[0001] Die Erfindung betrifft einen Knaufzylinder, dessen Knaufwelle oder -spindel drehfest
mit dem Schließbart eines Schließzylinders verbunden ist.
[0002] Bei Schließzylinder, die ausschließlich mit einem Schlüssel betätigt werden, kann
der Schlüssel nur in einer definierten Stellung des Schlüssels abgezogen werden.
[0003] Demgegenüber haben Knaufzylinder meist keine feste Position bei der Verdrehung des
Knaufes, die dieser Grund- oder Neutralstellung entspricht.
Knaufzylinder können von der Außenseite entweder mit dem Schlüssel oder einem elektronischen
Knauf betätigt werden.
[0004] Insbesondere bei Schließzylindern, die von außen nicht mit einem Schlüssel sondern
über einen Elektronikknauf und von Innen mit einem mechanischen Knauf zu öffnen sind,
gibt es meist keine feste Schließbartposition. die z. B. bei Paniktüren, Fluchtwegtüren
oder auch Feuerschutztüren erforderlich ist.
Bei diesen Schließzylindern besteht die Forderung, dass das Stellglied des Schließzylinders
nach einem ausgeführten Schließvorgang, immer in seiner Grundstellung oder Neutralstellung
im Bereich von 3:00 bis 9:00Uhr stehen muss, um beispielsweise die Panikfunktion ausüben
zu können.
[0005] Aus der
EP 2 088 263 B1 ist es bekannt eine Rückstellfeder vorzusehen, die in diesem Fall dazu dient, den
aus einer Neutralstellung verdrehten Zylinderkern selbsttätig in diese Neutralstellung
zurückzudrehen.
[0006] Eine andere, ebenfalls auf die Wirkung einer Feder aufbauende Rückstelleinrichtung
ist aus der
EP 2 115 246 B1 bekannt.
[0007] Nachteilig bei den bisher bekannten Lösungen ist, dass ein nicht unerheblicher Bauraum
konstruktiv bedingt eingenommen wird bzw. notwendig ist, um die Rückstellfedern unterzubringen.
Dies bedeutet,dass die konstruktiven Elemente sowohl in der Knaufwelle wie auch im
Zylindergehäuse angeordnet sind.
[0008] Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass sich Totpunkte bei Rückstellfedern nicht
vermeiden lassen, d. h. es gibt bestimmte Stellungen des Stellgliedes und damit des
Schließbartes, bei denen die Rückstellfeder an einer Rückdrehung in die Grund- oder
Neutralstellung gehindert ist.
Damit kann unter Umständen die Panikfunktion nicht ausgeübt werden, zumindest nicht
sicher genug.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Knaufzylinder bereitzustellen,
bei dem der Schließbart zwangsmäßig nach einem Schließvorgang in eine Position zwischen
3:00 Uhr und 9:00 Uhr gebracht wird, und zwar möglichst ohne das bei der Rückstellbewegung
ein Totpunkt vorhanden ist, so dass damit die Voraussetzungen für den Einbau in z.
B. Brandschutztüren, Paniktüren oder Fluchtwegtüren gegeben sind.
[0010] Ein weiterer, wesentlicher Punkt ist, dass die Rückstelleinrichtung einen möglichst
geringen Bauraum einnimmt, insbesondere, dass sie auch in bestehende Schließzylinder
ohne großen Aufwand, beispielsweise nachträglich, einbaubar ist.
[0011] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Knaufzylinder, dessen Knaufwelle
oder -spindel drehfest mit dem Schließbart eines Schließzylinder verbunden ist,
wobei zur Rückstellung des Schließbartes in eine Grundstellung, eine auf die Knaufwelle
drehend wirkende Magnetanordnung vorgesehen ist.
[0012] Gemäß einer vorzugsweisen Ausführung ist vorgesehen, dass auf der Knaufwelle axial
hintereinander mehrere die Knaufwelle umgebende Magnetscheiben angeordnet sind, die
abwechselnd gegenpolig ausgerichtet sind und jeweils aus zwei oder mehr Segmenten
bestehen, wobei jeweils eine der Magnetscheiben gegenüber dem die Knaufwelle aufnehmenden
Schließzylindergehäuse verdrehfest gehalten ist und die zugeordnete axial nächstliegende
Magnetscheibe gegenüber der Knaufwelle drehfest gehalten ist und die Magnetpolungen
so gewählt sind, dass die mit der Knaufwelle verbundene Magnetscheibe ständig in die
Grundstellung zurückgedreht wird.
