[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbine für einen Abgasturbolader der im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegeben Art.
[0002] Aus der
DE 10 2008 093 085 A1 ist eine Brennkraftmaschine für ein Kraftfahrzeug bekannt, mit einem Abgasturbolader,
welcher einen Verdichter in einem Ansaugtrakt der Brennkraftmaschine und eine Turbine
in einem Abgastrakt der Brennkraftmaschine umfasst, wobei die Turbine ein Turbinengehäuse
aufweist, das einen mit einer Abgasleitung des Abgastrakts gekoppelten Spiralkanal
und ein Turbinenrad umfasst, welches innerhalb eines Aufnahmeraums des Turbinengehäuses
angeordnet und zum Antreiben eines über eine Welle drehfest mit dem Turbinenrad verbundenen
Verdichterrads des Verdichters mit durch den Spiralkanal führbarem Abgas der Brennkraftmaschine
beaufschlagbar ist. Die Turbine umfasst eine Verstelleinrichtung, mittels welcher
ein Spiraleneintrittsquerschnitt des Spiralkanals sowie ein Düsenquerschnitt des Spiralkanals
zum Aufnahmeraum gemeinsam einstellbar sind.
[0003] Da ein solcher Abgasturbolader vor dem Hintergrund einer Serienfertigung von Verbrennungskraftmaschinen
ein Massenprodukt mit stetig wachsender Stückzahl darstellt, ist es wünschenswert,
einen Abgasturbolader bereitzustellen, welcher einen effizienten, das heißt verbrauchs-
und emissionsarmen Betrieb der zugeordneten Brennkraftmaschine ermöglicht sowie eine
hohe Betriebszuverlässigkeit unter höchsten Temperatur- und Druckänderungen aufweist.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Turbine für einen Abgasturbolader
bereitzustellen, welche eine hohe Betriebszuverlässigkeit aufweist sowie einen effizienten
Betrieb einer dem Abgasturbolader zugeordneten Verbrennungskraftmaschine ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Turbine für einen Abgasturbolader mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nichttrivialen
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Eine erfindungsgemäße Turbine für einen Abgasturbolader einer Verbrennungskraftmaschine,
mit zumindest einem Gehäuseteil, welches wenigstens zwei, von Abgas der Verbrennungskraftmaschine
durchströmbare und jeweilige Spiraleneintrittsquerschnitte aufweisende Spiralkanäle
umfasst, zeichnet sich dadurch aus, dass das Gehäuseteil in einem den Spiralkanälen
gemeinsamen, durch wenigstens ein weiteres Gehäuseteil der Turbine gebildeten Aufnahmeraum
aufgenommen ist, von welchem Abgas der Verbrennungskraftmaschine über die jeweiligen
Spiraleneintrittsquerschnitte in die Spiralkanäle einströmbar ist.
[0007] Durch die fortwährende Verschärfung von Emissionsgrenzwerten, insbesondere der Stickoxid-
und Rußemissionen, ergibt sich einerseits eine massive Beeinflussung von Abgasturboladern
zum Aufladen einer Verbrennungskraftmaschine. Daraus resultieren hohe Anforderungen
hinsichtlich einer Ladedruckbereitstellung des Abgasturboladers aufgrund hoher, zu
realisierender AGR-Raten (AGR - Abgasrückführung) in mittleren Lastbereichen bis hin
zu Volllastbereichen der Verbrennungskraftmaschine. Dies erfordert die Darstellung
einer bezüglich ihren Dimensionen beziehungsweise Ausmaßen geometrisch kleine Turbine
für einen solchen Abgasturbolader, wobei die geforderten hohen Turbinenleistungen
durch eine Steigerung der Aufstaufähigkeit beziehungsweise durch eine Reduzierung
der Schluckfähigkeit der Turbine im Zusammenwirken mit der Verbrennungskraftmaschine
realisiert wird.
[0008] Ferner wird gegebenenfalls ein Eintrittsdruckniveau der Turbine erhöht durch den
Gegendruck einer Abgasreinigungseinrichtung, insbesondere eines Rußfilters, welche
in Strömungsrichtung des Abgases stromab der Turbine angeordnet ist, was eine weitere
Verkleinerung der Turbine hinsichtlich ihrer Dimension beziehungsweise Ausmaße erfordert.
