[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fugenband für den Straßenbau zur Herstellung
von Nähten und/oder Anschlüssen insbesondere bei Deckschichten aus Asphaltmischgut
als auch ein Verfahren zur Verlegung eines solchen Fugenbandes und dessen Verwendung.
[0002] Gattungsgemäße Fugenbänder sind aus dem Stand der Technik bekannt. Fugenbänder auf
Bitumenbasis werden seit Jahrzehnten im Straßenbau zur Herstellung von Nähten und/oder
Anschlüssen eingesetzt. Nähte im Sinne der vorliegende Erfindung entstehen bei einem
Verbund von nebeneinander liegenden Einbaubahnen aus Mischgütern mit vergleichbaren
Eigenschaften, wohingegen Anschlüsse im Sinne der vorliegenden Erfindung Verbindungen
zum Beispiel von Einbaubahnen aus Mischgütern mit unterschiedlichen Eigenschaften
bezeichnet. Beispielsweise können auch Anschlüsse zwischen Beton und Asphalt vorgesehen
werden. Darüber hinaus wird im Sinne der vorliegenden Erfindung unter dem Begriff
Anschluss auch verstanden der Einsatz von Fugenbändern bei Herstellung von Einbaubahnen
aus Mischgut, die an Einbauten wie beispielsweise Kanaldeckel, Abläufe oder Ähnliches
münden, wobei das Mischgut an diese verdichtet wird.
[0003] Mischgut kann dabei insbesondere jede Art von Asphalt sein, und ist insbesondere
im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Asphaitmischgut, beispielsweise Walzasphalt
einschließlich Asphaltbeton, offenporiger Asphalt, (Splitt-)Mastix-Asphalt oder Gussasphalt.
[0004] Gattungsgemäße Fugenbänder werden insbesondere bei der Erneuerung und der Reparatur
von Straßenbahndecken eingesetzt, um eine Verbindung zwischen der alten Fahrbahndecke
und der neu hergestellten Fahrbahndecke beziehungsweise dem reparierten Tellstück
zur Verfügung zu stellen. Die dabei hergestellte Verbindung sollte vorzugsweise wasserdicht
sein, aber auch eine gewisse Gelenkigkeit zur Verfügung stellen in Hinblick auf die
Ausdehnung von Straßenbahndecken In der Wärme und Kälte, allgemein bei Temperaturschwankungen,
oder durch Beanspruchung einschließlich Erschütterungen durch überfahrenden Verkehr.
[0005] Gattungsgemäße Fugenbänder werden auch als vertikale oder stehende Fugenbänder bezeichnet,
die an die Flanke einer Einbaubahn oder von Einbauten, welche gegebenenfalls vorher
gefräst und gesäubert wurde und als Fugenflanke in Bezug auf die später durch Anbau
einer weiteren Einbaubahn entstehenden Fuge bezeichnet wird, mit einer ihrer Längsseiten
angelegt und angedrückt werden. Gattungsgemäße Fugenbänder werden maschinell als vorgeformte
thermoplastische Bandprofile hergestellt, wobei ein Fugenband üblicherweise eine Höhe
in einem Bereich von etwa 2 cm bis etwa 5 cm und eine Breite von etwa 0,4 cm bis etwa
1,5 cm aufweist. Der Profilquerschnitt Ist üblicherweise in etwa rechteckig ausgebildet,
oftmals mit einer leicht tonnenartigen Verdickung in der Mitte und Abrundungen am
oberen und unteren Ende.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind seit Jahrzehnten bekannt einschichtige Fugenbänder,
welche ausschließlich aus einem bitumenhaltigen Material hergestellten Fugenbandkörper
bestehen. Diese werden zur Bewirkung einer hinreichenden Haftung an der Flanke der
bestehenden Einbaubahn oder an Einbauten mit Hilfe einer Propangasflamme angewärmt
und dadurch oberflächlich angeschmolzen, wobei auch die Flanke selbst angewärmt werden
kann, wobei dann nachfolgend das Fugenband an die Flanke angedrückt wird. Hierdurch
soll nicht eine dichte, insbesondere wasserdichte Verbindung zwischen dem Fugenband
über dessen Andruckseite und der Flanke der bestehenden Einbaubahnen erzielt werden,
diese wird erst nachfolgend nach Verdichten von Mischgut erzielt, wobei dann der Fugenbandkörper/das
Fugenband hinreichend, d. h. mehr als oberflächlich anschmilzt, um eine solche dichte
Verbindung zur Verfügung zu stellen, Dabei kann je nach Temperatur des Mischgutes
gegebenenfalls sogar eine Durchschmelzung des Fugenbandes erfolgen. Anschließend wird
durch Walzung das Mischgut verdichtet. Dabei wird auch ein Überstand des Fugenbandes
über die Oberseite der Einbaubahn mitverwalzt, so dass ein Ausbrechen von Körnem an
den Kanten der beiden gegeneinander eingebauten Einbaubahnen verhindert ist und Ausbrüche,
beispielsweise hervorgerufen durch ein Fräsen der Flanke, verfüllt werden.
[0007] Des Weiteren ist aus dem Stand der Technik, belspielsweise aus der
DE 196 03 889 A1 ein Fugenband bekannt, welches auf mindestens einer Seite mit einer Klebeschicht
versehen ist. Das dort beschriebene Fugenband ist somit im Prinzip zweischichtig aufgebaut,
und besteht aus dem Fugenbandkörper und einer auf einer Seite desselben angeordneten
Klebeschicht. Der große Vorteil dieses Fugenbandes ist, dass auch ohne Einsatz einer
Propangasflamme eine ausreichende Haftung an der Flanke einer bestehenden Einbaubahn
einfach durch Andrücken des Fugenbandes erzielt wird, so dies die Außentemperaturen
zulassen. Das nachfolgende Anwalzen des Mischgutes und die sonstigen Arbeitsschritte
entsprechen dann denjenigen, die von den einschichtigen Fugenbändern her bekannt sind.
