[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlmittelfördereinrichtung mit einer Kühlmittelpumpe,
die über ein Planetengetriebe von einem ersten und einem zweiten Antriebsaggregat
antreibbar ist, wobei das Planetengetriebe über eine erste Eingangswelle für das erste
Antriebsaggregat und eine zweite Eingangswelle für das zweite Antriebsaggregat verfügt.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Betreiben einer Kühlmittelfördereinrichtung.
[0002] Kühlmittelfördereinrichtungen der eingangs genannten Art sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Beispielsweise beschreibt die
DE 10 2006 041 687 A1 eine Kühlmittelpumpe für einen Kühlkreislauf einer Verbrennungskraftmaschine. Die
Kühlmittelpumpe verfügt über ein Pumpenrad und eine drehfest mit dem Pumpenrad verbundene
Pumpenwelle, die über einen Umschlingungstrieb mit der Kurbelwelle mit der Verbrennungskraftmaschine
verbindbar ist. Damit sich zwischen der Drehzahl der Kurbelwelle und der Drehzahl
der Pumpenwelle verschiedene Übersetzungsverhältnisse einstellen lassen, ist zwischen
der Pumpenwelle und dem Umschlingungstrieb ein Planetengetriebe angeordnet, das vorzugsweise
mit einem elektrischen Antriebsmotor koppelbar ist. Mit einer derartigen Kühlmittelpumpe
sind bereits weitreichende Variationen der Förderleistung der Kühlmittelpumpe möglich.
Bedingt durch das Planetengetriebe weist sie jedoch ein ungünstiges Betriebsverhalten,
insbesondere hinsichtlich der Leistungsaufnahme, der Akustik, der Wärmeentwicklung
und dem Verschleiß, auf. Ähnliche Kühlmittelfördereinrichtungen ergeben sich auch
aus den Druckschriften
DE 102 14 637 A1,
DE 60 2005 000 638 T2 und
DE 10 2006 048 050 A1.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Kühlmittelfördereinrichtung bereitzustellen,
welche die eingangs genannten Nachteile nicht aufweist, sondern insbesondere zum einen
eine Variation der Förderleistung der Kühlmittelpumpe in einem weiten Bereich zulässt
und zum anderen ein günstiges Betriebsverhalten im Rahmen der genannten Aspekte aufweist.
[0004] Dies wird erfindungsgemäß mit einer Kühlmittelfördereinrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist eine Kupplung vorgesehen, über welche die Eingangswellen
in wenigstens einem Betriebszustand unmittelbar miteinander gekoppelt sind. Die Kühlmittelpumpe
ist über das Planetengetriebe von dem ersten und dem zweiten Antriebsaggregat antreibbar.
Das bedeutet, dass sie entweder nur von dem ersten, nur von dem zweiten oder von beiden
Antriebsaggregaten gemeinsam angetrieben werden kann. Das erste Antriebsaggregat ist
über die erste Eingangswelle mit dem Planetengetriebe gekoppelt, während dies für
das zweite Antriebsaggregat über die zweite Eingangswelle der Fall ist. Über die beiden
Eingangswellen ist also jeweils eine entsprechende Wirkverbindung des ersten beziehungsweise
zweiten Antriebsaggregats zu dem Planetengetriebe und über dieses zu der Kühlmittelpumpe
hergestellt. Bedingt durch die zahlreichen sich bewegenden Teile in dem Planetengetriebe,
insbesondere durch das Abwälzen der Zahnräder, weist die aus dem Stand der Technik
bekannte Kühlmittelpumpe ein ungünstiges Betriebsverhalten auf. Insbesondere sind
die Reibungsverluste sehr hoch, was den Energieverbrauch, die Akustik, die Wärmeentwicklung
und den Verschleiß nachteilig beeinflusst.
