[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung eines Wärmebehandlungsverfahrens
mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit, insbesondere einen Heisswasserberieselungssterilisator,
gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Wärmebehandlung mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit, insbesondere zur Durchführung
mit der vorgenannten Vorrichtung.
[0002] Es sind Vorrichtungen wie beispielsweise Autoklaven zur chargenweisen feuchten Wärmebehandlung
wie Sterilisierung, Tyndallisation oder Pasteurisierung bekannt, bei welchen das zu
behandelnde Gut in einer druckfest verschliessbaren Verfahrenskammer mit heissem Wasser
berieselt wird. Ohne Beschränkung auf ein spezifisches Wärmebehandlungsverfahren wird
im Folgenden beispielhaft auf Vorrichtungen zum Sterilisieren verwiesen.
[0003] Beim Sterilisieren mittels Heisswasserberieselung wird die Verfahrenskammer nach
dem Beladen mit dem Sterilisiergut verschlossen und bis zum Erreichen eines Soll-Wasserstandes
mit Wasser befüllt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird das Wasser von einer Umwälzvorrichtung
im Umlauf gefördert und einer Berieselungsvorrichtung zugeführt. Diese verteilt das
Sterilisierwasser beispielsweise mittels Düsen und/oder Verteilblechen gleichmässig
über dem Sterilisiergut. Im Umlauf ist z.B. ein Wärmetauscher vorgesehen, welcher
von einem Heizmedium durchflossen ist und das Wasser auf eine gewünschte Verfahrenstemperatur
bringt. In anderen Ausführungen kann das Sterilisierwasser z.B. durch Dampfinjektion
geheizt werden. Je nach Anwendung der Vorrichtung liegt die bevorzugte Verfahrenstemperatur
des Sterilisierwassers etwa im Bereich von 60 bis 90 Grad Celsius (Pasteurisieren),
in einem Bereich bei und bis etwa 100 Grad (Tyndallisieren) und grösser als 100 Grad
(Sterilisierung, häufig bei 121 Grad). Nach Ablauf einer Haltephase, während der das
Produkt sterilisiert, tyndallisiert oder pasteurisiert wird, kann das zirkulierende
Sterilisierwasser und damit das Sterilisiergut auf eine vordefinierte Entnahmetemperatur
heruntergekühlt werden. Zur Kühlung kann z.B. ein zusätzlicher, von einem Kühlmedium
durchflossener Wärmetauscher im Umlauf vorgesehen sein oder das Sterilisierwasser
kann durch Kaltwasserinjektion gekühlt werden. Nach Ende der Kühlung wird das Sterilisierwasser
aus der Verfahrenskammer abgeführt, sodass diese zur Entnahme des Sterilisierguts
geöffnet werden kann. Dabei kann eine gewisse Restmenge des Sterilisierwassers in
der Verfahrenskammer verbleiben.
[0004] Um den Wasserverbrauch einzuschränken und eine im Sterilisierwasser vorhandene Restwärme
nutzen zu können sind aus dem Stand der Technik Vorrichtungen bekannt, welche Speicherkessel
zur Zwischenspeicherung des Sterilisierwassers aufweisen. Beispielsweise beschreibt
die
DE 40 17 340 A1 eine Vorrichtung zum Sterilisieren mit einem externen Speicherkessel, welcher über
ein hydraulisches System derart mit der Verfahrenskammer verbunden ist, dass Sterilisierwasser
bei Bedarf zwischen Verfahrenskammer und Speicherkessel und umgekehrt transferiert
werden kann. (z.B. während des Beladens und Entladens der Verfahrenskammer). Während
der Arbeitsbehälter mit der Verfahrenskammer liegend angeordnet ist, ist der Speicherkessel
aufrecht stehend vorgesehen. Aufgrund des erforderlichen Aufnahmevolumens des Speicherkessels
ist somit eine vergleichsweise grosse Bauhöhe der Vorrichtung vorgegeben.
[0005] Es sind ebenfalls Speicherkessel bekannt, welche liegend angeordnet sind. Beispielsweise
beschreibt die
US 4,164,590 eine entsprechende Vorrichtung zur Wärmebehandlung von in einer Verfahrenskammer
eines Arbeitsbehälters vorhandenem Sterilisiergut, bei welcher ein liegender Speicherkessel
oberhalb des liegenden Arbeitskessels angeordnet ist. Eine derartige Anordnung oberhalb
des Arbeitskessels hat den Vorteil, dass das Sterilisierwasser ohne zusätzliche Pumpen
alleine aufgrund der Schwerkraft vom Speicherkessel in den Arbeitskessel gefördert
werden kann. Während diese Ausführung ein kompakteres Bauvolumen aufweist, als entsprechende
Vorrichtungen mit einem stehenden Speicherkessel, ist eine Gesamtbauhöhe der Vorrichtung
nach wie vor vergleichsweise gross.
[0006] Ausserdem haben unabhängig von Anordnung und Ausbildung derartige Speicherkessel
den Nachteil, dass sie separat vom Arbeitskessel gereinigt und gegebenenfalls sterilisiert
werden müssen, was zusätzlichen Aufwand bei der Wartung der Vorrichtung verursacht.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die genannten Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden, insbesondere eine Vorrichtung zur Durchführung eines Wärmebehandlungsverfahrens
bereitzustellen, welche eine kompakte Bauweise mit vorzugsweise geringer Bauhöhe aufweist.
Die Vorrichtung soll dabei einfach zu warten und wirtschaftlich sowie energieeffizient
betreibbar sein. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein wirtschaftliches und
energieeffizientes Verfahren zum Betrieb einer derartigen Vorrichtung bereitzustellen.
[0008] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäss mit einer Vorrichtung gelöst, welche die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist sowie mit einem Verfahren, welches die Verfahrensschritte
gemäss Anspruch 18 umfasst.
[0009] Die Erfindung gemäss Anspruch 1 betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung eines
Wärmebehandlungsverfahrens mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit, insbesondere einen
Heisswasserberieselungssterilisator, umfassend einen druckfest verschliessbaren, vorzugsweise
als hohler Kreiszylinder ausgebildeten, Arbeitsbehälter, dessen Innenraum eine Verfahrenskammer
zur Anordnung von zu behandelndem Gut umfasst. Weiter ist eine Zufuhrvorrichtung zur
Zufuhr einer Wärmebehandlungsflüssigkeit in die Verfahrenskammer vorhanden sowie eine
Abfuhrvorrichtung zum Abführen von in der Verfahrenskammer vorhandener Wärmebehandlungsflüssigkeit.
Weiter ist eine Umwälzvorrichtung zum Umwälzen von einer zur Durchführung des Wärmebehandlungsverfahrens
in die Verfahrenskammer eingebrachten Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit zwischen
Abfuhrvorrichtung und Zufuhrvorrichtung sowie eine Heizvorrichtung zum Heizen der
Wärmebehandlungsflüssigkeit vorhanden. Die Vorrichtung umfasst weiter einen Speicherbehälter
zum Zwischenspeichern der weitgehend gesamten für das Wärmebehandlungsverfahren in
die Verfahrenskammer eingebrachten Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit. Weiter weist
die Vorrichtung eine Transfervorrichtung zum Überführen der Wärmbehandlungsflüssigkeit
aus der Verfahrenskammer in den Speicherbehälter sowie eine Rückführvorrichtung zum
Rückführen der Wärmbehandlungsflüssigkeit aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer
auf. Gemäss dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 zeichnet sich die Vorrichtung
dadurch aus, dass der Speicherbehälter vollständig im Innenraum des Arbeitsbehälters
angeordnet ist.
[0010] Bevorzugt ist der Arbeitsbehälter als hohler Kreiszylinder ausgebildet, in dessen
Innenraum die Verfahrenskammer angeordnet ist und welcher endseitig mit Stirnwänden
abgeschlossen ist. Mit Vorteil ist der Arbeitsbehälter in betriebsbereitem Zustand
mit einer Längsachse weitgehend horizontal ausgerichtet, um einen bezüglich dieser
Längsrichtung gleichmässigen Füllstand sicherzustellen. Der Arbeitsbehälter kann je
nach Anwendung (Pasteurisieren, Sterilisieren etc.) für unterschiedliche Innendrücke
(z.B. Unterdruck sowie Überdruck) ausgelegt sein. Bevorzugt weist der Arbeitsbehälter
eine Klapptüre auf, welche eine an einer der Stirnflächen ausgebildete Öffnung des
Arbeitsbehälters druckfest verschliesst. Die Öffnung ist mit Vorteil derart bemessen,
dass wenigstens die Verfahrenskammer über ihren gesamten Querschnitt zugänglich ist,
sodass z.B. Transportpaletten mit darauf angeordnetem zu behandelnden Gut auf einfache
Weise eingebracht werden können.
[0011] Die Zufuhrvorrichtung umfasst bevorzugt eine Zufuhröffnung, welche mit Vorteil in
einem oberen Bereich des Arbeitsbehälters, insbesondere in einem oberen Bereich der
Verfahrenskammer angeordnet ist. Die Zufuhröffnung kann im Falle eines Berieselungssterilisators
direkt an eine Berieselungsvorrichtung angeschlossen sein, mit welcher die zugeführte
Wärmebehandlungsflüssigkeit gleichmässig über die Verfahrenskammer verteilt abregenbar
und/oder versprühbar ist. Bevorzugt umfasst die Berieselungsvorrichtung hierzu Verteilbleche
und/oder Düsen.
[0012] Die Abfuhrvorrichtung umfasst bevorzugt einen Sammelbehälter bzw. ein Sammelbecken,
über welche die Wärmebehandlungsflüssigkeit zur Abfuhr aus der Verfahrenskammer gesammelt
werden kann. Die Abfuhrvorrichtung ist z.B. über Rohre und/oder Ventilvorrichtungen
mit der Umwälzvorrichtung verbunden. Bevorzugt ist die Abfuhrvorrichtung zudem mit
einem externen Abfluss verbunden, über welchen die Wärmebehandlungsflüssigkeit bei
Bedarf vollständig abgeführt werden kann.
