[0001] Die nachfolgende Erfindung bezieht sich auf einen Apparat zur sexuellen Stimulation.
[0002] Spielzeuge zur sexuellen Stimulation sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt,
insbesondere stabförmige Geräte, die eine Form aufweisen, die der des männlichen Glieds
entspricht (Dildo). Die mit Vibrationsantrieb gestalteten Geräte können dabei, ebenso
wie die manuell betreibbaren, mit unterschiedlichen Außenmaterialien gefertigt werden,
etwa aus Kunststoffen, insbesondere elastischen Polymeren, aber auch aus Metallen
wie Edelstahl und anderen, und sie können daher mit unterschiedlichen Reibungskoeffizienten
gefertigt werden.
[0003] Da vielfach ein Partner nicht zur Verfügung steht, wenn sexuelle Befriedigung gewünscht
ist und die herkömmlichen Dildos nicht ausreichend ausgestattet sind, um umfangreichere
Wünsche zu realisieren, gibt es bereits eine Vielzahl weiterer Vorrichtungen, die
unter zusätzlicher Verwendung eines Dildos eine ausgedehntere oder flexiblere Benutzung
desselben ermöglichen.
[0004] Von diesem Ansatz geht auch die
DE 10 2006 051 977 A1 aus, die eine Maschine beschreibt, die eine Drehscheibe aufweist, an der zweckmäßigerweise
eine Anzahl von Aufnahmen für verschiedene Pleuelstangen vorgesehen ist, die wiederum
in unterschiedlichen Abständen vom Mittelpunkt der Drehscheibe angebracht sind und
damit unterschiedliche Kreisbewegungen der Aufnahmen der Pleuelstangen und somit unterschiedliche
Amplituden ermöglichen, wodurch eine Anpassung an die Gegebenheiten und individuellen
Anforderungen der jeweiligen Benutzerin erreicht werden soll. Um denjenigen Teil,
der zur Penetration der Vagina und/oder des Anus gedacht ist, frei wählen und somit
an die anatomischen Merkmale und die Anforderungen der Benutzerin anpassen zu können,
weisen die Pleuelstangen vorteilhafterweise eine Aufnahme zur Anbringung eines Dildos
oder eines Vibrators auf.
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zu Grunde eine Vorrichtung zu schaffen, die eine individuellere Nutzung für Frauen
und Männer gleichermaßen schafft.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Apparat mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden durch die Unteransprüche beschrieben.
[0007] Ein erstes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf einen
Apparat zur sexuellen Stimulation eines Menschen. Der Apparat hat dabei einen motorisch
antreibbaren Dildo, der in verschiedenen Anwendungswinkeln positionierbar ist. Der
Apparat weist eine Basiskonstruktion auf, die eine an einer mittels eines Antriebsmotors
drehbaren Drehscheibe angeordnete Pleuelstange aufweist, an deren freiem Ende ein
von einem Zylinder umgebener und geführter, mittels der Pleuelstange entlang seiner
Längsachse verschiebbarer Kolben angelenkt ist. Der Dildo selbst wird im Wesentlichen
durch einen Schwellaufsatz gebildet, der wenigstens eine erste Kammer aufweist, die
zur Erzeugung der Schwellung mit Fluid befüllbar ist. Dieser Schwellaufsatz ist lösbar
auf den Kolben bzw. auf dessen freies, vorderes Ende aufgesetzt. Dabei ist die Verbindung
sicher und fest und vor allem fluiddicht. Der Kolben weist eine längsaxiale Bohrung
auf, die an ihrem einen Ende über eine Pumpe mit einem Fluidreservoir derart verbunden
ist, dass das Fluid von der Pumpe über den Kolben in die Kammer des Schwellaufsatzes
geführt werden kann, so dass dieser befüllt wird und von seinem nicht mit Fluid befüllten
Zustand, in dem er erschlafft und als gebogene Hülle vorliegt, in einen Zustand überführt
werden kann, bei dem er mit zunehmend anwachsender Fluidbefüllung ein erigiertes Glied
simuliert und sich dann entsprechend der Längsachse des Kolbens diesen verlängernd
erstreckt.
