[0001] Die Erfindung betrifft ein Ansteuersystem für ein Drosselsystem eines Gaseinlasses,
mit dem ein über ein manuelles Bediensystem vorgebbarer Gasbefehl eines Bedieners
in eine den Einlass-Volumenstrom eines Gases in einen Gasraum bestimmende Drosselstellung
des Drosselsystems umsetzbar ist. Sie betrifft weiter einen Verbrennungsmotor, insbesondere
für ein Kraftfahrzeug, dessen Drosselsystem für den Gaseinlass mit einem derartigen
Ansteuersystem versehen ist.
[0002] In technischen Systemen wie beispielsweise Verbrennungsmotoren ist der kontrollierte
und dosierte Einlass eines Gasstroms in einen Gasraum üblicherweise von besonderer
Bedeutung. Beispielsweise wird bei Verbrennungsmotoren das zündfähige Brenngas- oder
Luft-/Brennstoff-Gemisch über einen mit einem Einlassventil verschließbaren Einlasskanal
in den Brennraum eingebracht. Zur dosierten und an den Motortakt angepassten Einspeisung
des Gases werden dabei die Einlassventile geeignet, in der Regel über einen entsprechenden
Ventiltrieb, angesteuert. Die Dosierung der korrekten Gasmenge, d. h. der für die
Umsetzung des Gasbefehls des Bedieners korrekten Gasmenge, erfolgt dabei in gängiger
Weise über ein dem Einlassventil vorgeschaltetes Drosselsystem, das in weit verbreiteter
Bauweise als Drosselklappensystem ausgeführt ist. Abhängig vom über ein manuelles
Bediensystem, beispielsweise einen Gasgriff oder ein Gaspedal, vorgegebenen Gasbefehl
des Bedieners, oder insbesondere bei Kraftfahrzeugen des Fahrers, wird dabei die Drosselstellung
derart eingestellt, dass die dem Gasbefehl entsprechende Gasmenge den Einlasstrakt
passieren und über das Einlassventil in den Gas- oder Verbrennungsraum gelangen kann.
[0003] Alternativ zu derartigen drosselklappenbasierten Systemen oder Motoren kann die Steuerung
und Dosierung des Gaseinlasses in einem Verbrennungsmotor auch über einen für einen
variablen Ventilhub ausgelegten Ventiltrieb erfolgen. Ventiltriebe mit variablem Ventilhub
sind beispielsweise aus der
DE 101 00 173 A1 oder aus der
EP 1 875 047 B1 bekannt. Bei diesen Systemen wird der Gasbefehl des Bedieners in eine entsprechende
Hubhöhe des Einlassventils umgesetzt, so dass das Einlassventil im Gaseinlasstrakt
abhängig vom Gasbefehl des Bedieners einen unterschiedlichen Öffnungsquerschnitt freigibt
und damit eine dem Gasbefehl des Bedieners entsprechende Gasmenge in den Brenn- oder
Gasraum gelangen lässt. Bei einer derartigen Auslegung des Ventiltriebs wirkt dieser
somit zusätzlich zu seiner Steuerungsfunktion für die Gaswechselvorgänge im Verbrennungsraum
auch noch als Drosselsystem für den Einlass-Volumenstrom des Brenngases. Der über
den Gasbefehl des Bedieners veränderbare Ventilhub in einem derartigen Ventiltrieb
entspricht somit in funktionaler Hinsicht der Drosselstellung in einem herkömmlichen
Drosselklappensystem.
[0004] Im Allgemeinen ist für Verbrennungsmotoren oder auch für andere auf Gaswechseln basierende
Systeme ein hoher Wirkungsgrad und damit gegebenenfalls ein besonders gering gehaltener
Brennstoffverbrauch ein bedeutsames Auslegungsziel. Hierzu werden insbesondere bei
Verbrennungsmotoren vielfältige Parameter, u. a. hinsichtlich der Brenngasströmung,
optimiert. Hierbei kann es sich beispielsweise um die Einströmgeschwindigkeit des
Gases, Verwirbelungen, die Füllung des Brennraums oder andere Parameter handeln. Dabei
wird in der Regel angestrebt, auch bei häufigen Lastwechseln, also bei im täglichen
Gebrauch vorkommenden häufigen Wechseln zwischen Volllast- und Teillastzuständen des
Verbrennungsmotors, einen insgesamt besonders gering gehaltenen Verbrauch an Brennstoff
und damit einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen.
[0005] Problematisch ist hierbei einerseits, dass für verschiedene Lastzustände unterschiedliche
Parameterkombinationen wie beispielsweise Gemischaufbereitung, Einströmgeschwindigkeit
und dergleichen optimal sind, so dass für eine insgesamt optimierte Systemauslegung
Kompromisse zwischen den einzelnen Lastzuständen gemacht werden müssen. Andererseits
ist für eine insgesamt optimierte Wirkungsgrad- und Verbrauchsauslegung eines Verbrennungsmotors
möglicherweise auch das Bedienverhalten des Fahrers nachteilig. Insbesondere kann
beispielsweise bei Beschleunigungsvorgängen eine dem aktuellen Betriebs- und Geschwindigkeitszustands
des Fahrzeugs angepasste Steigerung der Gaszufuhr sehr vorteilhaft sein, wohingegen
im Fahrverhalten gerade bei Fahrzeugen mit vergleichsweise leistungsschwachen oder
kleinvolumigen Verbrennungsmotoren bei Beschleunigungsvorgängen oftmals sofort und
unvermittelt "Vottgas" gegeben wird.
[0006] Für Verbrennungsmotoren mit den Einlassventilen vorgeschalteten Drosselklappensystemen
kann diesem Umstand für einen dennoch vergleichsweise niedrig gehaltenen Kraftstoffverbrauch
durch mehrstufig ausgestaltete Drosselklappensysteme Rechnung getragen werden. In
derartigen Systemen umfasst das Drosselklappensystem zwei oder mehr im Einlasskanal
angeordnete, hintereinander geschaltete Drosselklappen, von denen eine direkt über
das manuelle Bediensystem, also den über den Gasgriff oder das Gaspedal vorgegebenen
Gasbefehl des Bedieners, und eine weitere automatisiert über eine Motorsteuerung oder
ein Motormanagement-System angesteuert wird. Die Drosselwirkung eines derartigen Systems
ergibt sich damit aus einer Überlagerung der beiden Teilsysteme, so dass Bedienfehler
des Fahrers wie beispielsweise zu schnelles oder zu abruptes Vollgasgeben durch eine
beispielsweise geeignet verzögerte Ansteuerung der weiteren Drosselklappe zumindest
teilweise kompensiert werden können. Nachteilig bei derartigen Systemen ist aber,
dass einerseits durch die Hintereinanderschaltung mehrerer Drosselklappen erhöhte
Strömungswiderstände im Einlasskanal überwunden werden müssen, wobei zudem auch noch
erhöhte, in diesem Bereich des Einlasstrakts üblicherweise unerwünschte Verwirbelungen
des Gasstroms auftreten. Andererseits sind derartige Systemen auch nur mit erhöhtem
operativem Aufwand realisierbar. Zudem können derartige Systeme nur die Gaszufuhr
drosseln, nicht aber Einfluss auf die Steuerzeiten nehmen.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Ansteuersystem für ein Drosselsystem
eines Gaseinlasses der oben genannten Art anzugeben, mit dem auf apparativ und konstruktiv
besonders einfach gehaltene Weise eine besonders bedarfsgerechte und damit einen geringen
Verbrauch und einen hohen Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors fördernde Drosselung
des Einlassgasstroms erreichbar ist. Zudem soll ein Verbrennungsmotor angegeben werden,
mit dem mit besonders gering gehaltenem apparativem Aufwand ein besonders hoher Wirkungsgrad
auch im Mischbetrieb, also bei häufig variierenden Teil- und Volllastzuständen, erreichbar
ist.
[0008] Bezüglich des Ansteuersystems der oben genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
gelöst mit einem mit dem manuellen Bediensystem verbindbaren Eingangselement, das
mit einem auf das Drosselsystem wirkenden Ausgangselement in einer Öffnungsrichtung
kraftschlüssig verbunden ist.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass gerade im Mischbetrieb, also
bei häufigen Wechseln zwischen Teillast (oder "Teilgas") und Volllast (oder "Vollgas")
des Verbrennungsmotors, abrupte Übergänge vom Teillast- in den Volllastbetrieb, beispielsweise
bei Beschleunigungsphasen, vermieden werden sollten. In besonderem Maße sollte das
System dafür ausgelegt sein, die weit verbreitete Neigung der Fahrer oder Bediener,
beim Übergang vom Teillast- in den Volllastbetrieb, also in Beschleunigungsphasen,
sofort in den "Vollgas-Modus" überzugehen, geeignet zu kompensieren. Dazu sollte das
Ansteuersystem grundsätzlich zwei- oder mehrkomponentig oder -stufig ausgestaltet
sein, wobei in einer ersten Stufe der über das Bedienelement vorgegebene Gasbefehl
des Bedieners umgesetzt wird, und wobei in einer zweiten Stufe eine Nachkorrektur
durch das System an sich erfolgt. Um bei einem derartigen grundsätzlichen Aufbau,
der in funktionaler Hinsicht mit einem mehrstufigen Drosselsystem vergleichbar ist,
aber konsequent Beeinträchtigungen des Gasstroms im Einlasskanal, beispielsweise durch
mehrere hintereinander geschaltete Drosseln, zu vermeiden, sollte eine derartige mehrstufige
Ausgestaltung in Bauteile oder Komponenten außerhalb des eigentlichen Einlasstrakts
verlagert werden.
[0010] Um dem Rechnung zu tragen, sollte das Ansteuersystem für das Drosselsystem geeignet
ausgelegt sein. In der Art eines Entkopplungselements zwischen dem eigentlichen Bedienelement,
also beispielsweise dem Gasgriff oder dem Gaspedal, und dem hiervon angesteuerten
Drosselsystem umfasst das Ansteuersystem dazu ein mit dem Bedienelement verbindbares
Eingangselement, das über geeignete Mittel, beispielsweise einen Seilzug, unmittelbar
den Gasbefehl am Bedienelement aufnimmt. Das Eingangselement ist sodann mit einem
Ausgangselement gekoppelt, das seinerseits das Drosselsystem über eine geeignete Mechanik,
beispielsweise eine Antriebswelle oder dergleichen, ansteuert. Die gewünschte Mehrstufigkeit
der Ansteuerung des Drosselsystems ist dabei erreichbar, indem das Eingangselement
mit dem Ausgangselement zumindest in Öffnungsrichtung des Drosselsystems lediglich
kraftschlüssig, nicht aber formschlüssig verbunden ist. Durch diese kraftschlüssige
Kopplung kann der am Eingangselement anliegende Gasbefehl des Bedieners geeignet modifiziert,
nämlich über eine geeignete Ausgestaltung des Kraftschlusses, an das Ausgangselement
und über dieses an das Drosselsystem weitergegeben werden. Durch die Ausgestaltung
des Kraftschlusses können somit Korrekturen bei der Weitergabe des vom Bediener vorgegebenen
Gasbefehls an das Drosselsystem vorgenommen werden. Insbesondere können Bedienfehler
des Fahrers, beispielsweise in Form von zu schnell und nicht situationsgerecht vorgegebenen
"Vollgas"-Gasbefehlen, kompensiert werden, indem über den Kraftschluss die entsprechenden
Befehle modifiziert an das Ausgangselement und damit an das Drosselsystem weitergegeben
werden.
