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EP 2 573 254 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.08.2014 Patentblatt 2014/33 |
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Anmeldetag: 03.09.2012 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Nadelrichtanordnung zur Verzugskorrektur einer geförderten Warenbahn sowie ein zugehöriges
Verfahren
Needle draft correcting device for correcting the draft of a textile sheet and associated
method
Dispositif de correction de déformation d'une structure textile, ainsi qu'un procédé
correspondant
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
20.09.2011 DE 102011113665
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.03.2013 Patentblatt 2013/13 |
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Patentinhaber: Mahlo GmbH & Co. KG |
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93342 Saal/Donau (DE) |
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Erfinder: |
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- Fischer, Bernhard
84069 Schierling (DE)
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Vertreter: Graf Glück Kritzenberger |
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Hermann-Köhl-Strasse 2a 93049 Regensburg 93049 Regensburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 2 019 165 JP-A- 11 222 767 US-A- 4 494 740
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WO-A2-2011/085716 JP-A- 2001 200 468
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Nadelrichtanordnung zur Verzugskorrektur einer geförderten
Warenbahn gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein zugehöriges Verfahren
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 8.
[0002] Während des maschinellen Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses von geförderten
Warenbahnen tritt häufig ein Warenverzug auf. Derartige Verzüge der Warenbahn verändern
die Struktur der aus diesen hergestellten Waren wie beispielsweise Textilien oder
gewebte Teppiche, wodurch wiederum der Gebrauchswert der Waren gemindert wird und/oder
die Weiterverarbeitung der Waren beeinträchtigt wird.
[0003] Eine textile Warenbahn besteht insbesondere aus rechtwinklig überkreuzten Fäden,
die während des Webvorgangs im Webstuhl bzw. in der Webmaschine erzeugt werden. Hierbei
wird zwischen den Längsfäden ("Kette") und den Querfäden ("Schuss") unterschieden.
Aufgrund des überlicherweise schräg zur Warenlaufrichtung verlaufenden Verzugs ("Schrägverzug")
oder bogenförmig zur Warenlaufrichtung verlaufenden Verzugs ("Bogenverzug") der textilen
Warenbahn wird die orthogonale Textilstruktur von Kette und Schuss verformt. Der ursprünglich
orthogonale Aufbau von Kette und Schuss oder deren Maschenreihen werden somit schräg
oder bogenförmig verändert, d.h. ein Schräg- und/oder Bogenverzug liegt vor.
[0004] Zur Wiederherstellung der ursprünglich orthogonalen Struktur wird die Textilbahn
über maschinelle Richtanordnungen geführt, bei der mittels schräg oder bogenförmig
zur Laufrichtung der Textilbahn angeordneten Walzeneinheiten die bestehenden Verzüge
durch entsprechendes Aufbringen von Ausgleichskräften auf die bewegte textile Warenbahn
ausglichen werden. Derartige walzenbasierte Richtanordnungen werden bevorzugt zur
Beseitigung von bogenförmigen Faden- und Maschenverzug eingesetzt.
[0005] Alternativ sind so genannte Nadelrichtanordnungen bekannt, bei denen die bewegte
textile Warenbahn an den gegenüberliegenden Warenbahnkanten über zumindest zwei gegenüber
angeordnete Nadelrichträder quer zur Laufrichtung der textilen Warenbahn gespannt
wird. Durch Schwenken der Richträder um eine Schwenkachse in einen vorgegebenen Winkel
zur Laufrichtung der textilen Warenbahn und mit einer vorgegebenen Querkraft wird
jeweils eine seitlich nach außen wirkende Querspannung in die textile Warenbahn eingeleitet
und dadurch eine Spreizung der Warenbahn bewirkt. Die Warenbahnkanten der verzogenen
textilen Warenbahn werden somit mit einer definierten Richtkraft nach außen, d.h.
in Richtung des Schusses der Textilbahn beaufschlagt. So entsteht eine Kräftekomponente,
die bestrebt ist, die Parallelogrammstruktur in die ursprünglich orthogonale Struktur
zurückzuformen.
