[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine
aus Stahl für die Herstellung eines warmgeformten Bauteils gemäß den Merkmalen im
Oberbegriff von Patentanspruch 1 sowie eine Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten
Platine aus Stahl für die Herstellung eines warmgeformten Bauteils gemäß den Merkmalen
im Oberbegriff von Patentanspruch 4.
[0002] Die Herstellung warmgeformter Bauteile basiert auf der plastischen Umformung zumeist
flächiger Halbzeuge. Gegenüber der Kaltumformung bei Raumtemperatur trägt die vorherige
Erwärmung insbesondere metallischer Halbzeuge dazu bei, dass diese keine unerwünschte
Verfestigung mit verminderter Zähigkeit im Umformbereich erhalten. Darüber hinaus
erleichtert die Erwärmung insgesamt die gezielte Formänderung des Halbzeugs, da durch
die im erwärmten Zustand herabgesetzten Festigkeiten des verwendeten Werkstoffs etwaige
Scher- oder Trennbrüche weitestgehend verhindert werden.
[0003] Insbesondere in der Automobilindustrie bilden Platinen aus Stahl die Grundlage zur
Fertigung von Karosserie- oder Strukturbauteilen. Neben dem erforderlichen Schutz
vor Korrosion entsteht dabei aus ökologischer sowie ökonomischer Sicht ein zunehmender
Bedarf an hochfesten Bauteilen, welche ein sehr günstiges Verhältnis von Festigkeit
zu Gewicht aufweisen. Deren mechanische Widerstandsfähigkeit lässt sich in bekannter
Weise erhöhen, indem das Material durch Erwärmen und anschließendes rasches Abkühlen
gehärtet wird. Die hierfür ursächliche Positionsänderung der Kohlenstoffatome im Metallgitter
beginnt mit Erreichen der Austenitisierungstemperatur, wobei die nachfolgende Abkühlung
zu einem martensitischen Härtegefüge führt und damit die Festigkeit des umgeformten
Bauteils deutlich erhöht. Die hierfür erforderliche Abkühlgeschwindigkeit ist abhängig
von der jeweils verwendeten Legierung.
[0004] Im Zusammenhang mit der Verwendung dünnwandiger Platinen aus Stahl haben sich das
wirtschaftliche Form- oder Presshärten als Verfahren zur Warmumformung von Blechen
etabliert. Hierbei wird die erwärmte Platine in ein formgebendes Werkzeug eingelegt,
in welchem sie umgeformt und durch Abkühlung gehärtet wird. Um ein Entkohlen und Oxidieren
des Stahls während der Erwärmung zu verhindern, kann diese in einer kontrollierten
Atmosphäre, beispielsweise unter Stickstoff, erfolgen. Demgegenüber kann die Erwärmung
auch in Umgebungsluft stattfinden, sofern die Platine vor ihrer Erwärmung eine geeignete
Beschichtung erhält.
[0005] Durch die
US 2007/163685 A1 ist ein Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine aus Stahl für die
Herstellung eines warmgeformten Bauteils bekannt, wobei die mit einer Beschichtung
versehene Platine in einem Ofen erwärmt wird und die Atmosphäre innerhalb des Ofens
durch die Zufuhr vorbehandelter Luft kontrolliert wird. Die Luft wird vorbehandelt,
indem sie vor ihrer Zufuhr getrocknet wird, indem ihr Wasserstoffgehalt vorzugsweise
auf unter 1 % gesenkt und der Taupunkt auf maximal 10 °C beschränkt wird.
[0006] Durch die
DE 26 36 639 A1 zählt ein Wärmebehandlungsofen zum Stand der Technik. Dieser ist geeignet zur Erwärmung
von vorbeschichteten Platinen aus Stahl zur Herstellung von warmgeformten Bauteilen.
Der Ofen umfasst wenigstens eine Zuleitung, welche mit einem beheizbaren Innenraum
des Ofens verbunden ist, wobei die Zuleitung zwischen einer Trockenanordnung, einem
Verdichter und dem Innenraum des Ofens angeordnet ist. Dem Innenraum ist über die
Trockenanordnung vorbehandelte Luft durch die Zuleitung hindurch zuführbar.
[0007] Aus der
EP 1 013 785 B1 geht ein Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine aus Stahl hervor,
wobei die Beschichtung aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung, beispielsweise
aus Aluminium und Silizium, besteht. Die mit der Beschichtung versehene Platine wird
zunächst in einem Ofen erwärmt, wodurch zumindest bereichsweise eine intermetallische
Legierungsschicht auf der Platine ausgebildet wird. Die Legierungsschicht ist dabei
zwischen der Oberfläche der Platine und der auf dieser angeordneten Beschichtung ausgebildet.
Die Erwärmung erfolgt auf eine Temperatur zwischen 750 °C und 1.200 °C, wobei die
Atmosphäre im Innenraum des Ofens aufgrund der durch die Beschichtung gebildeten Oxidationsbarriere
keine Kontrolle erfordert. Durch anschließende Kühlung des warmgeformten Bauteils
werden dessen mechanische Härteeigenschaften erhöht.
[0008] Die durch die Beschichtung und insbesondere durch die gebildete intermetallische
Legierung vermiedene Korrosion und Entkohlung des Stahls verhindert die Bildung von
Zunder, welcher zu einer schnellen Abnutzung der formgebenden Werkzeuge führt. Darüber
hinaus bildet die intermetallische Legierung insbesondere bei hohen Temperaturen eine
Schmierfunktion, welche die Umformung erleichtert.
[0009] Grundsätzlich ist die als passiver Korrosionsschutz wirkende Eigenschaft von Oxiden
auf der Oberfläche von Metallen bekannt. Um deren positive Eigenschaft auch auf der
Oberfläche der Beschichtung zu erhalten, ist der Zutritt von Luftsauerstoff während
der Erwärmung gewünscht. Demgegenüber bildet der auf natürliche Weise in Umgebungsluft
enthaltende Stickstoff zusammen mit der aus Aluminium oder aus einer Legierung aus
Aluminium und Silizium gebildeten Beschichtung überaus harte Ablagerungen, welche
auf dem Umformwerkzeug haften bleiben. Um die Qualität der zu fertigenden Bauteile
in Bezug auf deren Oberfläche nicht zu verringern, sind entsprechende Werkzeugreinigungen
erforderlich. Neben den sich daraus zwangsläufig ergebenden Stillstands- sowie Rüst-
und Instandhaltungszeiten verlangen die harten Ablagerungen ein Abschleifen der formgebenden
Werkzeugbereiche, was deren Abnutzung deutlich erhöht. Aufgrund der erwärmten Ofenatmosphäre
ist der darin enthaltende Sauerstoffanteil zumindest bereichsweise herabgesetzt, wodurch
auch die Ausbildung der gewünschten Oxidschicht auf der Beschichtung zumindest eingeschränkt
ist. So kann sich die der Anhaftung der Beschichtung an dem Formwerkzeug entgegenwirkende
Oxidschicht nicht vollends ausbilden, was zur zusätzlichen Entstehung der Ablagerungen
beiträgt.
[0010] Des Weiteren führt die nicht voll entwickelte und sich somit zum Teil ablösende Aluminiumoxidschicht
zu einer erhöhten Staubbildung, welche insbesondere bei den geführten und/oder gelagerten
Bestandteilen des Umformwerkzeugs zu einem erhöhten Verschleiß durch Abrasion führt.
Folglich unterliegen beispielsweise die Führungen von Schiebern sowie Bremsen des
Umformwerkzeugs ebenfalls einem erhöhten Verschleiß. Aufgrund der unkontrollierten
Atmosphäre innerhalb des Ofens weist dieser einen entsprechenden Wasseranteil in Form
von Wasserdampf auf, welcher aus dem Austausch mit der Umgebungsluft resultiert. Die
Aufspaltung des Wassers durch die thermische Belastung innerhalb des Ofens führt zu
einem erhöhten Anteil an Wasserstoff, welche in unerwünschter Weise eine etwaige Wasserstoffversprödung
des Stahls begünstigt. Auch die aus wirtschaftlicher Sicht vorteilhaften kleinen Öffnungen
des Ofens für dessen Beschickung sowie die Entnahme bewirken, dass nur ein geringer
Anteil an Luftsauerstoff in den Ofen gelangt, wodurch ebenfalls die Ausbildung der
vorteilhaften Oxidschicht auf der Beschichtung eingeschränkt ist.
