[0001] Die Erfindung betrifft eine aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine mit
- mindestens einem Zylinderkopf, der an einer Montage-Stirnseite mit einem Zylinderblock
verbindbar ist, wobei zur Ausbildung eines Kühlkreislaufs eine Pumpe zur Förderung
des Kühlmittels, ein Wärmetauscher und ein Entlüftungsbehälter vorgesehen sind, und
- mindestens einem Abgasturbolader, bei dem ein Verdichter und eine Turbine auf derselben
Welle angeordnet sind, die drehbar in einem flüssigkeitsgekühlten Lagergehäuse gelagert
ist, wobei zur Ausbildung der Flüssigkeitskühlung das Lagergehäuse mittels Verbindungsleitung
in den Kühlkreislauf der Brennkraftmaschine eingebunden und zwischen der Pumpe und
dem Entlüftungsbehälter angeordnet ist.
[0002] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung umfaßt der Begriff Brennkraftmaschine Dieselmotoren,
Ottomotoren, aber auch Hybrid-Brennkraftmaschinen.
[0003] Zur Ausbildung der einzelnen Zylinder der Brennkraftmaschine wird der mindestens
eine Zylinderkopf an einer Montage-Stirnseite mit einem Zylinderblock verbunden. Der
Zylinderblock, welcher das Kurbelgehäuse zumindest mit ausbildet, weist zur Aufnahme
der Kolben bzw. der Zylinderrohre eine entsprechende Anzahl an Zylinderbohrungen auf.
Die Kolben werden axial beweglich in den Zylinderrohren geführt und bilden zusammen
mit den Zylinderrohren und dem Zylinderkopf die Brennräume der Brennkraftmaschine
aus.
[0004] Nach dem Stand der Technik werden Brennkraftmaschinen zunehmend häufig aufgeladen,
wobei die Aufladung in erster Linie ein Verfahren zur Leistungssteigerung ist, bei
dem die für den motorischen Verbrennungsprozeß benötigte Luft verdichtet wird.
[0005] In der Regel wird für die Aufladung ein Abgasturbolader eingesetzt, bei dem ein Verdichter
und eine Turbine auf derselben Welle angeordnet sind, wobei der heiße Abgasstrom der
Turbine zugeführt wird, sich unter Energieabgabe in dieser Turbine entspannt und die
in einem Lagergehäuse gelagerte Welle in Drehung versetzt. Die vom Abgasstrom an die
Turbine und schließlich an die Welle abgegebene Energie wird für den Antrieb des ebenfalls
auf der Welle angeordneten Verdichters genutzt. Der Verdichter fördert und komprimiert
die ihm zugeführte Ladeluft, wodurch eine Aufladung der Zylinder erreicht wird.
[0006] Der Vorteil des Abgasturboladers beispielsweise im Vergleich zu einem mechanischen
Lader besteht darin, dass keine mechanische Verbindung zur Leistungsübertragung zwischen
Lader und Brennkraftmaschine erforderlich ist. Während ein mechanischer Lader die
für seinen Antrieb benötigte Energie vollständig von der Brennkraftmaschine bezieht
und somit die bereitgestellte Leistung mindert und auf diese Weise den Wirkungsgrad
nachteilig beeinflußt, nutzt der Abgasturbolader die Abgasenergie der heißen Abgase.
[0007] Aufgeladene Brennkraftmaschinen werden häufig mit einer Ladeluftkühlung ausgestattet,
mit der die komprimierte Verbrennungsluft vor Eintritt in die Zylinder gekühlt wird.
Dadurch erhöht sich die Dichte der zugeführten Ladeluft weiter. Die Kühlung trägt
auf diese Weise ebenfalls zu einer Verdichtung und besseren Füllung der Brennräume,
d. h. zu einem verbesserten Füllungsgrad, bei.
[0008] Die Aufladung ist ein geeignetes Mittel, bei unverändertem Hubraum die Leistung einer
Brennkraftmaschine zu steigern, oder bei gleicher Leistung den Hubraum zu reduzieren.
In jedem Fall führt die Aufladung zu einer Erhöhung der Bauraumleistung und einer
günstigeren Leistungsmasse. Bei gleichen Fahrzeugrandbedingungen läßt sich so das
Lastkollektiv zu höheren Lasten hin verschieben, bei denen der spezifische Kraftstoffverbrauch
niedriger ist. Letzteres wird auch als Downsizing bezeichnet.
[0009] Schwierigkeiten bereitet die Auslegung der Abgasturboaufladung, wobei grundsätzlich
eine spürbare Leistungssteigerung in allen Drehzahlbereichen angestrebt wird. Nach
dem Stand der Technik wird häufig ein starker Drehmomentabfall bei Unterschreiten
einer bestimmten Drehzahl beobachtet. Die Drehmomentcharakteristik einer aufgeladenen
Brennkraftmaschine wird nach dem Stand der Technik durch unterschiedliche Maßnahmen
zu verbessern versucht, beispielsweise durch eine kleine Auslegung des Turbinenquerschnittes
und gleichzeitiger Abgasabblasung. Überschreitet der Abgasmassenstrom eine kritische
Größe wird ein Teil des Abgasstromes im Rahmen der Abgasabblasung mittels einer Bypassleitung
an der sogenannten Waste-Gate-Turbine vorbei geführt. Diese Vorgehensweise hat aber
Nachteile bei höheren Drehzahlen.
[0010] Die Drehmomentcharakteristik einer aufgeladenen Brennkraftmaschine kann auch dadurch
verbessert werden, dass mehrere Lader - Abgasturbolader und/oder mechanische Lader
- parallel und/oder in Reihe angeordnet im Abgasabführsystem vorgesehen werden.
[0011] Eine Brennkraftmaschine mit mindestens einem Abgasturbolader ist auch Gegenstand
der vorliegenden Erfindung.
