[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Behandlung von Fettleibigkeit,
umfassend ein ringförmig um den Magen legbares Bandteil mit einer Verschlusseinrichtung,
mit der das Bandteil zu einem umfangsgeschlossenen Ring verschließbar ist, der eine
Öffnung mit einer zentralen Achse aufweist, und ein mit dem Bandteil verbundenes und
von diesem auf einer Seite abstehendes Stützteil zum Abstützen eines gegenüber dem
angelegten Bandteil proximal liegenden Magenbereichs.
[0002] Bekannt sind Magenbänder für die Behandlung der Fettleibigkeit, bei denen ein Bandteil
ringförmig um den Magen gelegt wird, um durch das Einschnüren des Magens eine Engstelle
für die Nahrungspassage durch den Magen zu schaffen. Meist weisen diese Magenbänder
einen umlaufenden, mit einem Füllmedium befüllbaren Hohlraum auf, sodass durch Einfüllen
des Füllmediums die Größe der Öffnung des Magenbandes variiert werden kann, um die
Einschnürung des Magens einzustellen.
[0003] Die aufgenommene Nahrung staut sich vor dieser chirurgisch geschaffenen Engstelle
und der Druck im gestauten Magenanteil steigt, wodurch es zu einer Vorwölbung der
Magenvorderwand in die Bauchhöhle kommt. Diese übermäßige Vorwölbung der Magenvorderwand
führt nach längerer Zeit zu einer unerwünschten Erweiterung des abgeschnürten Magenteils,
wodurch der Erfolg der operativen Behandlung der Fettleibigkeit beeinträchtigt wird.
[0004] Um diesen Nachteil zu überwinden ist aus der
EP 1669045 A1 eine Einrichtung der eingangs genannten Art bekannt. Das am Bandteil angebrachte,
von diesem auf einer Seite abstehende Stützteil wird zusammen mit dem Bandteil um
den Magen gelegt und nach dem Schließen des Bandteils zu einem Ring werden die einander
nunmehr benachbart liegenden umfänglichen Enden des Stützteils miteinander verbunden,
wodurch eine geschlossene Hülle ausgebildet wird, die einen proximal des Bandteils
liegenden Magenteil umfänglich umgibt.
[0005] Weiters zeigt die
AT 504158 B1 eine Einrichtung mit zwei oder mehr Bandteilen, um den Magen mehrstufig einzuschnüren.
Zwischen den Bandteilen erstrecken sich an den einander zugewandten Seitenrändern
der Bandteile angebrachte Hüllteile, die mit den Bandteilen um den Magen gelegt werden
und im angelegten Zustand der Einrichtung den Magen umhüllen.
[0006] Aus der
US 2005/0119674 A1 und
WO 02/053040 A1 gehen weitere Hüllvorrichtungen in Form von Bändern, Netzen und dergleichen hervor,
welche umfänglich um den Magen angelegt werden.
[0007] Aus der
US 6,165,122 A ist weiters eine gelochte elastische Hülle bekannt, die umfänglich um den Herzmuskel
gelegt wird, um dessen unerwünschte Erweiterung zu verhindern.
[0008] Um die den Magen umhüllenden vorbekannten Einrichtungen anzulegen, ist eine weite
ausführliche chirurgische Trennung der Magenhinterwand von der Hinterwand der Bauchhöhle
erforderlich. Dies führt zu einem stark erhöhten Operationsrisiko für den Patienten.
Es kann beim Durchtrennen der Gewebeschichten zu unerwünschten starken Blutungen kommen,
eine längere Operationszeit wird benötigt und das A-nästhesierisiko bei dieser besonders
kritischen Patientengruppe von fettleibigen Personen wird erhöht. Weiters bleibt eine
wesentlich größere Wundfläche in der Bauchhöhle zurück, verbunden mit erhöhter Absonderung
von Wundsekret, was wiederum den Einsatz von Ablaufkanülen erforderlich macht. Diese
medizinischen Gründe sind Ursache dafür, dass sich die bekannten technischen Lösungen
von umfänglichen elastischen Schutzvorrichtungen gegen eine unerwünschte Vergrößerung
der chirurgisch eingeschnürten Magenabschnitte in der chirurgischen Praxis nicht durchgesetzt
haben.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es eine Einrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen,
durch die einer Ausdehnung des Magens im gestauten Bereich entgegengewirkt wird, wobei
das Operationsrisiko beim Anlegen verringert wird. Erfindungsgemäß gelingt dies durch
eine Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0010] Bei der Einrichtung gemäß der Erfindung erstreckt sich das Stützteil in der Schnittebene
eines jeden durch das Stützteil verlaufenden Querschnitts, der parallel zur Mittelebene
liegt, in welcher das zu einem Ring verschlossene Bandteil liegt und welche mittig
durch das Bandteil verläuft, über weniger als 270° um die zentrale Achse der Öffnung
des Bandteils. Es liegen also, bezogen auf ein Polarkoordinatensystem, das in der
Ebene des Querschnitts durch das Stützteil liegt und die Mittelachse als Ursprung
aufweist, alle Punkte des Stützteils in einem Winkelbereich von weniger als 270°.
