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(11) |
EP 2 565 290 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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01.08.2018 Patentblatt 2018/31 |
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Anmeldetag: 30.08.2012 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Ballistisches Schutzsystem
Ballistic protection system
Système de protection balistique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
30.08.2011 DE 102011111404
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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06.03.2013 Patentblatt 2013/10 |
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Patentinhaber: Rheinmetall Waffe Munition GmbH |
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29345 Unterlüss (DE) |
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Erfinder: |
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- Peikert, Berthold
29345 Unterlüß (DE)
- Niefanger, Roland, Dr.
38557 Osloß (DE)
- Gadow, Rainer, Prof.Dr.
70569 Stuttgart (DE)
- Killinger, Andreas, Dr.
70569 Stuttgart (DE)
- Manzat, Andrei-Sorin
70569 Stuttgart (DE)
- Silber, Martin Tobias
70569 Stuttgart (DE)
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Vertreter: Dietrich, Barbara |
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Thul Patentanwaltsgesellschaft mbH
Rheinmetall Platz 1 40476 Düsseldorf 40476 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 10 323 082 US-A1- 2002 088 340
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JP-A- H1 171 664
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung beschäftigt sich mit einer thermo-kinetisch abgeschiedenen cermetischen
Schicht bzw. einem derartigen Schichtverbund für bzw. als ballistische Schutzsysteme.
Die thermisch gespritzte Auflageschicht hat dabei die Aufgabe, Geschosse, insbesondere
solche mit Hartmetallcharakter aber auch andere, zu brechen. Das ballistische Schutzsystem
selbst umfasst ein Basismaterial und / oder ein Substrat, auf dem die cermetische
Schicht und / oder der cermetische Schichtverbund als ballistische Schutzschicht bzw.
als ballistisch wirkenden Schutz durch Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF, HVOLF)
aufgebracht ist. Neben möglichen gasförmigen Energieträgern kommen bevorzugt auch
flüssige Energieträger (liquid fuel) zum Tragen.
[0002] Bei einer Beaufschlagung einer Schutzstruktur mit einem Geschoss oder mit Splittern
erfährt diese Schutzstruktur im Wesentlichen eine starke punktuelle Belastung. Die
Schutzstruktur übernimmt dabei die Aufgabe, diese Belastung abzubauen und das auftreffende
Geschoss am weiteren Eindringen bzw. Durchdringen zu hindern.
[0003] Neben reinen Panzerstahlstrukturen werden immer häufiger Keramik-Verbunde eingesetzt,
wobei die Keramik das Geschoss bricht oder erodiert, während ein so genanntes Liner-
Material, z. B. Aramid oder Elastomere oder andere zähe Materialien, die noch verbleibenden
Fragmente stoppt bzw. zurückhält.
[0005] Ein weiteres ballistisches Schutzkonzept bzw. Schutzmodul beschreibt die
DE 10 2009 043 492 B4. Hierbei werden eine Keramik-Kachel und deren Träger von einem Schrumpfschlauch eng
umschlossen, wodurch eine Druckspannung erzeugt wird, die lokale ballistisehe Schwachstellen
in derartigen Keramik-Verbunden verhindert.
[0006] Eine Schutzeinrichtung gegen Projektil bildende Ladungen zeigt die
DE 10 2009 040 305 B4 auf. Die Schutzeinrichtung besteht aus Werkstoffstreifen, bestehend aus verschiedenen
Werkstoffen. Diese sind übereinander liegend zur Einwirkungsrichtung weisend als Sandwich
aufgebaut. Die
DE 10 2008 028 318 A1 offenbart einen Durchschuss hemmenden transparenten Schichtverbund.
[0007] Die Schutzeinrichtung nach der
DE 10 2010 054 568 A1 schützt insbesondere gegen Multislug- Geschosse. In den Schutzplatten sind Metall-
und / oder Keramik-Körper eindotiert.