Dies geht einher mit der Problematik, dass eine solche Verkleinerung der Turbine in
der Regel mit einer Verschlechterung des Wirkungsgrads der Turbine einhergeht. Erforderlich
ist jedoch, um einen Leistungsbedarf einer Verdichterseite des Abgasturboladers zu
befriedigen, zur Darstellung einer erwünschten Luft-Abgaslieferung und damit zur Darstellung
eines gewünschten Drehmoments beziehungsweise einer gewünschten Leistung sowie niedriger
Emissionen der Verbrennungskraftmaschine.
[0009] Die erfindungsgemäße Turbine ermöglicht es, sie hinsichtlich ihrer Dimensionen beziehungsweise
Ausmaße klein zu gestalten, um damit ein gewünschtes Aufstauverhalten darzustellen.
Dies ermöglicht hohe AGR-Raten. Mit anderen Worten kann eine besonders große Menge
an Abgas von einer Abgasseite der Verbrennungskraftmaschine auf eine Luftseite derselbigen
rückgeführt und einer von der Verbrennungskraftmaschine angesaugten Luft zugeführt
werden, wodurch sich die Emissionen, insbesondere Stickoxid- und Rußemissionen, der
Verbrennungskraftmaschine absenken lassen.
[0010] Darüber hinaus ist der geschilderte, hohe Leistungsbedarf auf der Verdichterseite
des Abgasturboladers durch die Turbine befriedigbar, da sie einen Stauaufladebetrieb
der ihr zugeordneten Verbrennungskraftmaschine ermöglicht. Dabei fungiert der durch
das weitere Gehäuseteil gebildete Aufnahmeraum als Sammelraum, in welchem das Abgas
der Verbrennungskraftmaschine zunächst gesammelt und aufgestaut wird, bevor es durch
die Spiralkanäle strömt und das Turbinenrad antreibt, welches wiederum über eine Welle,
mit welcher es drehfest verbunden ist, ein Verdichterrad auf der Verdichterseite des
Abgasturboladers antreiben kann. Ferner weist die Turbine eine geringe Teileanzahl
auf, was mit geringen Kosten sowie mit einer hohen Betriebszuverlässigkeit der Turbine
einhergeht.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weisen die Spiralkanäle jeweils
zumindest einen Düsenquerschnitt auf, über welche das in dem ersten Gehäuseteil aufgenommenes
Turbinenrad der Turbine mit Abgas beaufschlagbar ist, wobei die Düsenquerschnitte
entlang der Drehachse des Turbinenrads nebeneinander und/oder um die Drehachse über
einem Umfang des Turbinenrads verteilt angeordnet sind. Damit kann die Turbine auf
unterschiedliche Anforderungen angepasst werden zur Befriedigung der Anforderungen
hinsichtlich der Darstellungen einer gewünschten Luftbeziehungsweise Luft-Abgas-Versorgung
sowie niedriger Emissionen der Verbrennungskraftmaschine.
[0012] Umfasst die Turbine eine Verstelleinrichtung, mittels welcher die jeweiligen Spiraleneintrittsquerschnitte
und/oder die jeweiligen Düsenquerschnitte der Spiralkanäle einstellbar sind, wobei
beispielsweise der Spiraleneintrittsquerschnitt und der Düsenquerschnitt eines der
Spiralkanäle gemeinsam mittels der Verstelleinrichtung einstellbar sind und/oder wobei
der Spiraleneintrittsquerschnitt und der Düsenquerschnitt des anderen der Spiralkanäle
gemeinsam mittels der Verstelleinrichtung einstellbar sind, so ist die Turbine an
unterschiedliche Betriebspunkte zumindest nahezu in dem gesamten Kennfeld der Verbrennungskraftmaschine
sowohl in niedrigen und mittleren Lastbereichen als auch in Volllastbereichen anpassbar.
Die Verstelleinrichtung ermöglicht insbesondere auch eine Einstellung des Aufstauverhaltens
der Turbine, wodurch ein Luft- und Abgasrückführungsbedarf zur Befriedigung von Verbrauchs-
und Emissionsanforderung in einem besonders breiten Spektrum beeinflussbar sind.