Über den restlichen Winkelbereich von mehr als 90° erstreckt sich das Stützteil somit
nicht, d.h. in diesem Winkelbereich liegen keine Punkte des Stützteils. Das Stützteil
ist also umfangsoffen ausgebildet mit einer Umfangserstreckung von weniger als 270°
über seine gesamte Ausdehnung in die Richtung der zentralen Achse.
[0011] Durch diese Ausbildung ist eine chirurgische Trennung der Magenhinterwand von der
Hinterwand der Bauchhöhle nur soweit erforderlich, als ein Durchgang (Kanal) für die
Durchführung des Magenbandes selbst benötigt wird. Das Stützteil, das im angelegten
Zustand den proximal des Bandteils liegenden Teil des Magens im Bereich der Magenvorderwand
überdeckt, muss nicht um die Magenhinterwand herumgeführt werden. Um dennoch eine
stabile Abstützung des gestauten Magenteils zu erreichen, kann das Stützteil vorteilhafterweise
an vom Bandteil beabstandeten Stellen beidseitig (=lateral) des abgestützten Magenbereichs
mit der Hinterwand der Bauchhöhle verbunden werden, insbesondere durch Vernähen. Solche
Verbindungspunkte mit der Hinterwand der Bauchhöhle liegen vorzugsweise in Bereichen,
an denen ein Seitenrand des Stützteils, der am vom Bandteil entfernten Ende des Stützteils
die Erstreckung des Stützteils in Richtung der zentralen Achse begrenzt, mit den Längsrändern
des Stützteils zusammentrifft, die die Erstreckung des Stützteils um die zentrale
Achse begrenzen. An den Verbindungspunkten ist das Stützteil vorteilhafterweise verstärkt
ausgebildet, z.B. durch Gewebeeinlagen. Vorzugsweise sind an diesen Verbindungs- bzw.
Übergangsbereichen zwischen dem Längsrand und dem jeweiligen Seitenrand am Stützteil
Nähösen ausgebildet. Zusätzliche, vorzugsweise verstärkte, Verbindungspunkte, insbesondere
Nähösen, mit der Hinterwand der Bauchhöhle können vorgesehen sein, insbesondere im
Bereich der Längsränder des Stützteils. Zusätzlich können auch Verbindungspunkte zur
Verbindung des Stützteils mit der Magenwand vorgesehen sein, wobei die Verbindung
vorzugsweise wiederum durch Vernähen erfolgt, beispielsweise im Bereich des Seitenrandes
des Stützteils.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung gelingt es, die Vorteile von herkömmlichen
Magenbändern ohne Stützteile, welche mit einer relativ gering invasiven Operation
angelegt werden können, und von Magenbändern mit Stützteilen, die einer Aufweitung
des gestauten Magenteils entgegenwirken, zu verbinden.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist im Bereich des Stützteils,
der in einem Abstand von der Mittelebene liegt, welcher mehr als zwei Drittel des
maximalen Abstands des Seitenrands des Stützteils von der Mittelebene beträgt, die
größte Erstreckung des Stützteils um die zentrale Achse kleiner als die größte Erstreckung
des Stützteils um die zentrale Achse im Bereich des Stützteils, der in einem Abstand
von der Mittelebene liegt, welcher weniger als ein Drittel des maximalen Abstands
des Seitenrands des Stützteils von der Mittelebene beträgt. Die Erstreckung des Stützteils
um die zentrale Achse in einem bestimmten Abstand von der Mittelebene gibt hierbei
den Winkelbereich an, über den das Stützteil in einem in diesem Abstand von der Mittelebene
liegenden Querschnitt verläuft.
