[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung eines drehmomentgenauen Anzugsmoments
für Schraubverbindungen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur
Kalibrierung einer solchen Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Drehmomentschlüssel und Drehmomentvervielfältiger sind in unterschiedlicher Ausführungsform
aus dem Stand der Technik bekannt.
[0003] So offenbart die
WO 2009/115889 A1 einen elektronischen Drehmomentschlüssel mit austauschbaren Drehmomentsensoren, der
kalibriert ist, um ein definiertes Drehmoment zu erzeugen.
[0004] Aus der
DE 32 37 325 A1 geht ein Getriebe-Kraftschlüssel mit Überlastsicherung hervor, der eine Übersetzung
des aufgewendeten Drehmoments ermöglicht und insoweit einen Drehmomentvervielfältiger
darstellt. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass bei Erreichen eines gewünschten
Anzugsmoments die Drehmomentübertragung durch eine Überlastsicherung unterbrochen
wird. Mit einem solchen Getriebe-Kraftschlüssel können hochpräzise Anzugsmomente nicht
realisiert werden.
[0005] Ein Drehmomentschlüssel mit einem RFID-Leser und mit einer RFID-Antenne zur Identifikation
des Drehmomentschlüssels ist in der
US 2008/0115636 A1 offenbart. Mit einem solchen Drehmomentschlüssel kann festgestellt werden, ob ein
gewünschtes Drehmoment erzeugt wurde.
[0006] Drehmomentvervielfältiger, nachfolgend auch Kraftvervielfältiger genannt, weisen
im Allgemeinen hochübersetzte Planetengetriebe auf. Auch Stirnradgetriebe oder epizykloidische
Getriebe werden vereinzelt bei Drehmomentvervielfältigern eingesetzt. Das Eingangsmoment
wird dabei manuell eingestellt und zumeist mit Hilfe einer Ratsche oder mit Hilfe
eines Drehmomentschlüssels erzeugt. Das Ausgangsmoment des Getriebes kann dann anhand
eines zuvor ermittelten und bekannten und beispielsweise in einer Tabelle gespeicherten
Übersetzungsverhältnisses bestimmt werden. Dabei wird jedoch der Getriebewirkungsgrad
nicht berücksichtigt. Alternativ wird das Ausgangsmoment einer Drehmoment-Einstelltabelle,
die ebenfalls zuvor ermittelt wird, entnommen. Hierbei wird der Getriebewirkungsgrad
berücksichtigt, wobei bei Zwischenwerten eine Interpolation vorgenommen wird.
[0007] Es besteht nun der Wunsch, im Rahmen der Qualitätssicherung mit manuellen Drehmoment-
bzw. Kraftvervielfältigern die aufgebrachten Drehmoment-Werte stichprobenartig zu
überprüfen und zu dokumentieren.
[0008] Zur Erfassung des Drehmoments sind hierfür unterschiedliche Vorrichtungen und Verfahren
bekannt. Eine erste aus dem Stand der Technik bekannte Lösung sieht vor, in dem Getriebe
des Kraftvervielfältigers einen Drehmomentsensor zu integrieren. Der Sensor muss in
diesem Falle über ein externes Auswertegerät, auch Datenlogger genannt, mit Energie
versorgt werden. In diesem werden die Daten aufgezeichnet und gespeichert.
[0009] Eine andere aus dem Stand der Technik bekannte Lösung sieht einen dem Kraftvervielfältiger
nachgeschalteten Drehmomentsensor vor. Hierbei wird auf der Abtriebswelle des Getriebes
ein geeigneter Drehmomentsensor angeordnet. Auch hier erfolgt die Energieversorgung
und Datenaufzeichnung mittels eines kabelgebundenen externen Geräts.
[0010] Bei beiden aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen erfolgt die Energieversorgung
des Sensors bzw. die Datenauswertung und Speicherung von außerhalb bzw. außerhalb.
