[0001] Die vorliegende Erfindung betritt eine Klappenvorrichtung, insbesondere Drosselvorrichtung,
bevorzugt zum Einsatz in Kraftfahrzeugen, wobei die Klappenvorrichtung ein Gehäuse
umfasst, welches einen Strömungskanalabschnitt umgibt, und weiter wenigstens zwei
am Gehäuse derart gemeinsam relativ zu diesem beweglich aufgenommene Klappen umfasst,
dass durch eine Relativverstellung der Klappen relativ zum Gehäuse der wirksame Strömungsquerschnitt
des Strömungskanalabschnitts veränderbar ist.
[0002] Die oben genannte Klappenvorrichtung, die mehrere Klappen und in der Regel pro Klappe
einen Strömungskanalabschnitt aufweisen kann, ist bevorzugt zur Verwendung in Kraftfahrzeugen
geeignet, um dort Gasströmungen aller Arten, wie etwa eine Frischgaszufuhr zu der
Brennkraftmaschine, mengenstrommäßig durch Relativverstellung der wenigstens zwei
Klappen relativ zum Gehäuse zu verändern. Es ist überdies bekannt, Komponenten einer
derartigen Klappenvorrichtung, wie beispielsweise die Klappen einerseits und das Gehäuse
andererseits, kostengünstig spritzgießtechnisch herzustellen.
[0003] Nachteilig bei der spritzgießtechnischen Herstellung von mehreren zur gemeinsamen
Bewegung miteinander verbundenen Klappen ist eine gewisse Verformung, welche nach
der Entformung einer Klappenanordnung mit mehreren, jedenfalls wenigstens zwei, Klappen
aus einem Spritzgießwerkzeug eintreten kann.
[0004] Insbesondere dann, wenn die Klappenanordnung um eine Klappenachse drehbar in dem
Gehäuse der Klappenvorrichtung aufgenommen sein soll, sind die Klappen in der Regel
in axialer Richtung hintereinander angeordnet, wodurch die Klappenanordnung in axialer
Richtung eine große Länge aufweisen kann. Da die durch thermischen Verzug und möglicherweise
auftretende Verwerfungen auftretende Verformung nach der Entformung aus dem Spritzgießwerkzeug
in der Regel mit zunehmender Abmessung in einer Raumrichtung zunimmt, unterliegen
gerade Klappenanordnungen mit wenigstens zwei oder noch mehr Klappen in besonders
unerwünschtem Maße der geschilderten geometrischen Veränderung nach dem Entformen.
[0005] Da diese nach der Entformung eintretende geometrische Veränderung (Verformung) des
Bauteils zu Problemen bei der Realisierung der Relativbewegung der Klappenanordnung
relativ zu dem sie tragenden Gehäuse führen kann, ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, die eingangs genannte Klappenvorrichtung derart weiterzubilden, dass eine
Klappenvorrichtung mit wenigstens zwei Klappen mit verbesserter Formtreue auch spritzgießtechnisch
bereitgestellt werden kann, so dass ein bestimmungsgemäßer Betrieb der Klappenvorrichtung,
insbesondere hinsichtlich der Relativbewegung zwischen Klappenanordnung und Gehäuse
auch bei spritzgegossener Klappenanordnung mit wenigstens zwei Klappen problemloser
als bisher erfolgen kann.
[0006] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Klappenvorrichtung
der eingangs genannten Art, bei welcher benachbarte Klappen gesondert hergestellt
und durch Formschlussgeometrien zur gemeinsamen Bewegung miteinander koppelbar oder
gekoppelt sind.
[0007] Dies bedeutet, dass die Klappen, die an der fertiggestellten Klappenvorrichtung zur
gemeinsamen Relativverstellung relativ zum Gehäuse miteinander verbunden sind, einzeln,
d. h. gesondert voneinander, hergestellt und erst nach ihrer Herstellung miteinander
gekoppelt werden. Deshalb können die einzelnen einer Mehrzahl von Klappen am Halbzeug
noch ungekoppelt, aber miteinander durch Formschlussgeometrien koppelbar sein oder
können bereits miteinander zur gemeinsamen Bewegung gekoppelt sein.