[0014] Durch diese Ausbildung wird eine gute Abstützung des gestauten Magenteils erreicht,
wobei das Stützteil so an der Hinterwand der Bauchhöhle befestigbar ist, dass das
Stützteil seine Abstützfunktion zuverlässig erfüllt.
[0015] Günstigerweise ist das Stützteil mit einer Vielzahl von über seine Ausdehnung verteilten
Durchtrittsöffnungen ausgebildet, wobei die Summe der Flächen der Durchtrittsöffnungen
vorzugsweise einen Großteil der Gesamtfläche des Stützteils ausmacht. Besonders bevorzugt
ist das Stützteil netzartig ausgebildet.
[0016] Die Verschlusseinrichtung zum Verschließen des Bandteils zu einem umfangsgeschlossenen
Ring kann in herkömmlicher Weise ausgebildet sein. Insbesondere können hierzu im Bereich
der beiden Bandenden angeordnete, miteinander verbindbare Verschlussteile vorhanden
sein. In einer vorteilhaften Ausführungsform weist ein erstes der beiden Verschlussteile
in bekannter Weise einen Rastvorsprung auf und das zweite der beiden Verschlussteile
weist eine Durchtrittsöffnung auf, durch die das erste Verschlussteil durchziehbar
ist, wobei der Rastvorsprung des ersten Verschlussteils hinter der Durchtrittsöffnung
mit dem zweiten Verschlussteil verrastet.
[0017] Zur Verbindung des Stützteil mit dem Bandteil ist das Stützteil günstigerweise am
Bandteil angeklebt, vorzugsweise im Bereich eines der Längsränder des Bandteils.
[0018] Zur umfangsoffenen Ausbildung des Stützteils erstreckt sich das Stützteil im Verbindungsbereich
mit dem Bandteil nicht über die gesamte Länge des Bandteils (d.h. nicht über den gesamten
Umfang des zu einem Ring geschlossenen Bandteils). Vorzugsweise ist ein erster Abschnitt
der Längserstreckung des Bandteils vorgesehen, der an ein erstes Ende des Bandteils
anschließt und dessen Länge zumindest ein Drittel der gesamten Länge des Bandteils
beträgt, vorzugsweise zumindest zwei Fünftel der gesamten Länge des Bandteils, wobei
über diesem ersten Abschnitt der Längserstreckung des Bandteils kein von einer Seite
des Bandteils abstehendes Stützteil vorgesehen ist. Das Stützteil steht nur über einen
zweiten Abschnitt der Längserstreckung des Bandteils vom Bandteil seitlich ab, wobei
der zweite Abschnitt der Längserstreckung des Bandteils an das zweite Ende des Bandteils
anschließt und sich über die Längserstreckung des Bandteils erstreckt, über welche
sich der erste Abschnitt des Bandteils nicht erstreckt.
[0019] Dadurch, dass der erste Abschnitt der Längserstreckung des Bandteils frei von seitlich
abstehenden Stützteilen ausgebildet ist, kann der erste Abschnitt des Bandteils durch
einen relativ kleinen Kanal durchgezogen werden, der zwischen der Hinterwand des Magens
und der Hinterwand der Bauchhöhle freipräpariert worden ist, durchgezogen werden,
sodass dieser erste Abschnitt sich um die Hinterwand des Magens erstreckt. In der
Folge kann die Verschlusseinrichtung, die vorteilhafterweise Verschlussteile an beiden
Enden des Bandteils aufweist, geschlossen werden. Das Stützteil liegt somit im Bereich
der Vorderwand des Magens und kann, wie bereits erwähnt, in der Folge in vom Bandteil
entfernt gelegenen Bereichen beidseitig lateral des Magens an der Hinterwand der Bauchhöhle
befestigt werden.
