[0001] Die Erfindung betrifft eine Stickmaschine, insbesondere eine Schiffchenstickmaschine,
Steppmaschine oder eine Mehrkopf-Stickmaschine, welche mit einem Schiffchen arbeitet,
mit einer Vielzahl von Schiffchenbahnen, über welche die Schiffchen hin und her bewegbar
sind, und einer Treibereinrichtung zur Hin- und Herbewegung der Schiffchen über die
Laufflächen, sowie ein Verfahren zu derem Betrieb.
[0002] Schiffchenstickmaschinen arbeiten nach dem Zweifadensystem, d.h. mit einem Nadelfaden
und einem Schiffchenfaden, wobei der Nadelfaden bei jedem Stich mit dem Schiffchenfaden
verschlungen wird. Eine mit einem Öhr versehene Nadel transportiert den Nadelfaden
durch den Stoff hindurch, wobei der Faden beim Zurückgehen der Nadel eine Schlaufe
bildet. Durch diese Schlaufe wird dann das Schiffchen, in welchem der Schiffchenfaden
enthalten ist, hindurchgeführt. In der Regel besitzt eine Stickmaschine oder eine
Steppmaschine eine grosse Anzahl von Stickstellen und entsprechend viele Nadeln und
Schiffchen. Zur Hin- und Herbewegung des Schiffchens dient ein sogenanntes Treiberlineal
oder dergleichen. Bei modernen Stickmaschinen wird das Treiberlineal durch ein Profil
gebildet. Dieses weist Bohrungen auf, in welche für jede Stickstelle ein unterer Treibernagel
und ein oberer Treibernagel eingesetzt ist. Mit diesen Treibernägeln wird das Schiffchen
auf der geneigten Lauffläche der Schiffchenbahn auf und ab bewegt. Es ist bekannt,
bei Stickmaschinen die auf das Schiffchen wirkende Schwerkraft auszunutzen, um bei
Bedarf das Schiffchen still zu legen. Zu diesem Zweck braucht lediglich der untere
Treibernagel gezogen werden, so dass er das Schiffchen nicht mehr mitnimmt (
EP 1 055 761). Bei Steppmaschinen sind die Schiffchenbahnen in der Regel waagrecht angeordnet.
Sowohl bei Stick- als auch bei Steppmaschinen dient der seitlichen Führung des Schiffchens
auf der einen Seite die vordere Stichplatte und auf der anderen Seite die hintere
Stichplatte.
[0003] In den letzten Jahren ist die Geschwindigkeit, mit denen eine Schiffchenstickmaschine
arbeitet, stark erhöht worden. Es gibt bereits Maschinen, die mit 600 und mehr Stichen
pro Minute arbeiten. Verschiedene Faktoren stellen sich aber einer weiteren Erhöhung
der Maschinendrehzahl entgegen. So ist beispielsweise ein erhöhter Abrieb bei den
Schiffchen festzustellen. Dies verwundert nicht, wenn man weiss, dass die Schiffchen
mit bis zu 5 G beschleunigt werden. Bei hohen Geschwindigkeiten ist auch eine erhöhte
Lärmemission aus dem Schiffchenbereich zu beachten.