[0008] Dabei kann das Gehäuse ebenfalls aus mehreren Gehäuseteilen bestehen, etwa aus einem
Gehäuseteil pro Klappe. Ebenso ist es jedoch denkbar, mehrere oder sogar alle Strömungskanalabschnitte
im Wesentlichen in einem gemeinsamen Gehäuseteil zusammenzufassen und dieses lediglich
um weitere Montageteile zu ergänzen, um eine relativbewegliche Anbringung der Klappen
an dem Gehäuseteil zu ermöglichen.
[0009] Dann, wenn die wenigstens zwei Klappen an der fertigen Klappenvorrichtung um eine
Klappenachse relativ zum Gehäuse verdrehbar an diesem vorgesehen sind, - alternativ
kann auch an eine translatorisch bewegbare Klappe gedacht sein - ist es vorteilhaft,
wenn die Klappe einen Klappenkörper und wenigstens einen mit diesem zur gemeinsamen
Bewegung verbundenen Klappenwellenabschnitt aufweist. Der Klappenkörper ist dann bevorzugt
jener Abschnitt der Klappe, mit welchem die oben beschriebene Veränderung des Strömungsquerschnitts
durch Änderung der Relativanordnung bewirkt wird und welcher hierfür ausgebildet ist.
[0010] Der Klappenwellenabschnitt, welcher aus Gründen der Maßhaltigkeit und Formstabilität
sowie zur Vermeidung unerwünschten Montageaufwands bevorzugt einstückig mit dem Klappenkörper
ausgebildet ist, ist dann dazu ausgebildet, die Klappe mit dem Klappenkörper drehbar
am Gehäuse aufzunehmen.
[0011] Eine besonders stabile Lagerung der Klappe zur Relativverdrehung relativ zum Gehäuse
kann dadurch erhalten werden, dass die Klappe zwei bezüglich der Klappenachse im Wesentlichen
kollineare Klappenwellenabschnitte aufweist, wobei der Klappenkörper axial zwischen
den Klappenwellenabschnitten vorgesehen ist. Durch die Anordnung des Klappenkörpers
axial zwischen den Klappenwellenabschnitten kann überdies eine aus betriebsbedingt
möglicherweise auftretenden Lasten resultierende Klappenbiegung vermieden oder wenigstens
erheblich reduziert werden, welche ansonsten die Relativverdrehbarkeit der Klappe
relativ zum Gehäuse beeinträchtigen könnte.
[0012] In vielen Fällen kann die Klappenvorrichtung oder ein zu ihrer Herstellung angefertigtes
Halbzeug mehr als zwei Klappen aufweisen, etwa wenn mehrere gleichartige Strömungskanäle
zu jedem Zylinder einer Mehrzylinder-Brennkraftmaschine führen und der Gasmengenstrom
in jedem der Strömungskanäle veränderbar sein soll.
[0013] Eine konstruktiv einfache und die folgende Montagearbeit erheblich vereinfachende
Lösung kann dergestalt sein, dass der eine von zwei mit einem Klappenkörper verbundene
Klappenwellenabschnitt, vorzugsweise an einem freien axialen Ende desselben, eine
Kopplungsgeometrie aufweist und dass der jeweils andere Klappenwellenabschnitt eine
Kopplungsgegengeometrie aufweist, wobei die Kopplungsgeometrie und die Kopplungsgegengeometrie
formschlüssig zu einer gemeinsamen Drehbewegung um die Klappenachse koppelbar sind.
[0014] Somit weist jede Klappe bevorzugt einenends eine Kopplungsgeometrie und andernends
eine Kopplungsgegengeometrie auf, so dass nur eine Art von Klappe hergestellt zu werden
braucht und diese Klappe beliebig oft durch Kopplungsgeometrie und Kopplungsgegengeometrie
axial aneinander gereiht werden kann, um so zu der gewünschten Klappenanzahl der jeweiligen
Klappenanordnung zu gelangen.