[0020] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der beiliegenden
Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung im geschlossenen
Zustand des Bandteils, in Schrägsicht;
Fig. 2 und Fig. 3 die Einrichtung von Fig. 1 in Schrägsichten aus sich unterscheidenden
Blickrichtungen;
Fig. 4 eine Seitenansicht der Einrichtung von Fig. 1;
Fig. 5 eine Seitenansicht von Fig. 1 aus einer anderen Blickrichtung;
Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie AA von Fig. 5;
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie BB von Fig. 5;
Fig. 8 einen Schnitt entlang der Linie CC von Fig. 5;
Fig. 9 einen Schnitt entlang der Linie DD von Fig. 5;
Fig. 10 eine Ansicht in Blickrichtung E von Fig. 5;
Fig. 11 und 12 Schrägsichten der Einrichtung von Fig. 1 aus verschiedenen Blickrichtungen
im geöffneten Zustand des Bandteils;
Fig. 13 eine schematische Darstellung der implantierten Einrichtung mit angeschlossenen
Injektionsport.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Einrichtung ist in den Fig. 1 bis
13 dargestellt. Die Einrichtung umfasst ein Bandteil 1, im Bereich von dessen beiden
Enden erste und zweite Verschlussteile 2, 3 angeordnet sind, die eine Verschlusseinrichtung
zum Verbindung der beiden Enden des Bandteils 1 bilden. Im geschlossenen Zustand der
Verschlusseinrichtung (Fig. 1 bis 10 und 13) wird ein umfangsgeschlossener Ring ausgebildet,
der eine Öffnung 4 mit einer zentralen Achse 5 umgibt. Das zu einem Ring verschlossene
Bandteil 1 liegt in einer Mittelebene 6, die das Bandteil 1 mittig durchsetzt. Im
Ausführungsbeispiel ist das Bandteil 1 spiegelsymmetrisch zur Mittelebene 6 ausgebildet.
Die zentrale Achse 5, die die Öffnung 4 mittig durchsetzt, steht vorzugsweise rechtwinkelig
zur Mittelebene 6.
[0022] Das geschlossene Bandteil 1 bildet insbesondere einen Kreisring, d.h. verläuft entlang
einer Kreislinie.
[0023] Bei der gezeigten Ausführungsform der Verschlusseinrichtung besitzt das erste Verschlussteil
2 einen über das stirnseitige Ende des Bandteils 1 überstehenden Fortsatz 7 mit einem
Rastvorsprung 8. Das zweite Verschlussteil 3 wird von einem in der Nähe des anderen
stirnseitigen Endes des Bandteils 1 nach außen vorstehenden Steg 9 gebildet, der eine
Einstecköffnung für den Fortsatz 7 aufweist. Der durch die Einstecköffnung durchgezogene
Fortsatz 7 verrastet hinter dem Steg 9 mit seinem Rastvorsprung 8.
[0024] Mittels eines Vorrastvorsprungs (10) kann eine Vorraststellung im teilweise durchgezogenen
Zustand des Fortsatzes 7 bereitgestellt werden. Zur Erleichterung des Durchziehens
des Fortsatzes 7 kann eine Zugschlaufe 11 vorgesehen sein, die nur in den Fig. 11
und 12 dargestellt ist.
[0025] Auch in anderer Weise ausgebildete Verschlusseinrichtungen zum Verschließen des Bandteils
1 können vorgesehen sein.
[0026] Das Bandteil 1 besitzt im Inneren eine in seine Längsrichtung, vorzugsweise im Wesentlichen
über seine gesamte Länge, verlaufende Hohlkammer 12, die mit einem Füllmedium befüllbar
ist. Durch Einfüllen eines Füllmediums dehnt sich ein zur zentralen Achse 5 weisender
innen liegender Bereich 13 des Bandteils 1 in Richtung zur zentralen Achse 5 aus,
wodurch der Durchlassquerschnitt der Öffnung 4 eingestellt werden kann. Ein von der
zentralen Achse 5 weggerichteter Bereich 14 des Bandteils 1 kann, beispielsweise durch
eine Gewebeeinlage, eine gegenüber dem innen liegenden Bereich 13 geringere Dehnbarkeit
aufweisen.
[0027] Zum Befüllen der Hohlkammer 12 kann in bekannter Weise ein Injektionsport 15 eingesetzt
werden, der in Fig. 13 schematisch dargestellt ist und über einen Schlauch mit einem
Anschlussröhrchen 16 des Bandteils 1 verbunden ist, dessen innerer Hohlraum in die
Hohlkammer 12 mündet.
[0028] Das Bandteil 1 besteht zumindest im Bereich seiner äußeren Oberfläche aus einem biokompatiblen
bzw. bioinerten Material, insbesondere Silikon oder Polyurethan. Vorzugsweise besteht
das Bandteil 1, abgesehen von gegebenenfalls vorhandenen Verstärkungseinlagen und
dem Anschlussröhrchen 16, insgesamt aus einem elastisch dehnbaren Material.