[0006] Hierbei ergibt sich durch die Schrägstellung der Richträder ausgehend von Aufnadelstelle,
in welcher ein minimaler Spreizungswert vorliegt, ein Ansteigen des Spreizungswertes
der Warenbahn bis zum einem maximalen Spreizungswert und nach Überschreiten dessen
ein Abnehmen des Spreizungswertes der Warenbahn bis zur Abnadelstelle. Da durch die
Richträder per se zumindest ein geringfügiger Bogenverzug in die Warenbahn eingebracht
wird, ist der Nadelrichtanordnung häufig eine Bogenrichtwalzenanordnung nachgeschaltet.
[0007] Entscheidend für den Umfang der durch die Nadelrichtanordnung eingebrachten Restverzüge,
insbesondere Bogenverzüge ist jedoch der Zeitpunkt des Abnehmens bzw. Abnadelns der
textilen Warenbahn von den Richträdern. So erhöht sich beispielsweise der durch die
Nadelrichtanordnung eingebrachte Bogenverzug bei einem zu späten Abnadeln der Warenbahn
von den Richträdern, wohingegen bei einem zu frühen Abnadeln noch so hohe Richtkräfte
auf die Warenbahn wirken, dass die Warenbahn nahezu aus den Richträdern gerissen wird,
wodurch Kantenverzüge bis hin zur Beschädigung der Warenkanten entstehen können. Der
Zeitpunkt der Abnadelung der Warenbahn bzw. die Auswahl der Abnadelstelle von den
Richträdern ist insbesondere abhängig von den Materialeigenschaften, insbesondere
deren Elastizität und/oder dem Warenbahnzustand, insbesondere der Stärke des vorliegenden
Warenverzugs. Auch kommt der Breite der Warenbahn beim Aufnadeln eine besondere Bedeutung
zu, welche aufgrund der maschinellen Förderung der Warenbahn üblicherweise die Breite
der Warenbahn im unbelasteten Zustand unterschreitet. Bei herkömmlichen Nadelrichtanordnungen
erfolgt die Abnadelung der Warenbahn unabhängig von deren Warenbahneigenschaften immer
gleich, so dass zum Teil hohe Restverzüge in die Warenbahn eingebracht werden, die
zu einem erhöhten maschinellen Aufwand in deren Nachkorrektur führen.
[0008] Eine Nadelrichtanordnung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
JP 2001200468 bekannt.
[0009] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Nadelrichtanordnung
und ein zugehöriges Verfahren zur Einstellung der Abnadelstelle einer Nadelrichtanordnung
anzugeben, welches eine im Vergleich zu bekannten Nadelrichtanordnungen eine verbesserte
Richtwirkung aufweist. Die Aufgabe wird ausgehend von einer Nadelrichtanordnung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.
Die Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in dem Patentanspruch 8 aufgeführt.
[0010] Der wesentliche Aspekt der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist darin zu sehen, dass
die Abnadelwalze schwenkbar um eine Schwenkachse ausgebildet ist. Hierdurch ist eine
warenbahnindividuelle Einstellung der Abnadelstelle möglich, welche zu einer deutlich
verbesserten Verzugskorrektur führt.
[0011] Weiterhin vorteilhaft ist durch Verschwenken der Abnadelwalze um die den ersten und
zweiten Drehpunkt der Nadelrichträder aufnehmende Schwenkachse die Abnadelstelle einstellbar.
[0012] Die Nadelrichträder sind zur Erzeugung eines Spreizungsprofils mit einem ersten und
zweiten Spreizungsprofilbereich ausgebildet, wobei der erste und zweite Spreizungsprofilbereich
näherungsweise symmetrisch zueinander sind. Vorteilhaft ist die Abnadelstelle im zweiten
Spreizungsprofilbereich einstellbar.