[0008] Die in der
DE 196 03 896 A1 offenbarte Klebeschicht ist dabei eine solche, welche auf Basis von Kohlenwasserstoffharzen
und verschiedenen Styrolbutadien-Blockcopolymeren und Styrol-Isopren-Blockcopolymeren,
insbesondere Triblockcopolymeren, gefertigt ist. Im Unterschied hierzu schlägt
EP 1 023 414 A1 eine Klebeschicht auf Bitumenbasis vor. Des Weiteren sei noch auf
EP 1 983 102 A2 verwiesen, welche ebenfalls ein gattungsgemäßes Fugenband offenbart, jedoch darauf
abstellt, dass der Fugenbandkörper ausreichend klebrig ausgebildet ist, und mit einer
Deckschicht geringerer Klebrigkeit versehen ist. Jedoch kann gemäß der Lehre dieser
Druckschrift die Deckschicht selbst eine größere Stärke aufweisen als der Fugenbandkörper,
so dass der Fugenbandkörper im Sinne dieser Druckschrift im Sinne des Standes der
Technik selbst als Klebeschicht und die Deckschicht als Fugenbandkörper anzusprechen
ist.
[0009] Bei beiden vorgenannten, aus dem Stand der Technik bekannten Arten von Fugenbändern
kann zudem grundsätzlich vor Andrücken des Fugenbandes an die Flanke einer bestehenden
Einbaubahn diese Flanke mit einem Primer, auch Voranstrich genannt, behandelt werden,
Derartige Primer können auch selbst eine Klebewirkung aufweisen.
[0010] Die Fugenbandkörper der aus dem Stand der Technik bekannten Fugenbänder weisen allenfalls
eine geringe Klebrigkeit auf. Die Klebrigkeit von Bitumenmaterialien kann durch die
Zugabe von mineralischen Füllstoffen beeinflusst, insbesondere herabgesetzt werden.
Die geringe Klebrigkeit der Fugenbandkörper der aus dem Stand der Technik bekannten
Fugenbänder ist alleine nicht ausreichend, eine hinreichende Haltung des Fugenbandes
an der Flanke einer bestehenden Einbaubahn ohne Erwärmung zur Verfügung zu stellen.
Dies kann bei den mindestens zweischichtigen Fugenbändern mit einem Fugenbandkörper
und einer auf einer Längsseite desselben angeordneten Klebeschicht ja gerade unterbleiben.
[0011] Grundsätzlich werden die aus dem Stand der Technik bekannten Fugenbänder auf wenigstens
einer Seite mit einer Trennlage, beispielsweise aus einem Wachspapier oder einem Vlies,
versehen, und im aufgerollten Zustand verpackt. Durch die Trennlage ist sichergestellt,
dass ein Verkleben oder Verschmelzen bei Einwirkung von Wärme auf die Verpackung des
aufgerollten Fugenbandes unterbleibt, so dass dieses sicher gelagert und vor Ort auch
verarbeitet werden kann.
[0012] Wesentlich für die Funktion der gattungsgemäßen Fugenbänder Ist, dass diese die durch
mechanische Beanspruchungen durch Überfahren als auch durch Wärme beziehungsweise
Kälte, allgemeiner durch Temperaturschwankungen verursachten Belastungen aufnehmen.
Besonders relevant ist dabei die Fähigkeit der gattungsgemäßen Fugenbänder, über ein
ausreichendes Dehnvermögen zu verfügen, um Änderungen der Fugenbreite, die nachfolgend
dem Einbau der neuen Einbaubahn zwischen dieser und der alten Einbaubahn gebildet
ist, und mit dem gattungsgemäßen Fugenband gefüllt ist, von mindestens 10 % zu kompensieren.
Hier hat sich gezeigt, dass gerade im Bereich modernen Asphaltmischgutes, wie beispielsweise
offenporigem Asphalt, das Dehnvermögen von aus dem Stand der Technik bekannten Fugenbändern
unter Umständen nicht ausreicht, um die Änderungen der Fugenbreiten nachzuvollziehen.
Dies auch in Hinblick auf die oftmals in den Sommermonaten erhöhten Temperaturen,
oftmals verstärkt durch dunkelfarbige Einbaubahnen, und die Erhöhung der Belastungen
durch mechanisches Überfahren immer schwererer Automobile. Darüber hinaus weisen aus
dem Stand der Technik bekannte einschichtige Bitumenfugenbänder den Nachteil auf,
dass die für eine erfolgreiche Verarbeitung derselben notwendige Erwärmung mit einer
Propangasflamme recht zeitaufwändig ist. Darüber hinaus führt selbst eine geringe
Klebrigkeit des Fugenbandkörpers/des Fugenbandes zu einer Anhaftung von Schmutzpartikeln,
welche die Handhabung der Fugenbänder erschwert. Letzteres gilt auch bei mindestens
zweischichtigen Fugenbändern mit einem Fugenbandkörpers und einer auf einer Längsseite
desselben angeordneten Klebeschicht. Dabei ist auch zu bedenken, dass bei Ablegen
eines solchen mit einer Klebeschicht versehenen Fugenbandes das Trennpapier abgezogen
werden muss, und dann die Klebeschicht offen liegt, so dass hier auch ein versehentliches
Verkleben des Fugenbandes mit anderen Gegenständen auf der Baustelle oder des Fugenbandes
mit sich selbst unter Ausbildung von Schlaufen oder Ähnlichem ermöglicht ist.
[0013] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gattungsgemäßes Fugenband zur
Verfügung zu stellen, welches die im Stand der Technik genannten Nachteile nicht aufweist.