[0015] Aus fertigungstechnisch vorteilhafter Sicht ist vorzugsweise die Kopplungsgeometrie
oder/und die Kopplungsgegengeometrie einstückig mit der sie aufweisenden Klappe, vorzugsweise
mit dem sie aufweisenden Klappenwellenabschnitt ausgebildet.
[0016] Eine sichere und zuverlässige Drehmomentübertragung von einer Klappe zu der ihr jeweils
axial benachbarten, was eine Voraussetzung für eine gemeinsame Bewegung sein kann,
kann in einfacher Weise dadurch erhalten werden, dass eine Geometrie aus Kopplungsgeometrie
und Kopplungsgegengeometrie eine Ausnehmung und die jeweils andere Geometrie einen
drehmomentübertragend in die Ausnehmung einführbaren Vorsprung, vorzugsweise einen
zu wenigstens einem Abschnitt des Ausnehmungsumfangs komplementären Vorsprung, aufweist.
Durch entsprechende Wahl der axialen Länge von Ausnehmung und Vorsprung kann die an
der drehmomentübertragenden Kopplungsstelle auftretende Flächenbelastung von Kopplungsgeometrie
und Kopplungsgegengeometrie gering gehalten werden.
[0017] Beispielsweise kann zur Drehmomentübertragung der Vorsprung, ebenso wie die Ausnehmung,
eine Querschnittsgestalt bei Betrachtung eines zur Klappenachse orthogonalen Querschnitts
aufweisen, welche durch einen Polygonzug berandet ist. Allgemein kann der Vorsprung
prismatisch ausgebildet sein, wobei Vorsprung und Ausnehmung zur erleichterten Montage
Einführschrägen aufweisen können. Dies bedeutet, dass sich der Vorsprung mit zunehmender
axialer Entfernung vom Klappenkörper verjüngt, während sich die Ausnehmung mit zunehmender
Annäherung an den Klappenkörper verjüngt.
[0018] Die bevorzugte komplementäre Ausgestaltung von Ausnehmung und Vorsprung soll nicht
bedeuten, dass im gekoppelten Zustand von Ausnehmung und Vorsprung keine Leerräume
in dem Kopplungsgebilde mehr bestehen, denn üblicherweise muss die Ausnehmung stets
axial ein wenig länger ausgeführt werden als der Vorsprung. Vielmehr soll damit ausgesagt
sein, dass der überwiegende Teil der Ausnehmung nach der Kopplung von Material des
Vorsprungs eingenommen ist.
[0019] Zur Betätigung der Klappenanordnung in der Klappenvorrichtung ist es vorteilhaft,
wenn die Klappenvorrichtung ein Betätigungsbauteil aufweist, mit welchem durch ein
Betätigungsgerät, etwa durch einen Aktuator, ein Betätigungsdrehmoment zur Relativverdrehung
von Klappen und Gehäuse in die Klappenvorrichtung einleitbar ist, um somit an einer
einzigen Betätigungsstelle die Klappenanordnung der Klappenvorrichtung betätigen zu
können.
[0020] Das Betätigungsbauteil kann bereits mit wenigstens einer Klappe der Klappenvorrichtung
verbunden oder noch mit dieser verbindbar sein. Dann ist es zur Vereinfachung der
Montagearbeit, aber auch zur Verwendbarkeit einer im Wesentlichen "universellen" Klappe,
nicht nur zur Ankopplung an eine andere Klappe, sondern auch zur Ankopplung an das
Betätigungsbauteil vorteilhaft, wenn auch das Betätigungsbauteil eine Geometrie aus
Kopplungsgeometrie und Kopplungsgegengeometrie aufweist.
[0021] Die Koppelbarkeit einer Mehrzahl von einzeln hergestellten Klappen durch die zuvor
genannten Formschlussgeometrien soll nicht ausschließen, dass diese zusätzlich durch
Stoffschluss, etwa durch das besonders verzugsarme Laserschweißen, oder durch Klebung
oder sonstwie betriebsmäßig unlösbar miteinander verbunden sind, um einen Betrieb
der Klappenvorrichtung mit möglichst genauer Veränderung des durch den Strömungskanalabschnitt
strömenden Gasmengenstroms sicherstellen zu können.