[0013] Der maximale Spreizungswert des Spreizungsprofils der Richträder liegt an derjenigen
stirnseitigen Umfangsstelle der Richträder vor, an der der Abstand der der Schwenkachse
gegenüberliegenden stirnseitigen Umfangsstelle zur jeweiligen Schwenkachse maximal
ist. Vorzugsweise nimmt im zweiten Spreizungsprofilbereich der Spreizungswert vom
maximalen Spreizungswert zur Abnadelstelle hin abnimmt.
[0014] Ebenfalls ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Einstellung
der Abnadelstelle einer zumindest zwei Nadelrichträder aufweisenden Nadelrichtanordnung
zur Verzugskorrektur einer geförderten, insbesondere textilen Warenbahn, bei dem die
geförderte Warenbahn mit den gegenüberliegenden Warenkanten an einer Aufnadelstelle
auf die Nadelrichträder aufgebracht wird und an einer Abnadelstelle von den Nadelrichträdern
wieder abgenommen wird. Vorteilhaft wird die Abnadelstelle mittels einer schwenkbaren
Abnadelwalze warenbahnabhängig eingestellt. Zur Einstellung der Abnadelstelle wird
die Abnadelwalze vorzugsweise entlang des Umfangs der Nadelrichträdern verschwenkt,
wobei die Abnadelstelle abhängig von den Materialeigenschaften der Warenbahn, insbesondere
deren Elastizität und/oder der Stärke des Verzugs der Warenbahn und/oder der Breite
der Warenbahn an der Aufnadelstelle eingestellt wird.
[0015] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Figuren näher erläutert werden. Zudem ergeben sich Weiterbildungen, Vorteile und
Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung auch aus der nachfolgenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen und aus den Figuren. Dabei sind alle beschriebenen und/oder
bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich
Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder
deren Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung
gemacht.
[0016] Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Erfindung keinesfalls auf
die angegebenen Beispiele beschränkt sein soll. Es zeigen
- Fig. 1
- beispielhaft eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Nadelrichtanordnung,
- Fig. 2
- beispielhaft einen schematischen Querschnitt durch eine Richtmaschine umfassend eine
Nadelrichtanordnung gemäß Figur 1 sowie weitere Walzenanordnungen und
- Fig. 3
- beispielhaft eine schematischen Ansicht auf das durch die Nadelrichtanordnung erzeugte
Spreizungsprofil der Warenbahn.
[0017] In Figur 1 ist in einer perspektivischen Ansicht einer erfindungsgemäßen Nadelrichtanordnung
1 in vereinfachter Darstellung gezeigt, welche zumindest ein erstes Nadelrichtrad
2 und ein zweites Nadelrichtrad 3 aufweisen. Die Nadelrichträder 2, 3 weisen jeweils
von der Stirnseite in radialer Richtung nach außen abstehende Nadeln auf, die nahezu
gleichmäßig entlang des stirnseitigen Umfanges der Nadelrichträder 2 verteilt sind.
Eine derartige Nadelrichtanordnung 1 kann entweder Teil einer Textilverarbeitungsmaschine
oder einer Richtmaschine 4 sein.
[0018] In Figur 2 ist beispielsweise ein schematischer Querschnitt durch eine Richtmaschine
4 dargestellt, welche eine erfindungsgemäße Nadelrichtanordnung 1 aufweist. Die Warenbahn
W wird hierbei in einer Warenlaufrichtung WL durch die Nadelrichtanordnung 1 gefördert
und dadurch einem Richtprozess unterzogen. Die Richtmaschine 4 umfasst beispielsweise
ein schematisch in Figur 2 angedeutetes Maschinengestell 5, in dem die erfindungsgemäße
Nadelrichtanordnung 1 und weitere Walzenanordnungen aufgenommen sind.
[0019] Beispielsweise bildet das Maschinengestell 5 ein starres, rechteckförmiges Rahmengestell
aus, durch welches die Warenbahn W hindurch gefördert werden kann und dabei mehreren
Bearbeitungsschritten unterzogen werden kann. Der prinzipielle technische Aufbau derartiger
Richtmaschinen 4 und insbesondere des hierzu vorgesehenen Maschinengestells 5 ist
aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt und kann unterschiedlichste Realisierungsformen
aufweisen.