[0008] Keramik-Liner-Verbunde zeichnen sich zwar durch ein geringeres Gewicht als reine
Panzerstahllösungen aus, doch ist die Herstellung von insbesondere komplexen dreidimensionalen
Strukturen und Flächengeometrien oftmals sehr aufwändig.
[0009] Die
US 2002/088340 A1 betrifft ein leichtes Panzerungssystem mit einem Substrat und abgestuften Metallmatrix-Verbundschichten.
Die Schichten bestehen aus vielen Einzelschichten mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen
(Volumenanteil) von keramischen zu metallischen Werkstoffen. Die Schichten werden
ihrerseits auf das Substrat durch thermisches Aufspritzen aufgebracht. Das Panzerungssystem
besteht zudem aus einer, auf den Metallmatrix-Verbundkörpern aufgebrachten keramischen
Aufprallschicht, an der das Geschoss zersplittern soll.
[0010] Hier stellt sich die Erfindung die Aufgabe, ein ballistisch wirkendes Schutzsystem
aufzuzeigen, das einfach in der Herstellung ist, Geschosse und dergleichen brechen
kann und sich durch ein geringes Eigengewicht auszeichnet.
[0011] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale der Patentansprüche 1, 2, 3, 4 und 9.
Vorteilhafte Ausführungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0012] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, thermo-kinetisch abgeschiedene cermetische
Schichten oder Schichtverbunde als ballistische bzw. ballistisch wirkende Schutzschicht
auf (an) einem Basismaterial einzusetzen. - Cermets sind ihrerseits Verbundwerkstoffe
aus keramischen Werkstoffen in einer metallischen Matrixbindephase und zeichnen sich
durch eine besonders hohe Härte und Verschleißfestigkeit aus. - Als Basismaterial
werden unterschiedliche bzw. verschiedene Substrat- oder Rohwerkstoffe angesehen.
Die thermisch gespritzte Auflageschicht hat und erfüllt dabei die Aufgabe, die Geschosse,
beispielsweise solche mit Hartmetallcharakter aber auch mit einem Weichkern (z.B.
Blei, Eisen etc.), und dergleichen zu brechen. Es werden spezielle Hartstoff- Schichten
(Cermetische-Schichten) eingesetzt, die unter anderem sehr hohe Härten aufweisen.
[0013] Auf das Substratmaterial, dem so genannten >Backing<, wird entsprechend der (zukünftigen)
Schutzaufgabe des ballistischen Schutzsystems eine entsprechende thermische Spritzschicht
aufgebracht, die unter anderem hohe Härten ähnlich einer Keramik aufweist, jedoch
im Gewicht leichter ist. Die thermo-kinetisch aufgebrachten Schichtsysteme bzw. Schichtverbunde
aus cermetischen Materialien können dabei zu sehr dichten Schichten auf den unterschiedlichen
Substratwerkstoffen aufgebracht werden.
[0014] Das Aufspritzen der Schicht(en) ermöglicht den Einsatz von robotergeführten Brennern.
Der Einsatz von robotergeführten Brennern wiederum ermöglicht die Beschichtung von
komplexen dreidimensionalen Bauteilstrukturen und gekrümmten Oberflächen.
[0015] Ein Verfahren zum Aufbringen einer metallischen Korrosions-Schutzschicht aus selbsthaftenden,
aber nicht selbstfließenden Pulvern wie Cermets etc. mittels Flammenspritzen offenbart
die
DE 35 15 314 A1. Vor dem Aufspritzen der Schutzschicht auf den Grundwerkstoff wird ein selbstfließendes,
korrosionsbeständiges Metallpulver kalt aufgespritzt. Durch dieses korrosionsbeständige
Metallpulver wird die Korrosions-Schutzschicht geschaffen. Eine Vorrichtung zur Herstellung
einer Hartmetall- oder Cermetmischung beschreibt die
DE 20 2007 012740 U1.
