[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugtürscharnier, mit
- einer an einer Kraftfahrzeugkarosserie anordbaren Säulenkonsole,
- einer mit einer Kraftfahrzeugtür verbindbaren Türkonsole,
- einem die Türkonsole und die Säulenkonsole gelenkig miteinander verbindenden Scharnierstift,
der verdrehfest mit der Säulenkonsole und drehgelenkig mit der Türkonsole verbunden
ist und
- einer Arretierungseinheit, mit
- einem mit der Türkonsole verdrehsicher verbundenen, eine Bremsfläche aufweisenden
Bremseinsatz und
- einem verdrehsichernden mit dem Scharnierstift verbundenen Arretierungselement, der
eine in Richtung auf die Bremsfläche verstellbare Haltefläche aufweist.
[0002] Kraftfahrzeugtürscharniere der eingangs genannten Art sind in vielfältigen Ausgestaltungen
aus dem Stand der Technik bekannt. Sie zeichnen sich dabei dadurch aus, dass sie neben
einer gelenkigen Anbindung einer Kraftfahrzeugtür an einer Fahrzeugkarosserie zusätzlich
über die integrierte Arretierungseinheit die Möglichkeit bieten, die Kraftfahrzeugtür
relativ gegenüber der Fahrzeugkarosserie in einer eingestellten Öffnungsposition festzulegen,
so dass auf separate Feststellmittel verzichtet werden kann.
[0003] Üblicherweise weisen die gattungsgemäßen Kraftfahrzeugtürscharniere dabei Arretierungseinheiten
auf, welche die Festlegung der Tür in voreingestellten Winkelpositionen erlaubt. Darüber
hinaus besteht jedoch der Bedarf an solchen Kraftfahrzeugtürscharnieren, welche -
üblicherweise über eine dauerhafte Reibung zumindest zweier relativ zueinander verstellbaren
Flächen im Falle einer Verschwenkung der Fahrzeugtür gegenüber der Fahrzeugkarosserie
- eine stufenlose Feststellung ermöglichen. Derartige Kraftfahrzeugtürscharniere bieten
den Vorteil, dass die Kraftfahrzeugtür in beliebigen Öffnungspositionen gegenüber
der Fahrzeugkarosserie festgelegt werden kann, was zu einer erheblichen Komfortsteigerung
führt. Durch derartige Kraftfahrzeugtürscharniere kann bspw. vermieden werden, dass
die Fahrzeugtür, wenn sie sich nicht in einer vorbestimmten, arretierbaren Winkelposition
befindet, gegen ein ein Schwenkbereich der Tür angeordnetes Hindernis, bspw. ein benachbart
angeordnetes Fahrzeug oder eine Wand schlägt, was zu erheblichen Beschädigungen der
Tür führen kann.
[0004] Bekannte Kraftfahrzeugtürscharniere mit einer im Wesentlichen stufenlosen Arretierung
weisen dabei jedoch den Nachteil auf, dass diese einen besonders komplexen und fehleranfälligen
Aufbau aufweisen. Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein
Kraftfahrzeugtürscharnier bereitzustellen, welches eine stufenlose Arretierung einer
mit einer Türkonsole verbundenen Kraftfahrzeugtür gegenüber einer mit einer Fahrzeugkarosserie
verbundenen Säulenkonsole ermöglicht, wobei das Kraftfahrzeugtürscharnier einen einfachen
und kostengünstigen Aufbau aufweist.
[0005] Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Kraftfahrzeugtürscharnier mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Kennzeichnend für das erfindungsgemäße Kraftfahrzeugtürscharnier ist, dass die Haltefläche
an einem starr mit dem Arretierungselement ausgebildeten Arretierungselementearm angeordnet
ist, der mittels einer Stelleinheit derart in Richtung auf die Bremsfläche elastisch
verformbar ist, dass die Haltefläche an der Bremsfläche anliegt.