[0012] Eine aufgeladene Brennkraftmaschine ist infolge des erhöhten Mitteldrucks thermisch
höher belastet als ein herkömmlicher Saugmotor und stellt daher auch erhöhte Anforderungen
an die Kühlung. Um die thermische Belastung in Grenzen zu halten, wird eine aufgeladene
Brennkraftmaschine in der Regel mit einer Kühlung ausgestattet, die im Folgenden auch
als Motorkühlung bezeichnet wird. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Kühlung
in Gestalt einer Luftkühlung oder einer Flüssigkeitskühlung auszuführen. Da mit einer
Flüssigkeitskühlung wesentlich größere Wärmemengen abgeführt werden können, wird eine
Brennkraftmaschine der vorliegenden Art in der Regel mit einer Flüssigkeitskühlung
ausgeführt. Auch die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine ist eine flüssigkeitsgekühlte
Brennkraftmaschine.
[0013] Die Flüssigkeitskühlung erfordert die Ausstattung der Brennkraftmaschine, d. h. des
mindestens einen Zylinderkopfes bzw. des Zylinderblocks mit einem Kühlmittelmantel,
d. h. die Anordnung von Kühlmittel durch den Zylinderkopf bzw. -block führenden Kühlmittelkanälen,
was wiederum eine komplexe Struktur bedingt. Dabei wird der mechanisch und thermisch
hochbelastete Zylinderkopf bzw. -block durch das Einbringen der Kühlmittelkanäle einerseits
in seiner Festigkeit geschwächt. Andererseits muß die Wärme nicht wie bei der Luftkühlung
erst an die Oberfläche geleitet werden, um abgeführt werden zu können. Die Wärme wird
bereits im Inneren des Zylinderkopfes bzw. -blocks an das Kühlmittel, in der Regel
mit Additiven versetztes Wasser, abgegeben. Das Kühlmittel wird dabei mittels einer
im Kühlkreislauf angeordneten Pumpe, die in der Regel mechanisch mittels Zugmitteltrieb
angetrieben wird, gefördert, so dass es zirkuliert. Die an das Kühlmittel abgegebene
Wärme wird auf diese Weise aus dem Inneren des Zylinderkopfes bzw. -blocks abgeführt
und in einem Wärmetauscher dem Kühlmittel wieder entzogen. Ein im Kühlkreislauf vorgesehener
Entlüftungsbehälter dient zur Entlüftung des Kühlmittels bzw. Kreislaufs.
[0014] Die Turbine des mindestens einen Abgasturboladers ist ebenfalls - wie die Brennkraftmaschine
selbst - thermisch hoch belastet. Dies führt dazu, dass das Turbinengehäuse nach dem
Stand der Technik aus temperaturfestem, häufig nickelhaltigen Material gefertigt wird
oder mit einer Flüssigkeitskühlung auszustatten ist, um weniger temperaturfeste Werkstoffe
verwenden zu können. Die
EP 1 384 857 A2 und die deutsche Offenlegungsschrift
DE 10 2008 011 257 A1 beschreiben flüssigkeitsgekühlte Turbinen bzw. Turbinengehäuse.
[0015] Das heiße Abgas der aufgeladenen Brennkraftmaschine führt auch zu einer hohen thermischen
Belastung des Lagergehäuses und folglich des Lagers der Laderwelle. Damit ist ein
entsprechend hoher Wärmeeintrag in das dem Lager zwecks Schmierung zugeführte Öl verbunden.
Das Lager ist aufgrund der hohen Drehzahl der Laderwelle in der Regel nicht als Wälzlager,
sondern als Gleitlager ausgebildet. Infolge der Relativbewegung zwischen der Welle
und dem Lagergehäuse bildet sich ein tragfähiger hydrodynamischer Schmierfilm zwischen
Welle und Lagerbohrung aus.
[0016] Das Öl sollte eine maximal zulässige Temperatur nicht übersteigen, da die Viskosität
mit zunehmender Temperatur abnimmt und sich das Reibverhalten bei Überschreiten einer
bestimmten Temperatur verschlechtert. Eine zu hohe Öltemperatur beschleunigt zudem
die Alterung des Öls, wobei sich auch die Schmiereigenschaften des Öls verschlechtern.
Beides verkürzt die Wartungsintervalle für den Ölwechsel und kann die Funktionstüchtigkeit
des Lagers gefährden, wobei sogar eine irreversible Zerstörung des Lagers und damit
des Turboladers möglich ist.
[0017] Aus den zuvor genannten Gründen wird das Lagergehäuse eines Turboladers einer Brennkraftmaschine
der vorliegenden Art nach dem Stand der Technik mit einer Flüssigkeitskühlung ausgestattet.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Flüssigkeitskühlung des Lagergehäuses und
der oben erwähnten Flüssigkeitskühlung des Turbinengehäuses. Nichtsdestotrotz können
beide Flüssigkeitskühlungen - gegebenenfalls auch nur zeitweise - miteinander in Verbindung
stehen, d. h. miteinander kommunizieren.
[0018] Im Gegensatz zur Motorkühlung bzw. Kühlung des Turbinengehäuses muß die Kühlung des
Lagergehäuses auch bei abgestelltem Fahrzeug, d. h. abgeschalteter Brennkraftmaschine,
zumindest für eine bestimmte Dauer nach Abschalten der Brennkraftmaschine aufrechterhalten
werden, um irreversible Schäden durch thermische Überlastung sicher zu vermeiden.
[0019] Dies kann grundsätzlich durch eine zusätzliche, elektrisch betriebene Pumpe bewerkstelligt
werden, welche beispielsweise von der Bordbatterie versorgt wird, bei abgeschalteter
Brennkraftmaschine Kühlmittel via Verbindungsleitung durch das Lagergehäuse fördert
und damit eine Kühlung des Lagergehäuses und des Lagers auch bei außer Betrieb befindlicher
Brennkraftmaschine gewährleistet. Das Vorsehen einer zusätzlichen Pumpe ist aber eine
vergleichsweise kostenintensive Maßnahme.
[0020] Aus dem Stand der Technik sind auch Konzepte bekannt, die auf eine zusätzliche Pumpe
verzichten. Dabei wird die Verbindungsleitung, die ausgehend vom Kühlkreislauf der
Motorkühlung durch das Lagergehäuse des Abgasturboladers bis hin zum Entlüftungsbehälter
führt, zumindest stromaufwärts des Lagergehäuses als Steigleitung ausgelegt. Die Förderung
des Kühlmittels bei abgeschalteter Brennkraftmaschine erfolgt durch den sogenannten
Thermosiphon-Effekt, welcher im Wesentlichen auf zwei Mechanismen basiert.