[0004] Die hohen Geschwindigkeiten, mit denen die heutigen Stickmaschinen arbeiten, führen
dazu, dass die Nadel beim Durchstossen des Stickgrundes radial ausgelenkt wird. Die
Ursache dafür kann der Stickgrund selbst, z.B. Stickereien, d.h. viele Stiche an einer
Stelle, und/oder Schwingungen aufgrund hoher Drehzahlen sein. Wird die Nadel zu stark
ausgelenkt, kann es vorkommen, dass die Schifflispitze - anstatt über die Nadel -
unter die Nadel fährt. In diesem Fall wird die Nadel durch das Schiffli noch weiter
ausgelenkt und bricht zwangsläufig. Wegen den hohen Stickgeschwindigkeiten wird die
Nadel jedoch noch weitere Stiche ausführen, bis die Maschine den Nadelbruch bemerkt
und aus den hohen Drehzahlen abgebremst hat. Wegen der abgebrochenen Nadel sind folglich
eine Reihe von Stichen nicht mehr korrekt ausgeführt, was die Qualität der Stickerei
stark beeinträchtigt. Ausserdem wird der Stickgrund durch die abgebrochene Nadel beschädigt,
weil der Nadelstumpf das Gewebe an der Einstichstelle teilweise zerstört.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Stickmaschine, insbesondere
eine Schiffchenstickmaschine, sowie ein Verfahren zu deren Betrieb vorzuschlagen,
bei welcher die Gefahr eines Nadelbruchs im Vergleich zum Stand der Technik reduziert
ist.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies bei einer Schiffchenstickmaschine oder Steppmaschine der
eingangs erwähnten Art dadurch erreicht, dass ein Nadelführungselement vorgesehen
ist, welches die seitliche Auslenkung der Nadel begrenzt resp. die Nadel wieder in
den Nadelkanal zurückdrängt. Das Nadelführungselement hat somit die Funktion eines
Nadelabweisers, welcher die Nadel im Wesentlichen wieder in die "normale" Nadelbahn,
d.h. als ob keine seitliche Auslenkung erfolgt wäre, weist. Dies hat den grossen Vorteil,
dass Nadelbrüche aufgrund von Kollisionen mit dem Schiffchen praktisch nicht mehr
vorkommen. Dies führt zu weniger Stillstandzeiten der Stickmaschine und einer verbesserten
Qualität der Stickereien.
[0007] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform ist das Treiberorgan im Betrieb der Stickmaschine
mit einem oder mehreren Schiffchen in Eingriff und mit einem oder mehreren - der Zahl
der Schiffchen entsprechend - Nadelführungselementen ausgestattet. Unter Treiberorgan
soll im Rahmen der vorliegenden Erfindung diejenigen Teile einer Stickmaschine verstanden
werden, welche für den Antrieb des Schiffchens verantwortlich sind, wie beispielsweise
das Treiberlineal und die Treibernägel bei einer Grossstickmaschine. Es versteht sich
von selbst, dass neben dem Treiberorgan noch ein Getriebe vorhanden ist, welches mit
dem Treiberorgan in Verbindung steht und in der Regel eine Drehbeweung einer von einem
Motor angetriebenen Antriebswelle in eine hin- und hergehende Bewegung des Treiberorgans
umformt. Vorteilhaft ist im Falle einer Grossstickmaschine das Nadelführungselement
am Treiberlineal angeordnet. Im Fall einer Kleinstickmaschine, insbesondere einer
Mehrkopf-Stickmaschine ist das Nadelführungselement vorzugsweise ebenfalls am Treiberorgan
resp. der Treibereinrichtung angeordnet, die in diesem Fall eine Schiffchenaufnahme
ist, welche mit einem Schwinghebel entlang einer Linearführung hin- und herbewegbar
ist.
[0008] Ist das Nadelführungselement direkt an der Treibereinrichtung angeordnet, so ist
von Bedeutung, dass das Nadelführungselement in Vorwärtsbewegungsrichtung des Schiffchens
gesehen vor dem Schiffchen angeordnet ist. Dadurch wirkt das Nadelführungselement
wie ein Pflug, der die Hindernisse in der Bewegungsbahn des Schiffchens aus dem Wege
räumt.
[0009] Vorteilhaft besizt das Nadelführungselement resp. der Nadelabweiser wenigstens eine
schräge Führungsfläche, welche in einem Winkel zur Lauffläche der Schiffchenbahn orientiert
ist. Diese wirkt als Leitfläche für eine seitlich aus dem Nadelkanal ragende Nadel.
Zweckmässigerweise ist das Nadelführungselement so angeordnet, dass die Führungsfläche
an die Ebene der Lauffläche anschliesst. In anderen Worten: Die Führungsfläche bildet
mit der Schiffchenbahn im Schnitt eine ungefähr V-förmige Öffnung, welche eine aus
dem Nadelkanal schauende Nadel fassen kann. Im Stickbetrieb wird so eine seitlich
aus dem Nadelkanal ragende Nadel in diesen zurück geführt.