[0007] Gemäß der Erfindung weist das Arretierungselement einen Arretierungselementearm auf,
der derart ausgebildet ist, dass dieser mittels der Stelleinheit mit seiner Haltefläche
in Kontakt mit der Bremsfläche des Bremseinsatzes gebraucht wird, wobei über die Stelleinheit
der Anpressdruck der Haltefläche an der Bremsfläche einstellbar ist. Die elastische
Verformbarkeit des Arretierungselementearms des Arretierungselements gewährleistet
dabei, dass über die Stelleinheit sowohl eine Erhöhung als auch eine Verringerung
des Anpressdrucks der Haltefläche an der Bremsfläche realisierbar ist. Eine Verdrehung
der Türkonsole gegenüber der Säulenkonsole bewirkt eine entsprechende Verstellung
der Haltefläche des Arretierungselementearms gegenüber der Bremsfläche des Bremseinsatzes,
wobei über das sich aus der Reibung der Halte- und Bremsfläche ergebende Widerstandsmoment
die zur Verlagerung der Kraftfahrzeugtür erforderliche Kraft bestimmt wird. Der Bremseinsatz
kann sich dabei grundsätzlich über einen beliebigen Winkelbereich an der Türkonsole
erstrecken. Somit kann der Bremseinsatz derart angeordnet sein, dass die Arretierungseinheit
während der gesamten Verschwenkbewegung der Kraftfahrzeugtür aus ihrer Schließposition
bis in ihre maximale Öffnungsposition ein Haltemoment erzeugt, d.h. über die miteinander
in Kontakt stehende Bremsfläche und Kontaktfläche das zur Verschwenkung der Tür erforderliche
Betätigungsmoment bestimmt. Auch ist es jedoch möglich, den Bremseinsatz nur über
einen bestimmten Winkelbereich an der Türkonsole anzuordnen, so dass in Teilbereichen,
in denen eine Arretierungsmöglichkeit nicht erforderlich ist, bspw. im Bereich um
die Schließposition der Fahrzeugtür, die Arretierungseinheit keinen Einfluss auf das
Betätigungsmoment der Kraftfahrzeugtür hat.
[0008] Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeugtürscharnier zeichnet sich durch seinen besonders
einfachen und kompakten Aufbau aus. Zur Festlegung des Betätigungsmoments ist lediglich
ein Arretierungselement mit einem starr mit dem Arretierungselement ausgebildeten
Arretierungselementearm erforderlich, dessen Lage relativ gegenüber dem Bremseinsatz
über eine Stelleinheit festlegbar ist, wodurch die Andruckkräfte zwischen der Bremsfläche
und der Haltefläche zur Festlegung des Betätigungsmoments der Kraftfahrzeugtür frei
bestimmbar ist. Die elastische Verlagerbarkeit des Arretierungselementearms gewährleistet
dabei, dass über die Stelleinheit problemlos eine Reduzierung des Anpressdrucks erreichbar
ist, wozu der Arretierungselementearm eine elastische Rückverlagerung ausführt. Darüber
hinaus erlaubt diese Ausgestaltung des Arretierungselements einen besonders einfachen
und kostengünstigen Aufbau, nachdem auf zusätzliche Bauelemente verzichtet werden
kann.
[0009] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Stelleinheit
ein Federelement aufweist, das eine federvorgespannte Anlage der Haltefläche an der
Bremsfläche bewirkt. Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich das Haltemoment
für eine mit dem Kraftfahrzeugtürscharnier verbundene Fahrzeugtür nicht allein aus
der durch die Stelleinheit aufgebrachten Vorspannung sowie der Steifigkeit bzw. Elastizität
des Arretierungselementearms, sondern darüber hinaus auch aus der Elastizität des
Federelements, welches in Verbindung mit der Stelleinheit die Haltefläche federelastisch
gegen die Bremsfläche des Bremseinsatzes drückt. Das Federelement gewährleistet dabei
eine gleichmäßige Anlage der Haltefläche an der Bremsfläche, wobei auch Ausweichbewegungen
des Arretierungselements über das Federelement einfach möglich sind.