[0011] Im Ergebnis bietet somit die ansonsten vorteilhafte Erwärmung vorbeschichteter Platinen
noch Raum für Verbesserungen.
[0012] Der Erfindung liegt, ausgehend vom Stand der Technik, die Aufgabe zugrund, ein Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten Stahlplatine unter Ausbildung
einer Legierungsschicht für die Herstellung warmgeformter Karosserie- und Strukturbauteile
dahingehend zu verbessern, dass der Verschleiß des Warmformwerkzeugs durch Ablagerungen
sowie Abrasion reduziert wird und eine ausreichende Oxidierung der Beschichtung bei
gleichzeitig verringerter Gefahr einer Wasserstoffversprödung wirtschaftlich ermöglicht
wird.
[0013] Die Lösung des verfahrensmäßigen Teils der Aufgabe besteht nach der Erfindung in
einem Verfahren zu Erwärmung einer vorbeschichteten Platine aus Stahl für die Herstellung
eines warmgeformten Bauteils gemäß den Merkmalen von Patentanspruch 1.
[0014] Die Lösung des gegenständlichen Teils der Aufgabe besteht nach der Erfindung in einer
Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine aus Stahl für die Herstellung
eines warmgeformten Bauteils gemäß den Merkmalen von Patentanspruch 4.
[0015] Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweils abhängigen Patentansprüche.
[0016] Hiernach wird zunächst ein Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine
aus Stahl für die Herstellung eines warmgeformten Bauteils, insbesondere für die Herstellung
eines warmgeformten Karosserie- oder Strukturbauteils, aufgezeigt, wobei die mit einer
Beschichtung versehene Platine in einem Ofen auf eine Temperatur von 700°C bis 950°C
erwärmt wird. Durch die Erwärmung wird zumindest bereichsweise eine intermetallische
Legierungsschicht auf der Platine ausgebildet. Erfindungsgemäß wird die Atmosphäre
innerhalb des Ofens durch die Zufuhr vorbehandelter Luft kontrolliert, wobei die Luft
vorbehandelt wird, indem sie vor ihrer Zufuhr getrocknet wird, wobei die Luft nach
ihrer Trocknung auf eine Temperatur von 100°C bis 500°C erwärmt wird und die getrocknete
Luft dem Ofen unter Überdruck zugeführt wird, wobei der Druck der getrockneten Luft
auf einen Wert zwischen dem atmosphärischen Druck und einschließlich 8 bar eingestellt
wird sowie der Taupunkt der getrockneten Luft auf einen Wert von -40°C bis -10°C eingestellt
wird.
[0017] Der besondere Vorteil besteht in der Herabsetzung des Anteils von gelöstem Wasser
in Form von Wasserdampf innerhalb der Ofenatmosphäre. Da somit weniger aufspaltbares
Wasser in der Atmosphäre des Ofens vorliegt, wird folglich auch die Abspaltung von
Wasserstoff reduziert. Durch die Herabsetzung des Anteils an Wasserstoff in der Ofenatmosphäre
wird der etwaigen Wasserstoffversprödung der Stahlplatine durch in den Werkstoff eindringenden
Wasserstoff reduziert. Gegenüber der Zufuhr von Stickstoff wird durch die Zufuhr von
getrockneter Umgebungsluft der Anteil an Sauerstoff innerhalb der Ofenatmosphäre erhöht,
wodurch die gewünschte Ausbildung der Oxidschicht auf der Beschichtung verbessert
wird. Die somit gut ausgebildete Oxidschicht reduziert die Anhaftung der Beschichtung
auf den formgebenden Bereichen des Umformwerkzeugs. Weiterhin wird durch die gut ausgebildete
Oxidschicht deren Ablösung und die daraus resultierende Staubbildung verringert, so
dass auch die damit einhergehende Abrasion bewegter sowie gelagerte Teile des Umformwerkzeugs
reduziert wird.
[0018] Bei der Beschichtung handelt es sich vorzugsweise um eine Aluminiumbeschichtung,
insbesondere eine Aluminium-Silizium-Beschichtung. Im Rahmen der Erfindung wird die
vorbeschichtete Platine auf eine Temperatur von 700 °C bis 950 °C, insbesondere auf
eine Austenitisierungstemperatur AC3, erwärmt und nach deren Umformung in dem Umformwerkzeug
durch Abkühlung gehärtet. Auch wenn die Abkühlung außerhalb des Umformwerkzeugs erfolgen
kann, wird die Abkühlung bevorzugt innerhalb des Umformwerkzeugs durchgeführt.
[0019] Vorzugsweise besteht die Platine aus einer Stahllegierung mit einem Kohlenstoffanteil
von 0,15 Gew.-% bis 2,0 Gew.-%. Insbesondere bietet sich für die Platine eine Stahllegierung
an, welche folgende Anteile ihrer Legierungspartner in Gewichtsprozenten ausgedrückt
aufweist:
| Kohlenstoff (C): |
0,18 Gew.-% bis 0,30 Gew.-% |
| Silizium (Si): |
0,10 Gew.-% bis 0,70 Gew.-% |
| Mangan (Mn): |
1,00 Gew.-% bis 2,50 Gew.-% |
| Chrom (Cr): |
0,10 Gew.-% bis 0,80 Gew.-% |
| Molybdän (Mo): |
0,10 Gew.-% bis 0,50 Gew.-% |
| Titan (Ti): |
0,02 Gew.-% bis 0,05 Gew.-% |
| Bor (B): |
0,002 Gew.-% bis 0,005 Gew.-% |
| Aluminium (Al): |
0,01 Gew.-% bis 0,06 Gew.-% |
| Schwefel (S): |
maximal 0,01 Gew.-% |
| Phosphor (P): |
maximal 0,025 Gew.-% |
| Rest: |
Eisen, einschl. erschmelzungsbedingter Verunreinigungen |
[0020] Alternativ hierzu sieht die Erfindung vor, dass die Platine beispielsweise folgende
Anteile ihrer Legierungspartner aufweist:
| Kohlenstoff (C): |
0,19 Gew.-% bis 0,25 Gew.-% |
| Silizium (Si): |
0,15 Gew.-% bis 0,50 Gew.-% |
| Mangan (Mn): |
1,10 Gew.-% bis 1,40 Gew.-% |
| Phosphor (P): |
maximal 0,025 Gew.-% |
| Schwefel (S): |
maximal 0,015 Gew.-% |
| Chrom (Cr): |
maximal 0,35 Gew.-% |
| Molybdän (Mo): |
maximal 0,35 Gew.-% |
| Titan (Ti): |
0,02 Gew.-% bis 0,05 Gew.-% |
| Bor (B): |
0,002 Gew.-% bis 0,005 Gew.-% |
| Aluminium (Al): |
0,02 Gew.-% bis 0,06 Gew.-% |
| Rest: |
Eisen, einschl. erschmelzungsbedingter Verunreinigungen |
[0021] Die getrocknete Luft wird dem Ofen unter Überdruck zugeführt. Durch die Einstellung
des gewünschten Überdrucks kann die gewünschte Menge an vorbehandelter Luft, insbesondere
getrockneter Luft, welche dem Ofen zugeführt wird, kontrolliert werden. Der Druck
der getrockneten Luft kann bei ihrer Zuführung in den Ofen auf einen Wert zwischen
dem atmosphärischen Druck und einschließlich 8 bar eingestellt werden. Bevorzugt wird
der Druck der getrockneten und dem Ofen zuzuführenden Luft auf einen Wert zwischen
dem atmosphärischen Druck und einschließlich 6 bar eingestellt. Durch die Vorgabe
des Luftdrucks, näherhin des Überdrucks, der zuzuführenden getrockneten Luft ist sichergestellt,
dass eine bestimmte Menge gewünschter Elemente, insbesondere Sauerstoff (O
2) während der Erwärmung der vorbeschichteten Platine vorhanden ist. Zudem kann insbesondere
bei einem Überdruck von 6 bar der in bekannter Weise vorhandene Netzdruck vorhandener
Druckluftleitungen ohne etwaige Druckluft-Höherverdichtung genutzt werden, um die
gewünschte Zuführung in den Ofen zu realisieren. Hierdurch kann auf in aller Regel
vorhandene Einrichtungen und Einstellgrößen zurückgegriffen werden. Der Vorteil liegt
in einem möglichst geringem Aufwand und somit wirtschaftlicher Nutzung vorhandener
Komponenten sowie Größen.
