[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer gestrichenen, dreilagigen
Faserstoffbahn, insbesondere Verpackungspapier- oder Kartonbahn, bei dem zunächst
ein Stoffstrom erzeugt wird, der danach nacheinander drei Stoffläufe, mindestens einer
Siebpartie zur Bildung einer dreilagigen Faserstoffbahn, einer Pressenpartie, einer
Trockenpartie mit Trockengruppen und anschließend einer Aufrollung zugeführt wird.
[0002] Das Dokument
WO2006/024695A1 offenbart eine Prozesseinheit mit Metallband zur Glättung von Papierbahnen.
[0003] Die mehrlagige Beschichtung von Papier oder Karton ist Gegenstand des Dokumentes
EP1249533A1.
[0004] Karton und Verpackungspapiere werden bei ihrer Herstellung in den Papiermaschinen
üblicherweise mit Trockenzylindern einer einreihigen und/oder zweireihigen Trockenpartie
getrocknet. Hierbei sind optional auch Saugelemente, vornehmlich zur Bahnstabilisierung
vorhanden. Als Nachteil ist der hohe Platzbedarf für derartige Trockenpartien und
auch die beschränkte Trocknungskapazität anzusehen. Vor allem im Hinblick auf die
geforderten, immer höher werdenden Maschinengeschwindigkeiten, müssen die Trockenzonen
länger bezogen auf die Gesamtmaschinenlänge ausgebildet werden.
[0005] Die Glätte des herzustellenden Kartons oder des Verpackungspapiers wird üblicherweise
bei der Produktion von Karton mit Hilfe konventioneller Kalander, wie Hard-Nip-Kalander
bei hohem Maximaldrücken und kurzen Verweilzeiten der Faserstoffbahn im Nip erzeugt.
Nachteilig bei dieser Technologie wirkt sich der Dickenverlust der Bahn aus. Bei anderen
konventionellen Glättverfahren mit SoftNip-Kalandern werden weiche Walzenbezüge zur
Vergrößerung der Verweilzeit im Nip verwendet. Hierbei ist nachteilig die geringe
Glättesteigerung als auch der Volumenverlust. Weitere konventionelle Glättverfahren,
wie das Breitnipkalandrieren oder das Schuhglätten, verwenden weiche Bezüge der unbeheizten
Walze. Als Nachteil ist hier ebenfalls eine nur geringe Glättesteigerung bei gleichzeitigem
Volumenverlust anzusehen.
[0006] Zumeist wird die Faserstoffbahn bzw. Verpackungspapier- oder Kartonbahn auch mit
einem Pigmentstrich gestrichen. Dadurch erreicht man Weiße, Glätte, Glanz und Opazität
der Bahn. Auch wird dadurch die Bedruckbarkeit des Bahnmaterials erhöht wird, wodurch
es als Informations- und Werbeträger dienen kann.
[0007] Das Bedrucken erfolgt neben Digitaldruck vor allem in Form des Offsetdrucks und des
Tiefdrucks.
[0008] Die Faserstoffbahn wird an der Deckseite mindestens einmal gestrichen. Die Rückseite
kann ungestrichen bleiben, oder wird ebenfalls mindestens einmal gestrichen. Dabei
werden Strichmengen pro Seite von bis zu 80g/m
2 aufgetragen. Das Auftragen erfolgte bisher mit konventionellen Streichaggregaten,
wie Filmpressen, Coater mit Walzenauftrag (LDTA Applicatoren mit langer Einwirkzeit
des Streichmediums), Coater mit Freistrahldüsen, oder mit Auftragswerken mit kurzer
Verweilzeit des Mediums auf der Bahn (so genannte Short Dwell Time- Applicatoren bzw.
SDTA).
[0009] Nachteilig ist, dass mit diesen genannten konventionellen Auftragsarten nur eine
beschränkte Auftragskapazität und damit eine schlechte Abdeckung und Opazität der
hergestellten Faserstoffbahn bzw. Verpackungspapier- und Kartonbahn erreichbar sind.
[0010] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer gestrichenen,
dreilagigen Faserstoffbahn, insbesondere Verpackungspapier- oder Kartonbahn anzugeben,
welches die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0012] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die dreilagig hergestellte Faserstoffbahn mit
einem Bandkalander innerhalb oder im Anschluss an eine Nachtrockenpartie vorgeglättet
wird und danach die Decklage der Faserstoffbahn mit Hilfe eines Vorhang-Auftragswerkes
mit einer weißen pigmenthaltigen Strichschicht beschichtet und danach getrocknet wird
und dass in der Pressenpartie (II) wenigstens eine glatte Walze verwendet wird, die
zumindest auf die Decklage einwirkt.
[0013] Die Erfinder haben herausgefunden, dass mit dem angegeben Vorglättverfahren,
[0014] d.h. mit einem Bandkalander ein glätteres Papier erzeugt wird als bisher, also was
bisher entweder ohne Vorglätten oder mit anderen Glättwerken erfolgte. Das erfindungsgemäße
Bandglätten führt zu einer besseren Abdeckung der anschließend mit dem Vorhang- Auftragswerk
aufgebrachten weißen Strichschicht. Aufgrund der hohen Glätte der Bahn besteht eine
weit geringere Abrissgefahr des Vorhangs beim Beschichten, selbst bei geringen Strichgewichten
oder geringer Viskosität des beim Vorhangstreichen benutzten Auftragsmediums und hohen
Bahngeschwindigkeiten. Dies wird als besonderer Vorteil der Erfindung angesehen. Im
Übrigen braucht die Glätte der Bahn vor der Beschichtung nur einseitig vorhanden sein,
weil das aus der hergestellten Faserstoffbahn entstehende Produkt vorzugsweise nur
einseitig bedruckt wird.
[0015] Das bei der Vorglättung der Faserstoffbahn verwendete Band besteht zu mehr als 70%
aus Kunststoff. An der mit der Faserstoffbahn in Kontakt stehenden Bandoberfläche
besteht eine Temperatur von mehr als 80°C.
[0016] Weiter ist von Vorteil, dass aufgrund des weißen pigmenthaltigen Vorhangstrichs,
der ja sehr gleichmäßig und gut abdeckend ist, ein nur geringes Flächengewicht der
weißen und teuren Faserstofflage (Decklage) benötigt wird. Damit spart man teure Rohstoffe,
ohne dass die unteren Faserlagen durchscheinen und ohne dass die Druckqualität sich
verschlechtert.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren bietet die Möglichkeit, die Faserstoffbahn in drei
Lagen und zwar Rückenlage, Mittellage, Decklage - je nach gewünschtem Anwendungsfall
- herzustellen. Für die Decklage sind weiße bzw. gebleichte und/oder deinkte und/oder
holzfreie Fasern vorgesehen, die teuer sind. Umso vorteilhafter ist es, dass man diese
Stoffe zum großen Teil einsparen kann, weil eben die beschriebene weiße Strichschicht
auf die Decklage mit Hilfe eines Vorhangstrichs aufgebracht wird. In bestimmten Fällen
(z.B. bei weißem Mehrfachstrich) lässt sich sogar die weiße Decklage völlig mit der
weißen Strichschicht ersetzen.
