[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ausbildung eines Fassadensystems mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Bei einem derartigen Verfahren wird zur
Ausbildung einer ein- oder mehrlagigen Schall- und/oder Wärmedämmschicht wenigstens
eine Schall- und/oder Wärmedämmplatte mittels eines Klebers und/oder mittels wenigstens
eines Tellerdübels an einem bauseitigen Untergrund befestigt.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Fassadensystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 9. Ein derartiges Fassadensystem umfasst wenigstens eine Schall- und/oder
Wärmedämmplatte zur Ausbildung einer ein- oder mehrlagigen Schall- und/oder Wärmedämmschicht
sowie einen Kleber und/oder wenigstens einen Tellerdübel zur Befestigung der Schall-
und/oder Wärmedämmplatte an einem bauseitigen Untergrund.
Stand der Technik
[0003] Ein Fassadensystem der eingangs genannten Art geht aus der
DE 200 11 162 U1 hervor. Es umfasst mindestens ein Wärmedämmelement, das mittels eines Klebemörtels
und zusätzlich mittels mindestens eines Tellerdübels an einer Gebäudeaußenwand befestigbar
ist. Ferner umfasst das Fassadensystem ein mit dem Tellerdübel verbindbares Befestigungselement
zur Befestigung einer
[0004] Unterkonstruktion für eine Fassadenverkleidung. Das Befestigungselement ist vorzugsweise
als Schraube ausgebildet und im Schaft des Tellerdübels oder einem hierin eingesetzten
Einsetzelement verankerbar. Die Unterkonstruktion besteht vorzugsweise aus einer Lattung
sowie einer ggf hierauf aufgebrachten Konterlattung und ermöglicht eine Hinterlüftung
der hieran befestigten Fassadenbekleidungselemente.
[0005] Ein vorgehängtes und hinterlüftetes Fassadendämmsystem wird ferner von der Anmelderin
unter der Bezeichnung StoVentec vertrieben. Bei diesem wird über eine Unterkonstruktion
aus vertikal und/oder horizontal verlaufenden Trägerprofilen eine Putzträgerplatte
aus Blähglasgranulat an einem bauseitigen Untergrund befestigt und nachfolgend mit
einer mehrlagigen Putzschicht beschichtet. Zur Ausbildung einer Wärmedämmschicht ist
zwischen dem bauseitigen Untergrund und der Trägerplatte wenigstens eine Wärmedämmplatte
in der Weise angeordnet, dass eine eine Hinterlüftung sicherstellende Luftschicht
zwischen der Wärmedämmplatte und der Trägerplatte ausgebildet wird.
[0006] Die vorstehend genannten Fassadensysteme weisen den Nachteil auf, dass sie relativ
aufwendig zu montieren sind. Profile und/oder Latten müssen ausgerichtet und am Untergrund
befestigt werden, was sehr zeitraubend ist, da insbesondere kein Untergrund völlig
eben ist.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein vereinfachtes
Verfahren zur Ausbildung eines Fassadensystems sowie ein einfach zu montierendes Fassadensystem
anzugeben. Ferner sollen das Verfahren und das Fassadensystem sowohl die Ausbildung
einer Putzfassade, als auch die Anbringung platten- und/oder profilartiger Fassadenelemente
zur Ausbildung einer Vorhangfassade ermöglichen.
[0008] Zur Lösung der Aufgabe werden das in Anspruch 1 angegebene Verfahren sowie das in
Anspruch 9 angegebene Fassadensystem vorgeschlagen. Vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung sind jeweils in den auf Anspruch 1 bzw. Anspruch 9 rückbezogenen Unteransprüchen
angegeben.
Offenbarung der Erfindung
[0009] Erfindungsgemäß wird bei dem vorgeschlagenen Verfahren zur Ausbildung eines Fassadensystems
der Tellerdübel nicht nur zur Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte sondern
ferner zur Befestigung einer Trägerplatte eingesetzt, welche stift-, pilzkopf-, haken-
und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente zur Befestigung eines platten- oder
profilartigen Bauelementes mit korrespondierend hierzu ausgebildeten stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen aufweist. Dabei wird die Trägerplatte
in der Weise an die Schall- und/oder Wärmedämmplatte angelegt, dass die Verbindungselemente
auf der der Schall- und/oder Wärmedämmplatte abgewandten Seite liegen. Danach wird
der Tellerdübel in die Trägerplatte und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte eingesetzt.
[0010] Die vorgeschlagene gemeinsame Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte sowie
der Trägerplatte am bauseitigen Untergrund über einen Tellerdübel als gemeinsames
Befestigungsmittel vereinfacht die Montage erheblich, da eine aus Profilen oder Latten
bestehende Unterkonstruktion zur Befestigung der Trägerplatte entfallen kann. Als
gemeinsames Befestigungsmittel kann ein herkömmlicher Tellerdübel dienen, wie er beispielsweise
aus dem Stand der Technik zur Fixierung von Schall- und/oder Wärmedämmplatten bereits
bekannt ist. Die vorgesehene Trägerplatte erleichtert zudem die Anbringung weiterer
Bau- und/oder Fassadenelemente, da zum Einen ein ebener Untergrund geschaffen wird,
zum Anderen die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente
der Trägerplatte die Befestigung weiterer Bau- und/oder Fassadenelemente ermöglichen,
welche mit korrespondierend hierzu ausgebildeten stift-, pilzkopf-, haken- und/oder
schlingenförmigen Verbindungselementen ausgestattet sind. Derartige Bau- und/oder
Fassadenelemente können beispielsweise weitere Trägerplatten oder Trägerprofile sein,
die an ihrer dem Untergrund zugewandten Seite mit korrespondierenden stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen versehen sind.