[0011] Auf mechanisch und apparativ besonders einfache Weise kann der gewünschte Kraftschluss
zwischen dem Eingangs- und dem Ausgangselement erreicht werden, indem das Eingangselement
vorteilhafterweise über eine Zwischenfeder mit dem Ausgangselement verbunden ist.
Ein über das Bedienelement, beispielsweise einen Gasgriff oder ein Gaspedal, an das
Eingangselement weitergegebener Gasbefehl des Bedieners oder Fahrers kann dabei in
eine entsprechende Bewegung des Eingangselements umgesetzt werden. Diese Bewegung
des Eingangselements kann sodann zunächst in einer ― mit zunehmender Bewegung des
Eingangselements zunehmender ― Vorspannung der Zwischenfeder resultieren. Die Vorspannung
der Zwischenfeder treibt sodann das Ausgangselement an, wobei die aus dieser Vorspannung
resultierende Bewegung des Ausgangselements von einer Reihe weiterer, konstruktiv
oder apparativ vorgebbarer Randbedingungen wie beispielsweise Rückhaltekräften oder
dergleichen abhängig ist. Auf diese Weise kann durch die kraftschlüssige Kopplung
von Eingangselement und Ausgangselement und die Gestaltung der weiteren konstruktiven
Rahmenbedingungen die gewünschte bedarfsweise Korrektur von Bedienfehlern des Fahrers
bei der Weitergabe des Gasbefehls vom Ausgangselement an das Drosselsystem erreicht
werden.
[0012] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist das Eingangselement dabei als Seilzugscheibe
ausgeführt, die in der Art eines konventionellen Gaszugs über einen Seilzug mit dem
Bedienelement für den Fahrer oder Bediener verbunden ist. Weiterhin ist in vorteilhafter
Ausgestaltung das Ausgangselement als Zahnrad ausgeführt, das über ein geeignetes
Zahnradgetriebe seine Stellbewegungen auf eine Antriebswelle oder dergleichen für
das nachgeschaltete Drosselsystem übertragen kann. Eine besonders kompakte und mechanisch
und konstruktiv einfach gehaltene Bauweise ist dabei erreichbar, indem in besonders
vorteilhafter Ausgestaltung das Eingangs- und das Ausgangselement koaxial und verdrehbar
zueinander gelagert und über eine koaxial zum Eingangselement gelagerte Blockfeder
kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
[0013] Um die erwünschte automatisierte Korrektur möglicher Bedienfehler bei der Ansteuerung
des Drosselsystems auf besonders einfache Weise, insbesondere in apparativer Hinsicht,
zu ermöglichen, ist das Ausgangselement des Ansteuersystems in besonders vorteilhafter
Ausgestaltung zur Begrenzung der maximalen Öffnung des Drosselsystems mit einem Anschlag
versehen, der mit einem über einen Stellantrieb in seiner Position verstellbaren Anschlagzapfen
zusammenwirkt. Gerade bei einer derartigen Ausgestaltung des Ansteuersystems kann
durch geeignete Einstellung und Positionierung des Anschlagzapfens betriebszustandsabhängig
eine maximale Öffnung des Drosselsystems auf besonders einfache Weise vorgegeben werden.
Auch unter Rückgriff auf vergleichsweise einfach gehaltene Elemente, insbesondere
hinsichtlich des Stellantriebs, kann dabei beispielsweise ein automatisierter Wechsel
zwischen zwei oder mehreren Positionen des Anschlagzapfens erreicht werden. In einer
ersten Stellung (beispielsweise entsprechend dem Zustand "Drosselsystem teilweise
geschlossen") kann dabei der Anschlagzapfen die Bewegung des Ausgangselements und
damit die maximale Öffnung des Drosselsystems auf einen vorgebbaren Maximalwert begrenzen.
Wenn der Fahrer in diesem Zustand über das Bediensystem den Gasbefehl "Vollgas" vorgibt,
so resultiert dies zunächst über den Seilzug in einer der Stellung "Vollgas" entsprechenden
Positionierung des Eingangselements. Über die kraftschlüssige Kopplung der Zwischenfeder
an das Ausgangselement wird dieses so lange mitgenommen, bis es mit seinem Anschlag
an den Anschlagzapfen anschlägt. In dieser einem Teillastzustand entsprechenden Stellung
verbleibt es auf Grund des Anschlags, und die Weiterbewegung des Eingangselements
resultiert in einer zunehmenden Vorspannung der Zwischenfeder, zunächst ohne weitere
Bewegung des Ausgangselements. Obwohl also in diesem Ansteuerzustand der Bediener
über das Bedienelement einen Volllastbefehl als Gasbefehl erzeugt, wird über das Ausgangselement
lediglich ein Teillastbefehl in Form eines entsprechenden Öffnungszustands an das
Drosselsystem weitergegeben. Sobald jedoch, beispielsweise von der Motorsteuerung
oder einem anderen automatisierten Kontrollsystem, der Steuerzustand "Vollgas" freigegeben
wird, kann über den Stellantrieb der Anschlagzapfen in seiner Position entsprechend
verändert werden, so dass eine dem "Vollgas"-Zustand entsprechende Positionierung
des Ausgangselements freigegeben wird. Auf Grund der Vorspannung der Zwischenfeder
bewegt diese anschließend das Ausgangselement bis zur maximalen Öffnung des Drosselsystems,
so dass nunmehr der "Vollgas"-Befehl an das Drosselsystem weitergegeben wird.
[0014] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist dabei der Stellantrieb für den Anschlagzapfen
in Abhängigkeit von der Motordrehzahl angesteuert. Durch eine derartige Systemauslegung
kann erreicht werden, dass bei Beschleunigungsphasen ein vom Fahrer vorgegebener "Vollgas"-Befehl
zunächst, vorzugsweise unterhalb einer vorgebbaren Grenzdrehzahl, auf Grund einer
entsprechenden Positionierung des Anschlagzapfens in einer lediglich teilweisen Öffnung
des Drosselsystems resultiert, so dass in diesem Drehzahlbereich ein im Hinblick auf
Wirkungsgrad und Verbrauch als besonders günstig angesehener Gas-Volumenstrom in den
Gasraum geleitet wird. Sobald die vorgegebene Grenzdrehzahl überschritten wird, kann
über den Stellantrieb in automatisierter Weise der Anschlagzapfen neu in einer Position
entsprechend einer vollen Öffnung des Drosselsystems positioniert werden, so dass
oberhalb der Grenzdrehzahl über das Ausgangselement eine volle Öffnung des Drosselsystems
und damit ein maximaler Gas-Volumenstrom eingestellt wird.
[0015] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung kann das Ansteuersystem für eine vergleichsweise
einfache Einstellung und/oder Vorgabe eines Leerlauf-Gasvolumenstroms ausgestaltet
sein. Dazu ist das Ausgangselement vorteilhafterweise zur Begrenzung der minimalen
Öffnung des Drosselsystems mit einem Anschlag versehen, der eine Minimal-Anschlagsfläche
aufweist und über diese mit einem Minimal-Anschlagelement zusammenwirkt. Im Gegensatz
zum Maximal-Anschlagsfläche, die im Zusammenwirken mit dem Anschlagzapfen die Bewegung
des Ausgangselements in Öffnungsrichtung des Drosselsystems gesehen begrenzt, begrenzt
die Minimal-Anschlagsfläche zusammen mit dem Minimal-Anschlagelement die Bewegung
des Ausgangselements in Schließrichtung des Drosselsystems, so dass eine Mindestöffnung
des Drosselsystems nicht unterschritten wird.
[0016] In weiterer besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist dabei der an sich eigentlich
zur Bildung des Maximal-Anschlagsystems vorgesehene Anschlagzapfen zusätzlich für
eine weitere Vorgabe eines Leerlauf-Anschlagsystems ausgeführt. Um dabei für Maximal-
und Leerlaufanschlag, die in entgegengesetzten Bewegungsrichtungen des Ausgangselements
zur Begrenzung vorgesehen sind, jeweils geeignete Anschlagflächen bereitstellen zu
können, weist der Anschlagzapfen dabei in vorteilhafter Ausgestaltung einerseits eine
an einen Grundkörper angeformte gewölbte Konturspitze auf, die die Anschlagfläche
für den Anschlag bildet. Um zudem auch noch eine Kontaktfläche für den Leerlaufanschlag
bereitzustellen, ist diese Konturspitze vorteilhafterweise unter Bildung eines Überstands
gegenüber dem Grundkörper ausgeführt, so dass der dadurch gebildete umlaufende Kragen
die Kontaktfläche für den Leerlaufanschlag bilden kann.
[0017] Insgesamt sind in dieser vorteilhaften Ausgestaltung somit drei Kontaktflächenpaarungen
vorgesehen, die das Anschlagsystem bilden: erstens der am Ausgangselement angeordnete
Anschlag, der mit seiner Maximal-Anschlagsfläche im Kontakt mit der Konturspitze des
Anschlagzapfens die maximale Öffnung des Drosselsystems begrenzt. Zweitens der am
Ausgangselement angeordnete Anschlag, der mit seiner Minimalanschlagsfläche im Kontakt
mit dem Minimal-Anschlagselement die minimale Öffnung (Leerlauf) des Drosselsystems
begrenzt. Drittens der separate, am Ausgangselement angeordnete Leerlaufanschlag,
der mit dem rückwärtigen umlaufenden Kragen der Konturspitze des Anschlagzapfens ebenfalls
die minimale Öffnung (Leerlauf) des Drosselsystems begrenzt. Bei einem derartigen
System ist dem Umstand Rechnung getragen, dass eine vom Fahrer vorgegebene Gaswegnahme,
also die Rücknahme eines Vollgas-Befehls, üblicherweise vergleichsweise abrupt erfolgt.
Der motorisch angetriebene Anschlagzapfen kann daher in der Regel diesem Gaswechselbefehl
nicht unmittelbar oder nicht schnell genug folgen. Daher ist ein separates Leerlauf-Anschlagelement
vorgesehen, das mit der entsprechenden Kontaktfläche am Anschlag zusammenwirkt. Sobald
dann der Anschlagzapfen nachrücken kann, kann die Konturfläche auf Grund ihrer Formgebung
am separaten, vorzugsweise als federndes Blech am Ausgangelement ausgeführten Leerlaufanschlag
vorbeigeführt und mit ihrem rückwärtigen umlaufenden Kragen mit dem Leerlaufanschlag
in Eingriff gebracht werden.
[0018] Das Ansteuersystem kann grundsätzlich in beliebigen technischen Systemen eingesetzt
werden, in denen eine dosierte Gaseinspeisung in einen Gas- oder Brennraum notwendig
oder gewünscht ist, beispielsweise auch in Dampfmaschinen. Vorzugsweise wird das Ansteuersystem
aber in Verbrennungsmotoren verwendet.
[0019] Bezüglich des Verbrennungsmotors, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, wird die genannte
Aufgabe gelöst, indem das Drosselsystem für den Gaseinlass mit einem Ansteuersystem
der genannten Art versehen ist. Dabei wirkt das Ausgangselement des Ansteuersystems
vorteilhafterweise auf den Gaseinlass-Strom des Verbrennungsmotors, ist also beispielsweise
mechanisch mit der Drosselklappe des Verbrennungsmotors verbunden.
