[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf
einem Trägerband angeordneten Etiketten.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind im Stand der Technik bekannt, um selbstklebende Etiketten
von einem Trägerband zu lösen. Die gelösten Etiketten können danach auf Behälter,
beispielsweise Flaschen, aufgebracht werden. Beispiele für derartige Vorrichtungen
sind aus der
EP 2 157 020 A1 und der
WO 2008/012633 A2 bekannt.
[0003] Zum Ablösen der Etiketten wird üblicherweise eine sogenannte Spendekante verwendet,
durch welche das Trägerband derart stark umgelenkt wird, dass sich die auf dem Trägerband
klebenden Etiketten an der Spendekante vom Trägerband lösen.
[0004] Es kommt jedoch vor, dass ein Lösen eines Etiketts unerwünscht ist, beispielsweise
wenn das Etikett einen Fehler aufweist. Es sind daher Verfahren bekannt, um im Bedarfsfall
ein Etikett auf dem Trägerband zu belassen. Beispielsweise offenbart die
EP 2 248 727 A2 eine Rückhalteeinrichtung, welche im Bedarfsfall ein Etikett an einem Lösen von dem
Trägerband hindert. Alternativ kann auch die Spendekante schaltbar ausgebildet sein,
d.h. in eine Stellung bringbar sein, in der das Trägerband schwächer umgelenkt wird,
so dass sich das Etikett nicht vom Trägerband löst.
[0005] Letzteres hat jedoch den Nachteil, dass die Bandspannung des Trägerbands beim Schalten
der Spendekante variiert. Diese Variationen in der Bandspannung können sich negativ
auf die Detektion von fehlerhaften Etiketten durch eine vorgeschaltete Kontrolleinrichtung
auswirken. Derartige Störungen oder Fehler sind bei der Etikettierung, insbesondere
im Bereich der Pharmaindustrie, höchst unerwünscht.
[0006] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum selektiven
Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten bereitzustellen, die eine zuverlässigere
Fehlerdetektion durch eine vorgeschaltete Etikettenkontrolleinrichtung erlaubt.
[0007] Die Erfindung stellt eine Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband
angeordneten Etiketten bereit, umfassend: eine Einrichtung zum Bestimmen, ob ein Etikett
von dem Trägerband gelöst werden oder auf diesem verbleiben soll,
eine Umlenkeinrichtung, die so ausgebildet ist, dass sie, wenn ein Etikett vom Trägerband
gelöst werden soll, das Trägerband derart umlenkt, dass das Etikett vom Trägerband
gelöst wird und, wenn ein Etikett auf dem Trägerband verbleiben soll, das Trägerband
schwächer umlenkt, so dass das Etikett am Trägerband verbleibt, und
ein Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung des Trägerbandes.
[0008] Dadurch, dass ein Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung des Trägerbandes vorgesehen
ist, können Bandspannungsvariationen, die sich negativ auf das Detektieren von fehlerhaften
Etiketten auswirken können, verhindert oder wenigstens minimiert werden. Dadurch ist
eine zuverlässigere Etikettenkontrolle durch eine vorgeschaltete Kontrolleinrichtung
möglich.
[0009] Durch das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung kann also die Bandspannung des
Trägerbands im Fall, dass ein Etikett auf dem Trägerband verbleiben soll, konstant
gehalten werden. Insbesondere kann durch das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung
des Trägerbandes, die Bandspannung des Trägerbandes für den Fall, dass das Etikett
am Trägerband verbleibt, gleich gehalten werden wie im Fall, in dem das Etikett vom
Trägerband gelöst wird. Mit anderen Worten kann durch das Mittel zum Konstanthalten
der Bandspannung der schwächeren Umlenkung des Trägerbandes im Fall, dass das Etikett
am Trägerband verbleiben soll, Rechnung getragen werden, so dass sich die Bandspannung
des Trägerbandes nicht verringert. Die Bandspannung kann also unabhängig von der Umlenkung
des Trägerbandes durch die Umlenkeinrichtung konstant gehalten werden.
[0010] Auf dem Trägerband können mehrere, insbesondere zwei oder mehr Etiketten angeordnet
sein.
[0011] Bei den Etiketten kann es sich insbesondere um Selbstklebeetiketten handeln. In diesem
Fall können die Etiketten auf dem Trägerband aufgeklebt sein. Ein Haftmittel kann
dabei derart auf der Rückseite der Etiketten angeordnet sein, dass das Haftmittel
auch nach dem Lösen oder Entfernen des Etiketts vom Trägerband wenigstens teilweise
auf dem Etikett angeordnet bleibt. Somit kann das Etikett in weiterer Folge auf einen
Behälter aufgeklebt werden.
[0012] Bei dem Trägerband kann es sich insbesondere um einen Materialstreifen handeln, auf
dem mehrere Etiketten, insbesondere zwei oder mehr Etiketten, nebeneinander angeordnet
sind.
[0013] Das Trägerband kann insbesondere einen Kunststoff umfassen oder aus Kunststoff bestehen.
Das Trägerband kann insbesondere flexibel ausgebildet sein. Dadurch kann das Trägerband
auch beispielsweise zu einer Rolle aufgewickelt werden.
[0014] Die auf dem Trägerband angeordneten Etiketten können eine höhere Festigkeit oder
Steifigkeit als das Trägerband aufweisen. Dadurch kann das Lösen oder Loslösen der
Etiketten durch die Umlenkung des Trägerbandes erreicht werden.