[0013] Diese Lösung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass das Rückstellsystem keinen
Totpunkt aufweist.
[0014] Die Lösung besteht darin, dass eine "gehäusefeste" Magnetscheibe (bestehend aus zwei
oder mehreren Segmenten) sich zwischen zwei (oder mehreren) gleich / ungleich gepolten
Magnetscheiben befindet. Die gehäusefeste Magnetscheibe hält ihre Lage beispielsweise
über eine kleine "Nase", die in eine Gehäusenut eingreift. Die beiden anderen Magnetscheiben,
zwischen denen sich die gehäusefeste Magnetscheibe befindet, sind fest mit der Knaufwelle
verbunden. Die Magnetpolungen sind nun so gewählt, dass die mittlere Magnetscheibe
im "Ruhezustand" von den beiden äußeren Magnetscheiben angezogen wird. Wird die Knaufwelle
nun verdreht, dann kommen die zylinderfesten Magnetsegmente in den abstoßend gepolten
Bereich der äußeren Magnetsegmente und werden davon zurückgedreht.
Bei einer mittleren Magnetscheibe. die mit zwei benachbarten Magnetscheiben in Wirkung
tritt, treten keine äußeren Magnetkräfte auf, da sich die äußeren Magnetscheiben zur
mittleren Magnetscheibe zentrieren.
[0015] Bei einer Anordnung mit jeweils nur einer gehäusefesten und einer drehbaren Magnetscheibe
treten dagegen axiale Kräfte auf. Die zurückdrehend wirkende Funktion der beiden Magnetscheiben
ist aber gegeben.
[0016] Bei dieser Lösung kommen - wie beschrieben - Magnetscheiben zum Einsatz.
[0017] Nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Knaufwelle
koaxial umgebend mindestens zwei gegenpolig ausgerichtete Magnetringe vorgesehen sind,
wobei der innere Magnetring verdrehfest gegenüber der Knaufwelle und der äußere Magnetring
verdrehfest gegenüber dem Schließzylindergehäuse gehalten ist und die Magnetpolungen
so gewählt sind, dass der mit der Knaufwelle verbundene Magnetring ständig in die
Grundstellung zurückgedreht wird.
[0018] Hierbei kommen somit nicht Magnetscheiben zu Einsatz, also Magnete, bei denen die
axiale Erstreckung aufgrund der scheibenartigen Ausbildung , gering ist, sondern Magnetringe,
die eine vergleichsweise größere axiale Länge (oder Breite) aufweisen.
[0019] Darüber hinaus sind diese Magnetringe koaxial angeordnet, d. h. liegen ineinander.
[0020] Die magnetisierten Bereiche können bei dieser Lösung entweder diametral sein, d.h.
in Umfangsrichtung gesehen wechselt sich die Polarität ab, oder sie können radial
ausgerichtet sein.
Bei dieser radialen Ausrichtung weist der Innenumfang des Magnetringes eine andere
Polarität auf als der Außenumfang, wobei natürlich bei dem zugehörigen , koaxial angeordneten
Magnetring, die Polarität beispielsweise am Außenumfang entgegengesetzt der des Innenumfangs
des anderen Magnetringes ist.
Die Erfindung soll nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen erläutert werden.
[0021] Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Knaufseite eines Knaufzylinders,
- Fig. 2a und b
- Schnitte gemäß A-A und B-B in Figur 1 für die erste Ausführungsform,
- Fig. 3
- ein Detail aus Figur 1 und
- Fig.4 und 5
- die zweite Ausführungsform in zwei Varianten.
[0022] Die Figur 1 zeigt schematisch einen Knaufzylinder, bei dem sich auf auf der einen
Seite der nur teilweise dargestellte, mit einem elektronischen Knaufzylinder oder
mit einem Schlüssel zu betätigende Schließzylinder 3 befindet. Auf der gegenüber liegenden
Seite ist ein Knauf 1 angedeutet. Das Schließzylindergehäuse ist mit 2 bezeichnet.
Das die Knaufwelle 7 (Figur 2a und b) mit dem Zylinderkern des Schließzylinders verbindende,
den Schließbart 5 aufnehmende Schließglied ist mit 4 bezeichnet.
Der Schnitt A-A in Figur 2a zeigt eine der Magnetscheiben 6 mit den unterschiedlichen
Polaritäten. Diese Magnetscheibe 6 umschließt die Knaufwelle 7, wobei diese in der
Magnetscheibe drehbar angeordnet ist. Diese Magnetscheibe 7 selbst ist aber durch
eine Nase 8, die in eine Ausnehmung 9 im Schließzylindergehäuse 2 eingreift gegenüber
diesem verdrehfest gehalten.