[0013] Die Umwälzvorrichtung umfasst in der Regel eine Umwälzpumpe, über welche die in die
Verfahrenskammer eingebrachte Wärmebehandlungsflüssigkeit von der Abfuhrvorrichtung
zur Zufuhrvorrichtung gefördert werden kann. Hierzu sind zudem entsprechende Rohre
und/oder Ventilvorrichtungen vorgesehen, mit welchen der Fluss geregelt und/oder geleitet
werden kann.
[0014] Je nach Anwendung unterscheidet sich die Menge der in die Verfahrenskammer eingebrachten
Menge von Wärmebehandlungsflüssigkeit. Beispielsweise wird beim Pasteurisieren das
zu behandelnde Gut meist vollständig geflutet, während beim Heisswassersterilisieren
das Gut in der Regel nicht überflutet ist. Die konkrete für den jeweiligen Betrieb
einzubringende Menge an Wärmebehandlungsflüssigkeit ist dem Fachmann bekannt und bedarf
hier keiner weiteren Erläuterungen. Es versteht sich, dass die Umwälzvorrichtung allenfalls
an die konkreten Erfordernisse anzupassen ist.
[0015] Zur Heizung der Wärmebehandlungsflüssigkeit umfasst bevorzugt die Umwälzvorrichtung
eine Heizvorrichtung, welche mit Vorteil einen Wärmetauscher zum Austausch von Wärmeenergie
mit einem extern zugeführten heissen Medium wie beispielsweise Dampf vorgesehen ist.
[0016] Der Speicherbehälter ist derart bemessen, dass bevorzugt weitgehend die gesamte für
das Wärmebehandlungsverfahren in die Verfahrenskammer eingebrachte Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit
vom Speicherbehälter aufgenommen werden kann. Damit kann bei Bedarf die Verfahrenskammer
vollständig entleert werden, ohne dass die Wärmebehandlungsflüssigkeit entsorgt werden
muss und somit verloren ist. Wie oben erwähnt unterscheidet sich die konkrete Menge
von Wärmebehandlungsflüssigkeit je nach Verwendungszweck der Vorrichtung, weshalb
das Volumen des Speicherbehälters allenfalls entsprechend anzupassen ist. Es versteht
sich, dass zur Entnahme oder zum Einbringen des zu behandelnden Guts gegebenenfalls
nicht die gesamte Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit in den Speicherbehälter transferiert
werden muss, sondern ein gewisser Füllstand in der Verfahrenskammer verbleiben kann
bzw. erwünscht ist.
[0017] Zur Überführung der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus der Verfahrenskammer in den Speicherbehälter
umfasst die Transfervorrichtung bevorzugt Rohre und/oder Ventilsvorrichtungen, mit
welche sie an die Umwälzvorrichtung angeschlossen ist. Mit Vorteil kann die Transfervorrichtung
dabei wenigstens teilweise überlappend mit der Umwälzvorrichtung ausgebildet sein,
d.h. beide Vorrichtungen können gemeinsame Komponenten umfassen, sodass Synergien
genutzt werden können und Redundanzen im hydraulischen System reduziert sind. Es versteht
sich allerdings, dass die Transfervorrichtung auch als eigenständiges hydraulisches
System mit beispielsweise eigener Pumpvorrichtung ausgebildet sein kann.
[0018] Zur Rückführung der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer
ist eine Rückführvorrichtung vorhanden. Diese kann bei geeigneter Anordnung des Speicherbehälters
im Arbeitsbehälter besonders einfach z.B. nur eine Ventilvorrichtung umfassen, um
die Wärmebehandlungsflüssigkeit aufgrund der Schwerkraft aus dem Speicherbehälter
direkt in die Verfahrenskammer ablassen zu können. Es versteht sich, dass die Rückführvorrichtung
in anderen Ausführungsformen auch eine Pumpe umfassen kann.
[0019] Erfindungsgemäss ist der Speicherbehälter im Innenraum des Arbeitsbehälters angeordnet.
Auf diese Weise wird erreicht, dass das Bauvolumen, insbesondere die Bauhöhe, der
Vorrichtung im Wesentlichen durch die Dimensionierung des Arbeitsbehälters bestimmt
ist und kein externer Zusatzbehälter erforderlich ist. Hierbei können insbesondere
Toträume im Innenraum des Arbeitsbehälters effizient genutzt werden, welche sich z.B.
aufgrund der kreiszylindrischen Form des Arbeitsbehälters und einem in der Regel rechteckigen
Querschnitt der Verfahrenskammer ergeben. Bei geeigneter Ausbildung und Anordnung
des Speicherbehälters kann dieser somit im Arbeitsbehälter untergebracht sein, ohne
dass ein Aufnahmevolumen der Verfahrenskammer beeinträchtigt ist. Zudem kann der Speicherbehälter
im Bedarfsfall in einem Arbeitsgang zusammen mit dem Arbeitsbehälter sterilisiert
werden, wobei im Falle eines Sterilisators diese Sterilisation automatisch im Zuge
der Durchführung des entsprechenden Verfahrens erfolgen kann.
[0020] Weiter können auch konstruktiv Synergien genutzt werden, indem z.B. Arbeitsbehälter
und Speicherbehälter gemeinsame Behälterwände aufweisen, was nicht zuletzt auch Materialkosten
einsparen kann. Zudem kann auch die strukturelle Integrität des Arbeitsbehälters durch
den darin ausgebildeten Speicherbehälter verstärkt werden. Insbesondere können Arbeits-
und Speicherbehälter gemeinsam eine integrale Struktur als geschweisste Stahlkonstruktion
bilden.
[0021] Nicht zuletzt bietet der integrierte Speicherbehälter auch eine vollständige Integration
der prozessrelevanten Medien im Arbeitsbehälter. Damit gestaltet sich eine Zufuhr
und Abfuhr der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus der Verfahrenskammer in den Speicherbehälter
bzw. umgekehrt besonders einfach. Insbesondere können Rohrverbindungen kurz gehalten
werden und, zumindest teilweise, ebenfalls im Arbeitsbehälter angeordnet sein. Dies
ist sowohl in konstruktiver Hinsicht als auch in Bezug auf die Energieeffizienz sowie
die Wartung der Vorrichtung vorteilhaft.
[0022] Mit Vorteil umfasst die Zufuhrvorrichtung eine Berieselungsvorrichtung, welche zum
gleichmässigen Berieseln von in der Verfahrenskammer angeordnetem zu behandelndem
Gut mit der Wärmebehandlungsflüssigkeit ausgebildet ist. Insbesondere kann die Berieselungsvorrichtung
Düsen und/oder Verteilbleche umfassen, wobei die Wärmebehandlungsflüssigkeit bevorzugt
von oben , wahlweise aber auch zusätzlich oder nur von den Seiten in die Verfahrenskammer
eingebracht werden kann.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Rückführvorrichtung derart ausgebildet,
dass der Speicherbehälter über die Rückführvorrichtung mit der Umwälzvorrichtung fluidmässig
verbindbar ist, sodass die Wärmebehandlungsflüssigkeit über die Umwälzvorrichtung
aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer rückführbar ist. Bevorzugt umfasst
die Rückführvorrichtung Rohre und/oder Ventilsvorrichtungen, mit welchen sie an die
Umwälzvorrichtung angeschlossen ist. Mit Vorteil ist die Transfervorrichtung dabei
teilweise überlappend mit der Umwälzvorrichtung ausgebildet, sodass Synergien genutzt
werden können und möglichst geringe Redundanzen im hydraulischen System vorhanden
sind. Es versteht sich allerdings, dass die Rückführvorrichtung auch als eigenständiges
hydraulisches System mit beispielsweise separater pumpe ausgebildet sein kann.
[0024] Bei einer je nach Erfordernis ebenfalls bevorzugten Ausführungsform ist die Rückführvorrichtung
jedoch derart ausgebildet, dass der Speicherbehälter über die Rückführvorrichtung
direkt mit der Verfahrenskammer verbindbar ist. Insbesondere ist der Speicherbehälter
derart im Innenraum des Arbeitsbehälters angeordnet und die Rückführvorrichtung ist
derart ausgebildet, dass die Wärmebehandlungsflüssigkeit aufgrund der Schwerkraft
über die Rückführvorrichtung in die Verfahrenskammer fliessen kann, wenn der Speicherbehälter
über die Rückführvorrichtung mit der Verfahrenskammer fluidmässig verbunden ist. Damit
ist ein passives System geschaffen, welches auf einfache Weise ohne Energieaufwand
eine Beschickung der Verfahrenskammer mit einer gewünschten Menge Wärmebehandlungsflüssigkeit
aus dem Speicherbehälter erlaubt.
[0025] Bevorzugt umfasst eine derartige Rückführvorrichtung eine im Innenraum des Arbeitsbehälters
angeordnete Ventilvorrichtung. Damit kann die Rückführvorrichtung bevorzugt vollständig
im Innenraum des Arbeitsbehälters angeordnet sein. Eine als einfaches Ablassventil
am Speicherbehälter ausgebildete Ventilvorrichtung reicht in der Regel aus, um auf
einfache Weise einen Fluidschluss zwischen dem im Innenraum des Arbeitsbehälters angeordneten
Speicherbehälter und der Verfahrenskammer herzustellen. Aufgrund der Anordnung im
Innenraum wird die Ventilvorrichtung zudem analog dem Speicherbehälter zusammen mit
dem Arbeitsbehälter sterilisiert, was die Wartung der Vorrichtung weiter vereinfacht.
[0026] Die Rückführvorrichtung kann je nach Erfordernis mit Vorteil auch eine ausserhalb
des Arbeitsbehälters angeordnete Ventilvorrichtung umfassen. In diesem Fall ist die
Ventilvorrichtung von aussen zugänglich und kann beispielsweise manuell betätigt oder
gewartet werden. Hierzu sind allerdings Verrohrungen vom Speicherbehälter nach aussen
und von der Ventilvorrichtung zur Verfahrenskammer erforderlich, was zwar konstruktiv
aufwändiger ist, aber je nach Anforderung aufgrund der genannten Vorteile vorgezogen
werden kann.