[0029] Mit dem Bandteil 1 ist ein Stützteil 17 verbunden, vorzugsweise durch Verklebung,
welches vom Bandteil 1 seitlich absteht, d.h. es weist eine Erstreckung in Richtung
der zentralen Achse 5 vom Bandteil 1 weg auf. Günstigerweise liegt die in Richtung
der zentralen Achse 5 gemessene überstehende Breite b des Stützteils 17 im Bereich
von 2cm bis 8cm.
[0030] Das Bandteil 1 und Stützteil 17 sind als vorgefertigte Einheit ausgebildet, d.h.
bereits herstellerseitig miteinander verbunden. Vorzugsweise ist das Stützteil 17
im Bereich eines der Längsränder des Bandteils 1 an diesem angeklebt.
[0031] Das Stützteil 17 ist ein flächiges Gebilde, d.h. seine Dicke, die weniger als 4mm,
vorzugsweise weniger als 2mm beträgt, ist wesentlich geringer als seine Länge und
Breite.
[0032] Das Stützteil 17 besitzt eine Vielzahl von über seine Ausdehnung verteilten Durchtrittsöffnungen
18. Bevorzugterweise ist das Stützteil wie gezeigt netzartig bzw. gitterartig (=als
Netz) ausgebildet. Auch eine Ausführung als elastische Folie mit oder ohne gestanzten
Öffnungen ist denkbar. Die bevorzugte Größe der Durchtrittsöffnungen (die bei der
Ausbildung als Netz oder als Maschenöffnungen bezeichnet werden können) liegt im Bereich
von 1mm
2 bis 10mm
2.
[0033] Das Stützteil 17 ist elastisch und besteht zumindest im Bereich seiner äußeren Oberfläche,
vorzugsweise durchgehend, aus einem biokompatiblen bzw. bioinerten Material, insbesondere
aus einem Elastomer, beispielsweise aus Silikon oder Polyurethan. Die Härte des Materials
des Stützteils 17 liegt günstigerweise im Bereich von 10 bis 60 Shore A.
[0034] Im zu einem Ring geschlossenen Zustand des Bandteils 1 erstreckt sich das Stützteil
17 nur über einen Teil des vollständigen Umfangs um die zentrale Achse 5. Genauer
gesagt erstreckt sich das Stützteil 17 in jedem parallel zur Mittelebene 6 liegenden
Querschnitt durch das Stützteil 17 über weniger als 270° um die zentrale Achse, vorzugsweise
um weniger als 225°.
[0035] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist hierbei im Bereich b3 des Stützteils 17, in
welchem der Abstand des Stützteils 17 von der Mittelebene 6 mehr als zwei Drittel
des maximalen Abstands a des Stützteils 17 von der Mittelebene 6 beträgt, kleiner,
vorzugsweise um mindestens 10% kleiner, als die größte Erstreckung des Stützteils
17 um die zentrale Achse 5 im Bereich b1 des Stützteils 17, in welchem der Abstand
des Stützteils 17 weniger als ein Drittel des maximalen Abstands a des Stützteils
17 von der Mittelebene 6 beträgt.
[0036] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist im Bereich b2 des Stützteils 17, in welchem
der Abstand des Stützteils 17 von der Mittelebene 6 mehr als ein Drittel und weniger
als zwei Drittel des maximalen Abstands a des Stützteils 17 von der Mittelebene 6
beträgt, die größte Erstreckung des Stützteils 17 um die zentrale Achse 5 kleiner,
vorzugsweise mindestens 10% kleiner, als die größte Erstreckung des Stützteils 17
um die zentrale Achse 5 im Bereich b1 des Stützteils, in welchem der Abstand des Stützteils
17 von der Mittelebene 6 weniger als ein Drittel des maximalen Abstands a des Stützteils
17 von der Mittelebene 6 beträgt.
[0037] Weiters ist im gezeigten Ausführungsbeispiel im Bereich b3 des Stützteils 17, in
welchem der Abstand des Stützteils 17 von der Mittelebene 6 mehr als zwei Drittel
des maximalen Abstands a beträgt, die größte Erstreckung des Stützteils 17 um die
zentrale Achse 5 kleiner, vorzugsweise um mindestens 10% kleiner, als die größte Erstreckung
des Stützteils 17 um die zentrale Achse 5 im Bereich b2 des Stützteils 17, in welchem
der Abstand des Stützteils 17 von der Mittelebene 6 mehr als ein Drittel und weniger
als zwei Drittel des maximalen Abstands beträgt.