[0008] So kann vorteilhaft zum Zeitpunkt einer Benutzung ein Dildo mit einer gewünschten
Größe und Form und einstellbaren Penetrierfrequenz bereitgestellt werden, die flexibel
variiert werden kann, ebenso wie die Form und Größe des Dildos.
[0009] Es können an der Verbindungsstelle des Schwellaufsatzes und des Kolbens sowohl schwellaufsatz-
als auch kolbenseitig Sicherungs- und Befestigungsmittel, vorzugsweise umfänglich
an den Kolben und entsprechend an einer korrespondierenden Stelle des Innenumfangs
des Schwellaufsatzes Sicherungs- und Befestigungsmittel vorliegen, so dass bei einer
Benutzung der Schwellaufsatz sich nicht lösen kann.
[0010] Die Pleuelstange und/oder der Kolben können teleskopierbar sein, um so den entsprechenden
körperlichen Gegebenheiten eines Nutzers angepasst zu werden.
[0011] Der Schwellaufsatz kann darüber hinaus zwei oder mehr Fluid befüllbare Kammern aufweisen,
die über die bereits vorliegende längsaxiale Bohrung oder über eine weitere oder mehrere,
abhängig von der Zahl der Kammern, Bohrungen mit der Pumpe fluidisch verbunden sind,
wobei durch die Fluidbefüllung der Kammern des Schwellaufsatzes die Form oder der
Umfang oder eine Ausrichtung in Bezug zu der Längsachse des Kolbens eingestellt beziehungsweise
ausgewählt werden kann.
[0012] Der Antriebsmotor der Drehscheibe, an der die Pleuelstange angebracht ist, ist stufenlos
einstellbar. Es können auch Drehzahlbereiche eingestellt oder sogar vorbestimmt werden,
insbesondere Folgen wechselnder Drehzahlbereiche. So kann die Aktivität des Dildos,
insbesondere dessen Hubfrequenz und Hubstärke, eingestellt werden. Darüber hinaus
kann eine Vibrierfunktion erreicht werden.
[0013] Weiter kann die Basiskonstruktion mit einer zweiten Pumpe ein gekoppeltes Reservoir
für eine Flüssigkeit aufweisen. Der Kolben weist in diesem Fall eine weitere längsaxiale
Bohrung auf, die ebenfalls an ihrem einen Ende mit dieser zweiten Pumpe fluidisch
verbunden ist und die sich andernends ebenfalls in den Schwellaufsatz erstreckt, dort
jedoch nicht in eine Kammer, sondern bis hin zu einer Auslassöffnung für die Flüssigkeit.
Bevorzugt liegt am Auslass im Schwellkörper ein Ventil vor. Die Auslassöffnung kann
geeigneter Weise distalaxial vorliegen und das Ventil kann steuer- und/oder regelbar
sein.
[0014] Weiter kann die Basiskonstruktion über ein mit einer dritten Pumpe gekoppeltes Reservoir
verfügen, das ein Gleitmittel beinhaltet. Der Schwellaufsatz kann wenigstens eine
oder mehrere Auslassöffnungen haben, die vorteilhaft am Umfang des Schwellaufsatzes
angeordnet sein können. Das Gleitmittel kann so durch die Öffnungen umfänglich um
den Schwellaufsatz austreten gelassen werden. Die Zuführung ist über den Kolben mit
dem Reservoir für das Gleitmittel gegeben. Das Gleitmittel kann entweder über die
gleiche Bohrung zugeführt werden, die bereits zum Transport der Flüssigkeit vorliegt,
oder über eine eigens für das Gleitmittel vorgesehene längsaxiale Bohrung, die zusätzlich
in den Kolben eingefügt wird. Die Zuführung des Gleitmittels kann über die Pumpe ebenfalls
gesteuert und/oder geregelt erfolgen. Das Fluid, mit dem die Kammern des Dildos befüllt
werden um diesen zu erigieren und um ihm eine entsprechende Form zu verleihen, kann
ein Gas wie etwa Luft sein, es kann sich jedoch aber auch um eine Flüssigkeit wie
ein Öl handeln.
