[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Betriebsverfahren für eine Fertigstraße zum
Walzen eines Bandes,
- wobei einem Steuerrechner für die Fertigstraße spätestens zu einem Zeitpunkt, zu dem
ein erster Bandpunkt des Bandes sich noch vor der Fertigstraße befindet, für den ersten
Bandpunkt eine Istgröße und eine Sollgröße bekannt sind,
- wobei die Istgröße für den Ist-Energieinhalt des ersten Bandpunktes und Sollgröße
für den Soll-Energieinhalt des ersten Bandpunktes charakteristisch sind,
- wobei die Istgröße auf einen Ort vor der Fertigstraße bezogen ist und die Sollgröße
auf einen Ort hinter der Fertigstraße bezogen ist,
- wobei der Steuerrechner vor dem Einlaufen des ersten Bandpunktes in die Fertigstraße
für den ersten Bandpunkt anhand einer Ermittlungsvorschrift eine Leitgröße ermittelt,
- wobei die Leitgröße dafür charakteristisch ist, mit welcher Leitgeschwindigkeit der
Steuerrechner die Fertigstraße zum Zeitpunkt des Einlaufens des ersten Bandpunktes
in die Fertigstraße betreibt,
- wobei der Steuerrechner anhand der Leitgröße die Leitgeschwindigkeit ermittelt und
die Fertigstraße zum Zeitpunkt des Einlaufens des ersten Bandpunktes in die Fertigstraße
mit der Leitgeschwindigkeit betreibt,
- wobei in die Ermittlungsvorschrift für die Leitgröße die Istgröße und die Sollgröße
des in die Fertigstraße eintretenden Bandpunktes eingehen.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Computerprogramm, das Maschinencode
umfasst, der von einem Steuerrechner für eine Fertigstraße zum Walzen eines Bandes
unmittelbar abarbeitbar ist und dessen Abarbeitung durch den Steuerrechner bewirkt,
dass der Steuerrechner die Fertigstraße gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen Steuerrechner für eine Fertigstraße
zum Walzen eines Bandes, wobei der Steuerrechner derart ausgebildet ist, dass er die
Fertigstraße gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0004] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Fertigstraße zum Walzen eines Bandes,
die mit einem derartigen Steuerrechner ausgestattet ist.
[0005] Die oben genannten Gegenstände sind beispielsweise aus der
US 6 220 067 B1 bekannt.
[0007] Eine Warmbandstraße besteht in der Regel zumindest aus einer Fertigstraße und einer
der Fertigstraße nachgeordneten Kühlstrecke. Gegebenenfalls kann - alternativ oder
zusätzlich zur Kühlstrecke - der Fertigstraße eine Vorstraße vorgeordnet sein oder
kann der Fertigstraße eine Gießeinrichtung vorgeordnet sein.
[0008] Die Fertigstraße weist eine Anzahl von Walzgerüsten auf. Die Anzahl an Walzgerüsten
kann nach Bedarf bestimmt sein. In der Regel sind mehrere Walzgerüste vorhanden, beispielsweise
vier bis sieben Walzgerüste. In Einzelfällen kann jedoch auch nur ein einziges Walzgerüst
vorhanden sein. Für jedes Walzgerüst - unabhängig von deren Anzahl - wird bei jedem
durchzuführenden Walzstich eine Sollstichabnahme vorgegeben. Falls mehrere Walzgerüste
vorhanden sind, werden weiterhin in der Regel ein- und/oder auslaufseitige Sollzüge
vorgegeben. Falls nur ein einziges Walzgerüst vorhanden ist, kann ein- und/oder auslaufseitiger
Sollzug vorgegeben sein. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.
[0009] Eine der Zielgrößen, die bei einer Warmbandstraße eingehalten werden sollen, ist
die Endwalztemperatur, das heißt die Temperatur, mit der das Band aus der Fertigstraße
ausläuft. Alternativ zur Endwalztemperatur kann auch eine andere, den Energieinhalt
des Bandes an diesem Ort beschreibende Größe verwendet werden, beispielsweise die
Enthalpie. Die Zielgröße soll möglichst über die gesamte Länge des Bandes eingehalten
werden. Die Zielgröße kann alternativ konstant sein oder über die Länge des Bandes
variieren.
[0010] Zum Erreichen der Zielgröße wird in der Regel die Leitgeschwindigkeit der Fertigstraße
entsprechend eingestellt. Die Leitgeschwindigkeit ist eine Geschwindigkeit, aus der
- gegebenenfalls in Verbindung mit den in der Fertigstraße einzustellenden Stichabnahmen
und Sollzügen - die innerhalb der Fertigstraße auftretenden Band- und Walzenumfangsgeschwindigkeiten
eindeutig ermittelbar sind. Beispielsweise kann es sich um eine fiktive Geschwindigkeit
des Bandkopfes oder um die Drehzahl des ersten Walzgerüsts der Fertigstraße handeln.
Die Leitgeschwindigkeit kann beispielsweise als Funktion als Ortes des Bandkopfes
definiert sein.
[0011] Als weitere Stellglieder können gegebenenfalls Zwischengerüst-Kühleinrichtungen und/oder
ein der Fertigstraße vorgeordneter Induktionsofen vorhanden sein. Diese Stellglieder
wirken - ebenso wie Kühleinrichtungen der Kühlstrecke - nur lokal auf das Band. Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung ist das Vorhandensein dieser weiteren Stellglieder
jedoch von untergeordneter Bedeutung. Entscheidend kommt es auf die Leitgeschwindigkeit
(oder eine für die Leitgeschwindigkeit charakteristische Größe, beispielsweise den
Massenfluss) und deren Ermittlung an.
[0012] Wie bereits erwähnt, ist der Fertigstraße in der Regel eine Kühlstrecke nachgeordnet.
In der Kühlstrecke wird das Band in definierter Weise auf eine Haspeltemperatur (bzw.
-enthalpie) abgekühlt. Die Geschwindigkeit, mit der das Band die Kühlstrecke durchläuft,
ist durch die Leitgeschwindigkeit festgelegt. Die Einstellung der für die einzelnen
Bandpunkte geforderten Abkühlverläufe erfolgt dadurch, dass die Bandpunkte wegverfolgt
werden und Stellventile der Kühleinrichtungen der Kühlstrecke, welche den Kühlmittelmengenfluss
einstellen, zeitrichtig angesteuert werden.
[0013] Die Stellventile weisen in der Praxis erhebliche Verzögerungszeiten auf, die oftmals
in der Größenordnung von mehreren Sekunden liegen. Um die Stellventile rechtzeitig
vorher ansteuern zu können, ist es daher erforderlich, rechtzeitig vorher zu wissen,
wann ein bestimmter Bandpunkt sich im Einflussbereich einer bestimmten Kühleinrichtung
befindet. Um genau berechnen zu können, wann ein bestimmter Bandpunkt in diesen Einflussbereich
eintritt und wann er aus ihm austritt, ist es erforderlich, nicht nur den Momentanwert
der Leitgeschwindigkeit zu kennen, sondern auch den zukünftigen Verlauf der Leitgeschwindigkeit,
zumindest im Rahmen der Verzögerungszeit der Stellventile. Darüber hinaus beeinflusst
auch die Durchlaufzeit als solche, also die Zeit, die der jeweilige Bandpunkt zum
Durchlaufen der Kühlstrecke benötigt, die Haspeltemperatur. Auch die Durchlaufzeit
wird - selbstverständlich - durch den Verlauf der Leitgeschwindigkeit beeinflusst.
[0014] Im Stand der Technik ist bekannt, den Leitgeschwindigkeitsverlauf auf vereinfachte
Weise zu ermitteln. Beispielsweise wird ein Anfangswert vorgegeben, mit dem der Bandkopf
die Fertigstraße durchlaufen soll. Weiterhin wird eine Beschleunigungsrampe vorgegeben,
über die das Band auf eine Endgeschwindigkeit beschleunigt wird, sobald der Bandkopf
aus der Fertigstraße ausgelaufen ist. Diese Vorgehensweise erweist sich in der Praxis
als untauglich, um eine vorgegebene Sollendwalztemperatur (bzw. einen entsprechenden
Temperaturverlauf) mit hoher Genauigkeit einzuhalten.
[0015] Im Stand der Technik ist weiterhin bekannt, die (tatsächliche) Endwalztemperatur
zu erfassen und die Leitgeschwindigkeit im Sinne einer Minimierung der Abweichung
der tatsächlichen Endwalztemperatur von der vorgegebenen Sollendwalztemperatur nachzuführen.
Diese Nachführung kann mittels eines klassischen oder - wie beispielsweise in der
DE 103 21 791 A1 beschrieben - mittels einer modellprädiktiven Regelung erfolgen. Unabhängig von der
Art der Regelung (klassisch oder modellprädiktiv) erfolgt der Regeleingriff, also
das Verändern der Leitgeschwindigkeit, jedoch simultan zum Ermitteln der Leitgeschwindigkeit.
Eine etwaige Prädiktion beschränkt sich - analog zur ungeregelten Vorgehensweise -
auf die Vorgabe einer zukünftig erwarteten Beschleunigungsrampe. Ob auf Grund der
Soll- und Istgrößen des nächsten Regelschrittes tatsächlich die vorhergesagte Leitgeschwindigkeit
angenommen wird, ist nicht sicher. Ferner erstreckt sich die Prädiktion systembedingt
auf einen einzelnen Regelschritt.
[0016] Diese Vorgehensweise erweist sich in der Praxis zwar in der Regel als geeignet, eine
vorgegebene Sollendwalztemperatur (bzw. einen entsprechenden Verlauf) mit hoher Genauigkeit
einzuhalten. Jedoch ist bei dieser Vorgehensweise nicht vorhersagbar, in welche Richtung
und um welchen Wert die Leitgeschwindigkeit im nächsten Regelschritt tatsächlich variieren
wird. Die etwaige Prädiktion ist mehr ein Raten als ein echtes Ermitteln.
[0017] Darüber hinaus wäre die Prädiktion selbst dann, wenn sie korrekt bzw. zumindest in
etwa korrekt wäre, bei der Lehre der
DE 103 21 791 A1 prinzipiell auf einen einzigen Regelschritt beschränkt. Dies wäre für ein rechtzeitiges
Nachführen der Steuersignale für die Stellglieder der Kühlstrecke oder von Zwischengerüst-Kühleinrichtungen
der Fertigstraße völlig unzureichend. Das Variieren der Leitgeschwindigkeit führt
daher dazu, dass die von den Stellgliedern der Kühlstrecke aufgebrachten Kühlmittelmengen
nicht auf die Bandpunkte aufgebracht werden, für welche die Kühlmittelmengen zuvor
berechnet wurden. Es ergeben sich daher Abweichungen der Temperatur (bzw. des Energieinhalts)
der Bandpunkte am Ende der Kühlstrecke (beispielsweise an einem Haspel) von gewünschten
Sollwerten. Das genaue Einhalten der Endwalztemperatur wird daher im Stand der Technik
mit einer erhöhten Schwankung beispielsweise der Haspeltemperatur "erkauft".
[0018] In der älteren, am Anmeldetag der vorliegenden Erfindung noch nicht veröffentlichten
europäischen Patentanmeldung
09 171 068.1 (Anmeldetag 23.09.2009) ist eine modellprädiktive Regelung beschrieben, welche eine
Fertigstraße und eine Kühlstrecke mittels einer Prognose gemeinsam regelt. Hierbei
wird auch der Massenfluss prädiziert. Dieser Ansatz benötigt von Stellgliedern der
Kühlstrecke ausgegebene Kühlmittelmengen, um den Massenfluss ermitteln zu können.
Weiterhin wird auch hier stets der Massenfluss sofort nachgeregelt. Auch dieser Ansatz
löst daher nicht das Problem, zuverlässig vorab einen Leitgeschwindigkeitsverlauf
ermitteln zu können.
[0019] Aus der
WO 03/045 599 A1 ist ein Betriebsverfahren für eine Fertigstraße zum Walzen eines Bandes bekannt,
- wobei einem Steuerrechner für die Fertigstraße spätestens zu einem Zeitpunkt, zu dem
ein erster Bandpunkt des Bandes sich noch vor der Fertigstraße befindet, für den ersten
Bandpunkt und eine Anzahl von dritten Bandpunkten des Bandes jeweils eine Istgröße
und eine Sollgröße bekannt sind,
- wobei für jeden Bandpunkt die jeweilige Istgröße für den Ist-Energieinhalt des jeweiligen
Bandpunktes und die jeweilige Sollgröße für den Sollenergieinhalt des jeweiligen Bandpunktes
charakteristisch sind,
- wobei für jeden Bandpunkt die jeweilige Istgröße auf einen Ort vor der Fertigstraße
bezogen ist und die jeweilige Sollgröße auf einen Ort hinter der Fertigstraße bezogen
ist,
- wobei die dritten Bandpunkte vor dem ersten Bandpunkt in die Fertigstraße einlaufen.
[0020] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
auf zuverlässige Weise bereits vor dem Einlaufen eines Bandpunktes in die Fertigstraße
die Leitgröße nicht nur für diesen Bandpunkt, sondern auch für nach diesem Bandpunkt
in die Fertigstraße einlaufende Bandpunkte realitätsgetreu ermitteln zu können.
[0021] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren für eine Fertigstraße mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche 2 bis 14.
[0022] Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
- dass einem Steuerrechner für die Fertigstraße spätestens zu einem Zeitpunkt, zu dem
ein erster Bandpunkt des Bandes sich noch vor der Fertigstraße befindet, für den ersten
Bandpunkt, eine Anzahl von zweiten Bandpunkten und eine Anzahl von dritten Bandpunkten
des Bandes jeweils eine Istgröße und eine Sollgröße bekannt sind,
- dass für jeden Bandpunkt die jeweilige Istgröße für den Ist-Energieinhalt des jeweiligen
Bandpunktes und die jeweilige Sollgröße für den Soll-Energieinhalt des jeweiligen
Bandpunktes charakteristisch sind,
- dass für jeden Bandpunkt die jeweilige Istgröße auf einen Ort vor der Fertigstraße
bezogen ist und die jeweilige Sollgröße auf einen Ort hinter der Fertigstraße bezogen
ist,
- dass die zweiten Bandpunkte nach dem ersten Bandpunkt und die dritten Bandpunkte vor
dem ersten Bandpunkt in die Fertigstraße einlaufen,
- dass der Steuerrechner vor dem Einlaufen des ersten Bandpunktes in die Fertigstraße
für den ersten Bandpunkt und zumindest einen Teil der zweiten Bandpunkte anhand einer
für den jeweiligen Bandpunkt spezifischen Ermittlungsvorschrift jeweils eine Leitgröße
ermittelt,
- dass die jeweilige Leitgröße dafür charakteristisch ist, mit welcher Leitgeschwindigkeit
der Steuerrechner die Fertigstraße zum Zeitpunkt des Einlaufens des jeweiligen Bandpunktes
in die Fertigstraße betreibt,
- dass der Steuerrechner anhand der für den jeweiligen Bandpunkt ermittelten Leitgröße
die jeweilige Leitgeschwindigkeit ermittelt und die Fertigstraße zum Zeitpunkt des
Einlaufens des jeweiligen Bandpunktes in die Fertigstraße mit der jeweiligen Leitgeschwindigkeit
betreibt und
- dass für die jeweilige Leitgröße in deren Ermittlungsvorschrift die Istgröße und die
Sollgröße des zu diesem Zeitpunkt jeweils in die Fertigstraße eintretenden Bandpunktes
sowie die Istgröße und die Sollgröße mindestens eines zu diesem Zeitpunkt bereits
in die Fertigstraße eingetretenen Bandpunktes eingehen.
[0023] Beispielsweise kann vorgesehen sein,
- dass der Steuerrechner jede der Leitgrößen anhand einer Vielzahl von Einzelleitgrößen
ermittelt,
- dass jede Einzelleitgröße jeweils auf einen der Bandpunkte bezogen ist, dessen Ist-
und Sollgröße in die Ermittlung der jeweiligen Leitgröße eingehen,
- dass der Steuerrechner für jeden Bandpunkt dessen Einzelleitgröße derart ermittelt,
dass eine jeweilige Erwartungsgröße mit der korrespondierenden Sollgröße übereinstimmt,
und
- dass die jeweilige Erwartungsgröße für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch
ist, den der jeweilige Bandpunkt an dem Ort hinter der Fertigstraße, auf den die jeweils
korrespondierende Sollgröße bezogen ist, annehmen würde, wenn der Steuerrechner die
Fertigstraße während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunktes durch die
Fertigstraße mit einer mit der Einzelleitgröße korrespondierenden Leitgeschwindigkeit
betreiben würde.
[0024] Zum Ermitteln der jeweiligen Leitgröße anhand der jeweiligen Vielzahl von Einzelleitgrößen
kann der Steuerrechner beispielsweise eine gewichtete oder ungewichtete Mittelwertbildung
vornehmen.