[0010] Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform ist ein und vorzugsweise eine Mehrzahl
von Nadelführungselementen an einem Profil angeordnet oder ausgebildet ist, und das
Profil ist am Treiberlineal festgemacht. Dies hat den Vorteil, dass durch die Justierung
des Profils am Treiberlineal alle Führungselemente ausgerichtet werden können.
[0011] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Verfahren zum Betreiben einer
Schiffchenstickmaschine, bei welchem Verfahren ein Schiffchen über eine Lauffläche
einer Schiffchenbahn hin und her bewegt wird und synchron mit der Schiffchenbewegung
eine Nadel in den Nadelkanal der Schiffchenbahn bewegt wird. Dieses Verfahren ist
dadurch gekennzeichnet, dass während des Stickbetriebs eine seitlich aus dem Nadelkanal
tretende Nadel in den Nadelkanal zurückgelenkt wird.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1:
- ein Stöckli einer bekannten Schiffchenstickmaschine mit rechts davon angeordnetem
Treiberbalken im Schnitt;
- Figur 2:
- das Stöckli und das Treiberlineal von Figur 1 in perspektivischer Ansicht;
- Figur 3:
- eine perspektivische Rückansicht des Stöcklis von Fig. 1, wobei jedoch zwecks besserer
Anschaulichkeit die vordere und hintere Stichplatte sowie das Treiberlineal nicht
gezeigt ist;
- Figur 4a:
- eine Draufsicht auf ein Stöckli und ein Treiberlineal einer Grossstickmaschine, wobei
auf der rechten Seite der Abbildung vier konventionelle Stickstellen und auf der linken
Seite vier Stickstellen mit einem erfindungsgemässen Nadelführungselement dargestellt
sind;
- Figur 4b:
- Das Detail B von Fig. 4a zeigend eine Nadel, das Nadelführungselement und einen Schiffchenspitze
in vergrössertem Massstab;
- Figur 4c:
- Das Detail C von Fig. 4a zeigend eine konventionelle Stickstelle in vergrössertem
Massstab
- Figur 5:
- Eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Stickstelle von Fig. 4a, teilweise im
Schnitt;
- Figur 6:
- Eine Vorderansicht des Stöcklis von Fig. 4a, wobei die vordere Stichstelle aus Gründen
der Übersichtlichkeit weggelassen wurde;
- Fig. 6b:
- Detail A von Fig. 6a in vergrössertem Massstab;
- Fig. 7
- Eine Draufsicht auf die Anordnung von Fig. 4a;
- Fig. 8
- Das Treiberlineal von Fig. 4a;
- Fig. 9
- Eine konventionelle Stickstelle einer Mehrkopf-Stickmaschine
a) in Seitenansicht
b) in einem Schnitt durch den Nadelkanal und
c) in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 10:
- Eine Stickstelle einer Mehrkopf-Stickmaschine mit einem erfindungsgemässen Nadelführungselement
a) in Seitenansicht
b) in einem Schnitt durch den Nadelkanal und
c) in perspektivischer Ansicht.
[0013] In Fig 1-3 weisen mehrere Stöckli 11 einer nicht näher dargestellten Schiffchenstickmaschine
in bekannter Weise eine Vielzahl von Schiffchenbahnen 12 für Schiffchen 15 auf. Die
Schiffchenbahnen 12 besitzen Laufflächen 13, über welche resp. entlang welchen ein
Schiffchen 15 hin und her bewegbar ist. Für den Antrieb der Schiffchen 15 ist ein
Treiberlineal 21 vorgesehen, welches sich bei einer Grossstickmaschine über die gesamte
Länge der Stickmaschine erstreckt. Das auf und ab resp. hin und her bewegliche Treiberlineal
21 kann von beiliebiger Bauart, wie beispielsweise in der
EP 1055 761 gezeigt, sein. Es besteht vorzugsweise aus einem Profil 23 mit Bohrungen, in welche
Treibernägel 25, 27 eingesetzt sind. Im Betrieb einer Stickstelle ist jeweils ein
Schiffchen zwischen den Treibernägeln aufgenommen und geführt, wobei ein geringes
Spiel zwischen den Treibernägeln 25,27 und dem Schiffchen 15 das Herumführen des Nadelfadens
um das Schiffchen ermöglicht.
