[0001] Die Erfindung betrifft eine Siebmühle, die einen Siebkorb mit einer gekrümmten Innenseite
zur Abstützung eines Siebes aufweist, das an der gekrümmten Innenseite des Siebkorbes
anliegt und zwei sich gegenüberliegende, zueinander parallele Längsränder hat, und
die ferner einen Materialzulauf oberhalb des Siebes und einen zylindrischen Rotor
aufweist, der zur Drehung innerhalb des Siebkorbes angeordnet ist. Eine solche Siebmühle
ist aus der
US 2004/0251347 A1 bekannt.
[0002] Siebmühlen der genannten Art dienen zur Zerkleinerung von körnigen Produkten oder
von Schülpen, wie sie beispielsweise eine Walzenpresse hervorbringt, indem pulverförmiges
Material den Walzenspalt der Walzenpresse durchläuft. Üblicherweise sind solche Siebmühlen
mit einem zylindersegmentförmigen Siebkorb ausgestattet, in den unterschiedliche Siebe
eingebaut werden können. Diese Siebe sind im Ausgangszustand flach bzw. plan und von
rechteckiger oder quadratischer Gestalt und nehmen durch Einlegen in den Siebkorb
eine Form an, die der gekrümmten Innenseite des Siebkorbes entspricht, z.B. also halbzylindrisch
oder U-förmig ist. Zum Einsatz kommen insbesondere Raspelsiebe, Siebe aus Drahtgewebe
und Siebe aus Blech mit Öffnungen.
[0003] Bei einer herkömmlichen Siebmühle ist das Sieb mittels einer Klemmleiste und Schrauben
am Siebkorb befestigt. Zum Wechsel des Siebes müssen die Schrauben unter Zuhilfenahme
von Werkzeug gelöst werden.
[0004] DD-161249-A3 offenbart eine Siebmühle gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Siebmühle mit einer verbesserten Siebhalterung
bereitzustellen, um einen Siebwechsel schneller durchführen zu können.
[0006] Diese Aufgabe ist ausgehend von einer Siebmühle der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass der eine Längsrand des Siebes in einer ersten Halteleiste angeordnet
ist, die eine erste Positionierausnehmung zur Aufnahme des einen Längsrandes aufweist,
und dass der andere Längsrand des Siebes in einer zweiten Halteleiste angeordnet ist,
die eine zweite Positionierausnehmung zur Aufnahme des anderen Längsrandes aufweist,
und dass schließlich die zweite Halteleiste zwischen einer Offenstellung, in der die
zweite Positionierausnehmung ein Entnehmen und Zuführen des zugehörigen Längsrandes
des Siebes gestattet, und einer Schließstellung drehbar ist, in der die zweite Positionierausnehmung
eine Druckkraft auf den in ihr angeordneten Längsrand ausübt.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Siebmühle ist demnach das Sieb ausschließlich durch die
beiden Halteleisten in den Siebkorb geklemmt, wobei mittels der Klemmung, welche durch
die Druckkraft auf den sich in der zweiten Positionierausnehmung befindenden Längsrand
des Siebes und die Abstützung des gegenüberliegenden Längsrandes in der ersten Halteleiste
erzielt wird, die notwendige Spannung aufgebaut wird, die erforderlich ist, damit
sich das Sieb eng an den Siebkorb anlegt. Die erfindungsgemäße Klemmbefestigung mittels
zweier Halteleisten, von denen eine zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung
drehbar ist, ermöglicht zudem einen werkzeuglosen und äußerst schnellen Wechsel des
Siebes, da zum Herausnehmen eines eingebauten Siebes lediglich die zweite Halteleiste
aus ihrer Schließstellung in die Offenstellung gedreht werden muss. In der Offenstellung
gibt die zweite Positionierausnehmung den in ihr aufgenommenen Längsrand des Siebes
frei, so dass er seitlich, d.h. im Wesentlichen radial aus der zweiten Positionierausnehmung
der zweiten Halteleiste herausgenommen werden kann. Das Sieb lässt sich dann axial
einfach aus dem Siebkorb herausziehen und durch ein anderes Sieb ersetzen, welches
durch ein Drehen der zweiten Halteleiste in die Schließstellung in klemmende Anlage
mit dem Siebkorb gebracht wird.
