[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umformen eines Bauteils aus
einem insbesondere flächigen Halbzeug, beispielsweise einem Metallstreifen, in einer
Rollformprozess- oder einer Walzprofilierstrecke, mit wenigstens einer Bearbeitungseinrichtung,
die eine Umformeinrichtung aufweist, die wenigstens einen Teilbereich des Halbzeuges
umformt oder dergleichen mechanisch bearbeitet. Eine derartige Vorrichtung gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist beispielsweise aus der
US 2 436 821 A bekannt.
[0002] Ferner zeigt eine solche Vorrichtung beispielsweise die
DE 10 2007 045 644, wobei die Bearbeitungseinrichtung zum Umformen des flächigen Halbzeuges wenigstens
ein zusammenwirkendes Rollenpaar aufweist, die, beispielsweise in Form einer Unter-
und Oberrolle, ein Umformen des Bauteils und insbesondere das Umformen eines Endflansches
des Bauteils ermöglichen.
[0003] Im Umfang der Erfindung wird unter "Umformen" neben einem Umbiegen, Umklappen, Umstülpen,
Falzen, Knicken, Stauchen etc. auch jede andere Art von mechanischer Bearbeitung,
also beispielsweise das Ausstanzen, Einschneiden, Pressen etc. verstanden.
[0004] Üblicherweise erfolgt das Umformen in einer Rollform- oder dergleichen Walzprofilierstrecke
mittels Bearbeitungseinrichtungen, die das Halbzeug in bestimmten Bereichen fixieren
und unter Verwendung bestimmter Verarbeitungseinrichtungen mechanisch bearbeiten.
[0005] Im Laufe dieser Umformvorgänge ist es nötig, bestimmte Bereiche des Halbzeuges über
geeignete Bearbeitungseinrichtungen so zu fixieren und insbesondere zu stabilisieren,
dass sich diese Bereiche beim Umformen insbesondere benachbarter Bereiche nicht oder
nur in zulässigem Maße verformen. Gerade aber bei Umformvorgängen im Randbereich des
Halbzeuges bzw. in Bereichen, bei denen keine ausreichende Press- und Haltefläche
für diese "Stabilisierungseinrichtungen" zur Verfügung stehen, führt dies mitunter
zu großen Problemen. So ist es bei bestimmten bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges
nicht mehr möglich, entsprechende Bearbeitungseinrichtungen zur Fixierung anzuordnen,
ohne dass diese Bereiche erneut umgeformt werden.
[0006] Ähnliche Probleme ergeben sich auch bei der schrittweisen Umformung von Halbzeugen,
also einer mechanischen Bearbeitung mit mehreren unterschiedlichen Bearbeitungsschritten.
Auch hier ist es notwendig, die Bearbeitungseinrichtungen so zu positionieren, dass
nur an bestimmten Bereichen des Halbzeuges Umformarbeiten oder dergleichen mechanische
Arbeiten durchgeführt werden. Hierzu ist eine genaue Positionierung des Halbzeuges
innerhalb der Rollform oder dergleichen Walzprofilierstrecke und insbesondere relativ
zu den jeweiligen Bearbeitungseinrichtungen nötig.
[0007] Aus der eingangs genannten
US 2 436 821 A ist eine Stanzeinreichung bekannt, bei der das Stanzwerkzeug aus einem Halbzeug kreisförmige
Scheiben ausstanzt. Zur Materialersparnis weist das Halbzeug ondulierte Seitenränder
auf, die über eine Art Zahnräder das Stanzwerkzeug synchronisiert zur Ondulierung
steuern. Die Herrichtung des Halbzeuges ist aufwändig und gestattet lediglich die
Synchronisierung mit einer Stanze, welche dem Muster der Ondulierung folgt.
[0008] Die eingangs beschriebene Vorrichtung zum Umformen eines Bauteils wird diesen Anforderungen
nicht gerecht.