[0014] Die Schiffchenbahnen 13 sind üblicherweise zwischen einer vorderen Stichplatte 17
und eineren hinteren Stichplatte 19 angeordnet, wobei zwischenzeitlich auch Stickmaschinen
bekannt sind, die keine hintere Stichplatte mehr aufweisen. Dabei ist mit der vorderen
Stichplatte 17 jene Stichplatte gemeint, auf welcher im Stickbetrieb das Stickgut
auf- resp. anliegt. In der vorderen Stichplatte 17 sind im Abstand der Nadeln Nadelöffnungen
30 vorgesehen, in welche die Nadeln beim Sticken eindringen können. Für jedes Schiffchen
15 kann am Treiberlineal 21 mittels einer Schraube 29 ein Führungselement 31 zur seitlichen
Führung des Schiffchens befestigt sein, wie dies in der
EP-A-1881098 der gleichen Anmelderin vorgeschlagen wird, um den Abrieb am Schiffchen zu vermindern.
Der Inhalt der
EP-A-1 055 761 und
EP-A-1881 098 wird hiermit unter Bezugnahme in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
[0015] Die einzelnen Schiffchenbahnen 12 sind aus einem länglichen Profilstück 33, vorzugsweise
aus Kunststoff, gebildet. Das Profilstück 33 ist in einem Winkel zum Stöcklilineal
35 angeordnet, sodass eine aus der Vertikalen geneigte Führungsbahn gebildet ist,
auf welcher das Schiffchen 15 auf- und abbewegt wird.
Um den Abrieb am Schiffchen und an der Lauffläche 13 zu verringern, sind die Laufflächen
mit Gleitblechen 37a, 37b ausgestattet.
[0016] Ungefähr in der Mitte der Lauffläche 13 ist ein Nadelkanal 39 vorgesehen, welcher
als rinnenförmige Vertiefung, vorzugsweise mit ungefähr halbkreis- oder ungefähr U-förmigen
Querschnitt, sich im Wesentlichen quer zur Längserstreckung der Lauffläche 13 erstreckt.
Der Nadelkanal 39 befindet sich unterhalb resp. hinter der Ebene der Lauffläche 13,
sodass das Schiffchen bei der Stichbildung im Normalfall über die Nadel 43 gleiten
kann, ohne mit dieser zu kollidieren. Wie einleitend jedoch erwähnt, kann es vorkommen,
dass die Nadel 43 beim Durchstossen des Stickgrundes radial ausgelenkt wird und aus
dem Nadelkanal 39 heraustritt, d.h. aus der Ebene der Lauffläche herausschaut,wie
in Fig 4c zu sehen ist. In diesem Fall kommt es unweigerlich zu einer Kollision mit
dem Schiffchen und meist zu einem Nadelbruch.
[0017] Zur Vermeidung eines Nadelbruches wird nun erfindungsgemäss vorgeschlagen, ein Nadelführungselement
41 so an der Stickmaschine anzuordnen, dass eine Nadel 43, falls aus dem Nadelkanal
39 seitlich herausschauend, in diesen zurück gezwungen wird, bevor das Schiffchen
15 über den Nadelkanal 39 gleitet (Figuren 4 bis 8). Vorzugsweise ist das Führungselement
41 bei einer Grossstickmaschine am Treiberlineal 19 und in Bewegungsrichtung des Schiffchens
gesehen, vor der Schifflispitze angeordnet. Durch die Anordnung des Führungselements
41 vor dem Schiffchen 15, kann eine seitlich aus dem Nadelkanal 39 schauende Nadel
43 durch das Führungselement 41 in diesen zurück gelenkt werden. Zu diesem Zweck weist
das Führungselement 41 zweckmässigerweise schräge Führungsflächen 45a,45b auf, die
geeignet sind, eine seitlich aus dem Nadelkanal ragende Nadel wieder in diesen zurückzuführen.