[0018] Ein Vorhang- Auftragswerk (Curtain Coater) trägt das Auftragsmedium im Verhältnis1:1,
das heißt ohne Überschuss auf die laufende Faserstoffbahn bei ihrem Herstellungsprozess
auf. Auf der Bahn wird also nur die Menge an Beschichtungsmaterial bzw. pigmenthaltigem
Auftragsmedium aufgetragen, die auch dort verbleiben soll. Man spart dadurch das Abrakeln
und die entsprechenden Rakeleinrichtungen. Die mindestens eine Strichschicht kann
mit einem ein- oder mehrschichtig auftragenden Vorhang- Auftragswerk in Form einer
Schlitzdüse (slot die) oder einer so genannten Gleitschichtdüse (slide die) aufgebracht
werden.
[0019] Zweckmäßig ist es, wenn innerhalb der Vortrockenpartie eine Kondensations-Presstrocknung
vorgesehen wird. Diese könnte auch schon im Anschluss an die Entwässerung in der Pressenpartie
und/oder in einer Nachtrockenpartie durchgeführt werden. Das bietet den Vorteil einer
erhöhten Verdampfungsrate von größer als 40 kg/m
2h und der Glättung der Faserstoffbahn. Diese Art Trocknung, mit der herkömmliche Trockenzylinder
zum Teil eingespart werden können, sollte in einem Bereich erfolgen, bei dem die Bahn
einen Trockengehalt von über 50 % bis ca. 90%, vorzugsweise über 55% aufweist. Zumindest
eine solche Trocknung sollte also wie gesagt bevorzugt innerhalb der Vortrockenpartie
durchgeführt werden, wobei es auch denkbar ist, diese auch in der Nachtrockenpartie
vorzusehen. Die angesprochene hohe Verdampfungsrate und Glätte kommt dadurch zustande,
weil die Faserstoffbahn mit ihrer einen Seite über einen vorzugsweise dampfbeheizten
Zylinder und mit ihrer anderen Seite über ein Sieb und eine darüberliegende undurchlässige
Bespannung geführt wird. Dabei wird in diesem Abschnitt ein Anpressdruck gegenüber
dem Zylinder mit einer, einen Teil des äußeren Umfangs des Zylinders überdeckenden
Druckhaube ausgeübt. Als besonderer Vorteil ist ein verbesserter Wärmedurchgang vom
Dampfinnenraum des Trockenzylinders bis zur Faserstoffbahn anzusehen. Außerdem erreicht
man eine Erhöhung der Trocknungsgeschwindigkeit, ohne dass Maschinenverlängerungen
notwendig sind. Die Papierfestigkeit und die Oberflächeneigenschaften werden trotz
der möglichen Einsparung von Rohfasern gesteigert. Auch der Auftrag von Stärke kann
reduziert werden.
[0020] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren lässt sich noch vorteilhafter ausbilden,
indem zu Beginn des Herstellungsprozesses für die Bildung der Decklage der dreilagigen
Faserstoffbahn ein Feinstoff in den Stoffauflauf zugeführt wird. Dadurch erreicht
man eine sehr glatte Decklage, die eine besonders gute Grundlage für spätere Strichschicht
bildet und wodurch man eine sehr gleichmäßige Abdeckung der Faserstoffbahn erreicht.
[0021] Der Stoffauflauf kann im Übrigen als Lochwalzenstoffauflauf oder als hydraulischer
Stoffauflauf ausgeführt sein. Optional ist mindestens ein Stoffauflauf mit Verdünnungswasserregelung
ausgestattet. Der Vorteil daraus ist das eine Flächengewichtsprofilierung ohne Verstellung
der Lippe und damit der Faserorientierung erreicht wird. Vorzugsweise ist die Mittellage
mit einer Verdünnungswasserregelung ausgestattet mit dem Vorteil, dass das Flächengewichtquerprofil
der gesamten Kartonbahn durch die Lage mit dem größten Anteil am Gesamtflächengewicht
(Mittellage) am stärksten beeinflusst werden kann.
[0022] In der Siebpartie können alle bekannten Formerkombinationen Einsatz finden. Bevorzugt
ist an den Einsatz von Langsieben, aber auch Kombinationen aus Langsieben und Hybridformern,
beispielsweise den vom Unternehmen der Anmelderin vertriebenen Duo D oder Duo DK auch
als Kombinationen aus mindestens einem Gapformern und mindestens einem Langsieb Einsatz
finden. Vorteilhaft ist, wenn der besagte Former mit einer Siebschütteleinrichtung,
beispielsweise mit dem vom Unternehmen der Anmelderin vertriebenen Duo Shake ausgestattet
wird. Bei Mehrlagenkonzepten sollte dies vorzugsweise bei der Lage mit dem höchsten
Lagenflächengewicht, wie der Mittellage (Middle Ply) vorgesehen sein.
[0023] In der Pressenpartie können alle bekannten Pressenkombinationen Einsatz finden Beispielsweise
kann eine Tandem NipcoFlex-Presse (TNFP) mit Offset-Presse, die vierfach befilzt ist
und/oder eine Presseneinheit, bestehend beispielsweise aus einer Saugpresswalze im
ersten Nip, einer NipcoFlex Presse im zweiten Nip und einer Offsetpresse im dritten
Nip Verwendung finden. Die Pressenkonzepte können mit geschlossener oder offener Bahnführung
ausgeführt sein. Die Stuhlung, d.h. die Traggerüste für die Pressen können als so
genannte Cantilever augeführt sein. Es ist auch möglich, genahte oder auch nahtlose
Filze in der Pressenpartie einzusetzen. Mit den genannten Pressenkonzepten lassen
sich Trockengehalte bis zu 57% erzielen.
[0024] Im Rahmen der Erfindung wird in der Pressenpartie wenigstens eine glatte Walze verwendet,
die zumindest auf die Decklage einwirkt. Das kann mit Hilfe einer an sich bekannten
Tandem Presse mit drei Filzen und einer glatten Walze, die meist unten angeordnet
ist oder mit einer so genannten Offset-Presse, bei der ein Nip ganz ohne Bespannung
ausgeführt ist, erfolgen. Auch diese Maßnahme trägt zu einer glätteren Decklage bei,
die sich wiederum gleichmäßiger beschichten lässt.