[0014] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Fugenband für den Straßenbau zur Herstellung
von Nähten und/oder Anschlüssen insbesondere bei Deckschichten aus Asphaltmischgut,
umfassend einen Fugenbandkörper aus einem bitumenhaltiges Material und mindestens
eine auf diesem angeordnete Klebeschicht, wobei die Klebeschicht durch thermische
und/oder chemische Aktivierung eine Klebrigkeit aufweist, die eine zur Herstellung
von Nähten und/oder Anschlüssen hinreichende Haftung an einer Flanke der Naht und/oder
des Anschlusses ermöglicht, und im nicht aktivierten Zustand bei einer Temperatur
von 23 °C keine solche Haftung vermittelt. Damit ist das erfindungsgemäße Fugenband
zumindest zweischichtig aufgebaut, mit dem Fugenbandkörper als einer Schicht und der
mindestens einen Klebeschicht als weiteren Schicht. Die Klebeschicht ist gesondert
von dem Fugenbandkörper ausgebildet und auf diesem angeordnet, wobei eine gewisse
Eindringung der Klebeschicht in den Fugenbandkörper möglich ist und gegebenenfalls
aufgrund des Herstellungsverfahrens auch nicht vermieden werden kann. Es werden auf
jeden Fall zwei getrennte Massen für den Fugenbandkörper und für die Klebeschicht
eingesetzt. Vorzugsweise ist die Klebeschicht zumindest in einem Temperaturbereich
von etwa -20 °C bis etwa +45 °C, bevorzugt von etwa -10 °C bis etwa 42 °C, weiter
bevorzugt in einem Temperaturbereich von etwa 5 °C bis etwa 40 °C, im Wesentlichen
nicht klebrig. Auch Kombinationen der vorgenannten Grenzwerte sind möglich.
[0015] Das erfindungsgemäße Fugenband weist den großen Vorteil auf, dass dieses die Anhaftung
von Schmutzpartikeln auf der Klebeschicht vor Aktivierung derselben vermeidet, da
diese bei üblichen Außentemperaturen, bei welchen gattungsgemäßen Fugenbänder verwendet
werden, nicht klebrig ausgebildet sind. Hierdurch ist auch die Lagerfähigkeit und
Transportfahigkeit als auch die Handhabung des erfindungsgemäßen Fugenbandes auf der
Baustelle erleichtert, insbesondere wenn dieses auf beiden Längsseiten und über die
volle Seitenfläche des Fugenbandkörpers angeordnet die Klebeschicht aufweist. Zudem
weist das erfindungsgemäße Fugenband ein verbessertes Dehnvermögen gegenüber den aus
dem Stand der Technik bekannten Fugenbändern, insbesondere einschichtigen auf, man
kann in etwa von einer Verdopplung eines üblichen Dehnvermögens einschichtiger bekannter
Fugenbänder sprechen, wodurch den erhöhten Anforderungen an das Dehnvermögen von Fugenbändern
Rechnung getragen ist. Zudem ermöglicht die Vorsehung einer aktivierbaren Klebeschicht
eine hochklebrige Ausbildung derselben nach Aktivierung, wobei die Klebrigkeit dann
deutlich über diejenige hinausgeht, die bei aus dem Stand der Technik bekannten zweischichtigen
Fugenbändern mit einer Klebeschicht auf einem Fugenbandkörper bekannt ist. Zudem haftet
die aktivierbare Klebeschicht nicht am Trennpapier, so dass ein Aufrollen des erfindungsgemäßen
Fugenbandes ohne Vorsehung einer Trennlage aus Trennpapier oder Ähnlichem ermöglicht
ist. Dies ist insbesondere bei Anordnung von jeweils einer Klebeschicht auf jeweils
einer Seitenfläche des Fugenbandkörpers vorteilhaft. Und schließlich ist im Vergleich
zu den einschichtigen Fugenbändern aus dem Stand der Technik auch eine erheblich kürzere
Aktivierungszelt, insbesondere bei einer thermischen Aktivierung, erzielbar, da die
Klebeschicht schneller aktivierbar ist als dass ein Fugenbandkörper oberflächlich
angeschmolzen wird. Es reicht bereits eine Aktivierungszeit in einem Bereich von 0,1
Sekunden bis 5 Sekunden, bevorzugt 0,2 Sekunden bis 1 Sekunden, aus, um die Klebeschicht
des erfindungsgemaßen Fugenbandes zu aktivieren und damit eine starke Klebrigkelt
desselben hervorzurufen, im Unterschied zu einer bei einschichtigen Fugenbändern notwendigen
Anschmelzzeit in einem Bereich von üblicherweise 5 Sekunden bis 10 Sekunden, eher
noch länger, um anschließen aufgrund des angeschmolzenen Fugenbandes/Fugenbandkörpers
eine ausreichende Haltung und damit Haftung desselben an der Fugenflanke zu ermöglichen.
[0016] Die Verarbeitung von erfindungsgemäßen Fugenbändern wird insbesondere bei Einsatz
maschineller oder automatischer Verarbeitungseinrichtungen für Fugenbänder begünstigt,
da durch die Vorsehung einer aktivierbaren Klebeschicht eine Verhaftung zu Umlenk-,
Andruck- und anderen Führungselementen unterbunden ist. "Im Wesentlichen nicht klebrig"
im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass die Klebeschicht bis zu einer Temperatur
von nahezu 50 °C, insbesondere in dem genannten Temperaturbereich, bei Berührung mit
den Fingern einer Hand des Bedienpersonals allenfalls einen leichten Eindruck einer
Haftung beziehungsweise Klebung vermittelt. Schmutzpartikel mit einer Körnung größer
0,5 mm können auf der Klebeschicht nicht anhaften. Vorteilhafterweise ist die Klebeschicht
bei einer Temperatur von 23 °C weiter bevorzugt nicht klebrig, d. h. insbesondere
wird bei einer Berührung mit den Fingern einer Hand kein Eindruck einer Haftung und
Klebrigkeit dem Finger vermittelt.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Klebrigkeit der Klebeschicht im nicht aktivierten Zustand
geringer als die Klebrigkeit des Fugenbandkörpers selbst. Die Klebrigkeit selbst wird
durch die Klebeschicht nach Aktivierung zur Verfügung gestellt, und reicht aus, das
erfindungsgemäße Fugenband bestimmungsgemäß und funktionsgemäß an einer Flanke einer
Naht und/oder eines Anschlusses zur Anhaftung zu bringen, so dass dieses dort im Sinne
einer Vormontage desselben gehalten wird, so dass der nachfolgende Einbau der Einbaubahnen
sichergestellt ist, ohne dass es zu einem Abfall des an der Flanke anhaftenden erfindungsgemäßen
Fugenbandes von dieser kommt. Im Sinne der vorliegenden Erfindung weist dann die Klebeschicht
eine Klebrigkeit auf, die eine hinreichende Haftung an der Flanke ermöglicht.
