[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Garen eines Lebensmittels in einem Gargerät,
das eine Heizung und einen Lüfter aufweist, der in Intervallen betrieben werden kann.
[0002] Ein solches Verfahren ist aus der
DE 10 2010 012 368 A1 bekannt. Zum Zwecke der Energieeinsparung wird dort der Lüfter immer dann ausgeschaltet,
wenn eine zum Beheizen des Garraums vorgesehene Heißluftheizung ausgeschaltet ist.
Allerdings ist das in dieser Druckschrift offenbarte Verfahren nicht variabel, da
ein festes Taktverhältnis, also ein festes Verhältnis von Betriebs- zu Stillstandsphasen
des Lüfters, vorgesehen ist.
[0003] Aus der
DE 43 19 613 C1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem ein Lüfter in Abhängigkeit der Garraumtemperatur
zwischen zwei Betriebsarten mit aktivem Lüfter umschaltet, einem Umluft-Betrieb sowie
einem Ober- und Unterhitze-Betrieb.
[0004] In der
DE 10 2009 024 546 A1 ist ein Verfahren gezeigt, das einen Energiesparmodus umfasst, bei dem ein Lüfter
in eine Stillstandphase schaltbar ist und dennoch die Bereitschaftstemperatur im Garraum
aufrechterhalten wird.
[0005] DE 10 2008 040 981 A1 beschreibt ein Verfahren, indem ein Gebläse einen Temperatursensor aktiv mit Kaltluft
anströmt, sodass dieser eine geringere Temperatur als der tatsächlich im Garraum herrschenden
Temperatur misst.
[0006] Aus der
DE 26 21 927 ist ein Verfahren zum Garen von Lebensmitteln bekannt, bei denen ein Umluftgebläse
in Abhängigkeit von fest vorgegebenen Temperaturschwellwerten ein- und ausgeschaltet
wird.
[0007] In der
EP 2 287 533 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts beschrieben, bei dem ein Kühllüfter
angesteuert wird, der einer Steuerungseinheit zugeordnet ist, wobei die Ansteuerung
über einen in einem Installationsraum vorgesehenen Temperatursensor erfolgt.
[0008] Die
DE 20 2004 015 290 U1 beschreibt ein Verfahren sowie eine Vorrichtung, bei der der Energieeintrag in ein
zu garendes Gargut gleichmäßig erfolgen soll, indem ein Luftstrom gleichmäßig auf
das Gargut aufgebracht wird.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, das Garverfahren dahingehend weiterzubilden,
dass eine bessere, reproduzierbare Qualität der gegarten Lebensmittel erreicht wird.
[0010] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Verfahren nach Anspruch 1 vorgesehen.
[0011] Über die Abhängigkeit vom Garprogramm kann beispielsweise bei einem Trocknungsprogramm
für Mandeln ein Taktverhältnis mit langen Stillstandsphasen des Lüfters verwendet
werden, um ein ruhiges Garraumklima zu gewährleisten. Die Stillstandsphasen werden
lediglich von kurzen Betriebsphasen des Lüfters unterbrochen, die eine Mindest-Luftumwälzung
gewährleisten, so dass ein ausreichender Energieeintrag in die Mandeln sichergestellt
ist.
[0012] Auch kann bei einem Garprogramm, das längere Haltephasen vorsieht, ein Taktverhältnis
mit längeren Stillstandsphasen verwendet werden. Dies gewährleistet, dass das Gargut
nicht austrocknet.
[0013] Das Unterschreiten der vorbestimmten Schwelle zeigt an, dass sich die Kerntemperatur
des zu garenden Produkts dem Sollwert nähert, sodass der Anteil der Phasen, während
denen dem Garraum Energie zugeführt wird, verringert werden kann.
[0014] Das Taktverhältnis hängt also von der Temperatur ab. So kann beispielsweise bei Gartemperaturen
unter 100 °C, wie sie für das Trocknen von Lebensmitteln verwendet werden, längere
Stillstandsphasen verwendet werden. Bei Temperaturen über 240 °C werden dagegen entweder
kurze Stillstandsphasen oder gar keine Stillstandsphasen verwendet, da es in diesen
Temperaturbereichen auf einen maximalen Energieeintrag in die zu garenden Lebensmittel
ankommt, wofür die Luftumwälzung vorteilhaft ist.
