| (19) |
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(11) |
EP 2 561 523 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.11.2015 Patentblatt 2015/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.04.2011 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2011/000371 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2011/131167 (27.10.2011 Gazette 2011/43) |
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| (54) |
BISTABILER MAGNETAKTOR
BISTABLE MAGNETIC ACTUATOR
ACTIONNEUR MAGNÉTIQUE BISTABLE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
21.04.2010 DE 102010017874
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.02.2013 Patentblatt 2013/09 |
| (73) |
Patentinhaber: Johnson Electric Dresden GmbH |
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01257 Dresden (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- GASSMANN, Jörg
01237 Dresden (DE)
- SCHNITTER, Steffen
01728 Bannewitz (DE)
- HERRMANN, Marcus
01324 Dresden (DE)
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| (74) |
Vertreter: Grüneberg, Marcus |
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Voigt & Grüneberg
Patent- und Rechtsanwaltspartnerschaft
August-Bebel-Strasse 39 04416 Markkleeberg 04416 Markkleeberg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 863 529 DE-U1-202004 012 292
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EP-A2- 0 313 385 JP-A- 61 150 110
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen bistabilen Magnetaktor mit einem polarisierten Parallelkreis,
wobei zwischen den Außenschenkeln eines U-förmigen Weicheisenjochs ein flacher Permanentmagnet
integriert ist, der einen Weicheisenmittelschenkel trägt und einen auf dem Mittelschenkel
gelagerten Wippanker mit einem dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss beaufschlagt,
und wobei auf jedem Außenschenkel eine getrennt ansteuerbare Erregerwicklung Umschwenkimpulse
für den Wippanker von einer dauermagnetisch selbsthaltenden Schwenkstellung in die
andere liefert. Ein ähnlicher gattungsbildender Magnetaktor ist zum Stand der Technik
in der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2004 012 292 U1 beschrieben.
[0002] Bistabile, bipolare Magnetaktoren können im stromlosen Zustand zwei stabile Schwenkzustände
einnehmen. Sie bestehen häufig aus einer Parallelschaltung zweier magnetischer Kreise
aus Weicheisenteilen zur Führung eines magnetischen Flusses, einer oder mehreren elektromagnetischen
Erregerwicklungen und mindestens einem Permanentmagnet, welcher über einen oder mehrere
Luftspalte auf einen Magnetanker in den beiden Magnetkreisen Kräfte erzeugt und diesen
in beiden stabilen Lagen leistungslos fesseln kann. Das Umschwenken des Magnetankers
wird im Wesentlichen von der Wechselwirkung zwischen dem von den Erregerwicklungen
generierten Fluss und den dauermagnetischen Flüssen durch die weichmagnetischen Parallelkreise
bestimmt.
[0003] Gemäß der bereits genannten gattungsgemäßen
DE 20 20004 012 292 ist zum Stand der Technik für die Betätigung eines Gaswechselventils einer Verbrennungskraftmaschine
ein auf dem Mittelschenkel wälzgelagerter Wippanker in flacher Bauart bekannt. Ein
in den Mittelschenkel integrierter Permanentmagnet erzeugt eine Haltekraft, die den
Wippanker in einer der beiden Schwenkstellungen hält, ohne dass ein Stromfluss erforderlich
ist. Durch eine wechselweise Bestromung der beiden Erregerwicklungen mit wechselnder
Polarität erfolgt ein wechselweises Umschwenken des Wippankers, indem der jeweilige
zur bestromten Erregerwicklung gehörige Flügel des Wippankers infolge der Addition
des dauermagnetisch erzeugten Nebenflusses über den offenen Ankerluftspalt und dem
jeweils gleichgerichteten elektromagnetischen Fluss über den offenen Ankerluftspalt
angezogen wird. Das Umschwenken erfolgt dabei entgegen der Haltekraft des dauermagnetisch
erzeugten Magnetfluss durch den unbestromten Parallelkreis, der sich über den geschlossenen
Ankerluftspalt ausgebildet und den Wippanker bis dahin in seiner Lage gefesselt hat.