[0015] Das Trägerband kann an der Umlenkeinrichtung vorbeiführbar sein, insbesondere derart,
dass die auf dem Trägerband angeordneten Etiketten hintereinander an der Umlenkeinrichtung
vorbeibewegt werden. Durch die Umlenkeinrichtung kann die Förderrichtung, in der das
Trägerband bewegt wird, verändert werden. Unter "Umlenken" kann hierin also insbesondere
verstanden werden, dass die Förderrichtung oder die Richtung in der das Trägerband
verläuft, verändert wird.
[0016] Das Trägerband kann beim Vorbeiführen unter Zugspannung stehen. Es kann also eine
Zugkraft, insbesondere entlang der Längsrichtung des Trägerbandes, auf das Trägerband
wirken. Dadurch kann insbesondere eine vorherbestimmte Bandspannung erreicht werden.
[0017] Die Einrichtung zum Bestimmen, ob ein Etikett von dem Trägerband gelöst werden oder
auf diesem verbleiben soll, kann insbesondere derart ausgebildet und/oder konfiguriert
sein, dass für jedes auf dem Trägerband angeordnete Etikett bestimmt wird, ob das
Etikett vom Trägerband gelöst werden soll oder auf diesem verbleiben soll.
[0018] Die Umlenkeinrichtung kann insbesondere steuerbar oder schaltbar sein, so dass ein
Etikett wahlweise vom Trägerband gelöst werden kann oder auf dem Trägerband belassen
werden kann.
[0019] Die Umlenkeinrichtung kann insbesondere ein Umlenkelement umfassen, das wahlweise
in einer ersten oder einer zweiten Position anordenbar ist, wobei das Trägerband in
der ersten Position des Umlenkelements durch das Umlenkelement derart umgelenkt wird,
dass sich ein auf dem Trägerband angeordnetes Etikett im Bereich des Umlenkelements
von dem Trägerband löst und wobei das Trägerband in der zweiten Position des Umlenkelements
schwächer umgelenkt wird, so dass ein auf dem Trägerband angeordnetes Etikett im Bereich
des Umlenkelements auf dem Trägerband verbleibt.
[0020] Unter "schwächer umlenken" kann hierin insbesondere verstanden werden, dass der Krümmungsradius
des Trägerbandes im Bereich der Umlenkeinrichtung, im Falle, dass das Etikett am Trägerband
verbleiben soll, größer ist, als im Fall, dass das Etikett vom Trägerband gelöst werden
soll. Mit anderen Worten ist die Krümmung des Trägerbandes im Bereich der Umlenkeinrichtung
größer, wenn das Etikett vom Trägerband gelöst werden soll.
[0021] Das Umlenkelement kann also, insbesondere etikettenweise, aktivierbar bzw. deaktivierbar
sein, in dem es in die erste oder die zweite Position gebracht oder geschaltet wird.
[0022] Das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung kann insbesondere eine Kante umfassen. Durch
die Kante kann das Trägerband stark umgelenkt werden, so dass sich ein Etikett im
Bereich der Kante vom Trägerband löst. Das Umlenkelement kann also eine Umlenkkante
oder Spendekante umfassen oder sein.
[0023] Das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung kann in Förderrichtung des Trägerbandes
vor oder nach der Umlenkeinrichtung angeordnet sein. Insbesondere wenn das Mittel
zum Konstanthalten der Bandspannung vor der Umlenkeinrichtung am Transportweg des
Trägerbandes angeordnet ist, kann ein unerwünschtes Lösen oder Abschälen der Etiketten
zuverlässig vermieden werden.
[0024] Das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung kann ein Umlenkelement umfassen, das
wahlweise in einer ersten oder einer zweiten Position anordenbar ist. Insbesondere
kann das Umlenkelement in der ersten Position auf das Trägerband einen vorherbestimmten
Druck ausüben und in der zweiten Position auf das Trägerband keinen Druck ausüben
oder einen vorherbestimmten Druck, der kleiner ist, als der vorherbestimmte Druck
in der ersten Position. Dadurch kann der Verringerung der Bandspannung auf Grund der
schwächeren Umlenkung, wenn ein Etikett auf dem Trägerband verbleiben soll, Rechnung
getragen werden.
[0025] Das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung kann in der zweiten
Position insbesondere vom Trägerband beabstandet sein, insbesondere dieses also nicht
kontaktieren. In diesem Fall übt das Umlenkelement also keinen Druck auf das Trägerband
aus. In diesem Fall kann insbesondere auch das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung
in der zweiten Position vom Trägerband beabstandet sein, insbesondere dieses also
nicht kontaktieren.
[0026] Das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung kann auch derart
von einer ersten in eine zweite Position bringbar sein, dass die Wegänderung des Trägerbandes,
die im Fall, dass das Etikett am Trägerband verbleiben soll, erhalten wird, ausgeglichen
wird. Mit anderen Worten kann die Positionsänderung des Umlenkelements des Mittels
zum Konstanthalten der Bandspannung, insbesondere betragsmäßig und/oder richtungsmäßig,
gleich der Positionsänderung des Trägerbandes im Bereich des Umlenkelements der Umlenkeinrichtung
sein, insbesondere gleich der maximalen Positionsänderung des Trägerbandes.