[0011] Die vorgeschlagene Befestigung weiterer Bau- und/oder Fassadenelemente über die stift-,
pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente erweist sich nicht
nur im Hinblick auf eine vereinfachte Montage als vorteilhaft, sondern ermöglicht
bei Bedarf auch eine einfache Demontage der Elemente, da die Befestigung über die
stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente wiederholt
lösbar ist. Die Demontage kann beispielsweise zum Ausrichten oder Austauschen einzelner
Bau- und/oder Fassadenelemente oder zum vollständigen Rückbau des Fassadensystems
erwünscht sein. Zugleich ist jedoch über die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente eine sichere Befestigung der Bau- und/oder Fassadenelemente am
bauseitigen Untergrund erzielbar, welche insbesondere den baupolizeilichen Anforderungen
genügt.
[0012] Der vollständige Rückbau des Fassadensystems kann ferner dadurch erleichtert werden,
dass auf die Verwendung eines Klebers zur Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatten
am bauseitigen Untergrund verzichtet und stattdessen die Befestigung allein über den
wenigstens einen Tellerdübel bewirkt wird. Denn nach Herausnehmen des Tellerdübels
können die Trägerplatte und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte vom bauseitigen Untergrund
abgenommen und einem Wertstoff-Recycling zugeführt werden.
[0013] Vorzugsweise bilden mehrere in einer Ebene angeordnete Trägerplatten einen ebenen
vollflächigen Untergrund aus. Dies erleichtert die Anbringung weiterer Bau- und/oder
Fassadenelemente, da Unebenheiten des bauseitigen Untergrundes nicht mehr ausgeglichen
werden müssen. Zudem ist die darunter liegende Schall- und/oder Wärmedämmebene durch
die vollflächig ausgebildete Trägerplattenebene vor äußeren Einflüssen und/oder Beschädigungen
geschützt.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das
Anlegen der Trägerplatte an die Schall- und/oder Wärmedämmplatte bereits werkseits
durchgeführt und auf diese Weise eine Verbundplatte hergestellt worden. Vor Ort auf
der Baustelle wird dann die Verbundplatte, d.h. die Schall- und/oder Wärmedämmplatte
im Verbund mit der Trägerplatte, mittels des Klebers und/oder mittels des Tellerdübels
am bauseitigen Untergrund befestigt. Durch den Einsatz einer Verbundplatte kann die
Montage weiter vereinfacht werden.
[0015] Bevorzugt wird in einem weiteren Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens
der Tellerdübel mittels eines Befestigungsmittels, vorzugsweise einer in den Tellerdübel
einsetzbaren Schraube, im bauseitigen Untergrund verankert. Vorteilhafterweise bewirkt
die in den Tellerdübel eingesetzte Schraube ein Aufspreizen des Dübels, so dass ein
Kraftschluss bewirkt wird. Sofern am Schaft des Tellerdübels ferner Spreiz- und/oder
Rastelemente ausgebildet sind, kann zudem ein Formschluss bewirkt werden, indem sich
der Dübel über die Spreiz- und/oder Rastelemente im Untergrund verkrallt. Dadurch
ist eine sichere Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte sowie der Trägerplatte
am bauseitigen Untergrund gewährleistet.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird vorgeschlagen, dass in einem weiteren Verfahrensschritt ein platten- oder profilartiges
Bauelement an der Trägerplatte befestigt wird, das stift-, pilzkopf-, haken- und/oder
schlingenförmige Verbindungselemente aufweist, die korrespondierend zu den stift-,
pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen der Trägerplate
ausgebildet sind, wobei die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente
des Bauelementes in Kontakt mit den Verbindungselementen der Trägerplatte gebracht
werden und das platten- oder profilartige Bauelement an die Trägerplatte angedrückt
wird, so dass die sich jeweils gegenüberliegenden Verbindungselemente kraft- und/oder
formschlüssig ineinandergreifen.
[0017] Als korrespondierend ausgebildete Verbindungselemente werden im Sinne der vorliegenden
Erfindung gleichartige oder gegengleich ausgebildete Verbindungselemente angesehen,
die eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung nach Art einer Klettverbindung
ermöglichen. Dementsprechend können die an der Trägerplatte vorgesehenen Verbindungselemente
hakenförmig und die an dem platten- oder profilartigen Bauelement vorgesehenen Verbindungselemente
schlingenförmig oder umgekehrt ausgebildet sein. Ferner können die Verbindungselemente
der jeweils zu verbindenden Teile gleichartig, beispielsweise pilzkopf- oder hakenförmig,
ausgebildet sein, so dass sich die Verbindungselemente beim Zusammenfügen formschlüssig
hintergreifen. Um ein Hintergreifen zu ermöglichen sind die Verbindungselemente vorzugsweise
zumindest geringfügig elastisch verformbar ausgebildet. Alternativ oder ergänzend
können stiftförmige Verbindungselemente vorgesehen sein, die mit gleichartigen Verbindungselementen
am zu befestigenden Bauelement eine reibschlüssige Verbindung eingehen. Die Trägerplatte
und/oder das zu befestigende Bauelement können darüber hinaus eine Kombination aus
verschiedenartig ausgebildeten Verbindungselementen aufweisen, die jeweils mit gleichartigen
und/oder gegengleich ausgebildeten Verbindungselementen am jeweils anderen Teil kraft-
und/oder formschlüssig zusammenwirken. Das heißt, dass an einem Teil beispielsweise
sowohl haken- als auch schlingenförmige Verbindungselemente ausgebildet sein können,
die ggf. mit haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen am jeweils anderen
Teil zusammenwirken.