[0021] Aufgrund des - auch bei abgeschalteter Brennkraftmaschine - fortdauernden Wärmeeintrags
vom erhitzten Lagergehäuse in das in der Verbindungsleitung befindliche Kühlmittel
erhöht sich die Temperatur des Kühlmittels, wodurch die Dichte des Kühlmittels abnimmt
und das vom Kühlmittel beanspruchte Volumen zunimmt. Eine Überhitzung des Kühlmittels
kann darüber hinaus zu einer teilweisen Verdampfung von Kühlmittel führen, so dass
Kühlmittel in die Gasphase übergeht. In beiden Fällen dehnt sich das Kühlmittel aus
und beansprucht ein größeres Volumen, wodurch schließlich weiteres Kühlmittel in Richtung
Entlüftungsbehälter verdrängt, d. h. gefördert, wird. Durch den sich einstellenden
Unterdruck wird Kühlmittel nachgeführt.
[0022] Die Ausnutzung des Thermosiphon-Effekts zur Kühlung des Lagergehäuses bei abgeschalteter
Brennkraftmaschine bereitet in der Praxis häufig Probleme. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse
im Motorraum eines Fahrzeuges ist es häufig nicht möglich, die Verbindungsleitung
stromaufwärts des Lagergehäuses als Steigleitung auszubilden bzw. den für den Thermosiphon-Effekt
erforderlichen Unterschied in der geodätischen Höhe zwischen Lagergehäuse und Entlüftungsbehälter
zu realisieren. Die Gründe sind die Folgenden.
[0023] Bei Einsatz eines Abgasturboladers ist man stets bemüht, die Turbine des mindestens
einen Laders möglichst nahe am Auslaß der Brennkraftmaschine, d. h. den Auslaßöffnungen
der Zylinder anzuordnen, um auf diese Weise die Enthalpie der heißen Abgase, die maßgeblich
vom Abgasdruck und der Abgastemperatur bestimmt wird, optimal nutzen zu können und
ein schnelles Ansprechverhalten des Turboladers zu gewährleisten. Aus den genannten
Gründen wird die Turbine des mindestens einen Abgasturboladers in der Regel unmittelbar
am Zylinderkopf angeordnet und damit in einer Position, die eine vergleichsweise große
geodätische Höhe aufweist, d. h. ausgehend von einer Brennkraftmaschine in Einbauposition
im Hinblick auf die übrigen Komponenten und Aggregate hoch gelegen ist.
[0024] Diese Einbauposition der Turbine bzw. des Lagergehäuses macht es schwierig, die Verbindungsleitung
stromaufwärts des Lagergehäuses als Steigleitung auszubilden, bei der die geodätische
Höhe kontinuierlich zunimmt. Denn der Entlüftungsbehälter kann nicht beliebig hoch
über dem Lagergehäuse angeordnet werden. Insbesondere müssen die im Motorraum eingebauten
Komponenten und Aggregate aus Gründen der Sicherheit, d. h. aufgrund von Anforderungen
an das Crashverhaltens des Fahrzeuges, einen Mindestabstand zur Motorhaube einhalten.
Die Einhaltung eines vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes zur Motorhaube führt zwangsläufig
zu einem nur geringen Höhenunterschied zwischen Lagergehäuse und Entlüftungsbehälter,
dem Fehlen eines Höhenunterschieds oder im Einzelfall auch zu einem negativen Höhenunterschied,
bei dem das Lagergehäuse im Vergleich zum Entlüftungsbehälter die größere geodätische
Höhe aufweist.
[0025] Die vorstehend beschriebenen Umstände erschweren die Förderung des Kühlmittels unter
Ausnutzung des Thermosiphon-Effekts erheblich. Eine ungünstige Einbauposition des
Entlüftungsbehälters erhöht den Widerstand gegen den das Kühlmittel ausgehend vom
Lagergehäuse gefördert werden muß. Eine längere Verweildauer im Lagergehäuse ist die
Folge, wobei das Kühlmittel stark überhitzen kann und der Druck - auch in der Verbindungsleitung
stromaufwärts des Lagergehäuses - stark ansteigen kann.
[0026] Infolgedessen gelangt auch stark überhitzter Kühlmitteldampf von höherem Druck, insbesondere
Kühlmitteldampf, via Verbindungsleitung in den Entlüftungsbehälter. Zum einen kann
dies zu einer thermischen Überlastung, einer Beschädigung bzw. Zerstörung des in der
Regel aus Kunststoff gefertigten Behälters führen. Zum anderen kann der erhöhte Behälterdruck
dazu führen, dass ein am Behälter angeordnetes Überdruckventil unkontrolliert öffnet
und dampfförmiges Kühlmittel in die Umgebung entläßt. Dies kann eine unerwünschte
Geräuschentwicklung, insbesondere ein Pfeifen, verursachen. In der Regel ist der Behälter
mit einem Deckel ausgestattet, der eine Behälteröffnung, die dem Einfüllen von Kühlmittel
dient, verschließt und häufig auch das Überdruckventil aufnimmt. Das stark überhitzte
Kühlmittel kann auch den Deckel bzw. die Deckeldichtung angreifen und zu einem Verkleben
des Deckels führen.
[0027] Die vorstehend beschriebenen Druck- und Temperaturverhältnisse können zu einer pulsierenden
Kühlmittelförderung führen, bei der das Kühlmittel in Stößen via Verbindungsleitung
in den Entlüftungsbehälter eingeleitet wird. Dies führt zu einer Verschäumung bzw.
Anreicherung des Kühlmittels mit Luft. Dem eigentlichen Zweck des Entlüftungsbehälters,
nämlich das Kühlmittel zu entgasen, d. h. zu entlüften, laufen diese Effekte zu wider.
[0028] Vor dem Hintergrund des oben Gesagten ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 bereitzustellen, bei der die Kühlung des Lagergehäuses hinsichtlich der
genannten Anforderungen, insbesondere hinsichtlich der thermischen Belastung des Entlüftungsbehälters,
optimiert ist.