[0022] Ein weiterer Vorteil des Überdrucks wird in dem Verdrängen von Umgebungsluft sowie
von etwaigen Abbrandprodukten aus der Ofenatmosphäre gesehen. So wird insbesondere
bei hohen Umgebungstemperaturen die dabei mit einem erhöhten Anteil an Feuchtigkeit
versehene Umgebungsluft in vorteilhafter Weise aus der Ofenatmosphäre heraus verdrängt.
Durch das weitere Nachführen von in ihrem Feuchtegehalt kontrollierter Luft wird somit
die gewünschte Ofenatmosphäre eingestellt.
[0023] Im Gegensatz zur Kontrolle der Atmosphäre mittels Zufuhr von Stickstoff (N
2) kann etwaige vorhandene Infrastruktur zudem reduziert werden, was im Ergebnis zu
geringen Betriebskosten führt. Hierbei würden beispielsweise eine etwaige vorhandene
Stickstoff-Aufbereitung sowie eine entsprechende Filtration überflüssig.
[0024] Durch die Trocknung der Luft wird deren Taupunkt auf einen Wert von - 40 °C bis-10
°C eingestellt werden. Grundsätzlich wird bei einem Wert für den Taupunkt der getrockneten
Luft von mindestens - 10 °C eine gute Wirtschaftlichkeit erreicht. Durch die Spanne
für den Wert des Taupunkts der getrockneten Luft zwischen - 40 °C und-10 °C wird grundsätzlich
eine gute Qualität im Einklang mit gerechtfertigten Kosten für den damit einhergehenden
Aufwand erreicht.
[0025] Der Taupunkt selbst gibt den Wert für die Temperatur wieder, ab welchem die als Wasserdampf
in der Luft gelöste Feuchtigkeit als Kondensat ausfällt. Die Fähigkeit von Luft, Wasser
in Form von Wasserdampf aufzunehmen, hängt insgesamt von deren Temperatur ab. So ist
insbesondere in den Sommermonaten bei entsprechend hoher Lufttemperatur deren Aufnahmefähigkeit
für Feuchtigkeit erhöht. Mit anderen Worten ist warme Luft in der Lage, mehr Feuchtigkeit
aufzunehmen, wohingegen kalte Luft weniger Feuchtigkeit enthalten kann. So ist bei
jeweils 100 % Sättigung der Luft mit Wasserdampf in warmer Luft mehr Wasser enthalten
als in kalter Luft.
[0026] Unabhängig von der Temperatur der Luft kann durch deren Trocknung folglich der jeweilige
Taupunkt reduziert werden.
[0027] Die dem Ofen zuzuführende Luft wird nach ihrer Trocknung erwärmt. Bei Bedarf und
je nach Ausgestaltung kann die Luft auch bereits während ihrer Trocknung erwärmt werden.
Grundsätzlich kann die Luft auch schon vor ihrer Trocknung erwärmt werden. Die Luft
wird dabei auf eine Temperatur von 100 °C bis 500 °C erwärmt. Der Vorteil besteht
in der Annährung der Temperatur der zuzuführenden Luft an die Temperatur innerhalb
des Ofens. Hierdurch werden sich ansonsten zwangsläufig einstellende Temperaturschwankungen
innerhalb der Ofenatmosphäre weitestgehend vermieden. Zudem kann der Ofen wirtschaftlicher
betrieben werden, da die Ofenatmosphäre durch die Zufuhr erwärmter Luft nicht oder
nur gering heruntergekühlt wird. Folglich ist die benötigte Erwärmungsleistung gegenüber
der Zufuhr nicht erwärmter Luft geringer.
[0028] Insbesondere bei der Zufuhr nicht erwärmter Luft weist die Ofenatmosphäre im Bereich
der Zuführung der Luft eine gegenüber der sie umgebenden Luft innerhalb des Ofens
niedrigere Temperatur auf, wodurch sich die Erwärmung der Platine unvorteilhaft verzögern
kann. In vorteilhafter Weise wird hierfür die Energie der Abluft, insbesondere das
Abgas des Ofens genutzt, welche beispielsweise über einen geeigneten Wärmetauscher
entzogen und der zuzuführenden Luft in Form von Wärme zugeführt wird. Die Ausgestaltung
kann beispielsweise derart erfolgen, dass die Abluftleitung, insbesondere die Abluftleitung
wenigstens eines Brenners des Ofens eine wärmeübertragende Kopplung mit der Zuleitung
für die vorbehandelte Luft aufweist. Hierfür kann die Zuleitung der vorbehandelten
Luft umfangsseitig mit der Abluftleitung in Kontakt stehen, beispielsweise in dem
die Zuleitung um die Abluftleitung herum oder parallel zu dieser angeordnet ist. Hierdurch
kann die Wärme der Abluft über die jeweiligen Wandungen der miteinander in Kontakt
stehenden Leitungen zumindest bereichsweise auf die zuzuführende Luft übertragen werden.
[0029] Alternativ hierzu kann die Zuleitung für die vorbehandelte Luft beispielsweise auch
zumindest abschnittsweise innerhalb einer Abluftleitung wenigstens eines Brenners
des Ofens angeordnet sein. Durch die dabei umfangsseitig vollständig mit erhitzter
Abluft umgebene Zuleitung kann eine möglichst große Wärmeübertragung zwischen der
Abluft und der vorbehandelten Luft erreicht werden.
[0030] Die Erfindung sieht vor, dass der während des Erwärmens der Platine in den Ofen eingeleitete
und diesen passierende Volumenstrom der getrockneten, insbesondere getrockneten und
erwärmten Luft auf das 2,5-fache des Ofenvolumens pro Stunde eingestellt wird. Die
in den Ofen eingeleitete und diesen passierende Luft wird in Bezug auf den gewünschten
Volumenstrom über den Druck eingestellt. Bei dem eingesetzten Ofen kann es sich beispielsweise
um einen Kammerofen sowie einen Drehofen oder einen Rollenherdofen handeln. Für eine
wirtschaftliche Fertigung wird bevorzugt ein Durchlaufofen eingesetzt. Hierdurch kann
das Presswerkzeug kontinuierlich mit erwärmten Stahlplatinen bestückt werden.
[0031] Dabei durchläuft eine in den Durchlaufofen eingelegte Platine diesen mittels einer
Transporteinheit, beispielsweise in Form von Transportrollen, wobei die Platine in
der Ofenatmosphäre erwärmt und auf Temperatur gehalten wird.
[0032] Der in den Ofen eingeleitete und diesen während des Erwärmens der Platine passierende
Volumenstrom der getrockneten Luft wird insbesondere auf das 3-fache des Ofenvolumens
pro Stunde eingestellt. Bevorzugt wird der den Ofen passierende Volumenstrom auf das
6-fache des Ofenvolumens pro Stunde eingestellt. Durch den kontinuierlich den Ofen
mit getrockneter Luft passierenden Volumenstrom wird sichergestellt, dass nur die
gewünschte Atmosphäre innerhalb des Ofens vorhanden ist, da insbesondere der vorhandene
Überdruck und die damit einhergehende Strömung ein etwaiges Eindringen von Umgebungsluft
wirksam verhindert.