[0005] Aus diesem Grund ist erfindungsgemäß die Kupplung vorgesehen. Über diese können die
Eingangswellen für das erste und das zweite Antriebsaggregat in wenigstens einem Betriebszustand
unmittelbar miteinander gekoppelt werden. Wenn die Eingangswellen unmittelbar miteinander
gekoppelt sind, so weisen sie dieselbe Drehzahl auf. Unter dem unmittelbar miteinander
Koppeln ist demnach keine indirekte Kopplung über das Planetengetriebe beziehungsweise
Zahnräder des Planetengetriebes zu verstehen. Vielmehr soll eine direkte und unmittelbare
Verbindung zwischen den Eingangswellen vorliegen, sodass beide dieselbe Drehzahl aufweisen.
Mittels der Kupplung ist demnach ein drehfestes Koppeln der Eingangswellen realisierbar.
In dem wenigstens einen Betriebszustand kann zumindest ein Teil des gewünschten Leistungsbereichs
der Kühlmittelfördereinrichtung beziehungsweise der Kühlmittelpumpe abgedeckt werden.
Ist ein Betrieb außerhalb dieses Bereichs gewünscht, so können die Eingangswellen
in den weiteren Betriebszuständen voneinander entkoppelt sein, sodass sie nicht mehr
unmittelbar miteinander in Verbindung stehen. In diesem weiteren Betriebsbereich liegt
demnach weiterhin das ungünstige Betriebsverhalten vor. Weil jedoch zumindest zeitweise
die Kopplung der Eingangswellen mit Hilfe der Kupplung vorgesehen ist, kann der zeitliche
Anteil dieser weiteren Betriebsbereiche an einer Gesamtbetriebsdauer der Kühlmittelfördereinrichtung
deutlich verringert werden. Insgesamt wird somit das Betriebsverhalten verbessert.
[0006] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Planetengetriebe über ein Sonnenrad,
ein Hohlrad und einen Planetenträger mit wenigstens einem eine Wirkverbindung zwischen
Sonnenrad und Hohlrad herstellenden Planetenrad verfügt, wobei das Sonnenrad an die
erste Eingangswelle, der Planetenträger an die zweite Eingangswelle und die Kühlmittelpumpe
an eine mit dem Hohlrad verbundene Ausgangswelle angeschlossen sind. Das Planetengetriebe
weist demnach einen im Wesentlichen bekannten Aufbau auf. Die beiden Antriebsaggregate
sind dabei an das Sonnenrad und den Planetenträger angeschlossen, also unmittelbar
mit diesem verbunden. Die Drehzahl des Sonnenrads entspricht insoweit der Drehzahl
der ersten Eingangswelle und die Drehzahl des Planetenträgers der Drehzahl der zweiten
Eingangswelle. Die Kühlmittelpumpe wird dagegen mit einer Drehzahl angetrieben, welche
der Drehzahl der Ausgangswelle und damit der Drehzahl des Hohlrads entspricht. Unter
dem Begriff Anschließen wird hier generell ein unmittelbares Miteinander- beziehungsweise
Aneinanderkoppeln verstanden, sodass die Drehzahlen der aneinander angeschlossenen
Elemente stets übereinstimmen.
[0007] Bei der beschriebenen Ausführung kann mittels der Kupplung in dem wenigstens einem
Betriebszustand das Sonnenrad mit dem Planetenträger unmittelbar miteinander gekoppelt
werden, sodass diese gemeinsam mit derselben Drehzahl umlaufen. Es liegt also auch
eine unmittelbare Kopplung zwischen dem ersten und dem zweiten Antriebsaggregat vor.
Durch das Festsetzen von Sonnenrad und Planetenträger gegeneinander laufen auch die
Planetenräder nicht mehr auf dem Sonnenrad beziehungsweise dem Hohlrad ab. Vielmehr
wird auch das Hohlrad durch das Koppeln der Eingangswellen miteinander bezüglich dem
Sonnenrad und dem Planetenträger festgesetzt, sodass in dem einen Betriebszustand
die Ausgangswelle dieselbe Drehzahl aufweist wie die erste und die zweite Eingangswelle.
Auf diese Weise können die Reibungsverluste des Planetengetriebes in dem wenigstens
einen Betriebszustand deutlich reduziert werden, was das Betriebsverhalten positiv
beeinflusst.