[0029] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine
mit
- mindestens einem Zylinderkopf, der an einer Montage-Stirnseite mit einem Zylinderblock
verbindbar ist, wobei zur Ausbildung eines Kühlkreislaufs eine Pumpe zur Förderung
des Kühlmittels, ein Wärmetauscher und ein Entlüftungsbehälter vorgesehen sind, und
- mindestens einem Abgasturbolader, bei dem ein Verdichter und eine Turbine auf derselben
Welle angeordnet sind, die drehbar in einem flüssigkeitsgekühlten Lagergehäuse gelagert
ist, wobei zur Ausbildung der Flüssigkeitskühlung das Lagergehäuse mittels Verbindungsleitung
in den Kühlkreislauf der Brennkraftmaschine eingebunden und zwischen der Pumpe und
dem Entlüftungsbehälter angeordnet ist,
die dadurch gekennzeichnet ist, dass
- die Verbindungsleitung in den Entlüftungsbehälter, der neben einem Volumen an flüssigem
Kühlmittel auch ein Gasvolumen umfaßt, an einer Stelle einmündet, die mit flüssigem
Kühlmittel beaufschlagt ist.
[0030] Erfindungsgemäß mündet die Verbindungsleitung unterhalb des Oberflächenspiegels des
flüssigen Kühlmittels in den Entlüftungsbehälter, d. h. das vom Lagergehäuse kommende,
stark überhitzte und gegebenenfalls gasförmige Kühlmittel wird unter Ausnutzung des
Thermosiphon-Effekts in das im Entlüftungsbehälter befindliche Volumen an flüssigem
Kühlmittel hinein gefördert.
[0031] Während ein Einleiten des überhitzten Kühlmittels oberhalb des Kühlmittelspiegels
unmittelbar die Innenwand des Entlüftungsbehälters thermisch stark beanspruchen, gegebenenfalls
schädigen würde, erfolgt bei Einspeisen des überhitzten Kühlmittels unterhalb des
Oberflächenspiegels eine direkte Vermischung mit dem flüssigem, bereits im Behälter
befindlichen Kühlmittel, wobei die sich einstellende Mischtemperatur deutlich unter
der Temperatur des überhitzten Kühlmittels liegt. Folglich wird die thermische Belastung
des Behälters durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Maßnahme, nämlich die Verbindungsleitung
unterhalb des Oberflächenspiegels in die Kühlmittelflüssigkeit des Entlüftungsbehälters
einmünden zu lassen, deutlich herabgesetzt.
[0032] Die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine löst somit die der Erfindung zugrunde liegende
Aufgabe, nämlich eine aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine bereitzustellen,
bei der die Kühlung des Lagergehäuses insbesondere hinsichtlich der thermischen Belastung
des Entlüftungsbehälters optimiert ist.
[0033] Das Einleiten des überhitzten Kühlmittels via Verbindungsleitung in das flüssige
Kühlmittel des Entlüftungsbehälters dämpft auch eine pulsierende Kühlmittelförderung,
bei der das aus dem Lagergehäuse kommende Kühlmittel stoßweise in den Entlüftungsbehälter
eingebracht wird. Insofern wird eine stark ausgeprägte Verschäumung bzw. Anreicherung
des Kühlmittels mit Luft bei der Einleitung vermieden.
[0034] Nicht nur die Behältertemperatur wird durch die erfindungsgemäße Einleitung des Kühlmittels
unterhalb des Oberflächenspiegels gesenkt. Auch der Behälterdruck wird reduziert,
so dass kein ungewolltes Öffnen eines am Behälter vorgesehenen Überdruckventils zu
beobachten ist. Eine unerwünschte Geräuschentwicklung, beispielsweise ein Pfeifen,
wird dadurch vermieden.
[0035] Da die Kühlmittelflüssigkeit im Behälter kein fester Körper, sondern vielmehr beweglich
ist, hängt die Lage des Oberflächenspiegels von der Einbauposition bzw. momentanen
Position des Behälters ab. Um einen festen eindeutigen Bezugspunkt zu gewährleisten,
wird Bezug genommen auf ein ebenerdig abgestelltes Fahrzeug mit in Einbauposition
befindlicher Brennkraftmaschine, d. h. mit in Einbauposition befindlichem Entlüftungsbehälter.
[0036] Bei Brennkraftmaschinen mit mindestens zwei Zylindern sind Ausführungsformen vorteilhaft,
bei denen
- jeder Zylinder mindestens eine Auslaßöffnung zum Abführen der Abgase aus dem Zylinder
aufweist und sich an jede Auslaßöffnung eine Abgasleitung anschließt, wobei die Abgasleitungen
von mindestens zwei Zylindern unter Ausbildung mindestens eines integrierten Abgaskrümmers
innerhalb des Zylinderkopfes zu mindestens einer Gesamtabgasleitung zusammenführen,
welche in die Turbine des mindestens einen Abgasturboladers mündet.
[0037] Bei Brennkraftmaschinen mit Abgasturboaufladung wird - wie bereits ausgeführt - angestrebt,
die mindestens eine Turbine möglichst nahe am Auslaß der Zylinder anzuordnen. Zielführend
dabei ist, die Abgasleitungen gemäß der in Rede stehenden Ausführungsform unter Ausbildung
mindestens eines integrierten Abgaskrümmers innerhalb des Zylinderkopfes zusammenzuführen.
Die Länge der Abgasleitungen wird dadurch verringert. Das Leitungsvolumen, d. h. das
Abgasvolumen der Abgasleitungen stromaufwärts der Turbine, wird verkleinert, so dass
sich das Ansprechverhalten der Turbine verbessert. Die verkürzten Abgasleitungen führen
auch zu einer geringeren thermischen Trägheit des Abgassystems stromaufwärts der Turbine,
so dass sich die Temperatur der Abgase am Turbineneintritt erhöht, weshalb auch die
Enthalpie der Abgase am Eintritt der Turbine höher ist. Die Zusammenführung der Abgasleitungen
innerhalb des Zylinderkopfes gestattet darüber hinaus ein dichtes Packaging der Antriebseinheit.
Des Weiteren wird auch der Weg der heißen Abgase zu den verschiedenen Abgasnachbehandlungssystemen
verkürzt und den Abgasen wenig Zeit zur Abkühlung eingeräumt, wodurch die Abgasnachbehandlungssysteme
schnell ihre Betriebstemperatur bzw. Anspringtemperatur erreichen, insbesondere nach
einem Kaltstart der Brennkraftmaschine.