[0033] Die Erfindung sieht vor, dass die Atmosphäre innerhalb des Ofens auf folgende Werte
ihrer Anteile eingestellt wird:
| Stickstoff (N2): |
kleiner oder gleich (≤) 85 Vol-%, bevorzugt 78 Vol-%; |
| Sauerstoff (O2): |
von 10 Vol-% bis 21 Vol-%, bevorzugt von 15 Vol-% bis 21 Vol-%, insbesondere 21 Vol-%; |
[0034] Wasserdampf (H2O-Dampf): kleiner (<) 3 Vol-% und
ein Rest, bestehend aus Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4),
Wasserstoff (H2) sowie vom Ausgangsmaterial und deren Beschichtung abhängige Verunreinigungen
[0035] Die Verteilung von Stickstoff mit 78 Vol.-% und Sauerstoff in Höhe von 21 Vol.-%
entspricht dem Gehalt normaler Umgebungsluft. Der Anteil des Sauerstoffs in der getrockneten
Luft kann beispielsweise durch die Zufuhr von reinem Sauerstoff erhöht werden. Da
der Gehalt an Sauerstoff in der Ofenatmosphäre beispielsweise durch die Ausbildung
der Oxidschicht sowie etwaiger Brennprozesse reduziert wird, führt bereits die Zufuhr
getrockneter Luft zu einer Erhöhung des Sauerstoffgehalts. Durch die Zufuhr getrockneter
Luft wird dabei auch der innerhalb der Ofenatmosphäre erhöhte Anteil an Stickstoff
reduziert.
[0036] Die Erfindung zeigt ein Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Stahlplatine
unter Ausbildung einer Legierungsschicht für die Herstellung warmgeformter Karosserie-
und Strukturbauteil auf, welche den Verschleiß des Warmformwerkzeugs durch Ablagerungen
sowie Abrasion reduziert und eine ausreichende Oxidierung der Beschichtung bei gleichzeitig
verringerter Gefahr einer Wasserstoffversprödung wirtschaftlich ermöglicht. Insbesondere
die Verwendung zumeist vorhandener Druckluft stellt hierbei eine überaus kostengünstige
Möglichkeit dar, die Ofenatmosphäre zu kontrollieren. So bewirkt die alleinige Trocknung
der dem Ofen zuzuführenden Druckluft die geschilderten Vorteile, welche insbesondere
zur Ausbildung einer ausreichenden Oxidschicht führen, welche wiederum etwaige Ablagerungen
in den formgebenden Bereichen des Umformwerkzeugs verhindert oder zumindest deutlich
reduziert. Darüber hinaus wird die Gefahr einer Wasserstoffversprödung deutlich reduziert,
was auf den herabgesetzten Anteil an Wasser in Form von Wasserdampf innerhalb der
zuzuführenden Luft zurückzuführen ist. Weiterhin reduziert die gut ausgebildete Oxidschicht
auf der Beschichtung deren Ablösung, woraufhin die mögliche Staubentwicklung sowie
die damit einhergehenden Verschleißerscheinungen des Umformwerkzeugs minimiert werden.
[0037] Weiterhin wird im Rahmen der Erfindung eine Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten
Platine aus Stahl für die Herstellung eines warmgeformten Bauteils aufgezeigt. Bei
den zu fertigenden Bauteilen handelt es sich insbesondere um warmgeformte Karosserie-
oder Strukturbauteile. Die Vorrichtung umfasst einen Ofen sowie wenigstens eine Zuleitung,
welche mit einem beheizbaren Innenraum des Ofens verbunden ist. Erfindungsgemäß ist
die Zuleitung zwischen einer Trockenanordnung und dem Innenraum des Ofens angeordnet.
Hierdurch ist dem Innenraum des Ofens über die Trockenanordnung vorbehandelbarer Luft
durch die Zuleitung hindurch zuführbar.
[0038] Der durch die Trocknung reduzierte Anteil an Wasser in Form von Wasserdampf innerhalb
der Ofenatmosphäre setzt die Gefahr einer Wasserstoffversprödung der Stahlplatine
herab. Darüber hinaus wird die Ofenatmosphäre in Bezug auf ihren Sauerstoffgehalt
mit Sauerstoff aus der vorbehandelten Umgebungsluft angereichert, welcher ansonsten
innerhalb der Ofenatmosphäre insbesondere durch die hohen Temperaturen herabgesetzt
ist.
[0039] In vorteilhafter Weise ist die Trockenanordnung mit einem Luftverdichter verbunden.
Hierdurch ist die durch den Luftverdichter komprimierte Luft in einer somit steuerbaren
Menge durch die Trockenanordnung hindurch über die Zuleitung in den Innenraum des
Ofens hineinleitbar. Mit anderen Worten dient der Luftverdichter dazu, ein bestimmbares
Volumen an getrockneter Luft in Form eines Volumenstroms in den Innenraum des Ofens
zu leiten. Hierdurch wird die benötigte Menge an Anteilen der getrockneten Luft, insbesondere
an Sauerstoff, geregelt.
[0040] Die Trockenanordnung weist wenigstens zwei Trockenbehälter auf, durch welche die
in den Ofen zu leitende Luft hindurchströmt. Durch den Einsatz von wenigstens zwei
Trockenbehältern können diese wechselweise mit der benötigten Luft durchströmt werden.
Die wechselbare Durchströmung der beiden Trockenbehälter bewirkt, dass der nicht durchströmte
Trockenbehälter in Bezug auf die darin gesammelte Feuchtigkeit beispielsweise durch
Erwärmen getrocknet werden kann. Durch die alternierende Beschickung der beiden Trockenbehälter
mit zu trocknender Luft kann diese folglich kontinuierlich für die Zufuhr in den Ofen
bereitgestellt werden.
[0041] Die Erfindung sieht vor, dass die Zuleitung zumindest in einem mittleren Bereich
des Innenraums des Ofens angeordnet ist. Insbesondere beim Einsatz eines Durchlaufofens
umfasst dieser bauartbedingt zwei Öffnungen, wobei eine Öffnung der Beschickung des
Durchlaufofens und die andere Öffnung der Entnahme des erwärmten Halbzeugs dienen.
In Nähe der beiden Öffnungen ist ein Austausch von Umgebungsluft mit der Ofenatmosphäre
möglich. Hierdurch ist der Anteil an Sauerstoff im Innenraum des Ofens im Bereich
der Öffnungen gegenüber dem zwischen den Öffnungen gelegenen Ofenabschnitt erhöht.
Durch die Anordnung der Zuleitung in einem mittleren Bereich des Innenraums kann folglich
ein nahezu gleich bleibender Anteil an Sauerstoff im Innenraum des Ofens erreicht
werden. Die sich daraus ergebenden positiven Effekte auf die Bildung der Oxidschicht
auf der Beschichtung kommen somit über die gesamte Durchlauflänge des Ofens zum Tragen.
[0042] Der Ofen weist wenigstens eine Abluftleitung auf, über welche etwaige Abgase mindestens
eines Brenners ableitbar sind. Die Abluftleitung ist bevorzugt außerhalb des Innenraums
des Ofens angeordnet. In vorteilhafter Weise steht die Abluftleitung zumindest bereichsweise
mit der Zuleitung für die Luft in Verbindung. Die Abluftleitung ist zumindest bereichsweise
mit der Zuleitung thermisch gekoppelt. Die thermische Kopplung kann beispielsweise
über einen Wärmetauscher erfolgen. Auch kann die Zuleitung zumindest abschnittsweise
in einer Abluftleitung integriert sein. Der Vorteil besteht in einer zumindest teilweisen
Übertragung der Wärme der Abluft, wodurch die dem Innenraum des Ofens zuzuführende
Luft erwärmt wird.
[0043] Insbesondere durch die bauliche Trennung innerhalb des Wärmetauschers erfolgt kein
Austausch der jeweiligen Fluide. Hierdurch wird ohne zusätzlichen Energieaufwand eine
geeignete Temperierung, insbesondere eine Erwärmung der zuzuführenden Luft ermöglicht.
Hierbei kann die zuzuführende Luft auf 100 °C erwärmt sein. Grundsätzlich kann die
Erwärmung der Luft vor, während oder nach ihrer Trocknung erfolgen. Durch die Abluft
wird die zuzuführende Luft auf eine Temperatur von 100 °C bis 950 °C, bevorzugt auf
eine Temperatur von 100 °C bis 700 °C, insbesondere auf eine Temperatur von 100 °C
bis 500 °C erwärmt. Je nach Auslegung des Wärmetauschers kann die zuzuführende Luft
auch auf eine Temperatur von 100 °C bis 200 °C erwärmt sein.