Hierzu sind elektrische Leitungen in Form von Kabeln und Auswertegeräte erforderlich,
die harten Baustellenbedingungen ausgesetzt sind. Dabei werden oftmals die empfindlichen,
frei verlegten Kabel versehentlich abgerissen oder beschädigt. Auch sind Steckverbindungen
vorgesehen, die bei Kontakt mit anderen Bauteilen beschädigt und verbogen werden können.
Auch sogenannte Schnittstellenbüchsen, die Steckverbindungen für die Kabel enthalten,
und auf dem Getriebegehäuse als zusätzliches und über das Getriebegehäuse hinaus ragendes,
in der Regel quaderförmig ausgebildetes Gehäuse angeordnet sind, können beschädigt
werden. Nachteilig ist es auch, dass die erforderlichen Auswertegeräte zusätzlich
zu den anderen Einrichtungen vom Bediener entweder umgehängt oder in Form von Gürteltaschen
oder dergleichen getragen werden müssen. Die Datenübertragung zwischen den Sensoren
und dem Auswertegerät erfolgt dabei zumeist über "fliegende" Kabel, die den Bediener
zusätzlich behindern.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu vermitteln, welche
es dem Bediener erlaubt, ohne Einschränkungen durch Kabel oder externe Geräte eingesetzt
zu werden und andererseits die größtmögliche Sicherheit bei der Ermittlung des Ausgangsdrehmoments
sicherstellen.
[0012] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zur Erzeugung eines drehmomentgenauen Anzugsmoments
für Schraubverbindungen nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Gegenstand der auf Anspruch 1 rückbezogenen
Unteransprüche.
[0013] So sieht eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor, dass
der elektronische Drehmomentschlüssel ein Display zu Anzeige des eingangs beschriebenen
Ausgangsmoments aufweist, wobei Eingangs- und Ausgangsmoment auf das Getriebe bezogen
sind.
[0014] In dem Speicher ist - neben anderen Daten - vorteilhafterweise auch das bei der Kalibrierung
ermittelte Übersetzungsverhältnis des Drehmomentvervielfältigers gespeichert.
[0015] Das Übersetzungsverhältnis ist bevorzugt als Interpolationskurve des funktionalen
Zusammenhangs des Ausgangsdrehmoments in Abhängigkeit von dem Eingangsdrehmoment des
Drehmomentvervielfältigers in dem Speicher hinterlegt.
[0016] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das Getriebe einen RFID-Transponder
und der Drehmomentschlüssel einen RFID-Reader aufweisen, die aufeinander abgestimmt
sind. In diesem Falle erkennt der Drehmomentschlüssel das Getriebe. Es können im Speicher
hinterlegte, das Getriebe charakterisierende Daten zur Ermittlung des Anzugsmoments
der Schraubverbindungen verwendet werden.
[0017] Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu vermitteln, welches
auf einfache Weise eine gemeinsame Kalibrierung von Drehmomentvervielfältigern und
elektronischen Drehmomentschlüsseln ermöglicht, wobei insbesondere spezifische Daten
des Drehmomentvervielfältigers und insbesondere dessen Getriebe bei der Kalibrierung
berücksichtigt werden sollen.
[0018] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Kalibrierung einer Vorrichtung
zur Erzeugung eines drehmomentgenauen Anzugsmoments für Schraubverbindungen mit den
Merkmalen des Anspruchs 6. Die gemeinsame Kalibrierung des Drehmomentvervielfachers
zusammen mit dem elektronischen Drehmomentschlüssel erfolgt dabei so, dass das Übersetzungsverhältnis
anhand mindestens eines über den gesamten Drehmomentbereich gewonnenen Durchschnittswertes
erfolgt. Dieses so bestimmte Übersetzungsverhältnis wird in dem Speicher des Drehmomentschlüssels
gespeichert und bei der Bestimmung des Anzugsmoments der Schraubverbindung bei späteren
Schraubvorgängen berücksichtigt.
[0019] Dabei wird das tatsächliche Übersetzungsverhältnis über den gesamten Drehmomentbereich
bei verschiedenen Winkelstellungen der Ausgangswelle des Drehmomentvervielfachers
ermittelt und gespeichert. Hierzu wird zunächst das Übersetzungsverhältnis über den
gesamten Drehmömentbereich bei einem ersten Winkel bestimmt und gespeichert, sodann
wird die Ausgangswelle um vorgebbare Winkel weitergedreht und jeweils bei diesen Winkelstellungen
über den gesamten Drehmomentbereich das Übersetzungsverhältnis ermittelt und gespeichert.