[0009] Insofern liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zum Umformen
eines Bauteils aus einem insbesondere flächigen Halbzeug der eingangs genannten Art
anzubieten, die eine vielseitige und genaue Umformung des Halbzeuges erlaubt.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
[0011] Insbesondere wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Umformen eines Bauteils
aus einem insbesondere flächigen Halbzeug, beispielsweise einem Metallblechstreifen,
in einer Rollformprozess- oder einer Walzprofilierstrecke gelöst, mit wenigstens einer
Bearbeitungseinrichtung, die Folgendes aufweist: eine Umformeinrichtung, die derart
ausgebildet ist, dass sie wenigstens einen Teilbereich des Halbzeuges umformt oder
dergleichen mechanisch bearbeitet, und eine Synchronisationseinrichtung, die eine
freilaufende Synchronisationsrolle aufweist und derart ausgebildet und angeordnet
ist, dass sie mit bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges in Synchronisierungseingriff
steht oder bringbar ist und das Halbzeug passgenau zur Umformeinrichtung positioniert.
[0012] Wie bereits erläutert, wird unter Umformen hier neben einem Umbiegen, Umklappen,
Umstülpen, Falzen, Knicken, Stauchen etc. auch jede andere Art von mechanischer Bearbeitung,
also beispielsweise das Ausstanzen, Einschneiden, Pressen etc., verstanden, im Prinzip
also jegliche Art von Bearbeitung eines Halbzeuges, die in einem Rollform- oder dergleichen
Walzprofilierungsprozess anfällt, um aus einem Halbzeug ein Bauteil umzuformen.
[0013] Die Synchronisierungseinrichtung ermöglicht erfindungsgemäß die genaue Positionierung
des Halbzeuges relativ zur Umformeinrichtung, wobei sie hierzu in Synchronisierungseingriff
mit bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges steht oder bringbar ist. Werden also
in einem Rollformprozess in ein Halbzeug orthogonal zur Rollformrichtung Ausnehmungen
eingebracht, die beispielsweise später als Einlauföffnungen für einen Abdeckungsrost
dienen, ist die Synchronisationseinrichtung derart ausgebildet, dass sie mit diesen
Ausnehmungen in Synchronisierungseingriff steht bzw. bringbar ist, um das wenigstens
teilweise umgeformte Halbzeug passgenau zu einer (weiteren) Umformeinrichtung zu positionieren.
[0014] Durch diese Synchronisation über die Synchronisationseinrichtung unter Verwendung
bereits umgeformter Bereiche des Halbzeugs ist eine sehr genaue und technisch unaufwändige
Kalibrierung der Vorrichtung zum Umformen eines Halbzeuges gegeben.
[0015] Vorzugsweise steht die Synchronisationsrolle mit den bereits umgeformten Bereichen
des Halbzeuges in Rollsynchronisation oder ist mit den bereits umgeformten Bereichen
des Halbzeuges in Rollsynchronisation bringbar. Die Synchronisationsrolle ist dabei
freilaufend ausgebildet. Die Synchronisationsrolle und die Umformeinrichtung sind
dabei so gekoppelt, dass über den Rollsynchronisationseingriff das Halbzeug passgenau
zur Umformeinrichtung positioniert wird.
[0016] Vorzugsweise weist die Synchronisationseinrichtung Synchronisationsfortsätze auf,
die mit den bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges in Synchronisationseingriff
stehen oder bringbar sind. Diese Synchronisationsfortsätze sind vorzugsweise so ausgebildet,
dass sie im Wesentlichen passgenau mit bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges
in Wirkverbindung bringbar sind, so dass das wenigstens teilweise umgeformte Halbzeug
relativ zur Umformeinrichtung positioniert wird.
[0017] Vorzugsweise sind die Synchronisationsfortsätze wenigstens teilweise über den Umfang
der Synchronisationsrolle verteilt angeordnet. Eine solche Ausführungsform ist beispielsweise
eine als "Zahnrad" ausgeführte Synchronisationsrolle. Die Ausbildung der Synchronisationsfortsätze
über den Umfang der Synchronisationsrolle erlaubt das rollende In-Synchronisationseingriff-Bringen
der Synchronisationseinrichtung, was insbesondere bei einem fortlaufenden Rollumformprozess
besondere Vorteile bietet. Die Synchronisationsrolle rollt dabei entlang des bereits
teilweise umgeformten Halbzeuges, wobei deren Synchronisationsfortsätze während der
Rollumformung kontinuierlich das Halbzeug dabei positionierend in Rollsynchronisationseingriff
mit bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges treten.