[0025] Alternativ kann vorgesehen sein, dass der Steuerrechner für jeden Bandpunkt, für
den er dessen Leitgröße ermittelt,
- anhand der Istgrößen, die in die Ermittlung der Leitgröße für den jeweiligen Bandpunkt
eingehen, eine effektive Istgröße und anhand der Sollgrößen, die in die Ermittlung
der Leitgröße für den jeweiligen Bandpunkt eingehen, eine effektive Sollgröße ermittelt,
- eine Erwartungsgröße ermittelt, die für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch
ist, den der jeweilige Bandpunkt an dem Ort hinter der Fertigstraße, auf den die effektive
Sollgröße bezogen ist, annehmen würde, wenn der Steuerrechner die Fertigstraße während
des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunktes durch die Fertigstraße mit einer
mit der Leitgröße für den jeweiligen Bandpunkt korrespondierenden Leitgeschwindigkeit
betreiben würde, und
- die Leitgröße derart ermittelt, dass die Erwartungsgröße an dem Ort hinter der Fertigstraße,
auf den die effektive Sollgröße bezogen ist, die effektive Sollgröße aufweist.
[0026] Auch hier kann der Steuerrechner zum Ermitteln der effektiven Istgröße und der effektiven
Sollgröße eine gewichtete oder ungewichtete Mittelwertbildung vornehmen.
[0027] Ebenso kann alternativ vorgesehen sein,
- dass der Steuerrechner zum Ermitteln der Leitgrößen die Leitgrößen zunächst als vorläufige
Werte ansetzt,
- dass der Steuerrechner für den ersten Bandpunkt und zumindest einen Teil der zweiten
und dritten Bandpunkte eine jeweilige Erwartungsgröße ermittelt,
- dass jede Erwartungsgröße für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch ist,
den der jeweilige Bandpunkt an dem Ort hinter der Fertigstraße, auf den die jeweils
korrespondierende Sollgröße bezogen ist, annehmen würde, wenn der Steuerrechner die
Fertigstraße während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunktes durch die
Fertigstraße mit Leitgeschwindigkeiten betreiben würde, die mit den angesetzten Leitgrößen
korrespondieren, und
- dass der Steuerrechner die angesetzten Leitgrößen variiert, so dass eine Zielfunktion
optimiert wird, in die die Beträge der Differenzen der Erwartungsgrößen von den korrespondierenden
Sollgrößen eingehen.
[0028] Bei der letztgenannten Alternative ist vorzugsweise vorgesehen, dass in die Zielfunktion
zusätzlich auch ein Strafterm eingeht, mittels dessen Änderungen der Leitgeschwindigkeit
bestraft werden.
[0029] Unabhängig davon, welche der drei oben genannten Alternativen ergriffen wird, ist
das erfindungsgemäße Betriebsverfahren immer noch sehr rechenintensiv. Zur Reduzierung
des Rechenaufwands ist vorzugsweise vorgesehen,
- dass der Steuerrechner vorab ein Datenfeld erstellt, in dem der Steuerrechner für
eine Vielzahl von möglichen Leitgeschwindigkeiten und möglichen Istgrößen die sich
für die jeweilige mögliche Istgröße bei der jeweiligen möglichen Leitgeschwindigkeit
ergebende Erwartungsgröße hinterlegt, und
- dass der Steuerrechner die Leitgrößen für die Bandpunkte unter Verwendung des Datenfeldes
ermittelt.
[0030] Das Betriebsverfahren, so wie es bisher beschrieben worden ist, arbeitet bereits
recht gut. Es kann dadurch noch weiter verbessert werden, dass der Steuerrechner
- zumindest für einen Teil der Bandpunkte eine jeweilige Erwartungsgröße ermittelt,
die für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch ist, der für den jeweiligen
Bandpunkt an dem Ort hinter der Fertigstraße, auf den die jeweils korrespondierende
Sollgröße bezogen ist, auf Grund der Leitgeschwindigkeiten, mit denen der Steuerrechner
die Fertigstraße während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunkts durch die
Fertigstraße betreibt, erwartet wird,
- nach dem Durchlauf des jeweiligen Bandpunktes durch die Fertigstraße eine Messgröße
entgegen nimmt, die für einen Ist-Energieinhalt des jeweiligen Bandpunktes an dem
Ort hinter der Fertigstraße, auf den die korrespondierende Sollgröße bezogen ist,
charakteristisch ist, und
- anhand eines Vergleichs des erwarteten Energieinhalts mit dem Ist-Energieinhalt selbsttätig
ein Modell der Fertigstraße (1) adaptiert und
- das Modell der Fertigstraße dadurch adaptiert, dass er bei der Verwendung des Datenfeldes
auf die Istgrößen einen Offset addiert, die Leitgeschwindigkeiten mit einem Skalierungsfaktor
skaliert und/oder auf sie einen Offset addiert und/oder auf die unter Verwendung des
Datenfeldes ermittelten Erwartungsgrößen einen Offset addiert.
[0031] In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung gehen für jede Leitgröße
in deren Ermittlung die Istgröße und die Sollgröße der bereits in die Fertigstraße
eingetretenen Punkte nur dann ein, wenn diese Bandpunkte zu dem Zeitpunkt, für den
die jeweilige Leitgröße ermittelt wird, noch nicht aus der Fertigstraße ausgetreten
sind. Insbesondere können in die Ermittlung der Leitgröße für einen bestimmten Bandpunkt
die Ist- und Sollgrößen aller Bandpunkte eingehen, die sich zum Zeitpunkt des Eintretens
des bestimmten Bandpunkts in die Fertigstraße in der Fertigstraße befinden.
[0032] Das Betriebsverfahren, so wie es bisher beschrieben worden ist, arbeitet bereits
recht gut. Es kann dadurch noch weiter verbessert werden, dass der Steuerrechner zumindest
für einen Teil der Bandpunkte
- eine jeweilige Erwartungsgröße ermittelt, die für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch
ist, der für den jeweiligen Bandpunkt an dem Ort hinter der Fertigstraße, auf den
die jeweils korrespondierende Sollgröße bezogen ist, auf Grund der Leitgeschwindigkeiten,
mit denen der Steuerrechner die Fertigstraße während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen
Bandpunkts durch die Fertigstraße betreibt, erwartet wird,
- nach dem Durchlauf des jeweiligen Bandpunktes durch die Fertigstraße eine Messgröße
entgegen nimmt, die für einen Ist-Energieinhalt des jeweiligen Bandpunktes an dem
Ort hinter der Fertigstraße, auf den die korrespondierende Sollgröße bezogen ist,
charakteristisch ist, und
- anhand eines Vergleichs des erwarteten Energieinhalts mit dem Ist-Energieinhalt selbsttätig
zumindest einen Teil der bereits ermittelten Leitgrößen nachführt.
[0033] Wenn der Steuerrechner den erwarteten Energieinhalt mit dem Ist-Energieinhalt vergleicht
und die Leitgrößen nachführt, ist es möglich, dass der Rechner den Vergleich für alle
Bandpunkte nacheinander ausführt. Es ist jedoch hinreichend, den Vergleich für einen
Teil der Bandpunkte durchzuführen, beispielsweise für jeden dritten oder jeden zehnten
Bandpunkt.
[0034] Wenn der Steuerrechner die Leitgrößen nachführt, berücksichtigt der Steuerrechner
selbstverständlich bei der Ermittlung von Erwartungsgrößen den geänderten Leitgrößenverlauf.
[0035] Es ist möglich, dass der Steuerrechner das Nachführen für alle bereits ermittelten
Leitgrößen vornimmt. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass der Steuerrechner anhand
des Vergleichs selbsttätig nur diejenigen Leitgrößen nachführt, die für Bandpunkte
ermittelt wurden, die zum Zeitpunkt des Nachführens vom Eingang der Fertigstraße einen
Mindestabstand aufweisen. Diese Vorgehensweise ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn der Steuerrechner oder eine andere Steuereinrichtung die ermittelten Leitgrößen
zur Ermittlung mindestens einer weiteren Stellgröße verwendet und die weitere Stellgröße
um eine Totzeit verzögert und nur lokal auf das Band wirkt. Optimal ist diese Vorgehensweise,
wenn der Mindestabstand derart bestimmt ist, dass eine mit dem Mindestabstand korrespondierende
Zeitdifferenz mindestens so groß wie die Totzeit ist.
[0036] Zusätzlich zum Nachführen bereits ermittelter Leitgrößen kann der Steuerrechner -
selbstverständlich - die Ermittlungsvorschrift für noch nicht ermittelte Leitgrößen
als solche adaptieren. Das Adaptionsergebnis kann, je nach Lage des Einzelfalls, bereits
bei der Ermittlung weiterer Leitgrößen desselben Bandes oder erst bei der Ermittlung
von Leitgrößen für nachfolgende Bänder berücksichtigt werden.
[0037] Die beiden zuletzt genannten Vorgehensweisen - Stichwort "Nachführen bereits ermittelter
Leitgrößen" einerseits und "Adaptieren der Ermittlungsvorschrift" andererseits können
beispielsweise derart miteinander verkoppelt sein, dass der Steuerrechner ein Modell
der Fertigstraße umfasst, mittels dessen ermittelt wird, welche Temperatur für einen
Bandpunkt auslaufseitig der Fertigstraße erwartet wird, wenn der jeweilige Bandpunkt
einlaufseitig der Fertigstraße eine gegebene Temperatur aufweist und die Fertigstraße
durchläuft, während die Fertigstraße mit einer gegebenen Leitgeschwindigkeit betrieben
wird. In diesem Fall kann das Modell sofort adaptiert werden. Dies entspricht dem
Adaptieren der Ermittlungsvorschrift. Sodann wird für mindestens eine der bereits
ermittelten Leitgrößen die Leitgröße unter Verwendung des adaptierten Modells der
Fertigstraße neu ermittelt. Dies entspricht vom Ansatz her dem Nachführen der bereits
ermittelten Leitgrößen. Gegebenenfalls kann ein weicher Übergang von den ursprünglich
ermittelten Leitgrößen zu den neu ermittelten Leitgrößen erfolgen.
[0038] Das erfindungsgemäße Betriebsverfahren stellt bereits dann einen erheblichen Fortschritt
gegenüber dem Stand der Technik dar, wenn der Prädiktionshorizont relativ klein ist,
beispielsweise drei bis fünf Bandpunkte beträgt. Seine volle Überlegenheit zeigt das
erfindungsgemäße Betriebsverfahren jedoch insbesondere dann, wenn der erste Bandpunkt
und der Teil der zweiten Bandpunkte, für die deren jeweilige Leitgröße vor dem Einlaufen
des ersten Bandpunktes in die Fertigstraße ermittelt wurde, einem Prädiktionshorizont
entsprechen, der mindestens so groß wie die Totzeit ist, mit der die weitere Stellgröße
auf das Band wirkt. Dies gilt insbesondere im Zusammenwirken mit dem Nachführen der
bereits ermittelten Leitgrößen, wenn das Nachführen ebenfalls auf die genannte Totzeit
abgestimmt ist.
[0039] In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist weiterhin vorgesehen,
dass der Steuerrechner die ermittelten Leitgrößen oder die entsprechenden Leitgeschwindigkeiten
durch einen Spline aneinander kettet, so dass ein sich durch die Verkettung ergebender
Leitgeschwindigkeitsverlauf stetig und differenzierbar ist. Der sich ergebende Vorteil
besteht in einem sanfteren und gleichmäßigeren Betrieb der Fertigstraße. Dies gilt
ganz besonders, wenn der sich ergebende Leitgrößenverlauf nicht nur differenzierbar
ist, sondern stetig differenzierbar ist.
[0040] Der Steuerrechner führt das Ermitteln der Leitgrößen vorzugsweise im Rahmen einer
Vorausberechnung online oder in Echtzeit aus.
[0041] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin durch ein Computerprogramm der eingangs
genannten Art gelöst. Das Computerprogramm ist in diesem Fall derart ausgestaltet,
dass der Steuerrechner ein Betriebsverfahren mit allen Schritten eines erfindungsgemäßen
Betriebsverfahrens ausführt.
[0042] Die Aufgabe wird weiterhin durch einen Steuerrechner für eine Fertigstraße zum Walzen
eines Bandes gelöst, der derart ausgebildet ist, dass er im Betrieb ein derartiges
Betriebsverfahren ausführt.
[0043] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Fertigstraße zum Walzen eines Bandes gelöst,
die mit einem derartigen Steuerrechner ausgestattet ist.
[0044] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen. Es zeigen in Prinzipdarstellung:
- FIG 1
- schematisch eine Warmbandstraße,
- FIG 2
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 3 bis 6
- beispielhaft verschiedene Zustände einer Fertigstraße,
- FIG 7
- beispielhaft eine Momentaufnahme der Fertigstraße,
- FIG 8 bis 11
- Ablaufdiagramme,
- FIG 12
- ein Modell der Fertigstraße,
- FIG 13
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 14
- ein Zeitdiagramm und
- FIG 15
- ein Ablaufdiagramm.
[0045] Gemäß FIG 1 umfasst eine Warmbandstraße zumindest eine Fertigstraße 1. In der Fertigstraße
1 soll ein Band 2 gewalzt werden. Das Band 2 ist in der Regel ein Metallband, beispielsweise
ein Stahlband. Alternativ (zu Stahl) kann das Band aus Kupfer, Messing, Aluminium
oder einem anderen Metall bestehen.
[0046] Die Fertigstraße 1 weist zum Walzen des Bandes 2 ein Walzgerüst 3 oder - wie in FIG
1 dargestellt - mehrere Walzgerüste 3 auf. Dargestellt sind in Figur 1 drei solcher
Walzgerüste 3. Die tatsächliche Anzahl an Walzgerüsten 3 kann, wie dargestellt, drei
sein. Alternativ kann sie von drei verschieden sein, insbesondere größer sein. In
der Regel beträgt die Anzahl an Walzgerüsten 3 vier bis acht, insbesondere 5 bis 7.
Weiterhin sind von den Walzgerüsten 3 in FIG 1 nur die Arbeitswalzen dargestellt (2-high).
In der Regel umfassen die Walzgerüste 3 zusätzlich zu den Arbeitswalzen Stützwalzen
(4-high), manchmal zusätzlich auch noch Zwischenwalzen (6-high).
[0047] Die Fertigstraße 1 kann eine Heizeinrichtung 4 aufweisen, beispielsweise einen Induktionsofen.
Wenn die Heizeinrichtung 4 vorhanden ist, befindet sie sich in der Regel am Eingang
der Fertigstraße 1. Alternativ oder zusätzlich können - analog zu Zwischengerüstkühleinrichtungen
- auch zwischen den Walzgerüsten 3 Heizeinrichtungen vorhanden sein. Die Heizeinrichtung
4 wird, falls sie vorhanden ist, im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Bestandteil
der Fertigstraße 1 angesehen. Alternativ oder zusätzlich zur Heizeinrichtung 4 kann
die Fertigstraße 1 Zwischengerüstkühleinrichtungen 5 aufweisen. Wenn die Zwischengerüstkühleinrichtungen
5 vorhanden sind, ist jede Zwischengerüstkühleinrichtung 5 von zwei der Walzgerüste
3 eingegabelt. Sie sind, falls sie vorhanden sind, Bestandteil der Fertigstraße 1.
Jede ZwischengerüstKühleinrichtung 5 weist je mindestens ein Stellventil 5' und mindestens
eine Spritzdüse 5" auf.
[0048] Der Fertigstraße 1 kann weiterhin eine Kühlstrecke 6 nachgeordnet sein. Wenn die
Kühlstrecke 6 vorhanden ist, weist sie Kühleinrichtungen 7 auf. Jede Kühleinrichtung
7 weist je mindestens ein Stellventil 7' und mindestens eine Spritzdüse 7" auf.
[0049] Sowohl mittels der Zwischengerüstkühleinrichtungen 5 als auch mittels der Kühleinrichtungen
7 wird das Band 2 mit einem flüssigen Kühlmedium (in der Regel Wasser mit oder ohne
Beimischungen) gekühlt. Der Unterschied zwischen den Zwischengerüstkühleinrichtungen
5 und den Kühleinrichtungen 7 der Fertigstraße 6 besteht darin, dass die Kühleinrichtungen
7 hinter dem letzten Walzgerüst 3 der Fertigstraße 1 angeordnet sind, die Zwischengerüstkühleinrichtungen
5 zwischen je zwei der Walzgerüste 3.
[0050] Gemäß Figur 1 ist die Fertigstraße 1 weiterhin mit einem Steuerrechner 8 ausgestattet.
Der Steuerrechner 8 dient zumindest der Steuerung der Fertigstraße 1, also der Walzgerüste
3 und - falls vorhanden - der Heizeinrichtung 4 und der Zwischengerüstkühleinrichtungen
5. Gegebenenfalls kann der Steuerrechner 8 auch weitere Einrichtungen steuern, beispielsweise
die Kühlstrecke 6 und deren Kühleinrichtungen 7. Alternativ kann die Kühlstrecke 6
von einer anderen Steuereinrichtung 8' gesteuert werden.
[0051] Die Wirkungsweise des Steuerrechners 8 wird durch ein Computerprogramm 9 bestimmt,
das dem Steuerrechner 8 - beispielsweise über einen mobilen Datenträger 10 - zugeführt
wird. Der mobile Datenträger 10 kann nach Bedarf ausgestaltet sein, beispielsweise
als CD-ROM, als USB-Memorystick oder als SD-Speicherkarte. Auf dem Datenträger 10
ist das Computerprogramm 9 in maschinenlesbarer Form gespeichert, beispielsweise in
elektronischer Form.