[0022] Die oben bezeichnete Klappenachse kann derart angeordnet sein, dass sie den Klappenkörper
im Wesentlichen durchsetzt, also etwa wie bei bekannten Schmetterlingsklappen. Ebenso
kann daran gedacht sein, dass die Klappenachse mit Abstand vom Klappenkörper vorgesehen
ist, wobei dann der Klappenkörper vorteilhafterweise gekrümmt ausgebildet ist, so
dass der Klappenkörper in einer Durchlassstellung, in welcher der Strömungsquerschnitt
des Strömungskanalabschnitts maximal ist, an der Wandung des Gehäuses anliegen kann
oder sich an diese in geringer Entfernung anschmiegen kann.
[0023] Im erstgenannten Fall der Schmetterlingsklappe ist diese aus Gründen einer möglichst
einfachen Fertigung vorteilhafterweise eben, also erstreckt sich längs einer Ebene.
[0024] Zur Bereitstellung einer möglichst genauen, also form- oder/und maßhaltigen, Relativbewegung
zwischen Klappe und Gehäuse kann es dann, wenn die Klappe an der fertigen Klappenvorrichtung
um eine Klappenachse relativ zum Gehäuse verdrehbar an diesem vorgesehen ist, vorteilhaft
sein, wenn wenigstens eine Klappe, vorzugsweise alle Klappen, einer Klappenanordnung
einer Klappenvorrichtung ein Klappenwellenbauteil umfasst.
[0025] Das Klappenwellenbauteil kann beispielsweise ein Metallbauteil oder ein Bauteil aus
einem sonstigen Material sein, welches formstabiler als das ausgehärtete Gießmaterial
der Klappe ist.
[0026] Dann ist es nämlich möglich, die Klappe an das Klappenwellenbauteil anzugießen, insbesondere
anzuspritzen, oder das Klappenwellenbauteil mit der Klappe zu umgießen, insbesondere
zu umspritzen.
[0027] Im erstgenannten Fall des Angießens ist das Klappenwellenbauteil nicht vollständig
von zur Bildung der Klappe beitragendem Gießmaterial umgeben, während im Falle des
Umgießens das Klappenwellenbauteil vollständig von zur Bildung der Klappe beitragenden
Gießmaterial umgeben ist.
[0028] Das Umgießen ist dabei bevorzugt, da das umgossene Klappenwellenbauteil zum einen
durch das Gießmaterial der Klappe weitgehend geschützt ist und überdies an der Außenfläche
der mit dem Klappenwellenbauteil verstärkten Klappe keine unerwünschte Materialpaarung
auftritt, die bei Relativbewegung von Klappe und Gehäuse zu unerwünschtem Verschleiß
führen kann.
[0029] Zur Abgrenzung sei betont, dass ein gemeinsames Anspritzen oder Umspritzen von zwei
oder mehr Klappen an ein gemeinsames Klappenwellenbauteil keine Formschlussgeometrieverbindung
im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist. Vielmehr müssen die Klappen der erfindungsgemäßen
Klappenvorrichtung zu Beginn der Montage der Klappenanordnung vereinzelt vorliegen.
[0030] Bevorzugt sich benachbarte Klappen durch eine axiale Steckverbindung zur gemeinsamen
Bewegung verbunden oder verbindbar.
[0031] Zur besseren Verschweißbarkeit benachbarter Klappen weisen bevorzugt die Formschlussgeometrien
und der an sie anschließende Bereich von Klappenwellenabschnitten eine Oberfläche
aus einem einheitlichen Material auf. Vorzugsweise ist die gesamte Klappe aus diesem
Material hergestellt.
[0032] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der beiliegenden Figuren näher
erläutert. Es stellt dar:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Klappenvorrichtung in perspektivischer
Ansicht im Teilschnitt,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung der Klappen, Lagerbuchsen und des Betätigungsbauteils
der Klappenvorrichtung der Ausführungsform von Fig. 1, und
- Fig. 3
- die beiden dem Betätigungsbauteil axial am nächsten liegenden Klappen der Klappenanordnung
von Fig. 2 in der Explosionsansicht.