[0027] Wie eingangs erwähnt kann die Transfervorrichtung zumindest teilweise mit der Umwälzvorrichtung
überlappen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Umwälzvorrichtung daher
eine Ventilanordnung, mit welcher ein von der Abfuhrvorrichtung abgeführtes Wärmbehandlungsmittel
wahlweise zum Umwälzen der Zufuhrvorrichtung oder über die Transfervorrichtung zum
Überführen in den Speicherbehälter zugeführt werden kann. Die Transfervorrichtung
kann dabei als einfache, über die Ventilvorrichtung regelbare Abzweigung der Umwälzvorrichtung
ausgebildet sein, welche in den Speicherbehälter mündet.
[0028] Wie eingangs erwähnt, umfasst die Umwälzvorrichtung mit Vorteil einen Wärmetauscher
zur Heizung des Wärmebehandlungsmittels beim Umwälzen und weist vorzugsweise einen
weiteren Wärmetauscher zur Kühlung des Wärmebehandlungsmittels beim Umwälzen auf.
Indem zwei getrennte Wärmetauscher für Heizung und Kühlung vorgesehen sind, können
diese Komponenten für die jeweilige Anforderung optimiert sein. Grundsätzlich ist
es jedoch auch denkbar, nur einen Wärmetauscher zur wahlweisen Heizung oder Kühlung
vorzusehen oder Heizung und Kühlung auf andere Weise zu erreichen, beispielsweise
durch Dampf- bzw. Kaltwasserinjektion. In letzterem Fall ändert sich allerdings die
im Umwälzkreislauf befindliche Menge Wärmebehandlungsflüssigkeit ständig, womit ein
Füllstand kontinuierlich durch Zu- oder Abfuhr von Wärmebehandlungsflüssigkeit ausgeglichen
werden muss.
[0029] Bei einer besonders vorteilhaften Konstruktion der Speicherbehälter an einer Innenwand
des Arbeitsbehälters ausgebildet, wobei mit Vorteil die Innenwand des Arbeitsbehälters
einen Teil einer Wand des Speicherbehälters bildet. Damit können konstruktive Elemente
zum einen als Behälterwand doppelt genutzt werden und zum anderen kann der Speicherbehälter
gleichzeitig als Verstärkung der Arbeitsbehälterwand dienen.
[0030] Der Speicherbehälter kann dabei derart ausgebildet sein, dass ein Innenraum des Speicherbehälters
mit dem Innenraum des Arbeitsbehälters kommuniziert, insbesondere in einem oberen
Bereich offen ist. Damit ist der Vorteil verbunden, dass der Innenraum des Speicherbehälters
einfach zugänglich ist und bei der Wartung wie z.B. Reinigung oder Sterilisierung
des Innenraums des Arbeitsbehälters ohne spezielle Massnahmen dieselbe Wartung erfährt.
[0031] Alternativ und je nach Anforderung ebenfalls vorteilhaft ist eine Ausführungsform,
bei welcher der Innenraum des Speicherbehälters zum Innenraum des Arbeitsbehälters
hin fluiddicht abschliessbar ist. Dies ist beispielsweise für den Fall erforderlich,
falls die Rückführung der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus dem Speicherbehälter in
die Verfahrenskammer eine Beaufschlagung des Innenraums des Speicherbehälters mit
einem Überdruck erfordert.
[0032] Wie bereits eingangs erwähnt ist der Arbeitsbehälter mit Vorteil als im Wesentlichen
länglicher Kreiszylinder ausgebildet, wobei sich die Verfahrenskammer längs der Längsrichtung
des Arbeitsbehälters erstreckt und einen weitgehend rechteckigen Querschnitt aufweist.
Es versteht sich, dass der Arbeitsbehälter auch andere, weitgehend beliebige Formen
aufweisen kann, wie beispielsweise oval-zylindrisch, aber auch quaderförmig oder kubisch.
Eine kreiszylindrische Form hat jedoch konstruktive Vorteile und ist in struktureller
Hinsicht besonders stabil.
[0033] Mit Vorteil weist der Speicherbehälter einen weitgehend kreissegmentförmigen Querschnitt
auf und ist in einem Bereich zwischen Verfahrenskammer und Wand des Arbeitsbehälters
angeordnet. Insbesondere im Fall eines kreiszylindrischen Arbeitsbehälters kann der
Speicherbehälter somit an die Innenwand geschmiegt ausgebildet sein und einen Totraum
zwischen Verfahrenskammer und Arbeitsbehälterwand optimal ausfüllen. Weitgehend kreissegmentförmig
umfasst hier insbesondere auch Kreissegmentformen mit gekappten Ecken. Bevorzugt begrenzen
die Abschnitte der Wände des Speicherbehälters dabei die Verfahrenskammer zumindest
teilweise. Damit kann die Wand des Speicherbehälters wenigstens teilweise eine Doppelfunktion
erfüllen, womit eine besonders einfache Konstruktion erreicht wird.
[0034] Bevorzugt erstreckt sich der Speicherbehälter weitgehend über die gesamte Länge des
Innenraums des Arbeitsbehälters. Damit wird der grundsätzlich zur Verfügung stehende
Platz im Arbeitsbehälter optimal genutzt, sodass eine möglichst grosse Menge Wärmebehandlungsflüssigkeit
im Speicherbehälter aufgenommen werden kann.
[0035] Sofern ein besonders grosses Speichervolumen des Speicherbehälters erforderlich ist,
kann mit Vorteil ein weiterer Speicherbehälter im Innenraum des Arbeitsbehälters vorhanden
sein, welcher bevorzugt bezüglich der Längsachse des Arbeitsbehälters dem ersten Speicherbehälter
gegenüberliegend angeordnet und weitgehend, vorzugsweise spiegelbildlich, baugleich
ausgebildet ist. Insbesondere im Fall eines kreiszylindrisch ausgebildeten Arbeitsbehälters
mit einer Verfahrenskammer mit rechteckigem Querschnitt können auf diese Weise wenigstens
zwei Speicherbehälter auf vorteilhafte Weise in den Toträumen untergebracht werden.
Je nach Erfordernis können die beiden Speicherbehälter miteinander kommunizieren oder
als separate, gegeneinander abgeschlossene Behälter ausgebildet sein.
[0036] Bevorzugt umfasst der Speicherbehälter eine Heizvorrichtung, mit welcher die Wärmebehandlungsflüssigkeit
zur Verhinderung einer Verkeimung beheizt werden kann, wenn sie im Speicherbehälter
zwischengespeichert ist. Damit kann die Wärmebehandlungsflüssigkeit keimfrei gehalten
werden, während die Verfahrenskammer z.B. Be- oder Entladen wird.
[0037] Die erfindungsgemässe Vorrichtung erlaubt auch die Durchführung eines besonders vorteilhaften
Verfahrens zur Wärmebehandlung mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit. Erfindungsgemäss
umfasst das Verfahren die folgenden Schritte:
- a) Einbringen von zu behandelndem Gut in eine Verfahrenskammer eines Arbeitsbehälters,
- b) Einbringen einer zur Durchführung des Verfahrens erforderlichen Menge einer Wärmebehandlungsflüssigkeit
aus einem im Arbeitsbehälter angeordneten Speicherbehälter in die Verfahrenskammer,
- c) beheiztes Umwälzen der Wärmebehandlungsflüssigkeit mit einer Umwälzvorrichtung
zwischen einer Abfuhrvorrichtung zur Abfuhr von Wärmebehandlungsflüssigkeit aus der
Verfahrenskammer und einer Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von Wärmebehandlungsflüssigkeit
in die Verfahrenskammer, wobei die Wärmebehandlungsflüssigkeit auf eine Verfahrenstemperatur
geheizt wird,
- d) Überführen eines wesentlichen Anteils der in der Verfahrenskammer vorhandenen Wärmebehandlungsflüssigkeit
in den im Arbeitsbehälter angeordneten Speicherbehälter,
- e) gegebenenfalls Ablassen eines Teils der Wärmebehandlungsflüssigkeit und Ausgleichen
eines Füllstandes im Speicherbehälter durch Zufuhr von zusätzlicher Wärmebehandlungsflüssigkeit
von aussen.
[0038] Während des beheizten Umwälzens der Wärmebehandlungsflüssigkeit wird diese je nach
Art des Verfahrens auf eine Verfahrenstemperatur von 60 bis 90 Grad Celsius (Pasteurisieren),
auf einen Bereich bei und bis maximal etwa 100 Grad Celsius (Tyndallisieren) oder
auf mehr als 100 Grad (Sterilisierung) geheizt. Bei der Sterilisierung erfolgt eine
Heizung bevorzugt während auf 121 Grad Celsius. Typischerweise erfolgt das beheizte
Umwälzen während etwa 20 Min. Beim Tyndallisieren liegen die entsprechenden Werte
typisch bei 30. Min und 100 Grad Celsius. Es versteht sich, dass diese Werte in Abhängigkeit
der konkreten Anforderung variieren können.
[0039] Erfindungsgemäss erfolgt das Einbringen der zur Durchführung des Verfahrens erforderlichen
Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit in die Verfahrenskammer aus dem im Arbeitsbehälter
angeordneten Speicherbehälter. Ebenso erfolgt erfindungsgemäss das Überführen eines
wesentlichen Anteils der in der Verfahrenskammer vorhandenen Wärmebehandlungsflüssigkeit
in den im Arbeitsbehälter angeordneten Speicherbehälter. Auf diese Weise lässt sich
ein Transfer der Wärmebehandlungsflüssigkeit zwischen Verfahrenskammer und Speicherbehälter
auf besonders einfache Weise erreichen. Weitere verfahrensbezogene Vorteile ergeben
sich unmittelbar aus den bereits im Zusammenhang mit der Vorrichtung beschriebenen
Vorteilen.