[0038] Die Fig. 7 zeigt einen im Bereich b1 liegenden Querschnitt. Die Fig. 8 zeigt einen
im Bereich b2 liegenden Querschnitt. Die Fig. 9 zeigt einen im Bereich b3 liegenden
Querschnitt durch das Stützteil 17.
[0039] Die Verringerung der Erstreckung des Stützteils 17 um die zentrale Achse 5 mit zunehmendem
Abstand von der Mittelebene 6 wird durch mindestens einen schräg verlaufenden Abschnitt
eines der Längsränder 19, 20 des Stützteils 17 ausgebildet, welche die Erstreckung
des Stützteils 17 um die zentrale Achse 5, d.h. in die Umfangsrichtung, begrenzen.
Auch ein gestufter Verlauf wäre denkbar und möglich.
[0040] Die Erstreckung des Stützteils 17 in Richtung der zentralen Achse 5 wird am vom Bandteil
1 abgelegenen Ende des Stützteils 17 durch einen Seitenrand 21 des Stützteils 17 begrenzt,
der hier in einer parallel zur Mittelebene 6 liegenden Ebene liegt. Auch ein zumindest
abschnittsweise schräger oder abgestufter Verlauf des Seitenrandes 21 ist denkbar
und möglich.
[0041] Das Stützteil 17 ist lateral zum Magen an der Hinterwand der Bauchhöhle befestigbar,
vorzugsweise durch Vernähen. Hierzu sind in den Bereichen des Übergangs zwischen dem
Seitenrand 21 des Stützteils 17 und den Längsrändern 19, 20 des Stützteils 17 Nähösen
22, 23 des Stützteils 17 vorgesehen (die schräg verlaufenden Randbereiche des Stützteils
17 werden hier den Längsrändern 19, 20 zugeordnet, da ihre Steigung gegenüber der
zentralen Achse 5 mindestens 45° beträgt).
[0042] Weiters sind günstigerweise im Bereich des Übergangs zwischen den schräg verlaufenden
Abschnitten der Längsränder 19, 20 und den parallel zur zentralen Achse 5 verlaufenden
Abschnitten der Längsränder 19, 20 Nähösen 24, 25 ausgebildet.
[0043] Zusätzliche Nähösen, insbesondere im Bereich der Längsränder 19, 20 können vorgesehen
sein.
[0044] Um die vom Magen auf das Stützteil 17 ausgeübten Kräfte aufnehmen zu können, ist
das Stützteil 17 im Bereich der Nähösen 22-25 vorzugsweise verstärkt ausgebildet,
beispielsweise durch in diesen Bereichen vorgesehene Einlagen.
[0045] Die Umfangserstreckung des Stützteils 17 an der Stelle, an der es vom Bandteil 1
ausgeht, also am Beginn seiner vom Bandteil 1 abstehenden Erstreckung, liegt vorzugsweise
im Bereich von 4,5cm bis 10cm. Die Umfangserstreckung des Stützteils 17 an seinem
vom Bandteil 1 entfernt gelegenen Ende liegt vorzugsweise im Bereich von 2,5cm bis
7cm.
[0046] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Krümmungsradius des Stützteils 17 um die
zentrale Achse 5 über seine Erstreckung in Richtung der zentralen Achse 5 konstant
und entspricht dem Krümmungsradius des Bandteils 1, jeweils bezogen auf den zu einem
Ring verschlossenen Zustand des Bandteils 1. Der Krümmungsradius des Stützteils 17
im Bereich seines vom Bandteil 1 entfernt gelegenen Endes könnte auch geringer sein
als der Krümmungsradius im Bereich seines mit dem Bandteil 1 verbundenen Endes, beispielsweise
um mindestens 30% geringer.
[0047] Denkbar und möglich wäre auch eine bauchige Ausbildung des Stützteils 17, wobei das
Stützteil 17 in einem mittleren Bereich seiner Erstreckung bezogen auf die Richtung
der zentralen Achse 5, zumindest über einen Teil seiner Umfangserstreckung um die
zentrale Achse 5, einen größeren Abstand von der zentralen Achse 5 aufweist als in
Bereichen, die einen geringeren Abstand bzw. einen größeren Abstand vom Bandteil 1
aufweisen als der mittlere Bereich. Damit ist der Krümmungsradius des Stützteils 17
im mittleren Bereich, zumindest über einen Teil seiner Umfangserstreckung um die zentrale
Achse 5, kleiner als in den beidseitig anschließenden Bereichen. Dadurch kann eine
gute Anpassung an die Magenform erreicht werden.