[0015] Beispielsweise steigt der Anteil der Stillstandsphasen, wenn die Garraumtemperatur
steigt. Ein Anstieg der Garraumtemperatur deutet darauf hin, dass aktuell ausreichend
viel Energie in den Garraum eingebracht wird. Dies erlaubt, den Lüfter zeitweilig
auszuschalten.
[0016] Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass der Anteil der Stillstandsphasen zunächst
verdoppelt wird, dann der Verlauf der Garraumtemperatur über eine bestimmte Zeit ausgewertet
wird und anschließend der Anteil der Stillstandsphasen nochmals verdoppelt wird, wenn
die Garraumtemperatur weiter ansteigt. Mit einer solchen Regelstrategie kann das Taktverhältnis
sehr schnell an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden, indem die Stillstandsphasen
in sehr großen Schritten verlängert werden, bis sich der gewünschte Einfluss auf die
Garraumtemperatur einstellt.
[0017] Das Taktverhältnis kann von der Ableitung der gemessenen Temperatur nach der Zeit
abhängen, also von der Steigung der Temperaturkurve. Hierdurch lassen sich zusätzliche
Parameter für die Anpassung des aktuell verwendeten Garprogramms an die Anforderungen
heranziehen. Beispielsweise kann, wenn die Steigung der Temperaturkurve gering ist
und gleichzeitig die gemessene Temperatur, beispielsweise die Kerntemperatur, noch
einen großen Abstand vom Sollwert hat, der Anteil der Stillstandsphasen verringert
werden, damit der Garprozess nicht zu lange dauert.
[0018] Wenn die Temperatur am Schaft eines Kerntemperaturfühlers gemessen wird und die Steigung
der Temperaturkurve negative Werte hat, kann der Anteil der Stillstandsphasen verringert
werden. In diesem Fall bedeuten negative Werte der Ableitung der Temperatur nach der
Zeit, dass das Garprodukt Temperatur an den Garraum abgibt.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Taktverhältnis abhängt von der
Beladung des Gargeräts. Eine hohe Beladung des Gargeräts führt zu einer hohen Wärmeabnahme
im Gargerät, so dass grundsätzlich ein geringerer Anteil an Stillstandsphasen sinnvoll
ist.
[0020] Es kann vorgesehen sein, dass bei einer Beladung des Gargeräts oberhalb eines oberen
Schwellenwertes der Anteil der Stillstandsphasen verringert wird, insbesondere halbiert
wird. Dies ergibt einen näherungsweise angepassten Startwert für das Taktverhältnis,
das jedoch in Abhängigkeit von weiteren Parametern, beispielsweise dem Verlauf der
Gartemperatur, weiter individuell angepasst werden kann. Dasselbe gilt bei einer Beladung
des Gargeräts unterhalb eines unteren Schwellenwertes; dann wird der Anteil der Stillstandsphasen
erhöht, insbesondere vervierfacht.
[0021] Es kann auch vorgesehen sein, dass das Taktverhältnis abhängt vom Kaliber der im
Garraum zu garenden Produkte. So kann vorgesehen sein, dass bei großen Kalibern ein
höherer Anteil an Stillstandsphasen verwendet wird, beispielsweise durch eine Vervierfachung
der Pausenzeiten.
[0022] Zur Ermittlung des Kalibers kann vorgesehen sein, dass der Verlauf der Kerntemperatur
über der Zeit ausgewertet wird. Dies kann mit geringem Aufwand in intelligente Garprogramme
integriert werden.
[0023] Das Kaliber der zu garenden Produkte kann dahingehend berücksichtigt werden, dass
ein größerer Anteil an Stillstandsphasen verwendet wird, wenn das Kaliber oberhalb
einer vorbestimmten Schwelle liegt.
[0024] Vorzugsweise wird die Kerntemperatur auch dahingehend berücksichtigt, dass die kaliberabhängige
Verlängerung der Stillstandsphasen erst zugelassen wird, wenn die Kerntemperatur bereits
angestiegen ist. Andernfalls würde sich der Garprozess zu lange hinziehen.
[0025] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Wärmeabnahme im Garraum ermittelt wird anhand
des Verlaufs der Temperatur während einer Stillstandsphase des Lüfters. Auf diese
Weise werden Störfaktoren, beispielsweise der Energieeintrag durch den Lüfter, eliminiert.