[0025] Zur Steigerung der Effizienz des Verfahrens ist es zweckmäßig, direkt nach der Pressenpartie
und noch vor dem ersten beheizten Trockenzylinder der Trockenpartie eine an sich bekannte
Impingement-Trocknung vorzunehmen. Dadurch lässt sich der Trockengehalt der Bahn steigern
und die Abrissgefahr in der Trockenpartie senken. Damit ist eine Geschwindigkeit von
größer als 1000m/min, insbesondere größer als 1200m/min möglich.
[0026] Hinsichtlich der Qualität der Verpackungspapier- oder Kartonbahn kann es auch vorteilhaft
sein, wenn noch zusätzlich zur Bandglättung -, die Bahn nach der Vortrocknung und
noch vor einer späteren Beschichtung mit der mindestens einen weißen Strichschicht
einer Kondensations-Pressglättung unterzogen wird. Dieses Glättverfahren führt zu
noch höheren Glättewerten. Die Kondensations-Press-glättung funktioniert ähnlich wie
die Kondensations- Presstrocknung, wobei die Faserstoffbahn über einen beheizten Zylinder
geführt und dabei direkt mit einem über den Zylinder laufenden Metallband in Kontakt
gebracht wird, über dem sich eine Druckhaube befindet. Ein Sieb bzw. eine Bespannung
ist hierbei aber nicht vorhanden.
[0027] Bei der Kondensations- Presstrocknung und auch bei der Kondensations- Pressglättung
wird vorzugsweise der Zylinder (Trockenzylinder bzw. Glättzylinder) jeweils vorzugsweise
mit Dampf beheizt, wobei die Zylinderoberfläche eine Temperatur zwischen 60 und 250°C,
vorzugsweise 130 bis 190"C erreicht.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren kann weiter zweckmäßig ausgebildet sein, wenn im Anschluss
an die Vorhangbeschichtung dieselbe Bahnseite ein zweites Mal mit einem konventionellen
Streichaggregat, wie beispielsweise einem direkt auftragenden Klingenstreichaggregat
beschichtet, getrocknet und danach die andere Bahnseite ebenfalls mit einem konventionellen
Streichaggregat beschichtet und anschließend mit Trocknern getrocknet wird.
[0029] Hinsichtlich der Qualität der hergestellten Faserstoffbahn ist es, wenn sie vor der
Aufrollung, also innerhalb einer Schlussgruppe der Herstellungsmaschine, geglättet
wird.
[0030] Dieses Glättwerk weist eine Heizwalze auf, welche mit einem Kunststoffmantel der
eine metallische Beschichtung mit einer Dicke von <200µm aufweist, versehen ist. Damit
erreicht man eine enorme Glättesteigerung und einen noch besseren Glanz.
[0031] Anschließend kann die Faserstoffbahn einer Kühlgruppe und anschließend der Aufrollung
zugeführt werden.
[0032] Gemäß einer ersten Variante ist es möglich, dass der Karton bzw, das Papier drei
Lagen aufweist, die aus einer Faserdecklage aus gebleichtem Zellstoff, aus einer Mittellage
aus holzhaltigem Rohstoff und/oder Altpapierstoff und aus einer Rückenlage aus gebleichtem
Zellstoff oder aus einer Mischung aus gebleichtem Zellstoff mit Anteilen an holzhaltigem
Rohstoff, dem auch Anteile an Altpapierstoff beigemengt werden, bestehen.
[0033] Die Decke besteht abhängig von der Qualität des Kartons aus 100% gebleichtem Zellstoff
und wird mindestens einmal gestrichen. Die Einlage, d.h. die Mitteltage ist hell und
besteht entweder aus 100% holzhaltigen Rohstoff oder es werden Anteile an Altpapierstoff
beigemengt.
[0034] Die Rückseite ist hell und besteht entweder aus 100% gebleichtem Zellstoff oder aus
einer Mischung von gebleichtem Zellstoff mit Anteilen an holzhaltigen Rohstoff. Es
können auch dem Rücken Anteile an Altpapierstoff beigemengt werden. Die Rückseite
kann dabei optional mit mindestens einem Strich gestrichen werden. Wird Altpapierstoff
eingesetzt so kann dieser optional in der Stoffaufbereitung deinked werden.
[0035] Je nach verwendetem Rohstoffqualität und der Strichauftragsmenge unterscheidet man
Qualitäten mit folgender Kurzbezeichnung, wobei mit der Zahl 1 die Sorte mit der höchsten
Qualität bezeichnet ist. Bei den Sorten GG ist die Streichmasse mit Kunststoffen angereichert.
| Sorte |
|
Strichgewicht |
|
| GC1 |
Gestrichen |
>18 g/m2 |
Besserer Rohstoff als GC2 und GC3 |
| GC2 |
Gestrichen |
>12 g/m2 |
|
| GG1 |
Gussgestrichen |
|
Rücken holzfrei |
| GG2 |
Gussgestrichen |
|
Rücken hell |
[0036] Als Standard für Altpapierstoff kommen folgende infrage:
| |
MW |
OCC |
NP |
White Shavings |
| American Standard (ISRI) |
ISRI 1,2 |
ISRI 11,12 |
ISRI 6,7 |
ISRI 28,30,31 |
| European Standard (CEPAC) |
A2, A4 |
A5 |
E12 |
C15, C16, C17 |
| DIN/ISO/ONORM |
B12, B19 |
W52, W41 |
|
R12, O14, Q14 |
[0037] Folding boxboard ist Karton mit einer flächenbezogenen Masse im Bereich von 160 -
500 g/m
2 mit folgender Charakteristik
| Kartoneigenschaften |
Einheit |
Werte |
Messmethode |
| Spezifische Biegesteifigkeit CD |
Nmm |
bis 100 |
L&M DIN 53121,1996-12; DIN 53121,1996-12) |
| Spezifische Biegesteifigkeit MD |
Nmm |
bis 200 |
| Roughness Decke |
µm |
< 10 |
PPS-10S ISO 8791-4, 1992-04 |
| Roughness Rücken |
µm |
< 15 |
| Spaltfestigkeit MD |
J/m2 |
bis 800 J/m2 |
Scott-Spaltfestig keitsprüfer TUM 403, 1991 |
| Spaltfestigkeit CD |
J/m2 |
bis 800 J/m2 |
[0038] Die Decklage kann abhängig von der Qualität des Kartons aus 100% gebleichtem Zellstoff
oder aus 100% Altpapierstoff bestehen. Es ist aber auch möglich die Decklage aus einer
Mischung aus gebleichtem Zellstoff und Altpapierstoff herzustellen. Die Decklage kann
aber auch nur leicht holzhaltig sein, wobei auch der Holzstoff gebleicht sein kann
oder auch holzfrei sein kann. Die Decke soll aber immer gestrichen werden.