[0018] Der Fugenbandkörper des erfindungsgemäßen Fugenbandes hat vorzugsweise eine Höhe
von etwa 2 cm bis etwa 5 cm und eine Stärke von etwa 0,4 cm bis etwa 1,8 cm, und weist
somit einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt, gegebenenfalls genau rechteckigen
Querschnitt, auf. Aufgrund der Fertigungsverfahren für den Fugenbandkörper ist der
Querschnitt dabei etwas tonnenförmig ausgestaltet dahingehend, dass in der Mitte eine
leichte Verdickung erfolgt, und an der Ober- und Unterseite Abrundungen vorliegen.
Die mindestens eine Klebeschicht wird auf mindestens einer Seitenfläche des Fugenbandes
aufgebracht, und bedeckt diese zumindest teilweise, vorzugsweise nahezu vollständig
beziehungsweise vollständig. Dabei kann die Klebeschicht auch in Form eines Musters,
beispielsweise eines Waffelmusters, oder aber linienförmig oder ähnlich aufgebracht
werden. Die Klebeschicht weist vorzugsweise eine Stärke in einem Bereich von etwa
0,1 mm bis etwa 5 mm, vorzugsweise in einem Bereich von etwa 0,5 mm bis etwa 2 mm,
noch weiter bevorzugt von etwa 0,6 mm bis etwa 1,3 mm, auf.
[0019] Bitumenhaltiges Material im Sinne der vorliegenden Erfindung, aus welchem der Fugenbandkörper
gebildet ist, bezeichnet jedwedes Material, welches Bitumen enthält, insbesondere
in einer Menge von mindestens 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers.
Das bitumenhaltige Material kann neben Bitumen auch andere Materialien, wie Insbesondere
mineralische und/oder Cellulose-Füllstoffe, Weichmacher, Polymere et cetera aufweisen.
Durch den Zusatz von Polymeren wird insbesondere die Elastizität von Bitumen erhöht,
man spricht dann von polymervergütetem Bitumen, und soweit dieses Anforderungen für
den Straßenbau erfüllt, auch von polymervergütetem Straßenbaubitumen. Auch kann das
bitumenhaltige Material aus mehreren verschiedenen Bitumen gebildet sein, beispielsweise
Bitumen mit einer unterschiedlichen Nadelpenetration, gemessen gemäß DIN EN 1426.
Vorzugsweise weist das bituminöse Material ein Bitumen mit einer Nadelpenetration
In einem Bereich von etwa 160 bis 220 gemäß DIN EN 1428 je 0,1 mm auf.
[0020] Das für die Herstellung von Deckschichten verwendete Mischgut ist insbesondere ein
Asphaltmischgut, vorzugsweise im Sinne der vorliegenden Erfindung dabei ein solches,
wie dieses weiter vorstehend bei der Darlegung des allgemeinen Standes der Technik
beschrieben ist, und kann insbesondere ausgewählt sein aus einer Gruppe umfassend
Walzasphalt und Gussasphalt, und kann insbesondere Asphaltbeton, (Spiltt-)Mastix-Asphalt
und/oder offenporigen Asphalt (PA) sein.
[0021] Die Klebeschicht kann grundsätzlich einlagig, jedoch auch mehrlagig sein. Eine Mehrlagigkeit
wird beispielsweise dadurch erreicht, dass bei der Herstellung des erfindungsgemäßen
Fugenbandes in mehreren Arbeitsschritten mehrere Lagen der Klebeschicht aufgebracht
werden.
[0022] Erfindungsgemäß ist die mindestens eine Klebeschicht chemisch und/oder thermisch,
weiter bevorzugt thermisch, aktivierbar. Eine chemische Aktivierung kann beispielsweise
durch Besprühen oder sonstwie erfolgendes Benetzen der Klebeschicht beispielsweise
mit einem Lösemittel wie Ethanol, Aceton oder Essigsäure oder sonstigen Carbonsäuren
erfolgen. Es können jedoch auch sonstige aus dem Stand der Technik bekannte chemische
Aktivatoren, auch solche auf Isocyanat-Basis, eingesetzt werden. Bevorzugt erfolgt
die Aktivierung jedoch thermisch, insbesondere durch die bereits aus dem Stand der
Technik bekannte Propangasflamme, wobei vorteilhafterweise die Dauer der Aktivierung
erheblich verringert ist Im Vergleich zu insbesondere einschichtigen, aus dem Stand
der Technik bekannten Fugenbändern, wobei die Dauer vorteilhafterweise in einem Bereich
von etwa 0,1 Sekunden bis etwa 30 Sekunden, bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,2
Sekunden bis etwa 15 Sekunden, noch weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,3
Sekunden bis etwa 3 Sekunden, und besonders bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,5
Sekunden bis etwa 2 Sekunden, liegt. Durch die Aktivierung wird eine starke Klebrigkelt
der Klebeschicht zur Verfügung gestellt, wodurch diese sicher an der Flanke einer
vorhandenen Einbaubahn hält, so dass eine erfolgreiche Herstellung von Nähten und/oder
Anschlüssen ermöglicht ist. Unter thermischer Aktivierung im Sinne der vorllegenden
Erfindung fallen dabei auch Aktivierungen durch Bestrahlung, soweit hierdurch eine
Erwärmung in der Klebeschicht erfolgt, wie dies beispielsweise durch Anwendung von
Mikrowellenstrahlen oder Ähnlichem möglich ist. Im Übrigen ist es im Sinne der vorliegenden
Erfindung nicht schädlich, wenn durch die Aktivierung der Klebeschicht zumindest tellweise
auch ein Anschmelzen des Fugenbandkörpers erfolgt, Dieses ist Jedoch nicht notwendig,
um den Erfolg, der mit dem erfindungsgemäßen Fugenband erreichbar ist, zu erzielen.
