereich des Bauarbeitsgeräts 10 verschwenkt. Dabei
ist die Seilwinde 20 hinter einer Rückwand 16 des Oberwagens 14 positioniert. Im Heckbereich
hinter der Rückwand 16 können während des Betriebs des Bauarbeitsgeräts 10 Gewichte
82 zur Stabilisierung des Bauarbeitsgeräts 10 angeordnet werden, wie in den Figuren
1 und 8 gezeigt.
[0033] Zur Verschwenkung in die Transportposition ist die Seilwinde 20 um eine erste Schwenkachse
28 drehbar gelagert. Die erste Schwenkachse 28 ist in einem Eckbereich zwischen der
Oberseite und der etwa vertikalen Rückwand 16 des Oberwagens 14 angeordnet.
[0034] Die Seilwinde 20 umfasst einen Windenrahmen 22 in welchem eine Seiltrommel 24 um
eine Drehachse 26 drehbar gelagert ist. Um bei einem seitlich verschwenkten Mast 18
die mechanischen Beanspruchungen auf das Seil 32 möglichst klein zu halten, ist die
Seilwinde 20 seitlich um eine zweite Schwenkachse 30 neigbar oder kippbar. Hierdurch
kann der Winkel, mit welchem das Seil 32 auf die Seiltrommel 24 einläuft, optimal
eingestellt werden, um eine hohe Spulgüte beim Auf- oder Abspulen des Seils 32 zu
erreichen. Vorzugsweise entspricht die seitliche Neigung der Seilwinde 20 dabei derjenigen
des Mastes 18.
[0035] Der Windenrahmen 22 ist über drei Lagergelenke 52, 54, 56, welche eine Lagereinrichtung
50 bilden, an dem Trägerfahrzeug 12 gelagert. Die Lagereinrichtung 50 umfasst ein
erstes, entriegelbares oder lösbares Lagergelenk 52, ein zweites entriegelbares oder
lösbares Lagergelenk 54 und ein gemeinsames Lagergelenk 56, welches sowohl beim Verschwenken
um die erste Schwenkachse 28 als auch beim Verschwenken um die zweite Schwenkachse
30 in Eingriff ist. Die erste Schwenkachse 28 verläuft durch das erste entriegelbare
Lagergelenk 52 und parallel zur Drehachse 26 der Seilwinde 20. Die zweite Schwenkachse
30 verläuft quer zur ersten Schwenkachse 28, beispielsweise senkrecht zu dieser oder
schräg zwischen dem zweiten entriegelbaren Lagergelenk 54 und dem gemeinsamen Lagergelenk
56.
[0036] Die entriegelbaren Lagergelenke 52, 54 sind als Bolzenlagerungen ausgeführt, wobei
die Bolzen mit Hilfe eines Gelenkauges gelenkig angeordnet sind. Das erste entriegelbare
Lagergelenk 52 umfasst einen Schwenkbolzen 62, welcher zum Herstellen der Gelenkverbindung
zustellbar ist. Das Trägerfahrzeug 12 weist hierzu eine Lagerplatte 74 mit einem Lagerauge
76 und der Windenrahmen 22 ein Lagerauge 78 auf. Der erste Schwenkbolzen 62 ist in
die Lageraugen 76, 78 einführbar. In entsprechender Weise weist das zweite entriegelbare
Lagergelenk 54 einen zweiten Schwenkbolzen 64 auf, welcher in entsprechende Lageraugen
76, 78 am Trägerfahrzeug 12 und am Windenrahmen 22 einführbar ist. Vorzugsweise ist
das erste Lagergelenk 52 ein einachsig schwenkbares Gelenk. Das zweite Lagergelenk
54 kann ein einachsig schwenkbares Gelenk oder auch ein zweiachsig schwenkbares Gelenk
sein und beispielsweise einen Gelenkbolzen mit Kugelkalotte umfassen.
[0037] Das gemeinsame Lagergelenk 56 umfasst einen dritten Schwenkbolzen 66, welcher vorzugsweise
mit Kalotte ausgebildet ist und als zweiachsig drehbarer Gelenkbolzen bezeichnet werden
kann. Dieser dreidimensional bewegbare Schwenkbolzen 66 ermöglicht eine Verschwenkung
der Seilwinde 20 um beide Schwenkachsen 28, 30. Das gemeinsame Lagergelenk 56 und/oder
das zweite lösbare Lagergelenk 54 kann auch Translationsbewegungen ermöglichen.
