[0001] Die Erfindung betrifft ein Elektrowerkzeuggerät mit einer motorisch antreibbaren
Werkzeugaufnahme und einer Lichtquelle zur Beleuchtung mindestens eines Teilbereichs
eines mittels eines in der Werkzeugaufnahme befindlichen Werkzeugs bearbeitbaren Werkstücks.
So kann es beispielsweise beim Einsatz von Stichsägen oder auch Akkuschraubern oder
Bohrmaschinen in schwer zugänglichen Bereichen nützlich sein, den Arbeitsbereich des
entsprechenden Elektrohandwerkzeugs auszuleuchten, um ein exaktes Arbeiten zu ermöglichen.
[0002] In der europäischen Patentschrift
1 068 934 B1 ist ein Elektrohandwerkzeug mit einer Beleuchtungseinheit zum Ausleuchten eines Arbeitsbereichs
gezeigt. Dabei wird die Beleuchtungseinheit durch Betätigen des Maschinenschalters
aktiviert und leuchtet nach Deaktivieren des Maschinenschalters, also nachdem die
Maschine zum Stillstand gekommen ist, noch eine Zeitlang nach.
[0003] Die in der genannten Schrift gezeigte Vorrichtung hat jedoch den Nachteil, dass in
jedem Fall zur Aktivierung der Beleuchtung der Maschinenschalter selbst zu betätigen
ist, das heißt, dass der Elektromotor der Maschine auch dann anläuft, wenn es beispielsweise
lediglich gewünscht ist, zur Arbeitsvorbereitung einen interessierenden Bereich lediglich
auszuleuchten, ohne jedoch zu bohren oder zu sägen.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik stellt sich die vorliegende Erfindung die
Aufgabe, ein Elektrowerkzeug anzugeben, welches eine erhöhte Flexibilität im Hinblick
auf die Ausleuchtung eines interessierenden Arbeitsbereichs aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Elektrowerkzeug mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Ausführungsformen und Varianten
der Erfindung.
[0006] Das erfindungsgemäße Elektrowerkzeuggerät zeigt eine motorisch antreibbare Werkzeugaufnahme
und mindestens eine Lichtquelle zur Beleuchtung mindestens eines Teilbereichs eines
Mittels eines in der Werkzeugaufnahme befindlichen Werkzeugs bearbeitbaren Werkstücks.
Erfindungsgemäß ist ein Vibrationsschalter zum Schalten der Lichtquelle bei einer
Erschütterung des Elektrowerkzeuggeräts vorhanden.
[0007] Unter einem Vibrationsschalter ist in diesem Zusammenhang eine Vorrichtung zu verstehen,
welche nach Vibrationen/Erschütterungen einen Schaltvorgang auslöst. Dabei kann der
Vibrationsschalter insbesondere einen Vibrationssensor und einen mit diesem verbundenen
Mikrocontroller enthalten.
[0008] Dadurch, dass die Lichtquelle nicht wie im Stand der Technik gezeigt durch den Maschinenschalter,
sondern durch den separaten Vibrationsschalter geschaltet wird, kann die Funktionalität
"Beleuchten" von der Funktionalität "Maschinenbetrieb" getrennt werden. Es wird dadurch
möglich, beispielsweise das Elektrohandwerkzeuggerät zunächst eher in der Art einer
Taschenlampe zu verwenden, ohne dass der Elektromotor des Elektrowerkzeugs betrieben
werden muss. Auf diese Weise kann wesentlich ökonomischer mit der beispielsweise in
einem Akku vorhandenen elektrischen Energie umgegangen werden als nach dem Stand der
Technik bisher bekannt.
[0009] Daneben wird die Arbeitssicherheit erhöht, da der Bediener gemäß der vorliegenden
Erfindung darauf verzichten kann, zur Ausleuchtung eines evtl. schwer zugänglichen
Arbeitsbereiches ein Werkzeug wie bspw. ein Stichsägeblatt in Bewegung zu versetzen
und sich dadurch einer erhöhten Verletzungsgefahr auszusetzen.