[0010] Die Ausgestaltung des Arretierungselementearms ist grundsätzlich frei wählbar. So
ist es bspw. möglich, den Arretierungselementearm separat zu fertigen und mit einem
Grundkörper des Arretierungselementstahls starr zu verbinden. Unter einer starren
Verbindung wird dabei im Rahmen der Erfindung eine Ausgestaltung des Arretierungselementearms
verstanden, welche lediglich eine elastische Verlagerung der Haltefläche des Arretierungselementearms
relativ gegenüber einem Grundkörper des Arretierungselementes bzw. der Bremsfläche
des Bremseinsatzes erlaubt. Besonders vorteilhafter Weise ist dabei vorgesehen, dass
der Arretierungselementearm einstückig mit dem Arretierungselement ausgebildet ist.
Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich der Arretierungselementearm
ausgehend von einem Grundkörper des Arretierungselements und ist gegenüber diesem
durch die Stelleinheit elastisch verlagerbar. Die einstückige Ausgestaltung des Arretierungselements
mit dem Arretierungselementearm lässt sich besonders einfach und kostengünstig herstellen,
insbesondere da auf eine Verbindung eines Grundkörpers mit dem Arretierungselementearm
verzichtet werden kann.
[0011] Die Ausrichtung des Arretierungselementearms ist ebenso wie die Ausrichtung der Halte-
und Bremsflächen zueinander grundsätzlich frei wählbar. So kann der Arretierungselementearm
bspw. unter einem frei wählbaren Winkel zur Scharnierstiftachse verlaufen und auch
die Halte- bzw. Bremsflächen können unter einem beliebigen Winkel zur Scharnierstiftachse
ausgerichtet sein. Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist jedoch
vorgesehen, dass sich der Arretierungselementearm im Wesentlichen rechtwinklig zur
Scharnierstiftachse erstreckt, wobei auch die Haltefläche und die Bremsfläche bevorzugt
rechtwinklig zur Scharnierstiftachse ausgerichtet sind. Diese Ausgestaltung der Erfindung
ermöglicht die Ausgestaltung einer besonders kompakten Arretierungseinheit, welche
gleichzeitig eine flexible Einstellung des Haltemoments ermöglicht. Die rechtwinklige
Ausgestaltung ist dabei besonders einfach und kostengünstig herstellbar, wobei auch
eine entsprechende Ausrichtung der Brems- bzw. Halteflächen zueinander eine einfache
Herstellung des Bremseinsatzes ermöglicht.
[0012] Der Bremseinsatz kann bspw. einstückig mit einem die Arretierungseinheit aufnehmenden
Gehäuse oder als ein in ein solches Gehäuse einsetzbares Bauteil ausgeführt werden.
[0013] Grundsätzlich bietet bereits die Verwendung eines einzigen Arretierungselementearms
in Verbindung mit einem Bremseinsatz die Möglichkeit der Erzeugung eines Haltemoments,
welches ausreichend ist, um eine mit dem Kraftfahrzeugtürscharnier verbundene Kraftfahrzeugtür
zuverlässig in beliebigen Öffnungspositionen zu arretieren. Nach einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass der Bremseinsatz zwischen
zwei jeweils eine Haltefläche aufweisenden Arretierungselementearmen angeordnet ist,
wobei die Stelleinheit derart ausgebildet ist, dass diese die Halteflächen an gegenüberliegend
angeordnete Bremsflächen des Bremseinsatzes andrückt.
[0014] Durch diese Ausgestaltung der Erfindung kann auf eine besonders einfache Weise ein
vorbestimmtes Haltemoment eingestellt werden, wobei aufgrund einer gegenüber der Verwendung
eines einzelnen Arretierungselementearms höheren Kontaktfläche eine geringere Anpressung
durch die Stelleinheit erforderlich ist. Darüber hinaus entfällt bei einer entsprechenden
Ausgestaltung die Notwendigkeit der Abstützung der Normalkräfte, nachdem diese sich
bei einer Verspannung des Bremseinsatzes zwischen den einander zugewandten Halteflächen
der Arretierungselementearme gegenseitig aufheben. Eine Stelleinheit bewirkt bei dieser
Ausgestaltung der Erfindung eine axiale Klemmung des Bremseinsatzes zwischen den Halteflächen
der Arretierungselementearme.