[0052] Das Computerprogramm 9 umfasst Maschinencode 11, mit dem der Steuerrechner 8 programmiert
ist und der von dem Steuerrechner 8 unmittelbar abarbeitbar ist. Das Abarbeiten des
Maschinencodes 11 durch den Steuerrechner 8 bewirkt, dass der Steuerrechner 8 die
Fertigstraße 1 gemäß einem Betriebsverfahren betreibt, das nachfolgend näher erläutert
wird. Das Programmieren mit dem Computerprogramm 9 bewirkt also eine entsprechende
Ausgestaltung des Steuerrechners 8.
[0053] Im Rahmen des Betriebsverfahrens müssen dem Steuerrechner 8 gemäß FIG 2 in einem
Schritt S1 für einen ersten Bandpunkt 12 des Bandes 2, eine Anzahl von zweiten Bandpunkten
13 des Bandes 2 und eine Anzahl von dritten Bandpunkten 13' des Bandes 2 jeweils eine
Istgröße G und eine Sollgröße G* bekannt sein, und zwar spätestens zu einem Zeitpunkt,
zu dem der erste Bandpunkt 12 sich noch vor der Fertigstraße 1 befindet.
[0054] Aus den nachfolgenden Erläuterungen wird ersichtlich werden, dass dem Steuerrechner
8 die Istgrößen G und die Sollgrößen G* für den ersten Bandpunkt 12, die zweiten Bandpunkte
13 und die dritten Bandpunkte 13' nicht alle zur gleichen Zeit bekannt werden müssen.
Es wird aber ebenfalls ersichtlich werden, dass das Bekannwerden abgeschlossen sein
muss, bevor der erste Bandpunkt 12 in die Fertigstraße 1 einläuft.
[0055] Die zweiten Bandpunkte 13 befinden sich alle hinter dem ersten Bandpunkt 12, laufen
also nach dem ersten Bandpunkt 12 in die Fertigstraße 1 ein. Die dritten Bandpunkte
13' laufen vor dem ersten Bandpunkt 12 in die Fertigstraße 1 ein. Die Figuren 3 bis
6 zeigen entsprechende Ausgestaltungen.
[0056] Die Istgröße G jedes Bandpunktes 12, 13, 13' ist für den Energieinhalt charakteristisch,
den der jeweilige Bandpunkt 12, 13, 13' an einem Ort xE vor der Fertigstraße 1 aufweist.
Die Istgröße G ist somit auf den Ort xE vor der Fertigstraße 1 bezogen. Der Ort xE
kann nach Bedarf bestimmt sein. Insbesondere kann es sich gemäß FIG 1 um einen Ort
handeln, der sich unmittelbar vor der ersten Einrichtung 4, 3 der Fertigstraße 1 befindet,
mittels derer - direkt oder indirekt - die Temperatur des Bandes 2 beeinflusst wird.
Es ist weiterhin zwar möglich, dass an diesem Ort eine Temperaturmesseinrichtung angeordnet
ist. In der Regel ist die Temperaturmesseinrichtung 14 jedoch dem Ort Xe vorgeordnet.
[0057] Die Sollgröße G* jedes Bandpunktes 12, 13, 13' ist für den Energieinhalt charakteristisch,
den der jeweilige Bandpunkt 12, 13, 13' an einem Ort xA hinter der Fertigstraße 1
aufweisen soll. Die Sollgrößen G* sind daher auf den Ort xA hinter der Fertigstraße
1 bezogen. Der Ort xA kann - analog zum Ort xE vor der Fertigstraße 1 - nach Bedarf
bestimmt sein. Beispielsweise kann es sich um den Ort einer Temperaturmesseinrichtung
15 handeln, die der Fertigstraße 1 nachgeordnet, der Kühlstrecke 6 jedoch vorgeordnet
ist.
[0058] Die Art der Istgröße G und der Sollgröße G* kann nach Bedarf bestimmt sein. In der
Regel handelt es sich um entsprechende Temperaturen. Alternativ kommt insbesondere
eine Enthalpie in Frage.
[0059] Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass der Begriff "Ort" sich nachfolgend stets
auf einen Ort bezieht, der bezüglich der Fertigstraße 1 ortsfest ist. Der Begriff
Bandpunkt" bezieht sich im Gegensatz hierzu stets auf einen Punkt, der bezüglich des
Bandes 2 ortsfest ist. Abstände der Bandpunkte 12, 13, 13' voneinander sind im Rahmen
der vorliegenden Erfindung nicht durch ihre geometrischen Abstände bestimmt, da sich
diese Abstände durch das Walzen des Bandes 2 in der Fertigstraße 1 ändern. Die Abstände
sind vielmehr definiert durch die Masse, die sich zwischen den Bandpunkten 12, 13,
13' befindet.
[0060] Die Bandpunkte 12, 13, 13' können, bezogen auf die zwischen ihnen befindliche Masse
des Bandes 2, äquidistant sein. Alternativ können die Bandpunkte 12, 13, 13' dadurch
definiert sein, dass - beispielsweise mittels der Temperaturmesseinrichtung 14 - in
zeitlich äquidistanten Schritten jeweils ein Messwert für die Istgröße G erfasst wird.
Der zeitliche Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Bandpunkten 12, 13, 13'
liegt in der Regel zwischen 100 ms und 500 ms, typisch zwischen 150 ms und 300 ms.
Beispielsweise kann er bei 200 ms liegen.
[0061] In einem Schritt S2 ermittelt der Steuerrechner 8 - selbstverständlich vor dem Einlaufen
des ersten Bandpunktes 12 in die Fertigstraße - für den ersten Bandpunkt 12 anhand
einer Ermittlungsvorschrift eine Leitgröße L*. In einem Schritt S3 ermittelt der Steuerrechner
8 zumindest für einen Teil der zweiten Bandpunkte 13 ebenfalls anhand einer Ermittlungsvorschrift
eine jeweilige Leitgröße L*. Auch den Schritt S3 führt der Steuerrechner 8 vor dem
Einlaufen des ersten Bandpunktes 12 in die Fertigstraße 1 aus.
[0062] Die Schritte S2 und S3 von FIG 2 bilden in der Praxis meist eine Einheit. Die separate
Darstellung in FIG 2 dient lediglich der besseren Erläuterung der vorliegenden Erfindung.
[0063] Vorzugsweise ermittelt der Steuerrechner 8 im Rahmen des Schrittes S3 für alle zweiten
Bandpunkte 13, die - ausgehend vom ersten Bandpunkt 12 - innerhalb eines vorbestimmten
Prädiktionshorizontes H liegen, deren Leitgröße L*. Wenn also im Rahmen des Schrittes
S3 für einen bestimmten zweiten Bandpunkt 13 dessen Leitgröße L* ermittelt wird, wird
in der Regel auch für alle anderen zweiten Bandpunkte 13, die zwischen dem ersten
Bandpunkt 12 und dem bestimmten zweiten Bandpunkt 13 liegen, deren jeweilige Leitgröße
L* ermittelt.
[0064] Die ermittelten Leitgrößen L* sind jeweils dafür charakteristisch, mit welcher Leitgeschwindigkeit
vL der Steuerrechner 8 die Fertigstraße 1 betreibt, wenn der Bandpunkt 12, 13, für
den die jeweilige Leitgröße L* ermittelt wurde, in die Fertigstraße 1 einläuft. Die
Leitgeschwindigkeit vL kann beispielsweise die Geschwindigkeit sein, mit der das Band
2 in die Fertigstraße 1 einläuft. Alternativ kann es sich um die Geschwindigkeit handeln,
mit der das Band 2 aus der Fertigstraße 1 ausläuft. Auch andere Größen - beispielsweise
eine Bestimmung des Massenflusses oder eine Walzendrehzahl oder eine Walzenumfangsgeschwindigkeit
- sind denkbar. Entscheidend ist, dass durch die Leitgeschwindigkeit vL - gegebenenfalls
in Verbindung mit Stichabnahmen und Sollzügen - alle in der Fertigstraße 1 auftretenden
Band- und Walzenumfangsgeschwindigkeiten eindeutig bestimmt sind.
[0065] In einem Schritt S4 ermittelt der Steuerrechner 8, falls erforderlich, anhand der
Leitgrößen L* die entsprechenden Leitgeschwindigkeiten vL. In einem Schritt S5 betreibt
der Steuerrechner 8 die Fertigstraße 1 entsprechend den im Schritt S4 ermittelten
Leitgeschwindigkeiten vL. Der Steuerrechner 8 stellt die Leitgeschwindigkeit vL also
stets derart ein, dass zu jedem Zeitpunkt die Fertigstraße 1 gerade mit der Leitgeschwindigkeit
vL betrieben wird, die mit der Leitgröße L* des momentan in die Fertigstraße 1 eintretenden
Bandpunktes 12, 13 korrespondiert.
[0066] Die Ermittlungsvorschrift zum Ermitteln der Leitgrößen L* ist jeweils spezifisch
für den jeweiligen Bandpunkt 12, 13. Aus dem ermittelten Wert der Leitgröße L* für
einen bestimmten Bandpunkt 12, 13 kann also nicht ohne weiteres auf den Wert der Leitgröße
L* für einen anderen Bandpunkt 12, 13 geschlossen werden. Insbesondere gehen in die
Ermittlungsvorschrift für die Leitgröße L* für einen bestimmten Bandpunkt 12, 13 zunächst
die Istgröße G und die Sollgröße G* des entsprechenden Bandpunktes 12, 13 ein. Zusätzlich
gehen in die jeweilige Ermittlungsvorschrift die Istgrößen G und die Sollgrößen G*
mindestens eines weiteren Bandpunktes 12, 13, 13' ein, der zu dem Zeitpunkt, zu dem
der betrachtete Bandpunkt 12, 13 in die Fertigstraße 1 eintritt, bereits in die Fertigstraße
1 eingetreten ist. Dieser Sachverhalt wird nachfolgend in Verbindung mit FIG 7 anschaulich
erläutert.
[0067] FIG 7 zeigt exemplarisch eine Momentaufnahme der Fertigstraße 1, während das Band
2 in der Fertigstraße 1 gewalzt wird. Die Bandpunkte 12, 13 werden in Verbindung mit
den Erläuterungen zu FIG 7 als Bandpunkte Pi (i = 1, 2, 3, ...) bezeichnet.
[0068] Man nehme an, entsprechend der Darstellung von FIG 7 befinden sich momentan die Bandpunkte
P5 bis P30 in der Fertigstraße 1. Die Bandpunkte P1 bis P4 haben in diesem Fall die
Fertigstraße 1 bereits wieder verlassen, sind also aus der Fertigstraße 1 bereits
wieder ausgetreten. Die Bandpunkte P31 bis P35 befinden sich noch vor der Fertigstraße
1. Der Bandpunkt P31 tritt in diesem Fall als nächstes in die Fertigstraße 1 ein.
Nach dem Bandpunkt P31 treten nacheinander die Bandpunkte P32, P33, P34 und P35 in
die Fertigstraße 1 ein. Die Ist-und Sollgrößen G, G* seien bis einschließlich zum
Bandpunkt P35 bekannt.
[0069] Bei der in FIG 7 dargestellten Situation muss die Ermittlung der Leitgröße L* für
den Bandpunkt P4 bereits seit langem abgeschlossen sein, da der Bandpunkt P4 nicht
nur bereits in die Fertigstraße 1 eingetreten ist, sondern sogar bereits wieder aus
der Fertigstraße 1 ausgetreten ist. In die Ermittlung der Leitgröße L*, mit der die
Fertigstraße 1 zu dem Zeitpunkt betrieben wurde, zu dem der Bandpunkt P4 in die Fertigstraße
1 eingetreten ist, sind erfindungsgemäß eingegangen
- die Istgröße G und die Sollgröße G* für den Bandpunkt P4 und
- die Istgröße und die Sollgröße G, G* für mindestens einen der Bandpunkte P1, P2 und
P3.
[0070] Unter der Annahme, dass der Prädiktionshorizont H vier Bandpunkten entspricht, muss
die Ermittlung der Leitgröße L* für den Bandpunkt P4 einen Zeittakt vor dem Zeitpunkt
des Eintretens des Bandpunktes P1 in die Fertigstraße 1 abgeschlossen gewesen sein.
[0071] In analoger Weise sind in die Ermittlung der Leitgröße L* für den Bandpunkt P7 eingegangen
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für den Bandpunkt P7 und
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für mindestens einen der Bandpunkte P1 bis P6.
[0072] Diese Ermittlung muss spätestens zum Zeitpunkt des Eintretens des Bandpunktes P3
abgeschlossen gewesen sein.
[0073] Der Bandpunkt P30 ist derjenige Bandpunkt, der gerade in die Fertigstraße 1 eingetreten
ist. In die Ermittlung der Leitgröße L*, die spätestens zum Zeitpunkt des Eintretens
des Bandpunktes P26 abgeschlossen gewesen sein muss, sind eingegangen
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für den Bandpunkt P30 und
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für mindestens einen der Bandpunkte P1 bis P29.
[0074] In aller Regel ist es für die Ermittlung der Leitgröße L* für den Bandpunkt P30 ausreichend,
die Ist- und Sollgrößen G, G* der Bandpunkte P5 bis P30 zu berücksichtigen, also diejenigen
Bandpunkte, die sich gemäß der Darstellung von FIG 7 momentan in der Fertigstraße
1 befinden.
[0075] In analoger Weise werden die Leitgrößen L* für die Bandpunkte P31 bis P35 bestimmt.
Der Bandpunkt P31 entspricht in der Darstellung von FIG 7 dem ersten Bandpunkt 12,
die Bandpunkte P32 bis P35 den zweiten Bandpunkten 13. Die Ermittlung der Leitgrößen
L* für diese Bandpunkte P31 bis P35 muss jeweils spätestens zum Zeitpunkt des Eintretens
des Bandpunktes P27 bis P31 in die Fertigstraße 1 abgeschlossen sein. Die Bandpunkte
P1 bis P30 entsprechen den dritten Bandpunkten 13'.
[0076] In die Ermittlung der Leitgröße L* für den Bandpunkt P31 gehen ein
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für den Bandpunkt P31 und
- die Ist- und Sollgrößen G, G* für mindestens einen der Bandpunkte P1 bis P30, vorzugsweise
für mindestens einen der Bandpunkte P6 bis P30.
[0077] Letzteres gilt insbesondere deshalb, weil die Bandpunkte P1 bis P5 zu dem Zeitpunkt,
zu dem der Bandpunkt P31 in die Fertigstraße 1 eintritt, bereits wieder aus der Fertigstraße
1 ausgetreten sind.
[0078] In analoger Weise können auch die Leitgrößen L* für die Bandpunkte P32 bis P35 bestimmt
werden. Beispielsweise für den Bandpunkt P35 gehen in die Ermittlung für dessen Leitgröße
L* ein
- die Ist- und die Sollgröße G, G* für den Bandpunkt P35 und
- die Ist- und Sollgrößen G, G* für mindestens einen der Bandpunkte P1 bis P34.
[0079] Die Ist- und Sollgrößen G, G* für die Bandpunkte P1 bis P9 können hierbei unberücksichtigt
bleiben, da die Bandpunkte P1 bis P9 zu dem Zeitpunkt, zu dem der Bandpunkt P35 in
die Fertigstraße 1 eintritt, bereits wieder aus der Fertigstraße 1 ausgetreten sind.
[0080] Für die übrigen Bandpunkte P32, P33 und P34 gelten analoge Ausführungen.
[0081] In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird für jeden in die
Fertigstraße 1 eintretenden Bandpunkt 12, 13 - beispielsweise für den Bandpunkt P31
gemäß FIG 7 - die Leitgröße L* somit anhand der Ist- und Sollgrößen G, G* derjenigen
Bandpunkte 12, 13, 13' bestimmt, die sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Fertigstraße
1 befinden, also noch nicht aus der Fertigstraße 1 ausgetreten sind.
[0082] In der Fertigstraße 1 befinden sich in der Regel gleichzeitig eine Vielzahl von Bandpunkten
12, 13, 13'. Typische Zahlenwerte liegen zwischen 10 und 200, beispielsweise zwischen
50 und 100. Es ist möglich, von den Bandpunkten 12, 13, 13' die sich zu einem bestimmten
Zeitpunkt gerade in der Fertigstraße 1 befinden, nur einige Bandpunkte 12, 13, 13'
zu berücksichtigen, beispielsweise jeden zweiten oder jeden vierten Bandpunkt 12,
13, 13'. Diese Vorgehensweise führt zu einem reduzierten Rechenaufwand und liefert
dennoch akzeptable Ergebnisse. Vorzugsweise werden für die Ermittlung der Leitgröße
L* für einen bestimmten Bandpunkt 12, 13 jedoch die Ist- und Sollgrößen G, G* aller
Bandpunkte 12, 13, 13' berücksichtigt, die sich zum Zeitpunkt des Eintretens desjenigen
Bandpunktes 12, 13, dessen Leitgröße L* ermittelt wird, in die Fertigstraße 1 bereits
in der Fertigstraße 1 befinden.