[0008] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in einem ersten von mehreren Betriebszuständen
die Eingangswellen lediglich mittelbar über das Planetengetriebe und in einem zweiten
der Betriebszustände unmittelbar miteinander gekoppelt sind. Wie bereits vorstehend
beschrieben, sollen in dem wenigstens einen Betriebszustand - der Teil der mehreren
Betriebszustände ist - die Eingangswellen unmittelbar miteinander gekoppelt sein.
Dieser wenigstens eine Betriebszustand entspricht dem vorstehend erwähnten zweiten
der Betriebszustände. In einem ersten der Betriebszustände sollen die Eingangswellen
dagegen lediglich mittelbar über das Planetengetriebe miteinander gekoppelt sein.
Die Kupplung wird also in dem ersten der Betriebszustände nicht dazu verwendet, die
Eingangswellen miteinander zu koppeln, sondern sie vielmehr freizugeben. Auf diese
Weise kann die Kühlmittelfördereinrichtung über einen weiten Leistungsbereich hinweg
betrieben werden, wobei in dem zweiten der Betriebszustände die Reibungsverluste verringert
sind. Die Kühlmittelfördereinrichtung wird aus diesem Grund bevorzugt in diesem Betriebszustand
betrieben.
[0009] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in einem dritten der Betriebszustände
die Eingangswellen lediglich mittelbar über das Planetengetriebe gekoppelt sind und
die erste Eingangswelle mittels der Kupplung festgesetzt ist. Der dritte der Betriebszustände
entspricht somit zunächst dem ersten der Betriebszustände, wobei im Gegensatz zu diesem
nun die erste Eingangswelle mittels der Kupplung festgesetzt sein soll. Die Kupplung
verbindet dazu beispielsweise die erste Eingangswelle mit einem stationären Element
und arbeitet entsprechend als Bremse beziehungsweise Feststellbremse. In dem dritten
der Betriebszustände soll dabei die erste Eingangswelle vollständig festgesetzt sein;
die Kupplung lässt also keine Drehbewegung der ersten Eingangswelle zu. In dem dritten
der Betriebszustände erfolgt das Antreiben der Kühlmittelpumpe allein mit Hilfe des
zweiten Antriebsaggregats, weil die erste Eingangswelle und das erste Antriebsaggregat
mit Hilfe der Kupplung festgesetzt sind.
[0010] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Planetenträger mittels eines
Umschlingungstriebs mit dem zweiten Antriebsaggregat wirkverbunden ist. Beispielsweise
ist an dem Planetenträger eine Auflagefläche für ein Zugmittel des Umschlingungstriebs
ausgebildet. Das erste Antriebsaggregat ist dagegen vorzugsweise starr mit der ersten
Eingangswelle verbunden.
[0011] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das erste Antriebsaggregat eine
elektrische Maschine und das zweite Antriebsaggregat eine Brennkraftmaschine ist.
Die Kühlmittelfördereinrichtung ist dabei üblicherweise der Brennkraftmaschine beziehungsweise
einer diese aufweisenden Antriebseinrichtung zugeordnet. Die Kühlmittelfördereinrichtung
dient dem Fördern von Kühlmittel, welches dem Kühlen der Brennkraftmaschine dient.
Die Brennkraftmaschine wird üblicherweise auf eine Solldrehzahl und/oder ein Sollmoment
eingestellt, wobei erstere aus einer Vorgabedrehzahl und letzteres aus einem Vorgabemoment
resultiert. Die Vorgabedrehzahl und/oder das Vorgabemoment werden von einem Fahrer
eines Kraftfahrzeugs, welches die Antriebseinrichtung aufweist, und/oder einem dem
Kraftfahrzeug zugeordneten Fahrerassistenzsystem festgelegt. Die Drehzahl des zweiten
Antriebsaggregats ist demnach nicht auf die Anforderungen der Kühlmittelfördereinrichtung
abgestimmt. Dagegen kann die elektrische Maschine derart eingestellt werden, dass
die Kühlmittelfördereinrichtung mit der gewünschten Leistung betrieben wird. Die elektrische
Maschine kann entsprechend zum Steuern und/oder Regeln der Leistung der Kühlmittelpumpe
eingestellt werden.