[0020] Gerade bei der Verwendung in einem Verbrennungsmotor ist in besonders vorteilhafter
Ausgestaltung der zur Positionsverstellung des den Öffnungsbereich des Ausgangselements
begrenzenden Anschlagzapfens vorgesehene Stellantrieb abhängig von der Motordrehzahl
angesteuert. Vorzugsweise ist die Ansteuerung dabei derart ausgeführt, dass der Anschlagzapfen
für Motordrehzahlen unterhalb einer vorgebbaren Grenzdrehzahl auf eine erste Position
(insbesondere entsprechend einer anhand der Motorcharakteristik oder anderer Randbedingungen
geeignet gewählten "Teilgas"-Position für die Öffnung des Drosselsystems) eingestellt
wird, so dass für derartige niedrige Drehzahlen keine Vollgas-Befehle über das Ausgangselement
an den Verbrennungsmotor weitergegeben werden. Für Drehzahlen oberhalb der Grenzdrehzahl
wird der Anschlagzapfen auf andere Positionen bis hin zu einer Maximalöffnungsposition
(vorzugsweise entsprechend einer "Volllast"-Position für die Öffnung des Drosselsystems)
gestellt, wobei die Einstellung der Position insbesondere kennfeldgesteuert abhängig
von der aktuellen Motordrehzahl und/oder anderen für den aktuellen Lastzustand charakteristischen
Parametern erfolgen kann. Damit kann auch mit vergleichsweise einfachen und damit
besonders kostengünstigen Komponenten ein zuverlässiger Stellantrieb bereitgestellt
werden.
[0021] Das Ansteuersystem ist in besonderem Maße für die Verwendung in Verbrennungsmotoren
geeignet, bei denen der Gaseinlass über ein Drosselklappensystem gesteuert wird. In
einer derartigen Ausgestaltung wirkt das Ausgangselement des Ansteuersystems vorteilhafterweise
auf die Drosselklappe ein und legt deren Öffnungszustand fest, beispielsweise indem
die Drosselklappe mechanisch durch das Ausgangselement angetrieben ist. Ganz besonders
bevorzugt wird das Ansteuersystem aber in einem Verbrennungsmotor verwendet, bei dem
die Gas-Einlasssteuerung über einen Ventiltrieb mit variablem Ventilhub erfolgt.
[0022] Demzufolge wird das Ansteuersystem vorteilhafterweise in einem Verbrennungsmotor
verwendet, wie er beispielsweise aus der
DE 101 00 173 A1 bekannt ist. Ganz besonders bevorzugt wird das Ansteuersystem aber in einem Verbrennungsmotor
verwendet, wie er aus der
EP 1 875 047 B1 bekannt ist. Die Offenbarung der
EP 1 875 047 B1 wird bezüglich der Ausgestaltung des Verbrennungsmotors und insbesondere von dessen
Ventiltrieb ausdrücklich miteinbezogen ("incorporation by reference"). Besonders bevorzugt
und als eigenständig erfinderisch im Sinne der vorliegenden Erfindung angesehen ist
also ein Verbrennungsmotor mit einem Ventiltrieb zur Betätigung eines Einlassventils,
wobei der Ventiltrieb ein erstes Antriebsmittel, das um eine Rotationsachse drehbar
ist, und einen Pleuel, der mit seinem ersten Pleuelgelenk am ersten Antriebsmittel
und mit seinem zweiten Pleuelgelenk an einem um eine Führungsachse schwenkbaren Führungselement
zum Führen des Pleuels angelenkt ist, umfasst, wobei die Positionierung der Rotationsachse
relativ zur Führungsachse über ein Stellsystem veränderbar ist, das über ein Ansteuersystem
der vorstehend beschriebenen Art angesteuert ist. Beim in der
EP 1 875 047 B1 beschriebenen Motorkonzept ist ein variabler Ventilhub im Wesentlichen dadurch ermöglicht,
dass eine Ventil-Antriebswelle einen Pleuel antreibt, wobei der Ventiltrieb ein ebenes
Koppelgetriebe mit vier Gliedern bzw. eine viergliedrige Drehgelenkkette umfasst.
Die Gelenke umfassen dabei die Ventil-Antriebsachse, die Führungsachse, um die das
Führungselement für den Pleuel schwenkbar ist, das erste Pleuelgelenk und das zweite
Pleuelgelenk. Die Drehgelenkkette umfasst als Glieder erstens die Verbindung zwischen
der Führungsachse und der Ventil-Antriebsachse (in der Regel durch den Zylinderkopf),
zweitens die Verbindung zwischen der Ventil-Antriebsachse und der Aufhängung des Pleuels
an seinem ersten Gelenk (im Allgemeinen durch einen Hubzapfen an der Ventilkurbel),
drittens die Verbindung zwischen dem ersten Pleuelgelenk und dem zweiten Pleuelgelenk
durch den Pleuel selbst und viertens die Verbindung zwischen dem zweiten Pleuelgelenk
und der Führungsachse durch das Führungselement. In dieser bevorzugten Ausführungsform
sind alle Elemente der genannten Drehgelenkkette formschlüssig miteinander verbunden,
so dass keine unabhängige Bewegung der Elemente gegeneinander möglich ist.
[0023] Die Steuerung des Ventils erfolgt bei diesem Ventiltrieb dadurch, dass eine im zweiten
Pleuelgelenk gelagerte und mit dem Pleuel geführte Drückrolle an die konturierte Kontaktfläche
eines Übertragungselements oder Schlepphebels angedrückt wird und auf dieser abrollt.
Der Schlepphebel wirkt seinerseits auf das Einlassventil ein. Beim Abrollen der am
Pleuelgelenk geführten Drückrolle auf der Konturfläche setzt der Schlepphebel die
Abrollbewegung auf Grund der Konturierung der Kontaktfläche in eine Schwenkbewegung
um, die das Ventil betätigt.
[0024] In diesem Ventiltrieb ist eine Variation des Ventilhubs dadurch möglich, dass die
Position der Ventil-Antriebsachse relativ zur Position anderer Achsen, insbesondere
relativ zur Position der Schwenkachse des Schlepphebels, veränderbar ist. Durch eine
Veränderung der Position der Ventil-Antriebsachse wird dabei die Abrollbewegung der
Drückrolle auf der konturierten Kontaktfläche verändert, und über eine entsprechende
Ausgestaltung der Konturierung kann die Veränderung der Achsenposition in eine Veränderung
des Ventilhubs umgesetzt werden. In besonders vorteilhafter Ausgestaltung wird dabei
das vorstehend beschriebene Ansteuersystem zur Veränderung der Position der Ventil-Antriebsachse
im genannten Ventiltrieb eingesetzt. Mit anderen Worten: In besonders bevorzugter
Ausgestaltung ist das Ausgangselement des vorstehend beschriebenen Ansteuersystems
zur Einstellung der Position der Ventil-Antriebsachse im beschriebenen Ventiltrieb
ausgestaltet und vorgesehen.
[0025] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die in Öffnungsrichtung des Drosselsystems gesehen lediglich kraftschlüssige, nicht
aber formschlüssige Kopplung von Eingangs- und Ausgangselement des Ansteuersystems
mit vergleichsweise einfachen Mitteln automatisierte Korrektureingriffe bei der Weitergabe
der in das Eingangselement eingeleiteten Gasbefehle des Bedieners über das Ausgangselement
an das Drosselsystem ermöglicht sind. Insbesondere kann dabei ein im Hinblick auf
einen optimierten Wirkungsgrad und Kraftstoffverbrauch vorzeitiger Vollgas-Befehl
des Fahrers identifiziert und zunächst teilweise und erst bei Überschreiten einer
Grenzdrehzahl vollständig an das Drosselsystem weitergegeben werden. Gerade in Anwendungsfällen,
bei denen verstärkt mit Vollgasbefehlen und entsprechenden Beschleunigungsphasen zu
rechnen ist, wie beispielsweise bei vergleichsweise leistungsschwachen oder kleinvolumigen
Verbrennungsmotoren, insbesondere beim Einsatz im Zweiradbereich, können durch die
geeignete Vorgabe der mechanischen Randbedingungen auf besonders einfache Weise bei
Lastwechseln besonders hohe Wirkungsgrade erreicht werden.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- FIG. 1
- ein Ansteuersystem für ein Drosselsystem eines Gaseinlasses, insbesondere zur Verwendung
in einem Verbrennungsmotor,
- FIG. 2
- das Ansteuersystem gemäß FIG. 1 im Längsschnitt,
- FIG. 3
- eine Explosionszeichnung des Ansteuersystems nach den FIG. 1, 2,
- FIG. 4, 5
- jeweils eine Detailansicht des Ansteuersystems gemäß FIG. 1, 2 in einem Teillastmodus,
- FIG. 6, 7
- das Ansteuersystem gemäß FIG. 1, 2 in einem Volllastmodus,
- FIG. 8
- das Ansteuersystem gemäß FIG. 1, 2 in einem Leerlaufmodus,
- FIG. 9
- ausschnittsweise einen Verbrennungsmotor,
- FIG. 10
- den Ventiltrieb des Verbrennungsmotors gemäß FIG. 9,
- FIG. 11
- einen Verbrennungsmotor mit variablem Ventilhub, der über das Ansteuersystem gemäß
FIG. 1, 2 einstellbar ist, und
- FIG. 12, 13
- den Verbrennungsmotor gemäß FIG. 11 in jeweils unterschiedlicher seitlicher Ansicht.
[0027] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0028] Das Ansteuersystem 1 gemäß den FIG. 1, 2, 3 ist für ein Drosselsystem eines Gaseinlasses
vorgesehen, mit dem ein über ein manuelles Bediensystem vorgebbarer Gasbefehl eines
Bedieners in eine den Einlass-Volumenstrom eines Gases in einen Gasraum bestimmende
Drosselstellung des Drosselsystems umsetzbar ist. Insbesondere ist das Ansteuersystem
1 dabei zur Verwendung in einem Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeugs vorgesehen,
bei dem das Drosselsystem des Gaseinlasses beispielsweise als Drosselklappensystem
oder auch als Ventiltrieb für die Einlassventile mit variablem Ventilhub ausgestaltet
ist.
[0029] Zur Anbindung an das für den Bediener oder Fahrer vorgesehene manuelle Bediensystem,
also insbesondere einen Gasgriff oder ein Gaspedal, weist das Ansteuersystem 1 dabei
eine Fixierhülse 2 auf, durch die in an sich gängiger Weise ein Seilzug geführt ist.
Der Seilzug ist dabei als herkömmlicher Gaszug ausgeführt und endseitig in üblicher
Weise mit dem manuellen Bedienelement, also mit dem Gaspedal oder dem Gasgriff, verbunden.
Zur Ankopplung des Gaszugs weist das Ansteuerelement 1 ein mit dem Gaszug verbindbares
Eingangselement 4 auf, in das der Gaszug mit seinem freien Ende beispielsweise eingehakt
sein kann. Im Ausführungsbeispiel ist das Eingangselement 4 als um eine Zentralachse
6 rotierbar gelagerte Seilzugscheibe 8 ausgeführt. Eine Betätigung des Gaszugs durch
den Bediener resultiert dabei in einer Rotation der Seilzugscheibe 8 um die Zentralachse
6. Sobald der Bediener den Gaszug wieder loslässt, erfolgt eine Rückstellung der Seilzugscheibe
8 in ihre Ruheposition über eine koaxial zur Zentralachse 6 angeordnete Rückholfeder
10.