[0008] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäß möglichen, werkzeuglosen Siebwechsels ist
eine drastisch herabgesetzte Wahrscheinlichkeit der Einschleppung von Fremdpartikeln
in die Siebmühle, da weder ein Werkzeug zum Siebwechsel benötigt wird noch Halteelemente
wie Schrauben oder ähnliches heraus- und wieder hineingedreht werden müssen. Insbesondere
bei Siebmühlen, die in der pharmazeutischen Industrie zum Einsatz kommen, ist der
letztgenannte Vorteil nicht hoch genug zu bewerten.
[0009] Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Siebmühle ist die zweite
Halteleiste um ihre Mittellängsachse drehbar und die zweite Positionierausnehmung,
insbesondere eine Druckfläche der zweiten Positionierausnehmung, ist in der zweiten
Halteleiste exzentrisch angeordnet. Aufgrund der exzentrischen Anordnung der zweiten
Positionierausnehmung wird beim Bewegen der zweiten Halteleiste aus ihrer Offenstellung
in ihre Schließstellung eine Druckkraft aufgebaut und auf den in der zweiten Positionierausnehmung
befindlichen Längsrand übertragen. Alternativ wäre es auch möglich, die zweite Halteleiste
um eine exzentrisch angeordnete Längsachse drehen zu lassen, um die gewünschte Druckkraft
zu erzeugen.
[0010] Vorzugsweise weist die zweite Positionierausnehmung eine schräge Führungsfläche auf,
die am Außenumfang der zweiten Halteleiste beginnt und sich nach innen fortsetzend
an einer Druckfläche endet, die unter einem Winkel zur Führungsfläche verläuft, den
Grund der zweiten Positionierausnehmung bildet und in der Schließstellung die Druckkraft
auf den in der zweiten Positionierausnehmung befindlichen Längsrand des Siebes überträgt.
Die Führungsfläche sorgt somit dafür, dass die in der Offenstellung der zweiten Halteleiste
an ihr anliegende Kante des Längsrandes beim Bewegen der zweiten Halteleiste in die
Schließstellung zur Druckfläche geführt wird, so dass der Längsrand des Siebes auf
der Druckfläche positioniert wird, um die Voraussetzung zur Übertragung der Druckkraft
auf den Längsrand zu schaffen. Bei einer fortgesetzten Drehung der zweiten Halteleiste
in Richtung ihrer Schließstellung wird dann die Druckkraft aufgebaut und auf den Längsrand
übertragen. Vorzugsweise ist dabei die Druckfläche unter einem solchen Winkel zur
Führungsfläche angeordnet, dass die Druckfläche in der Schließstellung plan auf dem
in der zweiten Positionierausnehmung angeordneten Längsrand des Siebes aufliegt. Auf
diese Weise ist zum einen eine gute Kraftübertragung der erzeugten Druckkraft gewährleistet
und zum anderen ist der Längsrand durch die plane Auflage auf der Druckfläche in der
Schließstellung und die daraus resultierende Reibung zwischen den genannten Flächen
in seiner Stellung gesichert. Besonders bevorzugt ist der genannte Winkel ein stumpfer
Winkel.
[0011] Als zusätzliche Sicherheit kann eine sich von dem der Führungsfläche gegenüberliegenden
Wand der Druckfläche erstreckende Anschlagfläche vorgesehen sein, die durch einen
Formschluss verhindert, dass der in der zweiten Positionierausnehmung befindliche
Längsrand des Siebes diese Positionierausnehmung verlässt. Die Anschlagfläche ist
demnach so angeordnet, dass sie in der Schließstellung der zweiten Halteleiste entweder
bereits in Eingriff mit der Außenseite des Siebes ist oder in Eingriff mit der Siebaußenseite
gelangt, wenn der Längsrand sich in der zweiten Positionierausnehmung seitwärts nach
außen bewegt, beispielsweise aufgrund von Vibrationen.