[0012] Die Kühlmittelfördereinrichtung ist Bestandteil einer Antriebseinrichtung, welche
die Brennkraftmaschine aufweist. Die Erfindung betrifft insoweit auch eine Antriebseinrichtung
mit einem vorzugsweise als Brennkraftmaschine ausgebildeten (zweiten) Antriebsaggregat,
wobei der Antriebseinrichtung beziehungsweise der Brennkraftmaschine eine Kühlmittelfördereinrichtung
gemäß den vorstehenden Ausführungen zugeordnet ist.
[0013] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Betreiben einer Kühlmittelfördereinrichtung,
insbesondere gemäß den vorstehenden Ausführungen, wobei die Kühlmittelfördereinrichtung
eine Kühlmittelpumpe aufweist, die über ein Planetengetriebe von einem ersten und
einem zweiten Antriebsaggregat antreibbar ist, wobei das Planetengetriebe über eine
erste Eingangswelle für das erste Antriebsaggregat und eine zweite Eingangswelle für
das zweite Antriebsaggregat verfügt. Dabei ist vorgesehen, dass die Eingangswellen
über eine Kupplung in wenigstens einem Betriebszustand unmittelbar miteinander gekoppelt
werden. Die Kühlmittelfördereinrichtung kann gemäß den vorstehenden Ausführungen weitergebildet
sein. Wie bereits vorstehend ausgeführt, dient die Kupplung dazu, die Eingangswellen
in dem wenigstens einem Betriebsbereich unmittelbar miteinander zu koppeln.
[0014] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in einem ersten der Betriebszustände
die Eingangswellen lediglich mittelbar über das Planetengetriebe und in einem zweiten
der Betriebszustände unmittelbar miteinander gekoppelt werden. Auf eine derartige
Vorgehensweise wurde bereits vorstehend eingegangen. Der zweite der Betriebszustände
entspricht dem wenigstens einen Betriebszustand, in welchem die Eingangswellen mit
Hilfe der Kupplung unmittelbar miteinander gekoppelt werden. In dem ersten der Betriebszustände
können die Eingangswellen dagegen unterschiedliche Drehzahlen aufweisen und sind lediglich
über das Planetengetriebe miteinander gekoppelt.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in einem dritten der Betriebszustände
die Eingangswellen lediglich mittelbar über das Planetengetriebe gekoppelt werden
und die erste Eingangswelle mittels der Kupplung festgesetzt wird. Während in dem
ersten der Betriebszustände die erste Eingangswelle drehbeweglich ist, soll sie in
dem dritten der Betriebszustände mittels der Kupplung festgesetzt werden. Dabei sind
die Eingangswellen analog zu dem ersten der Betriebszustände lediglich mittelbar über
das Planetengetriebe gekoppelt.
[0016] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass in dem ersten der Betriebszustände
nur eines der Antriebsaggregate oder beide Antriebsaggregate und/oder in dem zweiten
und/oder dem dritten der Betriebszustände lediglich das zweite Antriebsaggregat betrieben
wird/werden. In dem ersten der Betriebszustände, in welchem die Eingangswellen lediglich
mittelbar über das Planetengetriebe miteinander gekoppelt sind und die erste Eingangswelle
nicht mit Hilfe der Kupplung festgesetzt, also drehbeweglich ist, können lediglich
eines der Antriebsaggregate oder beide Antriebsaggregate gleichzeitig zum Antreiben
der Kühlmittelpumpe verwendet werden. In dem zweiten und/oder dritten der Betriebszustände
ist es dagegen vorgesehen, lediglich das zweite Antriebsaggregat zu betreiben, während
das erste Antriebsaggregat deaktiviert ist. Insbesondere in dem zweiten der Betriebszustände
kann es jedoch vorgesehen sein, dass die erste Eingangswelle und damit das erste Antriebsaggregat
von dem zweiten Antriebsaggregat angetrieben werden und sich insofern in rotatorischer
Bewegung befinden.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch eine Kühlmittelfördereinrichtung mit einer Kühlmittelpumpe
und einem Planetengetriebe,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Kühlmittelfördereinrichtung in einem ersten Betriebszustand,
- Figur 3
- die schematische Darstellung der Kühlmittelfördereinrichtung in einem zweiten Betriebszustand,
- Figur 4
- die schematische Darstellung der Kühlmittelfördereinrichtung in einem dritten Betriebszustand
und
- Figur 5
- ein Diagramm, in welchem die Leistung der Kühlmittelpumpe für die Betriebszustände
über einer Drehzahl aufgetragen ist.