[0015] Die weitere Flüssigkeit, die durch eine axiale Auslassöffnung des Schwellaufsatzes
austreten gelassen wird, weist vorteilhaft eine Zusammensetzung und Viskosität auf,
die der einer Samenflüssigkeit entspricht. Somit kann vorteilhaft ein Samenerguss
zu einem gewünschten Zeitpunkt simuliert werden. Die entsprechenden fluidischen Verbindungen
zwischen dem Kolben und dem Reservoir für Fluid, beziehungsweise Flüssigkeit oder
Gleitmittel, kann durch entsprechende Schlauch- und/oder Röhrenverbindungen bereitgestellt
werden.
[0016] Weiter weist der Apparat eine Puppe oder wenigstens eine Teilpuppe wie einen Unterkörper
mit Beinen oder einen Rumpf mit Armen auf, wobei die Puppe in ihrer Basisform bereits
als ein Mensch geformt ist, insbesondere in Gestalt eines Mannes. Die Puppe, beziehungsweise
Teilpuppe, bildet das Gehäuse für die Basiskonstruktion. Pumpen, Fluidreservoire und
die Mechanik für den Dildo sowie die Steuerungs- und Regelungsvorrichtungen sind in
der Puppe oder Teilpuppe angeordnet, wohingegen der durch den Schwellaufsatz im Wesentlichen
gebildete Dildo an einer anatomisch korrekten Position der Puppe beziehungsweise Teilpuppe
angeordnet ist, entsprechend einem Penis.
[0017] Abhängig davon, ob die Puppe mit Extremitäten ausgestattet ist oder nicht, und ob
es sich hierbei um Arme und Beine oder nur um eines von Beiden handelt, kann die Puppe
kniend, sitzend, liegend oder in einer anderen Position angeordnet werden. Zur Stabilisierung
dienen hierbei insbesondere gelenkig angeordnete Extremitäten. Dabei können die Extremitäten
und der Rumpf mehrteilig und/oder gelenkig ausgebildet sein. Es ist auch möglich,
die Extremitäten und/oder den Rumpf teleskopierbar zu gestalten. Hierbei ist es möglich,
bestimmte Abschnitte der Puppe als faltenbalgartige Ausziehelemente zu gestalten.
Die Ausführung hängt dabei ganz wesentlich von der Materialwahl ab, die von Metall
über Kunststoff bis hin zu Holz oder Kombinationen der vorgenannten reichen kann.
So kann die Größe des Spielzeugs quasi realitätsnah ausgeführt werden.
[0018] Daher ist wenigstens der Dildo, bevorzugt jedoch die gesamte Puppe beziehungsweise
Teilpuppe mit einer Schutzhülle aus einem elastischen, Körperhaut nachbildendem Material
überzogen. Dabei kann das Material an der Gesamtkörperoberfläche wechselnde Materialbeschaffenheiten
aufweisen. So kann beispielsweise die Gesichtshaut zart und glatt sein, wohingegen
an dem den Dildo bildenden Schwellabschnitt eine Haut mit Noppen oder anderen, Rauhigkeit
verursachenden Strukturen vorgesehen sein kann.
[0019] Weiter kann der Apparat eine Steuerungs- und/oder Regelungseinheit aufweisen, mit
der die Drehzahl des Antriebsmotors der Drehscheibe, die Drehzahlbereiche oder die
Folge wechselnder Drehzahlbereiche gesteuert oder geregelt werden kann. Die Steuerungs-
und/oder Regelungseinheit dient ferner auch der Steuerung beziehungsweise Regelung
der Pumpen für die Fluidbefüllung mit Fluid beziehungsweise der weiteren Pumpen zum
Fördern von Flüssigkeit durch den Schwellaufsatz, um eine Ejakulation zu simulieren,
beziehungsweise der dritten Pumpe, um zu einem erforderlichen Zeitpunkt Gleitmittel
zu fördern.
[0020] Die Steuerungs- und/oder Regelungseinheit kann auf bekannte Weise mittels eines oder
mehrerer Schalter, die an der Außenseite der Puppe vorliegen, getätigt werden, sie
kann jedoch auch fernsteuerbar, insbesondere über Sprachsteuerung, gesteuert werden.
Um die Sprachsteuerung zu realisieren, ist für diese Ausführungsform eine Sprachempfangseinrichtung
wie ein Mikrofon erforderlich, das an dem Körper der Puppe oder Teilpuppe angeordnet
ist. Entsprechend weist die Steuerungs-/Regelungsvorrichtung einen Signalwandler auf,
um über das Mikrofon empfangene Sprachsignale in Steuerungssignale zu transformieren.