[0038] Bei Brennkraftmaschinen mit drei und mehr Zylindern sind auch Ausführungsformen vorteilhaft,
bei denen
- mindestens drei Zylinder in der Art konfiguriert sind, dass sie zwei Gruppen mit jeweils
mindestens einem Zylinder bilden, und
- die Abgasleitungen der Zylinder jeder Zylindergruppe unter Ausbildung eines Abgaskrümmers
jeweils zu einer Gesamtabgasleitung zusammenführen.
[0039] Diese Ausführungsform eignet sich insbesondere für den Einsatz einer zweiflutigen
Turbine. Eine zweiflutige Turbine weist einen Eintrittsbereich mit zwei Eintrittskanälen
auf, wobei die beiden Gesamtabgasleitungen mit der zweiflutigen Turbine in der Art
verbunden werden, dass jeweils eine Gesamtabgasleitung in einen Eintrittskanal mündet.
Die Zusammenführung der beiden in den Gesamtabgasleitungen geführten Abgasströmungen
erfolgt gegebenenfalls stromabwärts der Turbine. Die Gruppierung der Zylinder bzw.
Abgasleitungen bietet aber auch Vorteile beim Einsatz mehrerer Turbinen bzw. Abgasturbolader,
wobei jeweils eine Gesamtabgasleitung mit einer Turbine verbunden wird.
[0040] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der aufgeladenen flüssigkeitsgekühlten Brennkraftmaschine
werden im Zusammenhang mit den Unteransprüchen erörtert.
[0041] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen in der Einbauposition
der Brennkraftmaschine die Eintrittsöffnung der Verbindungsleitung in den Entlüftungsbehälter
eine größere geodätische Höhe aufweist als die Austrittsöffnung des Lagergehäuses,
an der die Verbindungsleitung anschließt.
[0042] Ein positiver Höhenunterschied zwischen Lagergehäuse und Entlüftungsbehälter, bei
dem die Eintrittsöffnung des Entlüftungsbehälters gegenüber der Austrittsöffnung des
Lagergehäuses die größere geodätische Höhe aufweist, unterstützt die Förderung des
Kühlmittels mittels Thermosiphon-Effekt.
[0043] Vorteilhaft sind besonders Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen die
Verbindungsleitung als Steigleitung ausgebildet ist. Zur Nutzung bzw. Verbesserung
des Thermosiphon-Effekts ist es vorteilhaft, die Verbindungsleitung zumindest stromaufwärts
des Lagergehäuses als Steigleitung auszubilden, bei der die geodätische Höhe kontinuierlich
zunimmt.
[0044] Nichtsdestotrotz können auch Ausführungsformen der Brennkraftmaschine vorteilhaft
sein, bei denen in der Einbauposition der Brennkraftmaschine die Eintrittsöffnung
der Verbindungsleitung in den Entlüftungsbehälter eine geringere geodätische Höhe
aufweist als die Austrittsöffnung des Lagergehäuses, an der die Verbindungsleitung
anschließt.
[0045] Anforderungen an das Packaging im Motorraum und/oder die Einhaltung eines ausreichend
großen Sicherheitsabstandes zur Motorhaube können eine derartige Positionierung des
Entlüftungsbehälters erforderlich machen, d. h. begründen.
[0046] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen in der Verbindungsleitung
zwischen der Pumpe und dem Lagergehäuse ein Kühler vorgesehen ist.
[0047] Der Kühler senkt die Kühlmitteltemperatur vor Eintritt in das Lagergehäuse und trägt
so zu einer Vergrößerung der Verweildauer bei, die erforderlich ist, um das Kühlmittel
im Lagergehäuse durch Wärmeeintrag zu überhitzen.
[0048] Vorteile ergeben sich insbesondere bei abgeschalteter Brennkraftmaschine, wenn die
Motorkühlung außer Betrieb ist und daher das Lagergehäuse mittels anderer Maßnahmen
bzw. Mechanismen kurze Zeit weiter gekühlt werden soll, um eine thermische Überhitzung
zu vermeiden.
[0049] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen der Kühler ein
auf dem Prinzip der Luftkühlung arbeitender Kühler ist.
[0050] Wie bereits im Zusammenhang mit der Motorkühlung ausgeführt wurde kann eine Kühlung
grundsätzlich als Luftkühlung oder als Flüssigkeitskühlung ausgeführt werden. Da bei
der Kühlung des Lagergehäuses vergleichsweise geringe Wärmemengen abzuführen sind,
ist es kostengünstiger und ausreichend stromaufwärts des Lagergehäuses einen Luftkühler
vorzusehen.
[0051] Die Verwendung eines Luftkühlers hat weitere Vorteile. Kühlsysteme für moderne Kraftfahrzeugantriebe
wie beispielsweise die Motorkühlung der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine werden
vorzugsweise mit leistungsstarken elektrisch betriebenen Lüftermotoren ausgestattet,
die ein Lüfterrad antreiben und in Drehung versetzen, um den Wärmetauschern des Kühlsystems
auch im Stillstand, d. h. bei stehendem Kraftfahrzeug, oder bei nur geringen Fahrzeuggeschwindigkeiten
einen ausreichend hohen Luftmassenstrom bereitzustellen. Häufig ist das Lüfterrad
in unmittelbarer Nähe und beabstandet zum Wärmetauscher im Front-End-Bereich des Fahrzeuges
angeordnet.
[0052] Ein stromaufwärts des Lagergehäuses vorgesehener Luftkühler kann in der Art im Motorraum
angeordnet werden, dass der durch den Lüfter hindurchgeführte Luftstrom den Luftkühler
umströmt und zum Wärmeabtransport an der Oberfläche infolge Konvektion beiträgt. Vorteile
hat dies insbesondere nach Abschalten der Brennkraftmaschine, wenn der Lüfter kurze
Zeit elektrisch weiter betrieben wird und die Aufrechterhaltung der Kühlung im Hinblick
auf eine Überhitzung des Kühlmittels im Lagergehäuse besonders sinnvoll und notwendig
ist.
[0053] Aus den vorstehend genannten Gründen sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine
vorteilhaft, bei denen der Kühler zwischen dem Zylinderblock und dem Wärmetauscher
des Kühlkreislaufs angeordnet ist.