[0018] Vorzugsweise weist die Umformeinrichtung eine Kontureinrichtung auf, deren Oberfläche
komplementär zu bereits umgeformten Bereichen des Halbzeuges ausgebildet ist, so dass
sie mit diesen in einem Kontureingriff steht oder in einen solchen bringbar ist, ohne
diese Bereiche weiter umzuformen. Eine solche Kontureinrichtung enthält also beispielsweise
Ausnehmungen, die komplementär zu Ausbuchtungen am Halbzeug ausgebildet sind, wobei
diese Ausnehmungen während des Umformprozesses passgenau mit den Ausbuchtungen in
Wirkeingriff treten, ohne diese Bereiche jedoch weiter umzuformen. Eine solche Kontureinrichtung
ermöglicht also das passgenaue Fixieren des Halbzeuges auch in bereits verformten
Bereichen. Der Anwendungsbereich einer solchen Kontureinrichtung liegt insofern also
in Bereichen am Halbzeug, in denen eine Fixierung mit Umformeinrichtungen ohne Kontureinrichtung
nicht möglich ist, da dies zu einem erneuten bzw. weiteren Umformen bereits umgeformter
Bereiche führt.
[0019] Die Kontureinrichtung ist vorzugsweise als eine Konturrolle ausgebildet, die mit
einer als Umformrolle ausgeführten Umformeinrichtung in Wirkverbindung steht. Auf
eine als Umformrolle ausgebildete Umformeinrichtung wird im Folgenden noch im Detail
eingegangen. Kombiniert mit der Synchronisationsrolle ergibt sich so eine Vorrichtung,
die das Halbzeug positionierend im Rollbetrieb während des Umformvorganges über das
bereits teilweise verformte Halbzeug rollt, dieses positioniert und an den Bereichen,
an denen die Umformeinrichtung und die Kontureinrichtung mit dem Halbzeug in Wirkverbindung
tritt, auch fixiert bzw. umformt.
[0020] Durch die Verwendung der Synchronisationseinrichtung und insbesondere einer als Synchronisationsrolle
ausgeführten Synchronisationseinrichtung lässt sich die Kontureinrichtung problemlos
mit dem wenigstens teilweise umgeformten Halbzeug in Kontakt bringen, da die Synchronisationseinrichtung
die passgenaue Orientierung relativ zur Umformeinrichtung und der daran ausgebildeten
Kontureinrichtung garantiert.
[0021] Die Umformeinrichtung weist wenigstens eine Umformrolle auf, die eine Rollumformung
des Halbzeuges ermöglicht, wobei die Umformrolle koaxial zur Synchronisationsrolle
angeordnet ist. Wie auch schon bei der Ausbildung der Synchronisationseinrichtung
als Synchronisationsrolle ermöglicht die Ausbildung der Umformeinrichtung als Umformrolle
die kontinuierliche Rollumformung, wobei die Synchronisationseinrichtung bzw. Synchronisationsrolle
die richtige Positionierung des Halbzeuges relativ zur Umformrolle sicherstellt. Die
koaxiale Anordnung der Umformrolle relativ zur Synchronisationsrolle führt zu einer
Bearbeitungseinrichtung mit sehr komplexen Abmessungen, so dass sich die Gesamtabmessungen
der Vorrichtung zum Umformen eines Halbzeuges deutlich reduzieren.
[0022] Vorzugsweise ist die Synchronisationseinrichtung an der Umformeinrichtung angeordnet.
Auch dies führt zu deutlich reduzierten Bauteilabmessungen und darüber hinaus zu einer
Vorrichtung, bei der eine kraftschlüssige Kopplung zwischen Umformeinrichtung und
Synchronisationseinrichtung möglich ist. Wird also beispielsweise die Umformeinrichtung
durch einen eigenen Antrieb angetrieben, kann die Synchronisationseinrichtung darauf
zurückgreifen. Wird dagegen das Halbzeug relativ zur Umformeinrichtung bewegt, führt
die Kopplung zwischen Umformeinrichtung und Synchronisationseinrichtung dazu, dass
beide Einrichtungen mit dem bewegten Halbzeug passgenau relativ zueinander in Eingriff
treten.
