[0001] Die Erfindung betrifft ein Rahmenprofil mit einem darin montierten Druckwerk und
ein Verfahren zur Montage von bedruckten Materialien in Rahmenprofilen entsprechend
dem Oberbegriff des Anspruches 1 und den weiter unten besprochenen
US 2008/0006162 und
DE 296 13 785.
[0002] Wenn zu Werbezwecken oder aus Gründen der Information bedruckte Materialien zum Einsatz
kommen, so werden zumeist Rahmenprofile verwendet und der Druck erfolgt auf einem
elastischen Stoff. Entlang des Randes des Stoffes wird eine elastische Dichtlippe
aus Gummi oder Kunststoff aufgebracht, üblicherweise durch Aufnähen oder durch Verkleben.
Die Montage im Rahmen erfolgt dergestalt, dass die Dichtlippe in eine umlaufende Nut
des Rahmenprofils geschoben wird, diese Nut geht von der Stirnseite des Rahmens aus,
sodass der Stoff im Randbereich um etwa 90° gebogen wird. Die Dimension der Dichtlippe
ist mit der bekannten Dimension der Nut so abgestimmt, dass es aufgrund der elastischen
Verformung der Dichtlippe zu einem ausreichenden Reibschluss kommt, der das Druckwerk
im Rahmen hält.
[0003] Diesem Aufbau haftet eine Reihe von Nachteilen an:
So ist es notwendig, elastisches Material zu bedrucken, um eine möglichst faltenfreie
und
den optischen Ansprüchen genügende Oberfläche zu erhalten, was durch Aufbringen mechanischer
Spannung am ehesten gelingt.
[0004] Die Befestigung der elastischen Dichtlippe entlang des Randes ist zeitaufwendig und
muss mit großer Genauigkeit erfolgen, um unbeabsichtigtes Herausrutschen aus der Nut
zu verhindern und um die notwendige Spannung gleichmäßig aufzubringen.
[0005] Die Nut des Rahmenprofils muss zumindest an einer ihrer Seitenwände mit einer strukturierten
Oberfläche versehen sein, um einen ausreichenden Halt der Dichtlippe sicher zu stellen,
üblicherweise besteht die Strukturierung aus Rillen, die parallel zur Nutenlängsachse
verlaufen.
[0006] Die Dichtlippe muss geometrisch und mechanisch mit der Geometrie des Rahmenprofils
abgestimmt sein, dadurch gehen in vielen Fällen die Möglichkeiten zu einem Austausch
und einer freien Verwendung eines Druckwerkes verloren.
[0007] Beim Herauslösen des Druckwerkes aus dem Rahmenprofil kommt es leicht zu Beschädigungen
des Druckwerks.
[0008] Das Einlegen der Dichtlippe ist zeitaufwendig und erfordert hohe Aufmerksamkeit und
Erfahrung.
[0009] Aus der oben genannten US-Druckschrift, die einen Plotter mit einer Unterlage für
ein zu plottendes Werk betrifft, somit nicht gattungsgemäß ist, sind zwei Ausführungsformen
von massiven Rahmen zum Halten der Unterlage bekannt: In der ersten Variante ist eine
flache Vertiefung auf der Stirnseite des Rahmens vorgesehen, mit einer Abschrägung
zum Rahmenzentrum hin, über die als Unterlage eine "foil" aus Edelstahl mit umgebogenem
Rand, auf die erst später das Druckwerk gelegt wird. Die Fixierung der Folie erfolgt
im Bereich der Umbiegung mittels Schrauben und einer Leiste. Die zweite Variante zeigt
eine Klemmleiste mit abgestufter Dicke, die auf die Stirnseite des nutenlosen Rahmens
geschraubt wird, in dieser Variante hat die Folie auch keinen umgebogenen Rand.
[0010] Das oben genannte DE-U offenbart einen gattungsgemäßen Rahmen aus Profilleisten für
weiche Bahnen, wobei hinterschnittene Nuten auf der Innenseite des fertigen Rahmens
vorgesehen sind. In diese wird die Bahn durch sehr flexible Haltestäbe unter Schaffung
eines möglichst großen Umschlingwinkels um die Haltestäbe gehalten.
[0011] Weiteren Stand der Technik bilden die
US 4,998,471 und die
JP 09187914, die aber beide Rahmen zum Halten von Unterlagen während des Bedruckens betreffen
und daher nicht gattungsgemäß sind. In beiden Fällen sind komplexe Rahmensysteme vorgesehen.
[0012] Der Oberbegriff des Anspruches 1 ist somit fiktiv, da er die wesentlichsten vorbekannten
Elemente mehrerer Offenbarungen kombiniert.