[0018] Die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmig ausgebildeten Verbindungselemente
der Trägerplatte und des platten- oder profilartigen Bauelements sind nach ihrer Verbindung
nicht mehr sichtbar, da sie von dem platten- oder profilartigen Bauelement überdeckt
werden. Die vorgeschlagene Befestigung eines platten- oder profilartigen Bauelementes
über die korrespondierend ausgebildeten stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente eröffnet demnach einen großen Gestaltungsspielraum in Bezug auf
die Fassadengestaltung.
[0019] Zudem ist die Befestigung über die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente wiederholt lösbar, so dass einzelne oder sämtliche platten- oder
profilartige Bauelemente bei Bedarf abgenommen, neu ausgerichtet oder ausgetauscht
werden können. Dadurch, dass die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente ein zerstörungsfreies Abnehmen der Bau- bzw. Fassadenelemente
ermöglichen, können diese erneut verwendet oder einem Wertstoff-Recycling zugeführt
werden.
[0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist das platten- oder profilartige Bauelement eine weitere Trägerplatte, insbesondere
eine Putzträgerplatte, auf welche eine ein- oder mehrlagige Putzschicht aufgebracht
wird. Das Verfahren ermöglicht demnach die Ausbildung eines Fassadensystems mit einer
ein- oder mehrlagigen Putzschicht als abschließende Fassadenschicht.
[0021] Gemäß einer alternativen bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist das platten- oder profilartige Bauelement ein Trägerprofil, insbesondere ein Agraffenprofil,
an welchem ein platten- oder profilartiges Fassadenelement befestigt wird. Das Verfahren
ermöglicht demnach ferner die Ausbildung eines Fassadensystems, das vorgehängte platten-
oder profilartige Fassadenelemente aufweist. Ferner kann eine Hinterlüftung der Fassadenelemente
realisiert werden.
[0022] Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass eine Schall- und/oder Wärmedämmplatte und/oder
eine Trägerplatte eingesetzt wird bzw. werden, welche wenigstens eine Ausnehmung zur
Aufnahme eines Tellerdübels besitzt bzw. besitzen. Die vorzugsweise bereits werkseits
vorgesehene Ausnehmung erleichtert das Einsetzen des Tellerdübels, so dass die Montage
des Fassadensystems weiter vereinfacht wird.
[0023] Die die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente
aufweisende Seite der Trägerplatte kann zur Aufnahme des Tellerdübels neben einer
ersten durchgehenden Ausnehmung eine weitere Ausnehmung aufweisen, die vorzugsweise
konzentrisch zur ersten Ausnehmung angeordnet, jedoch nicht durchgehend ausgebildet
ist, so dass eine ringförmige Stützfläche zur Abstützung des Tellers des Tellerdübels
ausgebildet wird. Durch die weitere Ausnehmung kann der Teller des Tellerdübels oberflächenbündig
mit der Trägerplatte eingebaut werden.
[0024] Alternativ zu einer bereits werkseits eingebrachten Ausnehmung kann die wenigstens
eine Ausnehmung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte und/oder der Trägerplatte zum
Einsetzen des Tellerdübels auch durch Bohren vor oder nach dem Anbringen der Schall-
und/oder Wärmedämmplatte und/oder der Trägerplatte am bauseitigen Untergrund ausgebildet
werden. Fertigungs- und/oder Montagetoleranzen können auf diese Weise ausgeglichen
und die jeweiligen Ausnehmungen in einfacher Weise in Überdeckung gebracht werden.
[0025] Das zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe ferner vorgeschlagene Fassadensystem
umfasst wenigstens eine Schall- und/oder Wärmedämmplatte zur Ausbildung einer ein-
oder mehrlagigen Schall- und/oder Wärmedämmschicht sowie einen Kleber und/oder wenigstens
einen Tellerdübel zur Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte an einem bauseitigen
Untergrund. Erfindungsgemäß umfasst das System ferner wenigstens eine Trägerplatte
sowie wenigstens ein platten- oder profilartiges Bauelement, wobei sowohl die Trägerplatte
als auch das platten- oder profilartige Bauelement stift-, pilzkopf-, haken- und/oder
schlingenförmige Verbindungselemente aufweisen, welche ineinandergreifend eine kraft-
und/oder formschlüssige Verbindung bewirken. Mittels der stift, pilzkopf-, haken-
und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente ist somit in einfacher Weise eine Befestigung
des platten- oder profilartigen Bauelements an der Trägerplatte bewirkbar, die zudem
wieder lösbar ist. Zugleich ist eine sichere und den baupolizeilichen Anforderungen
genügende Befestigung des platten- oder profilartigen Bauelements am Untergrund erzielbar,
da die sich jeweils gegenüberliegenden und ineinandergreifenden Verbindungselemente
der Trägerplatte und des platten- oder profilartigen Bauelements eine kraft- und/oder
formschlüssige Verbindung bewirken.