[0040] Das Verfahren kann mit Vorteil nach dem beheizten Umwälzen einen zusätzlichen Schritt
umfassen, in welchem während des Umwälzens der Wärmebehandlungsflüssigkeit mit der
Umwälzvorrichtung zwischen der Abfuhrvorrichtung und der Zufuhrvorrichtung der Verfahrenskammer,
die Wärmebehandlungsflüssigkeit auf eine gewünschte Entnahmetemperatur gekühlt wird
(gekühltes Umwälzen). Damit wird das zu behandelnde Gut von der Verfahrenstemperatur
auf eine Entnahmetemperatur gebracht, bei welcher das Gut aus der Verfahrenskammer
entnommen werden kann. Typische Werte für die Entnahmetemperatur liegen dabei im Bereich
von 30 bis 90 Grad Celsius. Die Zeitdauer für diesen Schritt hängt unter anderem von
der Temperaturdifferenz zwischen der Verfahrenstemperatur und der gewünschten Entnahmetemperatur
ab und kann daher variieren.
[0041] Bevorzugt ist die Zufuhrvorrichtung als Berieselungsvorrichtung zum gleichmässigen
Berieseln von in der Verfahrenskammer angeordnetem zu behandelndem Gut ausgebildet,
sodass mit Vorteil im Schritt des Umwälzens in der Verfahrenskammer angeordnetes zu
behandelndes Gut über die Zufuhrvorrichtung gleichmässig mit der Wärmebehandlungsflüssigkeit
berieselt wird. Damit ist sichergestellt, dass das gesamte zu behandelnde Gut gleichmässig
auf die gewünschte Temperatur gebracht wird.
[0042] Mit Vorteil führt die Umwälzvorrichtung bei der Überführung der Wärmebehandlungsflüssigkeit
in den Speicherbehälter die Wärmebehandlungsflüssigkeit über eine Transfervorrichtung
dem Speicherbehälter zu. Indem das Verfahren die Umwälzvorrichtung auch für die Überführung
nutzt, wird eine besonders gute Effizienz erreicht.
[0043] Beim Einbringen der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer
wird bevorzugt der Speicherbehälter über eine Rückführvorrichtung mit der Umwälzvorrichtung
fluidmässig verbunden und die Wärmebehandlungsflüssigkeit über die Umwälzvorrichtung
und die Zufuhrvorrichtung aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer eingebracht
wird. Diese Variante des Verfahrens greift für eine weitere Funktion auf die Umwälzpumpe
zu, womit die ohnehin vorhandenen Komponenten der Vorrichtung besonders effizient
genutzt werden.
[0044] Alternativ kann beim Einbringen der Wärmebehandlungsflüssigkeit aus dem Speicherbehälter
in die Verfahrenskammer der Speicherbehälter über eine Rückführvorrichtung direkt
mit der Verfahrenskammer fluidmässig verbunden werden, beispielsweise durch Öffnen
einer Ventilvorrichtung der Rückführvorrichtung. Die Wärmebehandlungsflüssigkeit fliesst
dann bevorzugt alleine aufgrund der Schwerkraft über die Rückführvorrichtung aus dem
Speicherbehälter in die Verfahrenskammer. Diese Variante hat den Vorteil, dass keine
Pumpe, und somit keine Energie, erforderlich ist, um die Wärmebehandlungsflüssigkeit
aus dem Speicherbehälter in die Verfahrenskammer einzubringen.
[0045] Wie bereits eingangs erwähnt, kommt mit besonderem Vorteil eine Wärmebehandlungsflüssigkeit
zur Anwendung, welche im Wesentlichen aus Wasser besteht. Insbesondere kann die Wärmebehandlungsflüssigkeit
ausschliesslich aus Wasser bestehen (selbstverständlich mit Verunreinigungen, wie
sie beispielsweise in Leitungswasser zu finden sind). Damit ist eine kostengünstige
Variante gegeben und die Wärmebehandlungsflüssigkeit kann ohne grossen Aufwand von
externen Quellen ergänzt werden. Es versteht sich, dass sofern erforderlich auch Beimengungen
von Desinfektionsmitteln oder eine Ozonisierung des Wassers vorgenommen werden kann.
Ebenso können auch andere geeignete Wärmebehandlungsflüssigkeiten zum Einsatz kommen,
sofern die konkreten Anforderungen dies erforderlich machen.
[0046] Weitere Vorteile und Einzelmerkmale der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden nachstehend beschrieben. Es zeigen schematisch:
- Figur 1
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung zur Durchführung eines
Wärmebehandlungsverfahrens in einer Querschnittsansicht;
- Figur 2
- eine zur Ansicht der Fig. 1 analoge Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer
erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Figur 3
- Längsschnitt durch einen Arbeitsbehälter einer erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Figur 4
- Flussdiagramm des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0047] In den Figuren sind grundsätzlich gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0048] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Vorrichtung 1 zur Durchführung eines Wärmebehandlungsverfahrens in einer Querschnittsansicht
senkrecht zu einer Längsachse A eines kreiszylindrisch ausgebildeten Arbeitsbehälters
2. Die Vorrichtung 1 gemäss Fig. 1 ist insbesondere als Sterilisator zur Berieselung
mit Heisswasser von Sterilisiergut 3 vorgesehen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindungsbeschreibung
wird auf Richtungen wie oben, unten, seitlich sowie horizontal und vertikal Bezug
genommen. Diese Richtungen sind dabei relativ zu einer betriebsbereiten Anordnung
des Arbeitsbehälters 2 bzw. der Vorrichtung 1 zu verstehen, wobei eine betriebsbereite
Anordnung der Vorrichtung 1 aufgrund der schwerkraftbedingten Flussrichtung bzw. Fallrichtung
von Wasser (Vertikale) vorgegeben ist. Der Arbeitsbehälter 2 ist vorliegend in betriebsbereitem
Zustand mit seiner Längsachse A weitgehend horizontal angeordnet.
[0049] Der Arbeitsbehälter 2 weist eine kreiszylindrische Behälterwand 2.1 auf, welche einen
Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters 2 begrenzt. Im Innenraum 2.2 ist ein in Längsrichtung
A sich über die gesamte Länge des Arbeitsbehälters 2 erstreckender Bereich mit rechteckigem
Querschnitt angeordnet, welcher als Sterilisierkammer 4 (Autoklav) ausgebildet ist.
In der Sterilisierkammer 4 ist während der Durchführung eines Sterilisationsprozesses
das Sterilisiergut 3 angeordnet. Es versteht sich, dass die Sterilisierkammer 4 nicht
als abgeschlossene Kammer im Innenraum 2.2 ausgebildet zu sein braucht. Vielmehr bezeichnet
die Sterilisierkammer 4 einen Raumbereich im Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters 2,
welcher zur Anordnung des Sterilisierguts 3 und zur Berieselung mit Sterilisierwasser
5 vorgesehen ist.
[0050] Der Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters 2 ist in Längsrichtung A endseitig mit Stirnwänden
2.4 und 2.5 abgeschlossen (in Fig. 1 nicht dargestellt, siehe Fig. 3). An wenigstens
einer der Stirnwände 2.4 (2.5) ist eine mit einer Türe druckfest verschliessbare Öffnung
2.6 (2.7) ausgebildet (siehe Fig. 3), durch welche das Sterilisiergut 3 in die Sterilisierkammer
4 eingebracht werden kann. Mit Vorteil ist an beiden Stirnwänden 2.4 und 2.5 eine
entsprechende Öffnung 2.6 bzw. 2.7 ausgebildet. In diesem Fall kann eine der Öffnungen
immer zur Entnahme von bereits sterilisiertem Gut und die andere immer zum Einbringen
von frischem, noch unsterilisiertem Gut vorgesehen sein. Bevorzugt ist bei geöffneter
Entnahmeöffnung die Einbringöffnung geschlossen. Nach der Entnahme des bereits sterilisierten
Guts wird die Entnahmeöffnung geschlossen und erst dann die Einbringöffnung zum Einbringen
von unsterilisiertem Gut in die Sterilisierkammer 4 geöffnet. Bei einem derartigen
Betrieb nach Art einer Schleuse kann eine Kontamination von bereits sterilisiertem
Gut bei der Entnahme möglichst verhindert werden (Entnahmeseite ist Sterilseite, Einbringseite
ist Unreinseite). Es versteht sich, dass beispielsweise zur Wartungszwecken auch beide
Öffnungen 2.6 und 2.7 gleichzeitig geöffnet sein können.
[0051] Oberhalb der Sterilisierkammer 4 ist eine Zufuhrvorrichtung 6 angeordnet, welche
eine im Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters 2 angeordnete Berieselungsvorrichtung 6.1
sowie einen Rohrleitungsabschnitt 6.2 umfasst. Der Rohrleitungsabschnitt 6.2 tritt
durch die Behälterwand 2.1 hindurch, sodass über die Rohrleitung 6.2 Sterilisierwasser
5 von aussen in den Arbeitsbehälter 2 eingebracht werden kann. Die Rohrleitung 6.2
ist mit der Berieselungsvorrichtung 6.1 verbunden, sodass das zugeführte Sterilisierwasser
5 über die Berieselungsvorrichtung 6.1 gleichmässig auf die Sterilisierkammer 4 verteilt
abgeregnet und/oder versprüht werden kann. Die Berieselungsvorrichtung 6.1 weist hierzu
beispielsweise Düsen und/oder Verteilbleche oder ähnlich wirkende Elemente auf.
[0052] Unterhalb der Sterilisierkammer 4 ist eine Abfuhrvorrichtung 7 zur Abfuhr von angesammeltem
Sterilisierwasser 5 aus dem Arbeitsbehälter 2 ausgebildet. Die Abfuhrvorrichtung 7
ist bevorzugt an einem tiefsten Punkt des Innenraums 2.2 angeordnet und weist eine
Abfuhröffnung 7.1 auf, welche an einen Rohrleitungsabschnitt 7.2 anschliesst. Die
Abfuhrvorrichtung 7 kann auch einen separaten Sammelbehälter 7.3 umfassen (in Fig.