[0039] Die Einlage besteht zumeist aus gemischtem Altpapierstoff oder optional mit Anteilen
an mechanischen Holzstoff. Dabei ist jedes Mischungsverhältnis denkbar.
[0040] Die Rückseite besteht aus Altpapierstoff und kann Anteile an gebleichtem und/oder
ungebleichtem Zellstoff enthalten. Die Rückseite kann entweder gestrichen oder ungestrichen
sein. Je nach verwendetem Rohstoff unterscheidet man Qualitäten mit folgender Kurzbezeichnung,
wobei mit der Zahl 1 die Sorte mit der höchsten Qualität angegeben ist. Den Gesamtanteil
an gemischtem Altpapierstoff findet man in folgender Tabelle
[0041] Beispielhaft sind darin übliche Altpapierstoffanteile bezogen auf das Gesamtprodukt
angegeben.
| Sorte |
Altpapier |
| GT1 |
80% - 100% |
| GT2 |
80% - 100% |
| GD1 |
15% - 65% |
| GD2 |
70% - 90% |
| GD3 |
80% - 100% |
[0042] Diese vorstehend beschriebene dreilagige Faserstoffbahn bzw. Verpackungspapier- oder
Kartonbahn weist in jedem Fall eine "weiße" Faserdecklage auf, die anschließend mit
der weißen Strichschicht versehen wird.
[0043] Mit dem vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren kann erstmalig Verpackungspapier
und Karton von besonders hoher Qualität und Druckeigenschaften hergestellt werden.
[0044] Die Vorteile des Verfahrens bestehen außerdem in Energie- und Rohstoffeinsparungen.
Das Verfahren selbst zeichnet sich durch eine Verbesserung der Runnability (Laufeigenschaften)
aus.
[0045] Nachstehend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert werden.
[0046] Es zeigen
Figur 1: eine Darstellung eines Verfahrensschemas zur Herstellung einer dreilagigen,
gestrichenen Faserstoffbahn
Figur 2: eine schematische Darstellung des Konstantteiles zur Herstellung eines Stoffgemischs
für die Herstellung einer Faserstoffbahn gemäß Figur 1.
[0047] In der Figur 1 ist ein Verfahrensschema der Herstellung einer dreilagigen, gestrichenen
Papier- bzw. Kartonbahn dargestellt.
[0048] Der aus einer Stoffaufbereitung stammende Stoffstrom S wird von einem Stoffauflauf
1 mit einer Verdünnungswasserregelung einer Siebpartie I zugeführt. Die Siebpartie
besteht aus drei Langsieben 2, 5 und 6 zur Bildung einer dreilagigen Bahn B. Das Langsieb
2 dient der Bildung einer Mittellage, das Langsieb 5 der Decklage und mit dem Langsieb
6 wird der Rücken formiert. Das Langsieb 2 der Mittellage ist mit einem Former 3 (vom
Unternehmen der Anmelderin unter dem Namen DuoFormer D gehandelt) und mit einer Siebschütteleinrichtung
4 (vom Unternehmen der Anmelderin unter dem Namen Duo Shake gehandelt) ausgestattet.
[0049] Der Stoff der einzelnen Lagen wird aus den entsprechenden Stoffaufläufen 1, 1 a auf
die jeweiligen Langsiebe 2, 5, 6 gespritzt und auf diesen entwässert. An den Berührungspunkten
der Langsiebe werden die Lagen miteinander vergautscht. Der Lagenaufbau ist dabei
von unten nach oben wie folgt:
Rückenlage, Mittelage, Decklage.
Die Bahn B wird danach sukzessive durch Entwässerungselemente in der Siebpartie entwässert
bis sie am Ende der Siebpartie I einen Trockengehalt von >16% hat.
[0050] Von der Siebpartie I aus wird die Bahn B über diverse Abnahmeelemente Pressen 7 in
die Pressenpartie II überführt. Die Pressenpartie II mit Pressen 7 besteht aus einer
doppelt befilzten Saugpresswalze 7.1 im ersten Nip und einer doppelt befilzeten Nipco
Flex Presse im zweiten Nip und einer Offsetpresse im dritten Nip. Nach der Pressenpartie
II erreicht die Bahn B Trockengehalte bis zu 57%. Dieses Pressenkonzept kann mit geschlossener
oder offener Bahnführung ausgeführt sein. Die Stuhlung kann auch als cantilever ausgeführt
sein. Es ist möglich in der Pressenpartie II genahtete oder nahtlose Filze hinzusetzen
[0051] Nach Verlassen der Pressenpartie II, bzw. der Pressen 7, erfolgt die weitere Trocknung
der Bahn B mittels konventioneller Trockenzylindergruppen 8a innerhalb einer Vortrockenpartie
III, die hier zweireihige Trockenzylinderanordnungen aufweisen. Anschließend an die
Trockengruppen 8a ist beispielsweise ein Trocknungsaggregat 9 mit Kondensations- Presstrocknung
installiert. Hier erfolgt eine wesentlich intensivere Trocknung der Papierbahn und
eine deutliche Glättesteigerung der zylinderberührten Bahnseite. Eine derartige Trocknungsanordnung
ist beispielsweise aus der
EP 1586 698 A1 und der
EP 0988 417 B1 bekannt. Diese hierbei angewandte Technologie ist besonders energieeffizient, da
neben der hohen spezifischen Verdampfung von mehr als 40 kg/m
2h auch eine deutliche Glättesteigerung des Verpackungspapiers bzw. Kartons innerhalb
der Trockenpartiehaube stattfindet. Bevorzugte Einbaulage dieses Kondensations- Presstrockner
liegt in einem Bereich über 50% bis ca. 90% Trockengehalt, vornehmlich jedoch über
55% Trockengehalt. Die Integration einer oder mehrerer solcher Trockenaggregate erfolgt
bevorzugt in der Vortrockenpartie III, es ist jedoch auch denkbar solche Aggregate
in einer nachfolgenden Nachtrockenpartie vorzusehen. Auch hier bietet der Kondensations-
Presstrockner 9 den Vorteil erhöhter Verdampfungsraten und Papierglättung.
[0052] Diese Trocknungsaggregate 9 können dabei in "Linie", d.h. auf Höhe der konventionellen
Trockenpartie als auch im Maschinenkeller installiert sein. Vorteil der Installation
im Maschinenkeller ist dass das bzw.die Trocknungsaggregate 9 aus der Linie genommen
werden können und der Trocknungsprozess nur mit einer konventionellen Trockenpartie
durchgeführt werden kann. Außerdem ist es möglich bei bestehenden Maschinen die trocknungslimitiert
sind, eine Produktionssteigerung durch die Installation eines oder mehrerer Trocknungsaggregate
9 zu erreichen, indem konventionelle Trockenzylinder ersetzt werden.
