[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kühlung
und Erzeugung einer luftähnlichen Atmosphäre, insbesondere zur Kühlung von Kühlgut
in einem Kühlbereich, vorzugsweise mit einer Anwendung bei Kühlfahrzeugen.
[0002] Im Stand der Technik sind vielfältige Verfahren und Vorrichtungen zur Kühlung von
Kühlgut beschrieben. Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit der Kühlung unter
Verwendung von tiefkalten Gasen, die insbesondere in verflüssigter Form gespeichert
und angewendet werden. Viele dieser Anwendungen werden von Menschen bedient oder beaufsichtigt.
Insbesondere beim Gefrieren und Transportieren von Gütern, in den meisten Fällen Lebensmittel,
müssen Personen Zugang zu den Vorrichtungen und den gekühlten oder zu kühlenden Gütern
haben. Dies setzt voraus, dass eine für Menschen gefahrlos atembare Atmosphäre vorhanden
ist.
[0003] Zahlreiche Versuche, kälteverflüssigte Luft zur Kühlung einzusetzen, stießen auf
verschiedene Schwierigkeiten. Einerseits ist es relativ schwierig, flüssige Luft genau
in dem gewünschten Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff herzustellen,
andererseits bewirken die unterschiedlichen Siedepunkte von Sauerstoff und Stickstoff,
dass sich der Sauerstoff in solchen Speichern abreichert, so dass nach einiger Zeit
tatsächlich kein Mischungsverhältnis mit genügend Sauerstoff mehr vorliegt. Ein zu
hoher Sauerstoffgehalt ist zwar für Menschen nicht schädlich, jedoch erhöht sich dadurch
die Brand- und Explosionsgefahr, weshalb eine Kühlung mit reinem Sauerstoff im Allgemeinen
nicht in Betracht kommt. Es wurde daher typischerweise bisher in den meisten Anwendungsfällen
eine Kühlung mit reinem Stickstoff vorgezogen, was jedoch zur Folge hat, dass Kühlräume,
denen größere Mengen an Stickstoff zugeführt werden, vor einer Begehung durch Personen
gut belüftet werden müssen bzw. ein kontinuierlicher Lüftungsprozess erfolgen muss,
was energetisch meist ungünstig ist, weil ein Teil der eingesetzten Kälte nicht genutzt
werden kann und mit der Abluft an die Umwelt abgegeben wird.
[0004] Bei Kühlfahrzeugen wurden verschiedene Konzepte zur Aufrechterhaltung der Begehbarkeit
eines Kühlraums vorgeschlagen. Eine Möglichkeit besteht darin, eine indirekte Kühlung
anzuwenden, bei der Kälte nur über Wärmetauscher in einen Kühlbereich eingebracht
wird. Ein solches Konzept ist beispielsweise in der
EP 1 593 918 A2 beschrieben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, zwar flüssigen Stickstoff oder
tiefkalten gasförmigen Stickstoff direkt in einen Kühlbereich einzuführen, dafür aber
eine Begehung erst nach einer gründlichen Lüftung zuzulassen. Ein solches Konzept
ist beispielsweise in der
WO 2009/147193 A1 beschrieben.
[0005] In größeren Anlagen, in denen bspw. Lebensmittel tief gefroren werden, gibt es Gefrierstraßen,
in denen kälteverflüssigter Stickstoff als Bad oder mittels Sprüheinrichtungen zum
Einsatz kommt. Solche Vorrichtungen sind beispielsweise in der
EP 0 983 729 A1 beschrieben. Da die Umgebung solcher Kühleinrichtungen für Personal begehbar bleiben
muss, wird der zur Kühlung eingesetzte Stickstoff im Allgemeinen abgesaugt, wobei
ein erheblicher Teil der eingesetzten Kälte verlorengeht, obwohl auch die begehbare
Umgebung der Kühleinrichtung oft auf relativ niedriger Temperatur gehalten werden
soll.