[0013] Dies ist vorteilhaft im Rahmen einer Anwendung bei einem Nutzkraftwagen. Die Turbine
ist allerdings insbesondere auch im Rahmen einer Anwendung bei einem Personenkraftwagen
vorteilhaft, wobei die Verbrennungskraftmaschine ein instationäres Verhalten aufweist.
Durch die variable Aufstaufähigkeit der Turbine ist trotz des Instationärverhaltens
der Verbrennungskraftmaschine während einer Fahrt des Personenkraftwagens ein akzeptables
Fahrverhalten darstellbar, und das auch bei Verbrennungskraftmaschinen, welche gemäß
dem Downsizing-Konzept ein nur geringes Hubvolumen und eine hohe spezifische Leistung
aufweisen.
[0014] Die Verstelleinrichtung umfasst dabei beispielsweise je Spiralkanal zumindest einen
Versperrkörper, mittels welchem der Spiraleneintrittsquerschnitt und/oder der Düsenquerschnitt
einstellbar ist, wobei der Versperrkörper zungenförmig ausgebildet ist. Die Turbine
ist somit als so genannte Zungenschieber-Segment-Turbine ausgebildet, welche eine
geringe Teileanzahl sowie eine Paarung der strömungsrelevanten Spiralkanälen mit einer
kostengünstigen und robusten Turbinengehäusekonzeption aufweist. Zur Darstellung von
hohen Durchsatzspreizungen weist das erste Gehäuse mehr als die geschilderten zwei
Spiralkanäle und damit mehr als zwei Spiralsegmente auf.
[0015] Die Spiralkanäle, welche auch als Mehrsegmentspiralen bezeichnet werden, sind bei
der Turbine durch das erste Gehäuseteil und damit getrennt vom zweiten Gehäuseteil
beispielsweise durch ein präzises Fertigungsverfahren dargestellt und mit dem zweiten
Gehäuseteil, welches als Sammelgehäuse fungiert und die Mehrsegmentspiralen umfasst
und zur Umgebung gasdicht gestaltet ist, verbunden. Das zweite Gehäuseteil, dessen
Aufnahmeraum beispielsweise spiralenförmig ausgebildet ist, übemimmt neben einer zur
Umgebung gasdichten Strömungszuführung des Abgases der Verbrennungskraftmaschine zu
den Spiraleneintrittsquerschnitten der Spiralkanälen auch eine Tragfunktion der Turbine
beziehungsweise des gesamten Abgasturboladers zusammen mit einer Absicherung hinsichtlich
eines Berstschutzes eines Turbinenrotors, welcher das Turbinenrad, die Welle, das
Verdichterrad des Verdichters des Abgasturboladers sowie gegebenenfalls weitere Bauteile
umfasst.
[0016] Das erste, die Spiralkanäle bildende Gehäuseteil und/oder der beziehungsweise die
Versperrkörper der Verstelleinrichtung ist beziehungsweise sind beispielsweise durch
ein Gussverfahren, insbesondere ein Feingussverfahren, gefertigt und/oder als Blechteile
mit vorteilhafterweise sehr glatten Strömungsoberflächen ausgebildet, was eine sehr
präzise Verstellung der Spiralkanäle sowie gegebenenfalls des beziehungsweise der
Versperrkörper ermöglicht.
[0017] Das zweite, das erste Gehäuseteil umgebende Gehäuseteil weist gegebenenfalls eine
relativ einfache Geometrie auf, so dass es kostengünstig durch ein relativ grobes
Standard-Sandgussverfahren hergestellt ist. Dies hält die Kosten der erfindungsgemäßen
Turbine gering. Die Verbindung der beiden Gehäuseteile erfolgt beispielsweise mittels
einer kostengünstigen Montage-, Füge- und/oder Abdichttechnik, wobei ebenso möglich
ist, dass das erste Gehäuseteil in das zweite Gehäuseteil eingegossen ist.