[0012] Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen Siebmühle hat zumindest
die zweite Halteleiste einen kreisförmigen Querschnitt, was ihre drehbare Lagerung
vereinfacht. Auch die erste Halteleiste kann einen kreisförmigen Querschnitt haben,
um die Fertigung zu vereinheitlichen.
[0013] Ein Bewegen der zweiten Halteleiste zwischen der Offenstellung und der Schließstellung
erfolgt vorzugsweise von einem Ende der zweiten Halteleiste her, entweder mittels
eines entsprechenden Handgriffes oder durch Ansetzen eines Werkzeugs an dieses Ende
der Halteleiste. Das Werkzeug kann beispielsweise ein Innensechskantschlüssel oder
ein Maulschlüssel sein. Entscheidend ist jedoch, dass im Unterschied zu einer herkömmlichen
Siebmühle keine das Sieb haltenden Schrauben oder ähnliches gelöst und wieder festgezogen
werden müssen und dass die Drehung der zweiten Halteleiste in ihre Schließstellung
bzw. aus ihrer Schließstellung auch von außerhalb eines Isolators oder Containments
erfolgen kann, in dem die Siebmühle angeordnet sein kann.
[0014] Bei Siebmühlen der genannten Art verläuft die Zerkleinerung mit dem besten Wirkungsgrad,
wenn zwischen dem Rotor und dem Siebkorb bzw. dem Sieb ein nur geringer Abstand eingestellt
ist. Weil die Drahtstärke bei grobem und feinem Siebgewebe unterschiedlich ist, muss
der Siebkorb höhenverstellbar sein, um den gewünschten kleinen Abstand zwischen dem
Rotor und dem Sieb aufrechtzuerhalten. Eine Höhenverstellbarkeit des Siebkorbes bedeutet
jedoch einen sich ändernden Abstand zwischen der Unterseite des Materialzulaufs und
der Oberseite des Siebkorbes. Der sich je nach Siebkorbeinstellung bildende Spalt
wird herkömmlicherweise durch Leitbleche überbrückt, welche durch den Materialzulauf
fließendes Material daran hindern, in den Spalt zu gelangen. Diese Leitbleche sind
durch Schrauben befestigt, was insbesondere dann unerwünscht ist, wenn die Siebmühle
vollständig eingehaust betrieben wird, wie in der pharmazeutischen Industrie zunehmend
der Fall.
[0015] Erfindungsgemäß sind zur Eliminierung der genannten Leitbleche die Oberseite des
Siebkorbes und die Unterseite des Materialzulaufs als plane Flächen ausgebildet, zwischen
denen eine dreidimensionale Labyrinthdichtung angeordnet ist. Gemeint ist damit eine
Labyrinthdichtung, die sich in Längen- und Breitenrichtung und auch in die Höhe erstreckt,
um trotz einer Veränderung der Spaltgröße zwischen der Oberseite des Siebkorbes und
der Unterseite des Materialzulaufs - hervorgerufen durch eine Höhenverstellung des
Siebkorbes wie zuvor ausgeführt - eine Leckage von Material an dieser Stelle zu verhindern.
Diese erfindungsgemäße Lösung, die für sich oder auch zusammen mit der zuvor beschriebenen
Klemmbefestigung des Siebes eingesetzt werden kann, eliminiert jegliche der Befestigung
von Leitblechen dienende Schrauben, die schwer zu reinigen sind oder sich lösen können.
[0016] Wenn das Sieb wie bereits erwähnt einen U-förmigen Querschnitt aufweist, dann ist
bei bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Siebmühle der Siebkorb im Bereich
der Schenkel des U-förmigen Siebquerschnitts mit Leitblechen versehen, die gesiebtes
bzw. gemahlenes Gut nach unten zur Basis des U-förmigen Siebquerschnitts führen. Eine
solche Lösung hat den Vorteil, dass ein schlecht fließfähiger Feinanteil des gemahlenen
Produkts zum Grund des U-förmigen Siebquerschnitts geführt wird und der dort erforderliche
Auslauftrichter schmäler sein kann, wodurch sich die Bauhöhe der gesamten Vorrichtung
reduziert. Auch diese konstruktive Lösung kann für sich oder zusammen mit einem oder
mehreren der bereits beschriebenen erfindungsgemäßen Merkmale verwendet werden.