[0044] Bevorzugt handelt es sich bei dem Ofen um einen Durchlaufofen, bei dem wenigstens
zwei zwischen der Trockenanordnung und dem Innenraum des Ofens angeordnete Zuleitungen
vorgesehen sind. Der Abstand zwischen den wenigstens zwei Zuleitungen hängt grundsätzlich
von der Länge des Durchlaufofens ab. In Bezug auf einen typischen Durchlaufofen wird
im Rahmen der Erfindung ein Abstand der Zuleitungen von 2,0 m bis 3,0 m zueinander
bevorzugt. Grundsätzlich können auch mehr Zuleitungen angeordnet sein, welche beispielsweise
mit entsprechend kleinerem Querschnitt dichter beieinander angeordnet sind. Ziel ist
es, eine möglichst gleichmäßige Zufuhr an getrockneter Luft in den Innenraum des Ofens
zu erhalten. Hierbei steht eine möglichst gleich bleibende Zusammensetzung der Luft,
näherhin der Ofenatmosphäre, im Vordergrund.
[0045] Um eine möglichst gleich bleibende und von der jeweiligen Temperatur der zu trocknenden
Luft unabhängige Zusammensetzung der Ofenatmosphäre zu erhalten, sieht die Erfindung
vor, dass der Ofen mindestens einen Taupunktsensor aufweist. Der Taupunktsensor kann
beispielsweise innerhalb einer Zuleitung angeordnet sein. In vorteilhafter Weise ist
der wenigstens eine Taupunktsensor im Innenraum des Ofens angeordnet, um die reale
Zusammensetzung der Ofenatmosphäre in Bezug auf deren Taupunkt zu erfassen. Hierfür
ist der Taupunktsensor mit der Trockenanordnung gekoppelt. Die Kopplung dient der
Steuerung, insbesondere dem Informationsaustausch zwischen Taupunktsensor und Trockenanordnung.
Mit anderen Worten dient die erfasste Messgröße durch den Taupunktsensor dazu, die
trocknende Wirkung der Trockenanordnung in Bezug auf die sie durchströmende Luft zu
regeln. Hierfür kann der Taupunktsensor in bestimmten Abständen gemessene Werte an
die Trockenanordnung übermitteln, deren trocknende Wirkung beispielsweise durch eine
geeignete Steuerung eingestellt wird.
[0046] Selbstverständlich kann die Messung des Taupunktsensors auch kontinuierlich erfolgen,
so dass die Trockenanordnung ebenfalls eine kontinuierliche Justierung ihres Wirkungsgrades
erfährt. Bei dem Taupunktsensor kann es sich beispielsweise um einen Feuchtefühler
oder Feuchtesensor handeln. Der Solltaupunkt der Ofenatmosphäre wird somit durch die
Kombination aus Taupunktsensor und Trockenanordnung eingeregelt.
[0047] Bei der Trockenanordnung kann es sich beispielsweise um einen Kältetrockner oder
einen IR-Trockner handeln. Bevorzugt handelt es sich bei der Trockenanordnung um einen
Adsorptionstrockner. Dieser kann beispielsweise ein Trockenmittel aus aktiviertem
Aluminiumoxid aufweisen, welches ein kontinuierlich hohes Adsorptionsvermögen sowie
eine gute Regenerationsfähigkeit besitzt.
[0048] Auch wenn die Trockenanordnung zeitgesteuert ausgeführt sein kann, ist diese in vorteilhafter
Weise kapazitätsgesteuert, um die erforderliche Einregelung des Soll-Taupunkts zu
ermöglichen. Die Regelung des Trockengrades kann dabei über alle Phasen des Trockenzykluses
erfolgen, wie beispielsweise der Adsorption, der Druckentlastung sowie der Regeneration
des Trockenmittels und des Druckaufbaus.
[0049] In vorteilhafter Weise besitzt der Ofen wenigstens zwei Temperaturzonen. Dabei können
die Temperaturzonen in Durchlaufrichtung des Ofens und/oder quer zur Durchlaufrichtung
des Ofens angeordnet sein. Dabei können auch in Laufrichtung angeordnete Temperaturzonen
durch quer zur Durchlaufrichtung angeordnete Temperaturzonen ergänzt sein. Die voneinander
unterschiedlichen Temperaturzonen dienen dazu, bei Bedarf ein partielles Warmformen
der Stahlplatine zu ermöglichen. Hierbei werden gezielt einzelne Bereiche der Platine
auf die erforderliche Temperatur gebracht, um in der anschließenden Warmformung, insbesondere
durch Presshärten, die erforderlichen Eigenschaften des Materials einzustellen.
[0050] Die einzelnen Temperatuzonen können beispielsweise durch lokal von einander unabhängige
sowie unterschiedliche Temperierungen eingestellt werden. Weiterhin können die einzelnen
Temperaturzonen in vorteilhafter Weise zumindest bereichsweise durch die Zuleitung
der vorbehandelten Luft eingestellt sowie geregelt werden. Selbstverständlich ist
auch eine Kombination aus Temperierung und Luftzuleitung möglich. Insbesondere die
Zufuhr der vorbehandelten Luft ermöglicht eine innerhalb kürzester Zeit durchführbare
Anpassung lokaler Temperaturzustände, da deren Temperatur zumeist unterhalb der Temperatur
der Ofenatmosphäre liegt. Je nach Ausgestaltung kann so die Regelung einzelner Temperaturzonen
durch die individuelle und beispielsweise verstärkte lokale Zufuhr vorbehandelter
Luft erfolgen.
[0051] Dem gegenüber kann bei Bedarf die Zuleitung der vorbehandelten Luft derart gestaltet
sein, dass diese einen möglichst langen Weg, beispielsweise durch eine alternierende
Verlegung, im Bereich der Abluft, insbesondere der Abluftleitung des Brenners aufweist.
Hierdruch erfolgt eine Wärmeübertragung aus der Abluft, näherhin dem Abgas, auf die
Zuleitung und damit auf die darin geführte Luft, woraufhin sich diese erwärmt. Hierdurch
kann ein unerwünschter Wärmeverlust der Ofenatmosphäre insbesondere eine unerwünschte
Abkühlung im Bereich der Zuleitungen zum Innenraum des Ofens zumindest teilweise kompensiert
werden. Mit anderen Worten erfolgt hierdurch die gewünschte Erwärmung der vorbehandelten
Luft, bevor diese in den Inneraum des Ofens geleitet wird.
[0052] Bei Bedarf können durch die Anordnung der Zuleitungen entsprechend auch atmosphärische
Zonen im Innenraum des Ofens gebildet sein.
[0053] Es ist vorgesehen, dass wenigstens eine der Temperaturzonen in Bezug auf ihre Temperatur
über die Zuleitung der Luft einstellbar ist. Hierbei ist die Temperaturzone im Bereich
der Zuleitung angeordnet, so dass die Temperaturzone zumindest bereichsweise durch
die Zufuhr der Luft einstellbar ist. In Abhängigkeit des Volumens der Temperaturzone
ist deren jeweilige Temperatur sowohl über die Menge als auch über die Temperatur
der zuzuführenden Luft einstellbar.
[0054] Die Erfindung zeigt somit eine Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten Stahlplatine
unter Ausbildung einer Legierungsschicht für die Herstellung warmgeformter Karosserie-
und Strukturbauteile auf, welche den Verschleiß des Warmformwerkzeugs durch etwaige
Ablagerungen sowie Abrasion deutlich reduziert. Insbesondere die kontrollierte Zuführung
von Luftsauerstoff ermöglicht eine ausreichende Oxidierung der Beschichtung, welche
die anhaftende Wirkung von Ablagerungen auf den formgebenden Bereichen des Umformwerkzeugs
verringert. Zudem wird die Gefahr einer Wasserstoffversprödung durch den herabgesetzten
Anteil an Wasser in Form von Wasserdampf in der Ofenatmosphäre reduziert.