[0033] In den Fig. 1 bis 3 ist eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt
und allgemein mit 110 bezeichnet.
[0034] Die hier gezeigte Klappenvorrichtung 110 weist vier im Wesentlichen parallele Strömungskanalabschnitte
126, 128, 130 und 133 auf, welche in einem gemeinsamen Gehäuse 120 ausgebildet sein
können.
[0035] Alternativ hierzu kann das Gehäuse 120 auf die Art unterteilt sein, dass ein oder
mehrere Untergruppen von Strömungskanalabschnitten in einem Gehäuseteil ausgebildet
sind. Dabei kann ebenfalls daran gedacht sein, für jeden Strömungskanalabschnitt ein
gesondertes Gehäuse auszubilden.
[0036] Wie weiter unten noch ausgeführt werden wird, kann das Gehäuse 120 zur Erleichterung
der Montage des hier gezeigten Ausführungsbeispiels einer Klappenvorrichtung 110 mehrteilig
ausgeführt sein.
[0037] Die Klappen 132, 134, 136 und 137 können mit entsprechend der Gestalt des zugeordneten
Strömungskanalabschnitts gekrümmten Klappenkörpern 132a, 134a, 136a und 137a ausgebildet
sein, welche dann vorzugsweise mit Abstand von der Klappenachse K angeordnet sind,
um welche herum die gesamte Klappenanordnung 139 relativ zum Gehäuse 120 verdrehbar
sein kann. In der in Fig. 1 gezeigten Durchlassstellung liegen die Klappenkörper 132a,
134a, 136a und 137a dann bevorzugt unter Bildung eines dünnen Spalts 141 eng am Gehäuse
120 an.
[0038] Die Klappenkörper können dann in der in Fig. 1 gezeigten Durchlassstellung, in welcher
die jeweiligen Strömungskanalabschnitte im Gehäuse 120 im Wesentlichen einen maximalen
Strömungsquerschnitt aufweisen, sich an die jeweiligen Wandungsabschnitte des Gehäuses
120 anschmiegend anlegen. Somit ragt in der Durchlassstellung der Klappenanordnung
139 vorzugsweise kein Klappenbestandteil in den ihm zugeordneten Strömungskanalabschnitt.
[0039] Die hier diskutierte zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Klappenvorrichtung
110 soll nachfolgend anhand der in Fig. 1 ganz linken Klappe 137 beschrieben werden.
Sofern sich andere Klappen als die beschriebene Klappe 137 von dieser unterscheiden,
wird im Rahmen dieser Beschreibung eigens auf die Unterschiede hingewiesen werden
können.
[0040] Die Klappe 137 umfasst den bereits genannten Klappenkörper 137a, von welchem zu beiden,
bezogen auf die Klappenachse K, axialen Seiten Klappenwellenabschnitte 137b abstehen.
[0041] Vorzugsweise sind die Klappenwellenabschnitte 137b über Stegabschnitte 137c integral
mit dem Klappenkörper 137a ausgeformt.
[0042] Beide vom Klappenkörper 137a fern liegenden Längsenden der Klappenwellenabschnitte
137b können Formschlussgeometrien aufweisen, welche zur drehmomentübertragenden Verbindung
mit der jeweils benachbarten Klappe, hier beispielsweise Klappe 136, oder/und mit
einem Betätigungsbauteil 162 dienen können.
[0043] In dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel können beide Formschlussgeometrien als Vorsprünge
164 ausgebildet sein.
[0044] Dann können die Klappen 137 und 134 im Wesentlichen identisch ausgebildet sein, und
können die Klappen 136 und 132 im Wesentlichen identisch ausgebildet sein, wobei der
Unterschied zwischen benachbarten Klappen 137 und 136 (siehe Fig. 3) darin bestehen
kann, dass die Klappe 136 anstelle von Vorsprüngen 164 Kopplungsausnehmungen 166 aufweist.