[0026] Das erfindungsgemäß vorgeschlagene Fassadensystem ist besonders einfach zu montieren.
Denn zum Einen erfordert die Befestigung der Trägerplatte keine zusätzlichen Befestigungsmittel,
da hierzu der zur Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte vorgesehene Tellerdübel
eingesetzt wird, zum Anderen ermöglichen die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente der Trägerplatte die Befestigung eines platten- oder profilartigen
Bauelements mit korrespondierend hierzu ausgebildeten stift-, pilzkopf-, haken- und/oder
schlingenförmigen Verbindungselementen. Eine aufwendige Unterkonstruktion aus Profilen
und/oder Latten zur Anbringung der Trägerplatte und/oder des platten- oder profilartigen
Bauelementes kann somit entfallen. Die erfindungsgemäß vorgesehene Trägerplatte erleichtert
zudem die Ausbildung eines ebenen Untergrundes, insbesondere, wenn mehrere Trägerplatten
vollflächig in einer Ebene verlegt werden. Unebenheiten des bauseitigen Untergrundes
können demnach über die Trägerplatte ausgeglichen werden. Der über die Trägerplatte
hergestellte ebene Untergrund vereinfacht auf diese Weise auch die Anbringung weiterer
platten- oder profilartiger Bauelemente.
[0027] Die Lösbarkeit der über die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente der Trägerplatte und des platten- oder profilartigen Bauelements
hergestellten Verbindung ermöglicht bei Bedarf eine schnelle und zerstörungsfreie
Demontage der einzelnen Elemente des Fassadensystems. Dies kann sich insbesondere
dann als vorteilhaft erweisen, wenn es einzelne Elemente auszutauschen oder das komplette
System rückzubauen gilt. Um im letztgenannten Fall die einzelnen Elemente des rückgebauten
Fassadensystems einem Wertstoff-Recycling zuführen zu können, wird ferner vorgeschlagen,
dass auf die Verwendung eines Klebers zur Befestigung der Schall- und/oder Wärmedämmplatte
am bauseitigen Untergrund verzichtet wird. Die Befestigung erfolgt dann ausschließlich
über den wenigstens einen Tellerdübel.
[0028] Vorteilhafterweise wird bei dem erfindungsgemäßen Fassadensystem der Tellerdübel
ferner zur Befestigung der Trägerplatte eingesetzt. Die Trägerplatte ist hierzu mittels
des Tellerdübels mit der Schall- und/oder Wärmedämmplatte verbindbar. Alternativ wird
vorgeschlagen, dass die Trägerplatte und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte eine
Verbundplatte ausbilden. Das heißt, dass die Trägerplatte mit der Schall- und/oder
Wärmedämmplatte bereits werkseits verbunden worden ist. Eine Verbindung der Trägerplatte
mit der Schall-und/oder Wärmedämmplatte vor Ort auf der Baustelle kann damit entfallen
kann.
[0029] Zur Ausbildung einer Verbundplatte kann die Schall- und/oder Wärmedämmplatte mit
einer Trägerplatte kaschiert sein, wobei die Kaschierung vorzugsweise vollflächig
ausgebildet ist. Darüber hinaus ist die Ausbildung einer Verbundplatte mit Stufenfalz
möglich, indem beide Platten, d.h. die Trägerplatte und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte,
in der Ebene versetzt zueinander angeordnet und miteinander verbunden werden. Wie
bei herkömmlichen Dämmplatten mit Stufenfalz weist eine solche Verbundplatte vorzugsweise
an zwei senkrecht zueinander liegenden Seitenkanten einen Überstand der Trägerplatte
gegenüber der Schall- und/oder Wärmedämmplatte um ein Maß a auf, während die Trägerplatte
an den beiden anderen Seitenkanten um das Maß a gegenüber der Schall- und/oder Wärmedämmplatte
zurückspringt. Auf diese Weise können die Verbundplatten derart aneinander gelegt
werden, dass die Stoß- und Lagerfugen der Schall- und/oder Wärmedämmplatten von den
Trägerplatten überdeckt werden.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente einstückig mit der Trägerplatte
und/oder dem platten- oder profilartigen Bauelement ausgebildet. Beispielsweise können
die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente an die
Trägerplatte und/oder dem platten- oder profilartigen Bauelement angeformt sein. Alternativ
wird vorgeschlagen, dass die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente unmittelbar oder mittelbar über ein gemeinsames Trägerelement
mit der Trägerplatte und/oder dem platten- oder profilartigen Bauelement verbunden
sind, wobei die Verbindung vorzugsweise eine Klebe-, Schweiß-, Löt- oder Nietverbindung
ist. Darüber hinaus sind auch andere Verbindungsarten möglich.
[0031] Das gemeinsame Trägerelement zur mittelbaren Verbindung der stift-, pilzkopf-, haken-
und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente mit der Trägerplatte und/oder dem platten-
oder profilartigen Bauelement ist vorzugsweise als Gewebe, Gewirke, Gelege oder Vlies
ausgebildet, in welches die Verbindungselemente eingewebt, eingelegt oder in sonstiger
Weise aufgenommen bzw. eingearbeitet sind. Sofern es sich insbesondere um haken- und/oder
schlingenförmige Verbindungselemente handelt kann auch das Trägerelement selbst diese
ausbilden.