[0020] Zum Richten von Verzügen einer über die Nadelrichtanordnung 1 geförderten, insbesondere
textilen Warenbahn W ist das erste Nadelrichtrad 2 drehbar um einen ersten Drehpunkt
DP1 und schwenkbar um eine erste Schwenkachse SA1 und das zweite Nadelrichtrad 3 drehbar
um einen zweiten Drehpunkt DP2 und schwenkbar um eine zweite Schwenkachse SA2 ausgebildet.
[0021] Figur 1 zeigt dabei die Nadelrichträder 2, 3 in Richtstellung, d.h. das erste und
zweite Nadelrichtrad 2, 3 schließen näherungsweise einen spitzen Winkel mit der Warenlaufrichtung
WL ein. Zum Schwenken des ersten und zweiten Nadelrichtrades 2, 3 um die jeweilige
Schwenkachse SA1, SA2 ist eine nicht näher beschriebene Verstellmechanik 6 vorgesehen,
über welche sowohl der Verstellwinkel der Nadelrichträder 2, 3 als auch eine Anpassung
des Abstandes der Nadelrichträder 2, 3 an die jeweils vorliegende Breite B der Warenbahn
W eingestellt werden kann.
[0022] Gemäß dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Warenbahn W über
eine Einlaufwalze 7 einem Walzenzugwerk 8 zugeführt, welches beispielsweise eine S-Umschlingung
aufweisen kann. Dieser folgt eine Breitstreckwalzenanordnung 9 zur faltenfreien Zuführung
der Warenbahn W an die Richtanordnung 1 bzw. deren Richträder 2,3. Nach Durchlaufen
der Richtanordnung 1 wird die Warenbahn W einer ausgangsseitig angeordneten Bogenrichtwalzenanordnung
10 zugeführt, mittels der noch in der Warenbahn W enthaltene minimale Bogenrestverzüge
korrigiert werden können bevor die Warenbahn W die Richtmaschine 4 verlässt.
[0023] Die mittels der Breitstreckwalzenanordnung 9 faltenfrei zugeführte Warenbahn W wird
mit Ihren gegenüberliegenden Warenkanten W', W" an einer Aufnadelstelle N
AUF auf die Nadelrichträder 2, 3 aufgebracht wird und an einer Abnadelstelle N
AB mittels einer Abnadelwalze 11 von den Nadelrichträdern 2, 3 wieder abgenommen wird.
[0024] Unter Aufnadelstelle N
AUF wird hierbei näherungsweise diejenige stirnseitige Umfangsstelle der Nadelrichträder
2, 3 verstanden, an der die jeweilige Schwenkachse SA1, SA2 der Nadelrichträder 2,
3 näherungsweise die Stirnseite der Nadelrichträder 2, 3 schneidet. Die geförderte
Warenbahn W wird dort derart zugeführt, dass diese an der Aufnadelstelle N
AUF von den Nadeln des jeweiligen Nadelrichtrades 2, 3 erfasst wird und anschließend
den angestellten Richträdern 2, 3 folgt, wodurch eine Spreizung der Warenbahn W nach
außen erzeugt wird.
[0025] In Figur 3 ist zur Erläuterung der Wirkungsweise der Nadelrichtanordnung 1 bzw. der
Richträder 2, 3 eine schematische Ansicht des durch die Nadelrichträder 2, 3 erzeugten
Spreizungsprofils SP der auf den Nadelrichträdern 2,3 aufgenadelten Warenbahn W entlang
der Warenlaufrichtung WL dargestellt. Hierbei wird die Breite B der Warenbahn W durch
die in die gegenüberliegenden Warenbahnkanten W', W" eingreifenden Nadeln der Nadelrichträder
2, 3 bei Durchlaufen eines vorgegebenen Umfangsbereiches der Richträder 2, 3 gezielt
vergrößert, d.h. die Warenbahn W gespreizt, und anschließend wieder verkleinert.