[0030] Aus Sicherheitsgründen kann zudem auch noch ein weiterer Gaszug als Schließerzug
vorgesehen, wie er besonders bevorzugt bei einer Verwendung für Zweiräder zum Einsatz
kommt. Sollte dabei die Rückholfeder 10 nicht zu einer Rückstellung der Seilzugscheibe
8 in der Lage sein, so kann dies vom Fahrer im Notfall über diesen Schließerzug bewerkstelligt
werden. Ein derartiger Schließerzug wird allerdings in der Regel lediglich als Notfall-Funktion
eingesetzt, also bevorzugt mit reichlich Leerweg und Spiel bemessen, so dass eine
gegebenenfalls vorgesehene Leerlaufregelung im Normallfall zuverlässig funktionieren
kann.
[0031] Ausgangsseitig weist das Ansteuersystem 1 eine ebenfalls koaxial zur Zentralachse
6 gelagerte Abtriebsachse 12 auf, über die das Ansteuersystem 1 kraftflussseitig mit
dem Drosselsystem des Gaseinlasses verbindbar ist. Im Ausführungsbeispiel ist die
Abtriebsachse 12 dabei mit einem Schneckengewinde 14 versehen, über das eine Drehbewegung
der Abtriebsachse 12 mechanisch in entsprechende Anstellbewegungen für das Drosselsystem
umsetzbar ist. Selbstverständlich sind aber auch andere Ausführungsformen für die
mechanische Ankopplung der Abtriebsachse 12 an das Drosselsystem des Gaseinlasses
denkbar.
[0032] Die Abtriebsachse 12 ist ihrerseits über ein Ausgangselement 16 des Ansteuersystems
1 angetrieben. Das Ausgangselement 16, das im Ausführungsbeispiel als Zahnrad 18 ausgeführt
und ebenfalls koaxial zur Zentralachse 6 und damit auch koaxial zum Eingangselement
4 gelagert ist, treibt dabei im Ausführungsbeispiel ein Zwischenzahnrad 20 an, das
seinerseits in der Art eines Zwischengetriebes ein an der Abtriebswelle 12 befestigtes
Antriebszahnrad 22 antreibt. Über das von diesen Zahnrädern 20, 22 gebildete Zwischengetriebe
wird eine Rotationsbewegung des Ausgangselements 16 in eine ― über das Zwischengetriebe
entsprechend den vorgegebenen Randbedingungen unter- oder übersetzte ― Drehbewegung
der Abtriebswelle 12 umgesetzt. Das Zwischenzahnrad 20 und das von diesem gemeinsam
mit dem Antriebszahnrad 22 gebildete Zwischengetriebe sind im Ausführungsbeispiel
für eine Untersetzung der Drehbewegung des Ausgangselements 16 bei der Übertragung
auf die Abtriebsachse 12 vorgesehen; sie können natürlich auch entfallen, wenn eine
derartige Untersetzung nicht gewünscht ist, beispielsweise wenn das Ausgangselement
16 mit einer Drosselklappe eines Verbrennungsmotors verbunden werden soll.
[0033] Das Ansteuersystem 1 ist gezielt für eine vergleichsweise einfach automatisierbar
modifizierte Weitergabe der Gasbefehle des Bedieners an das nachgeschaltete Drosselsystem
ausgelegt. Insbesondere soll dabei der Erkenntnis Rechnung getragen werden, dass gerade
im Teil- und Wechsellastbetrieb und beim Einsatz vergleichsweise leistungsschwacher
und kleinvolumiger Motoren die Bediener oder Fahrer der Kraftfahrzeuge dazu neigen,
in den Beschleunigungsphasen als Gasbefehl "Vollgas" anzulegen. Gerade da im Teillastbereich
ein derartiger Vollgas-Zustand aber nicht notwendigerweise hinsichtlich Einströmgeschwindigkeiten,
Füllungsgrad und anderen charakteristischen Motorparametern optimal im Hinblick auf
eine besonders effiziente Brennstoffnutzung ist, wird hierdurch der Wirkungsgrad des
Verbrennungsmotors in unerwünschter Weise herabgesetzt und der insgesamt erzeugte
Kraftstoffverbrauch angehoben. Um dem auf besonders einfache Weise und damit kostengünstig
und mit gering gehaltenem apparativem Aufwand entgegenzuwirken, ist das Ansteuersystem
1 gezielt für eine modifizierte Weitergabe des vom Bediener über den Gaszug eingeleiteten
Gasbefehls an das Drosselsystem ausgelegt. Zu diesem Zweck ist im Ansteuerelement
1 das Ausgangselement 16, das über die Abtriebswelle 12 die Stellbefehle an das nachgeschaltete
Drosselsystem, also beispielsweise ein Drosselklappensystem oder auch einen variablen
Ventilhub, weitergibt, in Öffnungsrichtung lediglich kraft-, nicht aber formschlüssig
mit dem über den Gaszug unmittelbar betätigbaren Eingangselement 4 verbunden. Zur
Herstellung des Kraftschlusses ist dabei das Ausgangselement 16 über eine als Blockfeder
24 ausgeführte Zwischenfeder mit dem Eingangselement 4 verbunden.
[0034] Durch diese in Öffnungsrichtung des Drosselsystems gesehen kraftschlüssige Verbindung
von Eingangselement 4 und Ausgangselement 16 kann die Bewegung des Eingangselements
4 vom Ausgangselement 16 entkoppelt werden. Durch die Ausgestaltung des Kraftschlusses
über die Zwischenfeder 24 und über sonstige Bauteile und Komponenten kann dabei in
automatisierter Weise eine Modifikation des vom Fahrer vorgegebenen Gasbefehls bei
dessen Weiterleitung an das Drosselsystem vorgenommen werden. Im Ausführungsbeispiel
ist dabei die besonders bevorzugte Ausführungsform gezeigt, bei der auch die Zwischenfeder
24 koaxial zur Zentralachse 6 und damit koaxial mit dem Eingangselement 4 und mit
dem Ausgangselement 16 angeordnet ist. Auf Grund der koaxialen Anordnung und der kraftschlüssigen
Verbindung in Öffnungsrichtung miteinander sind das Eingangselement 4 und das Ausgangselement
16 in gewissen Grenzen unabhängig voneinander und gegeneinander um die Zentralachse
6 verdrehbar. Dies wird im Ansteuersystem 1 für eine besonders einfach gehaltene mechanisierte
Korrektur von Bedienfehlern des Fahrers über ein geeignetes Anschlagssystem für das
Ausgangselement 16 genutzt.
[0035] Zur Begrenzung seiner maximalen an die Abtriebswelle 12 weitergebbaren Öffnungsposition
ist das Ausgangselement 16 mit einem Anschlag 26 versehen, der im Ausführungsbeispiel
als am Zahnrad 18 angebrachte Halteplatte ausgeführt ist. Der Anschlag 26 wirkt dabei
mit einem Anschlagzapfen 28 zusammen. Der Anschlagzapfen 28 begrenzt dabei die Öffnung
des Drosselsystems, indem eine Bewegung oder Verdrehung des Ausgangselements 16 in
Öffnungsrichtung des Drosselsystems gesehen nur so lange zugelassen wird, bis der
Anschlag 26 an der Kontaktfläche des Anschlagzapfens 28 anliegt. Der Anschlagzapfen
28 ist dabei in seiner Position über einen im Ausführungsbeispiel als Linearsteller
ausgeführten Stellantrieb 30 verstellbar.
[0036] Die grundsätzliche Wirkungsweise des Ansteuersystems 1 und die gewünschte automatisierte
Korrektur von Bedienfehlern des Fahrers insbesondere in Form von an den aktuellen
Bewegungs- oder Belastungszustand des Verbrennungsmotors nicht angepassten "Vollgas"-Befehlen
ist dabei wie folgt: Eine Betätigung des Bedienelements, also insbesondere des Gaspedals
oder Gasgriffs, durch den Fahrer wird über den Gaszug auf das als Seilzugscheibe 8
ausgeführte Eingangselement 4 des Ansteuersystems 1 übertragen und resultiert in einer
Verdrehung des Eingangselements 4 um die Zentralachse 6, wobei der Verdrehwinkel dem
über den Gaszug eingebrachten Gasbefehl des Bedieners entspricht. Auf Grund der kraftschlüssigen
Kopplung des Eingangselements 4 an das Ausgangselement 16 über die Zwischenfeder 24
wird das Ausgangselement 16 zunächst vom Eingangselement 4 mitgenommen, so lange bis
der Anschlag 26 am Anschlagzapfen 28 anzuliegen beginnt. Von hier aus gesehen resultiert
eine weitere Verdrehung des Eingangselements 4 in einer zunehmenden Vorspannung der
Zwischenfeder 24, ohne dass aber eine weitere Bewegung des Ausgangselements 16 erfolgen
könnte.
[0037] Auf diese Weise wird der Gasbefehl des Fahrers nur teilweise, nämlich abhängig von
der aktuellen Position des Anschlagzapfens 28, in eine entsprechende Drehung des Ausgangselements
16 und damit in eine Ansteuerung des Drosselsystems umgesetzt. Erst wenn, beispielsweise
durch entsprechende Ansteuerung aus dem Motormanagement, die Position des Anschlagzapfens
28 über den Stellantrieb 30 verändert und damit eine größere Auslenkung oder Verdrehung
des Ausgangselements 16 zugelassen wird, resultiert der vom Bediener vorgegebene Gasbefehl
in einer zusätzlichen Öffnung des Drosselsystems; durch die vorgespannte Zwischenfeder
24 wird dabei der bereits anliegende, in der entsprechenden Drehung des Eingangselements
4 resultierende Gasbefehl des Bedieners an die Abtriebswelle 12 weitergegeben.
[0038] Im Ausführungsbeispiel wird die Position des Anschlagzapfens 28 über den Stellantrieb
30 abhängig von der Motordrehzahl eingestellt, wobei im Wesentlichen zwischen zwei
Zuständen "Teillast" oder "Teilgas" einerseits und "Volllast" oder "Vollgas" andererseits
unterschieden wird. Als Unterscheidungsmerkmal für die beiden genannten Betriebszustände
ist ein Drehzahlkriterium vorgesehen, wobei für Drehzahlen unterhalb einer vorgebbaren
Grenzdrehzahl der Zustand "Teillast" und oberhalb der Grenzdrehzahl der Zustand "Volllast"
durch geeignete Positionierung des Anschlagzapfens 28 eingestellt wird. Die Ansteuerung
ist dabei derart ausgeführt, dass der Anschlagzapfen 28 für Motordrehzahlen unterhalb
einer vorgebbaren Grenzdrehzahl auf eine erste Position (insbesondere entsprechend
einer anhand der Motorcharakteristik oder anderer Randbedingungen geeignet gewählten
"Teilgas"-Position für die Öffnung des Drosselsystems) eingestellt wird, so dass für
derartige niedrige Drehzahlen keine Vollgas-Befehle über das Ausgangselement an den
Verbrennungsmotor weitergegeben werden. Für Drehzahlen oberhalb der Grenzdrehzahl
wird der Anschlagzapfen 28 auf andere Positionen bis hin zu einer Maximalöffnungsposition
(vorzugsweise entsprechend einer "Volllast"-Position für die Öffnung des Drosselsystems)
gestellt, wobei die Einstellung der Position insbesondere kennfeldgesteuert abhängig
von der aktuellen Motordrehzahl und/oder anderen für den aktuellen Lastzustand charakteristischen
Parametern erfolgen kann.