[0017] Ein derzeit bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Siebmühle wird
im Folgenden anhand der beigefügten, schematischen Zeichnungen näher erläutert, in
denen:
- Figur 1
- eine teilweise geschnittene Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Siebmühle ist,
- Figur 2
- die Umgebung einer zweiten Halteleiste aus Figur 1 in vergrößerter Darstellung ist,
wobei die zweite Halteleiste sich in einer Offenstellung befindet, und
- Figur 3
- eine Darstellung analog Figur 2 ist, wobei die zweite Halteleiste sich nunmehr in
einer Schließstellung befindet.
[0018] In Fig. 1 ist eine allgemein mit 10 bezeichnete Siebmühle dargestellt, deren Hauptbestandteile
ein Siebkorb 12 zur Aufnahme eines Siebes 14 und ein scheibenförmiger Rotor 16 sind,
der innerhalb des Siebkorbes 12 und des Siebes 14 zur Drehung um eine Achse A angeordnet
ist.
[0019] Der im Querschnitt etwa U-förmige Siebkorb 12 ist oben offen, so dass ihm zu zerkleinerndes
Material mittels eines im Querschnitt trichterförmigen Materialzulaufs 18 zugeführt
werden kann, der oben auf dem Siebkorb 12 angeordnet ist.
[0020] Siebmühlen dieser Art können beispielsweise zur Zerkleinerung von Schülpen dienen,
die aus pulverförmigem Material mittels einer Walzenpresse erzeugt worden sind. Die
Walzenpresse kann sich unmittelbar über dem Materialzulauf 18 der Siebmühle 10 befinden,
um eine Walzen presse mit integrierter Siebmühle zur Konditionierung pulverförmigen
Ausgangsmaterials zu bilden.
[0021] Wie dargestellt liegt das im Ausgangszustand flache Sieb 14 an der U-förmig gekrümmten
Innenseite des Siebkorbes 12 an und wird von einer später noch genauer beschriebenen
Einrichtung gegen die Siebkorbinnenseite geklemmt. Im Betrieb der Siebmühle 10 fließt
Material durch den Materialzulauf 18 in das Sieb 14 und wird von dem sich drehenden
Rotor 16 über die innere Sieboberfläche bewegt. Hierzu ist der Rotor 16 mit mehreren
auf seinem Umfang gleichmäßig verteilten Mahlleisten 20 versehen, die aus dem Rotor
16 radial und axial hervorragen und aus einem besonders verschleißfesten Werkstoff
bestehen. Die im Rotor 16 befestigten, hier eingeschweißten Mahlleisten 20 weisen
einen Querschnitt auf, der kegelförmig aus der Rotoroberfläche hervortritt und in
einer Mahlkante 22 endet. Zwischen in Umfangsrichtung aufeinanderfolgenden Mahlkanten
22 sind an dem scheibenförmigen Rotor taschenförmige Vertiefungen 24 ausgebildet.
[0022] Die beschriebene Ausbildung des Rotors 16 führt zu einer auch axial guten Verteilung
des zugeführten Materials im Siebraum, wobei der beste Mahlwirkungsgrad dann erzielt
wird, wenn die Mahlkanten 22 einen nur geringen Abstand zur inneren Sieboberfläche
haben. Gemahlenes Material, welches das Sieb 14 passiert hat, verlässt die Siebmühle
10 durch einen Materialauslauf bei 26.
[0023] Zur Anpassung an unterschiedliche zu verarbeitende Materialien und gewünschte Produkteigenschaften,
aber auch zur Wartung und Reinigung ist das Sieb 14 herausnehmbar. Damit dies schnell
und einfach möglich ist, weist die dargestellte Siebmühle 10 eine verbesserte Siebhalterung
auf, die im Folgenden näher erläutert wird.