[0021] In einer noch weiteren Ausführungsform können an dem Schwellaufsatz und/oder an dem
Kolben ein oder mehrere Sensoren vorgesehen sein, um die Feuchtigkeit oder den Druck,
der im Körper des Benutzers vorliegt, zu detektieren. Die Sensoren sind entsprechend
mit der Steuerungs- und Regelungseinheit operativ gekoppelt, das heißt, die gemessenen
Feuchtigkeits- und/oder Druckdaten beziehungsweise -Signale werden an die Steuerungs-
beziehungsweise Regelungseinheit durch eine entsprechende kommunikative Verbindung
übermittelt, so dass bei Über- oder Unterschreiten vorliegender bestimmter Schwellwerte,
die in der Steuerungs- und Regelungseinheit voreingestellt sind, die entsprechenden
betätigbaren Komponenten des Apparates eine Änderung ihrer Aktivität vornehmen können.
So kann beispielsweise bei Messung einer zu geringen Feuchtigkeit die Pumpe aktiviert
werden, die Gleitmittel bereitstellt, das entsprechend über die fluidische Verbindung
aus dem Reservoir durch den Schwellaufsatz in, beziehungsweise an den Körper des Benutzers
gefördert wird.
[0022] Weiter kann in einer Ausführungsform der Apparat eine Recheneinheit aufweisen, die
entweder der Programmierung der Steuerungs- und/oder Regelungseinheit dient und entsprechend
mit dieser operativ gekoppelt ist und die zusätzlich oder alternativ mit dem oder
den Sensoren zum Signalempfang kommunikativ verbunden ist, wobei ein Prozessor der
Recheneinheit die empfangenen Signale bearbeitet und daraus Steuerungssignale für
die Steuerungs- und/oder Regelungseinheit oder zur Programmierung der Steuerungs-
und/oder Regelungseinheit generiert.
[0023] Entsprechend liegt ein Softwareprogramm oder Softwareprogrammprodukt, das auf einem
Datenträger gespeichert sein kann, zur Ausführung der Programmierung der Steuerungs-
und/oder Regelungseinheit und/oder zur Signalverarbeitung vor, das durch die Recheneinheit
ausgeführt wird.
[0024] So ist durch die Wahl der möglichen Schwellaufsätze bereits vorteilhaft möglich,
flexibel einen Apparat zur vielseitigen Benutzung zu gestalten, der quasi Penislängen
im Bereich von 10 bis 22 cm, bevorzugt von 12,5 bis 17,5 cm und üblicherweise von
ca. 15,5 cm einnehmen kann.
[0025] Durch die Befüllung mit dem Fluid in die entsprechenden Kammern ist es möglich, einen
Umfang des Schwellaufsatzes respektive Dildos von 3,5 cm über 5,0 cm bis hin zu 6,5
cm oder sogar 7,5 cm zu erreichen.
[0026] Über den gelenkig an der Pleuelstange angeordneten Kolben, der in einem Zylinder
geführt wird, ist es möglich, einen Biege- beziehungsweise Stehwinkel des Kolbens
beziehungsweise des daran angeordneten Schwellaufsatzes zu realisieren, in Bezug zur
Basis am Körper der Puppe aus der das Dildoelement austritt. So sind Biege- beziehungsweise
Stehwinkel von 100° bis 150° bevorzugt im Bereich von 115° bis 140° und am meisten
bevorzugt von 130 ° in Bezug zur Austrittsbasis an der Puppe erreichbar.
[0027] Über die Einstellbarkeit der Drehzahl des Antriebsmotors der Drehscheibe kann eine
Stoßhäufigkeit des Kolbens und damit des Dildos erreicht werden, die im Bereich von
50 bis 150 Stößen pro Minute, stärker bevorzugt im Bereich von 100 bis 140 Stößen
pro Minute und am meisten bevorzugt bei 120 Stößen pro Minute liegen kann.