[0039] Der Stellantrieb 30 ist dabei somit insbesondere im Bereich niedriger Drehzahlen
lediglich für eine vergleichsweise grobe Anstellung des Anschlagzapfens 28 und dessen
Positionierung im entsprechenden Betriebszustand ausgelegt. Im Bereich höherer Drehzahlen
ist eine betriebszustands- oder kennfeldabhängige Steuerung und Positionierung des
Anschlagzapfens 28 vorgesehen. Insgesamt gesehen kann der Stellantrieb 30 damit hinsichtlich
der Komponentenwahl und des apparativen Aufwands vergleichsweise einfach und damit
kostengünstig ausgeführt sein. Ein Beispiel für den Betriebszustand "Teillast", also
für Drehzahlen unterhalb der vorgegebenen Grenzdrehzahl von beispielsweise etwa 6000/min
ist dabei ― in jeweils unterschiedlicher Perspektive ― in den FIG. 4, 5 gezeigt. In
diesem Betriebszustand ist der Anschlagzapfen 28 durch geeignete Ansteuerung über
den Stellantrieb 30 in die Position "vollausgefahren" gestellt, so dass der Anschlag
26 des Ausgangselements 16 mit seiner Maximal-Anschlagsfläche 31 vergleichsweise frühzeitig
beim Öffnen mit dem Anschlagzapfen 28 in Kontakt kommt. Eine Verdrehung des Ausgangselements
16 in Öffnungsrichtung gesehen über die Anschlagsposition hinaus ist damit ausgeschlossen.
Durch die kraftschlüssige Verbindung des Eingangselements 4 oder der Seilzugscheibe
8 mit dem Ausgangselement 16 oder dem Zahnrad 18 kann bei Anliegen des Anschlags 26
am Anschlagzapfen 28 eine Relativbewegung von Eingangselement 4 und Ausgangselement
16 zueinander erfolgen. Bei voller Betätigung des Bedienelements, also beispielsweise
des Gaspedals oder Gasgriffs, durch den Bediener verharrt somit das Ausgangselement
16 in der durch den Anschlag 26 und den Anschlagzapfen 28 vorgegebenen Maximalposition,
wohingegen das Eingangselement 4 bis zu seinem maximalen Ausschlag vorgespannt werden
kann. Die dabei auftretende Relativbewegung, also die im Vergleich mit dem Ausgangselement
16 gesehen zusätzliche Verdrehung des Eingangselement 4, resultiert in einer entsprechenden
Vorspannung der Zwischenfeder 24.
[0040] Im Vergleich dazu ist im Betriebszustand "Volllast", der in den FIG. 6, 7 dargestellt
ist, der Anschlagzapfen 28 über eine entsprechende Ansteuerung des Stellantriebs 30
vergleichsweise weit eingefahren, so dass der Anschlag 26 mit seiner Maximal-Anschlagsfläche
31 in Öffnungsrichtung gesehen erst vergleichsweise spät am Anschlagzapfen 28 anschlägt.
Damit ist eine vergleichsweise weit gehende Öffnung des Ausgangselements 16 und damit
des von diesem angetriebenen Drosselsystems möglich. Der Übergang zwischen den beiden
genannten Lastzuständen wird dabei dadurch vollzogen, dass bei Erreichen der Grenzdrehzahl
das Motorsteuergerät ein entsprechendes Stellsignal an den Stellantrieb 30 ausgibt,
durch das der Anschlagzapfen 28 in seine "eingefahrene" Position gefahren wird. Die
auf Grund der unterschiedlichen Verdrehungen von Eingangselement 4 und Ausgangselement
16 vorgespannte Zwischenfeder 24 entspannt sich daraufhin und bewegt das Ausgangselement
16 in Öffnungsrichtung gesehen weiter, bis der Anschlag 26 wieder an dem nunmehr eingefahrenen
Anschlagzapfen 28 anliegt. Durch diese Systemauslegung ist selbst bei vom Fahrer vorgegebenem
Vollgasbefehl in automatisierter Weise und mit besonders einfachen Mitteln die Weitergabe
lediglich eines Teillastbefehls an das Drosselsystem ermöglicht, so lange bis von
der Motorsteuerung auf Grund der Erkennung eines erfüllten Kriteriums (beispielsweise
Drehzahl oberhalb der Grenzdrehzahl) der Gasbefehl "Vollgas" freigegeben ist.
[0041] Sollte dabei die Motordrehzahl trotz Vollgasbefehl (beispielsweise wegen einer Steigung)
wieder unter die im Steuergerät hinterlegte Grenzdrehzahl abfallen, so wird über das
Motormanagement der Stellantrieb 30 erneut angesteuert und positioniert den Anschlagzapfen
28 wieder in seiner voll ausgefahrenen, dem "Teillast"-Befehl entsprechenden Position.
Der Anschlagzapfen 28 kann dabei die durch die Vorspannung der Zwischenfeder 24 entgegenwirkende
Kraft "Überdrücken" und das Ausgangselement 16 in Schließrichtung bewegen, um situations-
und drehzahlabhängig das optimale Motordrehmoment zu erzeugen. Eine derartige Funktion,
also die künstliche Begrenzung der maximalen Öffnung eines Drosselsystems über die
geeignete Positionierung des Anschlagzapfens 28, kann in besonders vorteilhafter Ausgestaltung
und Anwendung auch zur vom Motormanagement steuerbaren Leistungsdrosselung des Motors
genutzt werden, die beispielsweise bei entsprechenden Beschränkungen für den Fahrer,
z. B. in Folge von Führerscheinklassen oder dergleichen, erforderlich sein kann.
[0042] In vorteilhafter Ausgestaltung ist das Ansteuersystem 1 zudem auch für eine Vorgabe
des Leerlaufzustands geeignet ausgestaltet. Dazu ist, wie unter anderem in FIG. 8
dargestellt einerseits der Anschlag 26 des Ausgangselements 16 zusätzlich zur Maximal-Anschlagsfläche
31 mit einer Minimal-Anschlagsfläche 32 versehen, die zur Begrenzung der minimalen
Öffnung des Drosselsystems mit einem im Ausführungsbeispiel als Anschlagzylinder ausgeführten
Minimal-Anschlagselement 33 zusammenwirkt. Andererseits ist der an sich eigentlich
zur Bildung des Maximal-Anschlagsystems vorgesehene Anschlagzapfen 28 zusätzlich für
eine weitere Vorgabe eines Leerlauf-Anschlagsystems ausgeführt. Um dabei für Maximal-
und Leerlaufanschlag, die in entgegengesetzten Bewegungsrichtungen des Ausgangselements
zur Begrenzung vorgesehen sind, jeweils geeignete Anschlagflächen bereitstellen zu
können, weist der Anschlagzapfen 28 einerseits eine an einen Grundkörper 34 angeformte
gewölbte Konturspitze 36 auf, deren gewölbte Oberfläche 38 die Kontaktfläche für die
Maximal-Anschlagsfläche 31 des Anschlags 26 bildet. Die Konturspitze 36 ist zudem
unter Bildung eines Überstands 40 gegenüber dem Grundkörper 34 ausgeführt, so dass
der dadurch gebildete umlaufende Kragen 42 die Kontaktfläche für einen am Ausgangselement
angeordneten, im Ausführungsbeispiel als Federblech ausgeführten Leerlaufanschlag
43 bilden kann.
[0043] Durch "Einhaken" des Leerlaufanschlags 43 am Kragen 42, also durch Anliegen des Leerlaufanschlags
43 an der Kontaktfläche am Anschlagzapfen 28, wird die Verdrehung des Ausgangselements
16 in Schließrichtung begrenzt. Damit ist unabhängig vom vom Bediener eingeleiteten
Gasbefehl immer eine minimale Öffnung des Drosselsystems gegeben. Der Anschlagzapfen
28 ist dabei, wie durch den Doppelpfeil 44 angedeutet, über den Stellantrieb 30 in
seiner Längsrichtung bewegbar; durch geeignete Positionierung des Anschlagzapfens
28 kann somit der Leerlauf des Motors unabhängig von Fahrervorgaben eingestellt werden.
Damit ist beispielsweise eine variable motorzustandsabhängige Leerlaufeinstellung
unmittelbar über das Motormanagement möglich, was beispielsweise für Warmlaufphasen
des Motors oder dergleichen genutzt werden kann.
[0044] Bei einer vom Fahrer vorgegebenen Gaswegnahme, also bei Rücknahme eines Vollgas-Befehls,
die üblicherweise vergleichsweise abrupt erfolgt, kann der motorisch angetriebene
Anschlagzapfen 28 möglicherweise diesem Gaswechselbefehl nicht unmittelbar oder nicht
schnell genug folgen. Daher ist als separates Leerlauf-Anschlagelement das Minimal-Anschlagelement
33 vorgesehen, das mit der entsprechenden Minimal-Anschlagsfläche 32 am Anschlag 26
zusammenwirkt. Sobald dann der Anschlagzapfen 28 nachrücken kann, kann die gewölbte
Oberfläche 38 der Konturspitze 36 auf Grund ihrer Formgebung am separaten, vorzugsweise
als federndes Blech am Ausgangelement 16 ausgeführten Leerlaufanschlag 43 vorbeigeführt
und mit ihrem rückwärtigen umlaufenden Kragen 42 mit dem Leerlaufanschlag 43 in Eingriff
gebracht werden.
[0045] Das Ansteuersystem 1 ist grundsätzlich für jegliche Systeme geeignet, bei denen abhängig
von einem aktuell ermittelten Betriebszustand und an diesen angepasst eine gezielte
und dosierte Gaseinspeisung in einen Gas- oder Brennraum erfolgen soll. In besonders
vorteilhafter Ausgestaltung wird das Ansteuersystem 1 aber für einen Verbrennungsmotor,
insbesondere in einem Kraftfahrzeug oder einem Zweirad, verwendet, wobei dessen Drosselsystem
für den Gaseinlass mit dem genannten Ansteuersystem 1 versehen ist. Dabei kann es
sich um einen Verbrennungsmotor herkömmlicher Bauart, also dessen Einlass-Strom durch
eine Drosselklappe oder ein Drosselklappensystem beeinflusst wird, handeln. In besonders
vorteilhafter Ausgestaltung wird das Ansteuersystem 1 aber in einem Verbrennungsmotor
mit variablem Ventilhub verwendet, wie er aus der
EP 1 875 047 B1 bekannt ist. Ein derartiger Verbrennungsmotor 50 mit zugeordnetem Ventiltrieb 52
ist in FIG. 9 in einem seitlichen Querschnitt gezeigt.
[0046] Im Bereich des Zylinderkopfs 54 des Verbrennungsmotors 50 ist der Ventiltrieb 52
angeordnet. Der Ventiltrieb 52 umfasst ein Antriebssystem 56 und ein Getriebe 58.
[0047] Nicht dargestellt in FIG. 9 sind weitere unterhalb des Zylinderkopfes 54 angeordnete
Teile des Verbrennungsmotors 50, wie beispielsweise Brennraum, Hubkolben und Kurbelwelle,
die in üblicher Weise angeordnet sind.