[0016] Als bevorzugt einzusetzende Brenner bieten sich spezielle HVOF- Brenner (High Velocity
Oxygen Fuel = Hochgeschwindigkeitsflammspritzen) mit extrem hoher kinetischer Energie
des Überschall schnellen heißen Partikelstrahls an. Bei dessen Auftragen auf der Bauteiloberfläche
(Substrat, Basismaterial) kommt es zu einer starken Haftung und Verdichtung der Schicht
sowie zu einer prozessbedingten Ausbildung von hohen Druckeigenspannungen in der Hartstoffschicht.
Klassisch werden HVOF-Brenner mit gasförmigen Energieträgern wie z.B. Propan, Propen
oder Acetylen betrieben.
[0017] In einer bevorzugten Anwendung wird für die hier beschriebenen ballistischen Schutzschichten
ein spezielles Beschichtungsverfahren als besondere Variante aus der HVOF-Verfahrensgruppe
eingesetzt, bei dem zusätzlich ein >liquid fuel<, z.B. Kerosin, als Energieträger
genutzt wird (HVOLF- Brenner). Das HVOLF- Verfahren wird zur Verarbeitung der Cermets
(keramische Hartstoffpartikel in metallischer Matrix), wie z.B. Cr
3C
2/NiCr und WC/Co, herangezogen. Vor allem die Gruppe der ultraharten WC/Co- Werkstoffe
lassen sich mit dem Verfahren sehr gut verarbeiten, da die thermische Belastung des
Pulvers gering gehalten werden kann.
[0018] Der Einsatz von Flüssigbrennstoff erhöht die Energiedichte in der Brennkammer und
vor allem die kinetische Energie des partikelbeladenen Heißgasstrahls ohne die Gastemperatur
zu erhöhen. Dabei werden Geschwindigkeiten der Pulverpartikel von bis zu 1000 m/s
erreicht. Diese hohen Partikelgeschwindigkeiten führen zu sehr dichten, homogenen
Schichten mit geringer Porosität bei gleichzeitig hoher Haftung am Substrat. Die Schichten
weisen neben der hohen Härte eine hohe Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit
auf. Durch den intensiven Wärme- und Stoffübergang beim Beschichtungsprozess sowie
durch den (extrem) hohen kinetischen Impact entstehen prozess- und abkühlbedingte
Eigenspannungen im Schichtverbund, welche bei einer zielgerichteten Prozessführung
vorteilhaft genutzt werden. Ebenso erlaubt das HVOLF- Verfahren einen hohen Werkstoffdurchsatz,
d.h., eine hohe Produktionsleistung, wodurch sich das Verfahren insbesondere für großflächige
Beschichtungen sowie zur Erzeugung hoher Schichtstärken eignet. Der Einsatz von intelligenten
Robotersystemen und Steuerungen mit optimierten Trajektorien ermöglicht die Beschichtung
von auch teilweise komplex geformten Bauteilen und gekrümmten Freiflächen.
[0019] Die eingesetzten Schichten bestehen bevorzugt aus einem möglichst hohen Anteil an
keramischem Hartstoffpulver und einem geringen Anteil an metallischer oder refraktärmetallischer
Bindephase, aus der eben ein bzw. der gewünschte hartzähe(r) Schichtverbund als Auflageschicht
resultiert. - Eine solche Schichtzusammensetzung in Verbindung mit einer hohen Härte,
einer guten Haftung und einer hohen Druckvorspannung bildet eine Kombination der Schutzschichtfunktion
zum Brechen der Geschosse. Gleichzeitig schafft es, wie bereits ausgeführt, fertigungstechnisch
die Möglichkeit, komplexe Bauteilgeometrien, wie Ecken, Radien, Kanten, Verrundungen
etc., zuverlässig, gleichmäßig und reproduzierbar beschichten zu können.
[0020] Durch die Vielfalt an möglichen Kombinationen aus Hartstoff- Schichtmaterialien und
Substratmaterialien (Stähle, Sonderstähle, Leichtmetalle, Verbundwerkstoffe, Titanlegierungen,
Aluminiumlegierungen, etc.) können maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche
Anwendungsfälle (bezogen auf den jeweiligen Schutzanspruch an das Schutzsystem selbst
= Schutzlevel) und zusätzliche Gewichtseinsparungen erzielt werden.