[0027] Das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung kann eine Umlenkrolle umfassen. Insbesondere
kann das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung einer Umlenkrolle
entsprechen. Durch die Umlenkrolle kann die Wegänderung des Trägerbandes, die im Fall,
dass das Etikett am Trägerband verbleibt, erhalten wird, in einfacher Weise ausgeglichen
werden. Die Umlenkrolle kann insbesondere um eine Achse der Umlenkrolle drehbar ausgebildet
sein.
[0028] Unter einer Umlenkrolle kann hierin also ein im Wesentlichen zylindrisches Element
verstanden werden, das insbesondere um eine Drehachse, insbesondere die Längsachse
des Zylinders, drehbar ist. Das Trägerband kann dabei im Betrieb der Vorrichtung wenigstens
teilweise an der Mantelfläche der Umlenkrolle anliegen.
[0029] Der Normalabstand der Drehachse der Umlenkrolle in der ersten Position von der Drehachse
der Umlenkrolle in der zweiten Position kann gleich sein dem Abstand des Umlenkelements
der Umlenkeinrichtung in der ersten Position vom Umlenkelement der Umlenkeinrichtung
in der zweiten Position.
[0030] Das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung kann auch ein oder mehrere weitere
Umlenkelemente, insbesondere Umlenkrollen, umfassen.
[0031] Beispielsweise kann das Mittel zum Konstanthalten der Bandspannung zwei Umlenkrollen
umfassen, wobei eine erste Umlenkrolle wahlweise in einer ersten oder einer zweiten
Position anordenbar ist, und wobei die Drehachse einer zweiten Umlenkrolle ortsfest
oder unbeweglich ist. Mit anderen Worten kann die Position der zweiten Umlenkrolle
fixiert sein.
[0032] Die Vorrichtung kann derart ausgebildet und/oder konfiguriert sein, dass, wenn sich
das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung in der ersten Position befindet, sich das
Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung in der zweiten Position
befindet, und, wenn sich das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung in der zweiten Position
befindet, sich das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung in
der ersten Position befindet.
[0033] Das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung und das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten
der Bandspannung können insbesondere miteinander gekoppelt sein, insbesondere elektronisch,
hydraulisch, pneumatisch und/oder mechanisch. Dadurch können die Positionsänderung
des Umlenkelements der Umlenkeinrichtung und die Positionsänderung des Umlenkelements
des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung synchronisiert werden, insbesondere
gleichzeitig durchgeführt werden.
[0034] Die Vorrichtung kann also derart ausgebildet und/oder konfiguriert sein, dass, wenn
das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung von der ersten in die zweite Position gebracht
wird, das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung von der zweiten
in die erste Position gebracht wird. In gleicher Weise kann die Vorrichtung derart
ausgebildet und/oder konfiguriert sein, dass, wenn das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung
von der zweiten in die erste Position gebracht wird, das Umlenkelement des Mittels
zum Konstanthalten der Bandspannung von der ersten in die zweite Position gebracht
wird.
[0035] Dadurch kann die Bandspannung des Trägerbandes trotz einer Positionsänderung des
Umlenkelements der Umlenkeinrichtung durch eine Positionsänderung des Umlenkelements
des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung konstant gehalten werden. Dadurch
kann eine kontinuierliche, gleichmäßige Bandspannung erreicht werden. Diese Positionsänderungen
können insbesondere gleichzeitig oder zeitgleich geschehen.
[0036] Beispielsweise können die Positionsänderung des Umlenkelements der Umlenkeinrichtung
und die Positionsänderung des Umlenkelements des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung
durch ein gemeinsames Verstellelement, beispielsweise einem gemeinsamen Pneumatikzylinder
oder Hydraulikzylinder, bewirkt werden. Dabei können das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung
und das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung insbesondere
mechanisch gekoppelt sein. Beispielsweise können das Umlenkelement der Umlenkeinrichtung
und das Umlenkelement des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung auf einer gemeinsamen
Halteplatte angeordnet oder gelagert sein.
[0037] Die Einrichtung zum Bestimmen, ob ein Etikett vom Trägerband gelöst werden oder auf
diesem verbleiben soll, kann eine Kontrolleinrichtung zum Kontrollieren der auf dem
Trägerband angeordneten Etiketten umfassen. Dadurch können insbesondere fehlerhafte
Etiketten festgestellt werden.
[0038] Die Kontrolleinrichtung kann insbesondere einen optischen Sensor, insbesondere eine
Kamera, und/oder einen Taster umfassen.
[0039] Die Einrichtung zum Bestimmen, ob ein Etikett vom Trägerband gelöst werden oder auf
diesem verbleiben soll, kann außerdem ein Steuerungselement umfassen, das derart konfiguriert
und/oder ausgebildet ist, dass es basierend auf einem Kontrollergebnis der Kontrolleinrichtung
bestimmt, ob ein Etikett vom Trägerband gelöst werden soll oder nicht. Insbesondere
kann das Steuerungselement derart konfiguriert und/oder ausgebildet sein, dass es
bestimmt, dass ein Etikett auf dem Trägerband verbleiben soll, wenn das Etikett als
fehlerhaft erkannt wurde.
[0040] Das Steuerungselement kann auch zum Steuern der Umlenkeinrichtung und/oder des Mittels
zum Konstanthalten der Bandspannung vorgesehen sein. Insbesondere kann das Steuerungselement
die Position wenigstens eines Umlenkelements der Umlenkeinrichtung und/oder wenigstens
eines Umlenkelements des Mittels zum Konstanthalten der Bandspannung steuern, insbesondere
der oben genannten Umlenkelemente der Umlenkvorrichtung bzw. des Mittels zum Konstanthalten
der Bandspannung.