[0026] Das Spreizungsprofil SP weist somit einen ersten und zweiten Spreizungsprofilbereich
SP1, SP2 auf, die symmetrisch zueinander verlaufen. Im ersten Spreizungsprofilbereich
SP1 steigt die Spreizungwert S der Warenbahn W entlang des stirnseitigen Umfangs der
Richträder 2, 3 ausgehend von einem minimalen Spreizungswert S
MIN an der Aufnadelstelle N
AUF bis zu einer maximalen Spreizungswert S
MAX kontinuierlich an. Im daran anschließenden zweiten Spreizungsprofilbereich SP2 nimmt
der Spreizungswert S der Warenbahn W entlang des stirnseitigen Umfangs der Richträder
2, 3 vom maximalen Spreizungswert S
MAX bis hin zum minimalen Spreizungswert S
MIN wieder abnimmt.
[0027] Der maximale Spreizungswert S
MAX der Richträder 2, 3 liegt hierbei an derjenigen stirnseitigen Umfangsstelle der Richträder
2, 3 vor, an der der Abstand von der stirnseitigen Umfangsstelle zur jeweiligen Schwenkachse
SA1, SA2 maximal ist, d.h. der Schnittpunkt zwischen einer beide Schwenkpunkte SP1,
SP2 aufnehmenden und senkrecht zu den Schwenkachsen SA1, SA2 verlaufenden Ebene E
und dem der jeweiligen Schwenkachse SA1, SA2 gegenüberliegenden Stirnseite der Richträder
2, 3. Dadurch ergibt sich der in Figur 3 dargestellte zum maximalen Spreizungswert
S
MAX symmetrische Verlauf des Spreizungsprofils SP.
[0028] Erfindungsgemäß ist zum Abnehmen der Warenbahn W von den Richträdern 2, 3 die Abnadelwalze
11 schwenkbar um eine den ersten und zweiten Drehpunkt DP1, DP2 der Nadelrichträder
2, 3 aufnehmende Schwenkachse SA ausgebildet, und zwar derart, dass durch Verschwenken
der Abnadelwalze 11 um die Schwenkachse SA die Abnadelstelle N
AB entlang des stirnseitigen Umfangs der Richträdern 2, 3 einstellbar ist. Dadurch kann
besonders vorteilhaft abhängig von den Eigenschaften der zu verarbeitenden Warenbahn
W - wie beispielsweise deren Elastizität und/oder die Stärke des vorliegenden Warenverzugs
- die Abnadelstelle N
AB der Nadelrichtanordnung 1 individuell eingestellt werden, um dadurch ein deutlich
verbessertes Richtergebnis zu erhalten. Die Einstellung der Abnadelstelle N
AB kann entweder manuell oder maschinell mit Hilfe eines Regelkreises durchgeführt werden.
[0029] Unter Abnadelstelle N
AB wird erfindungsgemäß diejenige stirnseitige Umfangsstelle der Nadelrichträder 2,
3 verstanden, an der mittels der Abnadelwalze 11 die Warenbahn W von den Nadeln des
jeweiligen Nadelrichtrades 2, 3 gelöst wird und somit die von den Nadelrichträder
2, 3 an der jeweiligen stirnseitigen Umfangsstelle erzeugte Spreizwirkung aufgehoben
wird.
[0030] Die Abnadelstelle N
AB kann erfindungsgemäß im stirnseitigen Umfangsbereich der Nadelrichträder 2, 3 verstellt
werden, und zwar vorzugsweise im zweiten Spreizungsprofilbereich SP2 gemäß dem in
Figur 3 dargestellten Spreizungsprofil SP, der sich von der stirnseitigen Umfangsstelle
mit dem maximalen Spreizungswert S
MAX bis zur stirnseitigen Umfangsstelle mit dem minimalen Spreizungswert S
MIN erstreckt. Der minimalen Spreizungswert S
MIN liegt näherungsweise an der dem der Aufnadelstelle N
AUF gegenüberliegenden stirnseitigen Umfangsstelle vor, an der die jeweilige Schwenkachse
SA1, SA2 der Nadelrichträder 2, 3 den stirnseitigen Umfangsbereich der Nadelrichträder
2, 3 schneidet.