[0015] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist dabei vorgesehen, dass die Stelleinheit
eine Stellschraube aufweist, mittels derer der Arretierungselementearm in Richtung
auf den Bremseinsatz verlagerbar ist. Die Verwendung einer Stellschraube ermöglicht
eine besonders einfache und genaue Justierung der Anpresskraft und somit des zur Verstellung
einer Kraftfahrzeugtür erforderlichen Betätigungsmoments. Besonders vorteilhafter
Weise ist dabei vorgesehen, dass im Falle der vorzugsweisen Verwendung von zwei Arretierungselementearmen,
welche mit einander zugewandten Halteflächen an gegenüberliegenden Bremsflächen des
Bremseinsatzes anliegen, sich die Stellschraube derart zwischen den Arretierungselementearmen
erstreckt, dass über die Stellschraube der Abstand der Arretierungselementearme einstellbar
ist. Durch diese Ausgestaltung, die eine bezogen auf die Stellschraube axiale Klemmung
des Bremseinsatzes bewirkt, kann in besonders einfacher und kostengünstiger Weise
eine Festlegung des Haltemoments erfolgen. Insbesondere erfolgt durch diese Ausgestaltung
der Verlagerung der Arretierungselementearme gegenüber dem Bremseinsatz eine zuverlässige
Aufhebung der Normalkräfte, so dass auf eine ergänzende Ableitung verzichtet werden
kann, welche bspw. bei der Verwendung eines einzigen Haltearms erforderlich wäre.
Besonders vorteilhafter Weise erstreckt sich die Schraube im Wesentlichen parallel
zur Scharnierstiftachse, was die Herstellung einer besonders kompakten und platzsparenden
Arretierungseinheit ermöglicht.
[0016] Grundsätzlich kann die Bremsfläche in beliebiger Weise ausgebildet sein. So kann
diese bspw. eine ebene Oberfläche aufweisen, so dass über den gesamten Schwenkbereich
der Kraftfahrzeugtür gegenüber der Fahrzeugkarosserie, innerhalb derer die Arretierungselementearme
mit dem Bremseinsatz in Eingriff befindlich sind, ein konstantes Haltemoment und folglich
ein konstantes Betätigungsmoment zur Verschwenkung der Tür besteht.
[0017] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen,
dass die Bremsfläche eine konturierte Oberfläche aufweist. Die Verwendung einer konturierten
Oberfläche zeichnet sich dabei dadurch aus, dass hier aufgrund der unterschiedlichen
Höhen der Bremsfläche gegenüber einer Hauptebene für bestimmte Öffnungswinkel unterschiedliche
Haltemomente entstehen, bzw. Betätigungsmomente erforderlich sind, um die Kraftfahrzeugtür
in diesen Bereichen zu verschwenken. Auch ist es möglich, über eine konturierte Oberfläche
Bereiche festzulegen, in denen durch die Arretierungseinheit kein Haltemoment bereit
gestellt wird, um ein einfaches Verschwenken der Tür zu ermöglichen, bspw. im Bereich
um die Schließlage der Tür.
[0018] Grundsätzlich ausreichend für die Funktion des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürscharniers
ist eine elastische Verlagerbarkeit des Federelementearms gegenüber dem Bremseinsatz,
um hierdurch zum einen das Haltemoment einzustellen und zum anderen Ausweichbewegungen
zum Ausgleich von Unebenheiten in der Oberflächenkontur des Bremseinsatzes zu ermöglichen,
ohne das es zu einer Verklemmung kommt. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass ein Federelement derart mit der Stellschraube
und dem Arretierungselementearm in Wirkverbindung befindlich ist, das die Haltefläche
des Arretierungselementearms unter Federvorspannung an der Bremsfläche anliegt. Gemäß
dieser Ausgestaltung der Erfindung bestimmt sich das Haltemoment nicht allein aus
der Vorspannkraft der Schraube und der Steifigkeit des Arretierungselementearms, sondern
darüber hinaus auch aus der Elastizität des Federelements, welches in besonders vorteilhafter
Weise die gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung vorgesehene Konturierung der Bremsfläche
des Bremseinsatzes ermöglicht, da das Federelement eine entsprechende Beweglichkeit
der Arretierungselementearme bzw. der Kontaktfläche gegenüber der Bremsfläche zu lässt.