[0026] Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass bei einer Wärmeabnahme, die oberhalb einer
vorbestimmten Schwelle liegt, der Anteil der Stillstandsphasen verringert wird. Ein
höherer Anteil an Betriebsphasen des Lüfters gewährleistet, dass dem Garraum viel
Energie zugeführt werden kann, so dass die große Wärmeabnahme im Garraum kompensiert
wird.
[0027] Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass ermittelt wird, wie viel Energie dem
Garraum zugeführt werden muss, bis wieder eine Solltemperatur erreicht ist, und dass
nachfolgend der Anteil der Stillstandsphasen verringert wird, wenn die benötigte Energie
oberhalb einer vorbestimmten Schwelle lag. Auch dies ermöglicht es, mit geringem Aufwand
das Taktverhältnis an die Wärmeabnahme im Garraum anzupassen und auf diese Weise eine
hohe, reproduzierbare Qualität der gegarten Produkte zu erzielen.
[0028] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Energiespartaste am Gargerät vorgesehen,
wobei der Anteil der Stillstandsphasen erhöht wird, insbesondere verdoppelt, wenn
die Energiespartaste gedrückt wurde. Dies ermöglicht es einem Bediener, den aktuell
verwendeten Garprozess dahingehend zu beeinflussen, dass der Fokus auf eine Energieeinsparung
gelegt wird, während im Gegenzug eine Verlängerung der Gardauer toleriert wird.
[0029] Es kann auch vorgesehen sein, dass eine geräuscharme Betriebsphase vom Bediener angewählt
werden kann, wobei in diesem Fall der Anteil der Stillstandsphasen erhöht wird. Auf
diese Weise kann temporär, wenn die vom Gargerät erzeugten Betriebsgeräusche vom Bediener
als störend empfunden werden, eine geräuschärmere Betriebsart eingestellt werden.
[0030] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Anteil der Stillstandsphasen
verringert wird, wenn die Temperatur im Elektroinstallationsraum des Gargeräts oberhalb
einer vorbestimmten Schwelle liegt. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass ein hoher
Anteil an Stillstandsphasen des Lüfters, die für das aktuelle Garprogramm wünschenswert
sind, nicht zu einem Hitzestau im Elektroinstallationsraum des Gargeräts führen.
[0031] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Lüfter mit wechselnden
Drehrichtungen betrieben werden kann und dass Stillstandsphasen mit einem Wechsel
der Drehrichtung abgeglichen werden. Dies verhindert, dass der Lüfter nach Abschluss
einer Stillstandsphase wieder anläuft und kurz danach, da die Drehrichtung umgekehrt
wird, zunächst abbremst und dann in der entgegengesetzten Richtung wieder anläuft.
Stattdessen würde in einem solchen Fall der Lüfter unmittelbar in der neuen Drehrichtung
in Betrieb gesetzt.
[0032] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung werden zwei oder mehr Temperaturfühler ausgewertet,
und die Stillstandsphasen werden verkürzt oder abgebrochen, wenn die Differenz zwischen
den von den beiden Temperaturfühlern erfassten Temperaturen, insbesondere Schaft-
und Garraumtemperatur, einen Schwellenwert überschreitet. Eine Überschreitung des
Schwellenwerts deutet auf eine ungleichmäßige Temperaturverteilung im Garraum hin,
der durch längere Betriebsphasen des Lüfters entgegengewirkt wird.
[0033] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben, das
in der beigefügten einzigen Zeichnung dargestellt ist.
[0034] Allgemein ausgedrückt ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen, dass das
Taktverhältnis des Lüfters, also das Verhältnis von Betriebs- zu Stillstandsphasen,
variabel an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann. Der Hauptparameter,
der das jeweils gewählte Taktverhältnis bestimmt, ist die Wärmeabnahme im Garraum,
also die Menge an Wärme, die von den sich im Garraum befindenden Lebensmitteln, den
sich im Garraum befindenden Zubehörteilen sowie von den Begrenzungen des Garraums
(also Seitenwänden, Boden, Decke und Tür) aufgenommen wird. Anders ausgedrückt entspricht
die Wärmeabnahme im Garraum der Energiemenge, die dem Garraum zugeführt werden muss,
um eine konstante Temperatur im Garraum aufrechtzuerhalten. Andere Parameter, die
das Taktverhältnis beeinflussen, sind die Garraumtemperatur, das Gargut, das Garprogramm
sowie verschiedene Temperaturverläufe.