[0006] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Kühlung von Kühlgut mittels mindestens eines kälteverflüssigten
Gases anzugeben, welches mit geringem apparativen Aufwand auskommt, verfügbare Kälte
effizient einsetzt und gefahrlos für Personal, Kühlgut und die technische Umgebung
ist. Insbesondere soll die Anwendung auf Kühlfahrzeuge möglich sein.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen ein Verfahren nach dem Anspruch 1 und eine Vorrichtung
nach dem Anspruch 8. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen
angegeben, wobei die einzelnen Ausgestaltungen in technisch sinnvoller Weise untereinander
kombiniert werden können und auch diese Kombinationen zur Erfindung gehören. Auch
ein Kühlfahrzeug gemäß dem Anspruch 15 dient zur Lösung der gestellten Aufgaben.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Kühlung von Kühlgut mittels mindestens eines kälteverflüssigten
Gases, wobei die Kühlung in einem Kühlbereich erfolgt, in dem zumindest zeitweise
eine der Luft ähnliche und für Menschen gefahrlos atembare Atmosphäre benötigt wird,
zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens ein erster Behälter mit kälteverflüssigtem
Sauerstoff (LOX) und mindestens ein zweiter Behälter mit kälteverflüssigtem Stickstoff
(LIN) über Zuführleitungen mit dem Kühlbereich verbunden werden, wobei über eine Regeleinrichtung
bewirkt wird, dass Stickstoff und Sauerstoff in einem solchen Verhältnis dem Kühlbereich
zugeführt werden, dass dort ein Mischungsverhältnis etwa entsprechend dem in der natürlichen
Erdatmosphäre aufrecht erhalten wird. Die Erfindung erfordert zwar getrennte Behälter
zur Speicherung von Sauerstoff und Stickstoff, ist dafür aber apparativ relativ unkompliziert.
Im Zuge der weltweiten Bemühungen, Energie einzusparen, wiegt der Nachteil von zwei
oder mehr getrennten Tanks nicht mehr so schwer wie der nutzlose Verbrauch von Energie.
Insbesondere bei Fahrzeugen kann es aus Symmetriegründen oder anderen Überlegungen
ohnehin sinnvoll sein, zwei oder mehr Einzeltanks einzusetzen, um ein benötigtes Medium
zu bevorraten. Bei stationären Anlagen ist die Verwendung von getrennten Tanks im
Allgemeinen auch kein großes Problem.
[0009] Das Konzept der Erfindung besteht darin, zur Kühlung entweder tiefkalten Stickstoff
oder tiefkalten Sauerstoff einem Kühlbereich direkt zuzuführen, was nur zu geringen
Kälteverlusten führt, sofern der Kühlbereich abgeschlossen und gut isoliert ist. Trotzdem
können sich Menschen jederzeit in diesem Bereich aufhalten, solange sichergestellt
wird, dass bei einem Mangel an Sauerstoff mit Sauerstoff gekühlt wir und bei einer
zu starken Anreicherung von Sauerstoff mit Stickstoff gekühlt wird.
[0010] Bei einer Ausführungsform der Erfindung werden der Stickstoff und der Sauerstoff
dem Kühlbereich getrennt zugeführt. Hierfür sind keine präzise arbeitenden Mischvorrichtungen
erforderlich, die ein gewünschtes Verhältnis sicherstellen, sondern die jeweils benötigte
Komponente kann durch sehr einfache Regelvorgänge in geeigneter Menge zugeführt werden.
Dabei müssen nicht unbedingt zwei vollständig getrennte Zuführsysteme verwendet werden,
sondern es ist auch möglich, ein Zuführsystem abwechselnd nach Bedarf mit Stickstoff
oder Sauerstoff zu speisen.