[0020] Die Ausgangswelle wird hierzu um jeweils Winkel von 90° weitergedreht so lange, bis
sie insgesamt um einen Winkel von 180° verdreht ist. Diesem Weiterdrehen um vorgebbare
Winkel liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der Drehmomentverlauf des Ausgangsdrehmoments
in Abhängigkeit vom Eingangsdrehmoment im Wesentlichen einen periodischen Verlauf
zeigt, der durch eine Sinus- bzw. Cosinusfunktion beschrieben werden kann. Ein Weiterdrehen
um jeweils Vielfache von 90° ermöglichen die Bestimmung dieses periodischen Sinus-/Cosinusverlaufs.
Wenn um kleinere Winkel als 90° jeweils weitergedreht wird, beispielsweise um 45°,
so muss so oft weitergedreht werden, bis eine Drehung der Ausgangswelle des Drehmomentvervielfachers
um 180° stattgefunden hat. Aus den so gewonnenen Werten wird danach ein mittleres
Übersetzungsverhältnis errechnet und in dem Speicher des elektronischen Drehmomentschlüssels
hinterlegt.
[0021] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens ist Gegenstand des auf Anspruch 6
rückbezogenen Unteranspruchs. So wird vorteilhafterweise eine Interpolationskurve,
in erster Näherung eine Interpolationsgerade zwischen die auf diese Weise bei unterschiedlichen
Winkelverhältnissen ermittelten Übersetzungsverhältnisse gelegt und aufgrund dieser
Interpolationskurve das Ausgangsdrehmoment in Abhängigkeit von dem Eingangsdrehmoment
bestimmt.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0023] In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine von der Erfindung Gebrauch machende Vorrichtung zur Erzeugung eines
drehmomentgenauen Anzugsmoments für Schraubverbindungen;
- Fig. 2
- der Drehmomentvervielfältiger der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den in Fig. 2 dargestellten Drehmomentvervielfältiger;
- Fig. 4
- das Ausgangsdrehmoment über dem Eingangsdrehmoment und
- Fig. 5
- das Ausgangsdrehmoment über dem Eingangsdrehmoment zur Erläuterung einer Variante
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0024] Die in der Figur dargestellte Vorrichtung zur Erzeugung eines drehmomentgenauen Anzugsmoments
umfasst einen Drehmomentvervielfältiger, im allgemeinen Sprachgebrauch und nachfolgend
auch kurz Kraftvervielfältiger 100 genannt, der eine Eingangswelle 101 aufweist und
eine Ausgangs- bzw. Abtriebswelle 102. Sowohl Eingangs- als auch Abtriebswelle enden
jeweils beispielsweise mit einem Vierkant, an dem im Falle der Eingangswelle ein Drehmomentschlüssel
200 angreift und der im Falle der Abtriebswelle 102 in eine sogenannte "Kraftnuss"
oder einfach "Nuss" 140 eingreift. Mittels der Nuss 140 wird ein Anzugsmoment auf
eine (nicht dargestellte) Schraubverbindung übertragen. Der Drehmomentvervielfältiger
100 weist darüber hinaus einen an sich bekannten Reaktionsarm 130 auf, der ein Durchdrehen
des Drehmomentvervielfältigers während des Schraubvorgangs durch Anschlagen an einem
ortsfesten Gegenstand verhindert.