[0023] Besonders bevorzugt weist das erfindungsgemäße Fugenband ein Dehnvermögen nach dem
Fugenmodell von Rabe gemäß der schweizerischen Norm SNV 971920 bei einer Temperatur
von -10°C In einem Bereich von etwa 16 % bis etwa 50 % auf. Übliche einschichtige
anschmelzbare Fugenbänder weisen Dehnvermögen in einem Bereich von etwa 7 % bis etwa
13 % auf. Bevorzugt weist das erfindungsgemäße Fugenband ein Dehnvermögen in einem
Bereich von etwa 20 % bis etwa 45 %, weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 22
% bis etwa 38 % auf. Ebenfalls nach dem Fugenmodell von Rabe kann die Spannung an
der Fugenflanke (Flankenspannung) bei Dehnung bestimmt werden, die maximal 1 N/mm
2 betragen darf. Das erfindungsgemäße Fugenband weist dabei Kräfte in einem Bereich
von etwa 0,2 N/mm
2 bis etwa 0,6 N/mm
2, bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,25 N/mm
2 bis etwa 0,6 N/mm
2 auf. Bei der Bestimmung des Dehnvermögens als auch der aufzuwendenden Kräfte, um
die Spannung an der Fugenflanke bei Dehnung zu beschreiben, nach dem Fugenmodell von
Rabe wird zwischen zwei Betonprismen eine Modellfuge mit den Abmessungen 200 x 30
x 15 mm mit dem zu prüfenden Fugenband-System ausgebildet. Dieses Fugenband-System
wird anschließend einer definierten Dehnung unterzogen. Die Dehnung erfolgt alle 6
Minuten in 0,1 mm-Schritten, nachdem die Betonprismen unter Verwendung eines Abstandhalters
auf eine Fugenbreite von 15 mm verpresst worden sind. Die Normbetonprismen werden
dabei vor Verpressung mit einem Voranstrich, der üblicherweise systembedingt vorgegeben
und an das jeweilige Fugenband angepasst ist, beschichtet. Der durch die Normbetonprismen
und das Fugenband gebildete Prüfkörper wird nach Entfernung des Abstandhalters bei
-10 °C eingelagert, und nach Erreichen der Prüftemperatur von -10 °C dann in das Messgerät,
das so genannte Rabe-Gerät eingebaut, und gemäß der schweizerischen Norm SNV 671920
das Dehnvermögen bestimmt. Das bei der vorliegenden Erfindung eingesetzte Rabe-Prüfgerät
der Firma Maschinen- und Gerätebau Josef Freundl, Wennegsen, Deutschland, des Typs
FM-R wurde für den vollautomatischen Betrieb umgerüstet, und Kraft-Weg-Messungen durchgeführt
und Weg und Kraft permanent aufgezeichnet. Mit dieser Messvorrichtung wurde für das
erfindungsgemäße Fugenband auch die maximale Kraft F
max bei Dehnung ermittelt, welche in einem Bereich von etwa 1000 N bis etwa 4000 N, bevorzugt
In einem Bereich von etwa 1200 N bis etwa.3700 N, noch weiter bevorzugt in einem Bereich
von etwa 1300 N bis 3600 N liegt.
[0024] Vorteilhafterweise umfasst der Fugenbandkörper neben mindestens einem Bitumenmaterial
mindestens einen Weichmacher, mindestens einen mineralischen Füllstoff und/oder mindestens
ein Polymer. Der mindestens eine Weichmacher ist dabei vorzugsweise ausgewählt aus
einer Gruppe umfassend Öle, Insbesondere mineralische Öle einschließlich Weißöle.
Weichmacher können im Fugenbandkörper in einer Menge in einem Bereich von etwa 1 Gew.-%
bis etwa 10 Gew.-%, bevorzugt in einem Bereich von etwa 2 Gew.-% bis etwa 6 Gew.-%,
bezogen jeweils auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers, zugegen sein.
[0025] Der mindestens eine mineralische und/oder Cellulose-Füllstoff, welcher gemäß der
vorliegenden Erfindung vom Fugenbandkörper umfasst ist, kann beispielsweise in Form
von Mehl oder Fasern, beispielsweise als Gesteinsmehl, vorliegen. Beispielsweise kann
dem Fugenbandkörper Talk zugesetzt sein, d.h. insbesondere in Form von natürlichen
Gemengen aus Magnasiumsilikathydrat und Magnesiumaluminiumsilikathydrat. Auch können
alternativ oder zusätzlich zu mineralischen Füllstoffen Cellulose-Füllstoffe, insbesondere
in Form von Fasern, insbesondere Cellulosefasern, im Fugenbandkörper vorhanden sein,
vorteilhafterweise in einer Menge in einem Bereich von etwa 0,5 Gew.-% bis etwas 9
Gew.-%, weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 2 Gew.-% bis etwa 7 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers. Zusätzlich können auch Kunststoffe, Insbesondere
Polymere, insbesondere solche ausgewählt aus der Gruppe der natürlichen und synthetischen
Kautschuke und/oder Polyolefine, zugesetzt werden, auch in 5 Form von Fasern. Insbesondere
kann dabei natürilcher und synthetischer Kautschuk, insbesondere Isobuten-Isopren-Kautschuk,
Styrol-Butadien-Kautschuk, Polybutadien-Kautschuke, EPDM-Kautschuk oder Isopren-Kautschuk
zugesetzt werden. Die natürlichen und/oder synthetischen Kautschuke sind in dem Fugenbandkörper
des erfindungsgemäßen Fugenbandes vorteilhafterweise In einer Menge in einem Bereich
von etwa 0,2 Gew.-10 % bis etwa 8 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer in einem Bereich
von etwa 0, 5 Gew.-% bis etwa 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers
enthalten. Polyolefine, vorzugsweise Polyethylene und/oder Polypropylene, weiter bevorzugt
low density-Polyethylene, sind vorzugsweise in einer Menge in einem Bereich von etwa
1 Gew.-% bis etwa 10 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge von etwa 2 Gew.-% bis
15 etwa 7 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers, In diesen
enthalten. Der Anteil mineralischer Füllstoffe, das heißt solcher Füllstoffe, welche
nach einer Veraschung des Fugenbandes noch vorliegen, liegt vorteilhafterweise in
einem Bereich von etwa 10 Gew.-% bis etwa 65 Gew.-%, weiter bevorzugt in einem Bereich
von etwa 20 Gew.-% bis etwa 55 Gew.-%, noch weiter bevorzugt in einem Bereich von
etwa 20 35 Gew.-% bis etwa 55 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des Fugenbandkörpers.