[0031] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Nadelrichtanordnung
- 2
- erstes Nadelrichtrad
- 3
- zweites Nadelrichtrad
- 4
- Richtmaschine
- 5
- Maschinengestell
- 6
- Verstellmechanik
- 7
- Einlaufwalze
- 8
- Walzenzugwerk
- 9
- Breitstreckwalzenanordnung
- 10
- Bogenrichtwalzenanordnung
- 11
- Abnadelwalze
- B
- Warenbahnbreite
- DP1
- erster Drehpunkt
- DP2
- zweiter Drehpunkt
- E
- Ebene
- NAB
- Abnadelstelle
- NAUF
- Aufnadelstelle
- S
- Spreizungswert
- SA
- Schwenkachse
- SA
- Schwenkachse
- SA1
- erste Schwenkachse
- SA2
- zweite Schwenkachse
- SMAX
- maximaler Spreizungswert
- SMIN
- minimaler Spreizungswert
- SP
- Spreizungsprofil
- SP1
- erster Spreizungsprofilbereich
- SP2
- zweiter Spreizungsprofilbereich
- W
- Warenbahn
- W', W"
- Warenbahnkanten
- WL
- Warenlaufrichtung
1. Nadelrichtanordnung zur Verzugskorrektur einer geförderten, insbesondere textilen
Warenbahn (W) umfassend zumindest ein erstes, drehbar um einen ersten Drehpunkt (DP1)
und schwenkbar um eine erste Schwenkachse (SA1) ausgebildetes Nadelrichtrad (2) und
ein zweites, drehbar um einen zweiten Drehpunkt (DP2) und schwenkbar um eine zweite
Schwenkachse (SA2) ausgebildetes Nadelrichtrad (3), wobei die geförderte Warenbahn
(W) mit den gegenüberliegenden Warenkanten (W', W") an einer Aufnadelstelle (NAUF) auf die Nadelrichträder (2, 3) aufgebracht wird und an einer Abnadelstelle (NAB) mittels einer Abnadelwalze (11) von den Nadelrichträdern (2, 3) wieder abgenommen
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnadelwalze (11) schwenkbar um eine Schwenkachse (SA) ausgebildet ist.
2. Nadelrichtanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Verschwenken der Abnadelwalze (11) um die den ersten und zweiten Drehpunkt
(DP1, DP2) der Nadelrichträder (2, 3) aufnehmende Schwenkachse (SA) die Abnadelstelle
(NAB) einstellbar ist.
3. Nadelrichtanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadelrichträder (2, 3) zur Erzeugung eines Spreizungsprofils (SP) mit einem ersten
und zweiten Spreizungsprofilbereich (SP1, SP2) ausgebildet sind, wobei der erste und
zweite Spreizungsprofilbereich (SP1, SP2) näherungsweise symmetrisch zueinander sind.
4. Nadelrichtanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnadelstelle (NAB) im zweiten Spreizungsprofilbereich (SP2) einstellbar ist.
5. Nadelrichtanordnung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Spreizungswert (SMAX) des Spreizungsprofils (SP) der Richträder (2, 3) an derjenigen stirnseitigen Umfangsstelle
der Richträder (2, 3) vorliegt, an der der Abstand der der Schwenkachse (SA1, SA2)
gegenüberliegenden stirnseitigen Umfangsstelle zur jeweiligen Schwenkachse (SA1, SA2)
maximal ist.
7. Nadelrichtanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Spreizungsprofilbereich (SP2) der Spreizungswert (S) vom maximale Spreizungswert
(SMAX) zur Abnadelstelle (NAB) hin abnimmt.