[0048] Der Bereich der Längserstreckung des Bandteils 1, über welchen das Stützteil 17 seitlich
von ihm absteht, schließt an das Ende des Bandteils 1 an, an welchem das zweite Verschlussteil
3 angeordnet ist. Anschließend an das andere Ende des Bandteils 1, an welchem das
erste Verschlussteil 2 angeordnet ist, ist ein Abschnitt der Längserstreckung des
Bandteils 1 ohne seitlich von diesem abstehendes Stützteil 17 vorhanden.
[0049] Fig. 13 zeigt schematisch den am Magen 26 eines Patienten angelegten Zustand der
erfindungsgemäßen Einrichtung. Das Bandteil 1 ist um den Magen 26 gelegt und mittels
der Verschlusseinrichtung 2, 3 zu einem Ring geschlossen. Um das Bandteil 1 um den
Magen zu legen ist zuvor ein zwischen der Magenhinterwand und der Hinterwand der Bauchhöhle
verlaufender Tunnel (Kanal) präpariert worden, durch den das erste Ende des noch offenen
Bandteils 1 gesteckt worden ist, an welches der Abschnitt des Bandteils 1 anschließt,
der ohne ein von ihm seitlich abstehendes Stützteil 17 ausgebildet ist.
[0050] Nachdem das Bandteil 1 um den Magen 26 gelegt und verschlossen worden ist, liegt
das Stützteil 17 im proximal des Bandteils 1 liegenden Bereich an der anterioren ventralen
Magenwand an. Nunmehr wird das Stützteil 17 lateral zum Magen und beidseitig von diesem
mit der Hinterwand 27 der Bauchhöhle, von der in Fig. 13 ein Abschnitt schematisch
dargestellt ist, verbunden, insbesondere durch Vernähen durch die Nähösen, 22-25.
[0051] Auch der Bereich des ösophagealen-gastralen Übergangs kann vom Stützteil 17 abgestützt
sein.
[0052] Auf der dem Stützteil 17 gegenüberliegenden Seite des Bandteils 1 könnte grundsätzlich
ein weiteres Stützteil vom Bandteil 1 abstehen. Dieses würde dann in einem distal
zum Bandteil 1 liegenden Bereiches des Magens außen am Magen anliegen. Ein solches
weiteres, insbesondere netzartiges, Stützteil könnte von einem separaten Teil gebildet
werden oder einteilig mit dem Stützteil 17 ausgebildet sein.
Legende
zu den Hinweisziffern:
[0053]
- 1
- Bandteil
- 2
- erstes Verschlussteil
- 3
- zweites Verschlussteil
- 4
- Öffnung
- 5
- zentrale Achse
- 6
- Mittelebene
- 7
- Fortsatz
- 8
- Rastvorsprung
- 9
- Steg
- 10
- Vorrastvorsprung
- 11
- Zugschlaufe
- 12
- Hohlkammer
- 13
- innen liegender Bereich
- 14
- außen liegender Bereich
- 15
- Injektionsport
- 16
- Anschlussröhrchen
- 17
- Stützteil
- 18
- Durchtrittsöffnung
- 19
- Längsrand
- 20
- Längsrand
- 21
- Seitenrand
- 22
- Nähöse
- 23
- Nähöse
- 24
- Nähöse
- 25
- Nähöse
- 26
- Magen
- 27
- Hinterwand
1. Einrichtung zur Behandlung von Fettleibigkeit, umfassend ein ringförmig um den Magen
legbares Bandteil (1) mit einer Verschlusseinrichtung (2, 3), mit der das Bandteil
(1) zu einem umfangsgeschlossenen Ring verschließbar ist, der eine Öffnung (4) mit
einer zentralen Achse (5) aufweist, und ein mit dem Bandteil (1) verbundenes und von
diesem auf einer Seite abstehendes Stützteil (17) zum Abstützen eines gegenüber dem
angelegten Bandteil (1) proximal liegenden Magenbereichs, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Stützteil (17) in der Schnittebene eines jeden durch das Stützteil (17)
verlaufenden Querschnitts, der parallel zu einer Mittelebene (6) liegt, in welcher
das zu einem Ring verschlossene Bandteil (1) liegt und welche mittig durch das Bandteil
(1) verläuft, über weniger als 270° um die zentrale Achse (5) erstreckt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bandteil (1) einen ersten Abschnitt seiner Längserstreckung aufweist, der an
ein erstes Ende des Bandteils (1) anschließt und dessen Länge zumindest ein Drittel
der gesamten Länge des Bandteils (1) beträgt, vorzugsweise zumindest zwei Fünftel