[0010] Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich dadurch, dass der Bediener bereits bei der Aufnahme
der Maschine eine optische Rückmeldung über deren Einsatzbereitschaft erhält. Bei
Maschinen, welche über eine Netzspannung versorgt werden, kann der Bediener beispielsweise
sofort an Hand des Leuchtens der Lichtquelle feststellen, ob die Maschine mit dem
Netz verbunden ist. Nach dem Stand der Technik müsste er hierzu den Maschinenschalter
betätigen, was nach der Lehre der Erfindung nunmehr entfallen kann.
[0011] Nach der Aktivierung der Lichtquelle kann diese bspw. durch einen Timer oder durch
das Loslassen des Maschinenschalters abgeschaltet werden.
[0012] Insbesondere kann die Abschaltung der Lichtquelle ausschließlich auch durch den Vibrationsschalter
erfolgen. Hierzu kann unabhängig von der Betätigung des Maschinenschalters die Lichtquelle
aktiviert bleiben, so lange durch den Vibrationsschalter Vibrationen detektiert werden.
Beim Ausbleiben von Vibrationen kann die Lichtquelle entweder sofort oder nach Verstreichen
einer voreingestellten Zeitspanne deaktiviert werden. Hierzu kann insbesondere der
Vibrationsschalter mit einem ggf. einstellbaren Timer versehen sein, durch welchen
die o. g. Zeitspanne insbesondere auch durch einen Benutzer eingestellt werden kann.
Auch eine werksseitige, fest vorgegebene Zeitspanne insbesondere im Bereich von 5s-10s
ist hier denkbar.
[0013] Der Vibrationsschalter muss nicht zwingend lediglich auf Vibrationen, also im Wesentlichen
periodische Erschütterungen, reagieren. Er kann vielmehr auch in der Weise konfiguriert
sein, dass er die Lichtquelle bereits bei einer Lageänderung des Elektrowerkzeuges
schaltet.
[0014] Um eine Fehlaktivierung der Lichtquelle insbesondere bei Akkz-Maschinen zu vermeiden,
kann in vorteilhafter Weise eine Detektionseinheit vorhanden sein, durch welche bestimmt
werden kann, ob die Erschütterung bzw. Lageänderung durch einen Nutzer ausgelöst wurde
oder unabsichtlich (beispielsweise beim Transport) erfolgte.
[0015] Eine Möglichkeit hierzu besteht insbesondere darin, dass die Detektionseinheit geeignet
ist, eine Zeitspanne zu erfassen, innerhalb der nach einer Erschütterung/Lageänderung
des Elektrowerkzeuggeräts ein Maschinenschalter betätigt wird. So kann es beispielsweise
vorgesehen sein, die Lichtquelle nach einer Minute Betriebsdauer automatisch zu deaktivieren,
falls innerhalb dieser Minute keine Betätigung des Maschinenschalters erfolgt ist.
Auf diese Weise kann insbesondere bei akkubetriebenen Werkzeuggeräten der Situation
begegnet werden, dass das Gerät beim Transport Erschütterungen ausgesetzt ist, welche
die Lichtquelle aktivieren. Ohne eine automatisierte Deaktivierung der Lichtquelle
würde diese bei jeder Erschütterung, beispielsweise bei einer längeren Autofahrt,
neu aktiviert.