Die Ausgestaltung des Federelementes ist dabei grundsätzlich frei wählbar, wobei besonders
bevorzugt das Federelement durch eine Federscheibe gebildet ist, die zwischen einem
Schraubenkopf der Stellschraube und der der Haltefläche gegenüberliegenden Oberfläche
des Arretierungselementearms angeordnet ist. Eine entsprechende Ausgestaltung des
Kraftfahrzeugtürscharniers ermöglicht eine besonders einfache und kostengünstige federnde
Lagerung des Arretierungselementearms, wodurch Ausgleichbewegungen in besonders einfachere
Weise durchgeführt werden können, wobei u.a. über die Dicke des Federelements dabei
die Bewegungsmöglichkeiten einstellbar ist.
[0019] Die Anordnung des Arretierungselementearms kann grundsätzlich in beliebiger Weise
an dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürscharnier erfolgen. Nach einer besonders
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die Arretierungseinheit
in einem Gehäuse angeordnet ist, das durch einen eine Öffnung aufweisenden Gehäusedeckel
verschlossen ist. Die Anordnung innerhalb eines Gehäuses schützt die Arretierungseinheit
vor äußeren Einflüssen und erhöht somit die Betriebssicherheit des Kraftfahrzeugtürscharniers.
Die Anordnung einer Öffnung in einem Gehäusedeckel ermöglicht es dabei, Einstellungen
des Haltemoments mit einem geeigneten Werkzeug ohne Öffnung des Gehäuses vorzunehmen,
wobei durch die Gehäuseöffnung ein Zugang zur Stelleinheit, bevorzugt einer Stellschraube
möglich ist, über die das Haltemoment einstellbar ist.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Kraftfahrzeugtürscharniers mit einer Arretierungseinheit
teilweise in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Kraftfahrzeugtürscharniers von Fig. 1 mit einem geöffneten
Gehäuse der Arretierungseinheit;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht des Kraftfahrzeugtürscharniers von Fig. 1;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht der Arretierungseinheit des Kraftfahrzeugtürscharniers
von Fig. 1 und
- Fig. 5
- eine weitere perspektivische Ansicht der Arretierungseinheit von Fig. 4.
[0021] In den Figuren 1-3 ist in unterschiedlichen perspektivischen Ansichten ein Kraftfahrzeugtürscharnier
1 dargestellt. Dieses weist zur Verbindung mit einer hier nicht dargestellten Fahrzeugkarosserie
sowie einer hier ebenfalls nicht dargestellten Kraftfahrzeugtür eine Türkonsole 2
sowie eine Säulenkonsole 3 auf, die über einen Scharnierstift 5 gelenkig miteinander
verbunden sind. Der Scharnierstift 5 ist hierzu verdrehfest mit einem Ausleger der
Säulenkonsole 3 und drehgelenkig in einem Gehäuse 16 einer Arretierungseinheit 4 verbunden,
wobei das fehlende Gehäuse 16 der Arretierungseinheit 4 ortsfest mit der Türkonsole
2 verbunden ist. Die gelenkige Verbindung der Türkonsole 2 mit der Säulenkonsole 3
ermöglicht somit über den Scharnierstift 5 eine Verschwenkung der Türkonsole 2 relativ
gegenüber der Säulenkonsole 3.
[0022] Die Arretierungseinheit 4, welche in dem starr mit der Türkonsole 2 verbundenen Gehäuse
16 angeordnet ist und zur stufenlosen Arretierung der Türkonsole 2 gegenüber der Säulenkonsole
3 dient, weist ein Arretierungselement 7 auf, welches mit seiner Scharnierstiftaufnahme
20 verdrehsicher innerhalb des Gehäuses 16 auf dem Scharnierstift 5 arretiert ist.