[0054] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen in der Verbindungsleitung
zwischen der Pumpe und dem Entlüftungsbehälter ein Drosselelement angeordnet ist,
welches der Begrenzung des Kühlmitteldurchsatzes dient. Der Kühlmitteldurchsatz durch
den Entlüftungsbehälter sollte möglichst gering sein, wie weiter unten noch erläutert
wird.
[0055] Vorteilhaft sind dabei Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen das Drosselelement
stromabwärts des Lagergehäuses in der Verbindungsleitung angeordnet ist.
[0056] Vorteilhaft sind aber insbesondere Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei
denen das Drosselelement stromaufwärts des Lagergehäuses in der Verbindungsleitung
angeordnet ist, da stromaufwärts des Lagergehäuses flüssiges Kühlmittel das Drosselelement
passiert und gedrosselt wird, wohingegen stromabwärts des Lagergehäuses überhitztes
und gegebenenfalls dampfförmiges Kühlmittel vorliegt und eine Drosselung die Förderung
des Kühlmittels unter Ausnutzung des Thermosiphon-Effekts nachteilig beeinträchtigen
kann, insbesondere einer pulsierenden Förderung Vorschub leisten könnte.
[0057] Vorteilhaft sind auch Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen in der
Verbindungsleitung zwischen der Pumpe und dem Entlüftungsbehälter ein in Abhängigkeit
von der Kühlmitteltemperatur selbsttätig steuerndes Ventil angeordnet ist, welches
der Steuerung des Kühlmitteldurchsatzes dient.
[0058] Das Ventil dient dazu, die Kühlmittelförderung durch das Lagergehäuse bei niedrigen
Kühlmitteltemperaturen, insbesondere nach einem Kaltstart der Brennkraftmaschine und
während der Warmlaufphase, zu unterbinden bzw. zu minimieren.
[0059] Eine Kühlung bzw. Kühlmittelförderung bei niedrigen Kühlmitteltemperaturen ist grundsätzlich
nicht gewollt, da diese einer schnellen Erwärmung der Brennkraftmaschine und ihrer
Aggregate entgegensteht.
[0060] Zudem sollte der Kühlmitteldurchsatz durch den Entlüftungsbehälter insbesondere bei
niedrigen Kühlmitteltemperaturen möglichst gering sein. Zum einen setzt die Entlüftung
eine gewisse Verweildauer des Kühlmittels im Entlüftungsbehälter voraus, weshalb der
Durchsatz grundsätzlich zu begrenzen ist. Zum anderen führt eine niedrige Temperatur
des Kühlmittels bzw. die durch die niedrige Temperatur bedingte höhere Viskosität
des Kühlmittels dazu, dass das Kühlmittel beim Ausströmen aus dem Entlüftungsbehälter
- entgegen der eigentlichen Zielsetzung - wieder mit Luft angereichert wird.
[0061] Das selbsttätig steuernde Ventil, das auch als Thermostat-Ventil bezeichnet werden
kann, variiert in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur den Strömungsquerschnitt
der Verbindungsleitung und steuert damit den Kühlmitteldurchsatz durch das Lagergehäuse
in der Art, dass der Durchsatz mit steigender Kühlmitteltemperatur erhöht wird. Folglich
wird bei der in Rede stehenden Ausführungsform nicht nur der ungewollten Kühlmittelförderung
bei niedrigen Kühlmitteltemperaturen entgegengewirkt, sondern auch die Kühlmittelförderung
und damit die Kühlung hin zu hohen Temperaturen durch Anhebung des Durchsatzes, d.
h. durch Öffnen des Ventils, forciert, d. h. gesteigert. Daraus resultiert eine bedarfsgerechte
Versorgung des Lagergehäuses mit Kühlmittel, wobei die Förderung des Kühlmittels nach
wie vor auf dem Thermosiphon-Effekt beruht.
[0062] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen das Ventil stromaufwärts
des Lagergehäuses in der Verbindungsleitung angeordnet ist.
[0063] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen das Ventil stromabwärts
des Lagergehäuses in der Verbindungsleitung angeordnet ist.
[0064] Im Gegensatz zu der vorstehenden Ausführungsform wird das Thermostat-Ventil vorliegend
mit im Lagergehäuse erwärmten Kühlmittel beaufschlagt. Dies ist vorteilhaft, da das
Ventil nahezu verzögerungsfrei auf die Temperatur des Kühlmittels im Lagergehäuse
reagieren kann und somit bei der Steuerung des Kühlmitteldurchsatzes unmittelbar auf
den momentanen Wärmehaushalt im Lagergehäuse abstellt.
[0065] Bei einem stromaufwärts des Lagergehäuses angeordneten Ventil ergibt sich zwangsläufig
eine zeitliche Verzögerung, die dadurch bedingt ist, dass das zwischen Ventil und
Lagergehäuse in der Verbindungsleitung befindliche Kühlmittel zunächst mittels Wärmeleitung
erwärmt werden muß, bevor das Ventil auf die im Gehäuse vorliegende Temperaturen durch
Öffnen reagieren kann.
[0066] Nichtsdestotrotz sind - wie bereits erwähnt - auch Ausführungsformen vorteilhaft,
bei denen das Ventil stromaufwärts des Lagergehäuses in der Verbindungsleitung angeordnet
ist.
[0067] Das Ventil kann auch direkt in das Lagergehäuse integriert sein, was eine verzögerungsfreie
Reaktion auf die Temperaturen im Lagergehäuse gestattet. Zudem können Teile des Ventils,
beispielweise das Ventilgehäuse, durch das Lagergehäuse mit ausgebildet werden und
die Kühlung des Lagergehäuses zur Kühlung des Ventils herangezogen werden. Daraus
ergeben sich weitere Vorteile, insbesondere eine kompakte Bauweise und eine Gewichtsersparnis.
Das Ventil kann auch in die Brennkraftmaschine integriert sein, wodurch sich die vorstehend
genannten Vorteile in analoger Weise realisieren lassen.
[0068] Das Ventil kann stufenlos verstellbar oder zweistufig schaltbar ausgeführt sein.
Ein stufenlos verstellbares Ventil ermöglicht eine bedarfsgerechte Versorgung des
Lagergehäuses mit Kühlmittel in sämtlichen Betriebszuständen.