[0045] In dem dargestellten Beispiel weist die Klappe 136 an beiden vom Klappenkörper 136a
fern liegenden Längsenden der Klappenwellenabschnitte 136b Ausnehmungen 166 auf, in
welche die Vorsprünge 164 benachbarter Klappen in axialer Richtung eingeführt werden
können, um die Klappen drehmomentübertragend miteinander zu verbinden.
[0046] Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Situation kann hinsichtlich der erforderlichen
Montage dahingehend verändert sein, dass jede Klappe an einem Längsende eines Klappenwellenabschnitts
einen Vorsprung 164 und am jeweils anderen Längsende eine entsprechende Ausnehmung
166 aufweist. Wenn dann, bezogen auf die Stellung zum Klappenkörper, stets dieselben
Klappenwellenabschnitte einen Vorsprung und die jeweils anderen eine Ausnehmung aufweisen,
ist es ausreichend, eine Art von Klappen zu fertigen. Es können somit im Wesentlichen
identische Klappen zu einer Klappenanordnung 139 zusammengesteckt werden.
[0047] Nach dem Zusammenstecken benachbarter Klappen oder/und eines Betätigungsbauteils
162 können die zur Drehmomentübertragung gesteckten Komponenten zusätzlich durch Kleben,
Schweißen oder ein beliebiges anderes geeignetes Verfahren bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch unlösbar verbunden werden.
[0048] Bevorzugt wird hier ein Laserschweißverfahren empfohlen, welches den auftretenden
thermischen Verzug minimiert und damit eine möglichst hohe Maßhaltigkeit, verbunden
mit einer leichtgängigen Relativverdrehbarkeit der Klappenanordnung 139 relativ zum
Gehäuse 120, gewährleistet.
[0049] Ebenfalls denkbar, wenngleich aufgrund des erhöhten Montageaufwands nicht bevorzugt,
ist es, alle Klappen mit Kopplungsausnehmungen 166 auszubilden und gesondert ausgebildete
Verbindungssteine in Form der Kopplungsvorsprünge 164 in die Kopplungsausnehmungen
166 benachbarter Klappen einzuführen. Zwar sind dann auch bei dieser Lösung alle Klappen
im Wesentlichen geometrisch identisch, jedoch ist der Montageaufwand durch die einzuführenden
Kopplungssteine unerwünscht hoch.
[0050] Die Kopplungsvorsprünge 164 sind vorzugsweise prismatisch aufgebaut, so dass sie
bei Vereinigung mit den entsprechenden Kopplungsausnehmungen 166 an den Seiten ihrer
Mantelflächen Drehmoment übertragen können. Im dargestellten Beispiel sind die Kopplungsvorsprünge
164 als Quader gestaltet. Jedoch ist ebenso denkbar, die Kopplungsvorsprünge 164 als
Dreiecksprisma, Fünfecksprisma oder als unregelmäßiges Prisma zu gestalten.
[0051] Ebenso reicht es aus, die Ausnehmungen 166 derart auszubilden, dass Abschnitte der
Innenmantelfläche einer Ausnehmung 166 an Abschnitte der Mantelfläche der Kopplungsvorsprünge
164 zur Anlage kommen und an dieser Anlage ein Drehmoment um die Klappenachse K zwischen
zwei derart gekoppelten Klappen übertragbar ist.
[0052] Bevorzugt ist jedoch zur Erzielung einer möglichst exakten Geometrie der zusammengebauten
Klappenanordnung 139, dass sich Klappenvorsprünge 164 und Klappenausnehmungen 166
im montierten Zustand im Wesentlichen ergänzen, also komplementär zueinander ausgebildet
sind, wobei dies nicht bedeuten soll, dass die Kopplungsausnehmung 166 in einem mit
einem Kopplungsvorsprung 164 vereinigten Zustand vollständig von dem Kopplungsvorsprung
164 ausgefüllt ist. Üblicherweise ist bereits aus fertigungstechnischen Gründen die
Kopplungsausnehmung 166 axial länger ausgebildet als der Kopplungsvorsprung 164. Jedoch
ist es vorteilhaft, wenn Kopplungsvorsprung 164 und Kopplungsausnehmung 166 wenigstens
einen Axialabschnitt aufweisen, in welchem nahezu der gesamte Umfang eines Kopplungsvorsprungs
164 am Umfang der Kopplungsausnehmung 166 anliegt.