[0055] Somit können bereits vorhandene Öfen sowie übliche Druckluftnetzwerke genutzt werden,
wobei lediglich eine Ergänzung durch eine Trockenanordnung und etwaige Zuleitungen
zum Innenraum des Ofens nötig sind. Insbesondere die Herabsetzung etwaiger Ablagerungen
auf dem Warmformwerkzeug sowie die aus der Staubbildung resultierende Abrasion verringern
den Instandhaltungsaufwand insgesamt. Darüber hinaus wird auch der Ausschuss an Keramikrollen
als Bestandteil der Transporteinrichtung in Durchlauföfen reduziert, da die Neigung
zur Ablagerung durch die gut ausgebildete Oxidschicht auf der Beschichtung reduziert
ist.
[0056] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger in den Zeichnungen schematisch dargestellter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Durchlaufofen in Kombination mit einem Umformwerkzeug in einer
Seitenansicht;
- Figur 2
- den erfindungsgemäßen Ofen aus Figur 1 mit der Zufuhr von getrockneter Luft dienenden
Komponenten in gleicher Darstellungsweise sowie
- Figur 3
- eine Variante des erfindungsgemäßen Ofens der Figuren 1 und 2 mit geänderter Zufuhr
der vorbehandelten Luft in gleicher Darstellungsweise.
[0057] Figur 1 zeigt schematisch einen sich in Längsrichtung erstreckenden Ofen 1 in Form
eines Durchlaufofens. Der Ofen 1 weist endseitig jeweils eine Öffnung auf, wobei die
mit Bezug auf die Darstellung von Figur 1 rechts gelegene Öffnung einen Eingang 2
und die dem Eingang 2 gegenüberliegende Öffnung einen Ausgang 3 des Ofens 1 bilden.
Im Bereich des Ausgangs 3 des Ofens 1 ist ein Umformwerkzeug 4 angeordnet. Das Umformwerkzeug
4 umfasst ein Obergesenk 4a sowie ein Untergesenk 4b, zwischen denen eine vorbeschichtete
Platine 5 umformbar ist.
[0058] Hierfür weist das Umformwerkzeug 4 einen zwischen dem Obergesenk 4a und dem Untergesenk
4b befindlichen Umformbereich 4c auf, innerhalb dem die umzuformende Platine 5 einlegbar
ist.
[0059] Zwischen dem Ofen 1 und dem Umformwerkzeug 4 ist ein Manipulator 6 in Form eines
Roboterarms angeordnet. Der Ofen 1 dient der Erwärmung der vorbeschichteten Platine
5 aus Stahl, wobei diese zunächst über den Eingang 2 in den Ofen 1 eingeführt wird
und diesen in Richtung des Ausgangs 3 durchläuft. Auf ihrem Weg durch den Ofen 1 hindurch,
näherhin durch dessen Ofenatmosphäre hindurch, wird die beschichtete Platine 5 in
nicht näher dargestellter Art und Weise auf eine Austenitisierungstemperatur von 700
°C bis 950 °C erwärmt. Durch die Erwärmung der Platine 5 bildet sich zwischen der
Beschichtung der Platine und der Oberfläche der Platine eine intermetallische Legierungsschicht
aus. Durch den in der Ofenatmosphäre vorhandenen Sauerstoff erfolgt die Oxidation
der Beschichtung, welche somit auf ihrer Oberfläche eine Oxidschicht ausbildet. Bei
der Beschichtung handelt es sich bevorzugt um Aluminium, insbesondere um eine Aluminium-Silizium-Legierung.
[0060] Spätestens bei Entnahme der Platine 5 durch den Ausgang 3 aus dem Ofen 1 ist diese
auf Austenitisierungstemperatur erhitzt. Die Platine 5 wird in nicht näher dargestellter
Art und Weise durch den Manipulator 6 erfasst und in den Umformbereich 4c des Umformwerkzeugs
4 eingelegt. Anschließend erfolgt in ebenfalls nicht dargestellter Art und Weise die
Umformung der Platine 5, wobei das Obergesenk 4a dem Untergesenk 4b mittels Pressenkraft
angenähert wird. Anschließend wird die noch in dem Umformbereich 4c des Umformwerkzeugs
4 befindliche Platine 5 abgekühlt, um diese zu härten.
[0061] Um die umgeformte Platine 5 innerhalb des Umformwerkzeugs 4 mit einer von der jeweiligen
Legierung abhängigen Geschwindigkeit abzukühlen, weisen das Obergesenk 4a und/oder
das Untergesenk 4b nicht näher dargestellte Abkühlmittel auf. So können beispielsweise
integrierte Kühlleitungen vorgesehen sein, welche mit einem kühlenden Fluid durchströmbar
sind, um die im Obergesenk 4a und/oder dem Untergesenk 4b vorhandene Wärme aufzunehmen
und abzutransportieren.
[0062] In der Praxis erfolgt eine kontinuierliche Beschickung des Ofens 1 mit vorbeschichteten
Platinen 5 über den Eingang 2. Somit stehen kontinuierlich auf Austenitisierungstemperatur
erhitzte Platinen 5 am Ausgang 3 des Ofens 1 zur Verfügung, welche über den Manipulator
6 in das Umformwerkzeug 4 eingelegt und darin umgeformt sowie pressgehärtet werden.
[0063] Figur 2 zeigt den Ofen 1 der Figur 1 mit weiteren Details. Außerhalb des Ofens 1
ist eine Trockenanordnung 7 mit wenigstens einem nicht näher dargestellten Trockenbehälter
angeordnet. Die Trockenanordnung 7 ist über eine zentrale Zuleitung 8 mit weiteren
in einem Abstand A zueinander angeordneten Zuleitungen 8a mit einem Innenraum 1a des
Ofens 1 verbunden. Weiterhin weist der Ofen 1 mehrere Taupunktsensoren 9 auf, welche
über Kabel 10 mit einer Regelung 11 verbunden sind. Die Regelung 11 setzt sich aus
einem Messmodul 11a sowie einem Vorgabemodul 11 b und einem Steuermodul 11 c zusammen.
Grundsätzlich kann die Verbindung zwischen Taupunktsensor 9 und Regelung 11 auch drahtlos
erfolgen.
[0064] Der Abstand A ist abhängig von den verwendeten und nicht näher dargestellten Brennern,
insbesondere deren Leistung und der damit korrespondierenden Brennerrohrstärke. Vorliegend
beträgt der Abstand A bevorzugt von 0,5 m bis 2,5 m. Der Abstand A kann sich beispielsweise
aus dem dreifachen der jeweiligen verwendeten Brennerrohrstärke ergeben. So könnte
sich beispielsweise bei der Verwendung von 50 kW-Brennern mit einer jeweiligen Brennerrohrstärke
von 50 cm ein Abstand A von 1,5 m ergeben.
[0065] Zwischen der Zuleitung 8 und der Trockenanordnung 7 ist ein Regler 12 angeordnet,
über welchen die dem Innenraum 1a des Ofens 1 zuzuführende Menge an über die Trockenanordnung
7 getrocknete Luft regelbar ist. Das Steuermodul 11 c der Regelung 11 ist ebenfalls
über ein Kabel 13 mit dem Regler 12 verbunden. Zudem ist auch die Trockenanordnung
7 über ein Kabel 14 mit dem Steuermodul 11 c der Regelung 11 verbunden. Grundsätzlich
kann auch die Verbindung des Reglers 12 und/oder der Trockenanordnung 7 mit der Regelung
11 drahtlos erfolgen. Selbstverständlich kann die Komunikation des Reglers 12 und/oder
der Trockenanordnung 7 mit der Regelung 11 über ein geeignetes BUS-System erfolgen.