[0018] Eine durch die erfindungsgemäße Turbine ermöglichte Paarung des den Aufnahmeraum
aufweisenden zweiten Gehäuseteils mit dem die Spiralkanäle aufweisenden ersten Gehäuseteil
führt dazu, dass mit dem einen zweiten Gehäuseteil und mehreren, voneinander unterschiedlichen
zweiten Gehäuseteilen als Einsatzteile, welche beispielsweise zwei, drei, vier, fünf,
sechs, sieben oder mehr Spiralkanäle in Verbindung mit angepassten Verstelleinrichtungen
aufweisen, ein vorteilhafter Baukasten zur Erzeugung eines vielfältigen Turbinenverhaltens
geschaffen ist. Dieser Baukasten sorgt dann für eine Bereitstellung eines angepassten
thermodynamischen Verhaltens der Turbine in einem breiten Anwendungsfeld von Verbrennungskraftmaschinen,
die mit effizienten Kombinationen und Baureihenvereinfachungen der Turbine bedienbar
sind. Mit anderen Worten kann über unterschiedliche Bauvarianten der Turbine hinweg,
wobei die Bauvarianten voneinander unterschiedliche Anzahlen von Spiralkanälen aufweisen,
das zweite Gehäuseteil als Gleichteil eingesetzt werden, welches somit die Kosten
für den Baukasten gering hält.
[0019] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mehrerer bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen.
Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie
die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine
gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
[0020] Die Zeichnungen zeigen in:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze einer Verbrennungskraftmaschine, welche mittels eines Abgasturboladers
aufgeladen ist, welcher eine Zungenschieber-Mehrsegment-Turbine umfasst, die einen
Stauaufladebetrieb der Verbrennungskraftmaschine ermöglicht; und
- Fig. 2
- eine schematische Querschnittansicht der Zungenschieber-Mehrsegment-Turbine gemäß
Fig. 1.
[0021] Die Fig. 1 zeigt eine Verbrennungskraftmaschine 10 mit sechs Zylindern 12. Während
eines Betriebs der Verbrennungskraftmaschine 10 saugt diese Luft gemäß einem Richtungspfeil
14 an, welche mittels eines Luftfilters 16 gefiltert und gemäß einem Richtungspfeil
18 weiter in einen Verdichter 20 eines der Verbrennungskraftmaschine 10 zugeordneten
Abgasturboladers 22 strömt. Die Luft wird dabei durch den Verdichter 20 mittels eines
Verdichterrads 24 verdichtet, wodurch sich die Luft erwärmt. Zur Abkühlung der so
verdichteten und erwärmten Luft strömt sie weiter gemäß Richtungspfeilen 26 zu einem
Ladeluftkühler 28 und weiter gemäß Richtungspfeilen 30 zu einem Luftsammler 32, über
welchen sie gemäß Richtungspfeilen 34 den Zylindern 12 zugeführt wird. In den Zylindern
12 wird die angesaugte und verdichtete Luft mit Kraftstoff beaufschlagt und verbrannt,
woraus eine Drehung einer Kurbelwelle 36 der Verbrennungskraftmaschine 10 gemäß einem
Richtungspfeil 38 resultiert.
[0022] Der auf einer Luftseite 40 der Verbrennungskraftmaschine 10 angeordnete Verdichter
20 dient dazu, eine gewünschte Luftversorgung der Verbrennungskraftmaschine 10 zur
Darstellung eines gewünschten Leistungs- beziehungsweise Drehmomentniveaus der Verbrennungskraftmaschine
10 bereitzustellen. Dadurch kann die Verbrennungskraftmaschine 10 bezüglich ihres
Hubvolumens und damit bezüglich ihrer Dimensionen klein ausgelegt werden, was mit
einem geringen Gewicht, einer hohen spezifischen Leistung, einem geringen Kraftstoffverbrauch
und damit mit geringen CO
2-Emissionen einhergeht.
[0023] Ein aus der Verbrennung in den Zylindern 12 resultierendes Abgas der Verbrennungskraftmaschine
10 wird mittels Abgasverrohrungen 42 auf einer Abgasseite 44 der Verbrennungskraftmaschine
zunächst zu einer Abgasrückführeinrichtung 45 geführt, mittels welcher Abgas der Verbrennungskraftmaschine
10 von der Abgasseite 44 auf die Luftseite 40 rückführbar ist. Die Abgasrückführeinrichtung
45 umfasst dazu ein Abgasrückführventil 46, mittels welchem eine bestimmte und auf
einen vorliegenden Betriebspunkt der Verbrennungskraftmaschine 10 abgestimmte Menge
an rückzuführendem Abgas einstellbar ist. Das Abgas strömt gemäß einem Richtungspfeil
52 zu einem Abgasrückführkühler 50, durch welchen das Abgas gekühlt wird, bevor es
gemäß einem Richtungspfeil 48 der von der Verbrennungskraftmaschine 10 angesaugten
Luft zugeführt wird. Diese Beaufschlagung der angesaugten Luft mit dem rückgeführten
Abgas führt zu einer Absenkung von Emissionen, insbesondere von Stickoxid- und Partikelemissionen,
der Verbrennungskraftmaschine 10, wodurch diese nicht nur einen geringen Kraftstoffverbrauch,
eine hohe Leistung sondern auch niedrige Emissionen aufweist.