[0004] Auf dem beschriebenen Prinzip beruhen viele bekannte Magnetaktoren für elektromagnetische
Antriebssysteme mit einer umsteuerbaren oder mit zwei getrennt steuerbaren Erregerwicklungen,
beispielsweise gemäß
DE 6751 327 DE 1 938 723 U1,
DE 43 14 715 A1,
DE 696 03 026 T2,
EP 0 197 391 B2. Es wird dabei immer die Erregerwicklung in demjenigen Parallelkreises bestromt,
nach dessen Seite der Wippanker umschwenken soll, wobei der elektromagnetische Fluss
gleichsinnig zum dauermagnetisch erzeugten Nebenfluss gerichtet ist. In jedem Fall
muss aber die Haltekraft, die der dauermagnetisch erzeugte Magnetfluss auf den angezogenen
Ankerflügel ausübt, überwunden werden, wozu ein erheblicher energetischer Aufwand
erforderlich ist.
[0005] Es sind ferner aus beispielsweise
DE 33 23 481 A1 gepolte bistable Relais mit einem einmaschigen Magnetkreis und einem mit einem Permanentmagnet
bestückten drehbeweglichen H-Ankerzug bekannt, bei denen durch das Magnetfeld einer
Erregerwicklung der H-Ankerzug in seine zwei Schaltstellungen verschwenkbar ist. Zum
Schalten des Relais wird das Magnetfeld jeweils durch Anlegen eines Spannungsimpulses
umgepolt, wodurch der H-Ankerzug in die jeweils andere Schaltstellung verschwenkt.
Aber auch hier wird der elektromagnetische Fluss auf Seiten des umzuschaltenden H-Ankerzugs
erzeugt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen energieeffizienten bistabilen Magnetaktor
mit einfachem gewichts- und volumenarmen Aufbau und hoher Umschalt- Leistungsdichte
zu schaffen, der sich insbesondere für bistabile Relais hoher Schaltleistung eignet.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 erfüllt. Vorteilhafte
Weiterbildungen geben die begleitenden Ansprüche an. Insbesondere soll in einer vorteilhaften
weiteren Ausgestaltung mit ein und derselben Magnetkreisanordnung auch eine asymmetrische
Umschwenkkraft erzeugbar sein.
[0008] Mit dem erfindungsgemäßen Magnetaktor wird ein besonders energieeffizientes Umschwenken
des Wippankers von einer Schwenkstellung in die andere erreicht, was insbesondere
für Magnetaktoren von Vorteil ist, welche strengen äußeren Rahmenbedingungen an Bauraum,
Stellenergie und Stellkraft genügen müssen. Im Gegensatz zu den vorbekannten Aktoren,
bei welchen aktive Reluktanzkräfte und damit Umschwenkkräfte durch vom Dauermagnet
und der Erregerwicklung verursachte gleichgerichtete, sich addierende magnetische
Flüsse über den offenen Ankerluftspalt desjenigen Parallelkreises erzeugt werden,
in welchem die aktiv angesteuerte Erregerwicklung angeordnet ist, wird erfindungsgemäß
mit einem dem dauermagnetischen Magnetfluss entgegen gerichteten elektromagnetischen
Fluss der dauermagnetische Magnetfluss aus dem über den Ankerflügel geschlossenen
Parallelkreis in den anderen Parallelkreis verdrängt. Hierzu wird an die Erregerwicklung,
die im Parallelkreis mit dem geschlossenen Ankerluftspalt liegt, ein Gleichspannungsimpuls
in der Weise gelegt, dass der elektromagnetische Fluss entgegen dem dauermagnetischen
Magnetfluss wirkt, wodurch dieser in den Parallelkreis mit dem offenen Ankerluftspalt
kommutiert. Die resultierende dauermagnetische Kraftwirkung, die sich aus dem zusätzlichen
Anteil des dauermagnetisch erzeugten Nebenflusses über den offenen Ankerluftspalt
und dem aus dem kommutierten dauermagnetischen Magnetfluss zusammensetzt, bewirkt
das Umschalten des Wippankers in seine andere stabile Schaltstellung.
[0009] Es sei herausgestellt, dass jeder der beiden parallelen Magnetkreise vorteilhaft
bei jeweils geschlossenem Ankerluftspalt einen sehr geringen magnetischen Widerstand
besitzt, da der im Mittelschenkel angeordnete Permanentmagnet aufgrund seiner hohen
Koerzitivfeldstärke und hohen Remanenz extrem flach gehalten ist und so einen sehr
geringen magnetischen Widerstand darstellt. Das U-förmige Joch mit seinen beiden Außenschenkeln
ist einteilig hergestellt, wodurch zusätzlich der magnetische Widerstand gegenüber
bekannten Anordnungen mit einem zusammengesetzten U-förmigen Joch sinkt. Das Wippankerlager
arbeitet durch Rollreibung auf metallischen Oberflächen sehr effizient.