8. Verfahren zur Einstellung der Abnadelstelle (NAB) einer zumindest zwei Nadelrichträder (2, 3) aufweisenden Nadelrichtanordnung (1)
zur Verzugskorrektur einer geförderten, insbesondere textilen Warenbahn (W), bei dem
die geförderte Warenbahn (W) mit den gegenüberliegenden Warenkanten (W', W") an einer
Aufnadelstelle (NAUF) auf die Nadelrichträder (2, 3) aufgebracht wird und an einer Abnadelstelle (NAB) von den Nadelrichträdern (2, 3) wieder abgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnadelstelle (NAB) mittels einer schwenkbaren Abnadelwalze (11) warenbahnindividuell eingestellt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung der Abnadelstelle (NAB) die Abnadelwalze (11) entlang des Umfangs der Nadelrichträdern (2, 3) geschwenkt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abnadelstelle (NAB) abhängig von den Materialeigenschaften der Warenbahn (W), insbesondere deren Elastizität
und/oder der Stärke des Verzugs der Warenbahn (W) und/oder der Breite (B) der Warenbahn
(W) an der Aufnadelstelle (NAUF) eingestellt wird.
1. A needle straightening device for correcting the warpage of an advanced material web
(W), in particular a textile web comprising at least a first needle straightening
wheel (2) designed to be rotatable about a first point of rotation (DP1) and pivotable
about a first pivot axis (SA1), and a second needle straightening wheel (3) designed
to be rotatable about a second point of rotation (DP2) and pivotable about a second
pivot axis (SA2), wherein the advanced material web (W) with the opposite material
edges (W', W") is positioned onto the needle straightening wheels (2, 3) at an on-needle
point (NAUF) and is subsequently taken off the needle straightening wheels (2, 3) by means of
an off-needle roller (11) at an off-needle point (NAB), characterised in that the off-needle roller (11) is designed to be pivotable about a pivot axis (SA).
2. The needle straightening device according to claim 1, characterised in that the off-needle point (NAB) is adjustable by pivoting the off-needle roller (11) about the pivot axis (SA) accommodating
the first and second points of rotation (DP1, DP2) of the needle straightening wheels
(2, 3).
3. The needle straightening device according to claim 1 or 2, characterised in that the needle straightening wheels (2, 3) are designed so as to generate a spreading
profile (SP) with a first and a second spreading profile region (SP1, SP2), wherein
the first and second spreading profile regions (SP1, SP2) are approximately symmetrical
with respect to one another.
4. The needle straightening device according to claim 3, characterised in that the off-needle point (NAB) is adjustable in the second spreading profile region (SP2).
5. The needle straightening device according to one of the claims 3 or 4, characterised in that the maximum spread (SMAX) of the spreading profile (SP) of the straightening wheels (2, 3) occurs at that
frontal periphery point of the straightening wheels (2, 3) at which the distance between
the frontal periphery point located opposite the pivot axis (SA1, SA2) and the respective
pivot axis (SA1, SA2) is a maximum.
7. The needle straightening device according to claim 5, characterised in that in the second spreading profile region (SP2) the spread (S) reduces from the maximum
spread (SMAX) towards the off-needle point (NAB).
8. A method for adjusting the off-needle point (NAB) of a needle straightening device (1) having at least two needle straightening wheels
(2, 3) for purposes of correcting the warpage of an advanced material web (W), in
particular a textile web, in which the advanced material web (W) with the opposite
material edges (W', W") is positioned onto the needle straightening wheels (2, 3)
at an on-needle point (NAUF) and is subsequently taken off the needle straightening wheels (2, 3) at an off-needle
point (NAB), characterised in that the off-needle point (NAB) is adjusted individually for each material web by means of a pivotable off-needle
roller (11).
9. The method according to claim 8, characterised in that, for purposes of adjusting the off-needle point (NAB) the off-needle roller (11), is pivoted along the periphery of the needle straightening
wheels (2, 3),
10. The method according to claim 8 or 9, characterised in that the off-needle point (NAB) is adjusted as a function of the material properties of the material web (W), in
particular its elasticity and/or the degree of warpage of the material web (W) and/or
the width (B) of the material web (W) at the on-needle point (NAUF).