[0053] Auf diese Art und Weise können die Klappen einzeln gefertigt und mit geringem Aufwand
zu einer Klappenanordnung 139 mit beliebiger Länge montiert werden.
[0054] Die Klappenanordnung 139, welche in den Fig. 1 und 2 vier Klappen und ein Betätigungsbauteil
162 umfasst, kann in alternativen Ausführungsformen, wie in Fig. 3 gezeigt, nur zwei
Klappen 137 und 136 und ein Betätigungsbauteil 162 oder kann nur drei, fünf, sechs
oder mehr Klappen aufweisen, jeweils mit oder ohne Betätigungsbauteil 162.
[0055] Wie ebenso in den Figuren gezeigt ist, weist auch das Betätigungsbauteil eine entsprechende
Formschlussgeometrie auf, hier eine Kopplungsausnehmung 166.
[0056] Wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt, kann jeder Klappenwellenabschnitt von einem Gehäuseergänzungsbauteil
121 bzw. 123 umgeben sein.
[0057] Die Gehäuseergänzungsbauteile 121 bzw. 123 können im Wesentlichen identisch sein
und sich lediglich in hinsichtlich ihrer Krümmungsrichtung unterscheiden. Beispielsweise
können die Gehäuseergänzungsbauteile 121 und 123 bezüglich einer zur Kanalachse K
orthogonalen Spielgelsymmetrieebene spiegelbildlich aufgebaut sein.
[0058] Dann, wenn jede Klappe die ihr zugeordneten Ergänzungsbauteile 121 und 123 aufweist,
können die zur Bildung einer Klappenanordnung 139 benötigten Klappen über die oben
beschriebenen Formschlussgeometrien drehmomentübertragend miteinander vereinigt und
vorzugsweise unlösbar fixiert werden. Gleiches gilt für ein Betätigungsbauteil 162,
welches endseitig an die Klappenanordnung 139 drehmomentübertragend anschließbar sein
kann. Dann kann die so gebildete Klappenanordnung 139 in das Gehäusegrundbauteil 125,
welches in Fig. 1 gezeigt ist, eingesetzt werden, wobei dann die jeweiligen Gehäuseergänzungsbauteile
121 und 123 das Gehäusegrundbauteil 125 zu einem Gehäuse mit vollständigen Strömungskanalabschnitten
ergänzen.
[0059] Zwischen den Gehäuseergänzungsbauteilen 121 bzw. 123 und den sie durchsetzenden Klappenwellenabschnitten
137b, 136b, 134b, 132b kann zur Verbesserung der Relativbeweglichkeit von Klappe und
Gehäuse eine Lagerbuchse 152 vorgesehen sein.
[0060] Im vorliegenden Fall können die Klappen, beispielsweise die Klappe 137, in einem
gemeinsamen Gießschritt mit den Gehäuseergänzungsbauteilen 121 und 123 in einem gemeinsamen
Formwerkzeug gegossen worden sein, beispielsweise durch Spritzgießen. Hierzu wurde
bevorzugt vor dem Gießschritt in das Formwerkzeug ein Satz an Lagerbuchsen 152, welche
nach dem Entformen die Gehäuseergänzungsbauteile 121 und 123 geometrisch von den Klappenwellenabschnitten
137b usw. trennen, an entsprechende Stellen im Formwerkzeug eingelegt und mit Gießmaterial
umgossen, insbesondere umspritzt.
[0061] Somit liegen die Ergänzungsbauteile an einer Außenfläche 152a der Lagerbuchse 152
an, während die Klappenwellenabschnitte 137b an einer innenfläche 152b (siehe Fig.
3) der Lagerbuchsen 152 anliegen.