[0013] Die Erfindung bezweckt, ein Druckwerk zur Verwendung in einem Rahmenprofil anzugeben,
das die oben angeführten Nachteile nicht aufweist und dabei kostengünstig und einfach
herstellbar ist und ein rasches und einfaches Wechseln des bedruckten Trägers erlaubt.
[0014] Erfindungsgemäß werden diese Ziele durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale erreicht; mit anderen Worten es wird als Druckmaterial ein
steifes, stanz- und rillbares Material verwendet, durch entsprechendes Rillen und
Umbiegen im Randbereich erhält man steife Einschiebefähnchen für das Einschieben in
die Nut des Rahmensprofils, für jedes Rahmenprofil mit breiter Nut ist dabei nur einmal
eine elastische, lose Klemmleiste zu besorgen; da diese beim Rahmen verbleibt ist
die volle Austauschbarkeit der Druckwerke von Rahmen zu Rahmen gegeben, solange nur
die gleichen Abmessungen zwischen den Rändern vorliegen.
[0015] Die Eckbereiche sind bei diesem steifen Druckmaterial zu entfernen um Überlappungen
und Biegemomente im Randbereich zu vermeiden.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
bzw. zeigen
die Fig. 1 eine erfindungsgemäße Steckverbindung eines Druckwerks in einem Rahmenprofil,
die Fig. 2a bis 2c verschiedene Ausführungsbeispiele und
die Fig. 3a bis 3c verschiedene Ausgestaltungen der Eckbereiche.
[0017] Die Fig. 1 zeigt, rein schematisch und, insbesondere um die einzelnen Bestandteile
deutlicher zu zeigen, dieselben mit Abstand voneinander während ja in realitas Klemmwirkung
zwischen ihnen eintritt, ein Rahmenprofil 1 mit einer Nut 2 in die ein Druckwerk 3
mit seinem umgeschlagenen Randbereich 4 eingeschoben ist. Im Bereich der Umbiegung
5 ist eine nicht näher dargestellte Rillung oder Schwächungslinie vorgesehen, die
ein Umbiegen des Druckwerkes 3, das ja ein steifer Gegenstand ist, ermöglicht, da
das Druckwerk ohne solche Maßnahme nicht ohne Beschädigung gebogen werden kann.
[0018] Die Nut 2 des Rahmenprofils 1 weist eine Breite auf, wie sie im Stand der Technik
zur Aufnahme des bedruckten Stoffes und der Dichtlippe notwendig war. Um auch bei
den steifen Druckwerken 3 zu einer ausreichenden Klemmung zu kommen, ist eine Halteschiene
6 aus Kunststoff oder Metall in die Nut eingelegt. Da die Halteschienen 6 als Teil
des Rahmenprofils zu betrachten sind, auch wenn sie lose ausgebildet sind, ist pro
Rahmen nur eine einmalige Anschaffung notwendig und ermöglicht dann den freien Austausch
der Druckwerke 3.
[0019] Die Umbiegung des Druckwerkes (eigentlich des Druckmaterials) erfolgt zufolge seiner
Steifheit "kantig", das bedeutet, mit dem praktisch kleinstmöglichen Biegeradius des
jeweiligen Materials. In den meisten Fällen ist eine Rillung, Schwächungslinie, Ritzung,
etc. angebracht, ob diese auf der Außenseite oder der Innenseite vorgesehen ist, deren
Form und Größe, insbesondere Tiefe, hängt vom Material des Druckwerks ab und ist dem
Fachmann auf dem Gebiete dieses Materials bekannt, bzw. kann mit wenigen, einfachen
Versuchen optimiert werden.
[0020] Die Fig. 2 zeigt in den Darstellungen 2a, 2b und 2c Schnitte entlang der Linie II-II
der Fig. 1 in drei unterschiedlichen Ausführungsformen. Dazu ist zu sagen, dass durch
die Schnittlinie II-II nur die Lage des Schnitts und somit die Art der Darstellung
der Fig. 2 angegeben ist, dass aber jeweils andere Halteschienen 6 und weitere Teile
vorgesehen sind, wie im Folgenden beschrieben wird:
[0021] Die Fig. 2a und 2b zeigen jeweils eine Ausführungsform, bei der die Halteschiene
6 eine Dicke aufweist, die deutlich geringer ist als die Breite der Nut 2. In den
dadurch frei gelassenen Spalt ist jeweils eine Profilleiste 7 eingeschoben, die gewellt
bzw. in Zick-Zack Form ausgebildet ist und durch die die Halteschiene 6 gegen den
Rand 4 des Druckwerks und damit gegen die Seitenwand der Nut 2 gedrückt wird, wodurch
eine ausreichende Anpresskraft erreicht wird, um zu einem zuverlässigen Reibschluss
des Randes 4 des Druckwerkes 3 zu kommen.