[0035] Das Taktverhältnis kann grundsätzlich frei eingestellt werden. Beispiele sind eine
Einschaltzeit von 25 Sekunden und eine Ausschaltzeit von 360 Sekunden oder eine Einschaltzeit
von 15 Sekunden und eine Ausschaltzeit von 1.000 Sekunden. Zusätzlich kann die Drehzahl
des Lüfters in der Betriebsphase variiert werden, entweder stufenlos oder in vordefinierten
Stufen. Dabei kann das jeweilige Taktverhältnis in der Steuerung des Gargeräts gespeichert
und bei Bedarf in ein Garprogramm oder einen Garprozess eingebunden werden.
[0036] Der besondere Vorteil eines sich automatisch anpassenden Taktverhältnisses wird deutlich,
wenn man die Auswirkungen von unterschiedlichen Beschickungsmengen betrachtet. Überraschenderweise
wurde festgestellt, dass es vorteilhaft ist, bei geringen Beschickungsmengen einen
größeren Anteil an Stillstandsphasen im Taktverhältnis zu verwenden. Dadurch sinkt
nicht nur der Energieverbrauch ab, da der Antriebsmotor des Lüfters seltener betrieben
wird, sondern es verringern sich auch die Wärmeverluste an den Garraumwänden und der
Tür. Bei maximaler Beschickung sollte dagegen der Anteil der Stillstandsphasen verringert
werden, da sich ansonsten eine Temperaturschichtung im Garraum einstellen kann, die
zu einer ungleichmäßigen Garung führt (die oben positionierten Gargüter erhalten mehr
Energie).
[0037] Die Beladungsmenge kann anhand vorhandener Lasterkennungen (beispielsweise aufgrund
des Temperaturabfalls nach dem Beladen, anhand der Steigung des Anstiegs der Temperatur
nach der Beladung oder durch Gewichtsmessung, Kundeneingabe oder anderer Dateneingabe
wie Barcodescannung, Feuchteentwicklung im Garraum, Energieabnahme und/oder Energieverbrauch)
erkannt werden.
[0038] Beispielsweise kann eine halbe Beladung des Garraums als Standardwert angesehen werden.
Eine hohe Beladung führt dann beispielsweise zu einer Halbierung der Stillstandsphasen
des Lüfters, während eine geringe Beladung zu einer Vervierfachung der Stillstandsphasen
des Lüfters führt. Konkret kann dies bedeuten, dass bei einer geringen Beladung eine
Betriebsphase von 10 Sekunden gefolgt wird von einer Stillstandsphase von 440 Sekunden.
[0039] Ein anderer Parameter, der Einfluss auf das Taktverhältnis hat, ist die Art des Garguts.
Wenn beispielsweise Mandeln geröstet oder feuchte Obstscheiben, z.B. Apfelring oder
Orangenscheiben, getrocknet werden, wird zu Beginn des Trocknens vorzugsweise ein
geringer Anteil an Stillstandsphasen verwendet, um die Feuchtigkeit von der Lebensmitteloberfläche
abzuführen, so dass die Feuchtigkeit aus dem Inneren nachfließen kann und diese dann
auch abgeführt wird. Um die hohe Feuchtigkeit, die zu Beginn eines Trocknungsvorganges
vorhanden ist, schnell abzutransportieren, läuft der Lüfter am besten durchgehend.
Wenn dagegen der Trocknungsvorgang weiter fortgeschritten ist, ist der limitierende
Parameter der Trocknungsgeschwindigkeit der Feuchtenachfluss aus dem Lebensmittelinneren.
Daher wird in dieser Phase der Lüfter reduziert oder getaktet, also mit einem hohen
Anteil an Stillstandsphasen betrieben, um ein ruhiges Garraumklima zu erhalten. Es
wird lediglich ein kleiner Mindestanteil an Betriebsphasen des Lüfters verwendet,
der den ausreichenden Energieübertrag gewährleistet, aber ein Übertrocknen der Lebensmitteloberfläche,
das zu einer porösen Struktur führen könnte, verhindert.