[0023] Vorzugsweise sind die Synchronisationseinrichtung und wenigstens ein Teil der Umformeinrichtung
einstückig zueinander ausgebildet. Dies betrifft auch die Ausführungsform einer Umformeinrichtung
mit einer Kontureinrichtung, die dann ebenfalls wenigstens teilweise einstückig mit
der Synchronisationseinrichtung ausgebildet sein kann. Eine solche einstückige Ausbildung
erlaubt die kostengünstige Herstellung insbesondere sehr widerstandsfähiger Bauteile.
[0024] Vorzugsweise ist wenigstens eine Freilaufeinrichtung der Umformeinrichtung relativ
zur Synchronisationseinrichtung und/oder zur restlichen Umformeinrichtung bewegbar
an der Vorrichtung angeordnet. Weist die Umformeinrichtung eine Umformrolle und/oder
die Synchronisationseinrichtung eine Synchronisationsrolle auf, ist vorzugsweise wenigstens
eine Freilaufeinrichtung der Umformeinrichtung relativ zur Synchronisationseinrichtung
bewegbar und insbesondere rotierbar angeordnet. Auch weist die Freilaufeinrichtung
vorzugsweise eine Freilaufumformrolle auf, die relativ zur Synchronisationseinrichtung
bewegbar, insbesondere rotierbar an der Vorrichtung angeordnet ist. Grundsätzlich
gilt für die Freilaufeinrichtungen bzw. Freilaufumformrollen, dass sie auch als Konturfreilaufeinrichtungen
bzw. Konturfreilaufrollen ausgebildet sein können. Grundsätzlich erlaubt die Ausbildung
einer Freilaufeinrichtung an der Umformeinrichtung die Umformung unabhängig von der
Positionierung des Halbzeuges. Besteht das Halbzeug beispielsweise aus einem Bereich
mit bereits umgeformten Elementen und einem Bereich, in dem noch keine Umformung vorgenommen
wurde, ist es möglich, die Umformeinrichtung so auszubilden, dass in diesem Bereich,
in dem bisher keine Umformung vorgenommen wurde, die vom restlichen Teil entkoppelte
Freilaufeinrichtung und insbesondere eine Freilaufumformrolle angeordnet ist. Dies
reduziert den Energieaufwand des Umformvorganges erheblich.
[0025] Vorzugsweise ist die Umformrolle rotierbar an der Vorrichtung und insbesondere an
der Synchronisationseinrichtung und/oder der Umformeinrichtung gelagert. Wie schon
zuvor führt diese Ausbildung zu einer sehr komplexen Ausgestaltung der Vorrichtung.
[0026] Vorzugsweise ist die Freilaufumformrolle an der Umformrolle in einer die Rotationsachse
der Umformrolle umlaufenden Ringlagereinrichtung angeordnet. Eine solche Ringlagereinrichtung
kann beispielsweise eine Kugellagereinrichtung oder dergleichen Lagereinrichtung sein,
die in einer entsprechenden Aufnahmeausnehmung an der Umformrolle ausgebildet ist.
Die Freilaufumformrolle ist auf diese Weise in Rotationsrichtung von der Umformrolle
entkoppelt.
[0027] Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben, das
durch die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert wird. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine isometrische Darstellung einer Ausführungsform einer Bearbeitungseinrichtung;
- Fig. 2
- eine isometrische Draufsicht auf die Ausführungsform gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine isometrische Unteransicht der Ausführungsform gemäß Fig. 1;
- Fig. 4
- eine isometrische Vorderansicht der Ausführungsform aus Fig. 1;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Ausführungsform aus Fig. 1; und
- Fig. 6
- eine isometrische Explosionsdarstellung der Ausführungsform aus Fig. 1.