[0041] Die Erfindung stellt außerdem eine Etikettiervorrichtung zum Aufbringen von Etiketten
auf Behälter bereit, umfassend eine oben beschriebene Vorrichtung zum selektiven Lösen
von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten, und eine Vorrichtung zum Aufbringen
eines vom Trägerband gelösten Etiketts auf einem Behälter.
[0042] Die Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten
kann insbesondere eines oder mehrere der oben genannten Merkmale umfassen.
[0043] Bei den Behältern kann es sich insbesondere um Behälter in der Pharmaindustrie oder
in der Getränkeindustrie handeln. Beispielsweise können die Behälter Flaschen oder
Dosen oder Ampullen sein.
[0044] Die Etiketten können insbesondere Selbstklebeetiketten sein. Auch die Etiketten und/oder
das Trägerband können eines oder mehrere der oben genannten Merkmale umfassen.
[0045] Die Etikettiervorrichtung kann außerdem eine Fördereinrichtung umfassen. Durch die
Fördereinrichtung kann das Trägerband insbesondere an der Vorrichtung zum selektiven
Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten vorbeigeführt werden.
[0046] Mit der Fördereinrichtung kann wenigstens ein Teil des Trägerbands entlang einer
Förderstrecke unter Zugspannung gefördert werden. Die Fördereinrichtung kann dafür
insbesondere mehrere Umlenkelemente umfassen. Die oben beschriebene Vorrichtung zum
selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten kann auch Teil der
genannten Fördereinrichtung sein.
[0047] Das Trägerband mit den darauf angeordneten Etiketten kann insbesondere in Form einer
Rolle bereitgestellt werden. In diesem Fall kann die Etikettiervorrichtung auch eine
Vorrichtung zum Anordnen der Trägerbandrolle umfassen. Von der Trägerbandrolle kann
das Trägerband abgewickelt und der oben beschriebenen Fördereinrichtung zugeführt
werden.
[0048] Das Trägerband, von dem selektiv Etiketten gelöst wurden, kann nach der Vorrichtung
zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten erneut zu einer
Rolle aufgerollt werden. Diese Rolle kann dann beispielsweise vernichtet oder der
Wiederverwertung zugeführt werden. Dafür kann die Etikettiervorrichtung eine Aufrolleinrichtung
umfassen.
[0049] Alternativ kann das Trägerband, von dem selektiv Etiketten gelöst wurden, am Ende
der Förderstrecke nach der Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband
angeordneten Etiketten auch zerstört, insbesondere zerschnitten, werden. Dafür kann
die Etikettiervorrichtung eine Zerstöreinrichtung umfassen. In diesem Fall wird das
Trägerband also nicht mehr zu einer Rolle aufgerollt, sondern kann beispielsweise
direkt in einen Sammelbehälter geleitet werden. Dadurch kann das Entfernen einer Rolle
des verwendeten Trägerbandes von einer Aufrolleinrichtung, das ein Unterbrechen der
Etikettierung nötig machen könnte, vermieden werden.
[0050] Alternativ können auch nur die auf dem Trägerband verbleibenden Etiketten durch eine
Zerstöreinrichtung unbrauchbar gemacht werden und das verbleibende Trägerband anschließend
mit einer Aufrolleinrichtung aufgerollt werden.
[0051] Die Erfindung stellt außerdem ein Verfahren zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband
angeordneten Etiketten bereit, umfassend:
[0052] Bereitstellen von mehreren auf einem Trägerband angeordneten Etiketten, und
[0053] Bestimmen, ob ein Etikett vom Trägerband gelöst werden oder auf diesem verbleiben
soll,
wobei, wenn das Etikett gelöst werden soll, das Trägerband derart umgelenkt wird,
dass sich das Etikett vom Trägerband löst, und, wenn das Etikett auf dem Trägerband
verbleiben soll, das Trägerband schwächer umgelenkt wird, so dass das Etikett am Trägerband
verbleibt, und
wobei die Bandspannung des Trägerbandes konstant gehalten wird.
[0054] Dadurch kann ein zuverlässigeres Detektieren von Fehlern der Etiketten mit einer
vorgeschalteten Kontrolleinrichtung erreicht werden.
[0055] Die Verfahrensschritte können teilweise oder vollständig automatisch, insbesondere
mit einer Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten
oder einer Etikettiervorrichtung, durchgeführt werden.
[0056] Das Verfahren kann insbesondere ein Bereitstellen einer oben genannten Vorrichtung
zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten oder einer oben
beschriebenen Etikettiervorrichtung umfassen.
[0057] Die Bandspannung kann insbesondere im Fall, dass ein Etikett am Trägerband verbleibt
konstant gehalten werden. Unter "konstant" kann hierin konstant gegenüber dem Fall,
dass ein Etikett vom Trägerband gelöst wird, verstanden werden. Mit anderen Worten
kann die Bandspannung derart kontrolliert oder beeinflusst werden, dass sie trotz
des schwächeren Umlenkens des Trägerbandes im Fall, dass das Etikett am Trägerband
verbleibt, im Wesentlichen konstant bleibt.