[0024] Die neuartige Siebhalterung weist oberhalb des Siebkorbes 12 angeordnete und parallel
zu seinen oberen Rändern verlaufende Halteleisten 28, 30 auf, von denen eine erste
Halteleiste 28 für das Zusammenwirken mit einem Längsrand 32 des Siebes 14 und eine
zweite, um eine Achse S drehbare Halteleiste 30 zum Zusammenwirken mit dem gegenüberliegenden,
anderen Längsrand 34 des Siebes 14 bestimmt ist. Hierzu ist die erste Halteleiste
28 mit einer ersten Positionierausnehmung 36 versehen, die in ihrer Oberfläche ausgebildet
ist und die sich längs der ersten Halteleiste 28 erstreckt, um den einen Längsrand
32 des Siebes 14 abstützend in sich aufzunehmen. In analoger Weise ist die zweite
Halteleiste 30 mit einer zweiten Positionierausnehmung 38 versehen, die zur Aufnahme
des anderen Längsrandes 34 des Siebes 14 dient, deren Querschnittsform sich jedoch
von der der ersten Positionierausnehmung 36 unterscheidet, um durch ein Drehen der
zweiten Halteleiste 30 eine Offenstellung und eine Schließ- bzw. Klemmstellung zu
realisieren.
[0025] Die Figuren 2 und 3 zeigen zur besseren Erläuterung die zweite, drehbare Halteleiste
30 in vergrößerter Darstellung, wobei Fig. 2 die Offenstellung und Fig. 3 die Schließstellung
wiedergibt. Die zweite Positionierausnehmung 38 umfasst eine schräge Führungsfläche
40, die am Außenumfang der im dargestellten Ausführungsbeispiel im Querschnitt kreisförmigen
zweiten Halteleiste 30 beginnt, sich nach innen fortsetzt und an einer Druckfläche
42 endet, die unter einem stumpfen Winkel zur Führungsfläche 40 verläuft und den Grund
der zweiten Positionierausnehmung 38 bildet. Man sieht, dass in der Offenstellung
der zweiten Halteleiste 30 eine Innenkante des Längsrandes 34 des Siebes 14 an der
Führungsfläche 40 anliegt. Von dem der Führungsfläche 40 gegenüberliegenden Rand der
Druckfläche 42 erstreckt sich - im dargestellten Ausführungsbeispiel zunächst unter
einem rechten Winkel zur Druckfläche 42 - eine Anschlagfläche 44 nach außen, die in
ihrem Verlauf dann scharf zur Mantelfläche der zweiten Halteleiste 30 abknickt, um
eine Öffnung 46 zum Einführen des Längsrandes 34 zu bilden.
[0026] Dreht man nun die zweite Halteleiste 30 um ihre Mittellängsachse S ausgehend von
der in Fig. 2 wiedergegebenen Offenstellung im Uhrzeigersinn, so gleitet die innere
Kante des Längsrandes 34 an der Führungsfläche 40 solange hinab, bis sie auf die Druckfläche
42 trifft. Eine weitere Drehung der zweiten Halteleiste 30 im Uhrzeigersinn bewirkt
dann ein Anlegen des gesamten Längsrandes 34 an die Druckfläche 42, wobei die Druckfläche
42 aufgrund ihrer exzentrischen Anordnung in der zweiten Halteleiste 30 zugleich eine
Druckkraft auf den Längsrand 34 ausübt, die sich über das in Gestalt der ersten Positionierausnehmung
36 in der ersten Halteleiste 28 gebildete Widerlager abstützt, so dass das Sieb 14
gegen die Innenseite des Siebkorbes 12 gedrückt und in dieser Stellung verklemmt wird,
wenn die zweite Halteleiste 30 ihre in Fig. 3 wiedergegebene Schließstellung erreicht
hat.