[0083] Die in FIG 7 gezeigte Darstellung ist selbstverständlich rein beispielhaft. So ist
beispielsweise die Anzahl an in der Fertigstraße 1 befindlichen (dritten) Bandpunkten
13' rein beispielhaft. Auch ist die Anzahl an (zweiten) Bandpunkten 13, deren Leitgröße
L* prädiziert wird (hier die Bandpunkte P32 bis P35) rein beispielhaft. Auch der Prädiktionshorizont
H ist rein beispielhaft. Insbesondere kann in praktischen Anwendungen der Prädiktionshorizont
H etliche Sekunden betragen, d. h. bei einem Zeittakt von beispielsweise 200 ms pro
Messwerterfassung der Istgröße G eine entsprechend fünffache Anzahl an Bandpunkten
12, 13. Teilweise ist sogar ein Prädiktionshorizont H von bis zu einer Minute und
mehr möglich, was bei einem Zeittakt von 200 ms von Bandpunkt zu Bandpunkt einem Prädiktionshorizont
H von 300 Bandpunkten und mehr entspricht.
[0084] Es ist möglich, dass dem Steuerrechner 8 im Schritt S1 von FIG 2 die Ist- und Sollgrößen
G, G* für alle Bandpunkte 12, 13, 13' des (gesamten) Bandes 2 bekannt sind. In diesem
Fall ist es möglich, dass der Steuerrechner 8 die Schritte S2 und S3 nur einmal durchläuft
und in den Schritten S2 und S3 - sozusagen in einem Schlag - die Leitgrößen L* für
alle Bandpunkte 12, 13, 13' des Bandes 2 ermittelt. In diesem Fall führt der Steuerrechner
8 das Ermitteln der Leitgrößen L* im Rahmen einer Vorausberechnung online aus.
[0085] Alternativ ist es möglich, dass dem Steuerrechner 8 zwar im Rahmen des Schrittes
S1 von FIG 2 die Ist- und Sollgrößen G, G* für alle Bandpunkte 12, 13, 13' des gesamten
Bandes 2 bekannt sind, er in den Schritten S2 und S3 von FIG 2 aber stets nur für
einige der Bandpunkte 12, 13, 13' deren Leitgrößen L* ermittelt. In diesem Fall sind
die Schritte S2 und S3, wie in FIG 2 gestrichelt angedeutet, in eine Schleife eingebunden.
In diesem Fall führt der Steuerrechner 8 das Ermitteln der Leitgrößen L* in Echtzeit
mit der Ansteuerung der Fertigstraße 1 aus. Der Steuerrechner 8 ermittelt in diesem
Fall die Leitgrößen L* sozusagen um den Prädiktionshorizont H vorausschauend.
[0086] Wie in FIG 2 ebenfalls gestrichelt angedeutet ist, ist es sogar möglich, dass auch
der Schritt S1 in die Schleife mit eingebunden ist. Auch in diesem Fall führt der
Steuerrechner 8 das Ermitteln der Leitgrößen L* in Echtzeit aus.
[0087] In dem Fall, dass auch der Schritt S1 in die Schleife mit eingebunden ist, werden
dem Steuerrechner 8 bei einem bestimmten Durchlauf der Schleife nur die Ist- und Sollgrößen
G, G* von Bandpunkten 12, 13 bekannt, welche noch nicht in die Fertigstraße 1 eingetreten
sind. Die Ist- und Sollgrößen G, G* der Bandpunkte 13', welche bereits in die Fertigstraße
1 eingelaufen sind, sind dem Steuerrechner 8 in diesem Fall jedoch auf Grund von früheren
Schleifendurchläufen bekannt. Es ist in diesem Fall also lediglich erforderlich, dass
der Steuerrechner 8 sich die "alten" Ist- und Sollgrößen G, G* "merkt".
[0088] Zum Ermitteln der Leitgrößen L* für einen bestimmten Bandpunkt 12, 13 - also zur
Implementierung der Schritte S2 und S3 von FIG 2 - sind verschiedene Vorgehensweisen
möglich. Die verschiedenen Alternativen werden nachfolgend nacheinander in Verbindung
mit den FIG 8, 9 und 10 näher erläutert. Nach Bedarf ist hierbei FIG 7 mit heranzuziehen.
[0089] In einer ersten möglichen Ausgestaltung der Schritte S2 und S3 von FIG 2 selektiert
der Steuerrechner 8 gemäß FIG 8 in einem Schritt S11 zunächst einen der Bandpunkte
12, 13, dessen Ist- und Sollgröße G, G* dem Steuerrechner 8 bereits bekannt sind.
Beispielsweise selektiert der Steuerrechner 8 den Bandpunkt P31 von FIG 7.
[0090] In einem Schritt S12 ermittelt der Steuerrechner 8 alle Bandpunkte 12, 13, 13', deren
Ist- und Sollgrößen G, G* in die Ermittlung der Leitgröße L* für den Bandpunkt 12,
13 eingehen, den der Steuerrechner 8 im Schritt S11 selektiert hat. Beispielsweise
kann der Steuerrechner 8 - siehe FIG 7 - für den Bandpunkt P31 die Bandpunkte P6 bis
P31 ermitteln. In analoger Weise würde der Steuerrechner im Schritt S12 beispielsweise
für den Bandpunkt P32 die Bandpunkte P7 bis P32 ermitteln, für den Bandpunkt P33 die
Bandpunkte P8 bis P33 usw..
[0091] In einem Schritt S13 selektiert der Steuerrechner 8 einen der im Schritt S12 ermittelten
Bandpunkte 12, 13, 13'. In einem Schritt S14 ermittelt der Steuerrechner 8 für den
im Schritt S13 selektierten Bandpunkt 12, 13, 13' - beispielsweise für den Bandpunkt
P6 - eine Einzelleitgröße 1*. In die Ermittlung der Einzelleitgröße 1* gehen nur die
Istgröße G und die Sollgröße G* des im Schritt S13 selektierten Bandpunktes 12, 13,
13' ein. Die jeweilige Einzelleitgröße 1* ist daher auf diesen einen Bandpunkt 12,
13, 13' bezogen.
[0092] Die Einzelleitgröße 1* bestimmt eine korrespondierende Leitgeschwindigkeit vL. Der
Steuerrechner 8 nimmt an, dass der im Schritt S14 betrachtete Bandpunkt 12, 13, 13'
die Fertigstraße 1 durchläuft und die Fertigstraße 1 während des gesamten Durchlaufs
des betrachteten Bandpunkts 12, 13, 13' durch die Fertigstraße 1 - also von dem Zeitpunkt
des Einlaufens in die Fertigstraße 1 bis zum Zeitpunkt des Auslaufens aus der Fertigstraße
1 - konstant mit dieser Leitgeschwindigkeit vL betrieben wird, die durch die entsprechende
Einzelleitgröße 1* bestimmt ist. In diesem Fall wird für den betrachteten Bandpunkt
12, 13, 13' am Ort xA, auf den die Sollgröße G* des betrachteten Bandpunktes 12, 13,
13' bezogen ist, ein Energieinhalt erwartet. Der Steuerrechner 8 ermittelt diesen
erwarteten Energieinhalt. Die Ermittlung des erwarteten Energieinhalts kann vom Steuerrechner
8 beispielsweise mittels eines Fertigstraßenmodells ermittelt werden. Geeignete Fertigstraßenmodelle
sind als solche bekannt. Sie werden beispielsweise zur Ermittlung der erwarteten Endwalztemperatur
eingesetzt, siehe die bereits genannte
DE 103 21 791 A1.
[0093] Der erwartete Energieinhalt ist durch eine entsprechende Erwartungsgröße GE charakterisiert.
Die Erwartungsgröße GE kann alternativ die Temperatur oder die Enthalpie sein, analog
zu den Ist- und Sollgrößen G, G*. Der Steuerrechner 8 ermittelt die Einzelleitgröße
1* für den betrachteten Bandpunkt 12, 13, 13' im Schritt S14 derart, dass die Erwartungsgröße
GE mit der Sollgröße G* für den betrachteten Bandpunkt 12, 13, 13' übereinstimmt.
[0094] In einem Schritt S15 prüft der Steuerrechner 8, ob er den Schritt S14 bereits für
alle heranzuziehenden Bandpunkte 12, 13, 13' ausgeführt hat. Wenn dies nicht der Fall
ist, geht der Steuerrechner 8 zum Schritt S13 zurück. Bei der erneuten Ausführung
des Schrittes S13 selektiert der Steuerrechner 8 selbstverständlich einen anderen,
bisher noch nicht betrachteten Bandpunkt 12, 13, 13', der in die Ermittlung der gesuchten
Leitgröße L* eingeht, beispielsweise den Bandpunkt P7.
[0095] Wenn der Steuerrechner 8 im Schritt S15 feststellt, das er bereits alle erforderlichen
Einzelleitgrößen 1* ermittelt hat, geht der Steuerrechner 8 zu einem Schritt S16 über.
Im Schritt S16 ermittelt der Steuerrechner 8 anhand aller Einzelleitgrößen 1*, die
er im Rahmen des wiederholten Abarbeitens des Schrittes S14 ermittelt hat, die Leitgröße
L* für den im Schritt S11 selektierten Bandpunkt 12, 13. Beispielsweise kann der Steuerrechner
8 den gewichteten oder ungewichteten Mittelwert der Einzelleitgrößen 1* bilden.
[0096] In einem Schritt S17 prüft der Steuerrechner 8, ob er die Schritte S11 bis S16 bereits
für alle Bandpunkt 12, 13 ausgeführt hat, deren Leitgrößen L* berechnet werden sollen.
Wenn dies nicht der Fall ist, geht der Steuerrechner 8 zum Schritt S11 zurück. Dort
selektiert der Steuerrechner 8 selbstverständlich einen anderen, bisher noch nicht
betrachteten Bandpunkt 12, 13. Anderenfalls ist das Verfahren von FIG 8 beendet.
[0097] Die Vorgehensweise von FIG 8 wird in der Praxis geringfügig anders implementiert
als obenstehend erläutert. Denn die Einzelleitgröße 1* für einen bestimmten Bandpunkt
12, 13, 13' - beispielsweise für den Bandpunkt P28 von FIG 7 - geht in die Ermittlung
der Leitgröße L* vieler Bandpunkte 12, 13, 13' ein, beispielsweise - bezogen auf FIG
7 - in die Ermittlung der Bandpunkte P28, P29, ... P53. Selbstverständlich ist es
möglich und sogar bevorzugt, die jeweilige Einzelleitgröße 1* nur einmal zu ermitteln
und dann zu speichern, so dass sie für spätere Verwendungen nur noch aus dem Speicher
abgerufen werden muss.
[0098] Alternativ zur Vorgehensweise von FIG 8 ist es gemäß FIG 9 möglich, die Schritte
S13 bis S16 von FIG 8 gemäß FIG 9 durch Schritte S21 bis S23 zu ersetzen. Die Schritte
S11, S12 und S17 von FIG 8 werden bei der Vorgehensweise von FIG 9 aus FIG 8 übernommen.
[0099] Im Schritt S21 ermittelt der Steuerrechner 8 anhand der Istgrößen G der im Schritt
S12 ermittelten Bandpunkte 12, 13, 13' eine effektive Istgröße G'. In analoger Weise
ermittelt der Steuerrechner 8 im Schritt S22 anhand der Sollgrößen G* der im Schritt
S12 ermittelten Bandpunkte 12, 13, 13' eine effektive Sollgröße G'*. Beispielsweise
kann der Steuerrechner 8 in den Schritten S21 und S22 eine gewichtete oder ungewichtete
Mittelwertbildung vornehmen. Unabhängig davon, welche Vorgehensweise ergriffen wird,
sollten die Vorgehensweisen der Schritte S21 und S22 jedoch miteinander korrespondieren.
[0100] Im Schritt S23 ermittelt der Steuerrechner 8 die Leitgröße L* für den im Schritt
S11 selektierten Bandpunkt 12, 13.
[0101] Die im Schritt S23 ermittelte Leitgröße L* korrespondiert mit einer entsprechenden
Leitgeschwindigkeit vL. Wenn der im Schritt S11 selektierte Bandpunkt 12, 13 an den
Ort xE, auf den die Istgröße G des im Schritt S11 selektierten Bandpunktes 12, 13
bezogen ist, die effektive Istgröße G' aufweisen würde und der Steuerrechner 8 die
Fertigstraße 1 während des gesamten Durchlaufs des im Schritt S11 selektierten Bandpunktes
12, 13 mit dieser Leitgeschwindigkeit vL betreiben würde, würde für diesen Bandpunkt
12, 13 am Ort xA, auf den die Sollgröße G* des im Schritt S11 selektierten Bandpunktes
12, 13 bezogen ist, ein Ist-Energieinhalt erwartet werden, der durch eine Erwartungsgröße
GE charakterisiert ist. Der Steuerrechner 8 ermittelt die Leitgröße L* im Schritt
S23 derart, dass die ermittelte Erwartungsgröße GE mit der effektiven Sollgröße G'*
übereinstimmt. Die Ermittlung der Erwartungsgröße GE kann - analog zur Vorgehensweise
des Schrittes S14 von FIG 8 - mittels eines entsprechenden, an sich bekannten Fertigstraßenmodells
erfolgen.
[0102] Alternativ zu den Vorgehensweisen der FIG 8 und 9 ist es möglich, dass die Leitgrößen
L* gemäß FIG 10 wie folgt ermittelt werden:
Gemäß FIG 10 setzt der Steuerrechner 8 in einem Schritt S31 die Leitgrößen L*, die
er ermitteln soll, - also die Leitgrößen L* für den ersten Bandpunkt 12 und für zumindest
einen Teil der zweiten Bandpunkte 13 - zunächst als vorläufige Werte an.
[0103] In einem Schritt S32 ermittelt der Steuerrechner 8 für die im Schritt S31 betrachteten
Bandpunkte 12, 13 eine jeweilige Erwartungsgröße GE. Die im Schritt S32 ermittelten
Erwartungsgrößen GE sind jeweils für den erwarteten Energieinhalt des jeweils korrespondierenden
Bandpunktes 12, 13 charakteristisch, der für den jeweiligen Bandpunkt 12, 13 erwartet
wird, wenn der jeweilige Bandpunkt 12, 13 die Fertigstraße 1 entsprechend dem angesetzten
Verlauf der Leitgeschwindigkeit vL - wie er durch die Abfolge der Leitgrößen L* definiert
ist - durchläuft. Die erwarteten Energieinhalte GE sind jeweils auf den Ort xA bezogen,
auf den die Sollgrößen G* für die Bandpunkte 12, 13 bezogen sind.
[0104] In einem Schritt S33 bildet der Steuerrechner 8 eine Zielfunktion Z. In die Zielfunktion
Z gehen zumindest die Beträge der Differenzen der Erwartungsgrößen GE von den korrespondierenden
Sollgrößen G* ein. Beispielsweise kann die Zielfunktion Z eine Summe enthalten, wobei
entsprechend der Darstellung in FIG 10 beispielsweise jeder Summand dem Quadrat der
Differenz einer Erwartungsgröße GE von der korrespondierenden Sollgröße G* ist.
[0105] Es ist möglich, die obenstehend beschriebene Zielfunktion Z so zu verwenden, wie
sie bisher beschrieben wurde. Vorzugsweise gehen in die Zielfunktion Z jedoch weitere
Größen ein. Insbesondere kann in die Zielfunktion Z zusätzlich ein Strafterm eingehen,
mittels dessen Änderungen der Leitgeschwindigkeit vL bestraft werden. Beispielsweise
kann die Zielfunktion Z also folgende Form aufweisen:

[0106] In den beiden Summen wurden hierbei verschiedene Indizes i, j verwendet, weil die
Indizes i und j über verschiedene Bereiche laufen. α
i und β
j sind - prinzipiell beliebig wählbare, nicht negative - Wichtungsfaktoren.
[0107] In einem Schritt S34 variiert der Steuerrechner 8 die angesetzten Leitgrößen L* mit
dem Ziel, die Zielfunktion Z zu optimieren, gemäß der oben stehenden Ausgestaltung
zu minimieren. Bei entsprechender anderer Gestaltung der Zielfunktion Z käme auch
ein Maximieren in Frage.
[0108] Die Vorgehensweisen der FIG 8 und 9 sind unabhängig davon anwendbar, ob bei einer
einzelnen Abarbeitung der Schritte S2 und S3 von FIG 2 nur einige wenige Leitgrößen
L* ermittelt werden oder ob die Leitgrößen L* für alle Bandpunkte 12, 13, 13' des
Bandes 2 vorab ermittelt werden. Die Vorgehensweise von FIG 10 hingegen liefert in
der Regel nur dann sinnvolle Ergebnisse, wenn der Prädiktionshorizont H das gesamte
Band 2 abdeckt oder - falls das Band 2 lang genug ist - hinreichend groß ist. Insbesondere
sollte bei der Vorgehensweise von FIG 10 im Falle eines langen Bandes 2 der Prädiktionshorizont
H so groß sein, dass er mindestens der effektiven Fertigstraßenlänge entspricht, besser
mindestens doppelt so groß ist. Die effektive Fertigstraßenlänge ist durch die maximale
Anzahl an gleichzeitig in der Fertigstraße 1 befindlichen Bandpunkten 12, 13, 13'
bestimmt.