Vorteilhaft ist die Führungsfläche in zwei senkrecht aufeinander stehenden Richtungen
gegenüber der Lauffläche geneigt, nämlich so, dass der Abstand zur Lauffläche sich
in Richtung zur Nadel hin und in Vorwärtsbewegungsrichtung des Schiffchens vergrössert.
Dadurch ist gewährleistet, dass eine aus dem Nadelkanal ragende Nadel erfasst werden
kann und in den Kanal zurückgewiesen wird. Das Nadel-Führungselement ist also so angeordnet
und ausgebildet, dass sichergestellt ist, dass die Nadel während der Stichbildung
hinter der Lauffläche der Schiffchenbahn verbleibt, wenn das Schiffchen mit der Schifflispitze
voraus über den Nadelkanal gleitet.
[0018] Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform ist eine Mehrzahl von Nadelführungselementen
41 an einem Profil 47 festgemacht oder vorzugsweise ausgebildet (Fig. 8). Die Nadelführungselemente
41 sind im Abstand der Stickstellen voneinander angeordnet, sodass mit der Fixierung
des Profils 47 am Treiberlineal 19 die Nadelführungselemente 41 bereits relativ zum
Nadelkanal 39 und Schiffchen 15 justiert sind. Vorzugsweise ist das Profil 47 mittels
Schrauben 49 am Treiberlineal festgemacht, wobei ein Spiel zwischen den Schrauben
49 und den Löchern 51 eine Justierung des Profils relativ zu den Schiffchenbahnen
erlaubt.
[0019] In den Figuren 4a und 7, jeweils rechte Figurenhälfte, ist ersichtlich, wie eine
Nadel 43 beim Durchdringen eines Stickgrundes seitlich aus dem Nadelkanal 39 heraus
ausgelenkt werden kann. Beträgt die Abweichung der Nadel von der Normalposition im
Bereich der Nadelöffnung auch nur wenige Zehntelsmillimeter, so vergrössert sich der
Abstand bis zur Nadelspitze bereits auf mehrere Millimeter. Hier könnte eingewendet
werden, dass das Problem auch durch einen tieferen Nadelkanal gelöst werden könnte.
Dem ist jedoch nicht so, weil bei einem tiefen Nadelkanal die Gefahr bestünde, dass
die Schiffchenspitze die Fadenschlaufe des Oberfadens nicht mehr zuverlässig trifft.
In so einem Fall würde ein Stich ausgelassen, was eine mindere Qualität der Stickerei
zur Folge hätte.
[0020] Das erfindungsgemässe Nadelführungselement findet nicht nur bei Grossstickmaschinen,
sondern auch bei Kleinstickmaschinen Anwendung, welche mit einem Schiffchen ausgerüstet
sind. Eine solche Kleinstickmaschine in Gestalt einer Mehrkopf-Stickmaschine ist beispielsweise
in der europäischen Patentanmeldung
EP-A1-2 330 242 der gleichen Anmelderin offenbart. Der Inhalt der
EP-A1-2 330 242 wird hiermit durch Bezugnahme in die vorliegende Anmeldung aufgenommen. Eine solche
Mehrkopf-Stickmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass pro Stickkopf eine Mehrzahl
von Nadelstellen vorhanden sind. Der Nadelstössel und die ihnen zugeordneten Nadelhebel
sind üblicherweise in einem Träger gelagert, der bei einem Nadelwechsel verschoben
wird, um den gewünschten Nadelstössel und den dazugehörigen Fadenhebel mit einem ortsfesten
Antrieb zu koppeln. Die Unterfadeneinheit der beschriebenen Stickmaschine ist mit
einem Schiffchen und einer Schiffchenführungsvorrichtung ausgerüstet. Im Unterschied
zur Grossstickmaschine ist jedem Schiffchen ein eigenes Getriebe zugeordnet, welches
mittels eines Koppel- oder Kurvengetriebes eine Drehbewegung einer gemeinsamen Antriebswelle
in eine hin- und hergehende Bewegung des einzelnen Schiffchens umwandelt. Anders als
bei Grossstickmaschinen ist also kein durchgehendes Treiberlineal mit Treibernägeln
nötig, sondern es ist ein Schwinghebel vorgesehen, welcher direkt oder indirekt mit
einer Schiffchenaufnahme 55 zusammenwirkt (Fig. 9 a bis c). Die erwähnte Schiffchenaufnahme
55 besitzt vorzugsweise eine C-förmige Gestalt, welche den Schiffchenrücken umgreift.