[0048] Das Antriebssystem 56 stellt eine Rotationsbewegung zur Verfügung. Die Rotationsbewegung
verläuft bevorzugt synchron zum Motorzyklus des Verbrennungsmotors 50, so dass eine
volle Rotation einem ganzen Motorzyklus entspricht, und besonders bevorzugt wird sie
von der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors 50 angetrieben. Das Getriebe 58 überträgt
die Rotationsbewegung des Antriebssystems 56 in eine Hubbewegung zur Betätigung eines
Ventils 60. Unter einer Betätigung des Ventils ist hierbei eine Hubbewegung des Ventils
60 zu verstehen, die das Ventil 60 öffnet bzw. schließt, und zwar vorzugsweise synchron
zum Motorzyklus.
[0049] Das Antriebssystem 56 umfasst ein Antriebszahnrad 62, ein Ventilkurbelzahnrad 64
und eine als eigentliches Antriebsmittel 65 des Ventiltriebs 52 vorgesehene Ventilkurbel
66. Das Antriebszahnrad 62 ist ortsfest im Zylinderkopf 54 drehbar um eine Antriebsachse
68 gelagert. Das Ventilkurbelzahnrad 64 ist starr mit der Ventilkurbel 66 verbunden.
Die Ventilkurbel 66 und das Ventilkurbelzahnrad 64 sind drehbar um eine Ventilkurbelachse
70 gelagert. Die Ventilkurbelachse 70 bildet somit eine Rotationsachse 71, um die
die Ventilkurbel 66 und damit das erste Antriebsmittel 65 drehbar ist.
[0050] Hier und im Folgenden ist unter dem Begriff "Achse" eine geometrische Achse bzw.
eine Rotationsachse zu verstehen. Obwohl der genaue Antriebsmechanismus des Antriebszahnrads
62 in FIG. 9 nicht dargestellt ist, ist jeder für eine Nockenwelle geeignete Antriebsmechanismus
auch für das Antriebszahnrad 62 geeignet, z. B. ein Getriebe, Kettentrieb, Kettenritzel,
Zahnriemen, Zahnrad oder Stirnradtrieb. Das Antriebszahnrad 62 wird von einer Kurbelwelle
des Verbrennungsmotors 50 angetrieben. Der Antrieb erfolgt synchron zum Motorzyklus,
d. h. eine volle Umdrehung des Antriebszahnrads 62 entspricht einem Motorzyklus. Bei
einem Viertaktmotor ist das der Fall, wenn die Übersetzung zwischen Kurbelwelle und
Antriebszahnrad 2:1 beträgt.
[0051] Das Antriebszahnrad 62 steht mit dem Ventilkurbelzahnrad 64 in Eingriff. Das Übersetzungsverhältnis
zwischen Antriebszahnrad 62 und Ventilkurbelzahnrad 64 beträgt hierbei 1:1. Somit
wird auch das Ventilkurbelzahnrad 64 synchron zum Motorzyklus angetrieben.
[0052] Am Hubzapfen der Ventilkurbel 66 ist ein Pleuel 72 angelenkt, d. h. über ein Gelenk
74 mit der Ventilkurbel 66 verbunden. Somit ist der Pleuel 72 um eine durch das Gelenk
74 definierte Rotationsachse um den Hubzapfen dreh- bzw. schwenkbar. Diese Rotationsachse
ist parallel und exzentrisch zur Ventilkurbelachse 70 angeordnet. Bei der hier gezeigten
Anordnung wird deutlich, dass der Pleuel 72 vorzugsweise mit dem Pleuelgelenk 74 exzentrisch
zur Ventilkurbelachse 70 an der Ventilkurbel 66 angelenkt ist, und/oder dass die Pleuelgelenke
74 Drehgelenke sind.
[0053] Weiterhin sind auf der Seite der Ventilkurbel 66, die bezüglich der Ventilkurbelachse
70 dem Hubzapfen gegenüberliegt, Ausgleichsgewichte angeordnet. Die Ausgleichsgewichte
dienen im Allgemeinen dazu, eine Unwucht der Ventilkurbel 66, die durch eine vom Pleuel
72 auf die Ventilkurbel 66 übertragene Kraft verursacht werden kann, teilweise auszugleichen.
Sie sind in Bezug auf die erste Rotationsachse gegenüber dem Pleuel 72 angeordnet
und dienen dazu, eine durch den Pleuel 72 verursachte Unwucht der Drehung der Ventilkurbel
zu vermindern.
[0054] Wie weiterhin in FIG. 9 gezeigt ist, umfasst der Pleuel 72 neben dem oben beschriebenen
ersten Gelenk 74 zusätzlich ein zweites Gelenk 76 sowie eine Pleuelstange bzw. einen
Pleuelkörper, der das erste Gelenk 74 und das zweite Gelenk 76 starr verbindet.
[0055] Der Pleuel 72 hat im Allgemeinen (also unabhängig von der beschriebenen Ausführungsform)
eine kurze Länge, d. h. eine Länge von weniger als 10 cm, bevorzugt von weniger als
5 cm. Unter der Länge des Pleuels 72 ist hierbei der Abstand zwischen dem ersten und
dem zweiten Pleuelgelenk 74 und 76 bzw. zwischen einer durch das erste Pleuelgelenk
74 definierten Achse und einer durch das zweite Pleuelgelenk 76 definierten Achse
zu verstehen. Die kurze Länge des Pleuels 72 erlaubt eine effiziente Bauraumausnutzung
und insbesondere eine geringe Bauhöhe des Ventiltriebs 52 sowie eine vorteilhafte
Kraftübertragung des Getriebes 58.
[0056] Um den Pleuel 72 zu führen, d. h. um beispielsweise ein freies Schwenken des Pleuels
30 um das erste Pleuelgelenk 74 einzuschränken oder zu verhindern, ist der Pleuel
72 mit seinem zweiten Gelenk 76 an ein Führungselement 80 angelenkt. Somit ist der
Pleuel 72 um eine durch das Gelenk 76 definierte Gelenkachse schwenkbar mit dem Führungselement
80 verbunden. Das Führungselement 80 ist weiterhin um eine Führungsachse 82 schwenkbar
gelagert. Die Lagerung des Führungselements 80 ist fest im Zylinderkopf 54 angeordnet.
Dadurch wird der Pleuel 72 geführt: Indem die Position des zweiten Pleuelgelenks 76
auf einen Radius um die Führungsachse eingeschränkt wird, wird ein freies Schwenken
des Pleuels 72 um das erste Pleuelgelenk 74 eingeschränkt bzw. verhindert.
[0057] Es stellt einen allgemeinen Aspekt der bevorzugten Ausführungsform dar, dass der
Ventiltrieb 52 ein ebenes Koppelgetriebe mit vier Gliedern bzw. eine viergliedrige
Drehgelenkkette umfasst. Die Gelenke umfassen hierbei vorzugsweise die Antriebsachse
68, die Führungsachse 82, das erste Pleuelgelenk 74, und das zweite Pleuelgelenk 76.
Weiterhin umfasst die Drehgelenkkette folgende Glieder: Erstens die Verbindung zwischen
der Führungsachse 82 und der Antriebsachse 68 (durch den Zylinderkopf 54); zweitens
die Verbindung zwischen der Antriebsachse 68 und der Aufhängung des Pleuels 72 an
seinem ersten Gelenk 74 (durch die Ventilkurbel 66); drittens die Verbindung zwischen
erstem Gelenk 74 und zweitem Gelenk 76 des Pleuels 72 (durch den Pleuel 72); und viertens
die Verbindung zwischen dem zweiten Gelenk 76 des Pleuels 72 und der Führungsachse
82 (durch das Führungselement 80).
[0058] Alle Elemente der oben beschriebenen Drehgelenkkette sind formschlüssig miteinander
verbunden, d. h., es ist keine unabhängige Bewegung der Elemente gegeneinander möglich,
bzw. ist keine unabhängige Bewegung der Elemente gegeneinander möglich, die den Ventilhub
wesentlich beeinflusst. Insbesondere ist durch die feste Lagerung der Führungsachse
82 im Zylinderkopf 54 und bei vorgegebener Position der Ventilkurbelachse 70 der Drehwinkel
der Ventilkurbel 66 der einzige wesentliche Freiheitsgrad der Bewegung der Drehgelenkkette.
Somit wird insbesondere die Bewegung bzw. die geometrische Anordnung von Pleuel 72
und Führungselement 80 durch den Drehwinkel der Ventilkurbel 66 bestimmt.
[0059] Weiterhin ist in FIG. 9 eine Rolle 84 dargestellt. Die Rolle 84 ist an der Gelenkverbindung
des zweiten Pleuelgelenks 76 mit dem Führungselement 80 drehbar befestigt. Die Verbindung
zwischen Rolle 84, Pleuel 72 und Führungselement 80 erfolgt durch einen mit dem Führungselement
80 starr verbundenen Übertragungsbolzen, auf dem sowohl der Pleuel 72 als auch die
Rolle 84 dreh- bzw. schwenkbar um die durch das Pleuelgelenk 76 definierte Achse gelagert
sind. Die Rolle 84 rollt auf einer konturierten Kontaktfläche 88 eines Schlepphebels
86 ab.
[0060] Durch die oben beschriebene Drehgelenkkette ist die Position bzw. die Bewegung der
Rolle 84 (abgesehen von einer Drehbewegung der Rolle 84 um ihre Rollachse) durch den
Drehwinkel der Ventilkurbel 66 festgelegt. Somit wird durch die Drehbewegung der Ventilkurbel
66 die Rolle 84 auf einer Führungsbahn bewegt. Die Führungsbahn definiert dabei insbesondere
eine Position der Rolle 84 in Abhängigkeit vom Drehwinkel der Ventilkurbel 66. Die
Führungsbahn ist dabei durch die Form und durch die geometrische Anordnung von Ventilkurbel
66, Pleuel 72 und Führungselement 80 vorgegeben. Im Ventiltrieb von FIG. 9 liegt die
Führungsbahn beispielsweise auf einem Kreissegment um die Führungsachse 82.
[0061] Der mit der Kontaktfläche 88 für die Rolle 84 versehene Schlepphebel 86 ist schwenkbar
um eine Schlepphebelachse 90 gelagert. Auf dem Schlepphebel 86 bildet die Kontaktfläche
88 eine Rolloberfläche, entlang der die Rolle 84 rollen kann. Hierbei ist der Begriff
"rollen" so zu verstehen, dass er immer auch ein Roll-Gleiten umfassen kann, d. h.
im Allgemeinen wird sich die Rolle 84 während ihrer Bewegung entlang der Rolloberfläche
um ihre Rollachse drehen, die Drehung kann aber dergestalt sein, dass auch eine teilweise
Gleitbewegung der Rolle 84 entlang der Rolloberfläche stattfindet. Dadurch können
Reibungsverluste minimiert werden. Dies ist insbesondere durch den weitgehenden Verzicht
auf gleitreibende Elemente zugunsten von rollreibenden Elementen möglich. Auch stellen
sich weniger kritische Bedingungen an die Schmierung des Ventiltriebs 52.
[0062] Der Schlepphebel 86 wird gegen die Rolle 84 gedrückt, so dass eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen Schlepphebel 86 und Rolle 84 herrscht. Allerdings wird durch ein
Halteelement 92 eine maximale Auslenkung des Schlepphebels 86 hin zur Rolle 84 vorgegeben,
so dass die Rolle 84 vom Schlepphebel 86 abheben kann, falls die Rolle 84 weiter vom
Schlepphebel 86 wegbewegt wird als es dieser Maximalauslenkung entspricht.