[0024] Ferner ist das Abgas mittels der Abgasverrohrung 42 zu einer Turbine 54 des Abgasturboladers
22 führbar, wobei die Turbine 54 als einflutige, so genannte Zungenschieber-Mehrsegment-Turbine
ausgebildet ist, welche in Zusammenhang mit der Fig. 2 erläutert ist. Die Turbine
54 umfasst ein erstes Gehäuseteil 56, welches drei, von Abgas der Verbrennungskraftmaschine
10 durchströmbare Spiralkanäle 58 aufweist. Die Spiralkanäle 58 weisen jeweilige Spiraleneintrittsquerschnitte
A
S sowie jeweilige Düsenquerschnitte A
R auf. In dem Gehäuseteil 56 ist ein Turbinenrad 60 der Turbine 54 drehbar aufgenommen.
[0025] Das Abgas der Verbrennungskraftmaschine 10 tritt nun über die jeweiligen Spiraleneintrittsquerschnitte
A
S in die Spiralkanäle 58 ein und strömt über die jeweiligen Düsenquerschnitte A
R das Turbinenrad 60 an, wodurch das Turbinenrad 60 von dem Abgas angetrieben wird
und sich dreht. Das Turbinenrad 60 ist mit einer Welle 62 des Abgasturboladers 22
verbunden, mit welcher auch das Verdichterrad 24 drehfest verbunden ist, wodurch das
Verdichterrad 24 über die Welle 62 von dem Turbinenrad 60 angetrieben wird. Die Welle
62 weist eine Drehachse 63 auf.
[0026] Die Turbine 54 umfasst auch eine Verstelleinrichtung 64, welche wiederum einen Verstellring
66 umfasst, welcher mit drei Versperrkörpern in Form von Zungenschiebern 68 verbunden
ist, wovon je ein Zungenschieber 68 einem Spiralkanal 58 zugeordnet ist. Der Verstellring
66 ist gemäß Richtungspfeilen 70 um die Drehachse 63 des Turbinenrads 60 verdrehbar,
wodurch die Spiraleneintrittsquerschnitte A
S sowie die in Umfangsrichtung des Turbinenrads 60 über dessen Umfang gleichmäßig verteilt
angeordneten Düsenquerschnitte A
R verstellbar sind. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die Zungenschieber 68 zwischen
zumindest einer die Düsenquerschnitte A
R verengenden oder gar verschließenden und zumindest einer dem gegenüber die Düsenquerschnitte
A
R freigebenden Stellung durch Drehen des Verstellrings 66 verstellbar sind. Durch die
Verstelleinrichtung 64 ist eine Variabilität der Turbine 54 geschaffen, wodurch die
Turbine 54 an unterschiedliche Betriebspunkte zumindest nahezu im gesamten Kennfeld
der Verbrennungskraftmaschine 10 anpassbar ist, um einen effizienten und damit kraftstoffverbrauchsarmen
sowie emissionsarmen Betrieb der Verbrennungskraftmaschine 10 darzustellen. Durch
die Einstellung der Düsenquerschnitte A
R kann das Aufstauverhalten beziehungsweise das Durchsatzverhalten der Turbine 54 variabel
eingestellt werden.
[0027] Durch die Spiralkanäle 58, durch welche mehrere Segmente der Turbine 54 gebildet
sind, ist zunächst ein Stoßaufladebetrieb der Verbrennungskraftmaschine 10 möglich.