[0032] Das platten- oder profilartige Bauelement kann beispielsweise eine weitere Trägerplatte,
insbesondere eine Putzträgerplatte, zur Aufnahme einer ein- oder mehrlagigen Putzschicht
sein. Das erfindungsgemäße Fassadensystem ermöglicht demnach die Ausbildung einer
Putzfassade.
[0033] Des Weiteren kann das platten- oder profilartige Bauelement ein als Armierung einsetzbares
Gewebe, Gelege, Gewirke oder Vlies zur Ausbildung einer Armierungsschicht einer ein-
oder mehrlagigen Putzschicht sein. Das heißt, dass das platten- oder profilartige
Bauelement nicht zwingend eine biegesteife Platte oder ein biegesteifes Profil sein
muss, sondern beispielsweise auch eine biegeelastische Matte sein kann. Das als Gewebe,
Gelege, Gewirk oder Vlies ausgebildete plattenförmige Bauelement wird über die stift-,
pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente, welche vorzugsweise
in das Gewebe, Gelege, Gewirk oder Vlies eingewebt, eingelegt oder in sonstiger Weise
aufgenommen bzw. eingearbeitet sind, an der Trägerplatte befestigt. Danach wird die
Putzmasse zur Ausbildung einer ein- oder mehrlagigen Putzschicht auf die Trägerplatte
aufgebracht, so dass die Putzmasse das als Gewebe, Gelege, Gewirk oder Vlies ausgebildete
plattenförmige Bauelement vollständig überdeckt. Darüber hinaus kann das als Gewebe,
Gelege, Gewirk oder Vlies ausgebildete plattenförmige Bauelement die stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente auch selbst ausbilden, insbesondere,
wenn es sich hierbei um haken- oder schlingenförmige Verbindungselemente handelt.
[0034] Das als Gewebe, Gelege, Gewirke oder Vlies ausgebildete plattenförmige Bauelement
wird vorzugsweise als Rollenmaterial vorgehalten und vor Ort auf Länge zugeschnitten.
Bei einem Rückbau eines solchen Fassadensystems lässt sich jeweils in Abhängigkeit
von der Formsteifigkeit der aufgetragenen Putzschicht, diese entweder von dem als
Gewebe, Gelege, Gewirke oder Vlies ausgebildeten plattenförmigen Bauelement abschlagen
oder abziehen. Somit können auch die Bestandteile eines solchen Fassadensystems einem
Wertstoff-Recycling zugeführt werden.
[0035] Das platten- oder profilartige Bauelement kann ferner ein Trägerprofil, insbesondere
ein Agraffenprofil, zur Befestigung eines platten- oder profilartigen Fassadenelementes
sein. Das erfindungsgemäße Fassadensystem ist somit auch zur Ausbildung einer Vorhangfassade
geeignet, bei welcher im Wesentlichen plattenförmige Fassadenelemente in der Weise
vor eine tragende Konstruktion gehängt werden, dass eine Luftschicht zur Sicherstellung
einer Hinterlüftung ausgebildet wird. Bei den Fassadenelementen kann es sich um ein-
oder mehrschichtige Fassadenpaneele, beispielsweise um Schichtwerkstoffplatten aus
Holz, Metall und/oder Kunststoff, oder sonstige Plattenmaterialien handeln. Darüber
hinaus sind rahmenartige Fassadenelemente, beispielsweise zur Ausbildung oder Aufnahme
von Tür- oder Fensterelementen, in einem solchen Fassadensystem einsetzbar. Die Befestigung
eines Trägerprofils an der Trägerplatte erlaubt einen großen Gestaltungsspielraum,
da das Trägerprofil ein beliebig gestaltetes Fassadenelement aufnehmen kann.
[0036] Des Weiteren bevorzugt ist bzw. sind die Trägerplatte und/oder das platten- oder
profilartige Bauelement, sofern es sich hierbei insbesondere um eine weitere Trägerplatte
handelt, aus Blähglasgranulat hergestellt. Eine aus Blähglasgranulat hergestellte
Platte erweist sich aufgrund ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen
sowie aufgrund ihrer Festigkeit für den Einsatz im Außenbereich als besonders geeignet.
[0037] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher beschrieben. Diese zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fassadensystems,
- Fig. 2-4
- Schnitte durch eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fassadensystems,
wobei die Montage des Fassadensystems in den einzelnen Figuren unterschiedlich weit
fortgeschritten ist,
- Fig. 5
- einen Schnitt durch eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fassadensystems
in teilweiser Explosionsdarstellung und
- Fig. 6
- einen Schnitt durch eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fassadensystems.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0038] Das in der Fig. 1 dargestellte erste erfindungsgemäße Fassadensystem umfasst eine
Wärmedämmplatte 2, welche zur Ausbildung einer Wärmedämmschicht 1 mittels eines Klebers
3 an einem bauseitigen Untergrund 4, vorliegend eine massive Gebäudeaußenwand, angebracht
ist. Ferner umfasst das Fassadensystem eine Trägerplatte 6, welche an die Wärmedämmplatte
2 angelegt und mittels eines Tellerdübels 5 am bauseitigen Untergrund 2 befestigt
ist. Der Tellerdübel 5 weist hierzu einen Schaft 5.1 auf, welcher durch eine Ausnehmung
13 der Trägerplatte 6 und der Wärmedämmplatte 2 hindurch bis in den bauseitigen Untergrund
4 geführt und mittels einer Schraube 8 im bauseitigen Untergrund verankert ist. Ein
Teller 5.2 des Tellerdübels 5 kommt hierbei in einer weiteren Ausnehmung 15 auf der
Außenseite der Trägerplatte 6 zu liegen, welche einen flächenbündigen Einbau des Tellerdübels
5 in Bezug auf die Außenseite der Trägerplatte 6 ermöglicht.