1. Dispositif de réglage d'aiguille pour la correction de déformation d'une bande de
matière (W), en particulier d'une bande textile, transportée, comprenant au moins
une première roue de réglage d'aiguille (2) pouvant tourner autour d'un premier point
de rotation (DP1) et réalisée de manière à pouvoir pivoter autour d'un premier axe
de pivotement (SA1) et une seconde roue de réglage d'aiguille (3) pouvant tourner
autour d'un second point de rotation (DP2) et réalisée de manière à pouvoir pivoter
autour d'un second axe de pivotement (SA2), dans lequel la bande de matière transportée
(W) est appliquée par ses bords opposés (W', W") à un point de montée d'aiguille (NAUF) sur les roues de réglage d'aiguille (2, 3) et retirée à un point de descente d'aiguille
(NAB) au moyen d'un rouleau de descente d'aiguille (11) des roues de réglage d'aiguille
(2, 3), caractérisé en ce que le rouleau de descente d'aiguille (11) est réalisé de manière à pouvoir pivoter autour
d'un axe de pivotement (SA).
2. Dispositif de réglage d'aiguille selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en faisant pivoter le rouleau de descente d'aiguille (11) autour de l'axe de pivotement
(SA) recevant les premier et second points de rotation (DP1, DP2) des roues de réglage
d'aiguille (2, 3), on peut régler le point de descente d'aiguille (NAB).
3. Dispositif de réglage d'aiguille selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les roues de réglage d'aiguille (2, 3), pour créer un profil d'écartement (SP), sont
réalisées avec une première et une seconde zone de profil d'écartement (SP1, SP2),
les première et seconde zones de profil d'écartement (SP1, SP2) étant approximativement
symétrique l'une à l'autre.
4. Dispositif de réglage d'aiguille selon la revendication 3, caractérisé en ce que le point de descente d'aiguille (NAB) est réglable dans la seconde zone de profil d'écartement (SP2).
5. Dispositif de réglage d'aiguille selon une des revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que la valeur d'écartement maximale (SMAX) du profil d'écartement (SP) des roues de réglage (2, 3) se trouve au point de la
circonférence des roues de réglage (2, 3) où la distance entre le point de la circonférence
frontal opposé à l'axe de pivotement (SA1, SA2) et l'axe de pivotement (SA1, SA2)
respectif est maximale.
7. Dispositif de réglage d'aiguille selon la revendication 5, caractérisé en ce que, dans la seconde zone de profil d'écartement (SP2), la valeur d'écartement (S) décroît
depuis la valeur d'écartement maximale (SMAX) en direction du point de descente d'aiguille (NAB).
8. Procédé de réglage du point de descente d'aiguille (NAB) d'un dispositif de réglage d'aiguille (1) présentant au moins deux roues de réglage
d'aiguille (2, 3) pour la correction de déformation d'une bande de matière (W), en
particulier textile, transportée, dans lequel la bande de matière transportée (W)
est appliquée par ses bords opposés (W', W") à un point de montée d'aiguille (NAUF) sur les roues de réglage d'aiguille (2, 3) et retirées à un point de descente d'aiguille
(NAB) des roues de réglage d'aiguille (2, 3), caractérisé en ce que le point de descente d'aiguille (NAB) est réglé individuellement en fonction de la bande de matière au moyen d'un rouleau
de descente d'aiguille pivotable (11).
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que, pour régler le point de descente d'aiguille (NAB), on fait pivoter le rouleau de descente d'aiguille (11) le long de la circonférence
des roues de réglage d'aiguille (2, 3).
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que le point de descente d'aiguille (NAB) est réglé en fonction des propriétés matérielles de la bande de matière (W), en
particulier de son élasticité et/ou de l'importance de la déformation de la bande
de matière (W) et/ou de la largeur de la bande de matière (W) au point de montée d'aiguille
(NAUF).
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