Das Arretierungselement 7 weist darüber hinaus zwei sich im Wesentlichen rechtwinklig
zur Scharnierstiftachse erstreckende Arretierungselementearme 8a, 8b auf, deren einander
zugewandte Halteflächen 9 mit den Bremsflächen 10 eines innerhalb des Gehäuses 16
angeordneten Bremseinsatzes 6 in Kontakt befindlich sind. (vgl. Fig. 4 und 5)
[0023] Zur Festlegung des Anpressdrucks, mit dem die Halteflächen 9 der Arretierungselementearme
8a, 8b an den Bremsflächen 10 des Bremseinsatzes 6 anliegen, dient eine Stelleinheit
11. Diese weist eine sich durch eine Durchgangsbohrung 19 im Arretierungselementearm
8a erstreckende Stellschraube 14 auf, die in ein in dem Arretierungselementearm 8b
ausgebildetes Gewinde einschraubbar ist. In Abhängigkeit von der Einschraubtiefe die
Arretierungselementearme 8a, 8b werden diese elastisch aufeinander zu bewegt, so dass
der Bremseinsatz 6 zwischen den Arretierungselementearmen 8a, 8b eingeklemmt wird.
Über die Vorspannkraft der Stellschraube 14, die Elastizität der Arretierungselementearme
8a, 8b sowie ein zwischen dem Kopf der Stellschraube 14 und dem Arretierungselementearm
8a angeordnetes Federelement 15 bestimmt sich die Kraft, mit der die Halteflächen
9 an den Bremsflächen 10 anliegen. Über die Haltekraft bestimmt sich dann das Haltemoment
einer hier nicht dargestellten Kraftfahrzeugtür gegenüber der hier ebenfalls nicht
dargestellten Kraftfahrzeugkarosserie. Das Federelement 15 erlaubt Ausgleichsbewegungen
der Arretierungselementearme 8a, 8b gegenüber dem Bremseinsatz 6.
[0024] Derartige Ausgleichsbewegungen sind insbesondere dann erforderlich, wenn der Bremseinsatz
6, wie in den Figuren 4 und 5 dargestellt, konturierte Bremsflächen 10 aufweist, d.
h., die Bremsflächen 10 weisen gegenüber einer Hauptebene der Bremsflächen 10 sowohl
Vertiefungen 13 als auch Erhebungen 12 auf. Im Bereich der Erhebungen 12 besteht ein
höheres Haltemoment und im Bereich der Vertiefungen 13 ist das Haltemoment gegenüber
der Hauptebene reduziert. Eine Verschwenkung der Türkonsole 2 gegenüber der Säulenkonsole
3 bewirkt aufgrund der starren Anordnung des Bremseinsatzes 6 in dem Gehäuse 16 eine
Verlagerung des Bremseinsatzes 6 sowie der Bremsflächen 10 relativ gegenüber den Arretierungselementearmen
8a, 8b und somit gegenüber den Halteflächen 9. Aufgrund der Konturierung kann für
unterschiedliche Öffnungswinkel der Türkonsole 2 gegenüber der Säulenkonsole 3 verschiedene
Haltemomente bestimmt werden.