Zur Ermöglichung eines Stauaufladebetriebs der Verbrennungskraftmaschine 10 umfasst
die Turbine 54 nun ein weiteres Gehäuseteil 72, durch welches ein durch das weitere
Gehäuseteil 72 zur Umgebung hin gasdicht abgeschlossener und den Spiralkanälen 58
gemeinsamer Aufnahmeraum 74 gebildet ist, in welchem das erste Gehäuseteil 56 aufgenommen
ist, wobei das weitere Gehäuseteil 72 das erste Gehäuseteil 56 auf Seiten einer Lagereinrichtung
und damit auf einer dem Verdichterrad 24 zugewandten Seite und/oder auf einer dieser
Seite gegenüberliegenden Seite, also auf Seiten eines Turbinenaustritts, umgeben kann.
Das weitere Gehäuseteil 72 weist einen Einströmkanal 76 auf, in welchen über die Abgasverrohrung
42 gemäß einem Richtungspfeil 78 Abgas einströmbar ist und welcher das Abgas weiter
in den Aufnahmeraum 74 leitet. Wie der Fig. 2 zu entnehmen ist, verjüngt sich der
Einströmkanal 76 in Strömungsrichtung des Abgases gemäß dem Richtungspfeil 78. Das
über den Eintrittkanal 76 in den Aufnahmeraum 74 eingeleitete Abgas wird zunächst
in dem Aufnahmeraum 74 gesammelt und kann durch die Spiralkanäle 58 zu dem Turbinenrad
60 strömen. Eine Mischung sowie eine Sammlung des Abgases erfolgt dabei in Strömungsrichtung
des Abgases durch die Abgasverrohrung 42 stromauf des ersten Gehäuseteils 56.
[0028] Stromauf der jeweiligen Spiraleneintrittsquerschnitte A
S weisen die Spiralkanäle 58 jeweils einen zumindest im Wesentlichen trompetenförmigen
Eintrittskanal 80, auf über welche das Abgas in die Spiralkanäle 58 eintreten kann.
Die Turbine 54 weist eine hohe Variabilität auf, wodurch unterschiedliche Aufstauverhalten
und damit unterschiedliche AGR-Raten darstellbar sind. Ebenso ermöglicht dies die
Darstellung einer bestimmten Luftversorgung der Verbrennungskraftmaschine 10 zur Befriedigung
hoher Leistungsbeziehungsweise Drehmomentenanforderungen. Ferner weist die Turbine
54 eine nur geringe Teileanzahl auf, was mit geringen Kosten und einer hohen Betriebszuverlässigkeit
einhergeht.
[0029] Prinzipiell ist es auch möglich, zweiflutige Turbinen analog zur Ausgestaltung der
Turbine 54 darzustellen, wobei dann entlang der Drehachse 63 des Turbinenrads 60 neben
dem ersten Gehäuseteil 56 ein zusätzliches Gehäuseteil mit zumindest zwei Spiralkanälen,
beispielsweise in Form des ersten Gehäuseteils 56, angeordnet ist, dass in einem zusätzlichen,
durch das zusätzliche Gehäuseteil gemäß dem weiteren Gehäuseteil 72 gebildeten zusätzlichen
Aufnahmeraum gemäß dem Aufnahmeraum 74 aufgenommen ist. Somit sind die Aufnahmeäume
dann parallel angeordnet und gasdicht voneinander getrennt. In diesem Falle sind zwei
parallel geschaltete Gehäuseteile 56 vorgesehen, welche jeweils eine gewisse Stauwirkung
aufweisen sowie eine gewisse Stoßaufladung der beiden zueinander gasdichten Sammelräume
bei getrennten Zylindergruppen der Zylinder 12 der Verbrennungskraftmaschine 10 beispielsweise
mittels eines Krümmerteils bewirken, wodurch mit einer beidseitigen Verstelleinrichtung
gemäß der Verstelleinrichtung 64 und entsprechender Zungenschieber 68 eine variable,
quasi zweiflutige Stoßturbine dargestellt ist, die auch ein asymmetrisches Aufstauverhalten,
je nach Anwendungszweck, mit sich bringen kann.
[0030] Die Verstelleinrichtung 64 der Turbine 54 wird dabei von einer Regelungseinrichtung
82 der Verbrennungskraftmaschine 10 gesteuert beziehungsweise geregelt, die die Verstelleinrichtung
64 verstellt, um die Turbine 54 auf eine gerade vorliegenden Betriebspunkt der Verbrennungskraftmaschine
10 anzupassen.