[0021] Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert
werden. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine einfache Darstellung eines ballistisches Schutzsystems nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine beispielhafte Abbildung eines Schichtwerkstoffs, vergrößerte Darstellung,
- Fig. 3
- eine allgemeine, vereinfachte Darstellung einer Vorrichtung für das Beschichten zur
Schaffung des Schutzsystems nach Fig. 1.
[0022] In Fig. 1 ist vereinfacht dargestellt ein Schutzsystem 1, umfassend zumindest ein
Basismaterial bzw. Substrat 3, auf dem eine cermetische Schicht bzw. ein cermetischer
Schichtverbund 2 aufgespritzt ist. Bereits die cermetische Schicht kann die ballistisch
wirkende Schutzschicht bilden.
[0023] Fig. 2 zeigt beispielhaft einen auf das Substrat 3 aufgebrachten Schichtwerkstoff
2 in einer vergrößerten Darstellung.
[0024] Fig. 3 gibt eine vereinfacht dargestellte Vorrichtung 10 für das Beschichten des
Substrates 3 an. Mit 11 ist ein HVOF- Brenner (bzw. HVOLF-Brenner) vereinfacht dargestellt,
der schmelzflüssige Partikel 12 - cermetische Materialien - auf das Substrat 3 aufspritzt,
die dann zu einer Schicht 2 an der Oberfläche 4 (Interface) des Substrates 3 erstarren.
(Da das Erstarren im Verlaufe des Verfahrens selbst erfolgt, wurde die Schicht 2 leicht
getrennt vom Substrat 3 dargestellt. In der Praxis ist jedoch die Schicht 2 direkt
oder über eine Haftunterstützung auf bzw. am Substrat 3.)- Nicht näher dargestellt
sind die notwendigen aber auch bekannten Kühlmittel inkl. Kreislauf / Einbindung im
Brenner 11.
[0025] Der Ablauf des Verfahrens wird hier anhand eines HVOLF- Brenners (11) näher beschrieben:
Beim High Veloctiy Liquid Fuel - Verfahren wird zusätzlich Flüssigbrennstoff 15 neben
Sauerstoff 16 in eine Brennkammer 14 des Brenners 11 eingedüst, zerstäubt und verbrennt
dort zusammen mit reinem Sauerstoff. Die entstehenden Verbrennungsgase strömen mit
hoher Geschwindigkeit durch eine Expansionsdüse 13 nach außen. Am Brennkammeraustritt
14' wird radial der pulverförmige Beschichtungswerkstoff 12 eingedüst 17. Aufgrund
der hohen Gastemperatur kommt es dabei zum partiellen oder vollständigen Aufschmelzen
der Pulverpartikel 12, die vom Gaststrom mitgerissen, beschleunigt und schließlich
auf dem zu beschichtenden Bauteil (3) abgeschieden werden. Als Pulverwerkstoffe kommen
beispielswiese Cr
3C
2/NiCr und (oder) WC/Co -Werkstoffe zum Einsatz.
[0026] Das Substrat 3 (Material) und das Schichtmaterial 2 sollten vorzugsweise aufeinander
abgestimmt werden. Handelt es sich beim Substratmaterial beispielsweise um Stahl,
dann ist das Schichtmaterial in einer anderen Dicke aufzutragen als bei anderen Substratmaterialien.
Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Abstimmung der Prozessparameter Substrat 3 und
Schichtmaterial 2. So werden die Prozessparameter für eine dickere Schicht und ein
leichteres Substrat 3 anders angesetzt als für dünne Schichten und einem dichteren
Material.
[0027] Die cermetische Schicht bzw. der Schichtverbund 2 kann einen Anteil Hartstoffphase
in Gew% von beispielsweise 60-98 betragen, der Rest ist Binderphase (Partikel 12).