[0029] Im Folgenden werden für gleiche und gleich wirkende Bauteile dieselben Bezugsziffern
verwendet, wobei zur Unterscheidung bisweilen Hochindizes ihre Anwendung finden.
[0030] Die Fig. 1 bis 5 zeigen verschiedene Ansichten einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 bzw. zwei Bearbeitungseinrichtungen 6 einer solchen Vorrichtung 1.
[0031] Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer isometrischen Darstellung,
Fig. 2 in einer Draufsicht, Fig. 3 in einer Unteransicht, Fig. 4 in einer Vorderansicht
und Fig. 5 in einer Seitenansicht. Darin sind wesentliche Teile zweier Bearbeitungseinrichtungen
6, die zur Umformung und zur Synchronisation einer Bewegung eines Bauteiles 2 ausgebildet
sind, dargestellt.
[0032] Das Bauteil 2 ist hier ein Abdeckungsrost für eine Entwässerungsrinne, der aus einem
Halbzeug 4, nämlich einem Metallblechstreifen hergestellt wird. Diese Herstellung
erfolgt in einer Rollformstrecke, wobei sich das Bauteil 2 bzw. das Halbzeug 4 entlang
der hier dargestellten Bewegungsrichtung 3 bewegt. In mehreren Bearbeitungsschritten
werden aus dem Halbzeug 4 Entwässerungsöffnungen 30, Stabilisierungssicken 32, Längsstege
34, Auflagerflansche 36 und weitere Elemente ausgeformt und so das fertige Bauteil
2, nämlich ein Abdeckrost für eine Entwässerungsrinne umgeformt.
[0033] Um eine zügige Umformbearbeitung des Halbzeuges 4 zu gewährleisten, werden dazu eine
Mehrzahl an Bearbeitungseinrichtungen und unter anderem die beiden hier schematisch
dargestellten Bearbeitungseinrichtungen 6 verwendet.
[0034] Die hier dargestellten Bearbeitungseinrichtungen 6 dienen der Umformung bestimmter
Bereiche des Halbzeuges 4 und darüber hinaus der Synchronisation des Halbzeuges 4
mit einer Umformeinrichtung 8 und, wie im Folgenden noch detailliert beschrieben,
mit einer jeweils an der Umformeinrichtung 8 vorgesehenen Kontureinrichtung 20. Jede
der hier dargestellten Bearbeitungseinrichtungen 6 weist eine Umformeinrichtung 8
auf, die der Umformung bestimmter Bereiche am Halbzeug 4 dienen. Diese Umformeinrichtungen
8 sind als Umformrollen 18 ausgeführt, so dass bei einer Bewegung des Halbzeuges 4
bzw. des hier teilweise fertig umgeformten Bauteiles 2 eine Rollumformung im Zusammenspiel
mit diesen Umformrollen 18 erfolgen kann.
[0035] Üblicherweise gehört zu den hier dargestellten Umformrollen jeweils noch eine gegengerichtete
Umformrolle, die eine Gegenkraft zu der Kraft erzeugt, die von einer jeden Umformrolle
8 auf das Halbzeug aufgebracht wird. Auf diese gegengerichtete Umformrolle wird hier
der Übersichtlichkeit halber verzichtet.
[0036] Die Umformrollen 18 sind bei dieser Ausführungsform darüber hinaus als Kontureinrichtung
20 bzw. Konturrolle 21 ausgebildet, die bei richtiger Synchronisierung mit bereits
umgeformten Bereichen 14 und hier mit den Stabilisierungssicken 32 in Kontureingriff
bringbar sind, ohne dass sie diese Bereiche 32 bzw. 14 weiter verformen.
[0037] Der Konturrolle 21 zugeordnet weist die Umformeinrichtung 8 darüber hinaus eine Freilaufeinrichtung
16 in Form einer Freilaufumformrolle 17 auf, die relativ zum restlichen Teil der Umformeinrichtung
8 um die gemeinsame Rotationsachse AR rotierbar ist. Diese Freilaufumformrolle 17
ist dabei mit einem Teilbereich 12 in Umformeingriff bringbar, der noch keine umgeformten
Bereiche 14 enthält. Dieser Teilbereich ist hier ein Längsstreifen auf dem Auflagerflansch
36.