[0027] In der Schließstellung kann die Anschlagfläche 44 abhängig von der Breite des Längsrandes
34 im Eingriff mit der Siebaußenseite sein oder auch nicht, jedoch verhindert sie
in jedem Fall ein ungewolltes Herausrutschen des Längsrandes 34 aus der zweiten Positionierausnehmung
38.
[0028] Zum Lösen des im Siebkorb 12 festgeklemmten Siebes 14 braucht die zweite Halteleiste
30 lediglich im Gegenuhrzeigersinn aus der Schließstellung in ihre Offenstellung gedreht
zu werden, in der das Sieb 14 entspannt ist und einfach axial aus den beiden Halteleisten
28 und 30 herausgezogen werden kann, beispielsweise um es auszuwechseln oder zu reinigen.
[0029] Zur Anpassung an unterschiedliche Siebe 14 ist der Siebkorb 12 höhenverstellbar ausgeführt,
d.h. ein Abstand zwischen seiner planen Oberseite 48 und der planen Unterseite 50
des Materialzulaufs 18 ist variabel. Um einen Austritt von zu verarbeitendem Material
durch diesen Spalt zu unterbinden, ist eine dreidimensionale Labyrinthdichtung 52
vorhanden, die ein sich in alle drei Raumrichtungen erstreckendes Labyrinth aus Dichtspalten
aufweist, welche aufgrund ihres Strömungswiderstandes einen Materialdurchtritt verhindern.
Die Dichtwirkung der Labyrinthdichtung 52 ermöglicht die zur Siebdickenanpassung erforderliche
Höhenverstellung des Siebkorbes 12 bei guter Abdichtung, ohne dass mittels Schrauben
befestigte Dichtelemente, Leitbleche oder ähnliches erforderlich wären.
[0030] Um feines Material, das das Sieb 14 passiert hat, zum Materialauslauf 26 zu führen,
ist der Siebkorb 12 im Bereich der Schenkel seines U-förmigen Querschnitts, d.h. in
den steilen Abschnitten des Querschnitts, mit Leitblechen 54 versehen, so dass ein
nicht dargestellter Auslauftrichter erst im Bereich des Materialauslaufs 26 ansetzen
muss und daher eine geringere Bauhöhe aufweisen kann.
1. Siebmühle (10), mit
- einem Siebkorb (12) mit einer gekrümmten Innenseite zur Abstützung eines Siebes
(14), das an der gekrümmten Innenseite des Siebkorbes (12) anliegt und zwei sich gegenüberliegende,
zueinander parallele Längsränder (32, 34) aufweist,
- einem Materialzulauf (18) oberhalb des Siebes (14), und
- einem zylindrischen Rotor (16), der zur Drehung innerhalb des Siebkorbes (12) angeordnet
ist,
wobei
- der eine Längsrand (32) des Siebes (14) in einer ersten Halteleiste (28) angeordnet
ist, die eine erste Positionierausnehmung (36) zur Aufnahme des Längsrandes (32) aufweist,
und
- der andere Längsrand (34) des Siebes (14) in einer zweiten Halteleiste (30) angeordnet
ist, die eine zweite Positionierausnehmung (38) zur Aufnahme des anderen Längsrandes
(34) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die zweite Halteleiste (30) zwischen einer Offenstellung, in der die zweite Positionierausnehmung
(38) ein Entnehmen und Zuführen des zugehörigen Längsrandes (34) des Siebes (14) gestattet,
und einer Schließstellung drehbar ist, in der die zweite Positionierausnehmung (38)
eine Druckkraft auf diesen Längsrand (34) ausübt.
2. Siebmühle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Halteleiste (30) um ihre Mittellängsachse (S) drehbar ist und die zweite
Positionierausnehmung (38) in der zweiten Halteleiste (30) exzentrisch angeordnet
ist.
3. Siebmühle nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Positionierausnehmung (38) eine schräge Führungsfläche (40) aufweist,
die am Außenumfang der zweiten Halteleiste (30) beginnt und sich nach innen fortsetzend
an einer Druckfläche (42) endet, die unter einem Winkel zur Führungsfläche (40) verläuft,
den Grund der zweiten Positionierausnehmung (38) bildet und in der Schließstellung
die Druckkraft auf den anderen Längsrand (34) des Siebes (14) überträgt.