[0025] Die Arretierungseinheit 4 mit dem Arretierungselement 7 sowie der Stellschraube 14
ist innerhalb des Gehäuses 16 angeordnet, welches an seiner Oberseite durch einen
Gehäusedeckel 17 verschlossen ist. Der Gehäusedeckel 17 weist dabei eine Öffnung 18
auf, welche in einem vorbestimmten Winkelbereich der Türkonsole 2 gegenüber der Säulenkonsole
3 die Zugänglichkeit zur Stellschraube 14 ermöglicht, so dass im geschlossenen Zustand
des Gehäuses 16 eine Einstellung des Haltemoments über eine Einstellung der Stellschraube
14 möglich ist.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Kraftfahrzeugtürscharnier
- 2
- Türkonsole
- 3
- Säulenkonsole
- 4
- Arretierungseinheit
- 5
- Scharnierstift
- 6
- Bremseinsatz
- 7
- Arretierungselement
- 8a
- Arretierungselementearm
- 8b
- Arretierungselementearm
- 9
- Haltefläche
- 10
- Bremsfläche
- 11
- Stelleinheit
- 12
- Erhebungen
- 13
- Vertiefungen
- 14
- Stellschraube
- 15
- Federelement
- 16
- Gehäuse
- 17
- Gehäusedeckel
- 18
- Öffnung
- 19
- Durchgangsbohrung
- 20
- Scharnierstiftaufnahme
1. Kraftfahrzeugtürscharnier, mit
- einer an einer Kraftfahrzeugkarosserie anordbaren Säulenkonsole (3),
- einer mit einer Kraftfahrzeugtür verbindbaren Türkonsole (2),
- einem die Türkonsole (2) und die Säulenkonsole (3) gelenkig miteinander verbindenden
Scharnierstift (5), der verdrehfest mit der Säulenkonsole (3) und drehgelenkig mit
der Türkonsole (2) verbunden ist und
- einer Arretierungseinheit (7), mit
- einem mit der Türkonsole (2) verdrehsicher verbundenen, eine Bremsfläche (10) aufweisenden
Bremseinsatz (6) und
- einem verdrehsicher mit dem Scharnierstift (5) verbundenen Arretierungselement (7),
der eine in Richtung auf die Bremsfläche (10) verstellbare Haltefläche (9) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Haltefläche (9) an einem starr mit dem Arretierungselement (7) ausgebildeten Arretierungselementearm
(8a, 8b) angeordnet ist, der mittels einer Stelleinheit (11) derart in Richtung auf
die Bremsfläche (10) elastisch verlagerbar ist, dass die Haltefläche (9) an der Bremsfläche
(10) anliegt.
2. Kraftfahrzeugtürscharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinheit (11) ein Federelement (15) aufweist, das eine federvorgespannte
Anlage der Haltefläche (9) an der Bremsfläche (10) bewirkt.
3. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Arretierungselementearm (8a, 8b) einstückig mit dem Arretierungselement
(7) ausgebildet ist.
4. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Arretierungselementearm (8a, 8b) im Wesentlichen rechwinklig zur Scharnierstiftachse
erstreckt, wobei auch die Haltefläche (9) und die Bremsfläche (10) bevorzugt rechtwinklig
zur Scharnierstiftachse ausgerichtet sind.
5. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremseinsatz (6) zwischen zwei jeweils eine Haltefläche (9) aufweisenden Arretierungselementearmen
(8a, 8b) angeordnet ist, wobei die Stelleinheit (11) derart ausgebildet ist, dass
diese die Halteflächen (9) an gegenüberliegende Bremsflächen (10) des Bremseinsatzes
(6) andrückt.
6. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsfläche (10) eine konturierte Oberfläche aufweist.
7. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinheit (11) eine Stellschraube (14) aufweist, mittels derer der Arretierungselementearm
(8a, 8b) in Richtung auf den Bremseinsatz (6) verlagerbar ist.
8. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Stellschraube (14) im Wesentlichen parallel zur Scharnierstiftachse erstreckt.
9. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Stellschraube (14) derart zwischen den Arretierungselementearmen (8a, 8b)
erstreckt, dass über die Stellschraube (14) der Abstand der Arretierungselementearme
(8a, 8b) einstellbar ist.
10. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Federelement (15) derart mit der Stellschraube (14) und dem Arretierungselementearm
(8a, 8b) in Wirkverbindung befindlich ist, dass die Haltefläche (9) des Arretierungselementearms
(8a, 8b) unter Federvorspannung an der Bremsfläche (10) anliegt.
11. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement durch eine Federscheibe (15) gebildet ist, die zwischen einem Schraubenkopf
der Stellschraube (14) und der der Haltefläche (9) gegenüberliegenden Oberfläche des
Arretierungselementearms (8a, 8b) angeordnet ist.
12. Kraftfahrzeugtürscharnier nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungseinheit (4) in einem Gehäuse (16) angeordnet ist, das eine Zugangsöffnung
(18) zur Einstellung der Stellschraube (14) aufweist.