[0028] Die Ausgestaltung der Steuerungsvorrichtung, auch als Regelungsvorrichtung, macht
es möglich, insbesondere bei Anordnung von Sensoren, die beispielsweise den Druck
in einer Vagina einer Benutzerin messen können, die Stoßzahl zu variieren oder auch
den Biege- beziehungsweise Stehwinkel zu ändern oder den Befüllungsgrad des Schwellaufsatzes
zu variieren. So wird vorteilhaft durch die Erfindung ein ideal auf menschliche Bedürfnisse
angepasster Apparat zur sexuellen Stimulation bereitgestellt, der flexibel einsetzbar
ist und variablen Anforderungen ein und derselben Benutzerin oder eines Benutzers
oder auch wechselnden Benutzern angepasst werden kann. Ferner ist die erfindungsgemäße
Vorrichtung zu Schulungszwecken und gegebenenfalls zur künstlichen Befruchtung einsetzbar.
[0029] Diese und weitere Vorteile werden durch die nachfolgende Beschreibung unter Bezug
auf die begleitenden Figuren dargelegt. Der Bezug auf die Figuren in der Beschreibung
dient zu deren Unterstützung und dem erleichterten Verständnis des Gegenstands. Gegenstände
oder Teile von Gegenständen, die im Wesentlichen gleich oder ähnlich sind, können
mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich schematische
Darstellungen von Ausführungsbeispielen der Erfindung. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Basiskonstruktion für einen Dildo in einer ersten
Position,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer Basiskonstruktion für einen Dildo in einer zweiten
Position,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer Basiskonstruktion für einen Dildo in einer dritten
Position,
Fig. 4 eine Seitenschnittansicht der Basiskonstruktion mit aufgesetztem, erregierbaren Schwellaufsatz.
[0030] Figuren 1 bis 3 zeigen eine Basiskonstruktion 1 für einen Apparat zur sexuellen Stimulation eines
Menschen, der mit einem motorisch antreibbaren Dildo ausgestattet wird und der in
vielen verschiedenen Anwendungswinkeln positioniert werden soll.
[0031] Die Basiskonstruktion 1 zeigt eine an einer mittels Antriebsmotors (nicht zu sehen)
drehbaren Drehscheibe 2 angeordnete Pleuelstange 3, die an einem Kolben 4 angelenkt
ist, der in einem Zylinder geführt wird. So ist es möglich, durch die Drehung der
Scheibe eine Stoßbewegung des Kolbens 4 auszuführen, auf den, wie gezeigt in
Fig. 4, ein Schwellaufsatz 6 aufgesetzt wird, der den Dildo, quasi in Verbindung mit dem
vorderen Kolbenabschnitt 4, über den der Schwellaufsatz 6 gezogen ist, bildet.
[0032] An dem Übergang zwischen Schwellaufsatz 6 und Kolben 4 liegen, figurativ nicht dargestellt,
Sicherungs- beziehungsweise Verbindungsmittel vor, die derart ausgeführt sind, dass
bei Gebrauch der Schwellaufsatz 6 sich nicht von dem Apparat ablöst. Zu diesem Zweck
kann der Schwellaufsatz 6 auf ein entsprechend auf den Kolben 4 beziehungsweise dessen
vorderen Ende vorliegenden Außengewindeabschnitt abgeschraubt werden, wenn entsprechend
das gegebenenfalls durch einen Ring verstärkte Material des Schwellaufsatzes 6 an
dessen Aufsetzrand mit einem korrespondierenden Innengewinde ausgestattet ist. Der
vorzugsweise verstärkte Aufsatzrand des Schwellaufsatzes 6 kann aber auch über Klemmen,
Rast- oder Steckmittel verfügen, etwa über eine Bajonettverschlussfunktion, die mit
entsprechenden an der Kolbenspitze vorliegenden korrespondierenden Eingriffsmitteln
in Eingriff gebracht werden kann.
[0033] Der Kolben 4 kann teleskopierbar ausgeführt sein. Wenn die Teleskopierung händisch
ausgeführt werden soll, so weist die Puppe, beziehungsweise Teil-puppe, in der die
Basiskonstruktion 1 angeordnet ist und aus der heraus sich lediglich der Schwellaufsatz
6 erstreckt, entsprechende Öffnungen auf, mittels derer manuell Voreinstellungen vorgenommen
werden können. Andernfalls ist es auch möglich, eine Teleskopierung der Pleuelstange
3 oder des Kolbens 4 automatisch vorzusehen und die Verstellung mittels einer an der
Außenseite der Puppe oder Teilpuppe vorliegenden Verstellvorrichtung zu handhaben.