[0031] Nach der Beaufschlagung und dem Antreiben des Turbinenrads 60 strömt das Abgas über
den Turbinenaustritt gemäß einem Richtungspfeil 88 aus der Turbine 54 aus und durchströmt
eine Abgasnachbehandlungseinrichtung 90, welche beispielsweise einen Katalysator,
insbesondere einen Stickoxidkatalysator, sowie gegebenenfalls einen Partikelfilter
umfasst, wonach das Abgas gemäß einem Richtungspfeil 92 gereinigt an die Umwelt austritt.
1. Turbine für einen Abgasturbolader (22) einer Verbrennungskraftmaschine (10), mit zumindest
einem Gehäuseteil (56), welches wenigstens zwei, von Abgas der Verbrennungskraftmaschine
(10) durchströmbare und jeweilige Spiraleneintrittsquerschnitte (AS) aufweisende Spiralkanäle (58) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gehäuseteil (56) in einem den Spiralkanälen (58) gemeinsamen, durch wenigstens
ein weiteres Gehäuseteil (72) der Turbine (54) gebildeten Aufnahmeraum (74) aufgenommen
ist, von welchem Abgas der Verbrennungskraftmaschine (10) über die jeweiligen Spiraleneintrittsquerschnitte
(AS) in die Spiralkanäle (58) einströmbar ist.
2. Turbine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spiralkanäle (58) jeweils zumindest einen Düsenquerschnitt (AR) aufweisen, über welche ein in dem ersten Gehäuseteil (56) aufgenommenes Turbinenrad
(60) der Turbine (54) mit dem Abgas beaufschlagbar ist, wobei die Düsenquerschnitte
(AR) entlang einer Drehachse (62) des Turbinenrads (60) nebeneinander und/oder um die
Drehachse (62) über einem Umfang des Turbinenrads (60) verteilt angeordnet sind.
3. Turbine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Turbine (54) eine Verstelleinrichtung (64) umfasst, mittels welcher die jeweiligen
Spiraleneintrittsquerschnitte (AS) und/oder jeweilige Düsenquerschnitte (AR) der Spiralkanäle (58) einstellbar sind.
4. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
einer der Spiralkanäle (58) und/oder der zumindest eine weitere der Spiralkanäle (58)
als Vollspiralkanal, insbesondere mit einem Umschlingungswinkel von größer als 350
Grad, und/oder als Teilspiralkanal, insbesondere mit einem Umschlingungswinkel in
einem Bereich von einschließlich 350 Grad bis einschließlich 30 Grad, ausgebildet
ist bzw. sind.
5. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste, die Spiralkanäle (58) umfassende Gehäuseteil (56) durch ein Feingussverfahren
und/oder als Blechteil ausgebildet ist.
6. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das weitere, den Aufnahmeraum (74) bildende Gehäuseteil (72) durch ein Sandgussverfahren
ausgebildet ist.
7. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Gehäuseteil (56)
in das weitere Gehäuseteil (72) eingegossen ist.
8. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das weitere Gehäuseteil (72) zumindest einen Einströmkanal (76) aufweist, über welchen
Abgas der Verbrennungskraftmaschine (10) in den Aufnahmeraum (74) einströmbar ist.
9. Turbine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Einströmkanal (76) in Strömungsrichtung (78) des Abgases zum Aufnahmeraum (74)
hin einen sich verändernden, insbesondere sich verjüngenden, Strömungsquerschnitt
aufweist.
10. Turbine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aufnahmeraum (74) spiralenförmig ausgebildet ist.
1. Turbine for a turbocharger (22) of an internal combustion engine (10), comprising
at least one housing part (56) having at least two spiral passages (58), through which
exhaust gas of the internal combustion engine (10) can flow and which have respective
spiral inlet cross-sections (AS),
characterised in that
the housing part (56) is accommodated in a reception space (74) which is common to
the spiral passages (58), which is represented by at least one further housing part
(72) of the turbine (54) and from which exhaust gas of the internal combustion engine
(10) can flow into the spiral passages (58) via the respective spiral inlet cross-sections
(AS).