[0028] Die Hartstoffphase kann unter anderem aus einem Carbid, wie Wolframcarbid, Chromcarbid,
Titancarbid, Tantalcarbid, Niobcarbid, Vanadiumcarbid, Siliziumcarbid etc. sowie Mischungen
aus diesen bestehen.
[0029] Als Binderphase bieten sich Cobalt (Co) oder Cobaltlegierungen, wie CoCr, CoCr30W12C2.5
(STELLIT), CoNi32Cr21A18Y0.5, CoMo28Cr18 (TRIBALOY), an. Neben diesen können auch
Nickel (Ni) oder Nickellegierungen sowie Eisen (Fe) oder Eisenlegierungen als Binderphase
eingesetzt werden. Hierzu zählen beispielsweise Ni99, NiCr13, NiCr18Al6, NiCr16Fe9,
NiAl5, NiCr21Mo9Nb3 (INCOTEL) etc., bzw. FeCr13C0.5, FeNi2C0.2, FeAl10Mo1C0.2 und
FeCr17Ni12Mo2Si1C.
[0030] Als Haftunterstützung kann eine so genannte Haftvermittlerschicht vorgesehen werden,
was aber nicht zwangsläufig Bedingung ist. So kann z.B. NiCr, NiAl und dergleichen
als eine derartige Haftschicht genutzt werden. Diese Schicht dient dann dazu, dass
die Schutzschicht 2 auf dem Basismaterial 3 besser haften kann, d.h., die Schicht
erhöht das Haftverhalten der cermetischen Schicht 2 auf dem Basismaterial 3. Die Dicke
dieser auf das Basismaterial 3 aufgebrachten Haftvermittlungsschicht kann in einem
Bereich von max. wenigen hundert Mikrometern liegen, kann aber auch, wie bereits erwähnt,
entfallen.
[0031] Die Oberfläche des Basismaterials 3 kann unbehandelt sein. Ist eine Vorbehandlung
erwünscht, kann die Oberfläche beispielsweise durch Sandstrahlen, Wasserstrahlen,
spanende Bearbeitung, Erodieren, Laserablation und / oder Laserbearbeitung etc. entsprechend
vorbehandelt werden. Diese Maßnahme bewirkt eine zusätzliche Aufrauhung der Oberfläche
und dient allgemein zur Förderung der mikromechanischen Verklammerung der Schichten.
[0032] Alle vorgenannten Angaben wie Menge, Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile der
Schutzschicht 2 etc. sind nicht als einschränkend zu sehen. Vielmehr ergeben sich
daraus Hinweise auf weitere Materialien, Mengenverhältnisse, Dicken und Vorbehandlungsmöglichkeiten.
[0033] Bevorzugt kann die thermisch aufgebrachte Schicht direkt auf die zu schützende Struktur
aufgespritzt werden. Alternativ wird ein derartiges Schutzsystem 1 bzw. werden derartige
Schutzsysteme 1 an dem zu schützenden Objekt (nicht näher dargestellt), lösbar befestigt,
beispielsweise angeschraubt oder dergleichen. Eine Kombination der beiden Möglichkeiten
erweitert das Einsatzgebiet bzw. die individuelle Anpassung des ballistischen Schutzes
an die Anforderungen bzw. Gegebenheiten. Die zu schützenden Objekte / Fahrzeuge etc.
können den individuellen Schutzanforderungen und im Falle einer nachträglichen Anbindung
der Schutzsysteme 1 auch vor Ort angepasst werden. Durch das geringere Eigengewicht
des Schutzsystems 1 können auch Anforderungen an diverse Transportbedingungen erfüllt
werden.