[0058] Das Verfahren kann insbesondere ein Kontrollieren der auf dem Trägerband angeordneten
Etiketten umfassen, insbesondere, wobei das Bestimmen, ob ein Etikett vom Trägerband
gelöst werden oder auf diesem verbleiben soll, basierend auf dem Ergebnis des Kontrollierens
durchgeführt wird. Insbesondere wenn das Etikett als fehlerhaft erkannt wird, kann
bestimmt werden, dass das Etikett auf dem Trägerband verbleiben soll. Wenn ein Etikett
fehlerfrei ist, kann insbesondere bestimmt werden, dass das Etikett vom Trägerband
gelöst werden soll. Dadurch können fehlerfreie Etiketten auf Behälter aufgebracht
werden, während zuverlässig verhindert wird, dass fehlerhafte Etiketten auf Behälter
aufgebracht werden.
[0059] Das Verfahren zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten
kann insbesondere Teil eines Verfahrens zum Etikettieren von Behältern sein.
[0060] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der beispielhaften
Figuren erläutert. Dabei zeigt
- Figur 1
- einen Teil eines beispielhaften Trägerbands mit darauf angeordneten Etiketten;
- Figur 2a - 2c
- eine beispielhafte Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten
Etiketten;
- Figur 3
- einen Teil einer beispielhaften Etikettiervorrichtung;
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht einer beispielhaften Vorrichtung zum selektiven Lösen
von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten;
- Figur 5
- eine Draufsicht auf eine beispielhafte Umlenkeinrichtung einer Vorrichtung zum selektiven
Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten;
- Figur 6
- eine Draufsicht auf eine beispielhafte Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem
Trägerband angeordneten Etiketten; und
- Figur 7
- eine Seitenansicht der beispielhaften Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem
Trägerband angeordneten Etiketten aus Figur 6.
[0061] Insbesondere in der Lebensmittelindustrie werden Etiketten häufig aus einem Etikettenmagazin
entnommen, durch eine Palette mit einer Haftmittelschicht versehen und schließlich
auf einen Behälter aufgebracht.
[0062] Alternativ dazu werden in der Lebensmittelindustrie, insbesondere in der Getränkeindustrie,
aber auch beispielsweise in der Pharmaindustrie, sogenannte selbstklebende Etiketten
verwendet. Dabei werden üblicherweise eine Vielzahl von Etiketten mittels einer Haftmittelschicht
auf einem Trägerband angeordnet, wobei das Haftmittel insbesondere eine lange offene
Zeit aufweist. Das Trägerband mit den darauf angeordneten Etiketten kann dann beispielsweise
in aufgerollter Form in eine Etikettiervorrichtung eingebracht werden. In der Etikettiervorrichtung
können die Etiketten dann einzeln vom Trägerelement abgelöst und auf Behälter, insbesondere
Flaschen, aufgebracht werden. Da die Etiketten bereits mit einer Haftmittelschicht
versehen sind, ist eine zusätzliche Beleimung der Etiketten in der Etikettiervorrichtung
in diesem Fall nicht erforderlich. Daher kann auf Paletten und Leimzylinder verzichtet
werden.
[0063] Figur 1 zeigt einen Teil eines beispielhaften Trägerbandes 1, auf dem vier Etiketten
2 nebeneinander angeordnet, insbesondere aufgeklebt, sind. Auf der Rückseite der Etiketten
ist eine Haftmittelschicht angeordnet, über die die Etiketten 2 mit dem Trägerband
1 verklebt sind. Auf der Vorderseite der Etiketten können Informationen abgedruckt
sein, die beispielsweise den Inhalt der zu etikettierenden Behälter genauer spezifiziert.
[0064] In einer beispielhaften Etikettiervorrichtung kann das Trägerband 1 dann in seiner
Längsrichtung an einer Vorrichtung zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband angeordneten
Etiketten vorbeigeführt werden. Dies ist in den Figuren 2a bis 2c illustriert.
[0065] In dem Beispiel, das in Figur 2a schematisch dargestellt wird, werden die Etiketten
2 auf dem Trägerband 1 hintereinander der Vorrichtung 3 zum selektiven Lösen von auf
einem Trägerband angeordneten Etiketten zugeführt. Die Vorrichtung 3 umfasst ein Umlenkelement
in Form einer Spendekante 4, die, wie in Figur 2a gezeigt, das Trägerband 1 derart
umlenkt, dass ein Etikett 2 im Bereich der Spendekante 4 vom Trägerband 1 abgelöst
oder entfernt wird. Das derart abgelöste Etikett 2 kann daraufhin von einem Greifmechanismus
übernommen und auf einen Behälter aufgebracht werden. Der Greifmechanismus und der
Behälter sind jedoch in Figur 2a nicht dargestellt.
[0066] Wenn ein Etikett auf dem Trägerband 1 verbleiben soll, beispielsweise auf Grund eines
fehlerhaften Etiketts, kann die Spendekante 4 in eine zweite Position gebracht werden.
Wenn die Spendekante 4 in der zweiten Position ist, wird das Trägerband 1 schwächer
umgelenkt, so dass ein Etikett 2 am Trägerband 1 verbleibt. Dazu kann die Spendekante
4 in der zweiten Position von dem Trägerband 1 beabstandet sein oder das Trägerband
mit einem geringeren Druck beaufschlagen als in der in Figur 2a illustrierten ersten
Position. Die auf dem Trägerband 1 verbleibenden Etiketten 2 können in Folge zerstört,
insbesondere zerschnitten, werden und/oder mit dem Trägerband 1 erneut zu einer Rolle
aufgerollt werden.