[0109] Sowohl im Rahmen der Vorgehensweise von FIG 8 als auch im Rahmen der Vorgehensweise
von FIG 9 als auch im Rahmen der Vorgehensweise von FIG 10 müssen Erwartungsgrößen
GE ermittelt werden. Die Ermittlung der Erwartungsgrößen GE erfolgt - vom Ansatz her
- mittels eines Modells der Fertigstraße 1, welche die thermischen Vorgänge (Wärmeleitung
und Wärmeübergang, eventuell auch Phasenumwandlungen und Gefügebildung) in der Fertigstraße
1 modelliert. Derartige Modelle sind an sich bekannt, siehe die
DE 103 21 791 A1.
[0110] Es ist möglich, ein derartiges Modell als solches auch in den Schritten S14, S23
und S32 zu verwenden. Bevorzugt ist jedoch, dass der Steuerrechner 8 entsprechend
der Darstellung von FIG 11 in einem Schritt S41 vorab - das heißt vor dem Ermitteln
der Leitgrößen L* - ein Datenfeld erstellt. In dem Datenfeld hinterlegt der Steuerrechner
8 in einem Schritt S42 für eine Vielzahl von möglichen Leitgeschwindigkeiten vL und
möglichen Istgrößen G, welche Erwartungsgröße GE sich bei der jeweiligen möglichen
Istgröße G und der jeweiligen möglichen Leitgeschwindigkeit vL ergibt. Denn in diesem
Fall kann der Steuerrechner 8 im Rahmen der entsprechend ausgestalteten Schritte S2
und S3 von FIG 2 (bzw. der Schritte S14, S23 und S32) die Leitgrößen L* für die Bandpunkte
12, 13 unter Verwendung des Datenfeldes ermitteln. Bei der Vorgehensweise gemäß FIG
8 ermittelt der Steuerrechner 8 die Einzelleitgrößen l* unter Verwendung des Datenfeldes,
so dass die Verwendung des Datenfeldes indirekter Natur ist. Bei der Vorgehensweise
gemäß FIG 9 wird direkt die jeweilige Leitgröße L* ermittelt. Bei der Vorgehensweise
gemäß FIG 10 wird das Datenfeld zur Ermittlung der sich jeweils ergebenden Erwartungsgrößen
GE verwendet.
[0111] Durch die Verwendung des Datenfeldes ist eine erhebliche Beschleunigung erreichbar.
Denn auch das Datenfeld muss zwar im Rahmen einer Vorabberechnung, also wenn das heiße
Band 2 zum Walzen in der Fertigstraße 1 schon bereit steht, ermittelt werden. Das
Datenfeld kann also nicht offline ermittelt werden. Vielmehr muss das Datenfeld online
ermittelt werden, also nachdem die Banddaten dem Steuerrechner 8 vorgegeben worden
sind. Es stehen für die Ermittlung des Datenfeldes daher nur wenige Sekunden zur Verfügung.
Dennoch tritt eine erhebliche Beschleunigung auf. Denn im Rahmen des Datenfeldes müssen
nur relativ wenige Werte mittels des Modells der Fertigstraße 1 vollständig durchgerechnet
werden, beispielsweise für je 10 mögliche Istgrößen G und je 10 mögliche Leitgeschwindigkeiten
vL, so dass die Modellrechnung für insgesamt 100 Werte durchgeführt werden muss. Dies
ist aber immer noch erheblich schneller, als später im Rahmen der Schritte S14, S23,
S32 stets für jeden einzelnen Bandpunkt 12, 13, 13' mittels des Modells der Fertigstraße
1 dessen Erwartungsgröße GE zu ermitteln.
[0112] Die Art der Einbindung des Datenfeldes in die Vorgehensweisen der FIG 8 und 9 ist
sofort ersichtlich, da die Istgröße G dem Steuerrechner 8 bekannt ist und die Beziehung
zwischen der möglichen Leitgeschwindigkeit vL und der Erwartungsgröße GE eineindeutig
ist (je größer bei gegebener Istgröße G die Leitgeschwindigkeit vL ist, desto größer
ist auch der erwartete Energieinhalt des entsprechenden Bandpunktes 12, 13, 13').
Das Datenfeld ist aber auch in Verbindung mit der Vorgehensweise von FIG 10 anwendbar.
Denn es kann in erster und in der Regel bereits sehr guter Näherung für einen bestimmten
Bandpunkt 12, 13, 13' der Mittelwert aller Leitgrößen G* bzw. aller Leitgeschwindigkeiten
vL gebildet werden, mit der die Fertigstraße 1 während des Durchlaufs des betreffenden
Bandpunktes 12, 13, 13' durch die Fertigstraße 1 betrieben wird. Dieser Mittelwert
kann als effektive Leitgeschwindigkeit vL angesehen werden. Das Datenfeld kann also
an dieser Stelle ausgewertet werden, um die Erwartungsgröße GE für den entsprechenden
Bandpunkt 12, 13, 13' zu ermitteln.
[0113] Das Datenfeld kann nach Bedarf ausgebildet sein. Beispielsweise kann es sich um ein
reines Stützstellenfeld mit beispielsweise 5, 8, 10, ... Stützstellen je Dimension
handeln. Zwischen einzelnen Stützstellen kann in diesem Fall linear oder nicht linear
(beispielsweise mittels Splines) interpoliert werden. Alternativ kann das Datenfeld
beispielsweise als neuronales Netz ausgebildet sein.
[0114] Wenn die Istgröße G auf einer gemessenen Größe basiert, beispielsweise mittels der
Temperaturmesseinrichtung 14 erfasst wird, ist es möglich, die gemessenen Größen direkt
zu verarbeiten. In der Regel befindet sich der Ort xE vor der Fertigstraße 1, auf
den die Istgrößen G bezogen sind, jedoch hinter der Temperaturmesseinrichtung 14.
Es ist daher erforderlich, die gemessenen Größen in die Istgrößen G (die auf den Ort
xE bezogen sind) umzurechnen. Dies ist relativ einfach möglich, da lediglich eine
Luftstrecke durchgerechnet werden muss. Eingangswerte für die Luftstrecke sind der
mittels der Temperaturmesseinrichtung 14 gemessene Temperaturwert sowie die Zeit,
die für den jeweiligen Bandpunkt 12, 13, 13' anfällt, bis der entsprechende Bandpunkt
12, 13, 13' den Ort xE vor der Fertigstraße 1 erreicht. Die Zeit ergibt sich für jeden
Bandpunkt 12, 13, 13' durch die Leitgeschwindigkeiten der vorgeordneten Bandpunkte
12, 13, 13'.
[0115] Es entsteht somit ein rückgekoppeltes Problem. Zur Lösung dieses Problems wird zunächst
ein vorläufiger Verlauf der Leitgeschwindigkeit vL angesetzt. Unter der Annahme, dass
dieser angesetzte Verlauf zutrifft, werden die Istgrößen G ermittelt, die auf den
Ort xE vor der Fertigstraße 1 bezogen sind. Mit den nunmehr ermittelten Istgrößen
G wird der Verlauf der Leitgeschwindigkeit vL ermittelt. Der ermittelte Verlauf der
Leitgeschwindigkeit vL wird wiederum herangezogen, um die Istgrößen G neu zu ermitteln.
In der Praxis zeigt sich, dass die Vorgehensweise sehr schnell konvergiert. In der
Regel sind nur wenige Iterationen erforderlich - beispielsweise drei bis fünf Iterationen
-, um zu hinreichend stabilen Ergebnissen zu gelangen.
[0116] Im Rahmen der bisherigen Erläuterungen der vorliegenden Erfindung wurde angenommen,
dass die Fertigstraße 1 weder eine eingangsseitige Heizeinrichtung 4 noch Zwischengerüst-Kühleinrichtungen
5 aufweist. Falls die Heizeinrichtung 4 und/ oder die Zwischengerüst-Kühleinrichtungen
5 vorhanden sind, kann das erfindungsgemäße Betriebsverfahren entsprechend angepasst
werden. Die erforderlichen Anpassungen werden nachfolgend in Verbindung mit einer
einzigen Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5 erläutert. Die entsprechenden Ausführungen
sind jedoch ohne weiteres auch bei Ausgestaltungen der Fertigstraße 1 anwendbar, die
mehr als eine Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5 und/oder eine eingangsseitige Heizeinrichtung
4 aufweist, wobei die Heizeinrichtung 4 alternativ oder zusätzlich zu den Zwischengerüst-Kühleinrichtungen
5 vorhanden sein kann.
[0117] Man nehme also an, die Fertigstraße 1 weise eine einzige Zwischengerüst-Kühleinrichtung
5 auf, beispielsweise zwischen dem zweiten und dem dritten Walzgerüst 3 gemäß der
Darstellung von FIG 1. In diesem Fall kann das Modell der Fertigstraße 1 - dies ist
sofort und ohne weiteres ersichtlich - in drei Teilmodelle aufgeteilt werden, die
in FIG 12 als Teilmodell TM1, Teilmodell TM2 und Teilmodell TM3 bezeichnet sind.
[0118] Das Teilmodell TM1 entspricht vom Ansatz her einem Modell einer Fertigstraße 1, wie
es bisher angenommen wurde, also einem Modell einer Fertigstraße 1 ohne Zwischengerüst-Kühleinrichtungen.
Es modelliert das Verhalten des Bandes 2 in der Fertigstraße 1 bis vor die Zwischengerüst-Kühleinrichtung
5. Das Teilmodell TM1 erhält als Eingangsgrößen die Istgröße G eines Bandpunktes 12,
13, 13' und dessen Leitgeschwindigkeit vL bzw. den entsprechenden Leitgeschwindigkeitsverlauf.
Das Teilmodell TM1 liefert als Ausgangsgröße eine Erwartungsgröße TE, die einem erwarteten
Energieinhalt entspricht, mit dem der entsprechende Bandpunkt 12, 13, 13' in die Zwischengerüst-Kühleinrichtung
5 einläuft. Das Teilmodell TM1 ist zweidimensional, denn es weist zwei Eingangsgrößen
auf, nämlich die Istgröße G und die Leitgeschwindigkeit vL.
[0119] Das Teilmodell TM2 modelliert die Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5 als solche. Es
erhält als Eingangsgrößen die vom Teilmodell TM1 gelieferte Erwartungsgröße TE, die
Leitgeschwindigkeit vL, mit der der betreffende Bandpunkt 12, 13, 13' die Zwischengerüstkühleinrichtung
5 durchläuft und eine - als solche gegebene - Kühlmittelmenge M, mit der das Band
2 pro Zeiteinheit beaufschlagt wird. Die Menge M an Kühlflüssigkeit pro Zeiteinheit
ist vorzugsweise als Funktion der Materialmenge des Bandes 2 definiert, welche die
Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5 bereits passiert hat. Alternativ kann die Menge M
an Kühlflüssigkeit pro Zeiteinheit beispielsweise als Funktion des betreffenden Bandpunktes
12, 13, 13' definiert sein, der gerade in die Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5 einläuft.
[0120] Das Teilmodell TM2 weist also - im Gegensatz zu einem Modell einer Fertigstraße 1
ohne Zwischengerüst-Kühleinrichtungen - drei Eingangsgrößen auf. Das Aufstellen eines
entsprechenden dreidimensionalen Datenfeldes für das dreidimensionale Teilmodell TM2
kann - je nach zur Verfügung stehender Rechenleistung - noch möglich sein. Vorzugsweise
wird das Teilmodell TM2 jedoch in zwei Untermodelle TM2', TM2" aufgespalten, die multiplikativ
miteinander verknüpft sind. Denn mit hinreichender Genauigkeit kann eine dreidimensionale
Funktion f, welche eine Erwartungsgröße TA hinter der Zwischengerüst-Kühleinrichtung
5 als Funktion der Erwartungsgröße TE vor der Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5, der
Leitgeschwindigkeit vL und der Menge M an Kühlflüssigkeit pro Zeiteinheit angibt,
als Produkt einer zweidimensionalen Funktion g und einer eindimensionalen Funktion
h dargestellt werden. Die Funktion g ist hierbei von dem Erwartungswert TE, der vom
Teilmodell TM1 geliefert wird, und der Leitgeschwindigkeit vL abhängig. Die Funktion
h ist nur von der Menge M an Kühlflüssigkeit pro Zeiteinheit abhängig. Es kann also
angesetzt werden

[0121] Hierbei bezeichnen
- TA die Erwartungsgröße für den Energieinhalt des betrachteten Bandpunktes 12, 13,
13' hinter der Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5,
- TE die Erwartungsgröße für den Energieinhalt des betrachteten Bandpunktes 12, 13,
13' vor der Zwischengerüst-Kühleinrichtung 5,
- vL die Leitgeschwindigkeit und
- M die Menge an Kühlflüssigkeit, die pro Zeiteinheit auf das Band 2 aufgebracht wird.
[0122] Das Teilmodell TM3 ist vom Ansatz her ebenso aufgebaut wie das Teilmodell TM1. Es
modelliert den Teil der Fertigstraße 1, der hinter der Zwischengerüstkühleinrichtung
5 angeordnet ist.
[0123] Die Teilmodelle TM1 bis TM3 werden aneinander geschaltet und miteinander verkettet,
so dass die Ausgangsgrößen des einen Teilmodells TM1, TM2 Eingangsgrößen des jeweils
nächsten Modells TM2, TM3 sind. Durch das Verketten der Teilmodelle TM1 bis TM3 miteinander
kann bereits die Dimensionalität des Modellierungsproblems erheblich reduziert werden,
nämlich auf die Betrachtung eines dreidimensionalen und zweier zweidimensionaler Probleme.
Durch die Aufspaltung des dreidimensionalen Problems - Stichwort Teilmodell TM2 -
in eine eindimensionale und eine zweidimensionale Funktion kann die Komplexität noch
weiter reduziert werden. Insbesondere durch diese Reduzierung der Komplexität des
dreidimensionalen Problems bleibt die Echtzeit- und Onlinefähigkeit auch dann erhalten,
wenn die Zwischengerüst-Kühleinrichtungen 5 und/oder die Heizeinrichtung 4 vorhanden
sind.
[0124] Wenn die Zwischengerüst-Kühleinrichtungen 5 und/oder die Heizeinrichtung 4 vorhanden
sind, können also unter der Voraussetzung, dass der Verlauf der Menge M an Kühlflüssigkeit
pro Zeiteinheit gegeben ist, die Leitgrößen L* berechnet werden. In einem zweiten
Schritt kann sodann - bei nunmehr bekanntem Verlauf der Leitgrößen L* - für jede Zwischengerüst-Kühleinrichtung
5 die Menge M variiert werden, um die erwarteten Energieinhalte der Bandpunkte 12,
13, 13' so weit wie möglich an die entsprechenden Soll-Energieinhalte der Bandpunkte
12, 13, 13' anzunähern. Die Ermittlung der korrekten Mengen M erfolgt völlig analog
zur Ermittlung der korrekten Mengen an Kühlflüssigkeit für die Kühleinrichtungen 7
der Kühlstrecke 6.
[0125] Es ist möglich, dass der Steuerrechner 8 die Fertigstraße 1 steuert, ohne eine Messgröße
GM zu erfassen, die für den tatsächlichen Energieinhalt der Bandpunkte 12, 13, 13'
hinter der Fertigstraße 1 charakteristisch ist. In einer bevorzugten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung hingegen nimmt der Steuerrechner 8 - in diesem Fall selbstverständlich
nach dem Durchlauf der jeweiligen Bandpunkte 12, 13, 13' durch die Fertigstraße 1
- gemäß FIG 13 in einem Schritt S51 für die entsprechenden Bandpunkte 12, 13, 13'
jeweils eine entsprechende Messgröße GM entgegen. Beispielsweise kann der Steuerrechner
8 einen entsprechenden Temperaturmesswert entgegen nehmen, der mittels der Temperaturmesseinrichtung
15 erfasst wurde.
[0126] Weiterhin ermittelt der Steuerrechner 8 gemäß FIG 13 in einem Schritt S52 für mindestens
einen Teil der Bandpunkte 12, 13, 13' - vorzugsweise für alle Bandpunkte 12, 13, 13'
- jeweils eine Erwartungsgröße GE'. In der Regel ermittelt der Steuerrechner 8 für
jeden Bandpunkt 12, 13, 13' dessen Erwartungsgröße GE', während der jeweilige Bandpunkt
12, 13, 13' die Fertigstraße 1 durchläuft. Es ist jedoch alternativ möglich, dass
der Steuerrechner 8 die entsprechende Erwartungsgröße GE' ermittelt, bevor der jeweilige
Bandpunkt 12, 13, 13' die Fertigstraße 1 durchläuft. Jede derartige ermittelte Erwartungsgröße
GE' ist für den Energieinhalt charakteristisch, der für den jeweiligen Bandpunkt 12,
13, 13' an dem Ort xA, auf den die Sollgrößen G* bezogen sind, erwartet wird. Der
Steuerrechner 8 ermittelt die Erwartungsgrößen GE' unter Verwendung des Leitgeschwindigkeitsverlaufs,
mit dem der jeweilige Bandpunkt 12, 13, 13' die Fertigstraße 1 tatsächlich durchläuft.