[0063] Durch den Kraftschluss zwischen Rolle 84 und Schlepphebel 86 gibt die Position der
Rolle 84 eine Schwenkposition des Schlepphebels 86 vor. Somit wird die Schwenkposition
des Schlepphebels 86 letztlich von dem Drehwinkel der Ventilkurbel 66 festgelegt.
Die genaue Relation zwischen dem Drehwinkel der Ventilkurbel 66 und der Schwenkposition
des Schlepphebels 86 hängt einerseits von der Gestalt der Führungsbahn der Rolle 84
und andererseits von der Kontur der Rolloberfläche 88 des Schlepphebels 86 ab.
[0064] Das Ventil 60 gemäß FIG. 9 umfasst einen zylindrischen Ventilschaft und einen Ventilteller.
Das Ventil 60 sitzt auf einem Ventilsitz 94 im Zylinderkopf auf und ist somit in Verschlussstellung
dargestellt. Das Ventil 60 ist über einen Federteller 96 mit einer Ventilfeder 98
verbunden; die Ventilfeder 98 ist im Zylinderkopf gelagert und drückt das Ventil 60
in eine Verschlussrichtung (d. h. nach oben in FIG. 9). Das Ventil 60 wird betätigt,
indem es durch eine Hubbewegung gegen die Kraft der Ventilfeder 98 entlang der Ventilachse
(gestrichelte Linie) nach unten gedrückt und somit geöffnet wird, und indem es anschließend
durch eine Senkbewegung entlang der Ventilachse wieder geschlossen wird.
[0065] Das Ventil berührt mit seinem Ventilschaft über ein Einstellelement 100 den Schlepphebel
86. Der Schlepphebel 86 ist so angeordnet, dass er das Ventil 60 öffnen kann, d. h.
in eine Öffnungsrichtung drücken kann. Umgekehrt wird das Ventil 60, solange es geöffnet
ist, mit der Kraft der Ventilfeder 98 gegen den Schlepphebel 86 gedrückt. Somit entsteht
die kraftschlüssige Verbindung sowohl zwischen Ventil 60 und Schlepphebel 86 als auch
zwischen Schlepphebel 86 und Rolle 84. Wenn das Ventil dagegen geschlossen ist und
im Ventilsitz 94 sitzt, kann die Ventilfeder 98 keine kraftschlüssige Verbindung zwischen
Ventil 60 und Schlepphebel 86 bzw. zwischen Schlepphebel 86 und Rolle 84 erzeugen.
Das Halteelement 92 ist so angeordnet, dass es als maximale Auslenkung des Schlepphebels
86 in etwa die Auslenkung vorgibt, die dem Schließen des Ventils 60 entspricht. Somit
kann der Schlepphebel 86 bzw. das Einstellelement 100 nicht vom Ventilschaft abheben,
selbst wenn das Ventil 60 geschlossen ist und kein Kraftschluss zwischen Ventil 60
und Schlepphebel 86 vorliegt. Um die oben beschriebene Wirkung des Halteelements 92
trotz üblicher Fertigungstoleranzen sicherzustellen, kann die Höhe des Einstellelements
100 angepasst werden. Hierzu wird das Einstellelement 100 aus einer Auswahl von Elementen
mit unterschiedlicher Höhe ausgewählt. Das Einstellelement 100 ist im Schlepphebel
86 so eingesetzt, dass es problemlos austauschbar ist.
[0066] Die Höhe des Einstellelements 100 sollte hierbei noch ein gewisses Ventilspiel erlauben,
das erwünscht bzw. notwendig ist, um Wärmeausdehnung und/oder Fertigungstoleranzen
der Bauteile zu kompensieren. Das Einstellelement 100 kann durch verschiedene weitere
Elemente realisiert werden, insbesondere durch ein Schraubelement auf dem Ventilschaft
oder durch ein Hydraulikelement (Hydrostössel).
[0067] Der Ventiltrieb 52 ist im Bereich des Zylinderkopfes 54 angeordnet, wie dies beispielhaft
in FIG. 9 gezeigt ist. Unter einer Anordnung im Bereich des Zylinderkopfes 54 ist
zu verstehen, dass die Ventilkurbel 66 grundsätzlich (d. h. in mindestens einer möglichen
Position der Rotationsachse 70 bzw. in mindestens einer Schwenkposition eines Schwenkrahmens)
auf der Zylinderkopfseite bezüglich der Trennfläche zwischen Motorblock und Zylinderkopf
54 gelagert ist. Selbst wenn im Verbrennungsmotor 50 ein Zylinderkopf 54 und ein Motorblock
nicht klar abgrenzbar sein sollten, kann eine solche Trennfläche beispielsweise durch
eine Fläche definiert werden, die durch den Kolbenboden des Hubkolbens definiert wird,
wobei der Hubkolben im Oberen Kolbentotpunkt liegt. Gemäß dieser Charakterisierung
entspricht der Ventiltrieb 52 einem Ventiltrieb mit obenliegender Nockenwelle ("overhead
camshaft"), wobei die Ventilkurbel 66 der Nockenwelle entspricht.
[0068] Die Funktionsweise des in FIG. 9 dargestellten Ventiltriebs 52 ergibt sich wie folgt:
Die Ventilkurbel 66 wird mittels des Antriebszahnrads 62 und des Ventilkurbelzahnrads
64 synchron zur Motortaktung gedreht.
[0069] Eine Drehbewegung der Ventilkurbel 66 um die Achse 70 bewirkt eine Hubbewegung des
Pleuels 72. Die Hubbewegung des Pleuels 72 bewirkt wiederum eine Schwenkbewegung des
Führungselements 80 um die Führungsachse 82. Gemeinsam mit der Hubbewegung des Pleuels
72 bzw. mit der Schwenkbewegung des Führungselements 80 wird die Rolle 84 periodisch
hin und her entlang ihrer Führungsbahn bewegt.
[0070] Solange der Schlepphebel 86 nicht am Anschlag 92 aufliegt, ist die Rolle 84 mit der
Rolloberfläche 88 des Schlepphebels 86 in kraftschlüssigem Berührungskontakt und rollt
dabei auf der Rolloberfläche 88 ab. Während der Bewegung der Rolle 84 entlang der
Rolloberfläche 88 in Richtung der Schlepphebelachse 90 drückt die Rolle 84 den Schlepphebel
86 nach unten und erzwingt somit eine Schwenkbewegung des Schlepphebels 86 hin zum
Ventil 60.
[0071] Die Bahn der Rolle 84 ist hierbei entlang ihrer Führungsbahn festgelegt. Durch den
Kraftschluss zwischen Rolle 84 und Schlepphebel 86 ist jeder Position der Rolle 84
auf ihrer Führungsbahn eine bestimmte Auslenkung des Schlepphebels 86 zugeordnet.
Diese Zuordnung ergibt sich durch die Konturform der Rolloberfläche 88 in Relation
zur Führungsbahn.
[0072] Der Schlepphebel 86 überträgt die von der Rolle 84 empfangene Drückkraft bzw. Auslenkung
auf das Ventil 60 und drückt das Ventil 60 dadurch in eine Öffnungsrichtung. Eine
Gegenkraft zu dieser Kraft wird durch die Ventilfeder 98 erzeugt. Gegen diese Kraft
verrichtet der Ventiltrieb 52 bzw. das Antriebssystem 56 des Ventiltriebs 52 Arbeit.
[0073] Während der umgekehrten Bewegung, d. h. der Rückbewegung der Rolle 84 weg von der
Schlepphebelachse 90, erlaubt die Rolle 84 eine Schwenkbewegung des Schlepphebels
86 weg vom Ventil 60. Somit kann die Ventilfeder 98 das Ventil 60 wieder schließen.
[0074] Durch den beschriebenen Mechanismus ordnet der Ventiltrieb 52 einem gegebenen Zeitpunkt
des Motorzyklus einen Drehwinkel der Ventilkurbel 66 zu; dieser legt wiederum eine
Position der Rolle 84 entlang ihrer Führungsbahn fest; diese legt wiederum eine Schwenkposition
des Schlepphebels 86 fest; dieser legt wiederum einen zugehörigen Ventilhub des Ventils
60 fest. Durch die beschriebene Wirkungskette ordnet der Ventiltrieb 52 jedem Zeitpunkt
des Motorzyklus einen Ventilhub zu. Der Ventiltrieb 52 lässt sich gemäß der obigen
Beschreibung in ein aktives Teilsystem und ein passives Teilsystem einteilen. Das
aktive Teilsystem lässt sich dadurch charakterisieren, dass der Bewegungszustand des
aktiven Teilsystems im Wesentlichen durch den Bewegungszustand der Ventilkurbel 66,
d. h. durch einen Drehwinkel der Ventilkurbel 66 und durch die Position der Ventilkurbelachse
70, festgelegt ist. Das passive Teilsystem lässt sich dagegen dadurch charakterisieren,
dass der Bewegungszustand des passiven Teilsystems neben dem Bewegungszustand der
Ventilkurbel 66 weitere wesentliche Freiheitsgrade aufweist, die den Ventilhub beeinflussen
können. Besonders bevorzugt sind die Ventilkurbel 66 bzw. das erste Antriebsmittel,
der Pleuel 72 und das Führungselement 80 dem aktiven Teilsystem zugeordnet. Weiterhin
ist vorzugsweise die Rolle 84 dem aktiven Teilsystem zugeordnet. Die Rotationsbewegung
der Rolle 84 stellt zwar einen vom Bewegungszustand der Ventilkurbel 66 unabhängigen
Freiheitsgrad dar, dieser ist jedoch nicht wesentlich für den Ventiltrieb 52 in dem
Sinne, dass er den Ventilhub nicht wesentlich beeinflusst. Weiterhin ist das Ventil
60 und gegebenenfalls der Schlepphebel 86 vorzugsweise dem passiven Teilsystem zugeordnet,
da diese Elemente nur kraftschlüssig mit dem aktiven Teilsystem verbunden sind. Daher
weisen sie prinzipiell weitere eigene Freiheitsgrade der Bewegung auf, die beispielsweise
bei extrem hohen Drehzahlen zu einem Lösen des Kraftschlusses führen könnten.
[0075] Jedoch ist es, wiederum unabhängig von der beschriebenen Ausführungsform, grundsätzlich
erwünscht, dass das passive System so beschaffen bzw. angeordnet ist, dass der Kraftschluss
bei den Drehzahlen, für die der Verbrennungsmotor 50 ausgelegt ist, weitgehend erhalten
bleibt. Dadurch kann ein Ventilflattern weitgehend vermieden werden. Hierzu ist es
ein bevorzugter Aspekt der Erfindung, dass die durch die Ventilfeder 98 beschleunigten
Massen bzw. die Massen des passiven Teilsystems weniger als 200 g, bevorzugt weniger
als 100 g betragen. Je nach Gestaltung des Ventiltriebs und je nach verwendeten Werkstoffen
sind diese Massen auf bis zu 90 g, auf bis zu 60 g oder sogar auf bis zu 50 g reduzierbar.
[0076] Eine Reduktion des Gewichts bis auf die untere genannte Gewichtsgrenze ist beispielsweise
durch Verwendung von Titan oder Stahlblech für das Ventil, von Aluminium oder Stahl
für den Federteller, durch Verwendung einer pneumatischen Feder als Ventilfeder möglich.