[0067] Durch das Schalten der Spendekante 4 von der ersten Position, die in Figur 2a illustriert
ist, in die zweite Position, die in Figur 2b dargestellt ist, kommt es zu einem Nachlassen
der Bandspannung, da sich der Weg des Trägerbandes ändert. Insbesondere, wenn zum
Kontrollieren der Etiketten 2 eine Kamera eingesetzt wird, kann dieses Nachlassen
der Spannung des Trägerbandes zu Fehlern bei der Detektion von fehlerhaften Etiketten
führen. Die Erfinder der vorliegenden Anmeldung haben festgestellt, dass mit dem Nachlassen
der Bandspannung Schwingungen des Trägerbandes 1 verbunden sein können, die eine zuverlässige
Detektion von fehlerhaften Etiketten verhindern oder wenigstens erschweren.
[0068] Daher umfasst die in den Figuren 2a und 2b dargestellte Vorrichtung 3 zum selektiven
Lösen von auf einem Trägerband angeordneten Etiketten ein Mittel 5 zum Konstanthalten
der Bandspannung des Trägerbandes, insbesondere im Fall, dass das Etikett am Trägerband
verbleibt, und somit die Spendekante 4 in die zweite Position gebracht wird. Das Mittel
5 zum Konstanthalten der Bandspannung ist in diesem Beispiel in Transportrichtung
des Trägerbandes vor der Vorrichtung 3 zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband
angeordneten Etiketten angeordnet. Alternativ kann das Mittel 5 aber auch nach der
Vorrichtung 3 angeordnet sein.
[0069] In diesem Beispiel umfasst das Mittel 5 zum Konstanthalten der Bandspannung ein Umlenkelement
in Form einer Umlenkrolle 11. Das Mittel 5 umfasst außerdem eine zweite Umlenkrolle
10, die ortsfest ausgebildet ist. Die Drehachse der zweiten Umlenkrolle 10 kann also
nicht in ihrer Position verändert werden.
[0070] Wenn die Spendekante 4 in der ersten Position angeordnet ist und somit Etiketten
vom Trägerband 1 gelöst werden, ist die Umlenkrolle 11 des Mittels 5 in einer ersten
Position angeordnet.
[0071] Wird die Spendekante 4 jedoch in die zweite Position, wie in Figur 2b illustriert,
geschaltet, wird die Umlenkrolle 11 des Mittels 5 ebenfalls in eine zweite Position
geschaltet. Die Positionsänderung der Umlenkrolle 11 ist betragsmäßig und richtungsmäßig
gleich der Positionsänderung der Spendekante 4. Damit kann die Bandspannung des Trägerbandes
1 trotz der Positionsänderung der Spendekante 4 konstant gehalten werden. Die Erfinder
der vorliegenden Anmeldung haben festgestellt, dass dadurch Fehler in vorgeschalteten
Kontrolleinrichtungen verhindert oder wenigstens minimiert werden können.
[0072] Die schaltbare Spendekante 4 und die Umlenkrolle 11 des Mittels 5 sind in diesem
Fall insbesondere mechanisch gekoppelt, so dass das Umschalten zwischen den Positionen
zeitlich synchronisiert stattfindet. Das Umschalten kann mittels eines gemeinsamen
Pneumatikzylinders durchgeführt werden. Damit kann gewährleistet werden, dass die
Bandspannung des Trägerbandes 1 kontinuierlich auf einem konstanten Wert gehalten
wird.
[0073] In Figur 2c ist die Positionsänderung nochmals in einer größeren Darstellung illustriert.
Die Spendekante 4 ist von einer ersten Position A in eine zweite Position B bringbar.
In der ersten Position A wird das Trägerband 1 derart umgelenkt, dass sich am Trägerband
1 haftende Etiketten 2 vom Trägerband 1 lösen. In der zweiten Position B wird das
Trägerband 1 schwächer umgelenkt, so dass sich am Trägerband 1 haftende Etiketten
2 nicht vom Trägerband 1 lösen, sondern darauf verbleiben. Dies ist in Figur 2c durch
die gestrichelten Linien angedeutet.
[0074] Der Abstand der Position A von der Position B ist mit x
2 bezeichnet. Mit anderen Worten kann die Spendekante 4 um die Strecke x
2 in einer Richtung bewegt werden.
[0075] Die Umlenkrolle 11 ist ebenfalls zwischen zwei Positionen schaltbar ausgebildet.
Dies wird in Figur 2c durch einen Doppelpfeil angedeutet. Der Abstand der Drehachse
der Umlenkrolle 11 in den beiden Positionen ist mit x
1 bezeichnet.
[0076] Um die Bandspannung konstant zu halten gilt in diesem Fall, dass x
1 gleich x
2 ist, also x
1 = x
2.
[0077] Es ist denkbar, dass das Umlenkelement 4 der Umlenkeinrichtung in der zweiten Position
vom Trägerband 1 beabstandet ist. In diesem Fall kann die Wegänderung des Trägerbandes
1 im Bereich des Umlenkelements 4 der Umlenkeinrichtung kleiner sein, als der Abstand
der Position A von der Position B des Umlenkelements 4. Um die Bandspannung konstant
zu halten kann in diesem Fall die Positionsänderung der Umlenkrolle 11, x
1, gleich sein der Positionsänderung des Trägerbandes 1 im Bereich des Umlenkelements
4, insbesondere senkrecht zur Oberfläche des Trägerbandes 1.