1 nicht dargestellt, siehe Fig. 3), welcher in einem unteren Bereich des Arbeitsbehälters
2, bevorzugt unterhalb der Sterilisierkammer 4, angeordnet ist und mit der Sterilisierkammer
4 kommuniziert und an welchen die Rohrleitung 7.2 anschliesst.
[0053] Der Rohrabschnitt 7.2 tritt durch die Behälterwand 2.1 hindurch, sodass über die
Rohrleitung 7.2 Sterilisierwasser 5 aus dem Arbeitsbehälter 2 nach aussen abgeführt
werden kann. Im Innenraum 2.2 ist eine Füllstandsanzeiger 2.3 vorhanden, mit welchem
ein Füllstand von Sterilisierwasser 5 im Arbeitsbehälter 2 überwacht werden kann.
[0054] Zwischen Rohrabschnitt 6.2 der Zufuhrvorrichtung 6 und Rohrabschnitt 7.2 der Abfuhrvorrichtung
7 ist eine Umwälzvorrichtung 8 umfassend eine Umwälzpumpe 8.1 angeordnet, welche die
beiden Rohrabschnitte 6.2 und 7.2 über eine Rohrleitung 8.2 miteinander verbindet.
Die Pump 8.1 ist dabei derart in der Rohrleitung 8.2 angeordnet, dass eine Pumprichtung
von Rohrleitung 7.2 zu Rohrleitung 6.2 weist. Es versteht sich, dass die Pumpe 8.1
zusätzlich auch zum Betrieb in Gegenrichtung ausgebildet sein kann. Die Rohrleitung
8.2 schliesst über eine Ventilvorrichtung 8.7 an den Rohrabschnitt 7.2 und über eine
Ventilvorrichtung 8.8 an den Rohrabschnitt 6.2 an.
[0055] Die Umwälzvorrichtung 8 weist bezüglich einer Flussrichtung in der Rohrleitung 8.2
hintereinander angeordnete Wärmetauscher 8.3 und 8.4 auf. Ein in Flussrichtung erster
Wärmetauscher 8.3 kann von aussen mit einem Kühlmedium versorgt werden, sodass das
in der Rohrleitung 8.3 fliessende Sterilisierwasser 5 gekühlt werden kann. Der in
Flussrichtung zweite Wärmetauscher 8.4 kann mit einem Heizmedium versorgt werden,
mit welchem das in der Rohrleitung 8.3 fliessende Sterilisierwasser 5 geheizt werden
kann. Jeder der Wärmetauscher 8.3 und 8.4 weist eine Ventilvorrichtung 8.5 bzw. 8.6
auf, über welche ein Zufluss des Kühlmediums respektive des Heizmediums geregelt werden
kann.
[0056] Zwischen Ventilvorrichtung 8.7 und Umwälzpumpe 8.1 ist eine Abzweigung der Rohrleitung
8.2 über eine Ventilvorrichtung 8.9 an einen externen Abfluss angeschlossen, sodass
das in der Rohrleitung 8.2 befindliche Sterilisierwasser 5 bei Bedarf abgelassen werden
kann.
[0057] Im Innenraum des Arbeitsbehälters 2 sind zwei Speicherbehälter 9 und 9' angeordnet.
In der Darstellung der Fig. 1 ist das gesamte Sterilisierwasser 5 in den Speicherbehältern
9 und 9' vorhanden. Die Speicherbehälter 9 und 9' sind bezüglich einer Vertikalebene
B, in welcher die Längsachse A angeordnet ist, symmetrisch ausgebildet. Im Folgenden
ist daher nur der Speicherbehälter 9 im Detail beschrieben.
[0058] Der Speicherbehälter 9 ist in einem Bereich zwischen der Behälterwand 2.1 und der
Sterilisierkammer 4 angeordnet. Der Speicherbehälter 9 umfasst eine im Querschnitt
weitgehend L-förmige und in Längsrichtung A angeordnete Behälterwand 9.1. Die Behälterwand
9.1 weist einen weitgehend horizontal ausgerichteten Bodenabschnitt 9.2 auf. Der Bodenabschnitt
9.2 erstreckt sich von einer Innenseite der Behälterwand 2.1 weitgehend horizontal
in Richtung zur Ebene B. Der Bodenabschnitt 9.2 bildet im Querschnitt einen kürzeren
Arm der L-Form. An einer von der Behälterwand 2.1 abgewandten Längskante des Bodenabschnitts
9.2 schliesst ein Seitenwandabschnitt 9.3 der Behälterwand 9.1 an, welcher sich in
vertikaler Richtung nach oben erstreckt, d.h. weitgehend rechtwinklig zum Boden 9.2
angeordnet ist. Der Seitenwandabschnitt 9.3 bildet dabei im Querschnitt einen längeren
Arm der L-Form.
[0059] Die Seitenwand 9.3 ist an ihrer oberen Längskante frei und von der Innenseite der
Behälterwand 2.1 beabstandet. Die Seitenwand 9.3 ist dabei weitgehend parallel zur
Ebene B ausgerichtet und begrenzt die Sterilisierkammer 4 in einer Richtung senkrecht
zu B (siehe Fig. 3). In Längsrichtung A ist der Speicherbehälter 9 endseitig durch
Stirnflächen 9.6 und 9.7 abgeschlossen (siehe Fig. 3). Somit ergibt sich ein nach
unten geschlossener und an einer Oberseite 9.8 offener Innenraum 9.4 des Speicherbehälters
9, welcher von der Behälterwand 2.1, der Seitenwand 9.3 sowie den Stirnwänden 9.6
und 9.7 begrenzt ist. Zur Überwachung eines Füllstandes im Innenraum 9.4 ist im Speicherbehälter
9 ein Füllstandsanzeiger 9.5 vorhanden.
[0060] Der Speicherbehälter 9' weist eine weitgehend entsprechend der Behälterwand 9.1 (allerdings
spiegelbildlich bezüglich der Ebene B) ausgebildete Behälterwand 9.1' mit einem Boden
9.2' und einer Seitenwand 9.3' auf. Analog ergibt sich somit ein nach oben offener,
in Längsrichtung A von Stirnwänden 9.6' und 9.7' abgeschlossener Innenraum 9.4' des
Speicherbehälters 9' zwischen der Behälterwand 2.1 und der Speicherbehälterwand 9.1'.
Zur Überwachung eines Füllstandes im Innenraum 9.4' ist auch im Speicherbehälter 9'
ein Füllstandsanzeiger 9.5' vorhanden.
[0061] Grundsätzlich ist es denkbar, die beiden Speicherbehälter 9 und 9' miteinander kommunizierend
auszubilden, sodass beispielsweise eine einzelner Füllstandsanzeiger und eine einzelne
Rückführvorrichtung mit nur einer Rohrleitung und nur einer Ventilvorrichtung ausreicht.
Ebenso können die Behälterwände der Speicherbehälter im Querschnitt auch U-förmig
ausgebildet sein, wobei die beiden Arme der U-Form weitgehend horizontal angeordnet
sind und mit ihren freien Enden an der Behälterwand 2.2 des Arbeitsbehälters 2 befestigt
sind. Ein unterer Arm entspricht in diesem Fall dem Boden des Speicherbehälters, während
der andere Arm einem Deckel und die Basis der U-Form einer vertikal angeordneten Seitenwand
entspricht. Somit können Speicherbehälter bereitgestellt werden, welche gegen den
Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters 2 abgeschlossen sind, d.h. im Gegensatz zu den
Speicherbehältern 9 und 9' auch an einer Oberseite geschlossen sind.
[0062] Die Behälterwand 9.1 weist im Boden 9.2 einen in Längsrichtung A ausgerichteten leichten
Längsknick nach unten auf, um eine tiefste Stelle im Speicherbehälter 9 zu definieren.
Im Bereich des Knicks schliesst eine mit dem Innenraum 9.4 des Speicherbehälters 9
kommunizierende Rohrleitung 10.1 einer Rückführvorrichtung 10 an, welche aus dem Arbeitsbehälter
2 hinaus führt und unmittelbar nach dem Ventil 8.7 in die Rohrleitung 8.2 mündet.
In der Rohrleitung 10.1 ist ausserhalb des Arbeitsbehälters 2 eine Ventilvorrichtung
10.2 angeordnet, mit welcher die Rohrleitung 10.1 geöffnet oder verschlossen werden
kann.
[0063] Eine entsprechende Rohrleitung 10.1' einer Rückführvorrichtung 10' schliesst analog
der Rohrleitung 10.1 an den Speicherbehälter 9' an und führt ebenfalls aus dem Arbeitsbehälter
2 hinaus und mündet unmittelbar nach der Abzweigung mit Ventil 8.9 in die Rohrleitung
8.2. Im Gegensatz zur Rohrleitung 10.1 weist die Rohrleitung 10.1' eine innerhalb
des Arbeitsbehälters 2 angeordnete Ventilvorrichtung 10.2' auf, welche im Wesentlichen
direkt an den Speicherbehälter 9' anschliesst. Es versteht sich, dass auch beide Ventilvorrichtungen
10.2 und 10.2' innerhalb oder beide ausserhalb des Arbeitsbehälters 2 angeordnet sein
können. Kurz vor der Ventilvorrichtung 8.8 der Rohrleitung 8.2 schliessen Transfervorrichtungen
11 und 11' an. Die Transfervorrichtungen 11 und 11' umfassen jeweils eine Rohrleitung
11.1 bzw. 11.1', welche an einer Doppelabzweigung abzweigen und in den Arbeitsbehälter
2 hineinführen. Die Rohrleitungen 11.1 und 11.1' münden jeweils oberhalb der Speicherbehälter
9 und 9' derart, dass ein durch die Rohrleitungen 11.1 und 11.1' zugeführtes Sterilisierwasser
5 in den Speicherbehältern 9 und 9' aufgefangen und dort gesammelt wird. Im Falle
von gegen den Innenraum 2.2 abgeschlossenen Speicherbehältern (nicht dargestellt)
führen die Rohrleitungen 11.1 und 11.1' durch die entsprechenden Oberseiten der Speicherbehälter
in die Innenräume des jeweiligen Speicherbehälters hinein.