[0011] In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung werden Stickstoff und Sauerstoff
zunächst gemischt und das entstehende Gemisch dem Kühlbereich zugeführt. Diese Variante
ist besonders geeignet, ein bestimmtes Mischungsverhältnis im Kühlbereich genau einzuhalten
und eine kontinuierliche Zuführung aufrecht zu erhalten.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform ist es auch möglich, Stickstoff und Sauerstoff
bereits in flüssigem Zustand im geeigneten Verhältnis zu mischen, wodurch quasi flüssige
Luft entsteht. Hier verlagert sich der apparative Aufwand zu dem Mischvorgang, während
die weitere Zuführung und Regelung vereinfacht wird.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung erfolgt die Regelung der Zufuhr
von Stickstoff und Sauerstoff mittels einer Regeleinrichtung, die mit einem Temperatursensor
und/oder einem das Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff in dem Kühlbereich
erfassenden Gassensor verbunden ist, wobei die Regeleinrichtung die von dem Temperatursensor
gemessene Temperatur mit einer vorgebbaren Solltemperatur und das von dem Gassensor
gemessene Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff mit einem Sollbereich,
vorzugsweise etwa gleich dem Mischungsverhältnis in der Erdatmosphäre, vergleicht
und bei Überschreiten der Solltemperatur und/oder bei Abweichung des Mischungsverhältnisses
von dem Sollbereich tiefkalter Sauerstoff und/oder Stickstoff zugeführt werden, und
zwar in solchen Mengen, dass die Solltemperatur unterschritten wird und das Mischungsverhältnis
in dem Sollbereich liegt. Wählt man beispielsweise den Sollbereich für Sauerstoff
zwischen 18 und 22 %, was einerseits für die menschliche Atmung gut geeignet und andererseits
nicht mit einer erhöhten Brandgefahr verbunden ist, so kann bei einem Sauerstoffgehalt
von 20 % und Überschreiten der Solltemperatur entweder tiefkalter Sauerstoff oder
tiefkalter Stickstoff zugeführt werden. Auch beide Stoffe können gleichzeitig zur
Kühlung eingesetzt werden. Erreicht der Sauerstoffgehalt jedoch 22 %, so kann bei
weiter benötigter Kühlung nur noch Stickstoff zur Kühlung eingesetzt werden, fällt
der Sauerstoffgehalt auf 18 %, so kann nur noch Sauerstoff zur Kühlung eingesetzt
werden. Trotz der einfachen Regelstruktur kann eine effektive Kühlung erreicht werden.
Natürlich können in der Regeleinrichtung weitere Messwerte, z. B. über die noch vorhandenen
Vorräte an Sauerstoff und Stickstoff verarbeitet und bei der Regelung berücksichtigt
werden. Bei der beschriebenen Art der Regelung ist es zu keinem Zeitpunkt erforderlich,
eine Belüftung durchzuführen, bevor Personen den Kühlbereich betreten. Zur Erhöhung
der Sicherheit ist in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgesehen,
die Zufuhr von Sauerstoff und Stickstoff vollständig zu beenden, wenn eine der Komponenten
nicht oder nicht mehr mit einem erforderlichen Mindestdruck verfügbar ist. Dies kann
durch einfache Sicherheitsventile bewerkstelligt werden, die nur öffnen, wenn ein
bestimmter Mindestdruck anliegt. Auf diese Weise werden Fehlfunktionen der Regelung
verhindert, weil weder Stickstoff noch Sauerstoff zugeführt werden können, wenn nicht
auch die andere Komponente zum Ausgleich und der Herstellung des gewünschten Mischungsverhältnisses
zur Verfügung steht.
[0014] Weitere Einzelheiten und das Umfeld der Erfindung sowie Ausführungsbeispiele werden
im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht
auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt. Es zeigen:
- Fig. 1:
- schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und
- Fig. 2:
- die Anwendung der Erfindung auf ein Kühlfahrzeug.
[0015] In Fig. 1 wird ein Vorrat an flüssigem Stickstoff LIN in einem ersten Behälter 1
und ein Vorrat an flüssigem Sauerstoff LOX in einem zweiten Behälter 2 gezeigt. Vom
ersten Behälter 1 führt eine erste Zuführleitung 3 über eine Anschlussleitung 19 zu
einer Verteilungseinrichtung 11, mit der flüssiger Stickstoff, ggf. auch schon teilweise
in den gasförmigen Zustand übergegangen, in einem Kühlbereich 20 verteilt werden kann.