[0066] Figur 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung eines Ofens 1 b, welcher sich von dem
Ofen 1 der Figuren 1 und 2 in Bezug auf die Zuführung der vorbehandelten Luft in seinem
Innenraum 1c unterscheidet. Die über den Regler 12 mit der Trockenanordnung 7 verbundene
zentrale Zuleitung 8 weist hierbei ebenfalls im Abstand A zueinander angeordnete Zuleitungen
8b auf, welche mit dem Innenraum 1c des Ofens 1b verbunden sind. Um die vorbehandelte
Luft vor ihrer Einleitung in den Innenraum 1c des Ofens 1b zu erwärmen, sind die Zuleitungen
8b alternierend und/oder spiralförmig um eine heiße Abluftleitung 15 eines nicht näher
dargestellten Brenners angeordnet. Die Zuleitungen 8b wirken dabei als Wärmetauscher,
so dass die vorbehandelte Luft im Bereich der Abluftleitung 15 innerhalb der Zuleitungen
8b erwärmt wird, bevor sie in den Innenraum 1 c eingeleitet wird. Somit kann die ohnehin
vorhandene Wärme genutzt werden, um die vorbehandelte Luft ohne Einsatz weiterer Energie
auf die gewünschte Temperatur vorzuwärmen.
[0067] In der Praxis dienen die Taupunktsensoren 9 dazu, den aktuellen Taupunkt der im Innenraum
1a, 1c des Ofens 1, 1b enthaltenen Ofenatmosphäre zu erfassen. Die erfassten Werte
werden über das Kabel 10 an das Messmodul 11 a der Regelung 11 übermittelt. Der in
der Regelung 11 im Vorgabemodul 11 b hinterlegte Soll-Wert wird mit dem an das Messmodul
11a übermittelten und von den Taupunktsensoren 9 als Regelgröße gemessenen Ist-Werten
verglichen. Sofern eine Anpassung notwendig ist, wird der Regler 12 über das Kabel
13 und/oder die Trockenanordnung 7 als Stellglieder über das Kabel 14 durch das Steuermodul
11 c der Regelung 11 angesteuert, um den Volumenstrom an getrockneter Luft in den
Innenraum 1a, 1c und/oder die Trockenleistung der Trockenanordnung 7 anzupassen.
[0068] Um die benötigte Menge an getrockneter Luft in dem Innenraum 1a, 1c zu bringen, ist
die Trockenanordnung 7 entweder mit einem hier nicht näher dargestellten Druckluftnetzwerk
oder mit einem ebenfalls nicht näher dargestellten Luftverdichter verbunden. Hierdurch
wird die Trockenanordnung 7 mit einem über dem atmosphärischen Druck liegenden Druck
mit Umgebungsluft beschickt, welche über die Trockenanordnung 7 getrocknet und durch
die Zuleitungen 8, 8a, 8b hindurch in den Innenraum 1a, 1c des Ofens 1, 1b zugeführt
wird. Die somit zugeführte, vorbehandelte Druckluft entweicht über wenigstens eine
der Öffnungen des Ofens 1, näherhin den Eingang 2 und/oder den Ausgang 3.
Bezugszeichen:
[0069]
- 1 -
- Ofen
- 1a -
- Innenraum v. 1
- 1 b -
- Ofen
- 1c -
- Innenraum v. 1b
- 2 -
- Eingang
- 3 -
- Ausgang
- 4 -
- Umformwerkzeug
- 4a -
- Obergesenk
- 4b -
- Untergesenk
- 4c -
- Umformbereich
- 5 -
- beschichtete Platine
- 6 -
- Manipulator
- 7 -
- Trockenanordnung
- 8 -
- Zuleitung
- 8a -
- Zuleitung
- 8b -
- Zuleitung
- 9 -
- Taupunktsensor
- 10-
- Kabel
- 11 -
- Regelung
- 11a -
- Messmodul
- 11b -
- Vorgabemodul
- 11c -
- Steuermodul
- 12-
- Regler
- 13-
- Kabel
- 14-
- Kabel
- 15-
- Abluftleitung
- A -
- Abstand zwischen 8a, 8b
1. Verfahren zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine (5) aus Stahl für die Herstellung
eines warmgeformten Bauteils, insbesondere für die Herstellung eines warmgeformten
Karosserie- oder Strukturbauteils, wobei die mit einer Beschichtung versehene Platine
(5) in einem Ofen (1, 1b) auf eine Temperatur von 700°C bis 950°C erwärmt wird, wodurch
zumindest bereichsweise eine intermetallische Legierungsschicht auf der Platine (5)
gebildet wird und die Atmosphäre innerhalb des Ofens (1, 1b) durch die Zufuhr vorbehandelter
Luft kontrolliert wird, wobei die Luft vorbehandelt wird, indem sie vor ihrer Zufuhr
getrocknet wird, wobei die Luft nach ihrer Trocknung auf eine Temperatur von 100 °C
bis 500°C erwärmt wird und die getrocknete Luft dem Ofen (1, 1b) unter Überdruck zugeführt
wird, wobei der Druck der getrockneten Luft auf einen Wert zwischen dem atmosphärischen
Druck und einschließlich 8 bar eingestellt wird sowie der Taupunkt der getrockneten
Luft auf einen Wert von - 40° C bis - 10° C eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der den Ofen (1, 1 b) während des Erwärmens der Platine (5) passierende Volumenstrom
der getrockneten Luft auf das 2,5-fache des Ofenvolumens pro Stunde, insbesondere
auf das 3-fache des Ofenvolumens pro Stunde, bevorzugt auf das 6-fache des Ofenvolumens
pro Stunde eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Atmosphäre innerhalb des Ofens (1, 1b) auf folgende Werte ihrer Anteile eingestellt
wird:
Stickstoff (N2): kleiner oder gleich (≤) 85 Vol-%, bevorzugt 78 Vol-%;
Sauerstoff (O2): von 10 Vol-% bis 21 Vol-%, bevorzugt von 15 Vol-% bis 21 Vol-%, insbesondere 21
Vol-%;
Wasserdampf (H2O-Dampf): kleiner (<) 3 Vol-% und
ein Rest, bestehend aus Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Wasserstoff (H2) sowie vom Ausgangsmaterial und deren Beschichtung abhängige Verunreinigungen.
4. Vorrichtung zur Erwärmung einer vorbeschichteten Platine (5) aus Stahl für die Herstellung
eines warmgeformten Bauteils, insbesondere für die Herstellung eines warmgeformten
Karosserie- oder Strukturbauteils, umfassend einen Ofen (1, 1b) sowie wenigstens eine
Zuleitung (8, 8a, 8b), welche mit einem beheizbaren Innenraum (1a, 1c) des Ofens (1,
1b) verbunden ist und die Zuleitung (8, 8a, 8b) zwischen einer Trockenanordnung (7)
und dem Innenraum (1a, 1c) des Ofens (1, 1b) angeordnet ist, so dass dem Innenraum
(1a, 1c) über die Trockenanordnung (7) vorbehandelbare Luft durch die Zuleitung (8,
8a, 8b) hindurch zuführbar ist, wobei die Trockenanordnung (7) mit einem Luftverdichter
verbunden ist und die durch den Luftverdichter komprimierte Luft durch die Trockenanordnung
(7) hindurch über die Zuleitung (8, 8a, 8b) in den Innenraum (1a, 1c) des Ofens (1,
1b) leitbar ist sowie die Trockenanordnung (7) wenigstens zwei Trockenbehälter umfasst,
wobei die Trockenbehälter wechselweise mit der vorbehandelter Luft durchströmbar sind
und wenigstens ein Brenner des Ofens (1, 1b) eine Abluftleitung (15) aufweist, wobei
die Abluftleitung (15) zumindest bereichsweise mit der Zuleitung (8, 8a, 8b) thermisch
gekoppelt ist und der Ofen (1, 1 b) mindestens einen Taupunktsensor (9) aufweist,
wobei der Taupunktsensor (9) zumindest indirekt mit der Trockenanordnung (7) gekoppelt
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofen (1, 1b) ein Durchlaufofen ist und wenigstens zwei zwischen der Trockenanordnung
(7) und dem Innenraum (1a, 1c) des Ofens (1, 1b) angeordnete Zuleitungen (8, 8a, 8b)
vorgesehen sind, wobei die Zuleitungen (8, 8a, 8b) einen Abstand von 2,0 bis 3,0 m
zueinander aufweisen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofen (1, 1b) wenigstens zwei Temperaturzonen aufweist, wobei die Temperaturzonen
in Durchlaufrichtung und/oder quer zur Durchlaufrichtung des Ofens (1, 1 b) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Temperaturzone zumindest bereichsweise durch die Zuführung der Luft
über die Zuleitung (8, 8a, 8b) in ihrer Temperatur einstellbar ist.