[0064] Die Rohrleitungen 11.1 und 11.1' weisen jeweils kurz nach der Doppelabzweigung der
Leitung 8.2 eine ausserhalb des Arbeitsbehälters 2 angeordnete Ventilvorrichtung 11.2
und 11.2' auf, mit welchen die Rohrleitungen 11.1 und 11.1' zur Rohrleitung 8.2 geöffnet
oder geschlossen werden können. Ebenfalls im Bereich der Doppelabzweigung mündet ein
Anschluss 12 mit einer Ventilvorrichtung 12.1 zur Zufuhr von externem Frischwasser
in die Rohrleitung 8.2.
[0065] Ein Verfahren zur Sterilisierung von Sterilisiergut mit der beschriebenen Vorrichtung
1 kann wie folgt ablaufen:
Zunächst wir das Sterilisiergut 3 in die Sterilisierkammer (Autoklav) 4 eingebracht.
Danach wird der Arbeitsbehälter 2 verriegelt.
[0066] Beim Heisswasser-Berieselungsverfahren wird eine vordefinierte Menge Sterilisierwasser
5 in die Sterilisierkammer 4 eingebracht. Das Sterilisierwasser 5 kann bei Prozessbeginn
als Frischwasser vom Anschluss 12 über die Ventile 12.1 und 8.7 durch die Rohrleitung
8.2 über die Abfuhröffnung 7.1 in die Sterilisierkammer 4 eingebracht werden. Dabei
wird das Frischwasser entgegen der Flussrichtung beim Umwälzen durch die Rohrleitung
8.2 gefördert, wozu die Ventile 11.2, 11.2' und 8.8, 10.2 und 10.2' sowie 8.9 geschlossen
sind.
[0067] Sofern die Speicherbehälter 9 und 9' bereits Sterilisierwasser 5 aus einem vorhergehenden
Sterilisationsprozess enthalten, kann dieses alternativ aus den Speicherbehältern
9 und 9' über die Rückführvorrichtungen 10 bzw. 10' in den Arbeitsbehälter 2 eingebracht
werden. Hierzu ist das Sterilisierwasser 5 aus den Speicherbehältern 9 und 9' über
die Ventile 10.2 und 10.2' sowie die Umwälzvorrichtung 8 und das Ventil 8.8 in die
Sterilisierkammer 4 geführt. Ventile 11.2 und 11.2' sowie 12.1 und 8.9 sind dabei
geschlossen.
[0068] Wenn ein einzelner Speicherbehälter, z.B. Speicherbehälter 9, ausreicht, kann auf
den weiteren Speicherbehälter, z.B. Speicherbehälter 9', mit den dazu gehörigen Armaturen
wie z.B. die Rückführvorrichtung 10' verzichtet werden.
[0069] Anschliessend wird das Sterilisierwasser 5 mittels der Umwälzpumpe 8.1 über die Berieselungsvorrichtung
6.1 über das Sterilisiergut 3 umgewälzt. Die Ventile 8.7 und 8.8 sind dabei geöffnet,
währen die Ventile 11.2 und 11.2', 10.2 und 10.2' sowie 8.9 geschlossen sind. Sofern
ein Ausgleich des Füllstandes erforderlich ist, kann auch während des Umwälzens über
Ventil 12.1 Frischwasser zugeführt werden, ansonsten ist dieses während des Umwälzens
in de Regel geschlossen.
[0070] Das Sterilisierwasser 5 wird über die Rohrleitung 8.2 durch den Wärmetauscher 8.4
geführt, über welchen das umgewälzte Sterilisierwasser 5 indirekt auf eine vordefinierte
Verfahrenstemperatur aufgeheizt wird. Das Ventil 8.6 zur Zufuhr des Heizmediums ist
dabei geöffnet (Ventil 8.5 geschlossen). Bei einer Sterilisation beträgt die Verfahrenstemperatur
mehr als 100°C, typischerweise 121 °C, während bei einer Tyndallisierung das Sterilisierwasser
5 typischerweise auf etwa 100 °C geheizt wird. Als Heizmedium kann beispielsweise
Wasserdampf zum Einsatz kommen.
[0071] Nach Ablauf einer Haltephase, während der das Sterilisiergut 3 bei der gewünschten
Verfahrenstemperatur sterilisiert (bzw. tyndallisiert oder pasteurisiert) wird, wird
das umgewälzte Sterilisierwasser 5 und damit das Sterilisiergut 3 durch den Wärmetauscher
8.3 auf eine vordefinierte Entnahmetemperatur (üblicherweise zwischen 30°C und 90°C)
heruntergekühlt. Hierzu ist das Ventil 8.5 für die Zufuhr des Kühlmediums geöffnet,
während das Ventil 8.6 geschlossen ist.
[0072] Nach Ende der Kühlung wird das Sterilisierwasser 5 entweder über das Ventil 8.7 ins
Abwasser abgelassen oder für eine erneute Verwendung über Ventile 11.2 und 11.2' der
Transfervorrichtungen 11 bzw. 11' in die im Arbeitsbehälter 2 integrierten Speicherbehälter
9 und 9' zurückgeführt. Das Ventil 8.8 ist in diesem Fall geschlossen. Dazu kann die
Umwälzpumpe 8.1 verwendet werden, welche das Sterilisierwasser 5 über das Ventil 8.7
aus der Sterilisierkammer 4 fördert und den Transfervorrichtungen 11 und 11' zuführt.
[0073] Die Speicherbehälter 9 und 9' werden bei Bedarf anschliessend wieder über die Ventile
12.1, 11.2 und 11.2' mit Frischwasser auf ein vordefiniertes Füllniveau gefüllt. Damit
das Sterilisierwasser 5 in den Speicherbehältern 9 und 9' nicht verkeimt, kann es
in den Speicherbehältern 9 und 9' auf eine Temperatur im Bereich von etwa 60 bis 90°C,
typischerweise ca. 80°C, aufgeheizt werden. Hierzu kann eine Heizvorrichtung in den
Speicherbehältern vorgesehen sein (in Fig. 1 nicht dargestellt, siehe Fig. 2).
[0074] In der Sterilisierkammer 4 verbleibendes Restwasser kann entweder am Boden des Arbeitsbehälters
2 bzw., sofern vorhanden, im Sammelbehälter 7.3 der Abfuhrvorrichtung 7 (siehe Fig.
3), belassen werden, wenn anschliessend ein weiterer Sterilisationsprozess erfolgt.
Alternativ kann die Sterilisierkammer 4 bzw. der Arbeitsbehälter 2 über Ventile 8.7
und 8.9 komplett entleert werden. In der Folge wird der Arbeitsbehälter 2 geöffnet
und das Sterilisiergut 3 kann entnommen werden.
[0075] Figur 2 zeigt eine zur Ansicht der Fig. 1 analoge schematische Darstellung einer
weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung 21. Die Vorrichtung
21 unterscheidet sich im Wesentlichen in der Ausbildung der Rückführvorrichtungen
10 bzw. 10' von der Vorrichtung 1. Im Folgenden werden nur die Unterschiede zur Vorrichtung
1 beschrieben, während für die übrigen identisch ausgebildeten Komponenten (mit gleichen
Bezugszeichen) auf die Fig. 1 verwiesen wird.
[0076] Eine Rückführvorrichtung 30 der Vorrichtung 21 umfasst anstelle der Rohrleitung 10.1
der Rückführvorrichtung 10 eine Rohrleitung 30.1, welche ebenfalls im Bereich des
Knicks am Speicherbehälter 9 anschliesst und mit dem Innenraum 9.4 des Speicherbehälters
9 kommuniziert. Die Rohrleitung 30.1 führt durch die Behälterwand 2.1 aus dem Arbeitsbehälter
2 hinaus und an einer tiefer angeordneten Stelle wieder in den Arbeitsbehälter 2 hinein.
Im Innenraum 2.2 mündet die Rohrleitung 30.1 im Bereich der Sterilisierkammer 4. In
einem Bereich ausserhalb des Arbeitsbehälters 2 ist eine Ventilvorrichtung 30.2 in
der Rohrleitung 30.1 vorhanden, mit welcher ein Fluiddurchgang durch die Rohrleitung
30.2 geschlossen oder geöffnet werden kann. Die Rohrleitung 30.1 ist dabei derart
ausgebildet, z.B. mit einem stetige Gefälle versehen, sodass das Sterilisierwasser
5 aufgrund der Schwerkraft vom Speicherbehälter 9 durch die Rohrleitung 30.1 fliesst.
Auf diese Weise kann das im Speicherbehälter 9 vorhandene Sterilisierwasser 5 ohne
Pumpe durch einfaches Öffnen des Ventils 30.2 alleine aufgrund der Schwerkraft in
die Sterilisierkammer 4 eingebracht werden.
[0077] Anstelle der Rohrleitung 10.1' der Rückführvorrichtung 10' schliesst im Gegensatz
zur Vorrichtung 1 direkt eine innerhalb des Arbeitsbehälters 2 angeordnete Ventilvorrichtung
30.2' einer Rückführvorrichtung 30' am Knick des zweiten Speicherbehälters 9' an.
Die Ventilvorrichtung 30.2' mündet dabei direkt im Innenraum 2.2 des Arbeitsbehälters
2. Die Ventilvorrichtung 30.2' bildet somit einen Abfluss des Speicherbehälters 9',
welcher ein direktes Ablassen von im Speicherbehälter 9' vorhandenem Sterilisierwasser
die Sterilisierkammer 4 ermöglicht.
[0078] Da bei der Vorrichtung 21 somit keine Rohrleitungen (wie Rohrleitungen 10.1 und 10.1'
gemäss Fig. 1) im Bereich der Abfuhrvorrichtung 7 in die Rohrleitung 8.2 münden, entfällt
auch das Erfordernis einer Ventilvorrichtung 8.7. Die Rohrleitung 8.2 der Vorrichtung
21 schliesst somit im Gegensatz zu der Vorrichtung 1 direkt an den Rohrleitungsabschnitt
7.2 an.