1. Verwendung einer auf das Basismaterial (3) und / oder dem Substrat (3) aufgebrachten
cermetischen Schicht als ballistisch wirkende Schutzschicht (2) in einem ballistischen
Schutzsystem (1), wobei die cermetische Schicht aus einem Anteil Hartstoffphase und
einem Rest Binderphase (12) besteht, wobei der Anteil Hartstoffphase in Gew% 60-98
beträgt, die Hartstoffphase unter anderem aus einem Carbid, wie Wolframcarbid, Chromcarbid,
Titancarbid, Tantalcarbid, Niobcarbid, Vanadiumcarbid, Siliziumcarbid etc. sowie Mischungen
aus diesen besteht und als Binderphase sich Cobalt (Co) oder Cobaltlegierungen, Nickel
(Ni) oder Nickellegierungen als auch Eisen (Fe) oder Eisenlegierungen anbieten.
2. Verwendung einer auf das Basismaterial (3) und / oder dem Substrat (3) aufgebrachten
cermetischen Schichtverbund als ballistisch wirkende Schutzschicht (2) in einem ballistischen
Schutzsysteme (1), wobei der cermetische Schichtverbund (2) aus einem Anteil Hartstoffphase
und einem Rest Binderphase (12) besteht, wobei der Anteil Hartstoffphase in Gew% 60-98
beträgt, die Hartstoffphase unter anderem aus einem Carbid, wie Wolframcarbid, Chromcarbid,
Titancarbid, Tantalcarbid, Niobcarbid, Vanadiumcarbid, Siliziumcarbid etc. sowie Mischungen
aus diesen besteht und als Binderphase sich Cobalt (Co) oder Cobaltlegierungen, Nickel
(Ni) oder Nickellegierungen als auch Eisen (Fe) oder Eisenlegierungen anbieten.
3. Ballistisches Schutzsystem (1) unter Verwendung eines auf das Basismaterial (3) und
/ oder dem Substrat (3) aufgebrachten cermetischen Schicht als ballistisch wirkende
Schutzschicht (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die cermetische Schicht eine Auflageschicht (2) ist.
4. Ballistisches Schutzsystem (1) unter Verwendung eines auf das Basismaterial (3) und
/ oder dem Substrat (3) aufgebrachten cermetischen Schichtverbund als ballistisch
wirkende Schutzschicht nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der cermetische Schichtverbund eine Auflageschicht (2) ist.
5. Ballistisches Schutzsystem (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Basismaterial (3) und / oder das Substrat (3) aus unterschiedlichen bzw. verschiedenen
Substratwerkstoffen, wie Stähle, Sonderstähle, Leichtmetalle, Verbundwerkstoffe, Titanlegierungen,
Aluminiumlegierungen etc. besteht.
6. Ballistisches Schutzsystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Basismaterial (3) und / oder das Substrat (3) durch komplexe dreidimensionale
Bauteilstrukturen und / oder gekrümmte Oberflächen gebildet wird.
7. Ballistisches Schutzsystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine auf dem Basismaterial (3) und / oder dem Substrat (3) aufbringbare Haftvermittlerschicht
zwischen der cermetischen Schicht und / oder dem cermetischen Schichtverbund (2) sowie
dem Basismaterial (3) und / oder dem Substrat (3) eingebunden sein kann.
8. Ballistisches Schutzsystem (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Haftvermittlerschicht NiCr, NiAl und dergleichen genutzt werden.
9. Verfahren zur Herstellung eines Schutzsystems (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass ein HVOF- Brenner oder HVOLF-Brenner (11) schmelzflüssige Partikel (12), cermetische
Materialien, auf das Basismaterial bzw. Substrat (3) aufspritzt, die dann zu einer
thermisch-kinetisch abgeschiedenen cermetischen Spritzschicht an der Oberfläche (4)
des Basismaterials bzw. Substrates (3) erstarren.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (4) des Basismaterials (3) unbehandelt ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (4) vorbearbeitet ist, durch Sandstrahlen, Wasserstrahlen, spanende
Bearbeitung, Erodieren, Laserablation und / oder Laserbearbeitung etc.
12. Objekt mit einem Schutzsystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 11.
13. Objekt nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzsystem (1) direkt auf das Objekt aufgespritzt ist
14. Objekt nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzsystem (1) am zu schützenden Objekt lösbar befestigt ist.