Die Schiffchenaufnahme 55 ist an wenigstens einem Führungsstab 57 linar beweglich
und senkrecht zur Nadelbahn geführt.
[0021] Zur Vermeidung eines Nadelbruchs ist nun analog zur Lösung der Grossstickmaschine
ein Nadelführungselement vorgesehen, welches als Nase 59 direkt an der Schiffchenaufnahme
55 angeformt oder angeordnet ist. Die Nase 59 überragt die Schiffchenspitze um ein
bestimmtes Mass, um mit nicht näher im Detail gezeigten Führungsflächen ein eventuell
aus dem Nadelkanal 39 heraustretende Nadel wieder in diesen zurück zu weisen. Auf
diese Weise kann eine Kollision des Schiffchens mit der Nadel zuverlässig verhindert
werden.
[0022] Im Betrieb der Maschine bewegt sich das Nadelführungselement 41 synchron mit der
Schiffchenaufnahme 55 resp. den Treibern 25, 27, die das Schiffchen 15 mitnehmen.
[0023] Weil sich das vordere Ende des Nadelführungselements 41 resp. 59 wenigstens 2 mm,
vorzugsweise wenigsten 4 mm und besonders bevorzugt wenigstens 6 mm und bis zu 25
mm und vorzugsweise bis zu 20 mm und besonders bevorzugt bis zu 15 mm vor der Schiffchenspitze
befindet, wird eine lateral aus dem Nadelkanal herausragende Nadel wieder in diesen
zurückgedrängt.Um die Schlaufenbildung nicht zu stören, ist von Bedeutung, dass das
Nadelführungselement bei maximalem Nadelhub lediglich wenige Millimeter mit der Nadel
überlappt.
Zusammenfassend kann folgendes festgehalten werden:
[0024] Die Schiffchenstickmaschine besitzt einen Schiffchenantrieb für das Schiffchen mit
einem nicht näher dargestellten Getriebe, welches mit einer Treibereinrichtung, wie
z.B. einem Treiberlineal 21 mit Treibern 25, 27, zur Erzeugung einer hin- und hergehenden
Bewegung in Verbindung steht. Ein mit dem Schiffchenantrieb mitlaufendes und vor dem
Schiffchen angeordnetes Nadelführungselement resp. Nadelabweiser drängt die Nadel
in den Nadelkanal zurück, sodass eine Kollision zwischen dem Schiffchen und der Nadel
zuverlässig vermieden wird. Weil das Nadelführungselement 41 mit dem Schiffchen 15
mitläuft und vor diesem angeordnet ist, kann eine Nadel in den Nadelkanal zurückgestossen
werden, bevor das Schiffchen den Nadelkanal erreicht. Diese Verbesserung hat sich
in der Praxis bewährt, weil durch diese die Zahl der Nadelbrüche drastisch reduziert
werden kann.