Besonders bevorzugt wird Kalksteinmehl als mineralischer Füllstoff zugesetzt, weiter
bevorzugt Kalksteinmehl, welches bei einer Siebung mit einem 63 µm-Sieb einen Rückstand
von nicht mehr als 20 Massen-%. bevorzugt nicht mehr als 15 Massen-%, und bei einer
Siebung mit einem 1.000 µm-Sieb keinen Rückstand mehr aufweist.
[0026] Das mindestens eine Bitumen, welches vom Fugenbandkörper umfasst ist, liegt in diesem
einer Menge in einem Bereich von etwa 20 Gew.-% bis etwa 80 Gew.-%, bevorzugt in einem
Bereich von etwa 30 Gew.-% bis etwa 60 Gew.-%, weiter bevorzugt in einem Bereich von
etwa 30 Gew.-% bis etwa 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse 30 des Fugenbandkörpers,
vor. Vorteilhafterweise weist das eingesetzte Bitumenmaterial mit einem Erweichungspunkt
Ring und Kugel, gemessen gemäß DIN EN 1427, in einem Bereich von etwa 35 °C bis etwa
43 °C und einer Nadelpenetration bei 23 °C, gemessen gemäß DIN EN 1426, in einem Bereich
von etwa 160 bis etwa 220 je 0,1 mm auf.
[0027] Das Bitumen kann durch den Zusatz von Polymeren, insbesondere den vorstehend genannten,
vergütet werden, so dass dann polymervergütetes Bitumen beziehungsweise Straßenbaubitumen
vorliegt. Durch die Polymervergütung wird insbesondere die Elastizität des Bitumenmateriales
verbessert. Vorteilhafterweise umfasst der Fugenbandkörper mindestens ein Polymer
in einer Menge in einem Bereich von etwa 1,5 Gew.-% bis etwa 20 Gew.-%, bevorzugt
in einem Bereich von etwa 4 Gew.-% bis etwa 15 Gew.-%. Vorteilhafterweise werden dabei
als Polymere Styrolbutadien- Diblock-, und/oder Triblock- oder eingesetzt. Die Polymere
können als Mehl, in kugeliger Form, als Granulat oder als Fasern zugesetzt werden.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die mindestens eine Klebeschicht mindestens
ein Polymer ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Polyolefine, Natur-Kautschuk, und/oder
Synthese-Kautschuk (synthetischer Kautschuk), wobei als synthetischer Kautschuk besonders
bevorzugt Styrolbutadien- und/oder Styrolisopren-Copolymere und/oder -Blockcopolymere,
insbesondere auch Mischungen von Triblock- mit DiblockCopolymeren dieser, eingesetzt
werden. Die Natur-Kautschuke beziehungsweise Synthese-Kautschuke als auch Polyolefine,
die im Fugenbandkörper eingesetzt werden können und vorstehend beschrieben sind, können
dabei auch in der Klebeschicht eingesetzt werden. Vorteilhaft werden Styrolbutadien-Copolymere
mit einem Polystyrolgehalt in einer Menge in einem Bereich von etwa 25 Gew.-% bis
etwa 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge des Polymers, ausgewählt, Bevorzugt werden
Styrolisopren-Blockcopolymere mit einem Anteil von etwa 42 % Styrolisopren-Diblockcopolymeren
und etwa 58 % Styrolisopren-Styrol-Triblockcopolymeren eingesetzt. Die Lösungsviskosität
der eingesetzten Styrolisoprenpolymere, bezogen auf 25 Gew.-% derselben In Toluol
bei 25 °C gemäß ASTM D 2196 liegt vorzugsweise in einem Bereich von etwa 500 bis etwa
1000 cps, diejenige der eingesetzten Styrolbutadien-Copolymere in einem Bereich von
etwa 2000 cps bis etwa 5000 cps, bevorzugt etwa 3000 cps bis etwa 4200 cps, letztere
gemessen gemäß der Testmethode BAM 922. Die genannten Polymere sind einer Menge in
einem Bereich von etwa 8 Gew.-% bis 25 %, bevorzugt etwa 10 Gew.-% bis 18 Gew.-%,
in der Klebeschicht enthalten, bezogen jeweils auf die Gesamtmasse der Klebeschicht.
Besonders bevorzugt sind in der Klebeschicht sowohl Styrolbutadien- als auch Styrolisopren-Copolymere
in Form von Blockcopolymeren enthalten, weiter bevorzugt etwa in gleicher Menge. Vorteilhafterweise
weist die erfindungsgemäße Klebeschicht Styrolbutadien-Copolymere beziehungsweise
-Blockcopolymere in einer Menge in einem Bereich von etwa 4 Gew.-% bis etwa 13 Gew.-%,
weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 6 Gew.-% bis etwa 10 Gew.-%, auf. Styrolisopren-Copolymere
beziehungsweise-Blockcopolymere weist die erfindungsgemäße Klebeschicht, bezogen auf
die Gesamtmasse derselben, bevorzugt in gleicher Größenordnung auf, wie dies unmittelbar
vorstehend bezogen auf Stryrolbutadien-Copolymere beziehungsweise Blockcopolymere
angegeben ist.
[0029] Weiter bevorzugt umfasst die erfindungsgemäße Klebeschicht ein weiteres Polymer ausgewählt
aus einer Gruppe umfassend Natur- und/oder Kunstharze, vorzugsweise umfassend thermoplastische
Harze, insbesondere thermoplastische Kunstharze. Besonders bevorzugt sind dabei Harze,
die aus ungesättigten aliphatischen Olefinen und/oder Dlolefinen durch thermisches
Cracking von Naphtha gewonnen werden. Besonders bevorzugt werden als thermoplastische
Harze thermoplastische aliphatische Kohlenwasserstoffharze eingesetzt, gewonnen aus
dem vorgenannten Crack-Prozess. Besonders bevorzugt werden aliphatische Kohlenwasserstoffharze
mit einem Molekulargewicht in einem Bereich von etwa 1.000 bis 5.000, bevorzugt etwa
2.000 bis 3.500, eingesetzt. Weiter bevorzugt werden aliphatische Kohlenwasserstoffharze
eingesetzt, die eine Schmelzviskosität bei 180°C gemäß ASTM D 3236 in einem Bereich
von etwa 100 cps bis etwa 800 cps, bevorzugt in einem Bereich von etwa 250 cps bis
etwa 500 cps, aufweisen. Die genannten Harze können zumindest teilweise durch Bitumen
ersetzt werden.