[0040] Ein weiterer Parameter, der das Taktverhältnis beeinflusst, ist die Garart. So wird
beim Niedertemperaturgaren eine geringere Luftumwälzung gewünscht, also ein höherer
Anteil an Stillstandsphasen des Lüfters, um zu verhindern, dass die Oberfläche des
Garguts austrocknet. Auch ist es bei Trocknungsverfahren nicht notwendig, permanent
einen Luftstrom an der Oberfläche des zu trocknenden Produkts aufrechtzuerhalten,
da der Feuchteabtransport an der Oberfläche durch den Wassertransport im Inneren des
Gargeräts limitiert ist, jedenfalls in einer fortgeschrittenen Trocknungsphase. Würde
hier durch eine hohe Luftströmung ein hoher Feuchteabtransport der Oberfläche erzwungen,
führte dies zu einem spröden Endprodukt. Auch beim gewichtsschonenden Garen ist es
erwünscht, dass das zu garende Produkt nicht austrocknet. Hier ist ein hoher Anteil
an Stillstandsphasen des Lüfters vorteilhaft, um das Mikroklima um das Gargut herum
nicht zu stören.
[0041] Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass der Benutzer die von ihm erprobten und für
gut befundenen Taktverhältnisse speichern und in die Garprogramme beziehungsweise
-prozesse einbinden kann, und zwar individuell für jeden Garprogrammschritt.
[0042] Auch das aktuell verwendete Garprogramm hat grundsätzlich Auswirkungen auf das jeweils
geeignete Taktverhältnis. Wird beispielsweise gedämpft, wird ein geringer Anteil an
Stillstandsphasen des Lüfters verwendet, da ansonsten keine Dampfdurchmischung im
Garraum gewährleistet ist. Bei Anbrat- und Krustierphasen eines Garprogramms sind
dagegen allenfalls kurze Stillstandsphasen des Lüfters sinnvoll, um einen maximalen
Energieeintrag in das zu garende Produkt zu gewährleisten. Während Haltephasen eines
Garprogramms können dagegen lange Stillstandsphasen zwischengeschaltet werden, ohne
dass sich dies negativ auf die Qualität der zu garenden Produkte auswirkt. Bei einem
Reinigungsprogramm können Stillstandsphasen dann verwendet werden, wenn eine übermäßige
Schaumbildung erkannt wird.
[0043] Grundsätzlich ist das jeweils verwendete Taktverhältnis nicht mit dem Ein- und Ausschalten
der Heizung des Gargeräts verknüpft. Anders ausgedrückt gibt es keine zwangsweise
Koppelung dahingehend, dass beim Einschalten der Heizung auch der Lüfter eingeschaltet
werden muss, oder dass bei eingeschaltetem Lüfter auch die Heizung betrieben werden
muss.
[0044] In der beigefügten Figur ist dargestellt, wie die Taktung des Lüfters sich in Abhängigkeit
von der Wärmeabnahme im Garraum ändert. Im unteren Teil des Diagramms ist der Betrieb
des Lüfters aufgetragen, wobei hier zur Vereinfachung davon ausgegangen wird, dass
der Lüfter mit konstanter Drehzahl betrieben wird. Somit ändert sich der Zustand zwischen
einer Betriebsphase (die Kurve hat den Wert "1") und einer Stillstandsphase (die Kurve
hat den Wert "0"). Als konkreter Parameter, der mit der Wärmeabnahme im Garraum korreliert,
wird hier die Garraumtemperatur T herangezogen. Während einer ersten Stillstandsphase
des Lüfters sinkt die Temperatur im Garraum vom Temperaturniveau T
1 auf eine Temperatur T
2 ab. Die Differenz zwischen diesen beiden Temperaturen wird als oberhalb einer vordefinierten
Schwelle liegend erkannt. Daraufhin wird in einer sich anschließenden Betriebsphase
das Taktverhältnis so geändert, dass längere Betriebsphasen und kürzere Stillstandsphasen
des Lüfters verwendet werden. Nach drei Betriebsphasen des Lüfters wird dann wieder,
quasi testweise, eine längere Stillstandsphase eingeschoben, um zu überprüfen, wie
groß nun die Wärmeabnahme im Garraum (und damit der Temperaturabfall) ist. Nach Abschluss
der Stillstandsphase ist die Temperatur im Garraum auf einen Wert T
3 abgefallen, wobei die Differenz zwischen den Temperaturen T
1 und T
3 unterhalb einer vorbestimmten Schwelle liegt. Daran erkennt die Steuerung des Gargeräts,
dass nun ein Taktverhältnis mit einem größeren Anteil an Stillstandsphasen verwendet
werden kann.