[0034] Selbstverständlich ist es auch möglich, derartige Verstellungen auch mittels einer
Fernsteuerung, die in einem kleinen Handhaltegerät separat vorliegen kann, vorzunehmen.
Mittels dieser Fernsteuerung kann beispielsweise auch die Steuerungs- und Regelungseinheit
zum Steuern der Drehscheibe 2 beziehungsweise deren Antriebsmotor getätigt werden.
So kann während der Durchführung einer sexuellen Stimulation der Antriebsmotor in
seiner Drehgeschwindigkeit verändert werden und es kann auch der Hub des Kolbens und
somit die Stoßstärke des Schwellaufsatzes 5 verändert werden.
[0035] Fig. 3 zeigt ferner eine zentralaxiale Bohrung 4', die entweder unmittelbar in den Schwellaufsatz
6 mündet, der dann selbst eine aufblasbare oder mit Fluid befüllbare Kammer bildet
oder die in eine Kammer des Schwellaufsatzes mündet, die im Übrigen zusätzlich mit
einem Ventil abgesichert sein kann, das ebenfalls steuer- und/oder regelbar ist. Die
in
Fig. 3 gezeigte Axialbohrung 4' könnte mit einer entsprechenden Auslassöffnung des Schwellaufsatzes
6 verbunden sein und dazu dienen, Flüssigkeit austreten zu lassen, die hinsichtlich
ihrer Zusammensetzung einer Samenflüssigkeit nachempfunden ist, oder sogar Samenflüssigkeit
sein kann, falls die Vorrichtung zur künstlichen. Befruchtung eingesetzt wird.
[0036] Weiter kann der erfindungsgemäße Apparat mittels Sprachsteuerung betätigt werden,
so dass es vorteilhaft erlässlich ist, während der sexuellen Stimulation händisch
Änderungen der Einstellung vorzunehmen. Durch Sprachkommandos kann sowohl die Art,
die Frequenz und die Stärke des Kolbenhubes geändert werden, es kann auch Einfluss
auf die Befüllung des Schwellaufsatzes 6 und damit auf den Umfang, die Form und die
Länge des Körpers genommen werden, der den Dildo letztendlich bildet. Weiter kann
durch die Sprachsteuerung auch so erreicht werden, dass über die entsprechend angeordneten
Fluidreservoirs und fluidische Verbindungen durch Tätigwerden der Pumpen Gleitmittel
oder Flüssigkeit zur Simulation eines Ejakulats ausgegeben werden. Weiter kann bei
entsprechender Programmierung der Sprachsteuerung bereits durch hervorgerufene Geräusche
eines Benutzers die Aktivität der apparativen Vorrichtungen angepasst werden, so dass
automatisch erkennbar ist, wenn ein Benutzer vor einem Höhepunkt steht. So können
entsprechende Ausstöße von Flüssigkeit erzeugt, aber auch eine Abklingkurve der apparativen
Tätigkeiten auf organische Weise bereitgestellt werden.
[0037] Vorteilhaft ist die Puppe in ihrer Gesamtheit einem menschlichen Körper nachgebildet
und weist daher auch an ihrer Außenseite ein der Körperhaut nachempfundenes Material
auf, das chemisch inert gegen Körperflüssigkeiten ist und gut gereinigt und desinfiziert
werden kann. Die chemische Inertheit erstreckt sich insofern auch auf die Verwendung
von Desinfektionsmitteln.
[0038] Schließlich ist es möglich, an der zu dem Kolben 4 weisenden Seite des Schwellaufsatzes
6 ein Hodensäcke imitierendes Bauteil anzubringen, das separat anordenbar ist oder
mit dem Schwellaufsatz einstückig verbunden sein kann. Dabei können beliebige Formen
für Hodensäcke vorgesehen werden. Insbesondere bei der separaten Ausführung und Befestigung
der Hodensäcke ist die vorteilhafte Auswechselbarkeit und Flexibilität hinsichtlich
der Auswahl gegeben.