[0018] Die Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Kühlmittelfördereinrichtung 1 mit
einer Kühlmittelpumpe 2, die im Wesentlichen aus einem Flügelrad 3 und einem Kühlmittelregler
4 besteht. Mit letzterem kann der Durchsatz des Kühlmittels durch die Kühlmittelpumpe
2 steuernd und/oder regelnd, beispielsweise durch eine Querschnittsverstellung, eingestellt
werden. Das Flügelrad 3 der Kühlmittelpumpe 2 ist über ein Planetengetriebe 5 von
einem ersten Antriebsaggregat 6 und einem zweiten Antriebsaggregat (nicht dargestellt)
antreibbar. Zu diesem Zweck verfügt das Planetengetriebe 5 über eine erste Eingangswelle
7 für das erste Antriebsaggregat 6 und eine zweite Eingangswelle 8 für das zweite
Antriebsaggregat. Das erste Antriebsaggregat 6 ist unmittelbar mit der ersten Eingangswelle
7 gekoppelt. Das zweite Antriebsaggregat ist über einen Umschlingungstrieb 9 an die
zweite Eingangswelle 8 angeschlossen. Zu diesem Zweck bildet ein Bereich der zweiten
Eingangswelle 8 eine Auflagefläche 10 für ein Umschlingungsmittel 11, beispielsweise
einen Antriebsriemen, aus.
[0019] Die erste Eingangswelle 7 ist an ein Sonnenrad 12 des Planetengetriebes 5 unmittelbar
angeschlossen. Dagegen ist die zweite Eingangswelle 8 an einen Planetenträger 13 unmittelbar
gekoppelt beziehungsweise von diesem ausgebildet. An dem Planetenträger 13 sind mehrere,
insbesondere drei, Planetenräder 14 drehbeweglich befestigt, sodass über die Planetenräder
14 eine Wirkverbindung zwischen dem Sonnenrad 12 und einem Hohlrad 15 des Planetengetriebes
5 hergestellt ist. Das Hohlrad 15 ist über eine Ausgangswelle 16 des Planetengetriebes
5 an die Kühlmittelpumpe 2 beziehungsweise deren Flügelrad 3 angeschlossen. Das Planetengetriebe
5 ist in einem Gehäuse 17 angeordnet. In diesem sind sowohl die zweite Eingangswelle
8 beziehungsweise der Planetenträger 13 über ein Lager 18 als auch das Hohlrad 15
beziehungsweise die Ausgangswelle 16 über ein Lager 19 gelagert. Auch zwischen der
ersten Eingangswelle 7 und der zweiten Eingangswelle 8 ist ein Lager 20 vorgesehen.
Die Lager 18, 19 und 20 sind bevorzugt als Wälzlager ausgeführt. Um das Planetengetriebe
5 gegenüber einer Umgebung des Gehäuses 17 abzudichten, liegt zudem wenigstens eine
Dichtung 21, insbesondere in Form eines Dichtungsrings, vor.