4. Siebmühle nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfläche (42) unter einem solchen Winkel zur Führungsfläche (40) angeordnet
ist, dass die Druckfläche (42) in der Schließstellung plan auf dem anderen Längsrand
(34) des Siebes (14) aufliegt.
5. Siebmühle nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel ein stumpfer Winkel ist.
6. Siebmühle nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass sich von dem der Führungsfläche (40) gegenüber liegenden Rand der Druckfläche (42)
eine Anschlagfläche (44) erstreckt, die in der Schließstellung der zweiten Halteleiste
(30) in Eingriff mit einer Außenseite des Siebes (14) ist.
7. Siebmühle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Halteleiste (28) und/oder die zweite Halteleiste (30) einen kreisförmigen
Querschnitt haben.
8. Siebmühle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite des Siebkorbes (12) und die Unterseite des Materialzulaufs (18) plane
Flächen sind, zwischen denen eine dreidimensionale Labyrinthdichtung (52) angeordnet
ist.
9. Siebmühle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Sieb (14) einen U-förmigen Querschnitt aufweist.
10. Siebmühle nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Siebkorb (12) im Bereich der Schenkel des U-förmigen Siebquerschnitts mit Leitblechen
(54) versehen ist, die gesiebtes Gut nach unten zur Basis des U-förmigen Siebquerschnitts
führen.
1. Sieve mill (10), comprising
- a sieve basket (12) having a curved inner side for supporting a sieve (14) which
rests on the curved inner side of the sieve basket (12) and has two longitudinal edges
(32, 34) which are parallel to and opposite each other,
- a material inlet (18) above the sieve (14) and
- a cylindrical rotor (16) which is arranged such that it can rotate inside the sieve
basket (12), wherein
- one longitudinal edge (32) of the sieve (14) is arranged in a first retaining bar
(28) which has a first positioning recess (36) for receiving the longitudinal edge
(32), and
- the other longitudinal edge (34) of the sieve (14) is arranged in a second retaining
bar (30) which has a second positioning recess (38) for receiving the other longitudinal
edge (34),
characterized in that
- the second retaining bar (30) can rotate between an open position in which the second
positioning recess (38) permits withdrawal and admission of the associated longitudinal
edge (34) of the sieve (14), and a closed position in which the second positioning
recess (38) exerts a pressure force on this longitudinal edge (34).
2. Sieve mill according to Claim 1,
characterized in that the second retaining bar (30) is rotatable about its central longitudinal axis (S)
and the second positioning recess (38) is arranged eccentrically in the second retaining
bar (30).
3. Sieve mill according to Claim 2,
characterized in that the second positioning recess (38) has an oblique guide surface (40) which starts
at the outer circumference of the second retaining bar (30) and continuing inwards
ends at a pressure surface (42) which runs at an angle to the guide surface (40),
forms the base of the second positioning recess (38) and in the closed position transmits
the pressure force onto the other longitudinal edge (34) of the sieve (14).
4. Sieve mill according to Claim 3,
characterized in that the pressure surface (42) is arranged at such an angle to the guide surface (40)
that in the closed position the pressure surface (42) rests in a plane manner on the
other longitudinal edge (34) of the sieve (14).
5. Sieve mill according to Claim 3 or 4,
characterized in that the angle is an obtuse angle.
6. Sieve mill according to one of Claims 3 to 5,
characterized in that a stop surface (44) extends from the edge of the pressure surface (42) opposite the
guide surface (40) and is in engagement with an outer side of the sieve (14) in the
closed position of the second retaining bar (30).
7. Sieve mill according to one of the preceding claims,
characterized in that the first retaining bar (28) and/or the second retaining bar (30) have a circular
cross-section.
8. Sieve mill according to one of the preceding claims,
characterized in that the upper side of the sieve basket (12) and the lower side of the material inlet
(18) are plane surfaces, between which a three-dimensional labyrinth seal (52) is
arranged.