[0025] Der Drehmomentvervielfältiger 100 wird durch einen Drehmomentschlüssel 200 manuell
betätigt. Hierzu weist der Drehmomentschlüssel 200 einen Griff 210 auf. Der Drehmomentschlüssel
200 selbst ist ein elektronischer Drehmomentschlüssel 200 mit einem Display 205 und
einer Eingabeeinrichtung 220. Die Eingabeeinrichtung 220 dient beispielsweise zur
Eingabe von den Schraubvorgang charakterisierenden Daten. Die Einstellung des Drehmomentschlüssels
200 erfolgt über ein Auswahlmenü. Nach Auswahl eines Menüpunktes werden das gewünschte
Ausgangsmoment sowie die gewünschten Grenzwerte eingegeben. Während der Aufbringung
des Drehmoments wird eine Bedienungsperson visuell über den Fortschritt, beispielsweise
mittels Leuchtbalken, informiert. Kurz vor Erreichen des Zielmomentes kann die Bedienungsperson
zusätzlich über ein akustisches Signal informiert werden. Nach Erreichen des Drehmomentes
erfolgt eine ebenfalls bevorzugt optische und gegebenenfalls auch akustische "Okay"
bzw. "Nichtokay"-Anzeige und der erreichte Wert des Drehmoments wird in einem Datenspeicher,
der im Drehmomentschlüssel 200 vorgesehen ist (nicht dargestellt), gespeichert. Alle
in dem Drehmomentschlüssel gespeicherten Werte können nach Abschluss sämtlicher Arbeiten
an einen PC oder Laptop übertragen und dort weiter ausgewertet werden.
[0026] Grundidee der Erfindung ist es, zum einen eine autarke Vorrichtung zu vermitteln,
welche ohne zusätzliche Kabel, eine externe Stromversorgung, entfernte Eingabe- und
Anzeigegeräte und dergleichen auskommt. Hierzu ist der Drehmomentschlüssel batterie-
oder akkubetrieben. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass der Drehmomentvervielfältiger
100 bzw. das Übersetzungsgetriebe 110 des Drehmomentvervielfältigers 100 einen RFID-Transponder
aufweist, der mit einem in dem Drehmomentschlüssel 200 angeordneten RFID-Reader zusammenwirkt.
In diesem Falle erkennt der Drehmomentschlüssel 200 gewissermaßen den Drehmomentvervielfältiger
100 bzw. das Getriebe 110 des Drehmomentvervielfältigers 100 und durch Rückgriff auf
in dem Speicher des Drehmomentschlüssels 200 gespeicherte Werte, die in einer zuvor
und nachfolgend noch näher zu beschreibenden gemeinsamen Kalibrierung ermittelt und
gespeichert wurden, können Drehmomentwerte exakt eingestellt werden. In dem Speicher
sind hierzu Übersetzungswerte gespeichert, die jeweils dem Getriebe 110 des Drehmomentvervielfältigers
100 zugeordnet sind. Diese Werte werden in einer in dem Drehmomentschlüssel 200 vorgesehenen
Recheneinheit verwendet. Durch die Kombination aus RFID-Transponder und RFID-Reader
sind Systemverwechslungen vollständig ausgeschlossen.
[0027] Die Kalibrierung des Systems aus Drehmomentvervielfältiger 100 und Drehmomentschlüssel
200 erfolgt dadurch, dass zunächst das tatsächliche Übersetzungsverhältnis über den
gesamten Drehmomentbereich des Drehmomentvervielfältigers 100 ermittelt wird. Das
Verfahren dieser Kalibrierung wird nachfolgend anhand der Figuren 2 bis 5 erläutert.
In Fig. 2 ist schematisch eine Seitenansicht des Drehmomentvervielfältiger 100 dargestellt.
Eine Eingangswelle 101, die mit einem beispielsweise Vierkant endet, an dem der elektronische
Drehmomentschlüssel 200 angreift, ist über das Getriebe 110 mit einer Ausgangswelle,
die ebenfalls mit einem Vierkant 102 endet, der in eine Schlüsselnuss, auch als "Kraftnuss"
140 bezeichnet, eingreift. Die Kraftnuss 140 ist abtriebsseitig an den Schraubenkopf
bzw. an die Mutter der Schraubverbindung angepasst. An der Eingangswelle wird ein
Eingangsmoment M
E aufgebracht und am Ausgang des Getriebes 110 liegt ein Ausgangsmoment M
A an. Das Übersetzungsverhältnis zwischen Eingangsmoment M
E und Ausgangsmoment M
A wird durch das Getriebe 110 bestimmt. Es wird zunächst dieses Übersetzungsverhältnis
bestimmt, wobei das Eingangsmoment M
E durch den elektronischen Drehmomentschlüssel 200 ermittelt wird, und das Ausgangsdrehmoment
M
Adurch einen Sensor 400, der an der Ausgangswelle angeordnet ist, erfasst wird. Dieser
Sensor 400 ist nur bei der Kalibrierung vorgesehen. Im späteren Betrieb ist die Anordnung
eines solchen Sensors 400 nicht erforderlich.