[0020] Zwischen den Eingangswellen 7 und 8 ist eine Kupplung 22 vorgesehen. Diese ist mittels
einer Stellvorrichtung 23 in wenigstens drei Betriebszustände bringbar. Die Kupplung
22 setzt sich dabei aus einem Schieber 24 und einem Schieberunterstück 25 sowie wenigstens
einem Synchronring 26 (hier: zwei Synchronringe 26) und einem oder mehreren Reibringen
27 zusammen. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist jedem Synchronring 26 ein
Reibring 27 zugeordnet. Das Schieberunterstück 25 ist drehfest mit der ersten Eingangswelle
7 gekoppelt. Der Schieber 24 ist gleichzeitig mit dem Schieberunterstück 25 drehsteif
verbunden, jedoch in Bezug auf eine Drehachse 28 des Planetengetriebes 5 axial verschieblich
gelagert. Durch axiales Verschieben des Schiebers 24 kann somit die Kupplung 22 beziehungsweise
die Kühlmittelfördereinrichtung 1 in die verschiedenen Betriebszustände gebracht werden.
In einem ersten der Betriebszustände, welcher in der Figur 1 dargestellt ist, befindet
sich der Schieber 24 in der Mitte, sodass die Eingangswellen 7 und 8 jeweils drehbeweglich
und nur über das Planetengetriebe 5 miteinander gekoppelt sind. Insbesondere ist es
in einem zweiten der Betriebszustände (in welchem der Schieber 24 nach links ausgerückt
ist) vorgesehen, dass die Eingangswellen 7 und 8 unmittelbar miteinander gekoppelt
sind. In diesem zweiten Betriebszustand weisen also die Eingangswellen 7 und 8 dieselbe
Drehzahl auf. In einem dritten der Betriebszustände, in welchem der Schieber 24 nach
rechts verlagert ist, soll die erste Eingangswelle 7 festgesetzt sein, sodass keine
Drehbewegung mehr möglich ist. Gleichzeitig sind jedoch die Eingangswellen 7 und 8
wiederum lediglich über das Planetengetriebe 5 miteinander gekoppelt.
[0021] Auf die verschiedenen Betriebszustände wird nachfolgend anhand der Figuren 2, 3 und
4 eingegangen. Die Figur 2 zeigt dabei den ersten der Betriebszustände. Es wird deutlich,
dass sich der Schieber 24 in einer Neutralstellung befindet, sodass die Eingangswellen
7 und 8 sowohl frei beweglich, als auch lediglich über das Planetengetriebe 5 miteinander
gekoppelt sind. In dem ersten Betriebszustand kann die Kühlmittelpumpe 2 beispielsweise
allein mittels des ersten Antriebsaggregats 6 betrieben werden. Der maximal von der
Kühlmittelpumpe 2 geförderte Volumenstrom ist damit von der elektrischen Maschine
6 vorgegeben. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Nachlaufen der Kühlmittelpumpe
2 nach einem Deaktivieren der Brennkraftmaschine realisiert werden. Ein solcher Nachlauf
ist wichtig, damit keine lokalen Siedestellen in einem hier nicht dargestellten Kühlkreislauf,
welcher mittels der Kühlmittelpumpe 2 mit Kühlmittel beaufschlagt wird, entstehen
können. Der maximale Volumenstrom ist unabhängig von einer Drehzahl der Brennkraftmaschine
und lediglich von der maximalen Leistung der elektrischen Maschine 6 abhängig.
[0022] Alternativ kann die Kühlmittelpumpe 2 sowohl mit der elektrischen Maschine 6 als
auch mit der Brennkraftmaschine betrieben werden. In einem unteren Drehzahlbereich
der Brennkraftmaschine gibt es insbesondere bei niedrigen Umgebungstemperaturen, den
Wunsch nach einer Vergrößerung des Volumenstroms, um Anforderungen beispielsweise
eines Heizungssystems gerecht zu werden. Für diesen Fall kann die elektrische Maschine
6 zusätzlich zu der Brennkraftmaschine für einen Antrieb der Kühlmittelpumpe 2 verwendet
werden. Somit ist ein größerer Volumenstrom realisierbar. Ebenso kann die elektrische
Maschine 6 bei großer Last und geringer Drehzahl der Brennkraftmaschine hinzugeschaltet
werden, um den Volumenstrom, welcher mittels der Kühlmittelpumpe 2 gefördert wird,
zu vergrößern. Folglich kann die Brennkraftmaschine auch in einem unteren Drehzahlbereich
optimal gekühlt werden. Eine Leistungsrücknahme der Brennkraftmaschine aufgrund eines
zu geringen Volumenstroms ist nicht notwendig. Schließlich kann die Kühlmittelpumpe
2 ausschließlich mit Hilfe der Brennkraftmaschine betrieben werden. Ist die Brennkraftmaschine
in Betrieb, so wird die zweite Eingangswelle 8 permanent angetrieben. Je nach Leistungsaufteilung
in dem Planetengetriebe 5 kann in dem ersten Betriebszustand die elektrische Maschine
6 als Generator verwendet werden, um beispielsweise dem Stromnetz Strom zuzuführen.