[0038] Einstückig mit der Umformrolle 18 bzw. der Konturrolle 21 verbunden ist die Synchronisierungseinrichtung
10 bzw. die Synchronisierungsrolle 11. Diese Synchronisierungsrolle 11 weist Synchronisierungsfortsätze
13 auf, die mit bereits umgeformten Bereichen 15, hier die Entwässerungsöffnungen
30, in Synchronisierungseingriff stehen bzw. bringbar sind. Durch diesen Eingriff
mit den insbesondere orthogonal zur Bewegungsrichtung 3 verlaufenden umgeformten Bereichen
15 bzw. Entwässerungsöffnungen 30 erzielt man erfindungsgemäß eine Synchronisierung
zwischen dem in Bewegungsrichtung 3 bewegten Halbzeug 4 und den Bearbeitungseinrichtungen
6 und insbesondere den Konturrollen 21.
[0039] Nur durch diese Synchronisierung wird sichergestellt, dass die Ausnehmungen 23 in
der Konturrolle 21, die sich insbesondere bei dieser Ausführungsform auch in die Synchronisierungsrolle
11 erstrecken, passgenau zu den umgeformten Bereichen 14 und hier den Stabilisierungssicken
32 bewegen.
[0040] Bei einer Bewegung des Halbzeuges 4 in Bewegungsrichtung 3 führt der Eingriff der
Synchronisierungsfortsätze 13 mit den umgeformten Bereichen 15 bzw. den Entwässerungsöffnungen
30 im teilweise umgeformten Bauteil 2 zu einer Synchronisation mit der Umformrolle
18 und gleichzeitig zu einem Umformen im Bereich 12 des Halbzeuges 4 mittels der von
dieser Synchronisierung entkoppelten Freilaufumformrolle 17.
[0041] Wie insbesondere in den Fig. 3 und 5 erkennbar, sind die Synchronisierungsfortsätze
13 so ausgeführt, dass sie im Wesentlichen passgenau in die umgeformten Bereiche 15,
nämlich die Entwässerungsöffnungen 30 hineingreifen. Dies garantiert eine genaue Synchronisierung
zwischen dem Halbzeug 4, den daran ausgebildeten umgeformten Bereichen 14 und 15 und
der Umformeinrichtung 8.
[0042] In Fig. 6 ist die zuvor beschriebenen Ausführungsform der Bearbeitungseinrichtungen
6 in einer isometrischen Explosionsansicht dargestellt. Erkennbar ist die Umformeinrichtung
8, an der integral die Synchronisierungseinrichtung 10 angeordnet ist. Die Umformeinrichtung
8 umfasst dabei die Umformrolle 18, die zudem als Kontureinrichtung 20 bzw. Konturrolle
21 ausgebildet ist, und die mit dieser rotierbar gekoppelten Freilaufumformrolle 17.