[0053] Nach diesem Trocknungsaggregat 9 sind im gezeigten Beispiel eine weitere konventionelle
Trockenzylindergruppe 8b vorhanden.
[0054] Nach dem Ende der Vortrockenpartie III folgt ein Auftragen von Stärke. Dies wird
mit einer Filmpresse 10 vorgenommen. Mit Hilfe dieser Filmpresse wird im Beispiel
die Stärke simultan auf beide Bahnseiten in indirekter Weise aufgetragen. Das heißt,
die Stärke wird jeweils auf den Umfang einer Auftragswalze aufgebracht und im zwischen
beiden Walzen bestehenden Nip an die Oberfläche der beiden Bahnseiten abgegeben. Vorteil
dieses Stärkeauftrags ist, dass ein minderwertiger Rohstoff für die Mittellage (Middle
Ply) verwendet werden kann und dennoch eine hohe Festigkeit des Papiers bzw. Kartons
erreicht wird. Es ist auch denkbar, anstelle der besagten Filmpresse eine so genannte
Leimpresse zu verwenden, die wie in der
EP 1198643 A1 beschrieben, ausgestattet ist. Hier ragen speziell gestaltete Zuführdüsen zur Bildung
eines Auftragsmediumsumpfes in den zwischen zwei einen Zwickel und Nip bildenden Auftragswalzen
in den Zwickel hinein. Diese Anordnung wird von Fachleuten als "SizeWings" bezeichnet
und bietet den Vorteil, dass sich eine höhere Einwirkzeit des Auftragsmediums (Leimungsmittels)
auf die Faserstoffbahn ergibt und gleichzeitig die Bildung von Turbulenzen im Sumpf
vermieden wird. Dadurch wird auch die Gefahr der Bildung von Schäumen, welches sich
negativ auf die Bahneigenschaften auswirken würden, vermieden.
[0055] Es schließt sich eine Nachtrockenpartie IV mit einer konventionellen Trockenzylindergruppe
11, die im Beispiel zweireihig ausgebildet ist, an. Am Ende der Nachtrockenpartie
IV befindet sich eine Kühlgruppe 12, die aus zwei Kühlzylindern besteht, wobei der
obere Zylinder befilzt ist. Mit Hilfe dieser Kühlzylinder wird die Faserstoffbahn
B auf unter 70°C gesenkt.
[0056] Im Anschluss daran erfolgt eine Vorglättung der Rohkarton- bzw. Faserstoffbahn B
mit einem Glättwerk 13. Dieses kann auch innerhalb der Nachtrockenpartie IV angeordnet
sein, wie bereits bei der Erläuterung der Kondensation- Presstrocknung schon beschrieben
wurde. In diesem Fall ist aber keine Kühlgruppe vor dem Aggregat 13 vorgesehen.
[0057] Im Beispiel wird als Glättwerk 13 ein Bandkalander eingesetzt. Dieser Bandkalander
weist ein ein- oder mehrlagiges Band bzw. Belt mit Beschichtung an der zugewandten
Faserstoffbahnseite auf. Das Band besteht überwiegend, d.h. zu mehr als 70% aus Kunststoff.
Die Temperatur des Kalanders beträgt mehr als 80°C an der Bandoberfläche, wenn das
Band mit der Faserstoffbahn in Kontakt steht. Hiermit wird eine sehr volumenschonende
und ausgezeichnete Glätte erreicht.
[0058] Im Gegensatz zu konventionellen Glättwerken (Hardnip-Kalander, bzw. HNC, Softnip-Kalander
bzw. SNC, Breitnip- Kalander, Schuhglättwerk) ist auch eine Ausführung mittels mit
einer so genannten CeraSoft Kalander- Technologie und/oder Valzone- Technologie denkbar.
Alle oben beschriebenen Glättwerk-Technologien bieten im Gegensatz zu konventionellen
Glättwerken (HNC, SNC, Breitnip, Schuhglättwerk) den Vorteil besonders hoher Glättesteigerungen
bei besonders geringem Volumenverlust. Außerdem kann durch den Einsatz dieser Technologien
minderwertigerer, billigerer Rohstoff, bei gleichzeitig besonders geringem Volumenverlust
und exzellenter Glättesteigerung ohne Festigkeitsverlust der ungestrichenen Kartonbahn
eingesetzt werden. Besonders im Hinblick auf Kalandrierfehler, z.B. mottling, können
mit dieser Technologie optimale Ergebnisse ohne Risiko erzielt werden. Es ist auch
denkbar das Glättwerk 13 zum Nachglätten der gestrichenen Bahn B zu verwenden. Bevorzugte
Einbaulage eines Glättwerks zum Vorglätten liegt in einem Bereich über 55% bis ca.
90% Trockengehalt, vornehmlich jedoch über 60% Trockengehalt der Bahn.
[0059] In einer Streichpartie V, die der Vorglättung folgt, wird als Erstes ein weißer Strich
auf die weiße Decklage der Faserstoffbahn B aufgebracht. Das erfolgt mit einem kontaktlos
arbeitenden Streichaggregat 14 in Form eines Vorhang-Auftragswerks 14.1 (curtain coater),
welches eine Schlitzdüse (slot die) oder Gleitschichtdüse (slide die) aufweist. Mit
dem Vorhangstrich wird besonders viel und auch sehr gleichmäßig weiße Pigmente enthaltende
Streichfarbe auch bei erhöhten Geschwindigkeiten aufgetragen und eine besonders gute
Abdeckung und damit Oberflächenqualität erreicht. Eine weitere mögliche Ausführung
eines Vorhang- Auftragswerkes geht aus der
EP A1- 1 255 615 hervor und wird in Fachkreisen als "slide die", d.h. Gleitschichtdüse bezeichnet.
[0060] Dabei können mit einem Auftragsaggregat Strichmengen bis zu 60g/m
2 aufgetragen werden, die sonst nur mit mehreren konventionellen Streichaggregaten
erreicht werden könnten. Es kommen einschichtig auftragende als auch mehrschichtig
auftragende Vorhangauftragswerke in Betracht, wodurch sich der Platzbedarf in der
Maschine reduziert. Im gezeigten Beispiel der Figur 1 ist ein einschichtig auftragendes
Auftragswerk vorgesehen.