[0045] Alternativ kann für die Anpassung des Taktverhältnisses auch ausgewertet werden,
wie viel Energie nötig ist, um nach einer Stillstandsphase wieder eine Solltemperatur
zu erreichen. Dabei wird der Lüfter vorzugsweise durchgehend betrieben, bis die Solltemperatur
wieder erreicht ist.
[0046] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann auch durch ein Messen der Feuchte im Garraum
und/oder Messen der Abdampfrate die Energie der entstandenen Feuchte bestimmt werden
(Verdampfungswärme). Diese Feuchte stammt aus dem Lebensmittel. Der Lüfter wird nun
so gesteuert, dass die Wärmeabnahme um die Verdampfungswärme reduziert wird.
[0047] Die Wärmeabnahme im Garraum kann auch über die Kerntemperatur bestimmt werden. Über
die Messung der Kerntemperaturen kann ein Wärmegradient des Lebensmittels bestimmt
werden. Je geringer das Gefälle dieses Wärmegradienten ist , desto weniger Energie
fließt ins Lebensmittel. Somit muss die Wärmeabnahme im Garraum reduziert werden.
[0048] Es kann auch vorgesehen sein, die Veränderung oder den Absolutwert des Gewichtsverlusts
während einer Stillstandsphase wird mit dem einer Aktivphase zu vergleichen. Die Wärmeabnahme
wird so eingestellt, dass diese identisch sind.
[0049] Die Wärmeabnahme kann auch an tiefgekühlte Produkte angepasst werden. Erhält das
Gerät die Information, dass sich im Garraum ein tiefgekühltes Produkt befindet (dies
hat eine geringere Wärmeleitfähigkeit als ein Produkt mit der Ausgangstemperatur über
dem Gefrierpunkt), wird die Wärmeabnahme reduziert.
1. Verfahren zum Garen eines Lebensmittels in einem Gargerät, das eine Heizung und einen
Lüfter aufweist, der in Intervallen betrieben werden kann, wobei das Verhältnis von
Betriebs- zu Stillstandsphasen des Lüfters (Taktverhältnis) in Abhängigkeit von der
Wärmeabnahme im Garraum des Gargeräts variiert wird, wobei das Taktverhältnis vom
Garprogramm abhängt, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerntemperatur eines zu garenden Produkts überwacht wird und der Anteil der Stillstandsphasen
erhöht wird, wenn die Differenz zwischen der Ist-Kerntemperatur und entweder der Garraumtemperatur
und/oder der Schafttemperatur eines Temperaturfühlers unter eine vorbestimmte Schwelle
fällt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Garprogramm, das ein trockenes Garen vorsieht, längere Stillstandsphasen
verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Garprogramm, das lange Haltephasen vorsieht, längere Stillstandsphasen
verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ermittelt wird, wie viel Energie dem Garraum zugeführt werden muss, bis wieder eine
Solltemperatur erreicht ist, und dass nachfolgend der Anteil der Stillstandsphasen
verringert wird, wenn die benötigte Energie oberhalb einer vorbestimmten Schwelle
lag.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung des Verlaufs der Kerntemperatur eines zu garenden Produkts überwacht
wird und der Anteil der Stillstandsphasen verringert wird, wenn die Steigung bei einem
vorgegebenen Abstand zwischen der Ist-Kerntemperatur und der Soll-Kerntemperatur unterhalb
einer vorbestimmten Schwelle liegt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Energiespartaste vorgesehen ist und dass der Anteil der Stillstandsphasen erhöht
wird, insbesondere verdoppelt, wenn die Energiespartaste gedrückt wurde.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine geräuscharme Betriebsphase angewählt werden kann und dass der Anteil der Stillstandsphasen
erhöht wird, wenn die geräuscharme Betriebsphase angewählt ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lüfter mit wechselnden Drehrichtungen betrieben werden kann und dass Stillstandsphasen
mit einem Wechsel der Drehrichtung abgeglichen werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Temperaturfühler ausgewertet werden und die Stillstandsphasen verkürzt
oder abgebrochen werden, wenn die Differenz zwischen den von den beiden Temperaturfühlern
erfassten Temperaturen, insbesondere Schaft- und Garraumtemperatur, einen Schwellenwert
übersteigt.