[0030] Die thermoplastischen Harze sind vorzugsweise in einer Menge in einem Bereich von
etwa 10 Gew.-% bis etwa 80 Gew.-%, weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 30 Gew.-%
bis etwa 60 Gew.-%. weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 35 Gew.-% bis etwa
55 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse der Klebeschicht, in der Klebeschicht enthalten.
[0031] Darüber hinaus kann vorteilhafterweise die Klebeschicht weiterhin mindestens einen
mineralischen Füllstoff, mindestens einen Weichmacher und/oder mindestens ein Bitumenmaterial
umfassen. Die entsprechenden Bestandteile können dabei ausgewählt sein aus denjenigen,
welche auch für die Herstellung des Fugenbandkörpers eingesetzt werden. Der mindestens
eine mineralische Füllstoff der mindestens einen Klebeschicht ist dabei vorzugsweise
ein Mehl, weiter bevorzugt ein Kalksteinmehl. Der mineralische Füllstoff ist vorteilhafterweise
In einer Menge von etwa 3 Gew.-% bis etwa 12 Gew.-%, weiter bevorzugt etwa 5 Gew.-%
bis etwa 9,5 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse der Klebeschicht, in dieser enthalten.
Der Weichmacher ist vorteilhafterweise in einer Menge von etwa 10 Gew.-% bis etwa
32 Gew.-%, weiter bevorzugt etwa 15 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-%, jeweils bezogen auf
die Gesamtmasse der Klebeschicht, in dieser enthalten. Darüber hinaus kann die Klebeschicht
auch Bitumen enthalten, und zwar vorteilhafterweise in einer Menge in einem Bereich
von etwa 4 Gew.-% bis etwa 14 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge von etwa 6 Gew.-%
bis etwa 12 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse der Klebeschicht.
[0032] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Verlegung eines erfindungsgemäßen
Fugenbandes, wie vorstehend beschrieben, wobei in einem ersten Schritt das Fugenband
an einer Flanke einer Naht und/oder eines Anschlusses angelegt, in einem zweiten Schritt
mindestens eine Klebeschicht chemisch und/oder thermisch aktiviert wird und in einem
dritten Schritt das Fugenband an die Flanke angedrückt wird. Vorteilhafterweise erfolgt
die Aktivierung thermisch bei einer Temperatur von mindestens 50 °C, weiter bevorzugt
bei einer Temperatur in einem Bereich von etwa 80 °C bis etwa 200 °C, weiter bevorzugt
in einem Temperaturbereich von etwa 120 °C bis 160 °C. Weiter vorteilhafterweise liegt
die Dauer der Aktivierung in einem Bereich von etwa 0,1 Sekunden bis etwa 30 Sekunden,
weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,2 Sekunden bis etwa 15 Sekunden, noch
weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 0,3 Sekunden bis 3 Sekunden. Dabei kann
durchaus auch der Fugenbandkörper zumindest teilweise angeschmolzen werden, was jedoch
dem Erfolg der vorliegenden Erfindung nicht entgegensteht. Die genannte Aktivierungsdauer
ist auf jeden Fall erheblich kürzer als diejenige, welche bei einschichtigen Fugenbändern,
welche nur einen Fugenbandkörper aufweisen, notwendig ist, um hier eine hinreichende
Haftung zur Erzielung einer Haltung des Fugenbandes an der Flanke zu erreichen.
[0033] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen
Fugenbandes zur Herstellung von Nähten und/oder Anschlüssen bei Deckschichten aus
Asphaltmischgut im Straßenbau.
[0034] Diese weiteren Vorteile werden anhand des folgenden Beispieles näher erläutert:
Es wurde ein erfindungsgemäßes Fugenband hergestellt mit einer einlagigen Klebeschicht
auf einer Seitenfläche eines aus einem bitumenhaltlgen Material hergestellten Fugenbandkörpers,
wobei die Klebeschicht die Seitenfläche zu etwa 90 Prozent bedeckt. Die Zusammensetzung
des Fugenbandkörpers und der einen Klebeschicht kann der Tabelle 1 entnommen werden.
Tabelle 1
| Bestandtelle |
Fugenbandkörper [Gew.-%] |
Klebeschicht [Gew.-%] |
| Bitumen |
35,7 |
9.2 |
| Styrolisopren-Blockcopolymer |
13,9 |
7,4 |
| Styprolbutadien-Blockcopolymer |
|
7,4 |
| Allphatiches Kohlenwasserstoffharz |
|
46,2 |
| Kalksteinmehl |
45,7 |
8,5 |
| Mineralöl |
5,4 |
21,3 |
| Polyethylen (LDPE Mw = 150.000) |
4,6 |
- |
| Isobuten-Isopren-Kautschuk |
1,9 |
- |
| Talk |
2,3 |
- |
| Cellulosefaser |
4,4 |
- |
[0035] Als Bitumen wurde eingesetzt ein solches mit einer Nadelpenetration in einem Bereich
von 160 bis 220 je 0,1 mm und einem Erweichungspunkt Ring und Kugel von 35 °C bis
43 °C Als Styrolisopren-Blockcopolymer wurde eingesetzt ein Styrolisopren-Styroltriblock/Styrolisopren-Diblockcopolymer,
weiches ein Styrolisopren-Styroltriblock/Styrolisopren-Diblock-Copolymer ist mit einem
Anteil von etwa 42 % Styrolisopren-Diblockcopolymer. Als Styrolbutadien-Blockcopolymer
wurde eingesetzt ein solches, welches etwa 31 Gew.-% Polystyrol aufweist, bezogen
auf die Gesamtmenge des Polymers. Als aliphatisches Kohlenwasserstoffharz wurde ein
thermoplastisches Harz mit einem Erweichungspunkt In einem Bereich von etwa 94° bis
etwa 102° gemäß ASTM E28 und einer Schmelzviskosität (BRF) bei 160°C von 1,45 cps,
gemessen gemäß ASTM D3236, eingesetzt. Das eingesetzte Kalksteinmehl wies einen Anteil
an CaCO
3 von 97 Massen-%, und einen Rückstand bei Siebung mit einem 90 µm-Sieb von 6,4 Massen-%
auf. Das eingesetzte Mineralöl wies einen Schmelzpunkt von etwa -18 °C und eine Viskosität
von etwa 150 cSt bei 40°C auf. Das eingesetzte Talk wies einen Gehalt an SiO
2 von etwa 50 % und einem Gehalt von MgO von etwa 28 % auf bei einem Glühverlust bei
1.050 °C über eine Stunde von 9 %. Die Cellulosefasern wiesen einen Cellulosegehalt
von etwa 75 % und einen Aschegehalt nach Veraschung von etwa 20 % auf sowie eine durchschnittliche
Faserlänge von etwa 1.000 µm und bei einer durchschnittlichen Faserdicke von etwa
40 µm auf. Als Polyethylen wurde ein Low Density-Polyethylen (LDPE) mit einem Molekulargewicht
M
w von 150.000, einer Dichte von etwa 0,93 g/cm
3, einer Schmelztemperatur von etwa 114°C und einem Schmelzindex von 0,3 g/10 min eingesetzt.