Legende
[0025]
- 11
- Stöckli
- 12
- Schiffchenbahnen
- 13
- Laufflächen
- 15
- Schiffchen
- 17
- vordere Stichplatte
- 19
- Hintere Stichplatte
- 21
- Treiberlineal
- 23
- Profil des Treiberlineals
- 25,27
- Treibernägel
- 29
- Schraube
- 30
- Nadelöffnungen
- 31
- Führungselement
- 33
- Profilstück
- 35
- Stöcklilineal
- 37a,37b
- Gleitbleche
- 39
- Nadelkanal
- 41
- Nadelführungselement
- 43
- Nadel
- 45a,45b
- schräge Führungsfläche des Nadelführungselements
- 47
- Profil mit Nadelführungselementen 41
- 49
- Schrauben für Profil 47
- 51
- Löcher im Profil 47
- 55
- Schiffchenaufnahme
- 57
- Führungsstab
- 59
- Nase
1. Stickmaschine, insbesondere Schiffchenstickmaschine oder Steppmaschine oder Mehrkopfstickmaschine,
mit
- einer Stichplatte (17) mit einer Nadelöffnung (30),
- wenigsten einer hinter der Stichplatte (17) vorgesehenen Schiffchenbahn (12) mit
einer Lauffläche (13), über welche ein Schiffchen (15) hin und her bewegbar ist,
- einem in der Lauffläche (13) der Schiffchenbahn (12) vorgesehenen Nadelkanal (39),
und
- einem Schiffchenantrieb mit einem Treiberorgan (21,25,27; 55) zur Erzeugung einer
hin- und hergehenden Schiffchenbewegung,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Nadelführungselement (41) vorgesehen ist, welches die seitliche Auslenkung der
Nadel (43) begrenzt.
2. Stickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Treiberorgan (21,25,27; 55) im Betrieb der Stickmaschine mit einem oder mehreren
Schiffchen (15) in Eingriff und mit einem oder mehreren Nadelführungselementen (41)
ausgestattet ist.
3. Stickmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Treiberorgan (21,25,27; 55) ein Treiberlineal (21) mit darin aufgenommenen Treibern
(25,27) für den Antrieb der Schiffchen (15) besitzt, und das Nadelführungselement
(41) am Treiberlineal (21) angeordnet ist.
4. Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelführungselement (41) in Vorwärtsbewegungsrichtung des Schiffchens (15) gesehen
vor dem Schiffchen angeordnet ist.
5. Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelführungselement (41) mindestens eine schräge Führungsfläche (45a; 45b) besitzt,
welche in einem Winkel zur Lauffläche (13) der Schiffchenbahn orientiert ist.
6. Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadelführungselement (41) so angeordnet ist, dass die Führungsfläche (45a; 45b)
an die Ebene der Lauffläche (13) anschliesst.
7. Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Schiffchenbahnen (12) mit einer entsprechenden Zahl von Laufflächen
(13) vorgesehen ist.
8. Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein und vorzugsweise eine Mehrzahl von Nadelführungselementen (41) an einem Profil
(47) angeordnet oder ausgebildet ist und das Profil am Treiberlineal (21) festgemacht
ist.
9. Verfahren zum Betreiben einer Schiffchenstickmaschine, bei welchem Verfahren ein Schiffchen
(15) über eine Lauffläche (13) einer Schiffchenbahn (12) hin und her bewegt wird und
synchron mit der Schiffchenbewegung eine Nadel (43) in den Nadelkanal (39) der Schiffchenbahn
(12) bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Stickbetriebs eine seitlich aus dem Nadelkanal (39) tretende Nadel (43)
in den Nadelkanal (39) zurückgelenkt wird.
1. Embroidery machine, in particular shuttle embroidery machine or stitching machine
or multihead embroidery machine with
- a stitching plate (17) with a needle opening (30),
- at least one shuttle path (12) provided behind the stitching plate (17) with a running
surface (13) over which a shuttle (15) is movable to-and-fro,
- one needle duct (39) provided in the running surface (13) of the shuttle path (12)
and
- a shuttle drive with a driving element (21, 25, 27; 55) for generating a to-and-fro
shuttle movement,
characterized in
that a needle guiding element (41) is provided that limits the lateral excursion of the
needle (43).
2. Embroidery machine according to claim 1, characterized in that the driving element (21, 25, 27; 55) is engaged with one or several shuttles (15)
when the embroidery machine is operating and is provided with one or several needle
guiding elements (41).
3. Embroidery machine according to claim 1 or 2, characterized in that the driving element (21, 25, 27; 55) is a driver bar (21) with drivers (25, 27) received
therein for driving the shuttles (15) and that the needle guiding element (41) is
placed on the driver bar (21).