2. Turbine according to claim 1,
characterised in that
each of the spiral passages (58) has at least one nozzle cross-section (AR), via which the exhaust gas can be admitted to a turbine wheel (60) of the turbine
(54), which is accommodated in the first housing part (56), wherein the nozzle cross-sections
(AR) are distributed adjacent to one another along an axis of rotation (62) of the turbine
wheel (60) and/or along a circumference of the turbine wheel (60) about the axis of
rotation (62).
3. Turbine according to claim 1 or 2,
characterised in that
the turbine (54) comprises an adjustment device (64), by means of which the respective
spiral inlet cross-sections (AS) and/or the respective nozzle cross-sections (AR) of the spiral passages (58) can be adjusted.
4. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
one of the spiral passages (58) and/or at least one further spiral passage (58) is/are
designed as full spiral passage(s), in particular with a wrap angle of more than 350
degrees, and/or as partial spiral passage(s), in particular with a wrap angle in a
range of 350 degrees to 30 degrees inclusive.
5. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
the first housing part (56) comprising the spiral passages (58) is produced in a precision-casting
process and/or as a sheet metal part.
6. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
the further housing part (72) representing the reception space (74) is produced in
a sand casting process.
7. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
the first housing part (56) is cast into the further housing part (72).
8. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
the further housing part (72) has at least one admission passage (76), via which exhaust
gas of the internal combustion engine (10) can be admitted into the reception space
(74).
9. Turbine according to claim 8,
characterised in that
the admission passage (76) has a varying, in particular tapering, flow cross-section
in the direction of exhaust gas flow (78) towards the reception space (74).
10. Turbine according to any of the preceding claims,
characterised in that
the reception space (74) is designed to be helical.
1. Turbine pour un turbocompresseur à gaz d'échappement (22) d'un moteur à combustion
interne (10), comportant au moins une partie de carter (56) comprenant au moins deux
canaux en spirale (58) pouvant être traversés par des gaz d'échappement du moteur
à combustion interne (10) et présentant des sections respectives d'entrée en spirale
(As), caractérisée en ce que la partie de carter (58) étant réceptionnée dans un espace de logement (74) commun
aux canaux en spirale (58) et formé par au moins une autre partie de carter (72) de
la turbine (54), espace à partir duquel des gaz d'échappement du moteur à combustion
interne (10) peuvent entrer dans les canaux en spirale (58) par les sections respectives
d'entrée en spirale (As).
2. Turbine selon la revendication 1, caractérisée en ce que les canaux en spirale (58) présentent respectivement au moins une section de tuyère
(AR), par laquelle une roue de turbine (60) de la turbine (54) réceptionnée dans la
première partie de carter (56) peut être alimentée en gaz d'échappement, les sections
de tuyère (AR) étant disposées le long d'un axe de rotation (62) de la roue de turbine
(60) adjacentes les unes aux autres et/ou étant réparties autour de l'axe de rotation
(62) sur une circonférence de la roue de turbine (60).
3. Turbine selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que la turbine (54) comprend un dispositif de réglage (64), qui permet de régler les
sections d'entrée en spirale (64) respectives et/ou les sections de tuyère (AR) respectives
des canaux en spirale (58).
4. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'un des canaux en spirale (58) et/ou l'au moins un autre canal en spirale parmi
les canaux en spirale (58) sont conçus en tant que canal en spirale complet, en particulier
présentant un angle de contact supérieur à 350 degrés, et/ou en tant que canal en
spiral partiel, en particulier présentant un angle de contact dans une plage comprise
entre 350 degrés inclus et 30 degrés inclus.
5. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la première partie de carter (56) comprenant les canaux en spirale (58) est conçue
selon un procédé de moulage à modèle perdu et/ou en tant qu'élément de tôle.
6. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'autre partie de carter (72) formant l'espace de réception (74) est conçue selon
un procédé de coulage en sable.
7. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la première partie de carter (72) est moulée dans l'autre partie de carter (72).
8. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'autre partie de carter (72) présente un canal d'admission (76) par lequel les gaz
d'échappement du moteur à combustion interne (10) peuvent entrer dans l'espace de
réception (74).
9. Turbine selon la revendication 8, caractérisée en ce que le canal d'admission (76) présente dans la direction d'écoulement (78) des gaz d'échappement
vers l'espace de réception (74) une section d'écoulement qui se modifie, en particulier
qui se rétrécit.
10. Turbine selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'espace de réception (74) est hélicoïdal.