der gesamten Länge des Bandteils (1) beträgt, und einen zweiten Abschnitt seiner Längserstreckung
aufweist, der an das zweite Ende des Bandteils (1) anschließt und dessen Länge die
restliche Länge des Bandteils (1) beträgt, wobei das Stützteil (17) nur über den zweiten
Abschnitt der Längserstreckung des Bandteils (1) vom Bandteil (1) auf einer Seite
absteht.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich (b3) des Stützteils (17), der in einem Abstand des Stützteils (17) von
der Mittelebene (6) liegt, welcher mehr als zwei Drittel des maximalen Abstands (a)
eines Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene (6) beträgt, die größte
Erstreckung des Stützteils (17) um die zentrale Achse (5) kleiner ist, vorzugsweise
um mindestens 10% kleiner ist, als die größte Erstreckung des Stützteils (17) um die
zentrale Achse (5) im Bereich (b1) des Stützteils (17), der in einem Abstand von der
Mittelebene (6) liegt, welcher weniger als ein Drittel des maximalen Abstands (a)
des Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene (6) beträgt.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich (b2) des Stützteils (17), der in einem Abstand des Stützteils (17) von
der Mittelebene (6) liegt, welcher mehr als ein Drittel und weniger als zwei Drittel
des maximalen Abstands (a) des Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene
(6) beträgt, die größte Erstreckung des Stützteils (17) um die zentrale Achse (5)
kleiner ist, vorzugsweise um mindestens 10% kleiner ist, als die größte Erstreckung
des Stützteils (17) um die zentrale Achse (5) im Bereich (b1) des Stützteils (17),
der in einem Abstand von der Mittelebene (6) liegt, welcher weniger als ein Drittel
des maximalen Abstands (a) des Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene
(6) beträgt.
5. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich (b3) des Stützteils (17), der in einem Abstand des Stützteils (17) von
der Mittelebene (6) liegt, welcher mehr als zwei Drittel des maximalen Abstands (a)
des Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene (6) beträgt, die größte
Erstreckung des Stützteils (17) um die zentrale Achse (5) kleiner, vorzugsweise um
mindestens 10% kleiner, ist als die größte Erstreckung des Stützteils (17) um die
zentrale Achse (5) im Bereich (b2) des Stützteils (17), der in einem Abstand von der
Mittelebene (6) liegt, welcher mehr als ein Drittel und weniger als zwei Drittel des
maximalen Abstands (a) des Seitenrands (21) des Stützteils (17) von der Mittelebene
(6) beträgt.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützteil (17) eine Vielzahl von über seine Ausdehnung verteilten Durchtrittsöffnungen
(19) aufweist, wobei die Summe der Flächen der Durchtrittsöffnungen (19) vorzugsweise
einen Großteil der Gesamtfläche des Stützteils (17) ausmacht.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützteil (17) netzartig ausgebildet ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützteil (17) am Bandteil (1) angeklebt ist, vorzugsweise im Bereich eines der
Längsränder des Bandteils (1).
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützteil (17) im Bereich der Übergänge zwischen den Längsrändern (19, 20) des
Stützteils (17), die die Erstreckung des Stützteils (17) um die zentrale Achse (5)
begrenzen, und dem Seitenrand (21) des Stützteils (17), der am vom Bandteil (1) entfernten
Ende des Stützteils (17) die Erstreckung des Stützteils in Richtung der zentralen
Achse (5) begrenzt, mit der Hinterwand der Bauchhöhle verbindbar, vorzugsweise vernähbar,
ausgebildet ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützteil (17) zur Vernähung mit der Hinterwand (27) der Bauchhöhle beidseitig
des Magens (26) Nähösen (22, 23, 24, 25) aufweist.