[0078] Figur 3 zeigt eine Draufsicht einer beispielhaften Etikettiervorrichtung zum Aufbringen
von Selbstklebeetiketten auf Behälter. Die beispielhafte Etikettiervorrichtung umfasst
zwei Bereitstellbereiche, in denen Trägerbandrollen 6 und 7 angeordnet werden können.
Auf den Trägerbandrollen 6 bzw. 7 können mehrere Etiketten angeordnet, insbesondere
aufgeklebt sein.
[0079] Wahlweise von der ersten Trägerbandrolle 6 oder der zweiten Trägerbandrolle 7 kann
ein Trägerband 1 abgewickelt werden und über mehrere Umlenkelemente mit Hilfe einer
Transportvorrichtung an einer Vorrichtung 3 zum selektiven Lösen von auf dem Trägerband
1 angeordneten Etiketten vorbeigeführt werden. Dabei kann das Trägerband 1 insbesondere
unter mechanischer Spannung stehen. Es kann also eine Kraft gegen die Förderrichtung
des Trägerbandes 1 auf das Trägerband wirken, die eine Auslenkung des Trägerbandes
1 senkrecht zur Förderrichtung erschwert. Die Kraft gegen die Förderrichtung kann
beispielsweise Haftreibung zwischen dem Trägerband 1 und Umlenkelementen sein oder
Haftreibung des Trägerbandes auf der Trägerbandrolle 6 oder 7.
[0080] Es können insbesondere zwei Trägerrollen 6 und 7 vorgesehen sein, um eine kontinuierliche
Etikettierung zu erlauben, wenn das Ende einer Trägerbandrolle erreicht ist.
[0081] Im Bereich der Vorrichtung 3 ist auch eine Kontrolleinrichtung 9 vorgesehen, die
fehlerhafte Etiketten erkennen kann. Ein nicht gezeigtes Steuerungselement kann basierend
auf dem Ergebnis der Kontrolle bestimmen, ob ein Etikett von dem Trägerband 1 gelöst
werden oder auf diesem verbleiben soll. Insbesondere wenn ein Etikett als fehlerhaft
erkannt wird, kann bestimmt werden, dass das Etikett auf dem Trägerband 1 verbleibt.
In diesem Fall kann das Etikett mit dem Trägerband 1 im Endbereich 8 der Förderstrecke
des Trägerbandes zerstört oder erneut zu einer Rolle aufgewickelt werden.
[0082] Die Vorrichtung 3 kann insbesondere, wie in den Figuren 2a bis 2c illustriert, betrieben
werden. Wenn also die Umlenkeinrichtung der Vorrichtung 3 das Trägerband 1 derart
umlenkt, dass das Etikett vom Trägerband gelöst wird, kann das Mittel zum Konstanthalten
der Bandspannung deaktiviert sein, und, wenn die Umlenkeinrichtung das Trägerband
1 schwächer umlenkt, so dass das Etikett am Trägerband verbleibt, kann das Mittel
zum Konstanthalten der Bandspannung des Trägerbandes 1 aktiviert werden. In diesem
Fall kann beispielsweise die Position einer Umlenkrolle verändert werden, so dass
dem schwächeren Umlenken des Trägerbandes 1 Rechnung getragen werden kann.
[0083] In Figur 4 ist eine beispielhafte Vorrichtung 3 zum selektiven Lösen von auf einem
Trägerband angeordneten Etiketten dargestellt. In dieser perspektivischen Ansicht
der Vorrichtung 3 ist eine Spendekante 4 ersichtlich sowie ein Mittel 5 zum Konstanthalten
der Bandspannung des Trägerbandes im Fall, dass das Etikett am Trägerband verbleibt,
wobei dieses Mittel 5 zwei Umlenkrollen umfasst.
[0084] In Figur 5 ist die zweite Position der Spendekante 4 gezeigt, in welcher das Trägerband
schwächer umgelenkt wird, so dass ein am Trägerband angeordnetes Etikett am Trägerband
verbleibt.
[0085] Figur 6 zeigt eine Draufsicht auf die beispielhafte Vorrichtung 3, die in Figur 4
perspektivisch dargestellt wurde. In Figur 6 ist ersichtlich, dass das Mittel 5 zum
Konstanthalten der Bandspannung in diesem Beispiel zwei Umlenkrollen 10 und 11 umfasst.
Die Umlenkrolle 11 ist in diesem Beispiel mit der Spendekante 4 mechanisch gekoppelt,
so dass, wenn die Spendekante 4 von einer ersten in eine zweite Position gebracht
wird, die Umlenkrolle 11 synchron von einer ersten in eine zweite Position gebracht
wird. In Figur 7 ist eine Seitenansicht der beispielhaften Vorrichtung 3 aus Figur
6 gezeigt. Darin ist ersichtlich, dass die mechanische Kopplung zwischen der Spendekante
4 und der Umlenkrolle 11 eine Druckfeder 12 umfasst.
[0086] Wenn die Spendekante 4 in eine zweite Position geschaltet wird, in der das Trägerband
schwächer umgelenkt wird, so dass ein auf dem Trägerband angeordnetes Etikett auf
dem Trägerband verbleibt, kann die Umlenkrolle 11 durch die Druckfeder 12 mit einer
Federkraft beaufschlagt werden, so dass die Umlenkrolle 11 in eine zweite Position
gebracht wird und somit die Bandspannung des Trägerbandes konstant hält.