[0010] Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den
zugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1 bis Fig. 3
- Wirkungsweise eines erfindungsgemäßen Magnetaktors,
- Fig. 4
- einen Magnetaktor in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 5
- den Magnetanker in perspektivischer Ansicht und
- Fig. 6 und Fig. 7
- eine Variante einer asymmetrischen Erzeugung einer Umschaltkraft.
[0011] In den Figuren 1 - 3 ist die Wirkungsweise eines Magnetaktors schematisch dargestellt.
Der Aktor hat als tragenden Teil ein U-förmiges Weicheisenjoch 1, auf dessen Außenschenkeln
2, 3 getrennt ansteuerbare Erregerwicklung 4, 5 sitzen. Ein extrem flacher, aber kräftiger
Permanentmagnet 6 trägt einen Weicheisenmittelschenkel 7. Auf diese Weise entsteht
ein E-förmiger Magnetkern. Auf dem Mittelschenkel 7 ist ein leicht V-förmig abgebogener
Wippanker 8 gelagert. Der E-förmige Magnetkern stellt mit dem Wippanker ausgehend
vom Mittelschenkel 7 eine Parallelschaltung der Ankerluftspalte dar. An einem Ende
trägt der Wippanker 8 ein Betätigungsglied 9 für zum Beispiel ein Kontaktsystem eines
bipolaren Relais. In der in Figur 1 und 2 gezeigten Stellung des Wippankers 8 bildet
sich im linken Parallelkreis ein dauermagnetischer Magnetfluss 10 über den Permanentmagnet
6, den Weicheisen-Mittelschenkel 7, den linken Flügel des Wippankers 8, den linken
Weicheisen-Außenschenkel 2, das Joch 1 und zurück zum Permanentmagnet 6 aus. Auf den
linken Flügel des Wippankers 8 wirkt eine dauermagnetische Haltekraft. Über den rechten
Parallelkreis fließt ein dauermagnetisch erzeugter Nebenfluss 11, der das Bestreben
hat, den Luftspalt12 zwischen dem rechten Flügel des Ankers 6 und dem linken Außenschenkel
3 zu verringern, also den rechten Flügel des Wippankers 6 anzuziehen. Dieser dauermagnetisch
erzeugte Nebenfluss 11 ist jedoch schwächer als der dauermagnetische Magnetfluss 11
auf der linken Seite des Magnetaktors, da sich durch den offenen Luftspalt 12 zum
Wippanker 8 durch dessen hohen magnetischen Widerstand ein vergleichsweise geringer
dauermagnetisch erzeugter Nebenfluss 11 einstellt.
[0012] Wird jetzt gemäß Fig. 2 ein Spannungsimpuls auf die linke Erregerwicklung 4 gegeben,
so wird über den Erregerstrom im linken Parallelkreis kurzzeitig ein elektromagnetischer
Fluss 13 generiert. Bei entsprechender Wickelrichtung der Erregerwicklung 4 und Polarität
des Spannungsimpulses ist der elektromagnetische Fluss 13 dem dauermagnetischen Magnetfluss
10 im linken Parallelkreis entgegen gerichtet, wie dies in Fig. 2 durch Pfeile dargestellt
ist. Der dauermagnetische erzeugte Magnetfluss 10 wird vom linken Parallelkreis in
den rechten Parallelkreis verdrängt. Er kommutiert in den rechten Parallelkreis und
übt auf den rechten Flügel des Wippankers 8 eine magnetische Anziehungskraft aus,
die den Wippanker 8 im Uhrzeigersinn umschwenken lässt. In Fig. 3 ist die zweite stabile
Stellung des Wippankers 8 dargestellt. Der dauermagnetisch erzeugte Magnetfluss 10
im nunmehr rechten Parallelkreis fixiert den Wippanker 8 in dieser zweiten Schwenkstellung.
Im linken Parallelkreis bildet sich wiederum ein dauermagnetisch erzeugter Nebenfluss
über den offenen Ankerluftspalt 12 aus. Ein Umschwenken im Gegenuhrzeigersinn erfolgt
in äquivalenter Weise unter impulsartiger Bestromung der Erregerwicklung 5.