[0016] Wenn innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums ab Aktivierung der Lichtquelle durch
den Vibrationsschalter keine Aktivierung des Maschinenschalters erfolgt, schaltet
beispielsweise das Elektrowerkzeuggerät selbsttätig die Lichtquelle ab und deaktiviert
den Vibrationsschalter, so dass eine erneute Aktivierung der Lichtquelle durch den
Vibrationsschalter zunächst nicht möglich ist. Erst durch ein gegebenenfalls auch
kurzes Betätigen des Maschinenschalters wird der Vibrationsschalter dann wieder aktiviert
und schaltet bei einer Vibration des Elektrowerkzeuggeräts die Lichtquelle ein. Der
oben angesprochene Zeitraum, innerhalb dessen der Maschinenschalter zu aktivieren
ist, kann dabei insbesondere im Bereich von 10 Sekunden bis 5 Minuten liegen.
[0017] Eine Ergänzung oder Alternative hierzu besteht darin, dass die Detektionseinheit
geeignet ist, zu ermitteln, ob das Elektrowerkzeuggerät zum Zeitpunkt der Erschütterung/Lageänderung
von einem Bediener gehalten wird. Für den Fall, dass die Detektionseinheit feststellt,
dass das Elektrowerkzeuggerät von einem Bediener gehalten wird, wird vermutet, dass
die Erschütterung gewollt erfolgt ist und die Beleuchtung wird mittels des Vibrationsschalters
aktiviert.
[0018] In denjenigen Fällen, in denen die Detektionseinheit ermittelt, dass das Elektrowerkzeuggerät
zum Zeitpunkt der Erschütterung nicht von einem Bediener gehalten wird, wird unterstellt,
dass die Erschütterung/Lageänderung unabsichtlich, beispielsweise beim Transport erfolgt
und der Vibrationsschalter bleibt deaktiviert, schaltet also insbesondere die Lichtquelle
nicht ein.
[0019] Ob das Elektrowerkzeuggerät von einem Bediener gehalten wird, kann beispielsweise
dadurch ermittelt werden, dass die Detektionseinheit einen Berührungssensor umfasst,
welcher beispielsweise in einem Handgriff des Elektrowerkzeuggeräts angeordnet ist.
Dabei kann der Berührungssensor insbesondere als kapazitiver Sensor ausgebildet sein
und beispielsweise in eine Kunststoffspritzgussstruktur des Gehäuses des Elektrowerkzeuges
insbesondere im Griffbereich integriert sein, so dass er von außerhalb des Elektrowerkzeuggeräts
nicht sichtbar ist.
[0020] Die Lichtquelle kann dabei so ausgebildet sein, dass sie zum flächigen Beleuchten
des Teilbereichs des Werkstücks geeignet ist, so dass auch die Umgebung eines beabsichtigten
Schnittes oder einer beabsichtigten Bohrung zuverlässig ausgeleuchtet werden kann,
was zu einer erheblichen Erleichterung der Arbeit führt.
[0021] Insbesondere für akkubetriebene Elektrohandwerkzeuge stellt die vorstehend beschriebene
Erfindung eine sinnvolle Ergänzung dar. Um die zur Verfügung stehende elektrische
Energie möglichst ökonomisch auch zur Beleuchtung nutzen zu können, können die Lichtquellen
bzw. kann die Lichtquelle als LED ausgebildet sein.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0023] Es zeigt:
- Figur 1
- ein Beispiel eines erfindungsgemäß ausgestatteten Elektrowerkzeugs; und
- Figur 2
- eine Schaltskizze.
[0024] Figur 1 zeigt ein Beispiel, bei welchem die Erfindung in einer Stichsäge 1 als Elektrowerkzeuggerät
zur Anwendung kommt. Die in Figur 1 nicht bezeichneten Lichtquellen leuchten dabei
den Teilbereich 3 des Werkstücks 2 aus und ermöglichen so eine sichere, komfortable
Bearbeitung des Werkstücks.
[0025] In Figur 2 ist eine exemplarische Schaltskizze zur Realisation der Erfindung dargestellt.