Der Kühlbereich 20 enthält im Allgemeinen ein zu kühlendes Kühlgut 12. In gleicher
Weise kann flüssiger Sauerstoff LOX aus dem zweiten Behälter 2 über eine zweite Zuführleitung
4 und die Anschlussleitung 19 der Verteilungseinrichtung 11 zugeführt werden. In der
ersten Zuführleitung 3 sind hintereinander ein erstes Zuführventil 5 und ein Sicherheitsventil
7 angeordnet. Das Sicherheitsventil 7 öffnet nur, wenn über eine Druckleitung 10 ein
genügender Druck anliegt, was genau dann der Fall ist, wenn der Druck im zweiten Behälter
2 genügend hoch ist. In gleicher Weise sind in der zweiten Zuführleitung 4 ein zweites
Zufuhrventil 6 und ein zweites Sicherheitsventil 8 angeordnet, wobei das Sicherheitsventil
8 genau dann öffnet, wenn über eine erste Druckleitung 9 ein genügend hoher Druck
entsprechend dem Druck im ersten Behälter 1 anliegt. Ist der erste Behälter 1 oder
der zweite Behälter 2 leer, so bewirken die Sicherheitsventile 7, 8, dass auch aus
dem jeweils anderen Behälter kein Gas mehr entnommen werden kann. Weisen beide Behälter
1, 2 einen genügenden Vorrat und Druck auf, so kann die Vorrichtung bestimmungsgemäß
kühlen. Dazu misst ein Temperatursensor 14 die Temperatur im Kühlbereich 20 und leitet
diese Information über eine Signalleitung 15 an eine Regeleinrichtung 16 weiter. Gleichzeitig
misst ein Gassensor 13 das Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff im Kühlbereich
20 und leitet auch diese Information über eine Signalleitung 15 an die Regeleinrichtung
16 weiter. Im einfachsten Fall wird der Regeleinrichtung 16 eine Solltemperatur vorgegeben,
bei deren Überschreitung ein Kühlvorgang ausgelöst wird. Meldet der Temperatursensor
14 eine Temperaturüberschreitung, so entscheidet der Messwert des Gassensors 13, ob
Sauerstoff oder Stickstoff zur Kühlung eingesetzt wird. Auch hier kann man im einfachsten
Fall einen Grenzwert, beispielsweise 20 % Sauerstoffanteil vorgeben, so dass bei dessen
Überschreitung Stickstoff und bei dessen Unterschreitung Sauerstoff als Kühlmittel
eingesetzt wird. Energetisch und zur optimalen Ausnutzung vorhandener Gasvorräte kann
eine komplexere Regelung sinnvoll sein. Z. B. kann ein Sollbereich von 18 bis 22 %
Sauerstoffgehalt als zulässig angesehen werden, wobei die Regelung dann den Abstand
des tatsächlich vom Gassensor 13 gemessenen Wertes von den Grenzen des Sollbereichs
nutzen kann, um entweder Stickstoff oder Sauerstoff oder beide zur Kühlung einzusetzen.
Eine gleichmäßige Verteilung der Gase und der Kälte kann durch ein Gebläse 17 erreicht
werden.
[0016] Die hier schematisch beschriebene Vorrichtung und die zugehörige Regelung können
in geschlossenen Systemen, beispielsweise bei Kühlkammern oder Kühlfahrzeugen eingesetzt
werden, aber auch in offenen Systemen, wie sie z. B. bei der Produktion von Gefriergut
in großen Produktionshallen auftreten. Die Erfindung erlaubt sogar, bisher geschlossene
Systeme mit Belüftung oder Absaugung als offene Systeme in einen begehbaren Bereich
zu integrieren, da in der Summe zur Kühlung immer eine der natürlichen Erdatmosphäre
sehr ähnliche Zusammensetzung von Stickstoff und Sauerstoff verwendet werden kann.
Dadurch wird unter Umständen sogar weniger Kühlung für den ganzen begehbaren Bereich
benötigt.