[0028] Die Ermittlung des Übersetzungsverhältnisses erfolgt nun dadurch, dass die Ausgangswelle
und damit der Ausgangsvierkant 102 zunächst in eine erste Position gebracht werden,
die einem Winkel von 0° entspricht (Fig. 3b1)). Sodann wird die Schraubverbindung
"angezogen", indem das Eingangsmoment M
E aufgebracht wird und das Ausgangsmoment M
A ermittelt wird. Dabei ergibt sich ein funktionaler Zusammenhang zwischen dem Ausgangsmoment
M
A und dem Eingangsmoment M
E, der in Fig. 4 schematisch durch eine gestrichelte Linie dargestellt ist. Rein prinzipiell
genügt eine solche Messreihe zur Bestimmung dieses funktionalen Zusammenhangs zwischen
dem Ausgangsmoment M
A dem Eingangsmoment M
E. In diesem Falle wird dann die Interpolationskurve der Funktion M
A(M
E) bestimmt und diese Interpolationskurve, insbesondere eine Interpolationsgerade,
wie in den Figuren 4 und 5 dargestellt, gewissermaßen als Kennlinie gespeichert.
[0029] Um die Genauigkeit weiter zu steigern, sieht eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens weitere Messreihen vor.
[0030] In einer zweiten Messreihe wird der Ausgangsvierkant 102, das heißt die Ausgangswelle
um 90° verdreht, wie es rechts in Fig. 3b2) schematisch dargestellt ist und wiederum
wird der Zusammenhang zwischen Ausgangsmoment M
A und Eingangsmoment M
E bestimmt, in Fig. 4 als durchgezogene Linie dargestellt.
[0031] Schließlich wird in einer dritten Messreihe die Ausgangswelle und damit der Ausgangsvierkant
102 um weitere 90° (Fig. 3b3)) verdreht und es wird wiederum die Abhängigkeit des
Ausgangsdrehmoments M
A von dem Eingangsdrehmoment M
E bestimmt. Dies ist in Fig. 4 durch eine gepunktete Linie dargestellt. Aus diesen
drei Linien wird sodann eine Interpolationskurve, in erster Näherung eine Interpolationsgerade
bestimmt, die in einem Speicher 250 des Drehmomentschlüssels 200 gespeichert wird
und welche die Abhängigkeit des Ausgangsdrehmoments M
A von dem Eingangsdrehmoment M
E repräsentiert.
[0032] Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausgestaltung wird die Interpolationskurve (die dargestellte
Gerade) über den gesamten Drehmomentbereich gebildet. Eine weitere Erhöhung der Genauigkeit
ergibt sich, wenn zur Bestimmung der Interpolation die Kurve, wie in Fig. 5 dargestellt,
beispielsweise in vier Unterbereiche I, II, III, IV des Eingangsdrehmoments M
E unterteilt wird und in jedem dieser Teilbereiche eine Interpolation vorgenommen wird.
Auch hier ergibt sich ein im Wesentlichen linearer Verlauf. Die Zahl dieser Unterteilungen
kann weiter erhöht werden, sodass im Grenzfalle eine exakte Approximation der Funktion
M
A(M
E) möglich ist. Nach Abschluss der Kalibrierungen Wird der Sensor 400 entfernt und
die Abhängigkeit des Ausgangsdrehmoments M
A von dem Eingangsdrehmoment M
E wird - wie erwähnt - in dem Speicher des elektronischen Drehmomentschlüssels 200
gespeichert und bei späteren Schraubfällen verwendet. Auf diese Weise kann sehr genau
das Anzugsmoment von Schraubverbindungen bestimmt werden.