[0013] In Figur 4 ist ein Magnetaktor für ein bistabiles Schaltrelais in einer Explosionszeichnung
dargestellt. Das U-förmige Weicheisenjoch 1 ist mit seinen beiden Jochschenkeln 2,
3 einteilig aus einem Weicheisenblech gestanzt und gebogen. Auf den Mittelteil des
Jochs ist ein Permanentmagnet 6 angeordnet, der seinerseits einen Weicheisenmittelschenkel
7 trägt. Auf den Jochschenkeln 2, 3 sitzen Erregerwicklungen 4, 5, die von einem Isolierkörper
14 getragen werden. Die Erregerwicklungen 4, 5 werden zweckmäßigerweise in einem über
mindestens ein Filmscharnier zusammengeklappten Isolierkörper 14 in einem Arbeitsgang
unter Herausführung der inneren Wicklungsenden gewickelt. Die vier Enden der Erregerwicklungen
4, 5 werden an drei Wicklungsanschlüssen 15 gelötet, wobei die beiden inneren Wicklungsenden
gemeinsam an den mittleren Anschluss geführt sind. Auf diese Weise sind die beiden
Erregerwicklungen 4, 5 getrennt steuerbar und gegensinnig vom Erregerstrom durchflossen.
Auf dem Mittelschenkel 7 ist der Wippanker 8 schneidengelagert. Eine solche Ankerlagerung
ist sehr reibungsarm und verbraucht demzufolge nur eine geringe Umschaltenergie. Die
Magnetkraft des extrem dünnen, aber kräftigen Permanentmagneten 6 reicht aus, um alle
vier ferromagnetischen Bauteile 1, 6, 7 und 8 zu halten, weshalb eine gesonderte Halterung
nicht unbedingt erforderlich ist. Lediglich der Wippanker 8 wird durch den Isolierkörper
14 seitlich geführt und hält sich ansonsten durch die Kraft des Permanentmagneten
6. An einem Flügel des Wippankers 8 ist ein federndes Betätigungsglied 9 angeordnet,
welches über ein nicht näher dargestelltes Übertragungselement auf ein Kontaktsystem
eines Schaltrelais arbeitet. Je nach Schaltstellung des Wippankers 8 schließt oder
öffnet das Relais seinen primären Stromkreis. Es sind aber auch andere Anwendungen
für nahezu beliebige Stellaufgaben möglich.
[0014] Der Magnetaktor lässt sich sehr gut Miniaturisieren und baut insbesondere sehr flach.
Aufgrund seiner wenigen Einzelteile wird er überdies kostengünstig und leicht. Das
Umschalten von einer Schaltstellung in die andere erfordert, wie zu den Figuren 1
- 3 dargelegt ist, nur wenig Energie.
[0015] In Figur 5 ist der Magnetaktor nach Fig. 4 nochmals in einer perspektivischer Ansicht
im zusammengebauten Zustand dargestellt, wobei dieselben Bezugszeichen aus den voranstehenden
Zeichnungen verwendet werden. Hervorzuheben ist, dass das am Wippanker 8 befestigtes
Betätigungsglied 9 federnd gestaltet ist und je nach Richtung der angreifenden Kraft
zwei verschiedene Federkennlinien aufweist. Um eine Betätigung mit einer initialen
Kraft > 0 zu erhalten, ist dabei vorteilhaft das federnde Betätigungsglied 9 vorgespannt
am Wippanker 8 befestigt.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung nach den Figuren 6 und 7 ist mit ein und derselben
parallelen Magnetkreisanordnung auch eine asymmetrische Umschwenkkraft erzeugbar.
Mit dieser Variante wird erreicht, dass eine Schwenkbewegung eines Wippankers nach
einer Richtung mit einer größeren Kraft ausgeführt wird als eine Schwenkbewegung nach
der anderen Richtung. Dies kann zum Beispiel für Relais großer Schaltleistung nützlich
sein, bei denen ein mögliches Verschweißen eines betätigten Relaiskontaktes gelöst
werden soll oder bei denen eine erhöhte Vorspannung auf einen Relaiskontakt aufgebracht
werden soll. Erreicht wird dies erfindungsgemäß unter Beibehalten der Symmetrie der
mechanischen Anordnung des Magnetaktors mit Hilfe einer asymmetrischen Anordnung der
Erregerwicklungen.