1. A method of cooking a food in a cooking appliance which includes a heater and a fan
that can be operated at intervals, wherein the ratio between operating phases and
standstill phases of the fan (clock ratio) is varied as a function of the decrease
in heat in the cooking chamber of the cooking appliance, the clock ratio being dependent
on the cooking program, characterized in that the core temperature of a product to be cooked is monitored and the portion of the
standstill phases is increased when the difference between the actual core temperature
and either the cooking chamber temperature and/or the shank temperature of a temperature
sensor falls below a predetermined threshold.
2. The method according to claim 1, characterized in that longer standstill phases are used in a cooking program that provides a dry cooking.
3. The method according to claim 2, characterized in that longer standstill phases are used in a cooking program that provides long holding
phases.
4. The method according to any of the preceding claims, characterized in that it is determined how much energy has to be supplied to the cooking chamber until
a set-point temperature is reached again, and in that subsequently the portion of the standstill phases is reduced if the required energy
was above a predetermined threshold.
5. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the gradient of the profile of the core temperature of a product to be cooked is
monitored and the portion of the standstill phases is reduced if the gradient is below
a predetermined threshold at a pre-defined distance between the actual core temperature
and the set-point core temperature.
6. The method according to any of the preceding claims, characterized in that a power save key is provided and in that the portion of the standstill phases is increased, in particular doubled, when the
power save key has been pressed.
7. The method according to any of the preceding claims, characterized in that a low-noise operating phase can be selected and in that the portion of the standstill phases is increased when the low-noise operating phase
has been selected.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the fan can be operated with alternating directions of rotation and in that standstill phases are coordinated with a change of the direction of rotation.
9. The method according to any of the preceding claims, characterized in that two or more temperature sensors are evaluated and the standstill phases are shortened
or discontinued if the difference between the temperatures detected by the two temperature
sensors, in particular the shank temperature and the cooking chamber temperature,
exceeds a threshold value.
1. Procédé de cuisson d'un produit alimentaire dans un appareil de cuisson qui présente
un chauffage et une soufflante apte à être mise en marche par intervalles, le rapport
entre des phases de marche et des phases d'arrêt de la soufflante (rapport cyclique)
étant varié en fonction de la réduction de chaleur dans l'espace de cuisson de l'appareil
de cuisson, le rapport cyclique dépendant du programme de cuisson, caractérisé en ce que la température au cœur d'un produit à cuire est surveillée et la part des phases
d'arrêt est augmentée lorsque la différence entre la température au cœur réelle et
la température d'espace de cuisson et/ou la température de tige d'un capteur de température
tombe au-dessous d'une valeur seuil prédéterminée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que des phases d'arrêt plus longues sont utilisées dans un programme de cuisson qui prévoit
une cuisson sèche.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que des phases d'arrêt plus longues sont utilisées dans un programme de cuisson qui prévoit
de longues phases d'interruption.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la quantité d'énergie devant être amenée vers l'espace de cuisson jusqu'à ce qu'une
température de consigne est de nouveau atteinte est déterminée, et en ce que la part des phases d'arrêt est ensuite réduite lorsque l'énergie requise est supérieure
à une valeur seuil prédéterminée.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pente du profil de la température au cœur d'un produit à cuire est surveillée
et en ce que la part des phases d'arrêt est réduite lorsque la pente pour un écart prédéterminé
entre la température au cœur réelle et la température au cœur de consigne est inférieure
à une valeur seuil prédéterminée.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu une touche d'économie d'énergie et en ce que la part des phases d'arrêt est augmentée, en particulier doublée lorsque la touche
d'économie d'énergie est enfoncée.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est possible de sélectionner une phase de marche silencieuse et en ce que la part des phases d'arrêt est augmentée lorsque la phase de marche silencieuse est
sélectionnée.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la soufflante est apte à être mise en marche avec des sens de rotation alternants
et en ce que des phases d'arrêt sont comparées avec un changement du sens de rotation.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que deux capteurs de température ou plus sont évalués et en ce que les phases d'arrêt sont raccourcies ou interrompues lorsque la différence entre les
températures saisies par les deux capteurs de température, en particulier la température
de la tige et la température de l'espace de cuisson, dépassent une valeur seuil.