Eine zusätzliche Gewichtseinsparung kann erreicht werden, indem das Ventil als Hohlschaftventil
realisiert wird. Auch kann in verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen die per
Federkraft einer Ventilfeder zu bewegende Masse auf die Masse des Ventils 60, der
Ventilfeder 98 oder eines Teils (in der Regel der Hälfte) der Masse der Ventilfeder
98, des Federtellers 96 und des Schlepphebels 86 beschränkt werden.
[0077] Die Hubbewegung des Ventils gliedert sich typischerweise in mehrere verschiedene
Phasen, die im Einzelnen in der
EP 1 875 047 B1 erläutert sind; deren Offenbarungsgehalt wird explizit mit aufgenommen ("incorporation
by reference").
[0078] In dem in FIG. 9 dargestellten Ventiltrieb 52 kann die Position der Ventilkurbelachse
70 verändert werden. Dazu ist, wie der Darstellung gemäß FIG. 10 entnehmbar ist, zusätzlich
zu den in FIG. 9 gezeigten Elementen ein Schwenkrahmen 110 vorgesehen. Der Schwenkrahmen
110 besteht aus mehreren starr miteinander verbundenen Teilen. Er ist am Zylinderkopf
54 schwenkbar um die Schwenkachse gelagert, die identisch ist mit der in FIG. 9 gezeigten
Antriebsachse 68. Weiterhin ist die Ventilkurbel 66 in dem Schwenkrahmen 110 gelagert,
so dass ein Schwenken des Schwenkrahmens 110 ein Schwenken der Ventilkurbelachse 70,
d. h. eine Veränderung der Position der Ventilkurbelachse 70 entlang einer Kreisbahn
um die Schwenkachse 68 bewirkt.
[0079] Dadurch, dass die Schwenkachse und die Antriebsachse 68 identisch sind, wird gewährleistet,
dass die Position der Ventilkurbelachse 70 in jeder Schwenkposition des Schwenkrahmens
110 auf einem Kreissegment um die Antriebsachse 68 bleibt. Dadurch ist sichergestellt,
dass das um die Ventilkurbelachse 70 drehbar gelagerte Ventilkurbelzahnrad 64 und
das Antriebszahnrad 62 in jeder Schwenkposition des Schwenkrahmens 110 in Eingriff
bleiben.
[0080] Auf der rechten Seite des Schwenkrahmens 110 ist der Schwenktrieb 112 gezeigt. Er
umfasst ein mit dem Schwenkrahmen 110 starr verbundenes Zahnsegment 114, in das ein
Zahnrad 116 eingreift. Der Schwenkrahmen 110 kann geschwenkt werden, indem durch Drehen
des Zahnrads 116 das Zahnsegment 114 auf und ab bewegt wird. Entsprechend dieser Funktion
ist das Zahnsegment 114 entlang eines Kreissegments um die Schwenkachse 68 gekrümmt.
Unabhängig von der hier beschriebenen Ausführungsform ist es allgemein vorteilhaft,
wenn das Zahnrad 116 so angeordnet ist, dass es um die Schlepphebelachse 90 drehbar
ist. Dadurch wird eine kompakte Bauweise ermöglicht, aus der sich Vorteile sowohl
bezüglich des Bauraums als auch bezüglich der Steifigkeit der Konstruktion ergeben
können.
[0081] Weiterhin ist in FIG. 10 ein Schneckengetriebe 118 dargestellt, das ebenfalls Teil
des Schwenkbereichs 112 ist. Das Schneckengetriebe 118 steht mit dem Zahnrad 116 in
Eingriff und dient dazu, dieses zu drehen. Dadurch kann der Schwenkrahmen 110 geschwenkt
werden. Das Schneckengetriebe 118 ist an der Abtriebswelle 12 des Ansteuersystems
1 angeordnet und wird von dieser angetrieben.
[0082] Der Verbrennungsmotor 50 weist somit zusammenfassend einen Ventiltrieb 52 zur Betätigung
eines Einlassventils 60 auf, wobei der Ventiltrieb 52 ein erstes Antriebsmittel 65,
das um eine Rotationsachse 71 drehbar ist, und einen Pleuel 72, der mit seinem ersten
Pleuelgelenk 74 am ersten Antriebsmittel 65 und mit seinem zweiten Pleuelgelenk 76
an einem um eine Führungsachse 82 schwenkbaren Führungselement 80 zum Führen des Pleuels
72 angelenkt ist. Dabei ist die Positionierung der Rotationsachse 71 relativ zur Führungsachse
82 über ein Stellsystem veränderbar. Dieses Stellsystem wird in der bevorzugten Ausführungsform
nun über die Abtriebswelle 12 des Ansteuersystems 1 der oben genannten Bauweise angesteuert.
Der mit dem Ansteuersystem 1 versehene Verbrennungsmotor 50 ist in FIG. 11 im seitlichen
Schnitt und in den FIG. 12, 13 in perspektivischer Ansicht dargestellt.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 1
- Ansteuersystem
- 2
- Fixierhülse
- 4
- Eingangselement
- 6
- Zentralachse
- 8
- Seilzugscheibe
- 10
- Rückholfeder
- 12
- Abtriebsachse/-welle
- 14
- Schneckengewinde
- 16
- Ausgangselement
- 18
- Zahnrad
- 20
- Zwischenzahnrad
- 22
- Antriebszahnrad
- 24
- Blockfeder
- 26
- Anschlag
- 28
- Anschlagzapfen
- 30
- Stellantrieb
- 31
- Maximal-Anschlagsfläche
- 32
- Minimal-Anschlagsfläche
- 33
- Minimal-Anschlagelement
- 34
- Grundkörper
- 36
- Konturspitze
- 38
- gewölbte Oberfläche
- 40
- Überstand
- 42
- Kragen
- 43
- Leerlaufanschlag
- 44
- Doppelpfeil
- 50
- Verbrennungsmotor
- 52
- Ventiltrieb
- 54
- Zylinderkopf
- 56
- Antriebssystem
- 58
- Getriebe
- 60
- Ventil
- 62
- Antriebszahnrad
- 64
- Ventilkurbelzahnrad
- 65
- Antriebszahnrad
- 66
- Ventilkurbel
- 68
- Antriebsachse
- 70
- Ventilkurbelachse
- 71
- Rotationsachse
- 72
- Pleuel
- 74
- erstes Gelenk
- 76
- zweites Gelenk
- 80
- Führungselement
- 82
- Führungsachse
- 84
- Rolle
- 86
- Schlepphebel
- 88
- Kontaktfläche
- 90
- Schlepphebelachse
- 92
- Halteelement
- 94
- Ventilsitz
- 96
- Federteller
- 98
- Ventilfeder
- 100
- Einstellelement
- 110
- Schwenkrahmen
- 112
- Schwenktrieb / Schwenkbereich
- 114
- Zahnsegment
- 116
- Zahnrad
- 118
- Schneckengetriebe
1. Ansteuersystem (1) für ein Drosselsystem eines Gaseinlasses, mit dem ein über ein
manuelles Bediensystem vorgebbarer Gasbefehl eines Bedieners in eine den Einlass-Volumenstrom
eines Gases in einen Gasraum bestimmende Drosselstellung des Drosselsystems umsetzbar
ist, bei dem ein mit dem manuellen Bediensystem verbindbares Eingangselement (4) mit
einem auf das Drosselsystem wirkenden Ausgangselement (16) in einer Öffnungsrichtung
kraftschlüssig verbunden ist.
2. Ansteuersystem (1) nach Anspruch 1, dessen Eingangselement (4) über eine Zwischenfeder
(24) mit dem Ausgangselement (16) verbunden ist.
3. Ansteuersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2, dessen Eingangselement (4) als Seilzugscheibe
(8) ausgeführt ist.
4. Ansteuersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dessen Ausgangselement (16) als
Zahnrad (18) ausgeführt ist.
5. Ansteuersystem (1) nach Anspruch 3 in Verbindung mit Anspruch 4, bei dem das Eingangs-
und das Ausgangselement (4, 16) koaxial und verdrehbar zueinander gelagert sind.
6. Ansteuersystem (1) nach Anspruch 5, bei dem das Eingangs- und das Ausgangselement
(4, 16) über eine koaxial zum Eingangselement (4) gelagerte Blockfeder (24) kraftschlüssig
miteinander verbunden sind.
7. Ansteuersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dessen Ausgangselement (16) zur
Begrenzung der maximalen Öffnung des Drosselsystems mit einem Anschlag (26) versehen
ist, der mit seiner Maximal-Anschlagsfläche (31) mit einem über einen Stellantrieb
(30) in seiner Position verstellbaren Anschlagzapfen (28) zusammenwirkt.
8. Ansteuersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dessen Ausgangselement (16) zur
Begrenzung der minimalen Öffnung des Drosselsystems mit einem Anschlag (26) versehen
ist, der mit seiner Minimal-Anschlagsfläche (32) mit einem Minimal-Anschlagelement
(33) zusammenwirkt.
9. Ansteuersystem (1) nach Anspruch 7 oder 8, dessen Anschlagzapfen (28) eine an einen
Grundkörper (34) angeformte gewölbte Konturspitze (36) aufweist, die mit ihrem durch
einen Überstand (46) gegenüber dem Grundkörper (34) gebildeten umlaufenden Kragen
(42) eine Kontaktfläche für einen Leerlauf-Anschlag (43) bildet.
10. Verbrennungsmotor (50), insbesondere für ein Kraftfahrzeug, dessen Drosselsystem für
den Gaseinlass mit einem Ansteuersystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 versehen
ist.
11. Verbrennungsmotor (50) nach Anspruch 10, bei dem der zur Positionsverstellung des
den Öffnungsbereich des Ausgangselements (16) begrenzenden Anschlagzapfens (28) vorgesehene
Stellantrieb (30) in Abhängigkeit von der Motordrehzahl angesteuert ist.
12. Verbrennungsmotor (50) nach Anspruch 11, bei dem die Ansteuerung des Stellantriebs
(30) derart ausgeführt ist, dass der Anschlagzapfen (28) für Motordrehzahlen unterhalb
einer vorgebbaren Grenzdrehzahl auf eine erste Position und für Drehzahlen oberhalb
der Grenzdrehzahl auf eine zweite Position gestellt wird.
13. Verbrennungsmotor (50) mit einem Ventiltrieb (52) zur Betätigung eines Einlassventils
(60), wobei der Ventiltrieb (52) ein erstes Antriebsmittel (65), das um eine Rotationsachse
(71) drehbar ist, und einen Pleuel (72), der mit seinem ersten Pleuelgelenk (74) am
ersten Antriebsmittel (65) und mit seinem zweiten Pleuelgelenk (76) an einem um eine
Führungsachse (82) schwenkbaren Führungselement (80) zum Führen des Pleuels (72) angelenkt
ist, umfasst, wobei die Positionierung der Rotationsachse (71) relativ zur Führungsachse
(82) über ein Stellsystem veränderbar ist, das über ein Ansteuersystem (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 9 angesteuert ist.
14. Verbrennungsmotor (50) nach Anspruch 13, bei dem der Pleuel (72) des Ventiltriebs
(52) über ein Drückelement (84) auf eine konturierte Kontaktfläche (88) eines um eine
Hebelachse (90) schwenkbar gelagerten Schlepphebels (86) wirkt, der seinerseits zur
Betätigung des Einlassventils (60) auf dieses einwirkt, wobei der Ventilhub des Einlassventils
(60) infolge der Konturierung der Kontaktfläche (88) abhängig von der Positionierung
der Rotationsachse (71) relativ zur Hebelachse (90) veränderbar ist.