[0079] Hingegen weist die Rohrleitung 8.2 der Vorrichtung 21 in Flussrichtung im Bereich
vor der Doppelverzweigung bei den Rohrleitungen 11.1 und 11.1' der Transfervorrichtungen
11 und 11' eine zusätzliche Ventilvorrichtung 8.7' auf, welche einen Abschluss der
Rohrleitung 8.2 vor der Verzweigung ermöglicht.
[0080] Wie bereits im Zusammenhang mit Fig. 1 erwähnt, können die Speicherbehälter 9 und
9' mit einer Heizvorrichtung versehen sein, um in den Speicherbehältern 9 und 9' zwischengelagertes
Sterilisierwasser 5 zur Verhinderung einer Verkeimung auf ca. 80°C (im Bereich 60-90°C)
aufzuheizen. Die Speicherbehälter 9 und 9' der Vorrichtung 21 sind daher mit jeweils
einer Heizvorrichtung 9.11 und 9.11' versehen, welche über eine Ventilvorrichtung
9.12 bzw. 9.12' die Zufuhr eines Heizmediums in eine im jeweiligen Speicherbehälter
9 oder 9' angeordnetes Heizelement 9.13 bzw. 9.13' ermöglicht.
[0081] Ein Verfahren zur Sterilisierung von Sterilisiergut mit der beschriebenen Vorrichtung
21 kann weitgehend analog zum Verfahren mit der Vorrichtung 1 verlaufen. Im Folgenden
sind die mit der unterschiedlichen strukturellen Ausbildung verbundenen unterschiedlichen
Verfahrensschritte beschrieben. Die übrigen Verfahrensschritte erfolgen analog den
oben beschriebenen:
Bei der Vorrichtung 21 kann bei Prozessbeginn das Sterilisierwasser 5 entweder direkt
als Frischwasser vom Anschluss 12 über die Ventile 12.1 und 8.7' über die Abführöffnung
7.1 in die Sterilisierkammer 4 zugeführt werden. Dabei sind die Ventile 11.2 und 11.2',
8.8 sowie 8.9 geschlossen.
[0082] Sofern die Speicherbehälter 9 und 9' bereits Sterilisierwasser 5 aus einem vorhergehenden
Sterilisationsprozess enthalten, kann dieses alternativ aus den Speicherbehältern
9 und 9' über die Rückführvorrichtungen 30 bzw. 30' in den Arbeitsbehälter 2 bzw.
die Sterilisierkammer 4 eingebracht werden. Hierzu wird das Sterilisierwasser 5 aus
den Speicherbehältern 9 und 9' über die Ventile 30.2 und 30.2' direkt aufgrund der
Schwerkraft in die Sterilisierkammer 4 abgelassen.
[0083] Wie bei der Vorrichtung 1 kann auch hier ein einzelner Speicherbehälter, z.B. Speicherbehälter
9, ausreichen, sodass auf den anderen, z.B. Speicherbehälter 9', verzichtet werden
kann.
[0084] Anschliessend wird das Sterilisierwasser 5 mittels der Umwälzpumpe 8.1 über die Berieselungsvorrichtung
6.1 über das Sterilisiergut 3 umgewälzt. Die Ventile 8.7' und 8.8 sind dabei geöffnet,
währen die Ventile 11.2 und 11.2' sowie 8.9 geschlossen sind.
[0085] Um nach der Haltephase und Abkühlung das Sterilisierwasser 5 für eine erneute Verwendung
in die Speicherbehälter 9 und 9' zu überführen, wird das Ventil 8.8 geschlossen während
die Ventile 8.7' und 11.2 und 11.2' geöffnet sind. Ventile 12.1 und 8.9 sowie Ventile
30.2 und 30.2' sind ebenfalls geschlossen. Mit der Umwälzpumpe 8.1 kann so das Sterilisierwasser
5 aus der Sterilisierkammer 4 in die Speicherbehälter 9 und 9' gefördert werden. Anschliessend
können die Speicherbehälter 9 und 9' wieder über das Ventile 12.1 mit Frischwasser
auf ein vordefiniertes Füllniveau gefüllt werden, wobei die Ventile 11.2 und 11.2'
geöffnet und die Ventile 8.7', 8.8 geschlossen sind.
[0086] Die übrigen Verfahrensschritte entsprechen im Wesentlichen den im Zusammenhang mit
der Vorrichtung 1 beschriebenen Verfahrensschritten.
[0087] Figur 3 zeigt eine Schnittansicht durch einen Arbeitsbehälter 2 einer erfindungsgemässen
Vorrichtung 1 oder 21 in der Ebene B, welche vertikal angeordnet ist und in welcher
die Längsachse A verläuft.
[0088] Der Arbeitsbehälter 2 ist endseitig von jeweils einer Stirnwand 2.4 und 2.5 abgeschlossen.
In jeder der beiden Stirnwände 2.4 und 2.5 ist eine Öffnung 2.6 bzw. 2.7 ausgebildet,
welche im Querschnitt weitgehend einem Querschnitt der Sterilisierkammer 3 entspricht
und mit einer Türe (nicht dargestellt) druckdicht verschliessbar ist.
[0089] Innenseitig an der Behälterwand 2.1 ist der Speicherbehälter 9 angeordnet. Der Innenraum
9.4 des Speicherbehälters 9 ist in Querrichtung, d.h. senkrecht zur Längsrichtung
A bzw. senkrecht zur Ebene B, von der Seitenwand 9.3 sowie einem Abschnitt der Behälterwand
2.2 begrenzt. Endseitig sind die Stirnwände 9.6 und 9.7 angeordnet, welche den Innenraum
9.4 über seinen gesamten Querschnitt in Längsrichtung A abschliessen. An der Oberseite
9.8 ist der Speicherbehälter 9 offen, während er nach unten vom Boden 9.2 abgeschlossen
ist. Der Speicherbehälter 9 erstreckt sich dabei weitgehend über die gesamte Länge
des Innenraums 2.2 des Arbeitsbehälters 2, sodass die Stirnwände 9.6 und 9.7 in Längsrichtung
A jeweils knapp hinter den Stirnwänden 2.4 bzw. 2.5 des Arbeitsbehälters 2 angeordnet
sind. Oberhalb der offenen Oberseite 9.8 des Speicherbehälters 9 tritt der Rohrabschnitt
6.2 in Längsrichtung A etwa mittig am Arbeitsbehälter 2 angeordnet durch die Behälterwand
2.1.
[0090] Zur Stabilisierung der Behälterwand 9.4 weist der Speicherbehälter 9 Stützrippen
9.9 auf, welche die freie, obere Längskante der Seitenwand 9.3 an der Behälterwand
2.1 des Arbeitsbehälters 2 festlegen. Unterhalb des Bodens 9.2 sind ebenfalls Stützrippen
9.10 angeordnet, welche den Boden 9.2 an der Behälterwand 2.1 abstützen. Damit ist
zum einen der Speicherbehälter 9 am Arbeitsbehälter 2 stabilisiert. Zum anderen können
die Stützrippen 9.9 und/oder 9.10 derart ausgebildet sein, dass sie zusätzlich zur
Stabilisierung des Arbeitsbehälters 2 beitragen. Aussen an der Behälterwand 2.1 weist
der Arbeitsbehälter 2 ringförmig umlaufende Stützrippen 2.8 auf, um die strukturelle
Stabilität des Arbeitsbehälters 2 zu verbessern.
[0091] In einem unteren Bereich des Arbeitsbehälters 2 ist ein Sammelbehälter 7.3 der Abfuhrvorrichtung
7 ausgebildet, in welchem das Sterilisierwasser 5 gesammelt werden kann. Der Sammelbehälter
7.2 ist vorliegend als endseitig abgeschlossenes Halbrohr ausgebildet und längs einer
unteren Scheitellinie aussen am den Arbeitsbehälter 2 angebracht. Entsprechende Abflussöffnungen
7.4 verbinden die Verfahrenskammer 4 mit dem Sammelbehälter 7.3. Der Arbeitsbehälter
2 kann im Innenraum 2.2 beispielsweise eine Fördervorrichtung und/oder Auflagefläche
für das Sterilisiergut 3 respektive für das Sterilisiergut 3 tragende Paletten oder
Trays aufweisen.
[0092] Figur 4 zeigt ein Flussdiagramm der wesentlichen Verfahrensschritte eines erfindungsgemässen
Verfahrens zur Durchführung auf einer erfindungsgemässen Vorrichtung 1 oder 21.
[0093] Einbringen 100 von dem zu behandelndem Gut (3) in die Sterilisierkammer 4 des Arbeitsbehälters
2;
Einbringen 110 des zur Durchführung des Verfahrens erforderlichen Menge des Sterilisierwasser
5 aus dem oder den im Arbeitsbehälter 2 angeordneten Speicherbehälter(n) 9 bzw. 9'
in die Sterilisierkammer 4;
beheiztes Umwälzen 120 des Sterilisierwassers 5 mit der Umwälzvorrichtung 8 zwischen
der Abfuhrvorrichtung 7 und der Zufuhrvorrichtung 6, wobei das Sterilisierwasser 5
auf die gewünschte Verfahrenstemperatur geheizt wird;
allenfalls gekühltes Umwälzen 130 des Sterilisierwassers 5 mit der Umwälzvorrichtung
8 zwischen der Abfuhrvorrichtung 7 und der Zufuhrvorrichtung 6, wobei das Sterilisierwasser
5 auf eine gewünschte Entnahmetemperatur gekühlt wird;
Überführen 140 eines wesentlichen Anteils des in der Sterilisierkammer 4 vorhandenen
Sterilisierwassers 5 in den oder die im Arbeitsbehälter 2 angeordneten Speicherbehälter
9 bzw. 9'; gegebenenfalls Ablassen 150 eines Teils des Sterilisierwassers 5 und Ausgleichen
eines Füllstandes im oder in den Speicherbehälter(n) 9 bzw. 9' durch Zufuhr von zusätzlichem
Sterilisierwasser 5 von aussen.