[0039] Bei dem bauseitigen Untergrund 4 muss es sich nicht zwingend um eine massiv ausgebildete
Gebäudeaußenwand, wie beispielsweise eine Stahlbeton- oder Mauerwerkswand, handeln.
Der bauseitige Untergrund kann auch eine in Skelettbauweise errichtete Wand sein.
Darüber hinaus umfasst der Begriff "Fassade" auch Bauteile mit horizontal verlaufenden
Wandflächen, da Fassaden auch Vor- und Rücksprünge aufweisen können, die es in entsprechender
Weise zu verkleiden gilt.
[0040] Des Weiteren ist die Verwendung eines Klebers 3 zur Befestigung der Wärmedämmplatte
2, wie in der Fig. 1 dargestellt, nicht zwingend erforderlich. Es kann auch auf den
Kleber 3 verzichtet und die Befestigung allein über den Tellerdübel 5 bewirkt werden.
Der Verzicht auf einen Kleber 3 ermöglicht einen zerstörungsfreien Rückbau des Fassadensystems,
so dass die einzelnen Elemente einem Wertstoff-Recycling zugeführt werden können.
[0041] Bei dem in der Fig. 1 dargestellten Fassadensystem weist die mittels des Tellerdübels
5 am bauseitigen Untergrund 4 befestigte Trägerplatte 6 auf ihrer der Wärmedämmplatte
2 abgewandten Seite, d.h. auf ihrer außen liegenden Seite, stift-, pilzkopf-, haken-
und/oder schlingenförmige Verbindungselemente 7 auf, die eine kraft- und/oder formschlüssige
Verbindung mit korrespondierenden stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselementen 10 eines platten- oder profilförmigen Bauelements 9 ermöglichen.
Die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente 7, 10
bilden eine Art Klettverbindung aus, wie sie bereits aus vielfältigen Anwendungsbereichen
bekannt ist. Der Vorteil einer solchen Verbindung liegt insbesondere darin, dass sie
zum Einen wiederholt lösbar ist, zum Anderen eine sichere Befestigung des platten-
oder profilförmigen Bauelements 10 an der Trägerplatte 6 ermöglicht. Die Trägerplatte
6 ist wiederum über den Tellerdübel 5 und die hierin eingesetzte Schraube 8 fest im
bauseitigen Untergrund 4 verankert.
[0042] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist das platten- oder profilartige Bauelement 9
eine weitere Trägerplatte, insbesondere eine Putzträgerplatte, welche der Aufnahme
einer ein- oder mehrlagigen Putzschicht 11 dient.
[0043] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Fassadensystem mit
einer mehrlagig ausgebildeten Wärmedämmschicht 1. Anhand dieses Ausführungsbeispiels
soll nachfolgend das erfindungsgemäße Verfahren zu Ausbildung eines Fassadensystems
erläutert werden. Die obere Abbildung der Fig. 2 zeigt einen bauseitigen Untergrund
4, an dem mehrere Wärmedämmplatten 2 mittels eines Klebers 3 in zwei Lagen angebracht
sind. An die außen liegende Wärmedämmplatte 2 wird eine Trägerplatte 6 mit stift-,
pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen 7 angelegt, so dass
die Verbindungselemente 7 nach außen weisen. Danach wird mittels eines Bohrwerkzeuges
14 eine Ausnehmung 13 in die Trägerplatte 6, die Wärmedämmplatten 2 und den bauseitigen
Untergrund 4 eingebracht.
[0044] Wie in der Fig. 3 (obere Abbildung) dargestellt, dient die Ausnehmung 13 der Aufnahme
des Schaftes 5.1 eines Tellerdübels 5. Der Schaft 5.1 wird soweit in die Ausnehmung
13 eingeführt, dass der Teller 5.2 des Tellerdübels 5 an der Außenseite der Trägerplatte
6 zu liegen kommt. Um den flächenbündigen Einbau des Tellerdübels 5 zu ermöglichen,
weist die vorliegende Trägerplatte 6 an ihrer Außenseite eine weitere Ausnehmung 15
auf, in welcher der Teller 5.2 des Tellerdübels 5 vollständig aufgenommen wird. Nach
Einsetzen des Tellerdübels 5 folgt die Verankerung im bauseitigen Untergrund 4 mittels
einer Schraube 8, die in den hohl ausgebildeten Schaft 5.1 des Tellerdübels 5 eingedreht
wird (siehe Pfeil in Fig. 3, untere Abbildung). Durch Eindrehen der Schraube 8 spreizt
der Schaft 5.1 des Tellerdübels 5 auf und verkrallt sich im bauseitigen Untergrund
4, so dass eine sichere Befestigung gewährleistet ist.
[0045] In Fig. 4 wird das Fassadensystem durch Anbringung eines plattenartigen Bauelementes
9 vervollständigt, das gleichzeitig als abschließendes Fassadenelement 12 oder als
Trägerplatte zur Befestigung eines solchen Fassadenelementes 12 dienen kann. Darüber
hinaus kann das plattenartige Bauelement 9 eine Putzträgerplatte zur Aufnahme einer
ein- oder mehrlagigen Putzschicht 11 sein, wie in der Fig. 1 dargestellt.