1. Klappenvorrichtung (110), insbesondere Drosselvorrichtung, bevorzugt zum Einsatz in
Kraftfahrzeugen, wobei die fertiggestellte Klappenvorrichtung (110) ein Gehäuse (120)
umfasst, welches einen Strömungskanalabschnitt (126, 128, 130, 133) umgibt, und weiter
wenigstens zwei am Gehäuse (120) derart relativ zu diesem beweglich aufgenommene Klappen
(132, 134, 136, 137) umfasst, dass durch eine Relativverstellung der Klappen (132,
134, 136, 137) relativ zum Gehäuse (120) der wirksame Strömungsquerschnitt des Strömungskanalabschnitts
(126, 128, 130, 133) veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Klappen (132, 134, 136, 137) gesondert hergestellt und durch Formschlussgeometrien
(164, 166) zur gemeinsamen Bewegung miteinander koppelbar oder gekoppelt sind.
2. Klappenvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Klappe (132, 134, 136, 137) wenigstens einen Klappenwellenabschnitt
(132b, 134b, 136b, 137b) aufweist, mit welchem die Klappe (132, 134, 136, 137) drehbar
am Gehäuse (120) gelagert ist, und einen Klappenkörper (132a, 134a, 136a, 137a) aufweist,
welcher zur Veränderung des Strömungsquerschnitts im Strömungskanalabschnitt (126,
128, 130, 133) aufgenommen ist, wobei der wenigstens eine Klappenwellenabschnitt (132b,
134b, 136b, 137b) einstückig mit dem Klappenkörper (132a, 134a, 136a, 137a) ausgebildet
ist.
3. Klappenvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klappe (132, 134, 136, 137) zwei bezüglich der Klappenachse (K) im Wesentlichen
koaxiale Klappenwellenabschnitte (132b, 134b, 136b 137b) aufweist, wobei der Klappenkörper
(132a, 134a, 136a, 137a) axial zwischen den Klappenwellenabschnitten (132b, 134b,
136b, 137b) vorgesehen ist.
4. Klappenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der eine von zwei mit einem Klappenkörper (132a, 134a, 136a, 137a) verbundene Klappenwellenabschnitt
(132b, 134b, 136b, 137b), vorzugsweise an einem freien axialen Ende desselben, eine
Kopplungsgeometrie (164 oder 166) aufweist und dass der jeweils andere Klappenwellenabschnitt
(132b, 134b, 136b, 137b) eine Kopplungsgegengeometrie (166 oder 164) aufweist, wobei
die Kopplungsgeometrie (164 oder 166) und die Kopplungsgegengeometrie (166 oder 164)
formschlüssig zu einer gemeinsamen Drehbewegung um die Klappenachse (K) koppelbar
sind.
5. Klappenvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Geometrie (166) aus Kopplungsgeometrie (164 oder 166) und Kopplungsgegengeometrie
(166 oder 164) eine Ausnehmung (166) und die jeweils andere Geometrie (164) einen
drehmomentübertragend in die Ausnehmung (166) einführbaren Vorsprung (164), vorzugsweise
einen zu wenigstens einem Abschnitt des Ausnehmungsumfangs komplementären Vorsprung,
aufweist.
6. Klappenvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klappenvorrichtung (110) ein Betätigungsbauteil (162) aufweist, welches zur Einleitung
eines Betätigungsmomentes zur Relativverdrehung der Klappen (132, 134, 136, 137) und
des Gehäuses (120) mit wenigstens einer Klappe (132, 134, 136, 137) verbindbar oder
verbunden ist, wobei auch das Betätigungsbauteil (162) eine Geometrie aus Kopplungsgeometrie
(164 oder 166) und Kopplungsgegengeometrie (166 oder 164) aufweist.
7. Klappenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von einzeln hergestellten Klappen (132, 134, 136, 137) zusätzlich zu
den vorgesehenen Formschlussgeometrien (164, 166) durch Stoffschluss, insbesondere
durch Laserschweißen, oder durch Klebung oder sonstwie betriebsmäßig unlösbar miteinander
verbunden sind.
8. Klappe für eine Klappenvorrichtung mit einem oder mehreren Merkmalen der kennzeichnenden
Teile wenigstens eines der Ansprüche 1 bis 7.