[0026] Dabei ist der Sensor S im vorliegenden Beispiel als sogenannter Microballsensor ausgebildet,
bei welchem eine bewegliche Kugel bei mechanischen Erschütterungen einen Kontakt öffnet
oder schließt. Derartige Sensoren werden beispielsweise von der Sensolute GmbH, Ludwigshafen,
unter der Bezeichnung "Micro Vibration Sensor" angeboten. Über die Widerstände R
1 und R
2 (R
2 im Bereich zwischen 4 und 5kOhm, insbesondere ca. 4,7kOhm) liegt der Sensor S an
der Versorgungsspannung an. Zwischen den Widerständen R
1 und R
2 wird das dort anliegende Potential abgegriffen und liegt am Mikrocontroller M an.
Im Falle von Vibrationen und der daraus resultieren Schaltvorgänge des Sensors S ergeben
sich somit Spannungspulse (im gezeigten Fall im Bereich von ca. 5V) am Mikrocontroller
M, welcher diese Spannungspulse zählt und auswertet. Dabei kann über den Widerstand
R
1 insbesondere die Spannung eingestellt werden, welche am Mikrocontroller M anliegt,
wohingegen der Widerstand R
2 dazu dient, den Sensor S vor Stromspitzen zu schützen.
[0027] Der Kondensator C dient im vorliegenden Fall zur Störunterdrückung.
[0028] Der Mikrocontroller M schaltet über den Vorwiderstand R
v, der einen Widerstand im Bereich von einigen hundert Ohm haben kann, die beispielsweise
als LED ausgebildete Lichtquelle L.
[0029] Wie sich aus der Figur 2 ergibt, ist der Vibrationsschalter im Sinne der vorliegenden
Erfindung insbesondere aus dem Sensor S und dem Mikrocontroller M gebildet.
1. Elektrowerkzeuggerät (1) mit einer motorisch antreibbaren Werkzeugaufnahme, mindestens
einer Lichtquelle (L) zur Beleuchtung mindestens eines Teilbereiches (3) eines mittels
eines in der Werkzeugaufnahme befindlichen Werkzeuges bearbeitbaren Werkstückes (2),
dadurch gekennzeichnet, dass ein Vibrationsschalter (S, M) zum Schalten der Lichtquelle bei einer Erschütterung
oder Lageänderung des Elektrowerkzeuggerätes (1) vorhanden ist.
2. Elektrowerkzeuggerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Detektionseinheit vorhanden ist, durch welche bestimmt werden kann, ob die Erschütterung
oder Lageänderung durch einen Nutzer zur Aktivierung der Lichtquelle (L) ausgelöst
wurde.
3. Elektrowerkzeuggerät (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinheit geeignet ist, eine Zeitspanne zu erfassen, innerhalb derer
nach einer Erschütterung oder Lageänderung des Elektrowerkzeuggerätes (1) ein Maschinenschalter
betätigt wird.
4. Elektrowerkzeuggerät (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinheit geeignet ist, zu ermitteln, ob das Elektrowerkzeuggerät (1)
zum Zeitpunkt der Erschütterung oder Lageänderung von einem Bediener gehalten wird.
5. Elektrowerkzeuggerät (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinheit einen Berührungssensor umfasst.
6. Elektrowerkzeuggerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (L) zum flächigen Beleuchten des Teilbereiches (3) geeignet ist.
7. Elektrowerkzeuggerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Elektrowerkzeuggerät (1) um ein akkubetriebenes Elektrohandwerkzeug
handelt.
8. Elektrowerkzeuggerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vibrationsschalter (S, M) geeignet ist, die Lichtquelle (L) unabhängig von der
Betätigung eines Maschinenschalters sowohl zu aktivieren als auch zu deaktivieren.
9. Elektrowerkzeuggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Timer vorhanden ist, durch welchen bewirkt werden kann, dass die Lichtquelle
L beim Ausbleiben von Vibrationen nach Verstreichen einer voreingestellten Zeitspanne
deaktiviert wird.
10. Elektrowerkzeuggerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Timer durch einen Benutzer einstellbar ausgeführt ist.