[0033] Die Kalibrierung über verschiedenen Winkelbereiche ist erforderlich, da alle bekannten
Getriebearten aufgrund der Eingriffsverhältnisse der Zahnflanken mehr oder weniger
sinusförmige Schwankungen des Drehmomentverlaufs und damit des Kraftverlaufs aufweisen.
Dies bedeutet, dass über den gesamten Drehmomentverlauf des Drehmomentvervielfältigers
Abweichungen vom theoretisch errechneten Drehmoment nachweisbar sind. Durch die Kalibrierung
können diese Abweichungen berücksichtigt und eliminiert werden.
1. Vorrichtung zur Erzeugung eines drehmomentgenauen Anzugsmoments für Schraubverbindungen
mit einer Kombination aus Drehmomentvervielfältiger (100) und einem an diesen angepassten
und zusammen mit diesem kalibrierten Drehmomentschlüssel (200), wobei der Drehmomentschlüssel
(200) eine Eingabeeinheit (220) zur Eingabe eines Drehmoment-Grenzwertes aufweist
und dass der Drehmomentschlüssel (200) einen Speicher (250) zur Speicherung der das
Anzugsmoment charakterisierenden Daten aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehmomentschlüssel (200) ein Display (205) zu Anzeige eines Eingangs- und Ausgangsmoments
aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Speicher das bei der Kalibrierung ermittelte Übersetzungsverhältnis des Drehmomentvervielfältigers
(100) gespeichert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Übersetzungsverhältnis als Interpolationskurve des funktionalen Zusammenhangs
des Ausgangsdrehmoments (MA) in Abhängigkeit von dem Eingangsdrehmoment (ME) des Drehmomentvervielfältigers (100) in dem Speicher (250) hinterlegt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehmomentvervielfältiger (100) einen RFID-Transponder aufweist und dass der
Drehmomentschlüssel (200) einen RFID-Reader aufweist, die miteinander kommunizieren
und mittels denen eine Übertragung des charakteristischen Übersetzungsverhältnisses
des Drehmomentvervielfältigers (100) an den Drehmomentschlüssel (200) erfolgt.
6. Verfahren zur Kalibrierung einer Vorrichtung zur Erzeugung eines drehmomentgenauen
Anzugsmoments für Schraubverbindungen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei als
Übersetzungsverhältnis das Ausgangsdrehmoment (MA) in Abhängigkeit von dem Eingangsdrehmoment (ME) über den gesamten Drehmomentverlauf bestimmt wird und dass das Übersetzungsverhältnis
(MA(ME)) anhand mindestens eines über den gesamten Drehmomentbereich gewonnenen Durchschnittswertes
erfolgt, dass das Übersetzungsverhältnis bei mehreren Getriebeeingriffswinkeln (0°,
90°, 180°) bestimmt wird und dass zunächst über den gesamten vorgebbaren Drehmomentbereich
das tatsächliche Übersetzungsverhältnis ermittelt wird und dass danach eine Ausgangswelle
des Drehmomentvervielfältigers (100) um jeweils vorgebbare Winkel, insbesondere zweimal
um 90° weitergedreht wird und dabei das Übersetzungsverhältnis über den gesamten Drehmomentbereich
ermittelt und hieraus ein mittleres Übersetzungsverhältnis errechnet wird, das in
dem Speicher (250) des Drehmomentschlüssels (200) hinterlegt wird.
7. Verfahren nach Anspruch6, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchschnittswert durch Bilden einer Interpolationskurve, insbesondere einer
Interpolationsgeraden, ermittelt wird.
1. An apparatus for producing a precise tightening torque for screw connections, with
a combination of torque multiplier (100) and a torque wrench (200) which is adjusted
to said torque multiplier and is calibrated together with said torque multiplier,
wherein the torque wrench (200) comprises an input unit (220) for the input of a torque
limit value and that torque wrench (200) comprises a memory (250) for storing the
data characterizing the torque.