Bezugszeichenliste
[0039]
| 1 |
Basiskonstruktion für einen Kolben mit erregierbarem Schwellaufsatz |
| 2 |
Schwungrad |
| 3 |
Pleuelstange |
| 4 |
Kolben |
| 4' |
Längsaxialbohrung durch Kolben |
| 5 |
Zylinder |
| 6 |
Schwellaufsatz |
1. Apparat zur sexuellen Stimulation eines Menschen, wobei der Apparat einen motorisch
antreibbaren Dildo aufweist, der automatisch in einer Mehrzahl von Anwendungswinkein
positionierbar ist,
der Apparat eine Basiskonstruktion (1) umfasst, die eine an einer mittels eines Antriebsmotors
drehbaren Drehscheibe (2) angeordnete Pleuelstange (3) aufweist, an deren freiem Ende
ein von einem Zylinder (5) umgebener und geführter, mittels der Pleuelstange (3) entlang
seiner Längsachse verschiebbarer Kolben (4) angelenkt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Dildo durch einen Schwellaufsatz (6) gebildet wird, der zumindest eine fluidbefüllbare
erste Kammer aufweist und lösbar auf den Kolben (4) aufgesetzt ist, und dass der Kolben
(4) zumindest eine erste längsaxiale Bohrung (4') aufweist, die einenends über eine
Pumpe mit einem Fluidreservoir fluidisch verbunden ist und sich anderenends in die
fluidbefüllbare erste Kammer erstreckt, und wobei der Schwellaufsatz (6),
- in einem nicht mit Fluid befüllten Zustand erschlafft als eine gebogene Hülle vorliegt
und
- in mit einer zunehmenden anwachsenden Fluidbefüllung ein erigiertes Glied simulierend
sich entsprechend der Längsachse des Kolbens diesen verlängernd erstreckt.
2. Apparat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Pleuelstange (3) und/oder der Kolben teleskopierbar ist/sind.
3. Apparat nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schwellaufsatz (6) zwei oder mehr fluidbefüllbare Kammern aufweist, die über die
erste oder eine weitere längsaxiale Bohrung (4') mit der Pumpe fluidisch verbunden
sind, wobei durch die Fluidbefüllung der Kammern des
Schwellaufsatzes (6) eine Form und oder ein Umfang und oder eine Ausrichtung in Bezug
zu der Längsachse des Kolbens (4) einstellbar sind.
4. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Drehzahl des Antriebsmotors der Drehscheibe (2), an der die Pleuelstangen (3)
angebracht ist, stufenlos einstellbar ist, und/oder
- Drehzahlbereiche einstellbar oder voreinstellbar sind, insbesondere eine Folge wechselnder
Drehzahlbereiche.
5. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Basiskonstruktion (1) ein mit einer zweiten Pumpe gekoppeltes Reservoir für eine
Flüssigkeit aufweist, und dass der Kolben (4) zumindest eine zweite längsaxiale Bohrung
aufweist, die einenends mit der zweiten Pumpe fluidisch verbunden ist, und sich anderenends
in den Schwellaufsatz (6) erstreckt, wobei der Schwellaufsatz (6) eine Auslassöffnung
für die Flüssigkeit, bevorzugt eine mittels eines Ventils betätigbare distal-axiale
Auslassöffnung, besonders bevorzugt mittels eines steuer- und/oder regelbaren Ventils
betätigbare distal-axiale Auslassöffnung aufweist.
6. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Basiskonstruktion (1) ein mit einer dritten Pumpe gekoppeltes Reservoir für ein
Gleitmittel aufweist, und dass der Schwellaufsatz (6) zumindest eine oder mehrere
Auslassöffnungen, die insbesondere umfänglich an dem Schwellaufsatz (6) angeordnet
sind, für das Gleitmittel aufweist und über den Kolben (4) mit dem Reservoir für das
Gleitmittel fluidisch verbunden ist,
wobei das Gleitmittel über
- die zweite längsaxiale Bohrung, die in dem Kolben (4) vorliegt, oder über
- eine dritte längsaxiale Bohrung, die in dem Kolben (4) vorliegt, in den Schwellaufsatz
(6) zugeführt wird, und wobei die Zuführung insbesondere gesteuert und/oder geregelt
erfolgt.
7. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Fluid zum Befüllen der fluidbefüllbaren ersten oder mehreren Kammern des Schwellaufsatzes
(6) ein Gas, insbesondere Luft, oder eine Flüssigkeit, insbesondere ein Öl, ist, und/oder
- dass die Flüssigkeit zur Ausgabe durch die axiale Auslassöffnung des Schwellaufsatzes
(6) eine Flüssigkeit ist, die eine Viskosität einer Samenflüssigkeit aufweist.
8. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die fluidische Verbindung zwischen dem Kolben (4) und den Reservoirs für Fluid, Flüssigkeit
oder Gleitmittel durch eine Schlauch- und /oder durch eine Röhrenverbindung bereit
gestellt wird.
9. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Puppe oder einer Teil-Puppe, die als ein erwachsener Mensch oder zumindest als
ein Teilkörper eines erwachsenen Menschen, insbesondere eines Mannes ausgebildet ist,
ein Gehäuse für die Basiskonstruktion bildet, und dass der durch den Schwellaufsatz
(6) gebildete Dildo an einer anatomisch korrekten Position der Puppe oder der Teil-Puppe,
angeordnet ist.
10. Apparat nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Puppe kniend, sitzend, liegend, oder in anderer Position, insbesondere durch Stabilisierung
mittels gelenkig angeordneter Extremitäten, anordenbar ist, wobei die Extremitäten
und der Rumpf oder zumindest ein Abschnitt einer Extremität insbesondere mehrteilig
und/oder gelenkig ausgebildet ist.
11. Apparat nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Extremitäten und/oder der Rumpf der Puppe teleskopierbar ist/sind, und/oder ausziehbar,
insbesondere mittels faltenbalgartiger Auszieh-Abschnitte.
12. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest der Dildo, bevorzugt jedoch die Puppe oder die Teil-Puppe mit einer Schutzhülle
aus einem elastischen, Haut nachbildenden Material überzogen ist, wobei das Material
an der Gesamtkörperoberfläche wechselnde Materialbeschaffenheiten aufweisen kann.
13. Apparat nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Apparat eine Steuerungs- und/oder Regelungseinheit zum Steuern und/oder Regeln
zumindest
- der Drehzahl des Antriebsmotors der Drehscheibe (2) und/oder der
- Drehzahlbereiche oder der Folge wechselnder Drehzahlbereiche, und/oder
- der ersten Pumpe zur Fluidbefüllung der Kammer(n) mit Fluid und/oder
- der zweiten Pumpe zum Fördern von Flüssigkeit durch den Schwellaufsatz (6),
- der dritten Pumpe zum Fördern von Gleitmittel
aufweist.
14. Apparat nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuerungs- und/oder Regelungseinheit
- über außenseitig an der Puppe oder Teil-Puppe vorliegende Betätigungsmittel betätigbar
ist, und/oder
- fernsteuerbar, insbesondere mittels Sprachsteuerung fernsteuerbar ist, wobei für
die Sprachsteuerung eine Sprachempfangseinrichtung, insbesondere ein Mikrofon, an
dem Körper der Puppe oder der Teil-Puppe angeordnet ist, und wobei die Steuerungs-
und Regelungsvorrichtung mit einem Signalwandler zur Wandlung der über das Mikrofon
empfangenen Sprachsignale in Steuerungssignale ausgestattet ist.
15. Apparat nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem Schwellaufsatz (6) und/oder an dem Kolben (4) einer oder mehrere Sensoren zur
Messung von Feuchtigkeit und/oder Druck angeordnet ist, die mit der Steuerungs- und/oder
Regelungseinheit operativ gekoppelt sind, und dass bevorzugt der Apparat eine Recheneinheit
aufweist, die
- zur Programmierung der Steuerungs- und/oder Regelungseinheit mit dieser operativ
gekoppelt ist, und/oder
- die mit dem/den Sensor(en) zum Signalempfang kommunikativ verbunden ist, wobei ein
Prozessor der Recheneinheit die empfangenen Signale verarbeitet und daraus Steuerungssignale
für die Steuerungs- und/oder Regelungseinheit und/oder zur Programmierung der Steuerungs-
und/oder Regelungseinheit generiert.
16. Softwareprogramm oder Softwareprogrammprodukt, vorzugsweise auf einem Datenträger
gespeichert, zur Ausführung der Programmierung der Steuerungs- und/oder Regelungseinheit
und/oder zur Signalverarbeitung nach Anspruch 15, wenn es mit der Recheneinheit betrieben
wird.