Gemäß Fig. 6 soll der Wippanker vom rechten Parallelkreis eines Magnetkerns angezogen
werden und umschwenken. Es ist dies diejenige Aufgabe, von der angenommen werden soll,
dass der Wippanker eine größere Kraft zum Umschwenken aufbringen soll als zur anderen
Seite. Der dauermagnetisch erzeugte Magnetfluss und der dauermagnetisch erzeugte Nebenfluss
sind jeweils durch vollschwarze Pfeile symbolisiert. Sie entsprechen den in Fig. 2
gezeichneten dauermagnetischen Flüssen, was bedeutet, dass der dauermagnetisch erzeugte
Magnetfluss im linken Parallelkreis aufgrund des geschlossenen magnetischen Kreises
stärker ist als der dauermagnetisch erzeugte Nebenfluss im rechten Parallelkreis,
in welchem der Ankerluftspalt zu überwinden ist. Auf die Erregerwicklungen 1 und 2
wird zwecks Umschwenkens des Wippankers ein Gleichspannungsimpuls gegeben. Die notwendige
Beschaltung der Erregerwicklungen 1 und 2, ihre Wickelrichtung sowie die Polung des
Gleichspannungsimpulses symbolisiert die unteren Darstellung von Figur 6. Durch den
Gleichspannungsimpuls wird ein elektromagnetischer Fluss im Magnetaktor erzeugt, symbolisiert
durch die umrandeten kleinen Pfeile, der sich über beide Parallelkreise schließt,
im rechten Außenschenkel zum dauermagnetisch erzeugten Nebenfluss gleichgerichtet
ist und im linken Außenschenkel dem dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss gegengerichtet
ist. Zusätzlich zur Verdrängung des dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss aus dem
linken Parallelkreis, wie bereits zu den Figuren 1 - 3 erläutert, unterstützt nun,
im Gegensatz zur symmetrischen Wicklung, der elektromagnetisch generierte Fluss aus
Spule 2 durch seine dem dauermagnetisch erzeugten Nebenfluss gleichgerichteten Feldlinien
denselben und es resultiert so eine erheblich gesteigerte Umschaltkraft. Der Wippanker
schwenkt im Uhrzeigersinn mit stärkerer Kraft um, als bei symmetrisch angeordneten
Wicklungen. Da der Dauermagnet nicht vom Spulenfluss durchsetzt wird, kann er demzufolge
nicht entmagnetisiert werden.
[0017] Anhand der Figur 7 soll das Umschwenken in die andere Schwenkstellung erläutert werden,
der Wippanker soll also vom linken Magnetkreis angezogen werden. Die dauermagnetische
Flüsse entsprechen denjenigen zu Fig. 3. Auf die Erregerwicklungen 3 wird zwecks Umschaltens
des Wippankers ein Gleichspannungsimpuls gegeben. Die Beschaltung der Erregerwicklungen
3, die Wickelrichtung sowie die Polung des Gleichspannungsimpulses symbolisiert wiederum
die untere Darstellung in Figur 7. Durch den Gleichspannungsimpuls wird ein elektromagnetischer
Fluss im rechten Parallelkreis erzeugt, symbolisiert durch die umrandeten kleinen
Pfeile, der sich über den Mittelschenkel schließt und dem dauermagnetisch erzeugten
Magnetfluss im rechten Parallelkreis gegengerichtet ist. Hierdurch wird der dauermagnetisch
erzeugte Magnetfluss vom rechten Außenschenkel in den linken Außenschenkel verdrängt
und addiert sich dort zu dem dauermagnetisch erzeugten Nebenfluss. Der Wippanker schwenkt
im Gegenuhrzeigersinn um, wodurch sich nunmehr ein dauermagnetisch erzeugter Nebenfluss
über den rechten Parallelkreis ausbildet und ein dauermagnetisch erzeugter Magnetfluss
über den linken Parallelkreis den Wippanker leistungslos in einer anderen stabilen
Lage hält. Wenn der Start dieser Bewegung durch eine äußere Kraft z.B. eine Feder
unterstützt wird, kann die Spule 3 mit nur wenigen Windungen ausgeführt werden.