[0069] Das Ventil kann in der Schließstellung einen Leckagestrom aufweisen. Dieser Leckagestrom
verhindert zwar ein vollständiges Verschließen der Verbindungsleitung bei niedrigen
Temperaturen, weshalb die Kühlmittelförderung nicht völlig unterbunden werden kann.
Dennoch ist eine gewisse Leckage, d. h. Undichtigkeit, des Ventils vorteilhaft, um
sicherzustellen, dass das im Ventil angeordnete Thermoelement, welches letztendlich
den Öffnungsvorgang einleitet, ständig mit Kühlmittel beaufschlagt ist.
[0070] Vorteilhaft sind Ausführungsformen der Brennkraftmaschine, bei denen die Verbindungsleitung
durch den Zylinderblock führt.
[0071] In der Einbauposition ist der Zylinderblock in der Regel tief im Motorraum angeordnet,
d. h. auf einer im Vergleich zur Turbine niedrigen geodätischen Höhe. Wenn die Verbindungsleitung
dann stromaufwärts der Turbine durch den Zylinderblock führt, ist dies insbesondere
im Hinblick auf die Ausnutzung des Thermosiphon-Effekts und die Ausbildung der Verbindungsleitung
als Steigleitung vorteilhaft. Bei dieser Konfiguration sind die Turbine und das zu
kühlende Lagergehäuse geodätisch höher angeordnet als der Zylinderblock.
[0072] Vorteilhaft können aber auch Ausführungsformen der Brennkraftmaschine sein, bei denen
die Verbindungsleitung durch den Zylinderkopf führt.
[0073] Bei Brennkraftmaschinen, bei denen die Turbine oberhalb des Zylinderblocks, auf der
dem Zylinderkopf zugewandten Seite der Montage-Stirnseite angeordnet ist, kann die
Verbindungsleitung auch ausgehend vom Zylinderkopf zum Lagergehäuse der Turbine führen,
ohne dass darauf verzichtet werden müßte, die Leitung als Steigleitung auszubilden.
[0074] Die mindestens eine Turbine kann als Radialturbine ausgeführt sein, d. h. die Anströmung
der Laufschaufeln erfolgt im Wesentlichen radial. Im Wesentlichen radial bedeutet
dabei, dass die Geschwindigkeitskomponente in radialer Richtung größer ist als die
axiale Geschwindigkeitskomponente. Der Geschwindigkeitsvektor der Strömung schneidet
die Welle bzw. Achse der Turbine und zwar in einem rechten Winkel, falls die Anströmung
exakt radial verläuft. Um die Laufschaufeln radial anströmen zu können, wird der Eintrittsbereich
zur Zuführung des Abgases häufig als rundum verlaufendes Spiral- oder Schneckengehäuse
ausgebildet, so dass die Zuströmung des Abgases zur Turbine im Wesentlichen radial
erfolgt. Die mindestens eine Turbine kann aber auch als Axialturbine ausgeführt sein,
bei der die Geschwindigkeitskomponente in axialer Richtung größer ist als die Geschwindigkeitskomponente
in radialer Richtung.
[0075] Die mindestens eine Turbine kann mit einer variablen Turbinengeometrie ausgestattet
werden, die eine weitergehende Anpassung an den jeweiligen Betriebspunkt einer Brennkraftmaschine
durch Verstellen der Turbinengeometrie bzw. des wirksamen Turbinenquerschnittes gestattet.
Dabei sind im Eintrittsbereich der Turbine verstellbare Leitschaufeln zur Beeinflussung
der Strömungsrichtung angeordnet. Im Gegensatz zu den Laufschaufeln des umlaufenden
Laufrades rotieren die Leitschaufeln nicht mit der Welle der Turbine.
[0076] Verfügt die Turbine über eine feste unveränderliche Geometrie, sind die Leitschaufeln
nicht nur stationär, sondern zudem völlig unbeweglich im Eintrittsbereich angeordnet,
d. h. starr fixiert. Bei einer variablen Geometrie hingegen sind die Leitschaufeln
zwar stationär angeordnet, aber nicht völlig unbeweglich, sondern um ihre Achse drehbar,
so dass auf die Anströmung der Laufschaufeln Einfluß genommen werden kann.
[0077] Grundsätzlich können zur Verbesserung der Drehmomentcharakteristik der Brennkraftmaschine
auch mehrere Turbolader eingesetzt werden, deren Turbinen bzw. Verdichter in Reihe
bzw. parallel angeordnet sind.
[0078] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles gemäß Figur 1
näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig. 1
- schematisch in der Seitenansicht eine erste Ausführungsform der aufgeladenen flüssigkeitsgekühlten
Brennkraftmaschine.
[0079] Figur 1 zeigt schematisch in der Seitenansicht eine erste Ausführungsform der aufgeladenen
flüssigkeitsgekühlten Brennkraftmaschine 1.
[0080] Die Brennkraftmaschine 1 umfaßt einen Zylinderkopf 1a, der an einer Montage-Stirnseite
1c mit einem Zylinderblock 1b verbunden ist.
[0081] Zur Ausbildung der Motorkühlung 2 ist eine Pumpe 2a vorgesehen, mit der Kühlmittel
durch einen Kühlkreislauf 2 gefördert wird. Die Pumpe 2a ist via Verbindungsleitung
5 mit einem Entlüftungsbehälter 2b verbunden, von dem aus das entgaste Kühlmittel
wieder dem Kühlkreislauf 2 zugeführt wird, indem es stromaufwärts der Pumpe 2a in
den Kühlkreislauf 2 eingespeist wird.
[0082] Die Brennkraftmaschine 1 wird mittels Abgasturbolader 3 aufgeladen, der einen Verdichter
und eine Turbine umfaßt, die auf einer gemeinsamen Welle angeordnet sind. Die Welle
ist drehbar in einem flüssigkeitsgekühlten Lagergehäuse 4 gelagert.
[0083] Zur Ausbildung der Kühlung wird das Lagergehäuse 4 mittels Verbindungsleitung 5 in
den Kühlkreislauf 2 der Brennkraftmaschine 1 eingebunden und zwischen der Pumpe 2a
und dem Entlüftungsbehälter 2b angeordnet. Der Zylinderblock 1b dient dabei als Entnahmestelle
7 für das Kühlmittel und ist mit einem Anschluß für die Verbindungsleitung 5 ausgestattet.