[0046] Die Verbindung des plattenartigen Bauelementes 9 mit der Trägerplatte 6 erfolgt über
stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmige Verbindungselemente 7, 10, die
sowohl an der Trägerplatte 6 als auch an dem plattenartigen Bauelement 9 ausgebildet
sind. Die Verbindungselemente 7, 10 können vollflächig auf einer Seite der Trägerplatte
6 und/oder des Bauelementes 9 ausgebildet oder in vertikal und/oder horizontal verlaufenden
Streifen entlang eines vorgebbaren Rasters angeordnet sein. Darüber hinaus können
die Verbindungselemente 7, 10 auch nur punktuell auf den jeweiligen Seiten der Trägerplatte
6 und/oder des Bauelementes 9 angeordnet bzw. ausgebildet sein. Im Ausführungsbeispiel
der Fig. 4 weist die Trägerplatte 6 in mehreren horizontal verlaufenden Streifen angeordnete
stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmige Verbindungselemente 7 auf, während
die korrespondierend hierzu ausgebildeten stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselemente 10 des plattenartigen Bauelementes 9 vorliegend in vertikal verlaufenden
Streifen angeordnet sind. Dort wo sich die horizontal und die vertikal verlaufenden
Streifen überdecken, ist durch Inkontaktbringen und Ineinanderschieben der sich jeweils
gegenüberliegenden Verbindungselemente 7, 10 eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung
bewirkbar.
[0047] Das in der Fig. 5 dargestellte weitere Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Fassadensystems unterscheidet sich von den vorangegangenen dadurch, dass eine Wärmedämmplatte
2 und eine Trägerplatte 6 eine Verbundplatte ausbilden. Vorzugsweise wurde eine Ausnehmung
13 zur Aufnahme des Tellerdübels 5 ebenfalls bereits werkseits in die Verbundplatte
eingebracht, so dass ein Vorbohren der Verbundplatte mit einem Bohrwerkzeug 14 vor
Ort auf der Baustelle entbehrlich ist. Der Tellerdübel 5 kann demnach gleich in die
Verbundplatte eingesetzt und mit der Verbundplatte an den bauseitigen Untergrund 4
oder, wie vorliegend dargestellt, an einer ersten Lage Wärmedämmplatten 2 angelegt
werden. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 5 sind die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder
schlingenförmigen Verbindungselemente 7, 10 jeweils über ein gemeinsames Trägerelement
16 mit der Trägerplatte 6 und dem platten- oder profilartigen Bauelementes 9 verbunden.
Das Trägerelement 16 wird hierzu einfach mit der Trägerplatte 6 und dem platten- oder
profilartigen Bauelement 9 verklebt. Um die Trägerelemente 16 der stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente 7, 10 kenntlich zu machen, ist
dieser Bereich in der Fig. 5 auseinandergezogen dargestellt. Die außenliegenden Klammern
deuten an, dass die Trägerelemente 16 eigentlich Bestandteil der Trägerplatte 6 bzw.
des platten- oder profilartigen Bauelementes 9 sind.
[0048] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 5 ist das platten- oder profilartige Bauelement 9
zudem ein Trägerprofil, welches der Befestigung eines plattenartigen Fassadenelementes
12 dient. Das der Einfachheit halber einteilig dargestellte Trägerprofil kann auch
mehrteilig, beispielsweise als Agraffenprofil, ausgeführt sein. Darüber hinaus kann
auf dem Trägerprofil ein weiteres Trägerprofil angeordnet werden, das nach Art einer
Konterlattung im Wesentlichen senkrecht zum ersten Trägerprofil verläuft.
[0049] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fassadensystems ist in der
Fig. 6 dargestellt. Es entspricht im Wesentlichen dem Fassadensystem der Fig. 2-4,
wobei das platten- oder profilartige Bauelement 9 ein plattenförmiges Fassadenelement
12 ist. Auf das platten- oder profilartige Bauelement 9 folgen demnach keine weiteren
Aufbauten oder Beschichtungen. Dies stellt eine sehr einfache Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Fassadensystems dar.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- ein- oder mehrlagige Schall- und/oder Wärmedämmschicht
- 2
- Schall- und/oder Wärmedämmplatte
- 3
- Kleber
- 4
- bauseitiger Untergrund
- 5
- Tellerdübel
- 5.1
- Schaft
- 5.2
- Teller
- 6
- Trägerplatte
- 7
- stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmiges Verbindungselement
- 8
- Befestigungsmittel, Schraube
- 9
- platten- oder profilartiges Bauelement, Trägerplatte, Trägerprofil, Armierung
- 10
- stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmiges Verbindungselement
- 11
- ein- oder mehrlagige Putzschicht
- 12
- platten- oder profilartiges Fassadenelement
- 13
- Ausnehmung
- 14
- Bohrwerkzeug
- 15
- Ausnehmung
- 16
- Trägerelement
1. Verfahren zur Ausbildung eines Fassadensystems, bei welchem zur Ausbildung einer ein-
oder mehrlagigen Schall- und/oder Wärmedämmschicht (1) wenigstens eine Schall- und/oder
Wärmedämmplatte (2) mittels eines Klebers (3) und/oder mittels wenigstens eines Tellerdübels
(5) an einem bauseitigen Untergrund (4) befestigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Tellerdübel (5) ferner zur Befestigung einer Trägerplatte (6) eingesetzt wird,
welche stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen (7)
zur Befestigung eines platten- oder profilartigen Bauelementes (9) mit korrespondierend