[0018] Auch für eine Wicklungskonfiguration mit einer Zusatzwicklung werden, wie zeichnerisch
dargestellt, nur drei Wicklungsanschlüsse benötigt, wobei jeweils nur an zwei Pole
ein Steuergleichspannungsimpuls gelegt wird. Zugleich ist diese Wicklungskonfiguration
wie in Figur 6 und 7 dargestellt durch einen Wicklungsvorgang realisierbar, beginnend
beim mittleren Wicklungsanschluss über den linken zum rechten Wicklungsanschluss.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0019]
- 1 U-förmiges Weicheisenjoch
- 2 linker Jochschenkel
- 3 rechter Jochschenkel
- 4 linke Erregerwicklung
- 5 rechte Erregerwicklung
- 6 Permanentmagnet
- 7 Weicheisenmittelschenkel
- 8 Wippanker
- 9 Betätigungsglied
- 10 dauermagnetisch erzeugter Magnetfluss durch einen Parallelkreis
- 11 dauermagnetisch erzeugter Nebenfluss durch einen Parallelkreis
- 12 Ankerluftspalt
- 13 elektromagnetischer Fluss durch den Magnetkreis
- 14 Isolierkörper für die Erregerwicklungen
- 15 Wicklungsanschlüsse für die Erregerwicklungen
1. Bistabiler Magnetaktor mit einem polarisierten Magnetkreis und parallelen Arbeitsluftspalten
(12), wobei zwischen den Außenschenkeln (2, 3) eines U-förmigen Weicheisenjochs (1)
ein flacher Permanentmagnet (6) integriert ist, der einen Weicheisenmittelschenkel
(7) trägt und einen auf dem Weicheisenmittelschenkel (7) gelagerten Wippanker (8)
mit einem dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss beaufschlagt, und wobei auf jedem
Außenschenkel (2, 3) eine getrennt ansteuerbare Erregerwicklung (4, 5) Umschwenkimpulse
für den Wippanker (8) von einer dauermagnetisch selbsthaltenden Schwenkstellung in
die andere liefert, gekennzeichnet durch eine Beschaltung, welche derart ausgelegt ist, dass der dauermagnetisch erzeugte
Magnetfluss (13) durch den jeweils über den Wippanker (8) geschlossenen Magnetkreis bei einem von der Erregerwicklung
(4) dieses Magnetkreises generierten elektromagnetischen Magnetfluss (10) mit einer
zum dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss (13) entgegengesetzten Richtung in den parallel
angeordneten Magnetkreiszweig mit der elektromagnetisch unerregten Erregerwicklung
(5) kommutiert und mit Unterstützung des dauermagnetisch erzeugten Nebenflusses (11)
in diesem Parallelkreis (10) den Wippanker (8) umschwenkt.
2. Bistabiler Magnetaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem der Außenschenkel (2, 3) eine zusätzliche Erregerwicklung aufgebracht ist,
welche so geschaltet und gewickelt ist, dass sie gleichzeitig mit der Erregerwicklung
(4, 5) auf dem anderen Außenschenkel (2, 3) erregt wird und für einen unterstützenden
gleichgerichteten elektromagnetischen Fluss zum dauermagnetisch erzeugten Magnetfluss
(10) für das Umschwenken des Wippankers (8) nach diesem Magnetkreis erzeugt und dadurch
eine Kraftverstärkung in diese Richtung erhält.
3. Bistabiler Magnetaktor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anwendung in Schaltrelais großer Schaltleistung erfolgt.
4. Bistabiler Magnetaktor nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das U-förmige Weicheisenjoch (1) einteilig aus einem Weicheisen-Stanz-Biegeteil hergestellt
ist.
5. Bistabiler Magnetaktor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die in einem Arbeitsgang gewickelten Erregerwicklungen (4, 5) auf einem zweiteiligen
über mindestens ein Folienscharnier verbundenen Isolierkörper (14) sitzen.
6. Bistabiler Magnetaktor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein am Wippanker (8) befestigtes Betätigungsglied (9) federnd gestaltet ist und je
nach Richtung der angreifenden Kraft zwei unterschiedliche Federkennlinien aufweist.
7. Bistabiler Magnetaktor pach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das federnde Betätigungsglied (9) vorgespannt am Wippanker (8) befestigt ist.
1. Bistable magnetic actuator having a polarized magnetic circuit and parallel working
air gaps (12), with a flat permanent magnet (6) being integrated between the outer
legs (2, 3) of a U-shaped soft iron yoke (1), which magnet carries a soft iron central
leg (7) and applies a magnetic flux generated by the permanent magnet to a rocker
armature (8) supported by the soft iron central leg (7), and with a separately controllable
excitation winding (4, 5) on each outer leg (2, 3) providing pivoting pulses for the
rocker armature (8) to change from one permanent-magnetically latched rocker position
to the other, characterized by a wiring configured such that when a magnetic flux (10) is generated by the excitation
winding (4) of the same magnetic circuit but in a direction opposite to the magnetic
flux (13) generated by the permanent magnet, the magnetic flux (13) generated by the
permanent magnet and leading through the magnetic circuit closed by the rocking armature
(8) commutates into the parallel magnetic circuit branch of the electromagnetically
unexcited excitation winding (5), thereby pivoting the rocking armature (8) with the
assistance of the secondary flux (11) generated by the permanent magnet in this parallel
circuit (10).