[0084] Stromaufwärts des Lagergehäuses 4 ist in der Verbindungsleitung 5 ein rohrförmiger
Luftkühler 6 angeordnet, der die Temperatur des Kühlmittels vor Eintritt in das Lagergehäuse
4 absenkt.
[0085] Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform weist die Eintrittsöffnung 2d der
Verbindungsleitung 5 in den Entlüftungsbehälter 2b eine geringfügig größere geodätische
Höhe auf als die Austrittsöffnung 4a des Lagergehäuses 4, an der die Verbindungsleitung
5 anschließt. Der positive Höhenunterschied zwischen dem Lagergehäuse 4 und dem Entlüftungsbehälter
2b unterstützt den Thermosiphon-Effekt, auch wenn die Verbindungsleitung 5 stromaufwärts
des Lagergehäuses 4 vorliegend nicht als Steigleitung mit kontinuierlich zunehmender
geodätischer Höhe ausgebildet ist.
[0086] Die Verbindungsleitung 5 mündet unterhalb des Kühlmittelspiegels 2c in den Entlüftungsbehälter
2b. Auf diese Weise wird das vom Lagergehäuse 4 kommende, stark überhitzte und gegebenenfalls
gasförmige Kühlmittel in das im Entlüftungsbehälter 2b befindliche Volumen an flüssigem
Kühlmittel 2e hinein gefördert.
[0087] Das Einspeisen des überhitzten Kühlmittels unterhalb des Flüssigkeitsspiegels 2c
bringt eine direkte Vermischung mit dem flüssigem, bereits im Behälter 2b befindlichen
Kühlmittel mit sich, wodurch die thermische Belastung des Behälters 2b deutlich gemindert
wird.
[0088] Der Behälter 2b ist mit einem Deckel 2f ausgestattet, der eine Behälteröffnung, die
dem Befüllen des Behälters 2b mit Kühlmittel dient, verschließt und auch ein Überdruckventil
aufnimmt (nicht dargestellt).
Bezugszeichen
[0089]
- 1
- Brennkraftmaschine
- 1a
- Zylinderkopf
- 1b
- Zylinderblock
- 1c
- Montage-Stirnseite
- 2
- Kühlkreislauf, Motorkühlung
- 2a
- Pumpe
- 2b
- Entlüftungsbehälter
- 2c
- Flüssigkeitsspiegel, Kühlmittelspiegel
- 2d
- Einmündung, Eintrittsöffnung in den Entlüftungsbehälter
- 2e
- Volumen an flüssigem Kühlmittel
- 2f
- Deckel
- 3
- Abgasturbolader
- 4
- Lagergehäuse
- 4a
- Austrittsöffnung aus dem Lagergehäuse
- 5
- Verbindungsleitung
- 6
- Kühler
- 7
- Anschluß, Entnahmestelle
1. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) mit
- mindestens einem Zylinderkopf (1a), der an einer Montage-Stirnseite (1c) mit einem
Zylinderblock (1b) verbindbar ist, wobei zur Ausbildung eines Kühlkreislaufs (2) eine
Pumpe (2a) zur Förderung des Kühlmittels, ein Wärmetauscher und ein Entlüftungsbehälter
(2b) vorgesehen sind, und
- mindestens einem Abgasturbolader (3), bei dem ein Verdichter und eine Turbine auf
derselben Welle angeordnet sind, die drehbar in einem flüssigkeitsgekühlten Lagergehäuse
(4) gelagert ist, wobei zur Ausbildung der Flüssigkeitskühlung das Lagergehäuse (4)
mittels Verbindungsleitung (5) in den Kühlkreislauf (2) der Brennkraftmaschine (1)
eingebunden und zwischen der Pumpe (2a) und dem Entlüftungsbehälter (2b) angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Verbindungsleitung (5) in den Entlüftungsbehälter (2b), der neben einem Volumen
an flüssigem Kühlmittel (2e) auch ein Gasvolumen umfaßt, an einer Stelle (2d) einmündet,
die mit flüssigem Kühlmittel beaufschlagt ist.
2. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass - in der Einbauposition der Brennkraftmaschine (1) - die Eintrittsöffnung (2d) der
Verbindungsleitung (5) in den Entlüftungsbehälter (2b) eine größere geodätische Höhe
aufweist als die Austrittsöffnung (4a) des Lagergehäuses (4), an der die Verbindungsleitung
(5) anschließt.
3. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleitung (5) als Steigleitung ausgebildet ist.
4. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass - in der Einbauposition der Brennkraftmaschine (1) - die Eintrittsöffnung (2d) der
Verbindungsleitung (5) in den Entlüftungsbehälter (2b) eine geringere geodätische
Höhe aufweist als die Austrittsöffnung (4a) des Lagergehäuses (4), an der die Verbindungsleitung
(5) anschließt.
5. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (5) zwischen der Pumpe (2a) und dem Lagergehäuse (4) ein
Kühler (6) vorgesehen ist.
6. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühler (6) ein auf dem Prinzip der Luftkühlung arbeitender Kühler ist.
7. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühler (6) zwischen dem Zylinderblock (1b) und dem Wärmetauscher des Kühlkreislaufs
(2) angeordnet ist.
8. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (5) zwischen der Pumpe (2a) und dem Entlüftungsbehälter
(2b) ein Drosselelement angeordnet ist, welches der Begrenzung des Kühlmitteldurchsatzes
dient.
9. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Drosselelement stromabwärts des Lagergehäuses (4) in der Verbindungsleitung (5)
angeordnet ist.
10. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Drosselelement stromaufwärts des Lagergehäuses (4) in der Verbindungsleitung
(5) angeordnet ist.
11. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (5) zwischen der Pumpe (2a) und dem Entlüftungsbehälter
(2b) ein in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur selbsttätig steuerndes Ventil
angeordnet ist, welches der Steuerung des Kühlmitteldurchsatzes dient.
12. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil stromaufwärts des Lagergehäuses (4) in der Verbindungsleitung (5) angeordnet
ist.
13. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil stromabwärts des Lagergehäuses (4) in der Verbindungsleitung (5) angeordnet
ist.
14. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleitung (5) durch den Zylinderblock (1b) führt.
15. Aufgeladene flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine (1) nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleitung (5) durch den Zylinderkopf (1a) führt.