[0022] Die Fig. 2c zeigt eine Halteschiene 6, die die Nut 2, so wie in Fig. 1 dargestellt,
ausfüllt, doch weist hier das Rahmenprofil 1 keine Rillung der Seitenwand auf, die
durch elastische Verformung der Halteschiene aufgebrachte Klemmkraft ist hier ausreichend
groß.
[0023] Die Fig. 3 zeigt in drei Abbildungen 3a bis 3c drei unterschiedliche Eckausbildungen
eines Druckwerkes 3. In Fig. 3c verweisen die Pfeile noch auf die Schwächungslinien
bzw. Rillungen 5, entlang derselben die Ränder 4 um 90° gedreht werden, um in die
jeweilige Nut 2 geschoben werden zu können.
[0024] Druckmaterialien können Kartone, vor allem aber alle Arten von Kunststoff wie Beispielweise
Hart-PVC oder Polypropylen, bevorzugt in den Stärken 0,1 bis 1,0 mm sein. Wesentliches
Kriterium der Materialien und der Stärke ist, dass diese gekantet werden können (zumeist
Biegen nach vorherigem Rillen). Die Abkantung in Verbindung mit der Materialsteifigkeit
und der Kunststoff- oder Metallschiene gewährleistet das Spannen und das Halten des
Druckwerkes im Rahmen. Voraussetzung ist, dass die Biegung und damit zumeist die Abkantung
exakt zum Rahmenformat passt.
[0025] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Verbindung von Druckwerk und Rahmenprofil gehen
aus dem Gesagten klar hervor. Insbesondere ist deutlich erkennbar, dass alle eingangs
genannten Nachteile des Standes der Technik tatsächlich vermieden werden, insbesondere
die arbeitsintensiven Befestigungsvorgänge der Dichtlippe und des heiklen Einschiebens
der Dichtlippe in die Nut werden völlig vermieden. Darüber hinaus wird die Auswahl
an brauchbaren Druckmaterialien extrem vergrößert, notwendig ist für diese nur, dass
sie mechanisch ausreichend stabil sind. Dabei ist der Begriff mechanisch stabil immer
in Abhängigkeit von der Größe des Druckwerkes und in gewisser Hinsicht von der Aufstellung
des Verbundes Druckwerk-Rahmen zu sehen, da für eine Aufstellung im Freien andere
Kriterien gelten als für eine Aufstellung in geschlossenen Räumen.
[0026] Schließlich wird durch die praktisch beliebig oftmalige Verwendung der quasi als
"fliegend" zu bezeichnenden Halteschienen 6 und der Profilleisten 7 ein gegenüber
dem Stand der Technik, bei dem mit jedem Druckwerk auch die Dichtlippe zu entsorgen
war, ein wesentlich umweltfreundlicheres System geschaffen.
[0027] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt und an die jeweiligen Rahmen
und Einsatzbedingungen angepasst werden. Dies kann der Fachmann auf dem Gebiete des
Druckereiwesens in Kenntnis der Erfindung leicht vornehmen. Insbesondere die Ränder
4 können, ungeachtet des Krümmungsradius der Umbiegung, um Winkel von 80° bis 100°
umgebogen sein, wenn auch 90° bevorzugt werden.
[0028] Die Beschreibung bezieht sich auf und die Ansprüche definieren ein "Druckwerk in
einem Rahmen aus Rahmenprofilen", doch ist für den Fachmann offensichtlich, dass die
Erfindung die Rahmenprofile per se ebenso erfasst und die verwendete Form der Beschreibung
wegen der besseren Lesbarkeit und dem leichteren Verständnis der Erläuterung des montierten
Verbundes im Vergleich zur Darlegung des Rahmens per se erfolgte.
1. Druckwerk (3) in einem Rahmen aus Rahmenprofilen (1), die eine von der Stirnfläche
des Rahmens ausgehende Nut (2) zur Einbringung und mechanischen Fixierung des Randes
(4) des Druckwerkes aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckwerk (3) auf einem steifen Druckmaterial aufgebracht ist, und dass in die
Nut (2) eine lose Halteschiene (6) eingelegt ist, die den umgebogenen Rand (4) des
Druckwerkes (3) durch elastische Deformation und Reibschluss in der Nut (2) hält.
2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umbiegung (5) der Ränder (4) kantig erfolgt.
3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ränder (4) um 80° bis 100°, bevorzugt um 90° umgebogen sind.
4. Druckwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckwerk (3) im Bereich der Umbiegung (5) der Ränder (4) mit einer Schwächungslinie,
Ritzung oder Rillung versehen ist.
5. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Nut (2) neben der Halteschiene (6) eine gewellte oder Zick-Zack Form aufweisende
Profilleiste (7) vorgesehen ist.
6. Druckwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilleiste (7) aus Kunststoff oder Metall besteht.