[0094] In der Regel wird das Sterilisiergut 3 nach Abschluss des Verfahrens aus der Sterilisierkammer
4 entnommen, worauf das Verfahren erneut mit Schritt 100 beginnend durchgeführt werden
kann.
1. Vorrichtung (1, 21) zur Durchführung eines Wärmebehandlungsverfahrens mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit,
insbesondere ein Heisswasserberieselungssterilisator, umfassend
a) einen druckfest verschliessbaren, vorzugsweise als hohler Kreiszylinder ausgebildeten,
Arbeitsbehälter (2), dessen Innenraum (2.2) eine Verfahrenskammer (4) zur Anordnung
von zu behandelndem Gut (3) umfasst,
b) eine Zufuhrvorrichtung (6) zur Zufuhr einer Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) in
die Verfahrenskammer (4), wobei vorzugsweise die Zufuhrvorrichtung (6) eine Berieselungsvorrichtung
(6.1) umfasst, welche zum gleichmässigen Berieseln von in der Verfahrenskammer (4)
angeordnetem zu behandelndem Gut (3) mit der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) ausgebildet
ist,
c) eine Abfuhrvorrichtung (7) zum Abführen von in der Verfahrenskammer (4) vorhandener
Wärmebehandlungsflüssigkeit (5),
d) eine Umwälzvorrichtung (8) zum Umwälzen einer für die Durchführung des Wärmebehandlungsverfahrens
in die Verfahrenskammer (4) eingebrachten Menge der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5)
zwischen Abfuhrvorrichtung (7) und Zufuhrvorrichtung (6),
e) eine Heizvorrichtung (8.4) zum Heizen der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5),
f) einen Speicherbehälter (9, 9') zum Zwischenspeichern der weitgehend gesamten für
das Wärmebehandlungsverfahren in die Verfahrenskammer (4) eingebrachten Menge der
Wärmebehandlungsflüssigkeit (5),
g) eine Transfervorrichtung (11) zum Überführen der Wärmbehandlungsflüssigkeit (5)
aus der Verfahrenskammer (4) in den Speicherbehälter (9, 9')sowie
h) eine Rückführvorrichtung (10, 10', 30, 30') zum Rückführen der Wärmbehandlungsflüssigkeit
(5) aus dem Speicherbehälter (9, 9')in die Verfahrenskammer (4),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Speicherbehälter (9, 9') vollständig im Innenraum (2.2) des Arbeitsbehälters (2)
angeordnet ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführvorrichtung (10, 10') derart ausgebildet ist, dass der Speicherbehälter
(9) über die Rückführvorrichtung (10, 10') mit der Umwälzvorrichtung (8) fluidmässig
verbindbar ist, sodass die Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) über die Umwälzvorrichtung
(8) aus dem Speicherbehälter (9) in die Verfahrenskammer (4) rückführbar ist.
3. Vorrichtung (21) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführvorrichtung (30, 30') derart ausgebildet ist, dass der Speicherbehälter
(9') über die Rückführvorrichtung (30, 30') direkt mit der Verfahrenskammer (4) verbindbar
ist, wobei insbesondere der Speicherbehälter (9') derart im Innenraum (2.2) des Arbeitsbehälters
(2) angeordnet ist und die Rückführvorrichtung (30, 30') derart ausgebildet ist, dass
die Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) aufgrund der Schwerkraft über die Rückführvorrichtung
(30, 30') in die Verfahrenskammer (4) fliessen kann, wenn der Speicherbehälter (9')
über die Rückführvorrichtung (30, 30') mit der Verfahrenskammer (4) fluidmässig verbunden
ist.
4. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführvorrichtung (10', 30') eine im Innenraum (2.2) des Arbeitsbehälters (2)
angeordnete Ventilvorrichtung (10.2', 30.2') umfasst, wobei bevorzugt die Rückführvorrichtung
(30') vollständig im Innenraum des Arbeitsbehälters angeordnet ist.
5. Vorrichtung (1, 21) nach einem Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückführvorrichtung (10, 30) eine ausserhalb des Arbeitsbehälters (2) angeordnete
Ventilvorrichtung (10.2, 30.2) umfasst.
6. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umwälzvorrichtung (8) eine Ventilanordnung (8.8, 11.2, 11.2') umfasst, mit welcher
ein von der Abfuhrvorrichtung (7) abgeführtes Wärmbehandlungsmittel (5) wahlweise
der Zufuhrvorrichtung (6) oder über die Transfervorrichtung (11) dem Speicherbehälter
(9, 9') zugeführt werden kann.
7. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umwälzvorrichtung (8) einen Wärmetauscher (8.4) zur Heizung des Wärmebehandlungsmittels
(5) beim Umwälzen umfasst und vorzugsweise einen weiteren Wärmetauscher (8.3) zur
Kühlung des Wärmebehandlungsmittels (5) beim Umwälzen aufweist.
8. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherbehälter (9, 9') an einer Innenwand des Arbeitsbehälters (2) ausgebildet
ist, wobei insbesondere die Innenwand des Arbeitsbehälters (2) einen Teil einer Wand
des Speicherbehälters (9.9') bildet und vorzugsweise der Speicherbehälter (9. 9')
mit dem Innenraum des Arbeitsbehälters (2) kommuniziert, insbesondere in einem oberen
Bereich an der Oberseite (9.8, 9.8') offen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherbehälter zum Innenraum des Arbeitsbehälters hin fluiddicht abschliessbar
ist.
10. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsbehälter (2) im Wesentlichen als länglicher Kreiszylinder ausgebildet
ist und die Verfahrenskammer (4) sich längs der Längsrichtung (A) des Arbeitsbehälters
(2) erstreckt und einen weitgehend rechteckigen Querschnitt aufweist, wobei vorzugsweise
der Speicherbehälter (9, 9') einen weitgehend kreissegmentförmigen Querschnitt aufweist
und in einem Bereich zwischen Verfahrenskammer (4) und Wand (2.1) des Arbeitsbehälters
(2) angeordnet ist, insbesondere derart, dass die Wand des Speicherbehälters (9, 9')
die Verfahrenskammer (4) zumindest teilweise begrenzt.
11. Vorrichtung (1, 21) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Speicherbehälter (9, 9') weitgehend über die gesamte Länge des Innenraums
(2.2) des Arbeitsbehälters (2) erstreckt und vorzugsweise ein weiterer Speicherbehälter
(9') vorhanden ist, welcher bezüglich der Längsachse (A) des Arbeitsbehälters (2)
dem ersten Speicherbehälter (9) gegenüberliegend im Innenraum (2.2) angeordnet und
weitgehend, insbesondere spiegelbildlich, baugleich ausgebildet ist.
12. Vorrichtung (21) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherbehälter (9, 9') eine Heizvorrichtung (9.11, 9.11') umfasst, mit welcher
die Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) zur Verhinderung einer Verkeimung beheizt werden
kann, wenn sie im Speicherbehälter (9, 9') zwischengelagert ist.
13. Verfahren zur Wärmebehandlung mit einer Wärmebehandlungsflüssigkeit (5), insbesondere
zur Durchführung mit einer Vorrichtung (1, 21) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12,
umfassend die Schritte:
a) Einbringen von zu behandelndem Gut in eine Verfahrenskammer (4) eines Arbeitsbehälters
(2),
b) Einbringen einer zur Durchführung des Verfahrens erforderlichen Menge einer Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) aus einem im Arbeitsbehälter (2) angeordneten Speicherbehälter (9, 9') in die
Verfahrenskammer (4),
c) beheiztes Umwälzen der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) mit einer Umwälzvorrichtung
(8) zwischen einer Abfuhrvorrichtung (7) zur Abfuhr von Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) aus der Verfahrenskammer (4) und einer Zufuhrvorrichtung (6) zur Zufuhr von Wärmebehandlungsflüssigkeit
(6) in die Verfahrenskammer (4), wobei die Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) auf eine
Verfahrenstemperatur geheizt wird,
d) Überführen eines wesentlichen Anteils der in der Verfahrenskammer (4) vorhandenen
Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) in den im Arbeitsbehälter (2) angeordneten Speicherbehälter
(9, 9'),
e) gegebenenfalls Ablassen eines Teils der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) und Ausgleichen
eines Füllstandes im Speicherbehälter (9, 9') durch Zufuhr von zusätzlicher Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) von aussen.
14. Verfahren gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhrvorrichtung (6) eine Berieselungsvorrichtung (6.1) zum gleichmässigen Berieseln
von in der Verfahrenskammer angeordnetem zu behandelndem Gut umfasst und dass im Schritt
des Umwälzens in der Verfahrenskammer (4) angeordnetes zu behandelndes Gut (3) über
die Zufuhrvorrichtung (6) gleichmässig mit der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) berieselt
wird, und vorzugsweise im Schritt der Überführung der Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) in den Speicherbehälter (9, 9') die Umwälzvorrichtung (8) die Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) über eine Transfervorrichtung (11) dem Speicherbehälter (9, 9') zuführt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt des Einbringens der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) aus dem Speicherbehälter
(9, 9') in die Verfahrenskammer (4) der Speicherbehälter (9, 9') über eine Rückführvorrichtung
(10, 10') mit der Umwälzvorrichtung (8) fluidmässig verbunden wird und die Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) über die Umwälzvorrichtung (8) und die Zufuhrvorrichtung aus dem Speicherbehälter
(9, 9') in die Verfahrenskammer (4) eingebracht wird und vorzugsweise
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt des Einbringens der Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) aus dem Speicherbehälter
(9, 9') in die Verfahrenskammer (4) der Speicherbehälter (9, 9') über eine Rückführvorrichtung
(30, 30') direkt mit der Verfahrenskammer (4) fluidmässig verbunden wird und die Wärmebehandlungsflüssigkeit
(5) aufgrund der Schwerkraft über die Rückführvorrichtung (30, 30') aus dem Speicherbehälter
(9, 9') in die Verfahrenskammer (4) fliesst.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wärmebehandlungsflüssigkeit (5) zur Anwendung kommt, welche im Wesentlichen
aus Wasser besteht.