15. Objekt nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzsystem (1) am Objekt angeschraubt ist
1. Use of a cermetic layer, applied to the base material (3) and/or on the substrate
(3), as ballistic-effect protection layer (2) in a ballistic protection system (1),
where the cermetic layer consists of a fraction of hard material phase and a balance
of binder phase (12), where the fraction of hard material phase in wt% is 60-98, the
hard material phase consists of components including a carbide, such as tungsten carbide,
chromium carbide, titanium carbide, tantalum carbide, niobium carbide, vanadium carbide,
silicon carbide, etc., and also mixtures of these, and the binder phase is suitably
cobalt (Co) or cobalt alloys, nickel (Ni) or nickel alloys and iron (Fe) or iron alloys.
2. Use of a cermetic laminate, applied to the base material (3) and/or on the substrate
(3), as ballistic-effect protection layer (2) in a ballistic protection system (1),
where the cermetic laminate (2) consists of a fraction of hard material phase and
a balance of binder phase (12), where the fraction of hard material phase in wt% is
60-98, the hard material phase consists of components including a carbide, such as
tungsten carbide, chromium carbide, titanium carbide, tantalum carbide, niobium carbide,
vanadium carbide, silicon carbide, etc., and also mixtures of these, and the binder
phase is suitably cobalt (Co) or cobalt alloys, nickel (Ni) or nickel alloys and iron
(Fe) or iron alloys.
3. Ballistic protection system (1) using a cermetic layer, applied to the base material
(3) and/or on the substrate (3), as ballistic-effect protection layer (2) according
to Claim 1, characterized in that the cermetic layer is a covering layer (2).
4. Ballistic protection system (1) using a cermetic laminate, applied to the base material
(3) and/or on the substrate (3), as ballistic-effect protection layer according to
Claim 2, characterized in that the cermetic laminate is a covering layer (2).
5. Ballistic protection system (1) according to Claim 3 or 4, characterized in that the base material (3) and/or the substrate (3) consist of different or various substrate
materials, such as steels, speciality steels, light metals, composite materials, titanium
alloys, aluminium alloys, etc.
6. Ballistic protection system (1) according to any of Claims 3 to 5, characterized in that the base material (3) and/or the substrate (3) are formed by complex three-dimensional
component structures and/or curved surfaces.
7. Ballistic protection system (1) according to any of Claims 3 to 6, characterized in that an adhesion promoter layer which can be applied on the base material (3) and/or on
the substrate (3) may be incorporated between the cermetic layer and/or the cermetic
laminate (2) and also the base material (3) and/or the substrate (3).
8. Ballistic protection system (1) according to Claim 7, characterized in that NiCr, NiAl and the like are utilized as adhesion promoter layer.
9. Process for producing a protection system (1) according to any of Claims 3 to 8, characterized in that an HVOF burner or HVOLF burner (11) sprays molten particles (12), cermetic materials,
onto the base material or substrate (3), these particles then solidifying to form
a thermokinetically deposited cermetic sprayed layer on the surface (4) of the base
material or substrate (3).
10. Process according to Claim 9, characterized in that the surface (4) of the base material (3) is untreated.
11. Process according to Claim 10, characterized in that the surface (4) has been processed, by sandblasting, water jetting, machine cutting,
eroding, laser ablation and/or laser machining, etc.
12. Object having a protection system (1) according to any of Claims 3 to 11.
13. Object according to Claim 12, characterized in that the protection system (1) has been sprayed directly onto the object.
14. Object according to Claim 12, characterized in that the protection system (1) has been detachably fastened on the object to be protected.