9. Sieve mill according to one of the preceding claims,
characterized in that the sieve (14) has a U-shaped cross-section.
10. Sieve mill according to Claim 9,
characterized in that the sieve basket (12) is provided, in the region of the limbs of the U-shaped sieve
cross-section, with guide plates (54) which guide sieved material downwards to the
base of the U-shaped sieve cross-section.
1. Broyeur à tamis (10), comprenant
- un panier de tamis (12) avec une face interne incurvée pour soutenir un tamis (14)
qui repose sur la face interne incurvée du panier de tamis (12) et présente deux bords
longitudinaux (32, 34) parallèles et opposés,
- un dispositif d'amenée (18) de matière au-dessus du tamis (14) et
- un rotor cylindrique (16) qui est disposé de manière à tourner à l'intérieur du
panier de tamis (12),
dans lequel
- l'un (32) des bords longitudinaux du tamis (14) est disposé dans une première baguette
de retenue (28) qui présente un premier évidement de positionnement (36) pour recevoir
le bord longitudinal (32), et
- l'autre bord longitudinal (34) du tamis (14) est disposé dans une deuxième baguette
de retenue (30) qui présente un deuxième évidement de positionnement (38) pour recevoir
l'autre bord longitudinal (34),
caractérisé en ce que
- la deuxième baguette de retenue (30) est susceptible de pivoter entre une position
d'ouverture dans laquelle le deuxième évidement de positionnement (38) permet le retrait
et l'insertion du bord longitudinal (34) associé du tamis (14), et une position de
fermeture dans laquelle le deuxième évidement de positionnement (38) exerce une force
de pression sur ce bord longitudinal (34).
2. Broyeur à tamis selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la deuxième baguette de retenue (30) peut pivoter autour de son axe longitudinal
médian (S) et le deuxième évidement de positionnement (38) est disposé de manière
excentrée dans la deuxième baguette de retenue (30).
3. Broyeur à tamis selon la revendication 2,
caractérisé en ce que le deuxième évidement de positionnement (38) présente une surface de guidage inclinée
(40) qui commence à la périphérie extérieure de la deuxième baguette de retenue (30),
se prolonge vers l'intérieur et se termine sur une surface de pression (42) qui s'étend
suivant un angle par rapport à la surface de guidage (40), forme le fond du deuxième
évidement de positionnement (38) et transmet, dans la position de fermeture, la force
de pression à l'autre bord longitudinal (34) du tamis (14).
4. Broyeur à tamis selon la revendication 3,
caractérisé en ce que la surface de pression (42) est disposée par rapport à la surface de guidage (40)
suivant un angle tel que la surface de pression (42) repose à plat sur l'autre bord
longitudinal (34) du tamis (14) dans la position de fermeture.
5. Broyeur à tamis selon la revendication 3 ou 4,
caractérisé en ce que l'angle est un angle obtus.
6. Broyeur à tamis selon l'une des revendications 3 à 5,
caractérisé en ce que depuis le bord de la surface de pression (42) opposé à la surface de guidage (40)
s'étend une surface de butée (44) qui, dans la position de fermeture de la deuxième
baguette de retenue (30), est en prise avec une face externe du tamis (14).
7. Broyeur à tamis selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première baguette de retenue (28) et/ou la deuxième baguette de retenue (30) ont
une section circulaire.
8. Broyeur à tamis selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la face supérieure du panier de tamis (12) et la face inférieure du dispositif d'amenée
(18) de matière sont des surfaces planes entre lesquelles un joint à labyrinthe tridimensionnel
(52) est disposé.
9. Broyeur à tamis selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le tamis (14) présente une section en U.
10. Broyeur à tamis selon la revendication 9,
caractérisé en ce que le panier de tamis (12) est pourvu, au niveau des branches de la section de tamis
en U, de tôles de guidage (54) qui guident la matière tamisée vers le bas en direction
de la base de la section de tamis en U.