2. An apparatus according to claim 1, characterized in that the torque wrench (200) comprises a display (205) for displaying an input and output
torque.
3. An apparatus according to claim 1, characterized in that the gear ratio of the torque multiplier (100) which is determined during calibration
is stored in the memory.
4. An apparatus according to claim 3, characterized in that the gear ratio is stored in the memory (250) as an interpolation curve of the functional
connection of the output torque (MA) depending on the input torque (ME) of the torque multiplier (100).
5. An apparatus according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the torque multiplier (100) comprises an RFID transponder, and that the torque wrench
(200) comprises an RFID reader, which communicate with one another and by means of
which a transmission of the characteristic gear ratio (100) to the torque wrench (200)
occurs.
6. A method for calibrating an apparatus for producing a precise tightening torque for
screw connections according to one of the claims 1 to 5, wherein the output torque
(MA) is determined depending on the input torque (ME) over the entire torque progression as the gear ratio, and that the gear ratio (MA(ME)) occurs on the basis of at least one average value obtained over the entire torque
range, that the gear ratio is determined at several gear engagement angles (0°, 90°,
180°), and that thereafter an output shaft of the torque multiplier (100) will be
further rotated about respectively predeterminable angles, especially twice about
90°, and the gear ratio over the entire torque range will be determined in this process
and a mean gear ratio will be calculated therefrom, which will be stored in the memory
(250) of the torque wrench (200).
7. A method according to claim 6, characterized in that the average value is determined by forming an interpolation curve, especially a straight
interpolation line.
1. Dispositif permettant la production d'un couple de serrage précis en termes de couple
de rotation pour des assemblages vissés avec une combinaison de multiplicateur de
couple (100) et d'une clé dynamométrique (200) adaptée à celui-ci et calibré conjointement
avec celui-ci, dans lequel la clé dynamométrique (200) comporte une unité d'entrée
(220) en vue de l'entrée d'une valeur limite de couple de rotation et la clé dynamométrique
(200) comporte une mémoire (250) destinée au stockage des données caractérisant le
couple de serrage.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la clé dynamométrique (200) comporte un écran (205) pour l'affichage d'un couple
d'entrée et d'un couple de sortie.
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le rapport de transmission déterminé lors de l'étalonnage du multiplicateur de couple
(100) est stocké dans la mémoire.
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le rapport de transmission est déposé dans la mémoire (250) en tant que courbe d'interpolation
du cadre fonctionnel du couple de rotation de sortie (MA) en fonction d'un couple de rotation d'entrée (ME) du multiplicateur de couple (100).
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le multiplicateur de couple (100) comporte un transpondeur RFID et que la clé dynamométrique
(200) présente un lecteur RFID qui communiquent entre eux et au moyen desquels un
transfert du rapport de transmission caractéristique du multiplicateur de couple (100)
a lieu sur la clé dynamométrique (200).
6. Procédé destiné à l'étalonnage d'un dispositif permettant la production d'un couple
de serrage précis en termes de couple de rotation pour des assemblages vissés selon
l'une des revendications 1 à 5, dans lequel le couple de rotation de sortie (MA) en tant que rapport de transmission est déterminé en fonction d'un couple de rotation
d'entrée (ME) sur toute la plage du couple de rotation et le rapport de transmission (MA(ME)) a lieu à partir d'au moins une valeur moyenne obtenue sur toute la plage de couple
de rotation, le rapport de transmission est déterminé au niveau de plusieurs angles
d'engrènement (0°, 90°, 180°) et tout d'abord le rapport de transmission effectif
est déterminé sur toute la plage de couple de rotation prédéterminée et ensuite un
arbre de sortie du multiplicateur de couple (100) est ensuite tourné par des angles
respectivement prédéterminables, en particulier deux fois par 90° et ainsi le rapport
de transmission est déterminé sur toute la plage de couple de rotation et à partir
ce ceci, un rapport de transmission moyen est calculé, qui est déposé dans la mémoire
(250) de la clé dynamométrique (200).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la valeur moyenne est déterminée par le biais de la formation d'une courbe d'interpolation,
en particulier d'une droite d'interpolation.