[0038] Das Lagergelenk 56 bildet einen vorderen Lagerbereich 70 der Seilwinde 20. Die Lagergelenke
52, 54 bilden einen hinteren Lagerbereich 72. Alle Lagergelenke 25, 54 und 58 bilden
Auflagerpunkte der Seilwinde 20.
[0039] Des Weiteren kann an einem Auflagerpunkt der Seilwinde 20 eine Verriegelungseinrichtung
58, beispielsweise mit Verriegelungsbolzen, vorgesehen sein, um die Seilwinde 20 in
der Betriebsposition zu verriegeln. Die Lagergelenke 52, 54, 56 und die Verriegelungsreinrichtung
58 sind vorzugsweise in den Ecken eines Rechtecks angeordnet.
[0040] Zum Ver- und/oder Entriegeln der Lagergelenke 52, 54 beziehungsweise zum Zustellen
und/oder Lösen der Schwenkbolzen 52, 64 kann ein Stellzylinder 80 vorgesehen sein.
[0041] Für ein aktives Verschwenken der Seilwinde 20 umfasst das Bauarbeitsgerät 10 einen
Verstellzylinder oder Schwenkzylinder 40, welcher als Hydraulikzylinder ausgeführt
ist und ein Zylindergehäuse 46 aufweist, in welchem ein Kolben mit einer Kolbenstange
48 längsverschieblich gelagert ist. Das Zylindergehäuse 46 ist am Trägerfahrzeug angelenkt,
während die Kolbenstange 48 am Windenrahmen 22 der Seilwinde 20 angelenkt ist. An
den entsprechenden Anlenkpunkten 42, 44 können Kugelgelenke vorgesehen sein.
[0042] Der erste Anlenkpunkt 42 des Schwenkzylinders 40 am Trägerfahrzeug 10 befindet sich
unterhalb der ersten Schwenkachse 28. Der zweite Anlenkpunkt 44 am Windenrahmen 22
befindet sich zwischen seitlichen Rahmenblechen oder Lagerwänden 23 des Windenrahmens
22 und in seitlicher Richtung zwischen den Lagergelenken 52, 56.
[0043] Um mit dem Schwenkzylinder 40 auch eine seitliche Verkippung der Seilwinde 20 bewirken
zu können, ist der zweite Anlenkpunkt 44 außerhalb der zweiten Schwenkachse 30 der
Seilwinde 20 angeordnet. Der zweite Anlenkpunkt 44 befindet sich in den dargestellten
Ausführungsformen in einem seitlichen Bereich der Seilwinde 20, also asymmetrisch
oder außermittig zwischen den Lagerwänden 23 des Windenrahmens 22.
[0044] Um die Seilwinde 20 für den Transport komplett um ihre dem Oberwagenheck zugewandte,
erste Schwenkachse 28 klappen zu können, wird die Seilwinde 20 mittels des Schwenkzylinders
40 in der Betriebsposition zunächst in eine Mittelstellung gebracht und anschließend
der erste Schwenkbolzen 52 der hinteren Lagerung 72 verriegelt. Durch Entriegeln der
vorderen Lagerung 70, insbesondere der zweiten Bolzenlagerung mit dem Lagergelenk
54, kann mit Hilfe des Schwenkzylinders 40 die Seilwinde 20 komplett um die hintere
Schwenkachse 28 geklappt werden, so dass die Seilwinde 20 für den Transport des Bauarbeitsgeräts
10 hinter dem Oberwagen 14 zu liegen kommt.
[0045] Insgesamt wird mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine einfache und ökonomische
Verschwenkung der Seilwinde um zwei definierte, unterschiedliche Schwenkachsen bereitgestellt.
1. Bauarbeitsgerät, insbesondere zur Bodenbearbeitung, mit
- einem Trägerfahrzeug (12),
- einem Mast (18) und
- einer an dem Trägerfahrzeug (12) gelagerten Seilwinde (20), welche einen Windenrahmen
(22) und eine darin um eine Drehachse (26) drehbar gelagerte Seiltrommel (24) aufweist,
wobei
- die Seilwinde (20) um eine erste Schwenkachse (28) mit einem ersten Schwenkbolzen
(62) verschwenkbar an dem Trägerfahrzeug (12) gelagert ist und
- mindestens ein Schwenkzylinder (40) vorgesehen ist, mit welchem die Seilwinde (20)
um die erste Schwenkachse (28) verschwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Schwenkbolzen (62) zum Lösen der ersten Schwenkachse (28) lösbar und zumindest
ein zweiter Schwenkbolzen (64) an die Seilwinde (20) zum Bilden einer zweiten Schwenkachse
(30) zustellbar ist, welche von der ersten Schwenkachse (28) beabstandet ist, und
dass die Seilwinde (20) mittels des Schwenkzylinders (40) um die zweite Schwenkachse (30)
verschwenkbar ist.
2. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Schwenkachse (28) parallel zur Drehachse (26) der Seilwinde (20) verläuft.
3. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Schwenkachse (30) quer zur Drehachse (26) der Seilwinde (20) verläuft.
4. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwenkzylinder (40) einen ersten Anlenkpunkt (42) am Trägerfahrzeug (12) und
einen zweiten Anlenkpunkt (44) an der Seilwinde (20) aufweist.
5. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Anlenkpunkt (42) in einer Betriebsposition der Seilwinde (20) unterhalb
der Seilwinde (20) angeordnet ist.
6. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Anlenkpunkt (44) in seitlicher Richtung der Seilwinde (20) außermittig
bezüglich der Drehachse (26) der Seilwinde (20) angeordnet ist.
7. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Anlenkpunkt (44) in seitlicher Richtung der Seilwinde (20) zwischen zwei
Lagergelenken (52, 56) angeordnet ist, welche die erste Schwenkachse (28) der Seilwinde
(20) bilden.
8. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Stellzylinder (80) vorgesehen ist, mit welchem der erste Schwenkbolzen
(62) und/oder der zweite Schwenkbolzen (64) zustellbar und/oder lösbar ist.
9. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein gemeinsames Lagergelenk (56) für die Verschwenkung um die erste Schwenkachse
(28) und die Verschwenkung um die zweite Schwenkachse (30) vorgesehen ist.
10. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Lagergelenk (56) ein dreiachsig bewegbares Lagergelenk ist.
11. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Lagergelenk (56) einen Schwenkbolzen (66) mit einem Kugelkopf aufweist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Bauarbeitsgerät, insbesondere zur Bodenbearbeitung, mit
- einem Trägerfahrzeug (12),
- einem Mast (18) und
- einer an dem Trägerfahrzeug (12) gelagerten Seilwinde (20), welche einen Windenrahmen
(22) und eine darin um eine Drehachse (26) drehbar gelagerte Seiltrommel (24) aufweist,
wobei
- die Seilwinde (20) um eine erste Schwenkachse (28) mit einem ersten Schwenkbolzen
(62) verschwenkbar an dem Trägerfahrzeug (12) gelagert ist,
- mindestens ein Schwenkzylinder (40) vorgesehen ist, mit welchem die Seilwinde (20)
um die erste Schwenkachse (28) verschwenkbar ist,
- der erste Schwenkbolzen (62) zum Lösen der ersten Schwenkachse (28) lösbar und zumindest
ein zweiter Schwenkbolzen (64) an die Seilwinde (20) zum Bilden einer zweiten Schwenkachse
(30) zustellbar ist, welche von der ersten Schwenkachse (28) beabstandet ist, und
- die Seilwinde (20) mittels des Schwenkzylinders (40) um die zweite Schwenkachse
(30) verschwenkbar ist, welche quer zur Drehachse (26) der Seilwinde (20) verläuft.
2. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Schwenkachse (28) parallel zur Drehachse (26) der Seilwinde (20) verläuft.
3. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwenkzylinder (40) einen ersten Anlenkpunkt (42) am Trägerfahrzeug (12) und
einen zweiten Anlenkpunkt (44) an der Seilwinde (20) aufweist.
4. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Anlenkpunkt (42) in einer Betriebsposition der Seilwinde (20) unterhalb
der Seilwinde (20) angeordnet ist.
5. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Anlenkpunkt (44) in seitlicher Richtung der Seilwinde (20) außermittig
bezüglich der Drehachse (26) der Seilwinde (20) angeordnet ist.
6. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Anlenkpunkt (44) in seitlicher Richtung der Seilwinde (20) zwischen zwei
Lagergelenken (52, 56) angeordnet ist, welche die erste Schwenkachse (28) der Seilwinde
(20) bilden.
7. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Stellzylinder (80) vorgesehen ist, mit welchem der erste Schwenkbolzen
(62) und/oder der zweite Schwenkbolzen (64) zustellbar und/oder lösbar ist.
8. Bauarbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein gemeinsames Lagergelenk (56) für die Verschwenkung um die erste Schwenkachse
(28) und die Verschwenkung um die zweite Schwenkachse (30) vorgesehen ist.
9. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Lagergelenk (56) ein dreiachsig bewegbares Lagergelenk ist.
10. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Lagergelenk (56) einen Schwenkbolzen (66) mit einem Kugelkopf aufweist.