15. Object according to Claim 13, characterized in that the protection system (1) has been screwed onto the object.
1. Utilisation d'une couche de cermet déposée sur le matériau de base (3) et/ou le substrat
(3) comme couche de protection balistique (2) dans un système de protection balistique
(1), dans laquelle la couche de cermet se compose d'une part de phase dure et d'un
reste de phase de liant (12), dans laquelle la part de phase dure vaut 60 - 98 % en
poids, la phase dure se compose entre autres d'un carbure, comme le carbure de tungstène,
le carbure de chrome, le carbure de titane, le carbure de tantale, le carbure de niobium,
le carbure de vanadium, le carbure de silicium, etc. ainsi que de mélanges de ceux-ci
et le cobalt (Co) ou des alliages de cobalt, le nickel (Ni) ou des alliages nickel
ainsi que le fer (Fe) ou des alliages de fer se présentent comme phase de liant.
2. Utilisation d'une couche composite de cermet déposée sur le matériau de base (3) et/ou
le substrat (3) comme couche de protection balistique (2) dans un système de protection
balistique (1), dans laquelle la couche composite de cermet (2) se compose d'une part
de phase dure et d'un reste de phase de liant (12), dans laquelle la part de phase
dure vaut 60 - 98 % en poids, la phase dure se compose entre autres d'un carbure,
comme le carbure de tungstène, le carbure de chrome, le carbure de titane, le carbure
de tantale, le carbure de niobium, le carbure de vanadium, le carbure de silicium,
etc. ainsi que de mélanges de ceux-ci et le cobalt (Co) ou des alliages de cobalt,
le nickel (Ni) ou des alliages nickel ainsi que le fer (Fe) ou des alliages de fer
se présentent comme phase de liant.
3. Système de protection balistique (1) avec utilisation d'une couche de cermet déposée
sur le matériau de base (3) et/ou le substrat (3) comme couche de protection balistique
(2) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche de cermet est une couche de placage (2).
4. Système de protection balistique (1) avec utilisation d'une couche composite de cermet
déposée sur le matériau de base (3) et/ou le substrat (3) comme couche de protection
balistique (2) selon la revendication 2, caractérisé en ce que la couche composite de cermet est une couche de placage (2).
5. Système de protection balistique (1) selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que le matériau de base (3) et/ou le substrat (3) se compose de différents matériaux
de substrat, comme des aciers, des aciers spéciaux, des métaux légers, des matériaux
composites, des alliages de titane, des alliages d'aluminium, etc.
6. Système de protection balistique (1) selon l'une quelconque des revendications 3 à
5, caractérisé en ce que le matériau de base (3) et/ou le substrat (3) est formé par des structures de pièces
tridimensionnelles complexes et/ou des surfaces courbes.
7. Système de protection balistique (1) selon l'une quelconque des revendications 3 à
6, caractérisé en ce qu'une couche d'agent adhésif pouvant être appliquée sur le matériau de base (3) et/ou
le substrat (3) peut être liée entre la couche de cermet et/ou la couche composite
de cermet (2) ainsi que le matériau de base (3) et/ou le substrat (3).
8. Système de protection balistique (1) selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'on utilise du NiCr, NiAl et analogues comme agent adhésif.
9. Procédé de fabrication d'un système de protection (1) selon l'une quelconque des revendications
3 à 8, caractérisé en ce qu'un brûleur HVOF ou un brûleur HVOLF (11) projette des particules fondues (12), des
matériaux de cermet, sur le matériau de base ou le substrat (3), qui se solidifient
ensuite en une couche pulvérisée de cermet déposée par voie thermique-cinétique sur
la surface (4) du matériau de base ou du substrat (3).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que la surface (4) du matériau de base (3) n'est pas traitée.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que la surface (4) est prétraitée, par grenaillage, jet d'eau, usinage avec enlèvement
de copeaux, érosion, ablation laser et/ou usinage laser, etc.
12. Objet avec un système de protection (1) selon l'une quelconque des revendications
3 à 11.
13. Objet selon la revendication 12, caractérisé en ce que le système de protection (1) est pulvérisé directement sur l'objet.
14. Objet selon la revendication 12, caractérisé en ce que le système de protection (1) est fixé de façon séparable à l'objet à protéger.
15. Objet selon la revendication 13, caractérisé en ce que le système de protection (1) est vissé sur l'objet.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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