[0023] Die Figur 3 illustriert den zweiten der Betriebszustände. In diesem sind die Eingangswellen
7 und 8 unmittelbar miteinander gekoppelt, sodass sie dieselbe Drehzahl aufweisen.
In diesem Fall ist das Sonnenrad 12 drehfest mit dem Planetenträger 13 verbunden.
Es entsteht insoweit ein Blockumlauf des Planetengetriebes 5, bei welchem die Eingangswellen
7 und 8 und die Ausgangswelle 16 mit derselben Drehzahl rotieren. Das Antreiben der
Kühlmittelpumpe 2 erfolgt allein mit Hilfe der Brennkraftmaschine, also über die zweite
Eingangswelle 8. Somit ist der maximal erzielbare Volumenstrom geringer als in dem
ersten der Betriebszustände, jedoch für die meisten Einsatzzwecke ausreichend. Durch
den geringeren Volumenstrom ist die benötigte Antriebsleistung ebenfalls geringer.
Bedingt durch den Blockumlauf des Planetengetriebes 5 entfallen Rotationsbewegungen
beziehungsweise die Abrollbewegungen der Planetenräder 14. Auf diese Weise werden
Reibungsverluste in dem Planetengetriebe 5 verringert, sodass sich ein günstigeres
Betriebsverhalten hinsichtlich der Akustik, der Wärmeentwicklung und dem Verschleiß
ergibt.
[0024] Die Figur 4 zeigt die Kühlmittelfördereinrichtung 1 in dem dritten der Betriebszustände.
In diesem ist die erste Eingangswelle 7 drehfest fixiert, beispielsweise gegenüber
dem Gehäuse 17 festgesetzt. Die elektrische Maschine 6 kann nicht mehr zum Betreiben
der Kühlmittelpumpe 2 eingesetzt werden. Es liegt ein festes Übersetzungsverhältnis
des Planetengetriebes 5 zwischen der zweiten Eingangswelle 8 und der Ausgangswelle
6 vor. In dem dritten Betriebszustand soll bei großer Last und großer Drehzahl der
Brennkraftmaschine die von dieser erzeugte Wärme abtransportiert werden.
[0025] Die Figur 5 zeigt ein Diagramm, in welchem die maximale Leistung P der Kühlmittelpumpe
2 über der Drehzahl n der Brennkraftmaschine aufgetragen ist. Dabei sind die Verläufe
29 und 30 in dem ersten der Betriebszustände, der Verlauf 31 in dem zweiten der Betriebszustände
und der Verlauf 32 in dem dritten der Betriebszustände maximal erreichbar. Der Verlauf
29 zeigt die maximale Leistung, wenn die Kühlmittelpumpe 2 in dem ersten der Betriebszustände
ausschließlich mittels der elektrischen Maschine 6 betrieben wird. Die maximale Leistung
ist daher von der Drehzahl der Brennkraftmaschine unabhängig. Der Verlauf 30 beschreibt
die maximale Leistung P, wenn die Kühlmittelpumpe 2 in dem ersten der Betriebszustände
sowohl mit der elektrischen Maschine 6 als auch der Brennkraftmaschine angetrieben
wird. Der kleinste Wert der maximalen Leistung P entspricht also der maximalen Leistung
der elektrischen Maschine 6, während der von der Brennkraftmaschine bereitgestellte
Anteil der maximalen Leistung von deren Drehzahl abhängig ist. In dem zweiten der
Betriebszustände, in welchem die Eingangswellen 7 und 8 mit Hilfe der Kupplung 22
unmittelbar miteinander gekoppelt sind, liegt die niedrigste maximale Leistung vor,
welche zudem von der Drehzahl der Brennkraftmaschine abhängig ist. Auf diese Weise
kann, wenn lediglich ein geringer Volumenstrom des Kühlmittels mittels der Kühlmittelpumpe