4. Embroidery machine according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the needle guiding element (41) is placed in front of the shuttle, this being seen
in advance motion direction of the shuttle (15).
5. Embroidery machine according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the needle guiding element (41) has at least one oblique guiding surface (45a; 45b)
which is orientated in an angle to the running surface (13) of the shuttle path.
6. Embroidery machine according to one of the claims 1 to 5, characterized in that the needle guiding element (41) is placed in such a manner that the guiding surface
(45a; 45b) follows the plane of the running surface (13).
7. Embroidery machine according to one of the claims 1 to 6, characterized in that a multitude of shuttle paths (12) is provided with a corresponding number of running
surfaces (13).
8. Embroidery machine according to one of the claims 1 to 7, characterized in that one and preferably a multitude of needle guiding elements (41) is placed and configured
on a profile (47) and the profile is fixed to the driver bar (21).
9. Method for operating a shuttle embroidery machine, method for which a shuttle (15)
is moved to-and-fro over a running surface (13) of a shuttle path (12) and that a
needle (43) is moved into the needle duct (39) of the shuttle path (12) synchronously
with the shuttle movement,
characterized in
that a needle (43) coming out laterally from the needle duct (39) is moved back to the
needle duct (39) during the embroidery operation.
1. Machine à broder, en particulier machine à broder à navette ou machine à piquer ou
machine à broder à têtes multiples avec
- une plaque à piquer (17) avec une ouverture d'aiguille (30),
- au moins une coursière de navette (12) prévue derrière la plaque à piquer (17) avec
une surface de roulement (13) sur laquelle une navette (15) est mobile en va-et-vient,
- un canal d'aiguille (39) prévu dans la surface de roulement (13) de la coursière
de navette (12) et
- un entraînement de navette avec un organe d'entraînement (21, 25, 27 ; 55) pour
produire un mouvement de va-et-vient de navette,
caractérisée en ce
qu'un élément de guidage d'aiguille (41) est prévu qui limite la déviation latérale de
l'aiguille (43).
2. Machine à broder selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'organe d'entraînement (21, 25, 27 ; 55) est engrené avec une ou plusieurs navettes
(15), lorsque la machine à broder est en service, et est équipé d'un ou de plusieurs
éléments de guidage d'aiguille (41).
3. Machine à broder selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'organe d'entraînement (21, 25, 27 ; 55) est une règle de poussée (21) avec des
entraîneurs (25, 27) qui y sont logés pour l'entraînement des navettes (15) et que
l'élément de guidage d'aiguille (41) est placé sur la règle de poussée (21).
4. Machine à broder selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'élément de guidage d'aiguille (41) est placé devant la navette, ceci étant vu dans
le sens de déplacement en avant de la navette (15).
5. Machine à broder selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que l'élément de guidage d'aiguille (41) possède au moins une surface de guidage oblique
(45a, 45b) qui est orientée dans un angle avec la surface de roulement (13) de la
coursière de navette.
6. Machine à broder selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que l'élément de guidage d'aiguille (41) est placé de telle manière que la surface de
guidage (45a ; 45b) se rattache au plan de la surface de roulement (13).
7. Machine à broder selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce qu'il est prévu une multitude de coursières de navette (12) avec un nombre correspondant
de surfaces de roulement (13).
8. Machine à broder selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce qu'un élément de guidage d'aiguille et de préférence une multitude d'éléments de guidage
d'aiguille (41) est placée ou configurée sur un profil (47) et que le profil est fixé
à la règle de poussée (21).
9. Procédé pour faire fonctionner une machine à broder à navette, procédé pour lequel
une navette (15) est déplacée en va-et-vient sur une surface de roulement (13) d'une
coursière de navette (12) et qu'une aiguille (43) est déplacée dans le canal de l'aiguille
(39) de la coursière de navette (12) de manière synchrone avec le mouvement de la
navette,
caractérisé en ce
qu'une aiguille (43) qui sort latéralement du canal d'aiguille (39) est renvoyée dans
le canal d'aiguille (39) pendant l'opération de broderie.