Diese Freilaufumformrolle 17 ist an der Umformrolle 18 bzw. der Konturrolle 21 in
einer die Rotationsachse AR umlaufenden Ringlagereinrichtung 24 angeordnet. Diese
Ringlagereinrichtung 24 kann beispielsweise eine Kugellagereinrichtung sein, die in
der Umformrolle 18 angeordnet ist und die eine relativ zu dieser rotierbare Lagerung
der Freilaufumformrolle 17 erlaubt.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Bauteil
- 3
- Bewegungsrichtung
- 4
- Halbzeug
- 6
- Bearbeitungseinrichtung
- 8
- Umformeinrichtung
- 10
- Synchronisationseinrichtung
- 11
- Synchronisationsrolle
- 12
- Teilbereich
- 13
- Synchronisationsfortsatz
- 14
- umgeformter Bereich
- 15
- umgeformter Bereich
- 16
- Freilaufeinrichtung
- 17
- Freilaufumformrolle
- 18
- Umformrolle
- 20
- Kontureinrichtung
- 21
- Konturrolle
- 22
- Oberfläche
- 23
- Ausnehmung
- 24
- Ringlagereinrichtung
- 30
- Entwässerungsöffnung
- 32
- Stabilisierungssicke
- 34
- Längssteg
- 36
- Auflagerflansch
- AR
- Rotationsachse
1. Vorrichtung zum Umformen eines Bauteils (2) aus einem insbesondere flächigen Halbzeug
(4), beispielsweise einem Metallblechstreifen, in einer Rollformprozess- oder einer
Walzprofilierstrecke, mit wenigstens einer Bearbeitungseinrichtung (6), die Folgendes
aufweist:
eine Umformeinrichtung (8), die derart ausgebildet ist, dass sie wenigstens einen
Teilbereich (12) des Halbzeuges (4) umformt oder dergleichen mechanisch bearbeitet,
und
eine Synchronisationseinrichtung (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Synchronisationseinrichtung (10) eine freilaufende Synchronisationsrolle (11)
aufweist und derart ausgebildet und angeordnet ist, dass sie mit bereits umgeformten
Bereichen (15) des Halbzeuges (4) in Synchronisierungseingriff steht oder bringbar
ist und das Halbzeug (4) passgenau zur Umformeinrichtung (8) positioniert, wobei die
Umformeinrichtung (8) wenigstens eine Umformrolle (18) aufweist, die eine Rollumformung
des Halbzeuges (4) ermöglicht, wobei die Umformrolle (18) koaxial zur Synchronisationsrolle
(11) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Synchronisationsrolle (11) mit den bereits umgeformten Bereichen (15) des Halbzeuges
(4) in Rollsynchronisationseingriff steht oder bringbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Synchronisationseinrichtung (10) Synchronisationsfortsätze (13) aufweist, die
mit den bereits umgeformten Bereichen (15) des Halbzeuges (4) in Synchronisationseingriff
stehen oder bringbar sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Synchronisationsfortsätze (13) wenigstens teilweise über den Umfang der Synchronisationsrolle
(11) verteilt angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Umformeinrichtung (8) eine Kontureinrichtung (20) aufweist, deren Oberfläche (22)
komplementär zu bereits umgeformten Bereichen (14) des Halbzeuges (4) ausgebildet
ist, so dass sie mit diesen in einem Kontureingriff steht oder in einen solchen bringbar
ist, ohne diese Bereiche (14) weiter umzuformen.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Synchronisationseinrichtung (10) an der Umformeinrichtung (8) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine Freilaufeinrichtung (16) der Umformeinrichtung (8) relativ zur Synchronisationseinrichtung
(10) und/oder zur restlichen Umformeinrichtung (8) bewegbar an der Vorrichtung (1)
angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Freilaufeinrichtung (16) eine Freilaufumformrolle (17) aufweist, die relativ zur
Synchronisationseinrichtung (10) bewegbar, insbesondere rotierbar an der Vorrichtung
(1) gelagert ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Freilaufumformrolle (17) an der Umformrolle (18) in einer die Rotationsachse AR der Umformrolle (18) umlaufenden Ringlagereinrichtung (24) angeordnet ist.
1. An apparatus for shaping a component (2) from a particularly sheet-like semi-finished
product (4), for example, a metal sheet strip, in a roll forming process line or a
roll line for profiling to shape, by means of at least one processing device (6) which
includes as follows:
a shaping device (8) formed such that it shapes or similarly mechanically processes
at least a partial area (12) of the semi-finished product (4) or similar, and
a synchronization device (10),
characterized in that
the synchronization device (10) includes a freewheeling synchronization roll (11)
and is formed and arranged such that it is or can be brought into synchronization
engagement with already shaped areas (15) of the semi-finished product (4) and positions
the semi-finished product (4) in precision fit to the shaping device (8), wherein
the shaping device (8) includes at least one shaping roll (18) enabling a roll shaping
of the semi-finished product (4), wherein the shaping roll (18) is arranged coaxially
to the synchronization roll (11).
2. The apparatus according to claim 1,
characterized in that
the synchronization roll (11) is or can be brought into roll synchronization engagement
with the already shaped areas (15) of the semi-finished product (4).