[0061] Im in Figur 1 gezeigten Beispiel wird die Decklage ein zweites Mal mit einem konventionellen
Streichaggregat 15 gestrichen. Anschließend wird der Rücken der Faserstoffbahn ebenfalls
mit einem konventionellen Streichaggregat 16 gestrichen. Als konventionelle Streichaggregate
15 und 16 kommen z.B. ein Freistrahldüsenaggregat, dem ein Rakelelement nachgeordnet
ist oder ein Auftragsaggregat mit kurzer Verweilzeit (SDTA) oder anderweitig bekanntes
Rakelstreicheinrichtung in Frage. An jeweils ein Streichaggregat schließen sich hier
nicht näher bezeichnete kontaktlose Trockner, d.h. Lufttrockner und Infrarottrockner
an.
[0062] In einer nachfolgenden Korrekturgruppe 17 wird die Oberseite und die Unterseite der
Bahn B - also Deckschicht und Rücken - unterschiedlich stark beheizt, wodurch die
Rollneigung der Bahn (Curl) verringert wird. Diese Korrekturgruppe 17 besteht aus
einer konventionellen ein- oder zweireihigen Trockengruppe (im Beispiel sind die Trockenzylinder
zweireihig angeordnet), welche oben und unten mit oder ohne Trockensiebe bestückt
sind. Vorzugsweise ist die Korrekturgruppe 17 jedoch mit 2 Trockensieben eines für
die obere und eines für die untere Trockenzylinderreihe ausgestattet. Die oberen und
unteren Trockenzylinder innerhalb der Korrekturgruppe werden derart beheizt, so dass
die Zylinderoberflächentemperatur sich um mindestens 10°C voneinander unterscheiden.
[0063] Anschließend wird die Bahn in einem Glättwerk 18 nachkalandriert. Im Beispiel wird
dazu ein Softnipkalander verwendet, wodurch ein besonders hoher Glanzeffekt des fertigen
Papiers bzw. Kartons entsteht und die Mikrorauhigkeit verringert wird.
[0064] Anstelle dieses Softnipkalanders könnte auch ein vom Unternehmen der Anmelderin vertriebener
so genannter Terra X- Kalander Verwendung finden. Ein solcher Kalander weist eine
beheizte Walze mit einem Kunststoffmantel, welcher mit einer metallischen Schicht
versehen ist, auf. Die Dicke des Kunststoffmantels beträgt ca. 5 bis 50mm und die
metallische Schicht ist ca. 5 bis 100 µm dick.
[0065] Eine Deckschicht auf einer elastischen Walze ist beispielsweise in der
DE 10 2008 037 999 A1 offenbart.
[0066] Vor der Aufrollung 20 an einem Roller ohne Zentrumsantrieb wird die Bahn B noch mit
einer Kühlgruppe 19 auf Temperaturen von unter 70°C abgekühlt.
[0067] Die Kühlgruppe 19 ist im gezeigten Beispiel nur unten befilzt. Als Vorteil daraus
ergibt sich, dass die im SoftnipKalander 18 geglättete Oberseite der Bahn B nicht
mehr mit dem Sieb in Berührung kommt und dadurch der Glanzeffekt erhalten bleibt.
[0068] Die Anordnung der Kühlgruppe 19 vor der Aufrollung 20 - wie in Figur 1 gezeigthat
den Vorteil, dass die thermische Längenänderung der Bahn am Roller reduziert wird,
wodurch bessere Wickeleigenschaften erzielt werden.
[0069] Zur Aufrollung 20 ist zu ergänzen, dass auch Konfigurationen von Rollern mit Zentrumsantrieb
denkbar sind. Im Vergleich zu Rollern ohne Zentrumsantrieb können feinere Einstellungen
der Wickeleigenschaften erzielt werden.
[0070] In der Figur 2 ist die Herstellung des Stoffgemischs zur Herstellung der Faserstoffbahn
schematisch dargestellt.
[0071] Obige Beispielskizze bezieht sich auf einen Konstantteil einer Bahnherstellungsmaschine
bzw. Anlage, bei der die Decklage (Top Ply), die Mittellage (Middle Ply) und der Rücken
(Back Ply) aus 100% Frischfaser besteht. Deshalb ist im jeweiligen Stoffstrang eine
Cleanerstufe vorgesehen, da diese in der Stoffaufbereitung nicht vorgesehen ist.
[0072] Der aus der Stoffaufbereitung kommenden Stoffstrom S wird in einem Mischer 30 (ComMix)
gemeinsam mit dem Siebwasser ggf. auch mit Additiven, z.B. Retentionsmittel vorgemischt.
Der Ausschuss wird vorzugsweise in die Maschinenbütte des Middle Plys gemischt. Es
ist auch denkbar, dass der Ausschuss im ComMix von Top Ply oder Back Ply geführt wird.
Zur weiteren Verdünnung der Stoffmengen wird die Suspension mit Siebwasser in einem
weiteren Mischer 31, einem so genannten Hydromix, vermengt. Die Konzentration der
Stoffsuspension nach dem Hydromix ist höher als die Konzentration des Stoffauflaufs
mit dem Vorteil, dass für die nachfolgende Reinigungseinrichtung 32 (Cleaner bzw.
EcoMizer) eine kleinere Anzahl an Baugruppen gewählt werden kann. Kleine Verunreinigungen,
z.B. feiner Sand, werden im dieser Reinigungseinrichtung 32 entfernt. Anschließend
erfolgt im Mischer 33 eine weitere Verdünnung mit Siebwasser auf die gewünschte Stoffauflauf-
Konzentration und gegebenenfalls eine Mischung mit Additiven. Durch eine Stoffauflaufpumpe
34 wird die Suspension zur Zerstörung von Faserflocken und zur Endreinigung durch
ein Reinigungssieb 35 (HB Screen, MSA, MST, MSS) geführt. Zusätzlich erfolgt hier
eine Reduzierung von Stoffpulsationen wodurch Stoffschwankungen im Stoffauflauf 36
in Maschinenrichtung vermieden werden. Vor dem Stoffauflauf 36 kann der Stoffsuspension
die notwendige Menge Retentionsmittel 37 beigemengt werden. Das für die Verdünnungswasserregelung
am Stoffauflauf 36a der Mittellage (Midde Ply) nötige Wasser wird einer Siebwasserrinne
entnommen und nach der Aufbereitung in einer Einrichtung 38 in einem Sichter zum Stoffauflauf
geführt.