Der eingesetzte Isobuten-Isopren-Kautschuk wies eine Mooney-Viskosität in einem Bereich
von 46 bis etwa 56 auf.
[0036] Das erfindungsgemäße Fugenband, hergestellt auf Grundlage der vorstehend genannten
Zusammensetzung durch zunächst Herstellung eines Fugenbandkörperprofils mit einer
Abmessung von etwa 4 cm Höhe und etwa 1 cm Breite wurde mit einer Klebeschicht in
einer Dicke von 0,8 mm versehen. Alternativ ist es auch möglich, das erfindungsgemäße
Fugenband durch Koextrusion herzustellen.
[0037] Das erfindungsgemäße Fugenband wurde anschließend in Hinblick auf sein Dehn- und
Haftvermögen nach dem Fugenmodell von Rabe, wie in der Beschreibung dargelegt, untersucht,
und dabei mit den auf dem Markt befindlichen Produkten TOK-Band SK und TOK-Band Spezial
der Firma DENSO GmbH, Leverkusen, verglichen. Dabei wurden für das TOK-Band SK ein
Dehnvermögen von 12 %, für das TOK-Band Spezial von 12,7 % und für das erfindungsgemäße
Fugenband von über 30 % festgestellt, was einer nahezu Verdreifachung des Dehnvermögens
des erfindungsgemäßen Fugenbandes gegenüber diesen aus dem Stand der Technik bekannten
Fugenbänder, Die Flankenspannung wurde beim TOK-Band SK mit 0,28 N/mm
2, beim TOK-Band Spezial mit 0,41 N/mm
2 und beim erfindungsgemäßen Fugenband mit 0,39 N/mm
2 bestimmt.
[0038] Das erfindungsgemäße Fugenband ist somit im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik
bekannten Fugenbändern nicht nur einfacher handhabbar aufgrund der deutlichen Reduzierung
der Anhaftung von Schmutzpartikeln, sondern weist darüber hinaus ein überragendes
Dehnvermögen auf, welches in Hinblick auf die erhöhten Beanspruchungen von Fahrbahnen
dieses prädestiniert, im Straßenbau eingesetzt zu werden.
1. Fugenband für den Straßenbau zur Herstellung von Nähten und/oder Anschlüssen insbesondere
bei Deckschichten aus Asphaltmischgut, umfassend einen Fugenbandkörper aus einem bitumenhaltigen
Material und mindestens eine auf diesem angeordnete Klebeschicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht durch thermische und/oder chemische Aktivierung eine Klebrigkeit
aufweist, die eine zur Herstellung von Nähten und/oder Anschlüssen hinreichende Haftung
an einer Flanke der Naht und/oder des Anschlusses ermöglicht, und wobei die Klebeschicht
im nichtaktivierten Zustand bei Raumtemperatur (23 °C) keine solche Haftung vermittelt.
2. Fugenband gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht zumindest In einem Temperaturbereich von etwa -20 °C bis etwa 45
°C Im Wesentlichen nicht klebrig ist.
3. Fugenband gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Dehnvermögen nach dem Fugenmodell von Rabe gemäß der schweizerischen Norm
SNV 671920 bei einer Temperatur von -10 °C in einem Bereich von etwa 16 % bis etwa
50 % aufweist.
4. Fugenband gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fugenbandkörper neben mindestens einem Bitumenmaterial mindestens einen Weichmacher,
mindestens einen mineralischen und/oder Cellulose-Füllstoff und/oder mindestens ein
Polymer umfasst.
5. Fugenband gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht mindestens ein Polymer umfasst ausgewählt aus einer Gruppe umfassend
Polyoleflne, Natur-Kautschuk und/oder Synthese-Kautschuk.
6. Fugenband gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht weiterhin mindestens ein Polymer umfasst ausgewählt aus der Gruppe
der Natur- und/oder Kunstharze.
7. Fugenband gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass dieses mindestens ein thermoplastisches Harz in einer Menge in einem Bereich von
etwa 30 Gew.-% bis etwa 60 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse der Klebeschicht, umfasst.
8. Fugenband gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht weiterhin mindestens einen mineralischen Füllstoff, mindestens einen
Weichmacher und/oder mindestens ein Bitumenmaterial umfasst.
9. Verfahren zur Verlegung eines Fugenbandes gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt das Fugenband an einer Flanke einer Naht und/oder eines Anschlusses
abgelegt, in einem zweiten Schritt die mindestens eine Klebeschicht chemisch und/oder
thermisch aktiviert und in einem dritten Schritt das Fugenband an die Flanke angedrückt
wird,
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktivierung thermisch bei einer Temperatur von mindestens 50 °C erfolgt.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der Aktivierung der Klebeschicht in einem Bereich von etwa 0,1 Sekunden
bis etwa 30 Sekunden liegt.
12. Verwendung eines Fugenbandes gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Herstellung von
Nähten und/oder Anschlüssen bei Deckschichten aus Asphaltmischgut Im Straßenbau.