[0127] In dem Fall, dass das Modell der Fertigstraße 1 - unabhängig von der genauen Art
des Modells der Fertigstraße 1 - fehlerfrei ist, entsprechen die im Schritt S52 ermittelten
Ist-Energieinhalte der Bandpunkte 12, 13, 13' exakt den tatsächlichen Energieinhalten,
die durch die entsprechenden Messgrößen GM bestimmt sind. In vielen Fällen ist das
Modell der Fertigstraße 1 jedoch fehlerhaft. Die Gründe hierfür können vielfältiger
Natur sein. Beispielsweise kann die Modellierung zu einfach angesetzt sein oder es
kann das Modell einen systematischen Fehler aufweisen, beispielsweise der Wärmeübergang
falsch modelliert sein. In einem Schritt S53 vergleicht der Steuerrechner 8 daher
den Energieinhalt gemäß der Messgröße GM und den Energieinhalt gemäß der korrespondierenden
Erwartungsgröße GE' miteinander. In Abhängigkeit von dem Vergleich des Schrittes S53
führt der Steuerrechner 8 in einem Schritt S54 selbsttätig zumindest einen Teil derjenigen
Leitgrößen L* nach, die der Steuerrechner 8 zum Zeitpunkt des Vergleichs bereits ermittelt
hat.
[0128] Das Nachführen der Leitgrößen L* bezieht sich im Rahmen des Schrittes S54 selbstverständlich
nur auf diejenigen Leitgrößen L*, die zu diesem Zeitpunkt zwar bereits ermittelt sind,
aber noch zur Ausführung anstehen. Der Schritt S54 wird also nur für Leitgrößen L*
durchgeführt, die für Bandpunkte 12, 13 ermittelt wurden, die zum Zeitpunkt des Nachführens
noch nicht in die Fertigstraße 1 eingelaufen sind.
[0129] Es ist möglich, alle nachgeführten Leitgrößen L* sofort in vollem Umfang nachzuführen.
Bevorzugt ist jedoch, einen sanfteren Übergang vorzunehmen. Beispielsweise kann die
erste nachgeführte Leitgröße L* um 10 % ihrer Änderung nachgeführt werden, die zweite
nachgeführte Leitgröße um 20 % ihrer Änderung, die dritte nachgeführte Leitgröße L*
um 30 % ihrer Änderung usw..
[0130] Alternativ oder zusätzlich zum Vorhandensein des Schrittes S54 ist es möglich, dass
der Steuerrechner 8 in einem Schritt S55 auf Grund des Vergleichs die Ermittlungsvorschrift
zum Ermitteln der Leitgrößen L* als solches adaptiert. Dadurch wird erreicht, dass
zukünftig ermittelte Leitgrößen L*, die zum Zeitpunkt des Vergleichs des Schrittes
S53 noch nicht ermittelt sind, auf verbesserte Weise ermittelt werden. Das Adaptieren
der Ermittlungsvorschrift kann insbesondere ein Adaptieren des Modells der Fertigstraße
1 und hier insbesondere des Wärmeübergangsmodells umfassen.
[0131] Insbesondere, wenn die Erwartungsgrößen GE, GE' mittels des oben stehend erwähnten
Datenfeldes ermittelt werden, ist es möglich, das Adaptieren des Modells der Fertigstraße
1 für das Band 2, das die Fertigstraße 1 momentan durchläuft, auf vereinfachte Weise
vorzunehmen. Denn in diesem Fall kann das Adaptieren beispielsweise dadurch erfolgen,
dass auf die Istgrößen G ein Offset addiert wird, bevor sie als Eingangsgröße des
Datenfeldes verwendet werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Leitgeschwindigkeit
vL mit einem Faktor skaliert werden und/oder auf sie ein Offset addiert werden, bevor
sie als Eingangsgröße des Datenfeldes verwendet wird. Alternativ oder zusätzlich kann
auf die jeweils unter Verwendung des Datenfeldes ermittelte Erwartungsgröße GE, GE'
ein Offset addiert werden. Insbesondere die Echtzeitfähigkeit des erfindungsgemäßen
Betriebsverfahrens bleibt bei dieser vereinfachten Art der Adaptierung des Modells
der Fertigstraße 1 erhalten.
[0132] Es ist möglich, im Rahmen des Schrittes S54 alle Leitgrößen L* nachzuführen, die
zu diesem Zeitpunkt bereits ermittelt, aber noch nicht ausgeführt sind, also beispielsweise
auch die Leitgröße L* für den als nächstes in die Fertigstraße 1 eintretenden (ersten)
Bandpunkt 12. Vorzugsweise führt der Steuerrechner 8 anhand des Vergleichs des Schrittes
S53 selbsttätig jedoch nur diejenigen Leitgrößen L* nach, die für (zweite) Bandpunkte
13 ermittelt wurden, die zum Zeitpunkt des Nachführens vom Eingang der Fertigstraße
1 einen Mindestabstand MIN (siehe FIG 14) aufweisen.
[0133] Denn wie in FIG 14 dargestellt, weist das erfindungsgemäße Betriebsverfahren bezüglich
des Leitgrößenverlaufs einen Prädiktionshorizont H auf. Der Prädiktionshorizont H
ist durch denjenigen zweiten Bandpunkt 13 bestimmt, dessen Leitgröße L* zwar bereits
ermittelt wird und der von den zweiten Bandpunkten 13, deren Leitgrößen L* bereits
ermittelt wurden, den größten Abstand zur Fertigstraße 1 aufweist. Es kann sinnvoll
sein, wenn der Steuerrechner 8 anhand des Vergleichs selbsttätig nur diejenigen Leitgrößen
L* nachführt, die für zweite Bandpunkte 13 ermittelt wurden, die zum Zeitpunkt des
Nachführens vom Eingang der Fertigstraße 1 den Mindestabstand MIN aufweisen. Dies
wird nachfolgend in Verbindung mit FIG 7 veranschaulicht werden.
[0134] Gemäß der Darstellung von FIG 7 sind
- die Bandpunkte P1 bis P4 bereits aus der Fertigstraße 1 ausgetreten,
- befinden sich die Bandpunkte P5, P6, P7 ... P30 in der Fertigstraße 1,
- tritt der Bandpunkt P31 als nächstes in die Fertigstraße 1 ein und
- erstreckt sich der Prädiktionshorizont H, ausgehend vom Bandpunkt P31, bis zum Bandpunkt
P35.
[0135] Anhand der Isttemperatur beispielsweise des Bandpunkts P2 vor der Fertigstraße 1
und anhand des Leitgeschwindigkeitsverlaufs, mit dem der Bandpunkt P2 die Fertigstraße
1 durchlaufen hat, ermittelt der Steuerrechner 8 die Temperatur, die für den Bandpunkt
P2 am Ausgang der Fertigstraße 1 (also am Ort xA) erwartet wird. Dies entspricht dem
Schritt S52 von FIG 13. Der Steuerrechner 8 nimmt weiterhin von der Temperaturmesseinrichtung
15 die Isttemperatur entgegen, die für den Bandpunkt P2 gemessen wird. Dies entspricht
dem Schritt S51 von FIG 13. Man nehme an, der Vergleich des Schrittes S53 ergebe eine
Abweichung. Trotz der Abweichung lässt der Steuerrechner 8 - beispielsweise - die
bereits ermittelten Leitgrößen L* für die Bandpunkte P31 bis P34 unverändert. Er führt
anhand des Vergleichs des Schrittes S53 im Schritt S54 nur die Leitgröße L* des Bandpunktes
P35 nach. Die Leitgrößen L* für nachfolgende Bandpunkte P36, P37, ..., die zu diesem
Zeitpunkt noch nicht ermittelt sind, ermittelt der Steuerrechner 8 anhand einer Ermittlungsvorschrift,
die er im Schritt S55 anhand des Vergleichs des Schrittes S53 adaptiert.
[0136] Es mag in Einzelfällen zwar zulässig sein, auch die Leitgrößen L* der Bandpunkte
P31 bis P34 ebenfalls zu ändern. In diesem Fall erfolgt die Änderung der entsprechenden
Leitgrößen L* aber nicht auf Grund des Vergleiches des Schrittes S53, sondern auf
Grund eines übergeordneten Steuereingriffs, der dem Steuerrechner 8 von einer anderen
Steuereinrichtung - beispielsweise der Steuereinrichtung 8' - oder von einer Bedienperson
vorgegeben wird.
[0137] Wie bereits erwähnt, ist der Fertigstraße 1 in der Regel eine Kühlstrecke 6 nachgeordnet.
Die Kühlstrecke 6 weist Kühleinrichtungen 7 auf. Jede Kühleinrichtung weist (mindestens)
ein Stellventil 7' und eine Anzahl dem jeweiligen Stellventil 7' zugeordneter Spritzdüsen
7" auf. Mittels des jeweiligen Stellventils 7' wird eingestellt, wie viel Kühlflüssigkeit
lokal auf das Band 2 abgegeben wird. Die Stellventile 7' reagieren relativ träge.
Gerechnet von dem Zeitpunkt, zu dem ein Stellventil 7' mit einer geänderten Stellgröße
S angesteuert wird bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die geänderte Ansteuerung sich auf
das Band 2 auswirkt, liegt eine Totzeit T, die oftmals im Sekundenbereich liegt. Totzeiten
von zwei bis fünf Sekunden sind durchaus üblich. Weiterhin beeinflusst der Verlauf
der Leitgeschwindigkeit vL auch die Durchlaufzeit der Bandpunkte 12, 13, 13' durch
die Kühlstrecke 6. Es ist daher erforderlich, dass die Steuereinrichtung 8', welche
die Ansteuerung der Kühleinrichtungen 7 der Kühlstrecke 6 vornimmt, nicht nur den
momentanen Wert der Leitgeschwindigkeit vL kennt, sondern auch deren zukünftigen Verlauf.
Denn nur dann kann die Steuereinrichtung 8' der Kühlstrecke 6 rechtzeitig vorher auf
zukünftig anstehende Veränderungen der Leitgeschwindigkeit vL reagieren. Die Steuereinrichtung
8' der Kühlstrecke 6 muss also die Leitgröße L* - und zwar auch zukünftig anstehende
Leitgrößen L* - zur Ermittlung der Stellgrößen S für die Stellventile 7' verwenden,
wenn die korrekten Kühlmittelmengen auf die "richtigen" Stellen des Bandes 2 aufgebracht
werden sollen. Dies gilt selbstverständlich in analoger Form auch dann, wenn die Steuerung
der Kühlstrecke 6 vom Steuerrechner 8 vorgenommen wird.
[0138] In dem Fall, dass Zwischengerüst-Kühleinrichtungen 5 vorhanden sind, treten bei den
Zwischengerüst-Kühleinrichtungen 5 analoge Totzeiten auf. Auch hier sollte daher der
Leitgrößenverlauf bei der Ermittlung der Stellgrößen S für die Zwischengerüst-Kühleinrichtungen
5 mit verwendet werden, um rechtzeitig vorher auf zukünftig anstehende Veränderungen
der Leitgeschwindigkeit vL reagieren zu können. Vorzugsweise ist daher der Prädiktionshorizont
H gemäß FIG 14 mindestens so groß wie die obenstehend erläuterte Totzeit T. Vorzugsweise
ist der Prädiktionshorizont H sogar größer als die Totzeit T. Wenn beispielsweise
- siehe FIG 7 - die Totzeit T mit den Bandpunkten P31 bis P33 korrespondiert, sollte
sich der Prädiktionshorizont H über mehr als zwei Bandpunkte erstrecken, beispielsweise
entsprechend der Darstellung von FIG 7 über vier Bandpunkte.
[0139] Aus im Wesentlichen gleich gelagerten Gründen sollte der Mindestabstand MIN, innerhalb
dessen das Nachführen der Leitgrößen L* unterdrückt wird, mindestens so groß wie die
Totzeit T sein, beispielsweise gemäß FIG 7 drei Bandpunkte betragen.
[0140] Die Leitgrößen L* werden vom Ansatz her punktuell für die einzelnen Bandpunkte 12,
13 ermittelt. Zum Ermitteln eines kontinuierlichen Leitgeschwindigkeitsverlaufs ist
gemäß FIG 15 der Schritt S4 in Form eines Schrittes S61 ausgebildet. Im Schritt S61
kettet der Steuerrechner 8 die ermittelten Leitgrößen L* durch einen Spline aneinander,
so dass sich durch die Verkettung ein Leitgrößenverlauf ergibt, der stetig und differenzierbar
ist. Hiermit korrespondierend ist auch der so definierte Leitgeschwindigkeitsverlauf
stetig und differenzierbar.
[0141] Alternativ zum Schritt S61 könnte ein Schritt S62 vorhanden sein. Im Schritt S62
ermittelt der Steuerrechner 8 anhand der punktuell ermittelten Leitgrößen L* die korrespondierenden
punktuellen Leitgeschwindigkeiten vL. In diesem Fall kettet der Steuerrechner 8 die
entsprechenden Leitgeschwindigkeiten vL durch einen Spline aneinander, so dass sich
durch die Verkettung ein stetiger und differenzierbarer Leitgeschwindigkeitsverlauf
ergibt.
[0142] Die Schritte S61 und S62 sind alternativ zueinander. Sie sind daher zwar beide in
FIG 15 dargestellt, jedoch beide nur gestrichelt eingezeichnet.
[0143] Das obenstehend beschriebene Betriebsverfahren für die Fertigstraße 1 liefert - zunächst
- Leitgeschwindigkeiten vL, bis der letzte Bandpunkt 13 des Bandes 2 in die Fertigstraße
1 eingelaufen ist. Die Leitgeschwindigkeit vL muss jedoch definiert sein, so lange
sich mindestens ein Bandpunkt 12, 13 in der Fertigstraße 1 befindet, also auch dann,
wenn keine weiteren Bandpunkte 12, 13 mehr in die Fertigstraße 1 einlaufen. Es ist
ohne weiteres möglich, die erfindungsgemäße Vorgehensweise entsprechend zu erweitern.
Es ist lediglich erforderlich, innerhalb des Steuerrechners 8 zusätzlich zu den Bandpunkten
12, 13, 13' für das physikalisch vorhandene Band 2 virtuelle Bandpunkte zu berücksichtigen,
die an die erstgenannten Bandpunkte angehängt werden. Auch für diese virtuellen Bandpunkte
wird eine entsprechende Leitgröße L* ermittelt. Den virtuellen Bandpunkten ist jedoch
weder eine Istgröße G noch eine Sollgröße G* zugeordnet, so dass die virtuellen Bandpunkte
selbst nicht zur Ermittlung der entsprechenden Leitgrößen L* beitragen.
[0144] Im Rahmen der Erläuterung der vorliegenden Erfindung wurde weiterhin die Leitgröße
L* jeweils in Verbindung mit den Bandpunkten 12, 13 erläutert, die zu bestimmten Zeitpunkten
in die Fertigstraße 1 einlaufen. Dies ist jedoch nicht so zu verstehen, dass die entsprechenden
Leitgrößen L* den entsprechenden Bandpunkten 12, 13 fest zugeordnet sind. Denn die
entsprechende Leitgröße L* wirkt global auf das gesamte Band 2. Entscheidend ist daher
lediglich die Zuordnung der jeweiligen Leitgröße L* zu einem bestimmten Zeitpunkt,
wobei der Zeitpunkt dadurch definiert ist, dass der entsprechende Bandpunkt 12, 13
zu diesem Zeitpunkt in die Fertigstraße 1 einläuft.
[0145] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere wird es ermöglicht,
einen Leitgrößen- bzw. Leitgeschwindigkeitsverlauf vorherzusagen, der später im Betrieb
der Fertigstraße 1 auch tatsächlich eingehalten wird. Damit verbunden ergibt sich
eine verbesserte Genauigkeit beim Einhalten des Sollenergieinhalts am Auslauf der
Fertigstraße 1 und darüber hinaus auch eine verbesserte - sogar erheblich verbesserte
- Genauigkeit, mit der die Kühlstrecke 6 gesteuert werden kann. So ist es möglich,
beispielsweise sowohl eine Endwalztemperatur (am Auslauf der Fertigstraße 1) als auch
eine Haspeltemperatur (am Auslauf der Kühlstrecke 6) hochgenau einzuhalten.
[0146] Die obige Beschreibung dient ausschließlich der Erläuterung der vorliegenden Erfindung.
Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung soll hingegen ausschließlich durch die
beigefügten Ansprüche bestimmt sein.