Bezugszeichenliste
[0073]
- I
- Siebpartie
- II
- Pressenpartie
- III
- Vortrockenpartie
- IV
- Nachtrockenpartie
- V
- Streichpartie
- 1
- Stoffauflauf
- 2
- Langsieb
- 3
- Former
- 4
- Siebschütteleinrichtung
- 5
- Langsieb
- 6
- Langsieb
- 7
- Presse
- 7.1
- Saugpresswalze
- 8a
- Trockengruppe
- 8b
- Trockengruppe
- 9
- Trocknungsaggregat mit Kondensations- Presstrocknung
- 10
- Filmpresse
- 11
- Trockenzylinder
- 12
- Kühlgruppe
- 13
- Glättwerk mit Kondensation- Pressglättung
- 14
- Streichaggregat
- 14.1
- Vorhang-Auftragswerk
- 15
- Streichaggregat
- 16
- Streichaggregat
- 17
- Korrekturgruppe
- 18
- Glättwerk
- 19
- Kühlgruppe
- 20
- Aufrollung
- 30
- Mischer
- 31
- Mischer
- 32
- Reinigungseinrichtung
- 33
- Stoffauflaufpumpe
- 34
- Mischer
- 35
- Reingigungssieb
- 36, 36a
- Stoffauflauf
- 37
- Retentionsmittel
- 38
- Aufbereitungeinrichtung
1. Verfahren zur Herstellung einer gestrichenen, dreilagigen Faserstoffbahn, insbesondere
Verpackungspapier- oder Kartonbahn, bei dem zunächst ein Stoffstrom erzeugt wird,
der danach nacheinander drei Stoffaufläufen (1, 1a), mindestens einer Siebpartie (I)
zur Bildung einer dreilagigen Faserstoffbahn (B), einer Pressenpartie (II), einer
Trockenpartie (III) mit Trockengruppen (8a, 8b) und anschließend einer Aufrollung
zugeführt wird, wobei
die Trockengruppen (8a, 8b) innerhalb einer Vortrockenpartie (III) liegen und nach
dem Ende der Vortrockenpartie Stärke aufgetragen wird und sich eine Nachtrockenpartie
(IV) anschließt, wobei die dreilagig hergestellte Faserstoffbahn (B) mit einem Bandkalander
(13) innerhalb oder im Anschluss an die Nachtrockenpartie (IV) vorgeglättet wird und
danach die Decklage der Faserstoffbahn (B) mit Hilfe eines Vorhang-Auftragswerkes
(14.1) mit einer weißen pigmenthaltigen Strichschicht beschichtet und danach getrocknet
wird und dass in der Pressenpartie (II) wenigstens eine glatte Walze verwendet wird,
die zumindest auf die Decklage einwirkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Faserstoffbahn (B) in drei Lagen und zwar Rückenlage, Mittellage, Decklage hergestellt
wird, wobei die Decklage weiße bzw. gebleichte und/oder deinkte und/oder holzfreie
Fasern enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Kondensations- Presstrocknung (9) im Anschluss an die Trocknung in der Trockenpartie
(III) oder zwischen den einzelnen Trocknern (8a) oder im Anschluss an die Entwässerung
in der Pressenpartie (II) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Anschluss an die Vorhangbeschichtung (14.1) dieselbe Bahnseite ein zweites Mal
mit einem konventionellen Streichaggregat (15), wie beispielsweise einem direkt auftragenden
Klingenstreichaggregat beschichtet, getrocknet und danach die andere Bahnseite ebenfalls
mit einem konventionellen Streichaggregat (16) beschichtet und anschließend mit Trocknern
(17) getrocknet wird.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beschichtete Bahn einer Korrekturgruppe (17), einem nachfolgenden Glättwerk (18),
einer Kühlgruppe (19) und anschließend der Aufrollung (20) zugeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
für die Bildung der Decklage der dreilagigen Faserstoffbahn (B) ein Feinstoff in den
Stoffauflauf (1) geführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine weiße Strichschicht mit einem ein- oder mehrschichtig auftragenden
Vorhang- Auftragswerk (14.1) in Form einer Schlitzdüse (slot die) oder Gleitschichtdüse
(slide die) aufgebracht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das verwendete Glättwerk (18) in der Schlussgruppe der Herstellungsmaschine eine beheizte
Walze mit einem Kunststoffmantel, welcher mit einer metallischen Schicht versehen
ist, aufweist.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dicke des Kunststoffmantels ca. 5 bis 50mm und die metallische Schicht eine Dicke
zwischen 5 und 100 µm beträgt.
10. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
direkt nach der Pressenpartie (II) und noch vor dem ersten beheizten Trockenzylinder
der Trockenpartie (III) eine an sich bekannte Impingement-Trocknung vorgenommen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei der Vorglättung der Faserstoffbahn (B) ein Band verwendet wird, welches zu mehr
als 70% aus Kunststoff besteht und eine Temperatur von mehr als 80°C an der mit der
Faserstoffbahn in Kontakt stehenden Bandoberfläche aufweist.
12. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
damit ein gestrichener Karton, insbesondere Chromo- oder Chromoersatzkarton oder Flüssigkeitskarton,
oder gestrichenes Verpackungspapier, gestrichener Liner mit weißer Decklage (CWTTL
= coated white top test liner) oder gestrichener Kraftliner mit weißer Decklage (CWTKL
=coated white top
kraft liner) hergestellt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Karton bzw. das Papier drei Lagen aufweist, die aus einer Faserdecklage aus gebleichtem
Zellstoff, aus einer Mittellage aus holzhaltigem Rohstoff und/oder Altpapierstoff
und aus einer Rückenlage aus gebleichtem Zellstoff oder aus einer Mischung aus gebleichtem
Zellstoff mit Anteilen an holzhaltigem Rohstoff, dem auch Anteile an Altpapierstoff
beigemengt werden, bestehen.
1. A method for producing a coated, three-layer fibrous web, in particular a packaging
paper web or board web, in which first of all a stock stream is produced, which is
then successively fed to three headboxes (1, 1a), at least one wire section (I) for
forming a three-layer fibrous web (B), a press section (II), a drying section (III)
comprising drying groups (8a, 8b) and then to a reel-up,
wherein
the drying groups (8a, 8b) are disposed within a pre-dryer section (III) and starch
is applied after the end of the pre-dryer section and an after-dryer section (IV)
follows, with the fibrous web (B) produced with three layers being pre-calendered
by a belt calender (13) within or following the after-dryer section (IV) and, after
that, the top layer of the fibrous web (B) being coated with a white pigment-containing
coating layer with the aid of a curtain applicator (14.1) and then being dried and,
in the press section (II), at least one smooth roll being used which acts at least
on the top layer.
2. A method in accordance with claim 1,
characterized in that
the fibrous web (B) is produced in three layers, specifically the back layer, middle
layer and top layer, with the top layer containing white or bleached and/or deinked
and/or wood-free fibers.
3. A method in accordance with claim 1 or claim 2,
characterized in that
a condensation press drying (9) is carried out following the drying in the drying
section (III) or between the individual dryers (8a) or following the dewatering in
the press section (II).