2. Bistable magnetic actuator according to claim 1, characterized in that an additional excitation winding is applied to one of the outer legs (2, 3), which
winding is wired and wound such as to be excited at the same time as the excitation
winding (4, 5) on the other outer leg (2, 3) to generate an assisting electromagnetic
flux in the same direction as the magnetic flux (10) generated by the permanent magnet,
in order to pivot the rocking armature (8) towards this magnetic circuit, thereby
obtaining a force intensification in this direction.
3. Bistable magnetic actuator according to claim 1 or 2, characterized in that it is applied in switching relays of high switching capacity.
4. Bistable magnetic actuator according to any of the claims 1 to 3, characterized in that the U-shaped soft iron yoke (1) is manufactured as a one-piece punched and bent soft
iron part.
5. Bistable magnetic actuator according to any of the claims 1 to 4, characterized in that the excitation windings (4, 5) wound in one process are seated on a two-piece insulating
body (14) linked by at least one film hinge.
6. Bistable magnetic actuator according to any of the claims 1 to 5, characterized in that an actuation member (9) attached to the rocking armature (8) is designed to be resilient
and has two different characteristic curves of resilience depending on the direction
of the applied force.
7. Bistable magnetic actuator according to claim 6, characterized in that the resilient actuation member (9) is attached to the rocking armature (8) in a preloaded
manner.
1. Actionneur magnétique bistable à circuit magnétique polarisé et entrefers de travail
(12) parallèles, un aimant permanent plat (6) étant intégré entre les branches externes
(2, 3) d'une culasse en fer doux (1) en U portant une branche centrale en fer doux
(7), lequel alimente un induit à bascule (8) logé sur la branche centrale en fer doux
(7) en un flux magnétique généré par l'aimant permanent, et un bobinage d'excitation
(4, 5) à commande séparée pour chacune des branches externes (2, 3) fournissant des
impulsions de basculement à l'induit à bascule (8) pour passer d'une position basculée
maintenue par aimantation permanente à l'autre, caractérisé par un circuit conçu de manière à ce que, lorsqu'un flux électromagnétique (10) est généré
par le bobinage d'excitation (4) de ce même circuit magnétique dans une direction
opposée au flux magnétique (13) généré par l'aimant permanent, le flux magnétique
(13) généré par l'aimant permanent et passant par le circuit magnétique fermé par
l'induit à bascule (8) commute dans la branche du circuit magnétique du bobinage d'excitation
(5) non excité électromagnétiquement et, assisté par le flux secondaire (11) dans
ce circuit parallèle (10), bascule l'induit à bascule (8).
2. Actionneur magnétique bistable selon la revendication 1, caractérisé en ce que, sur une des branches extérieures (2, 3), se trouve un bobinage d'excitation additionnel
connecté et bobiné de telle manière qu'il soit excité en même temps que le bobinage
d'excitation (4, 5) sur l'autre branche extérieure (2, 3), générant un flux électromagnétique
dans la même direction que le flux magnétique (10) généré par l'aimant permanent afin
de basculer l'induit à bascule (8) vers ce circuit magnétique tout en intensifiant
la force dans cette direction.
3. Actionneur magnétique bistable selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est employé dans les relais de commutation à haute capacité de commutation.
4. Actionneur magnétique bistable selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la culasse en fer doux (1) en U est fabriquée d'une pièce monobloc en fer doux estampé
et plié.
5. Actionneur magnétique bistable selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les bobinages d'excitation (4, 5) bobinés dans une seule opération sont logés sur
un corps d'isolation (14) bipartite relié par au moins une charnière-film.
6. Actionneur magnétique bistable selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un élément d'actionnement (9) rattaché à l'induit à bascule (8) est conçu de manière
à être flexible et présente deux caractéristiques de flexibilité selon la direction
de la force agissante.
7. Actionneur magnétique bistable selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'élément d'actionnement (9) est rattaché à l'induit à bascule (8) d'une manière
précontrainte.
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