[0087] Alternativ oder zusätzlich zu dem oben genannten Beispiel, in dem das Mittel zum
Konstanthalten der Bandspannung Umlenkelemente umfasst, kann das Mittel auch die Bandspannung
in anderer Weise konstant halten, beispielsweise, indem während einer vorherbestimmten
Zeitdauer die Fördergeschwindigkeit des Trägerbandes an einem Ende der Förderstrecke
erhöht oder verringert wird.
[0088] Es versteht sich, dass in den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen genannte
Merkmale nicht auf diese speziellen Kombinationen beschränkt sind und auch in beliebigen
anderen Kombinationen möglich sind.
1. Vorrichtung (3) zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband (1) angeordneten Etiketten
(2), umfassend:
eine Einrichtung zum Bestimmen, ob ein Etikett (2) von dem Trägerband (1) gelöst werden
oder auf diesem verbleiben soll;
eine Umlenkeinrichtung, die so ausgebildet ist, dass sie, wenn ein Etikett (2) vom
Trägerband (1) gelöst werden soll, das Trägerband (1) derart umlenkt, dass das Etikett
(2) vom Trägerband (1) gelöst wird, und, wenn ein Etikett (2) auf dem Trägerband (1)
verbleiben soll, das Trägerband (1) schwächer umlenkt, sodass das Etikett (2) am Trägerband
(1) verbleibt; und
ein Mittel (5) zum Konstanthalten der Bandspannung des Trägerbandes (1).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Umlenkeinrichtung ein Umlenkelement (4) umfasst,
das wahlweise in einer ersten oder einer zweiten Position anordenbar ist,
wobei das Trägerband (1) in der ersten Position des Umlenkelements (4) durch das Umlenkelement
derart umgelenkt wird, dass sich ein auf dem Trägerband (1) angeordnetes Etikett (2)
im Bereich des Umlenkelements (4) von dem Trägerband (1) löst; und
wobei das Trägerband (1) in der zweiten Position des Umlenkelements (4) schwächer
umgelenkt wird, sodass ein auf dem Trägerband (1) angeordnetes Etikett (2) im Bereich
des Umlenkelements (4) auf dem Trägerband (1) verbleibt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei das Umlenkelement (4) der Umlenkeinrichtung eine
Kante umfasst.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Mittel (5) zum Konstanthalten
der Bandspannung ein Umlenkelement (10; 11) umfasst, das wahlweise in einer ersten
oder einer zweiten Position anordenbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Mittel (5) zum Konstanthalten
der Bandspannung wenigstens eine Umlenkrolle umfasst.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Vorrichtung derart ausgebildet und/oder
konfiguriert ist, dass, wenn sich das Umlenkelement (4) der Umlenkeinrichtung in der
ersten Position befindet, sich das Umlenkelement (10; 11) des Mittels (5) zum Konstanthalten
der Bandspannung in der zweiten Position befindet, und, wenn sich das Umlenkelement
(4) der Umlenkeinrichtung in der zweiten Position befindet, sich das Umlenkelement
(10; 11) des Mittels (5) zum Konstanthalten der Bandspannung in der ersten Position
befindet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 6, wobei das Umlenkelement (4) der Umlenkeinrichtung
und das Umlenkelement (10; 11) des Mittels (5) zum Konstanthalten der Bandspannung
miteinander gekoppelt sind, insbesondere elektronisch, hydraulisch, pneumatisch und/oder
mechanisch.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 - 7, wobei die Vorrichtung derart ausgebildet
und/oder konfiguriert ist, dass, wenn das Umlenkelement (4) der Umlenkeinrichtung
von der ersten in die zweite Position gebracht wird, das Umlenkelement (10; 11) des
Mittels (5) zum Konstanthalten der Bandspannung von der zweiten in die erste Position
gebracht wird.
9. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Einrichtung zum Bestimmen,
ob ein Etikett von dem Trägerband gelöst werden oder auf diesem verbleiben soll, eine
Kontrolleinrichtung (9) zum Kontrollieren der auf dem Trägerband angeordneten Etiketten
umfasst.
10. Etikettiervorrichtung zum Aufbringen von Etiketten auf Behälter, umfassend eine Vorrichtung
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband
(1) angeordneten Etiketten (2), und eine Vorrichtung zum Aufbringen eines vom Trägerband
(1) gelösten Etiketts (2) auf einen Behälter.
11. Verfahren zum selektiven Lösen von auf einem Trägerband (1) angeordneten Etiketten
(2), umfassend die Schritte:
Bereitstellen von mehreren auf einem Trägerband (1) angeordneten Etiketten (2); und
Bestimmen, ob ein Etikett (2) vom Trägerband (1) gelöst werden oder auf diesem verbleiben
soll;
wobei, wenn das Etikett (2) gelöst werden soll, das Trägerband (1) derart umgelenkt
wird, dass sich das Etikett (2) vom Trägerband (1) löst und, wenn das Etikett (2)
auf dem Trägerband (1) verbleiben soll, das Trägerband (1) schwächer umgelenkt wird,
sodass das Etikett (2) am Trägerband (1) verbleibt, und
wobei die Bandspannung des Trägerbandes (1) konstant gehalten wird.