3. The apparatus according to claim 1 or 2,
characterized in that
the synchronization device (10) includes synchronization protrusions (13) which are
or can be brought into roll synchronization engagement with the already shaped areas
(15) of the semi-finished product (4).
4. The apparatus according to any one of the preceding claims, in particular according
to claim 3,
characterized in that
the synchronization protrusions (13) are arranged to be at least in part distributed
across the circumference of the synchronization roll (11).
5. The apparatus according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the shaping device (8) includes a contour device (20), the top surface (22) of which
is formed to be complementary to already shaped areas (14) of the semi-finished product
(4) so that it is or can be brought into contour engagement with these areas without
further shaping these areas (14).
6. The apparatus according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the synchronization device (10) is disposed on the shaping device (8).
7. The apparatus according to any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one freewheeling device (16) of the shaping device (8) is arranged on the
apparatus to be movable relative to the synchronization device (10) and/or to the
remaining shaping device (8)
8. The apparatus according to any one of the preceding claims, in particular according
to claim 7,
characterized in that
the freewheeling device (16) includes a freewheeling shaping roll (17) which is mounted
on the apparatus (1) to be movable, in particular rotatable relative to the synchronization
device (10).
9. The apparatus according to any one of the preceding claims, in particular according
to claim 8,
characterized in that
the freewheeling shaping roll (17) is disposed on the shaping roll (18) in an annular
bearing device (24) revolving around the axis of rotation AR of the shaping roll (18).
1. Dispositif pour déformer un élément (2) d'un semi-produit (4) notamment plan, par
exemple d'une bande de tôle métallique, dans une ligne de formage par galet ou de
profilage par laminage, présentant au moins un dispositif d'usinage (6), qui présente
ce qui suit :
un dispositif de déformation (8) qui est constitué de manière à déformer au moins
une zone partielle (12) du semi-produit (4) ou à usiner mécaniquement une telle zone,
et
un dispositif de synchronisation (10),
caractérisé en ce que
le dispositif de synchronisation (10) présente un galet de synchronisation (11) en
roue libre et est constitué et disposé de manière à être en prise de synchronisation
ou pouvant être mise en prise des synchronisation avec des zones (15) déjà déformées
du semi-produit (4) et à positionner le semi-produit (4) en ajustement précis par
rapport au dispositif de déformation (8), sachant que le dispositif de déformation
(8) présente au moins un galet de déformation (18) qui permet une déformation par
galet du semi-produit (4), sachant que le galet de déformation (18) est disposé coaxialement
au galet de synchronisation (11).
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le galet de synchronisation (11) est ou peut être mis en prise de synchronisation
par galet avec les zones (15) déjà déformées du semi-produit (4).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le dispositif de synchronisation (10) présente des prolongements de synchronisation
(13) qui sont ou peuvent être mis en prise avec les zones (15) déjà déformées du semi-produit
(4).
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, en particulier la revendication
3,
caractérisé en ce que
les prolongements de synchronisation (13) sont disposés au moins en partie de manière
répartie sur la circonférence du galet du synchronisation (11).
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de déformation (8) présente un dispositif de contour (20) dont la surface
(22) est constituée de manière complémentaire à des zones (14) déjà déformées du semi-produit
(4) de telle sorte qu'elle soit ou puisse être mise en prise de contour avec celles-ci
sans déformer davantage ces zones (14).
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de synchronisation (10) est disposé au niveau du dispositif de déformation
(8).
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
au moins un dispositif en roue libre (16) du dispositif de déformation (8) est disposé
au niveau du dispositif (1) de manière mobile relativement au dispositif de synchronisation
(10) et/ou au dispositif de déformation (8) restant.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, en particulier la revendication
7,
caractérisé en ce que
le dispositif en roue libre (16) présente un galet de déformation en roue libre (17)
qui est logé au niveau du dispositif (1) de manière mobile, en particulier de manière
rotative, relativement au dispositif de synchronisation (10).
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, en particulier la revendication
8,
caractérisé en ce que
le galet de déformation en roue libre (17) est disposé au niveau du galet de déformation
(18) dans un dispositif de palier à bague (24) entourant l'axe de rotation AR du galet de déformation (18).