[0017] Fig. 2 zeigt schematisch die Anwendung der vorliegenden Erfindung auf ein Kühlfahrzeug
18, wobei darauf hinzuweisen ist, dass ein solches Kühlfahrzeug 18 auch mehrere separate
und separat gekühlte Kammern mit unterschiedlicher Temperatur aufweisen kann. Zur
Vereinfachung wird hier aber nur die Kühlung eines Kühlbereichs 20 mit Kühlgut 12
beschrieben. Bei diesem Kühlfahrzeug 18 sind der erste Behälter 1 und der zweite Behälter
2 im Bodenbereich angeordnet. Hier können ggf. in Anpassung an die Platzverhältnisse
bei Fahrzeugen auch mehrere kleine Tanks oder unterschiedlich große Tanks vorhanden
sein, wobei nur etwa ein Fünftel oder wegen des geringeren Siedepunktes etwas mehr
des verfügbaren Speichervolumens für flüssigen Sauerstoff zur Verfügung stehen muss.
Das Kühlfahrzeug 18 weist eine Zufuhreinrichtung 21 für flüssigen Sauerstoff und flüssigen
Stickstoff auf, die vom Aufbau her die anhand von Fig. 1 beschriebenen Teile enthält.
Über eine Anschlussleitung 19 werden flüssiger Sauerstoff und flüssiger Stickstoff
zu der Verteilungseinrichtung 11, vorzugsweise oben im Kühlbereich 20 angeordnet,
geleitet. Auf diese Weise kann je nach Zusammensetzung der Atmosphäre und Kühlbedarf
entweder flüssiger Stickstoff oder flüssiger Sauerstoff in den Kühlbereich 20 eingesprüht
werden. Ein Gebläse 17 kann zur gleichmäßigen Verteilung der Temperatur im Kühlbereich
20 eingesetzt werden. Ein Gassensor 13 und ein Temperatursensor 14 messen auch hier
im Kühlbereich 20 die Temperatur und das Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff
und leiten diese Informationen über Signalleitungen 15 an die Regeleinrichtung 16
weiter. Die Regeleinrichtung 16 steuert dann die Zufuhreinrichtung 21 in der anhand
von Fig. 1 bereits beschriebenen Weise.
[0018] Die vorliegende Erfindung erlaubt den sparsamen Einsatz von kälteverflüssigtem Sauerstoff
und Stickstoff zur Kühlung von Kühlgut in einem Kühlbereich, wobei jederzeit ein für
Menschen und Apparaturen gefahrloser Sauerstoffgehalt gewährleistet werden kann.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- erster Behälter (LIN)
- 2
- zweiter Behälter (LOX)
- 3
- erste Zuführleitung
- 4
- zweite Zuführleitung
- 5
- erstes Zufuhrventil
- 6
- zweites Zufuhrventil
- 7
- erstes Sicherheitsventil
- 8
- zweites Sicherheitsventil
- 9
- erste Druckleitung
- 10
- zweite Druckleitung
- 11
- Verteilungseinrichtung
- 12
- Kühlgut
- 13
- Gassensor
- 14
- Temperatursensor
- 15
- Signalleitungen
- 16
- Regeleinrichtung
- 17
- Gebläse
- 18
- Kühlfahrzeug
- 19
- Anschlussleitung
- 20
- Kühlbereich
- 21
- Zufuhreinrichtung
- LIN
- kälteverflüssigter Stickstoff
- LOX
- kälteverflüssigter Sauerstoff
1. Verfahren zur Kühlung eines Kühlgutes (12) mittels mindestens eines kälteverflüssigten
Gases, wobei die Kühlung in einem Kühlbereich (20) erfolgt, in dem zumindest zeitweise
eine der Luft ähnliche und für Menschen gefahrlos atembare Atmosphäre benötigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Behälter (1) mit kälteverflüssigtem Sauerstoff (LOX) und mindestens
ein zweiter Behälter (2) mit kälteverflüssigtem Stickstoff (LIN) über Zuführleitungen
(3, 4) mit dem Kühlbereich (20) verbunden werden, wobei über eine Regeleinrichtung
(16) bewirkt wird, dass Stickstoff und Sauerstoff in einem solchen Verhältnis dem
Kühlbereich (20) zugeführt werden, das dort ein Mischungsverhältnis etwa entsprechend
dem in der natürlichen Erdatmosphäre aufrechterhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das der Stickstoff und der Sauerstoff dem Kühlbereich (20) getrennt zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stickstoff und der Sauerstoff zunächst zu einem Gemisch gemischt und das Gemisch