1. Method for heating a pre-coated plate (5) made from steel for the production of a
hot-formed component, in particular for the production of a hot-formed body or structural
component, wherein the plate (5) provided with a coating is heated in a furnace (1,
1b) to a temperature from 700°C to 950°C, whereby an intermetallic alloy layer is
formed at least in regions on the plate (5) and the atmosphere within the furnace
(1, 1b) is controlled by the supply of pre-treated air, wherein the air is pre-treated
in that it is dried before its supply, wherein the air is heated after its drying
to a temperature from 100°C to 500°C and the dried air is supplied to the furnace
(1, 1b) under excess pressure, wherein the pressure of the dried air is set to a value
between the atmospheric pressure and 8 bar inclusive, and the dew point of the dried
air is set to a value from -40°C to -10°C.
2. Method according to claim 1, characterised in that the volumetric flow rate of the dried air passing through the furnace (1, 1b) during
the heating of the plate (5) is set to 2.5 times the furnace volume per hour, in particular
to 3 times the furnace volume per hour, preferably to 6 times the furnace volume per
hour.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that the atmosphere within the furnace is set to the following values of its components:
nitrogen (N2): less than or equal to (≤) 85 vol%, preferably 78 vol%;
oxygen (O2): from 10 vol% to 21 vol%, preferably from 15 vol% to 21 vol%, in particular 21 vol%;
water vapour (H2O vapour): less than (<) 3 vol% and
a remainder, consisting of carbon monoxide (CO), carbon dioxide (CO2), methane (CH4), hydrogen (H2) as well as impurities depending on the starting material and the coating thereof.
4. Device for heating a pre-coated plate (5) made from steel for the production of a
hot-formed component, in particular for the production of a hot-formed body or structural
component, comprising a furnace (1, 1b) as well as at least one supply line (8, 8a,
8b) which is connected to a heatable interior (1a, 1c) of the furnace (1, 1b) and
the supply line (8, 8a, 8b) is arranged between a drying assembly (7) and the interior
(1a, 1c) of the furnace (1, 1b), such that air which is able to be pre-treated via
the drying assembly (7) is able to be supplied to the interior (1a,1c) through the
supply line (8, 8a, 8b), wherein the drying assembly (7) is connected to an air compressor
and the air compressed by the air compressor is able to be conducted through the drying
assembly (7) via the supply line (8, 8a, 8b) into the interior (1a, 1c) of the furnace
(1, 1b) and the drying assembly (7) comprises at least two drying containers, wherein
the drying containers are able to be flowed through alternately with the pre-treated
air and at least one burner of the furnace (1, 1b) has an exhaust air line (15), wherein
the exhaust air line (15) is thermally coupled at least in regions to the supply line
(8, 8a, 8b) and the furnace (1, 1b) has at least one dew point sensor (9), wherein
the dew point sensor (9) is coupled at least indirectly to the drying assembly (7).
5. Device according to claim 4, characterised in that the furnace (1, 1b) is a continuous furnace and at least two supply lines (8, 8a,
8b) arranged between the drying assembly (7) and the interior (1a, 1c) of the furnace
(1, 1b) are provided, wherein the supply lines (8, 8a, 8b) have a distance from 2.0
to 3.0m from one another.
6. Device according to claim 4 or 5, characterised in that the furnace (1, 1b) has at least two temperature zones, wherein the temperature zones
are arranged in the through-put direction and/or transversely to the through-put direction
of the furnace (1, 1b).
7. Device according to claim 6, characterised in that at least one temperature zone is able to be set in its temperature at least in regions
by the supply of the air via the supply line (8, 8a, 8b).
1. Procédé de chauffage d'une platine pré-revêtue (5) en acier pour la fabrication d'un
composant thermoformé, en particulier pour la fabrication d'un composant de carrosserie
ou de structure thermoformé, dans lequel la platine (5) pourvue d'un revêtement est
chauffée dans un four (1, 1b) à une température de 700 °C à 950 °C, en sorte de former
au moins par sections une couche d'alliage intermétallique sur la platine (5) et de
contrôler l'atmosphère à l'intérieur du four (1, 1b) par l'acheminement d'air prétraité,
dans lequel l'air est prétraité en le séchant avant son acheminement, dans lequel
l'air est chauffé après son séchage à une température de 100 °C à 500 °C et l'air
séché est acheminé au four (1, 1b) sous surpression, dans lequel la pression de l'air
séché est réglée à une valeur entre la pression atmosphérique et 8 bars inclus tandis
que le point de rosée de l'air séché est réglé à une valeur de -40°C à -10 °C.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le courant volumique de l'air séché traversant le four (1, 1b) au cours du chauffage
de la platine (5) est réglé à 2,5 fois le volume du four à l'heure, en particulier
à 3 fois le volume du four à l'heure, de préférence à 6 fois le volume du four à l'heure.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'atmosphère à l'intérieur du four (1, 1b) est réglé aux valeurs suivantes de leurs
fractions :
azote (N2) : plus petit ou égal (≤) à 85 % en volume, de préférence 78 % en volume ;
oxygène (O2) : de 10 % en volume à 21 % en volume, de préférence de 15 % en volume à 21 % en
volume, en particulier à 21 % en volume ;
vapeur d'eau (vapeur de H2O) : plus petit (<) que 3 % en volume et
le reste étant constitué de monoxyde de carbone (CO), de dioxyde de carbone (CO2), de méthane (CH4), d'hydrogène (H2) ainsi que du matériau de départ et d'impuretés en fonction de leur revêtement.
4. Dispositif de chauffage d'une platine pré-revêtue (5) en acier pour la fabrication
d'un composant thermoformé, en particulier pour la fabrication d'un composant de carrosserie
ou de structure thermoformé, comprenant un four (1, 1b) ainsi qu'au moins une conduite
(8, 8a, 8b) qui est reliée à un espace interne chauffable (1a, 1c) du four (1, 1b)
et la conduite (8, 8a, 8b) est agencée entre un aménagement de séchage (7) et l'espace
interne (1a, 1c) du four (1, 1b) de sorte que l'air pré-traitable via l'agencement
de séchage (7) puisse être acheminé à l'espace interne (1a, 1c) via la conduite (8,
8a, 8b), dans lequel l'agencement de séchage (7) est relié à un compresseur d'air
et l'air comprimé par le compresseur d'air peut être acheminé à travers l'agencement
de séchage (7) via la conduite (8, 8a, 8b) dans l'espace interne (1a, 1c) du four
(1, 1b), tandis que l'agencement de séchage (7) comprend au moins deux réceptacles
de séchage, dans lequel les réceptacles de séchage peuvent être parcourus en alternance
par l'air prétraité et au moins un brûleur du four (1, 1b) présente une conduite d'évacuation
d'air (15), dans lequel la conduite d'évacuation d'air (15) est couplée thermiquement
au moins par sections à la conduite (8, 8a, 8b) et le four (1, 1b) présente au moins
un capteur de point de rosée (9), dans lequel le capteur de point de rosée (9) est
couplé au moins indirectement à l'agencement de séchage (7).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que le four (1, 1b) est un four de passage et il est prévu au moins deux conduites (8,
8a, 8b) agencées entre l'agencement de séchage (7) et l'espace interne (1a, 1c) du
four (1, 1b), dans lequel les conduites (8, 8a, 8b) présentent un écart mutuel de
2,0 à 3,0 m.
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que le four (1, 1b) présente au moins deux zones de température, dans lequel les zones
de température sont agencées dans la direction de passage et/ou transversalement à
la direction de passage du four (1, 1b).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la température d'au moins une zone de température peut être réglée au moins par sections
par acheminement d'air via la conduite (8, 8a, 8b).