4. A method in accordance with at least one of the preceding claims,
characterized in that,
following the curtain coating (14.1), the same web side is coated a second time with
a conventional coating unit (15), such as a direct-application blade coating unit,
is dried and, after that, the other web side is likewise coated with a conventional
coating unit (16) and is then dried by dryers (17).
5. A method in accordance with at least one of the preceding claims,
characterized in that
the coated web is fed to a correction group (17), a following calendering unit (18),
a cooling group (19) and then to the reel-up (20).
6. A method in accordance with claim 1 or claim 2,
characterized in that,
for the formation of the top layer of the three-layer fibrous web (B), fines are led
into the headbox (1).
7. A method in accordance with claim 1,
characterized in that
the at least one white coating layer is applied using a curtain applicator (14.1)
applying one or multiple layers, in the form of a slot die or a slide die.
8. A method in accordance with claim 5,
characterized in that
the calendering unit (18) used in the final group of the production machine has a
heated roll with a plastic coating which is provided with a metallic layer.
9. A method in accordance with claim 8,
characterized in that
the thickness of the plastic coating is about 5 to 50 mm and the metallic layer has
a thickness between 5 and 100 µm.
10. A method in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
an impingement drying known per se is performed directly after the press section (II)
and still before the first heated drying cylinder of the drying section (III).
11. A method in accordance with claim 1,
characterized in that,
during the pre-calendering of the fibrous web (B), a belt is used of which more than
70% consists of plastic and which has a temperature of more than 80°C at the belt
surface which is in contact with the fibrous web.
12. A method in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
a coated board, in particular a chromo or chromo-substitute board or a liquid board,
or coated packaging paper, a coated liner with a white top layer (CWTTL coated white
top test liner) or a coated kraft liner with a white top layer (CWTKL = coated white
top kraft liner) is produced thereby.
13. A method in accordance with claim 12,
characterized in that
the board or the paper has three layers, which comprise a fiber top layer made of
bleached pulp, a middle layer made of wood-containing raw material and/or wastepaper
stock, and a back layer made of bleached pulp or a mixture of bleached pulp with proportions
of wood-containing raw material to which proportions of wastepaper stock are also
added.
1. Procédé pour produire une bande de matière fibreuse à trois couches, revêtue, en particulier
une bande de papier ou de carton d'emballage, dans lequel on produit d'abord un courant
de matière qui est ensuite envoyé successivement à trois caisses de tête (1, 1a),
à au moins une section de toile (I) pour la formation d'une bande de matière fibreuse
à trois couches (B), à une section de presse (II), à une section de séchage avec des
groupes de séchage (8a, 8b) et ensuite à un bobinage,
dans lequel
les groupes de séchage (8a, 8b) sont situés à l'intérieur d'une section de pré-séchage
(III) et on applique de l'amidon après la fin de la section de pré-séchage et il s'y
raccorde une section de post-séchage (IV), dans lequel on opère un satinage préliminaire
de la bande de matière fibreuse fabriquée à trois couches (B) avec une calandre de
bande (13) à l'intérieur ou à la suite de la section de post-séchage (IV) et on revêt
ensuite la couche de couverture de la bande de matière fibreuse (B) à l'aide d'un
ensemble d'application à rideau (14.1) avec une couche d'enduction pigmentée blanche
et on la sèche ensuite et dans lequel on utilise dans la section de presse (II) au
moins un rouleau lisse, qui agit au moins sur la couche de couverture.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on fabrique la bande de matière fibreuse (B) en trois couches, notamment une couche
dorsale, une couche moyenne et une couche de couverture, dans lequel la couche de
couverture contient des fibres blanches ou blanchies ou désencrées et/ou sans bois.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'on effectue un séchage à la presse à condensation (9) à la suite du séchage dans
la section de séchage (III) ou entre les divers séchoirs (8a) ou à la suite de l'essorage
dans la section de presse (II).
4. Procédé selon au moins une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, à la suite d'un revêtement au rideau (14.1), on revêt le même côté de la bande une
deuxième fois avec un ensemble de couchage conventionnel (15), comme par exemple un
ensemble de couchage à lame à application directe, on la sèche et on revêt ensuite
l'autre côté de la bande également avec un ensemble de couchage conventionnel (16)
et on la sèche ensuite avec des séchoirs (17).
5. Procédé selon au moins une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'on envoie la bande revêtue à un groupe de correction (17), à une lisseuse disposée
en aval (18), à un groupe de refroidissement (19) et ensuite au bobinage (20).
6. Procédé selon la revendication 1 et 2,
caractérisé en ce que pour la formation de la couche de couverture de la bande de matière fibreuse à trois
couches (B) on amène une matière fine dans la caisse de tête (1).
7. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on applique ladite au moins une couche d'enduction blanche avec un ensemble d'application
à rideau (14.1) en une ou en plusieurs couches, qui a la forme d'une buse fendue ou
d'une buse de recouvrement glissante.
8. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce que la lisseuse utilisée (18) présente dans le groupe final de la machine de fabrication
un rouleau chauffé avec une enveloppe en matière synthétique, qui est munie d'une
couche métallique.
9. Procédé selon la revendication 8,
caractérisé en ce que l'épaisseur de l'enveloppe en matière synthétique vaut environ 5 à 50 mm et la couche
métallique a une épaisseur comprise entre 5 et 100 µm.
10. Procédé selon au moins une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'on effectue un séchage par impact connu en soi directement après la section de
presse (II) et encore avant le premier cylindre de séchage chauffé de la section de
séchage (III).
11. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que lors du satinage préliminaire de la bande de matière fibreuse (B), on utilise une
bande qui se compose à plus de 70 % de matière synthétique et qui présente une température
de plus de 80°C à la surface de la bande se trouvant en contact avec la bande de matière
fibreuse.
12. Procédé selon au moins une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'on fabrique un carton couché, en particulier du carton couché pour boîtes pliantes
ou du carton blanchi pour boîtes pliantes ou du carton pour liquides, ou du papier
d'emballage couché, du papier de couverture couché avec une couche de couverture blanche
(CWTTL) ou du papier de couverture kraft couché avec une couche de couverture blanche
(CWKTL).
13. Procédé selon la revendication 12,
caractérisé en ce que le carton ou le papier présente trois couches, qui se composent d'une couche de couverture
en fibres en cellulose blanchie, d'une couche moyenne en matière première à haute
teneur en bois et/ou en vieux papiers, et d'une couche dorsale en cellulose blanchie
ou en un mélange de cellulose blanchie avec des parts de matière première à haute
teneur en bois, à laquelle des parts de vieux papiers ont également été ajoutées.