1. Betriebsverfahren für eine Fertigstraße (1) zum Walzen eines Bandes (2),
- wobei einem Steuerrechner (8) für die Fertigstraße (1) spätestens zu einem Zeitpunkt,
zu dem ein erster Bandpunkt (12) des Bandes (2) sich noch vor der Fertigstraße (1)
befindet, für den ersten Bandpunkt (12), eine Anzahl von zweiten Bandpunkten (13)
und eine Anzahl von dritten Bandpunkten (13') des Bandes (2) jeweils eine Istgröße
G und eine Sollgröße G* bekannt sind,
- wobei für jeden Bandpunkt (12, 13, 13') die jeweilige Istgröße G für den Ist-Energieinhalt
des jeweiligen Bandpunktes (12, 13, 13') und die jeweilige Sollgröße G* für den Soll-Energieinhalt
des jeweiligen Bandpunktes (12, 13, 13') charakteristisch sind,
- wobei für jeden Bandpunkt (12, 13, 13') die jeweilige Istgröße G auf einen Ort xE
vor der Fertigstraße (1) bezogen ist und die jeweilige Sollgröße G* auf einen Ort
xA hinter der Fertigstraße (1) bezogen ist,
- wobei die dritten Bandpunkte vor dem ersten Bandpunkt in die Fertigstraße einlaufen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweiten Bandpunkte nach dem ersten Bandpunkt in die Fertigstraße einlaufen,
- wobei der Steuerrechner (8) vor dem Einlaufen des ersten Bandpunktes (12) in die
Fertigstraße (1) für den ersten Bandpunkt (12) und zumindest einen Teil der zweiten
Band-punkte (13) anhand einer für den jeweiligen Bandpunkt (12, 13) spezifischen Ermittlungsvorschrift
jeweils eine Leitgröße L* ermittelt,
- wobei die jeweilige Leitgröße L* dafür charakteristisch ist, mit welcher Leitgeschwindigkeit
vL der Steuerrechner (8) die Fertigstraße (1) zum Zeitpunkt des Einlaufens des jeweiligen
Bandpunktes (12, 13) in die Fertigstraße (1) betreibt,
- wobei der Steuerrechner (8) anhand der für den jeweiligen Bandpunkt (12, 13) ermittelten
Leitgröße L* die jeweilige Leitgeschwindigkeit vL ermittelt und die Fertigstraße (1)
zum Zeitpunkt des Einlaufens des jeweiligen Bandpunktes (12, 13) in die Fertigstraße
(1) mit der jeweiligen Leitgeschwindigkeit vL betreibt und
- wobei für die jeweilige Leitgröße L* in deren Ermittlungsvorschrift die Istgröße
G und die Sollgröße G* des zu diesem Zeitpunkt jeweils in die Fertigstraße (1) eintretenden
Bandpunktes (12, 13) sowie die Istgröße G und die Sollgröße G* mindestens eines zu
diesem Zeitpunkt bereits in die Fertigstraße (1) eingetretenen Bandpunktes (12, 13)
eingehen.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Steuerrechner (8) jede der Leitgrößen L* anhand einer Vielzahl von Einzelleitgrößen
l* ermittelt,
- dass jede Einzelleitgröße l* jeweils auf einen der Bandpunkte (12, 13, 13') bezogen ist,
dessen Ist- und Sollgröße G, G* in die Ermittlung der jeweiligen Leitgröße L* eingehen,
- dass der Steuerrechner (8) für jeden Bandpunkt (12, 13, 13') dessen Einzelleitgröße l*
derart ermittelt, dass eine jeweilige Erwartungsgröße GE mit der korrespondierenden
Sollgröße G* übereinstimmt, und
- dass die jeweilige Erwartungsgröße GE für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch
ist, den der jeweilige Bandpunkt (12, 13, 13') an dem Ort xA hinter der Fertigstraße
(1), auf den die jeweils korrespondierende Sollgröße G* bezogen ist, annehmen würde,
wenn der Steuerrechner (8) die Fertigstraße (1) während des gesamten Durchlaufs des
jeweiligen Bandpunktes (12, 13, 13') durch die Fertigstraße (1) mit einer mit der
Einzelleitgröße l* korrespondierenden Leitgeschwindigkeit vL betreiben würde.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8) für jeden Bandpunkt (12, 13), für den er dessen Leitgröße L*
ermittelt,
- anhand der Istgrößen G, die in die Ermittlung der Leitgröße L* für den jeweiligen
Bandpunkt (12, 13) eingehen, eine effektive Istgröße G' und anhand der Sollgrößen
G* die in die Ermittlung der Leitgröße L* für den jeweiligen Bandpunkt (12, 13) eingehen,
eine effektive Sollgröße G'* ermittelt,
- eine Erwartungsgröße GE ermittelt, die für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch
ist, den der jeweilige Bandpunkt (12, 13) an dem Ort xA hinter der Fertigstraße (1),
auf den die effektive Sollgröße G'* bezogen ist, annehmen würde, wenn der Steuerrechner
(8) die Fertigstraße (1) während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunktes
(12, 13) durch die Fertigstraße (1) mit einer mit der Leitgröße L* für den jeweiligen
Bandpunkt (12, 13) korrespondierenden Leitgeschwindigkeit vL betreiben würde, und
- die Leitgröße L* derart ermittelt, dass die Erwartungsgröße an dem Ort xA hinter
der Fertigstraße (1), auf den die effektive Sollgröße G'* bezogen ist, die effektive
Sollgröße G'* aufweist.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Steuerrechner (8) zum Ermitteln der Leitgrößen L* die Leitgrößen L* zunächst
als vorläufige Werte ansetzt,
- dass der Steuerrechner (8) für den ersten Bandpunkt (12) und zumindest einen Teil der
zweiten und dritten Bandpunkte (13, 13') eine jeweilige Erwartungsgröße GE ermittelt,
- dass jede Erwartungsgröße GE für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch ist,
den der jeweilige Bandpunkt (12, 13, 13') an dem Ort xA hinter der Fertigstraße (1),
auf den die jeweils korrespondierende Sollgröße G* bezogen ist, annehmen würde, wenn
der Steuerrechner (8) die Fertigstraße (1) während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen
Bandpunktes (12, 13, 13') durch die Fertigstraße (1) mit Leitgeschwindigkeiten vL
betreiben würde, die mit den angesetzten Leitgrößen L* korrespondieren, und
- dass der Steuerrechner (8) die angesetzten Leitgrößen L* variiert, so dass eine Zielfunktion
Z optimiert wird, in die die Beträge der Differenzen der Erwartungsgrößen GE von den
korrespondierenden Sollgrößen G* eingehen.
5. Betriebsverfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Zielfunktion Z zusätzlich auch ein Strafterm eingeht, mittels dessen Änderungen
der Leitgeschwindigkeit vL bestraft werden.
6. Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Steuerrechner (8) vorab ein Datenfeld erstellt, in dem der Steuerrechner (8)
für eine Vielzahl von möglichen Leitgeschwindigkeiten vL und möglichen Istgrößen G
die sich für die jeweilige mögliche Istgröße G bei der jeweiligen möglichen Leitgeschwindigkeit
vL ergebende Erwartungsgröße GE hinterlegt, und
- dass der Steuerrechner (8) die Leitgrößen L* für die Bandpunkte (12, 13) unter Verwendung
des Datenfeldes ermittelt.
7. Betriebsverfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8)
- zumindest für einen Teil der Bandpunkte (12, 13, 13') eine jeweilige Erwartungsgröße
GE' ermittelt, die für einen erwarteten Energieinhalt charakteristisch ist, der für
den jeweiligen Bandpunkt (12, 13, 13') an dem Ort xA hinter der Fertigstraße (1),
auf den die jeweils korrespondierende Sollgröße G* bezogen ist, auf Grund der Leitgeschwindigkeiten
vL, mit denen der Steuerrechner (8) die Fertigstraße (1) während des gesamten Durchlaufs
des jeweiligen Bandpunkts (12, 13, 13') durch die Fertigstraße (1) betreibt, erwartet
wird,
- nach dem Durchlauf des jeweiligen Bandpunktes (12, 13, 13') durch die Fertigstraße
(1) eine Messgröße GM entgegen nimmt, die für einen Ist-Energieinhalt des jeweiligen
Bandpunktes (12, 13, 13') an dem Ort xA hinter der Fertigstraße (1), auf den die korrespondierende
Sollgröße G* bezogen ist, charakteristisch ist,
- anhand eines Vergleichs des erwarteten Energieinhalts mit dem Ist-Energieinhalt
selbsttätig ein Modell der Fertigstraße (1) adaptiert und
- das Modell der Fertigstraße (1) dadurch adaptiert, dass er bei der Verwendung des
Datenfeldes auf die Istgrößen G einen Offset addiert, die Leitgeschwindigkeiten vL
mit einem Skalierungsfaktor skaliert und/oder auf sie einen Offset addiert und/oder
auf die unter Verwendung des Datenfeldes ermittelten Erwartungsgrößen GE, GE' einen
Offset addiert.
8. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für jede Leitgröße L* in deren Ermittlung die Istgröße G und die Sollgröße G* der
bereits in die Fertigstraße (1) eingetretenen Bandpunkte (12, 13, 13') nur dann eingehen,
wenn diese Bandpunkte (12, 13, 13') zu dem Zeitpunkt, für den die jeweilige Leitgröße
L* ermittelt wird, noch nicht aus der Fertigstraße (1) ausgetreten sind.
9. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8) zumindest für einen Teil der Bandpunkte (12, 13, 13')
- eine jeweilige Erwartungsgröße GE' ermittelt, die für einen erwarteten Energieinhalt
charakteristisch ist, der für den jeweiligen Bandpunkt (12, 13, 13') an dem Ort xA
hinter der Fertigstraße (1), auf den die jeweils korrespondierende Sollgröße G* bezogen
ist, auf Grund der Leitgeschwindigkeiten vL, mit denen der Steuerrechner (8) die Fertigstraße
(1) während des gesamten Durchlaufs des jeweiligen Bandpunkts (12, 13, 13') durch
die Fertigstraße (1) betreibt, erwartet wird,
- nach dem Durchlauf des jeweiligen Bandpunktes (12, 13, 13') durch die Fertigstraße
(1) eine Messgröße GM entgegen nimmt, die für einen Ist-Energieinhalt des jeweiligen
Bandpunktes (12, 13, 13') an dem Ort xA hinter der Fertigstraße (1), auf den die korrespondierende
Sollgröße G* bezogen ist, charakteristisch ist, und
- anhand eines Vergleichs des erwarteten Energieinhalts mit dem Ist-Energieinhalt
selbsttätig zumindest einen Teil der bereits ermittelten Leitgrößen L* nachführt.
10. Betriebsverfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8) anhand des Vergleichs selbsttätig nur diejenigen Leitgrößen
L* nachführt, die für Bandpunkte (12, 13) ermittelt wurden, die zum Zeitpunkt des
Nachführens vom Eingang der Fertigstraße (1) einen Mindestabstand MIN aufweisen.
11. Betriebsverfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Steuerrechner (8) oder eine andere Steuereinrichtung (8') die ermittelten Leitgrößen
L* zur Ermittlung mindestens einer weiteren Stellgröße S verwendet,
- dass die weitere Stellgröße S um eine Totzeit T verzögert und nur lokal auf das Band (2)
wirkt und
- dass der Mindestabstand MIN derart bestimmt ist, dass eine mit dem Mindestabstand MIN
korrespondierende Zeitdifferenz mindestens so groß wie die Totzeit T ist.
12. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Steuerrechner (8) oder eine andere Steuereinrichtung (8') die ermittelten Leitgrößen
L* zur Ermittlung mindestens einer weiteren Stellgröße S verwendet,
- dass die weitere Stellgröße S um eine Totzeit T verzögert und nur lokal auf das Band (2)
wirkt und
- dass der erste Bandpunkt (12) und der Teil der zweiten Bandpunkte (13), für die deren
jeweilige Leitgröße L* vor dem Einlaufen des ersten Bandpunkts (12) in die Fertigstraße
(1) ermittelt wurde, einem Prädiktionshorizont H entsprechen, der mindestens so groß
wie die Totzeit T ist.
13. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8) die ermittelten Leitgrößen L* oder die entsprechenden Leitgeschwindigkeiten
vL durch einen Spline aneinander kettet, so dass ein sich durch die Verkettung ergebender
Leitgeschwindigkeitsverlauf stetig und differenzierbar ist.
14. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner (8) das Ermitteln der Leitgrößen L* im Rahmen einer Vorausberechnung
online oder in Echtzeit ausführt.
15. Computerprogramm, das Maschinencode (11) umfasst, der von einem Steuerrechner (8)
für eine Fertigstraße (1) zum Walzen eines Bandes (2) unmittelbar abarbeitbar ist
und dessen Abarbeitung durch den Steuerrechner (8) bewirkt, dass der Steuerrechner
(8) die Fertigstraße (1) gemäß einem Betriebsverfahren mit allen Schritten eines Betriebsverfahrens
nach einem der obigen Ansprüche betreibt.
16. Steuerrechner für eine Fertigstraße (1) zum Walzen eines Bandes (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerrechner derart ausgebildet ist, dass er die Fertigstraße (1) gemäß einem
Betriebsverfahren mit allen Schritten eines Betriebsverfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 14 betreibt.
17. Fertigstraße zum Walzen eines Bandes (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fertigstraße mit einem Steuerrechner (8) nach Anspruch 16 ausgestattet ist.
1. Operating method for a production line (1) for rolling a strip (2),
- wherein an actual value G and a setpoint value G* for the first strip point (12),
a number of second strip points (13) and a number of third strip points (13') of the
strip (2) are known in each case to a control computer (8) for the production line
(1) at the latest at a time point when said first strip point (12) of the strip (2)
is still situated in front of the production line (1),
- wherein the respective actual value G is characteristic of the actual energy content
of the respective strip point (12, 13, 13') and the respective setpoint value G* is
characteristic of the setpoint energy content of the respective strip point (12, 13,
13'), this applying to each strip point (12, 13, 13'),
- wherein the respective actual value G relates to a location xE in front of the production
line (1) and the respective setpoint value G* relates to a location xA behind the
production line (1), this applying to each strip point (12, 13, 13'),
- wherein the third strip points are fed into the production line before the first
strip point,
characterised in that
the second strip points are fed into the production line after the first strip point,
- wherein the control computer (8) determines a command variable L* in each case for
the first strip point (12) and at least a subset of the second strip points (13) on
the basis of a determining rule that is specific to the respective strip point (12,
13) and before the first strip point (12) is fed into the production line (1),
- wherein the respective command variable L* is characteristic of the command speed
vL at which the control computer (8) operates the production line (1) at the time
point when the respective strip point (12, 13) is fed into the production line (1),
- wherein the control computer (8) determines the respective command speed vL on the
basis of the command variable L* that has been determined for the respective strip
point (12, 13), and operates the production line (1) at the respective command speed
vL at the time point when the respective strip point (12, 13) is fed into the production
line (1), and
- wherein the actual value G and the setpoint value G* of the strip point (12, 13)
currently entering the production line (1) at this time point, and the actual value
G and the setpoint value G* of at least one strip point (12, 13) that has already
entered the production line (1) at this time point, are input into the determining
rule for the respective command variable L*.
2. Operating method according to claim 1,
characterised in that
- the control computer (8) determines each of the command variables L* on the basis
of a multiplicity of individual command variables l*,
- each individual command variable l* relates in each case to one of the strip points
(12, 13, 13') whose actual value and setpoint value G, G* are input into the determination
of the respective command variable L*,
- the control computer (8) determines the respective individual command variable l*
for each strip point (12, 13, 13') in such a way that a respective expected value
GE matches the corresponding setpoint value G*, and
- the respective expected value GE is characteristic of an expected energy content
that the respective strip point (12, 13, 13') would assume, at that location xA behind
the production line (1) to which the currently corresponding setpoint value G* relates,
if the control computer (8) were to operate the production line (1) at a command speed
vL corresponding to the individual command variable l* during the entire passage of
the respective strip point (12, 13, 13') through the production line (1).
3. Operating method according to claim 1,
characterised in that
for each strip point (12, 13) whose command variable L* is determined by the control
computer (8), said control computer (8)
- determines an effective actual value G' on the basis of the actual values G that
are input into the determination of the command variable L* for the respective strip
point (12, 13), and determines an effective setpoint value G'* on the basis of the
setpoint values G* that are input into the determination of the command variable L*
for the respective strip point (12, 13),
- determines an expected value GE that is characteristic of an expected energy content
which the respective strip point (12, 13) would assume, at that location xA behind
the production line (1) to which the effective setpoint value G'* relates, if the
control computer (8) were to operate the production line (1) at a command speed vL
corresponding to the command variable L* for the respective strip point (12, 13) during
the entire passage of the respective strip point (12, 13) through the production line
(1), and
- determines the command variable L* in such a way that the expected value at that
location xA behind the production line (1) to which the effective setpoint value G'*
relates has the effective setpoint value G'*.
4. Operating method according to claim 1,
characterised in that
- when determining the command variables L*, the control computer (8) initially estimates
the command variables L* as provisional values,
- the control computer (8) determines a respective expected value GE for the first
strip point (12) and at least a subset of the second and third strip points (13, 13'),
- each expected value GE is characteristic of an expected energy content that the
respective strip point (12, 13, 13') would assume, at that location xA behind the
production line (1) to which the currently corresponding setpoint value G* relates,
if the control computer (8) were to operate the production line (1) at command speeds
vL corresponding to the estimated command variables L* during the entire passage of
the respective strip point (12, 13, 13') through the production line (1), and
- the control computer (8) varies the estimated command variables L*, thereby optimising
a target function Z into which the amounts of the differences between the expected
values GE and the corresponding setpoint values G* are input.
5. Operating method according to claim 4,
characterised in that
a penalty term by means of which changes to the command speed vL are penalised is
additionally input into the target function Z.
6. Operating method according to one of the claims 2 to 5,
c h a r a c t e r i s e d in that
- the control computer (8) creates a data field beforehand, in which, for a multiplicity
of possible command speeds vL and possible actual values G, the control computer (8)
stores the expected value GE that is produced for the respective possible actual value
G in the case of the respective possible command speed vL, and
- the control computer (8) determines the command variables L* for the strip points
(12, 13) using the data field.