Der Schnitt B-B in Figur 2b gibt die axial benachbarte Magnetscheibe 10 wieder, wobei
erkennbar ist, dass diese mit der Knaufwelle 7 verdrehfest verbunden ist.
[0023] Wird die Knaufwelle 7 verdreht, so dreht sich die Magnetscheibe 10 mit dieser und
relativ zu der vom Schließzylindergehäuse arretierten Magnetscheibe 6. Aufgrund der
entgegengesetzten Polaritäten wirkt damit die Magnetkraft rückstellend auf die Knaufwelle
ein, so dass diese in eine Grundstellung oder Neutralstellung, wie sie in der Figur
2a dargestellt ist, zurück gedreht wird.
[0024] Selbstverständlich können die Magnetscheiben auch in mehrere Segmente unterteilt
sein.
[0025] Die Detaildarstellung in Figur 3 zeigt die axiale nebeneinander Anordnung der Magnetscheiben
6 und 10, wobei bei diesem Ausführungsbeispiel einer Magnetscheibe 6 beidseitig die
Magnetscheiben 10 zugeordnet sind.
Mit 11 sind die axiale Position der Magnetscheiben festlegende Mittel bezeichnet.
[0026] Bei der zweiten Ausführungsart, wie sie in den Figuren 4 und 5 dargestellt worden
ist, wurden die Magnetscheiben, die eine nur geringe axiale Erstreckung oder Breite
aufweisen, durch Magnetringe ersetzt.
[0027] Darüber hinaus sind die Magnetringe nun beispielsweise - wie in der Figur 4 dargestellt
- koaxial ineinander angeordnet.
[0028] Beim äußeren Magnetring 12 ist die Nase 13 erkennbar, d. h. dieser Magnetring ist
gegenüber dem hier nicht dargestellten Schließzylindergehäuse verdrehfest gehalten.
[0029] Der koaxial innere Magnetring 14 befindet sich auf der Knaufwelle bzw. wird mit dieser
verdrehfest verbunden.
[0030] Die Magnetisierung ist bei diesen Magnetringen, ähnlich wie bei den vorher beschriebenen
Magnetscheiben, diametral.
[0031] Konstruktiv ist die Variante nach Figur 5 genauso aufgebaut, mit dem Unterschied,
dass hier die Magnetisierung radial ist, also auf dem jeweiligen Innenumfang anders
als auf dem Außenumfang des Magnetringes.
1. Knaufzylinder, dessen Knaufwelle (7) oder -spindel drehfest mit dem Schließbart (5)
eines Schließzylinder verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Rückstellung des Schließbartes (5) in eine Grundstellung, eine auf die Knaufwelle
(7) drehend wirkende Magnetanordnung (6,10;12,14) vorgesehen ist.
2. Knaufzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Knaufwelle (7) axial hintereinander mehrere die Knaufwelle umgebende Magnetscheiben
(6,10) angeordnet sind, die abwechselnd gegenpolig ausgerichtet sind und jeweils aus
zwei oder mehr Segmenten bestehen, wobei jeweils eine der Magnetscheiben (6) gegenüber
dem die Knaufwelle aufnehmenden Schließzylindergehäuse (2) verdrehfest gehalten ist
und mindestens eine zugeordnete axial nächstliegende Magnetscheiben (10) gegenüber
der Knaufwelle (7) drehfest gehalten ist und die Magnetpolungen so gewählt sind, dass
die mit der Knaufwelle (7) verbundene Magnetscheibe (10) ständig in die Grundstellung
zurückgedreht wird.
3. Knaufzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Knaufwelle (7) koaxial umgebend mindestens zwei gegenpolig ausgerichtete Magnetringe
(12,14) vorgesehen sind, wobei der innere Magnetring verdrehfest (14) gegenüber der
Knaufwelle (7) und der äußere Magnetring (12) verdrehfest gegenüber dem Schließzylindergehäuse
(2) gehalten ist und die Magnetpolungen so gewählt sind, dass der mit der Knaufwelle
verbundene Magnetring (14) ständig in die Grundstellung zurückgedreht wird.
4. Knaufzylinder nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetringe eine diametrale Magnetisierung aufweisen.
5. Knaufzylinder nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetringe eine radiale Magnetisierung aufweisen.
6. Knaufzylinder nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetanordnung nur den Bauraum der Knaufwelle einnimmt.