hierzu ausgebildeten stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselementen
(10) aufweist, wobei die Trägerplatte (6) in der Weise an die Schall- und/oder Wärmedämmplatte
(2) angelegt wird, dass die Verbindungselemente (7) auf der der Schall- und/oder Wärmedämmplatte
(2) abgewandten Seite liegen, und danach der Tellerdübel (5) in die Trägerplatte (6)
und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte (2) eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Anlegen der Trägerplatte (6) an die Schall- und/oder Wärmedämmplatte (2) bereits
werkseits durchgeführt und auf diese Weise eine Verbundplatte hergestellt worden ist,
die mittels des Klebers (3) und/oder mittels des Tellerdübels (5) am bauseitigen Untergrund
(4) befestigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Tellerdübel (6) mittels eines Befestigungsmittels (8), vorzugsweise einer in
den Tellerdübel (6) einsetzbaren Schraube, im bauseitigen Untergrund (4) verankert
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein platten- oder profilartiges Bauelement (9) an der Trägerplatte (6) befestigt
wird, das stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmige Verbindungselemente
(10) aufweist, die korrespondierend zu den stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen
Verbindungselementen (7) der Trägerplate (6) ausgebildet sind, wobei die stift-, pilzkopf-,
haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente (10) des Bauelementes (9) in
Kontakt mit den Verbindungselementen (7) der Trägerplatte (6) gebracht werden und
das platten- oder profilartige Bauelement (9) an die Trägerplatte (6) angedrückt wird,
so dass die sich jeweils gegenüberliegenden Verbindungselemente (7, 10) kraft- und/oder
formschlüssig ineinandergreifen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das platten- oder profilartige Bauelement (9) eine weitere Trägerplatte, insbesondere
eine Putzträgerplatte, ist, auf welche eine ein- oder mehrlagige Putzschicht (11)
aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das platten- oder profilartige Bauelement (9) ein Trägerprofil, insbesondere ein
Agraffenprofil, ist, an welchem ein platten- oder profilartiges Fassadenelement (12)
befestigt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Schall- und/oder Wärmedämmplatte (2) und/oder eine Trägerplatte (6) eingesetzt
wird bzw. werden, welche wenigstens eine Ausnehmung (13, 15) zur Aufnahme eines Tellerdübels
(5) besitzt bzw. besitzen.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Ausnehmung (13, 15) der Schall- und/oder Wärmedämmplatte (2)
und/oder der Trägerplatte (6) zum Einsetzen des Tellerdübels (5) vor oder nach dem
Anbringen am bauseitigen Untergrund (4) durch Bohren ausgebildet wird.
9. Fassadensystem umfassend wenigstens eine Schall- und/oder Wärmedämmplatte (2) zur
Ausbildung einer ein- oder mehrlagigen Schall- und/oder Wärmedämmschicht (1) sowie
einen Kleber (3) und/oder wenigstens einen Tellerdübel (5) zur Befestigung der Schall-
und/oder Wärmedämmplatte (2) an einem bauseitigen Untergrund (4),
dadurch gekennzeichnet, dass das System ferner wenigstens eine Trägerplatte (6) sowie wenigstens ein platten-
oder profilartiges Bauelement (9) umfasst, wobei sowohl die Trägerplatte (6) als auch
das platten- oder profilartige Bauelement (9) stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmige
Verbindungselemente (7, 10) aufweisen, welche ineinandergreifend eine kraft- und/oder
formschlüssige Verbindung bewirken.
10. Fassadensystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (6) mittels des Tellerdübels (5) mit der Schall- und/oder Wärmedämmplatte
(2) verbindbar ist oder die Trägerplatte (6) und die Schall- und/oder Wärmedämmplatte
(2) eine Verbundplatte ausbilden.
11. Fassadensystem nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die stift-, pilzkopf-, haken- und/oder schlingenförmigen Verbindungselemente (7,
10) einstückig mit der Trägerplatte (6) und/oder dem platten- oder profilartigen Bauelement
(9) ausgebildet oder unmittelbar oder mittelbar über ein gemeinsames Trägerelement
(16) mit der Trägerplatte (6) und/oder dem platten- oder profilartigen Bauelement
(9) verbunden sind, wobei die Verbindung vorzugsweise eine Klebe-, Schweiß-, Löt-
oder Nietverbindung ist.
12. Fassadensystem nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das platten- oder profilartige Bauelement (9) eine weitere Trägerplatte, insbesondere
eine Putzträgerplatte, zur Aufnahme einer ein- oder mehrlagigen Putzschicht (11) ist.
13. Fassadensystem nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass das platten- oder profilartige Bauelement (9) ein als Armierung einsetzbares Gewebe,
Gelege, Gewirke oder Vlies zur Ausbildung einer Armierungsschicht einer ein- oder
mehrlagigen Putzschicht (11) ist.
14. Fassadensystem nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das platten- oder profilartige Bauelement (9) ein Trägerprofil, insbesondere ein
Agraffenprofil, zur Befestigung eines platten- oder profilartigen Fassadenelementes
(12) ist.
15. Fassadensystem nach einem der Ansprüche 9 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (6) und/oder das platten- oder profilartige Bauelement (9) aus Blähglasgranulat
hergestellt ist bzw. sind.