dem Kühlbereich (20) zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stickstoff und der Sauerstoff in flüssigem Zustand gemischt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff und der Stickstoff in gasförmigem Zustand gemischt werden und das
Gemisch gasförmig dem Kühlbereich zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Temperatur in dem Kühlbereich
(20) mit einem Temperatursensor (14) und/oder das Mischungsverhältnis von Stickstoff
und Sauerstoff in dem Kühlbereich (20) mit mindestens einem Gassensor (13) erfasst
werden, und wobei mittels der Regeleinrichtung (16) die Temperatur mit einer vorgebbaren
Solltemperatur und das Mischungsverhältnis von Stickstoff und Sauerstoff mit einem
Sollbereich, vorzugsweise etwa gleich dem Mischungsverhältnis in der Erdatmosphäre,
verglichen werden und wobei bei Überschreiten der Solltemperatur und/oder bei Abweichung
des Mischungsverhältnisses von dem Sollwert tiefkalter Sauerstoff und/oder Stickstoff
zugeführt werden, und zwar in solchen Mengen, dass die Solltemperatur unterschritten
wird und das Mischungsverhältnis in dem Sollbereich liegt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zufuhr von Sauerstoff
und Stickstoff vollständig beendet wird, wenn eine der Komponenten nicht mit einem
erforderlichen Mindestdruck verfügbar ist.
8. Vorrichtung zur Kühlung eines Kühlgutes (12) mittels mindestens eines kälteverflüssigten
Gases, wobei die Kühlung in einem Kühlbereich (20) erfolgt, in dem zumindest zeitweise
eine der Luft ähnliche und für Menschen gefahrlos atembare Atmosphäre benötigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Behälter (1) mit kälteverflüssigtem Sauerstoff (LOX) und ein
zweiter Behälter (2) mit kälteverflüssigtem Stickstoff (LIN) über Zuführleitungen
(3, 4) mit dem Kühlbereich (20) verbunden sind und eine Regeleinrichtung (16) zur
Regelung des Mischungsverhältnisses von Sauerstoff und Stickstoff vorhanden ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei ein Gassensor (13) und/oder ein Temperatursensor
(14) in dem Kühlbereich (11) angebracht und über Signalleitungen (15) mit der Regelungseinheit
(16) verbunden sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, wobei in der Zuführleitung (3, 4) von jedem Behälter
(1, 2) hintereinander ein Zufuhrventil (5, 6), welches über eine Signalleitung (15)
mit der Regeleinrichtung (16) verbunden ist, und ein Sicherheitsventil (6, 7), welches
nur bei Vorhandensein eines Mindestdruckes im jeweils anderen Behälter (2, 1) geöffnet
ist, angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei eine Verteilungseinrichtung (11),
insbesondere eine Sprüheinrichtung, in dem Kühlbereich (20) angeordnet und über die
Zuführleitungen (3, 4) und mindestens eine Anschlussleitung (19) mit den Behältern
(1, 2) verbunden ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei der erste Behälter (1) und/oder
der zweite Behälter (2) als zwei oder mehr Einzelbehälter ausgebildet sind, insbesondere
vier oder fünf gleichartige Einzelbehälter vorhanden sind, von denen nur einer flüssigen
Sauerstoff (LOX) enthält.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlbereich (20) der Kühlraum eines Kühlfahrzeuges (18) ist, auf dem die Vorrichtung
angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei der Kühlbereich (20) zu einer
stationären Kühleinrichtung, insbesondere einer Gefriereinrichtung für Lebensmittel,
gehört und für Personen zugänglich ist.
15. Kühlfahrzeug (18) mit einem Kühlbereich (20) und mit einer Vorrichtung gemäß einem
der Ansprüche 8 bis 12.