7. Operating method according to claim 6,
characterised in that
the control computer (8)
- determines, for at least a subset of the strip points (12, 13, 13'), a respective
expected value GE' which is characteristic of an expected energy content that is expected
for the respective strip point (12, 13, 13'), at that location xA behind the production
line (1) to which the currently corresponding setpoint value G* relates, as a result
of the command speeds vL at which the control computer (8) operates the production
line (1) during the entire passage of the respective strip point (12, 13, 13') through
the production line (1),
- receives, after the passage of the respective strip point (12, 13, 13') through
the production line (1), a measured value GM which is characteristic of an actual
energy content of the respective strip point (12, 13, 13') at that location xA behind
the production line (1) to which the corresponding setpoint value G* relates,
- automatically adapts a model of the production line (1) on the basis of a comparison
between the expected energy content and the actual energy content, and
- adapts the model of the production line (1) by adding an offset to the actual values
G when the data field is used, scaling the command speeds vL using a scaling factor
and/or adding an offset to said command speeds vL and/or adding an offset to the expected
values GE, GE' that were determined using the data field.
8. Operating method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the actual value G and the setpoint value G* of those strip points (12, 13, 13') that
have already entered the production line (1) are only input into the determination
of each command variable L* if these strip points (12, 13, 13') have not yet left
the production line (1) at the time point for which the respective command variable
L* is determined.
9. Operating method according to one of the preceding claims,
characterised in that
for at least a subset of the strip points (12, 13, 13'), the control computer (8)
- determines a respective expected value GE' which is characteristic of an expected
energy content that is expected for the respective strip point (12, 13, 13'), at that
location xA behind the production line (1) to which the currently corresponding setpoint
value G* relates, as a result of the command speeds vL at which the control computer
(8) operates the production line (1) during the entire passage of the respective strip
point (12, 13, 13') through the production line (1),
- receives, after the passage of the respective strip point (12, 13, 13') through
the production line (1), a measured value GM which is characteristic of an actual
energy content of the respective strip point (12, 13, 13') at that location xA behind
the production line (1) to which the corresponding setpoint value G* relates, and
- automatically corrects at least a subset of the already determined command variables
L* on the basis of a comparison between the expected energy content and the actual
energy content.
10. Operating method according to claim 9,
characterised in that
on the basis of the comparison, the control computer (8) automatically corrects only
those command variables L* that were determined for the strip points (12, 13) having
a minimal distance MIN from the entrance to the production line (1) at the time point
of the correction.
11. Operating method according to claim 10,
characterised in that
- the control computer (8) or another control device (8') uses the determined command
variables L* to determine at least one further actuating variable S, that
- said further actuating variable S is delayed by a dead time T and acts only locally
on the strip (2), and that
- the minimal distance MIN is specified such that a time difference corresponding
to the minimal distance MIN is at least as long as the dead time T.
12. Operating method according to one of the preceding claims,
characterised in that
- the control computer (8) or another control device (8') uses the determined command
variables L* to determine at least one further actuating variable S, that
- said further actuating variable S is delayed by a dead time T and acts only locally
on the strip (2), and that
- the first strip point (12) and that subset of the second strip points (13) for which
the respective command variable L* was determined before the first strip point (12)
was fed into the production line (1) correspond to a prediction horizon H that is
at least as long as the dead time T.
13. Operating method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the control computer (8) concatenates the determined command variables L* or the corresponding
command speeds vL by means of a spline, such that a command-speed profile produced
by the concatenation is constant and differentiable.
14. Operating method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the control computer (8) performs the determination of the command variables L* in
the context of a precalculation online or in real time.
15. Computer program comprising machine code (11), which can be directly executed by a
control computer (8) for a production line (1) for rolling a strip (2) and whose execution
by the control computer (8) causes the control computer (8) to operate the production
line (1) in accordance with an operating method having all the steps of an operating
method according to one of the preceding claims.
16. Control computer for a production line (1) for rolling a strip (2),
characterised in that
the control computer is so designed as to operate the production line (1) in accordance
with an operating method having all the steps of an operating method according to
one of the claims 1 to 14.
17. Production line for rolling a strip (2),
characterised in that
the production line is equipped with a control computer (8) according to claim 16.
1. Procédé pour faire fonctionner un train ( 1 ) finisseur de laminage d'un feuillard
( 2 ),
- dans lequel il est connu d'un ordinateur ( 8 ) de commande du train ( 1 ) finisseur,
au plus tard à un instant où un premier point ( 12 ) du feuillard ( 2 ) se trouve
encore avant le train ( 1 ) finisseur, pour le premier point ( 12 ) du feuillard,
pour un certain nombre de deuxièmes points ( 13 ) du feuillard ( 2 ) et pour un certain
nombre de troisièmes points ( 13' ) du feuillard ( 2 ), respectivement une grandeur
G réelle et une grandeur G* de consigne,
- dans lequel, pour chaque point ( 12, 13, 13' ) du feuillard, la grandeur G réelle
respective est caractéristique de la teneur en énergie réelle du point ( 12, 13, 13'
) de feuillard respectif et la grandeur G* de consigne respective est caractéristique
de la teneur en énergie de consigne du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard,
- dans lequel, pour chaque point ( 12, 13, 13' ) du feuillard, la grandeur G réelle
respective est rapportée à un emplacement xE avant le train ( 1 ) finisseur et la
grandeur G* de consigne respective est rapportée à un emplacement xA derrière le train
( 1 ) finisseur,
- dans lequel les troisièmes points du feuillard entrent dans le train finisseur avant
le premier point du feuillard,
caractérisé en ce que
les deuxièmes points du feuillard entrent dans le train finisseur après le premier
point du feuillard,
- dans lequel l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine, avant l'entrée du premier
point ( 12 ) du feuillard dans le train ( 1 ) finisseur pour le premier point ( 12
) du feuillard et pour au moins une partie des deuxièmes points ( 13 ) du feuillard,
au moyen d'une prescription de détermination spécifique pour le point ( 12, 13 ) du
feuillard respectif, respectivement une grandeur L* de conduite,
- dans lequel la grandeur L* de conduite respective est caractéristique de la vitesse
vL de conduite à laquelle l'ordinateur ( 8 ) de commande fait fonctionner le train
( 1 ) finisseur à l'instant de l'entrée du point ( 12, 13 ) de feuillard respectif
dans le train ( 1 ) finisseur,
- dans lequel l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine la vitesse vL de conduite respective
au moyen de la grandeur L* de conduite déterminée pour le point ( 12, 13 ) respectif
du feuillard et fait fonctionner le train ( 1 ) finisseur à la vitesse vL de conduite
respective à l'instant de l'entrée du point ( 12, 13 ) respectif du feuillard dans
le train ( 1 ) finisseur et
- dans lequel il entre, pour la grandeur L* de conduite respective, dans sa prescription
de détermination, la grandeur G réelle et la grandeur G* de consigne du point ( 12,
13 ) de feuillard entrant à cet instant respectivement dans le train ( 1 ) finisseur,
ainsi que la grandeur G réelle et la grandeur G* de consigne d'au moins un point (
12, 13 ) du feuillard déjà entré à cet instant dans le train ( 1 ) finisseur.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine chacune des grandeurs L* de conduite au
moyen d'une pluralité de grandeurs l* de conduite individuelles,
- en ce que chaque grandeur l* de conduite individuelle est rapportée respectivement à l'un des
points ( 12, 13, 13' ) du feuillard, dont les grandeurs G, G* réelles et de consigne
entrent dans la détermination de la grandeur L* de consigne respective,
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine, pour chaque point ( 12, 13, 13' ) du feuillard,
sa grandeur l* de conduite individuelle, de manière à ce qu'une grandeur GE respective
escomptée coïncide avec la grandeur G* de consigne correspondante et
- en ce que la grandeur GE respective escomptée est caractéristique d'une teneur en énergie escomptée,
que devrait prendre le point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard à l'emplacement
xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel se rapporte la grandeur G* de consigne
correspondante, si l'ordinateur ( 8 ) de commande faisait fonctionner le train ( 1
) finisseur, pendant tout le passage du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard
dans le train ( 1 ) finisseur, à une vitesse vL de conduite correspondant à la grandeur
l* de conduite individuelle.
3. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande, pour chaque point ( 12, 13 ) du feuillard pour lequel
il détermine sa grandeur L* de conduite,
- détermine, au moyen des grandeurs G réelles, qui entrent dans la détermination de
la grandeur L* de conduite pour le point ( 12, 13 ) respectif du feuillard, une grandeur
G' réelle effective et au moyen des grandeurs G* de consigne, qui entrent dans la
détermination de la grandeur L* de conduite pour le point ( 12, 13 ) respectif du
feuillard, une grandeur G'* de consigne effective,
- détermine une grandeur GE escomptée, qui est caractéristique d'une teneur en énergie
escomptée, que prendrait le point ( 12, 13 ) respectif du feuillard à l'emplacement
xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel la grandeur G'* de consigne effective
est rapportée, si l'ordinateur ( 8 ) de consigne faisait fonctionner le train ( 1
) finisseur, pendant tout le passage du point ( 12, 13 ) de feuillard respectif dans
le train ( 1 ) finisseur, à une vitesse vL de conduite correspondant à la grandeur
L* de conduite pour le point ( 12, 13 ) respectif du feuillard et
- détermine la grandeur L* de conduite, de manière à ce que la grandeur escomptée
à l'emplacement xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel la grandeur G'* de consigne
effective est rapportée, ait la grandeur G'* de consigne effective.
4. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de consigne fixe, pour la détermination des grandeurs L* de conduite,
d'abord les grandeurs L* de conduite comme valeurs provisoires,
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine, pour le premier point ( 12 ) du feuillard
et pour au moins une partie des deuxièmes et troisièmes points ( 13, 13' ) du feuillard,
une grandeur GE escomptée respective,
- en ce que chaque grandeur GE escomptée est caractéristique d'une teneur en énergie escomptée,
que prendrait le point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard à l'emplacement xA derrière
le train ( 1 ) finisseur, auquel est rapportée la grandeur G* de consigne correspondante,
si l'ordinateur ( 8 ) de commande faisait fonctionner le train ( 1 ) finisseur, pendant
tout le passage du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard dans le train ( 1
) finisseur, à des vitesses vL de conduite, qui correspondent aux grandeurs L* de
conduite fixées, et
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande fait varier les grandeurs L* de conduite fixées, de
manière à optimiser une fonction Z cible, dans laquelle entrent les valeurs absolues
des différences des grandeurs GE escomptées aux grandeurs G* de consigne correspondantes.
5. Procédé suivant la revendication 4,
caractérisé
en ce qu'il entre dans la fonction Z cible en plus également un terme de pénalité, au moyen
duquel des variations de la vitesse vL de conduite sont pénalisées.
6. Procédé suivant l'une des revendications 2 à 5,
caractérisé
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande établit au préalable un champ de données, dans lequel
l'ordinateur ( 8 ) de commande mémorise, pour une pluralité de vitesses vL de conduite
possibles et de grandeurs G réelles possibles, les grandeurs GE escomptées apparaissant,
pour la grandeur G réelle possible respective, à la vitesse vL de conduite possible
respective et
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande détermine les grandeurs L* de conduite pour les points
( 12, 13 ) du feuillard en utilisant le champ de données.
7. Procédé suivant la revendication 6,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande
- détermine, au moins pour une partie des points ( 12, 13, 13' ) du feuillard, une
grandeur GE' escomptée respective, qui est caractéristique d'une teneur en énergie
escomptée, qui est escomptée pour le point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard
à l'emplacement xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel la grandeur G* de consigne
correspondante est rapportée, sur la base des vitesses vL de conduite, auquel l'ordinateur
( 8 ) de commande fait fonctionner le train ( 1 ) finisseur pendant tout le passage
du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard dans le train ( 1 ) finisseur,
- après le passage du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard dans le train (
1 ) finisseur, reçoit une grandeur GM de mesure, qui est caractéristique d'une teneur
en énergie réelle du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard à l'emplacement
xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel la grandeur G* de consigne correspondante
se rapporte,
- au moyen d'une comparaison de la teneur en énergie escomptée à la teneur en énergie
réelle, adapte automatiquement un modèle du train ( 1 ) finisseur et
- adapte le modèle du train ( 1 ) finisseur, en ajoutant, lors de l'utilisation du
champ de données, aux grandeurs G réelles, un décalage, met à l'échelle les vitesses
vL de conduite par un facteur de mise à l'échelle et/ou leur ajoute un décalage et/ou
ajoute un décalage aux grandeurs GE, GE' escomptées déterminées en utilisant le champ
de données.
8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que, pour chaque grandeur L* de conduite, n'entrent, dans sa détermination, la grandeur
G réelle et la grandeur G* de consigne des points ( 12, 13, 13' ) de feuillard déjà
entrés dans le train ( 1 ) finisseur, que si ces points ( 12, 13, 13' ) du feuillard
ne sont pas encore sortis du train ( 1 ) finisseur à l'instant où la grandeur L* de
conduite respective est déterminée.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande, au moins pour une partie des points ( 12, 13, 13'
) du feuillard,
- détermine une grandeur GE' escomptée respective, qui est caractéristique d'une teneur
en énergie escomptée, qui est escomptée pour le point ( 12, 13, 13' ) respectif du
feuillard à l'emplacement xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel se rapporte
la grandeur G* de consigne correspondante, sur la base des vitesses vL de conduite,
auxquelles l'ordinateur ( 8 ) de commande fait fonctionner le train ( 1 ) finisseur
pendant tout le passage du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard dans le train
( 1 ) finisseur,
- après le passage du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard dans le train (
1 ) finisseur, reçoit une grandeur GM de mesure, qui est caractéristique d'une teneur
en énergie réelle du point ( 12, 13, 13' ) respectif du feuillard à l'emplacement
xA derrière le train ( 1 ) finisseur, auquel se rapporte la grandeur G* de consigne
correspondante et
- adapte, au moyen d'une comparaison de la teneur en énergie escomptée à la teneur
en énergie réelle, automatiquement, au moins une partie des grandeurs L* de conduite
déjà déterminées.
10. Procédé suivant la revendication 9,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande adapte, au moyen de la comparaison, automatiquement
seulement les grandeurs L* de conduite, qui ont été déterminées pour des points (
12, 13 ) du feuillard, qui, à l'instant de l'adaptation, sont au moins à une certaine
distance MIN de l'entrée du train ( 1 ) finisseur.
11. Procédé suivant la revendication 10,
caractérisé en ce que
- l'ordinateur ( 8 ) de commande ou un autre dispositif ( 8' ) de commande utilise
les grandeurs L* de conduite déterminées pour la détermination d'au moins une autre
grandeur S de réglage,
- en ce que l'autre grandeur S de réglage agit en étant retardée d'un temps T mort et seulement
localement sur le feuillard ( 2 ) et
- en ce qu'au moins une certaine distance MIN est déterminée de manière à ce qu'une différence
de temps, correspondant à la au moins une certaine distance MIN minimum, soit au moins
aussi grande que le temps T mort.
12. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
- en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande ou un autre dispositif ( 8' ) de commande utilise
les grandeurs L* de conduite déterminées pour la détermination d'au moins une autre
grandeur S de réglage,
- en ce que l'autre grandeur S de réglage agit sur un temps T mort de manière retardée et seulement
localement sur le feuillard ( 2 ) et
- en ce que le premier point ( 12 ) du feuillard et la partie des deuxièmes points ( 13 ) du
feuillard, pour lesquels la grandeur L* de conduite a été déterminée avant l'entrée
du premier point ( 12 ) de feuillard dans le train ( 1 ) finisseur, correspondent
à un horizon H de prédiction, qui est au moins aussi grand que le temps T mort.
13. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande enchaîne entre elles par un spline les grandeurs L*
de conduite déterminées ou les vitesses vL de conduite correspondantes, de manière
à ce qu'une courbe de vitesse de conduite donnée par l'enchaînement soit continue
et différentiable.
14. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé
en ce que l'ordinateur ( 8 ) de commande effectue la détermination des grandeurs L* de conduite
dans le cadre d'un calcul préliminaire en ligne ou en temps réel.
15. Programme d'ordinateur qui comprend un code ( 11 ) machine, qui peut se dérouler directement
dans un ordinateur ( 8 ) de commande d'un train ( 1 ) finisseur de laminage d'un feuillard
( 2 ) et dont le déroulement provoqué par l'ordinateur ( 8 ) de commande fait que
l'ordinateur ( 8 ) de commande fait fonctionner le train ( 1 ) finisseur suivant un
procédé ayant tous les stades d'un procédé de fonctionnement suivant l'une des revendications
précédentes.
16. Ordinateur de commande d'un train ( 1 ) finisseur de laminage d'un feuillard ( 2 ),
caractérisé
en ce que l'ordinateur de commande est constitué de manière à faire fonctionner le train (
1 ) finisseur suivant un procédé ayant tous les stades d'un procédé suivant l'une
des revendications 1 à 14.
17. Train finisseur de laminage d'un feuillard ( 2 ),
caractérisé
en ce que le train finisseur est équipé d'un ordinateur ( 8 ) de commande suivant la revendication
16.