2 gefördert werden muss, um die Brennkraftmaschine ausreichend zu kühlen und/oder
weitere Elemente mit Kühlmittel zu versorgen, die Leistung der Kühlmittelpumpe 2 und
damit auch die Verlustleistung deutlich reduziert werden. Entsprechend wird ein günstigeres
Betriebsverhalten erzielt. In dem dritten der Betriebszustände ist die erste Eingangswelle
7 beispielsweise gegenüber dem Gehäuse 17 festgelegt. Damit ergibt sich der Verlauf
32, welcher die Charakteristik einer aus dem Stand der Technik bekannten Kühlmittelfördereinrichtung
1 aufweist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0026]
- 1
- Kühlmittelfördereinrichtung
- 2
- Kühlmittelpumpe
- 3
- Flügelrad
- 4
- Kühlmittelregler
- 5
- Planetengetriebe
- 6
- 1. Antriebsaggregat
- 7
- 1. Eingangswelle
- 8
- 2. Eingangswelle
- 9
- Umschlingungstrieb
- 10
- Auflagefläche
- 11
- Umschlingungsmittel
- 12
- Sonnenrad
- 13
- Planetenträger
- 14
- Planetenrad
- 15
- Hohlrad
- 16
- Ausgangswelle
- 17
- Gehäuse
- 18
- Lager
- 19
- Lager
- 20
- Lager
- 21
- Dichtung
- 22
- Kupplung
- 23
- Stellvorrichtung
- 24
- Schieber
- 25
- Schieberunterstück
- 26
- Synchronring
- 27
- Reibring
- 28
- Drehachse
- 29
- Verlauf
- 30
- Verlauf
- 31
- Verlauf
- 32
- Verlauf
1. Kühlmittelfördereinrichtung (1) mit einer Kühlmittelpumpe (2), die über ein Planetengetriebe
(5) von einem ersten und einem zweiten Antriebsaggregat (6) antreibbar ist, wobei
das Planetengetriebe (5) über eine erste Eingangswelle (7) für das erste Antriebsaggregat
(6) und eine zweite Eingangswelle (8) für das zweite Antriebsaggregat verfügt, gekennzeichnet durch eine Kupplung (22), über welche die Eingangswellen (7,8) in wenigstens einem Betriebszustand
unmittelbar miteinander gekoppelt sind.
2. Kühlmittelfördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Planetengetriebe (5) über ein Sonnenrad (12), ein Hohlrad (15) und einen Planetenträger
(13) mit wenigstens einem eine Wirkverbindung zwischen Sonnenrad (12) und Hohlrad
(15) herstellenden Planetenrad (14) verfügt, wobei das Sonnenrad (12) an die erste
Eingangswelle (7), der Planetenträger (13) an die zweite Eingangswelle (8) und die
Kühlmittelpumpe an eine mit dem Hohlrad (15) verbundene Ausgangswelle (16) angeschlossen
sind.
3. Kühlmittelfördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten von mehreren Betriebszuständen die Eingangswellen (7,8) lediglich
mittelbar über das Planetengetriebe (5) und in einem zweiten der Betriebszustände
unmittelbar miteinander gekoppelt sind.
4. Kühlmittelfördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem dritten der Betriebszustände die Eingangswellen (7,8) lediglich mittelbar
über das Planetengetriebe (5) gekoppelt sind und die erste Eingangswelle (7) mittels
der Kupplung (22) festgesetzt ist.
5. Kühlmittelfördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Planetenträger (13) mittels eines Umschlingungstriebs (9) mit dem zweiten Antriebsaggregat
wirkverbunden ist.
6. Kühlmittelfördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Antriebsaggregat (6) eine elektrische Maschine und das zweite Antriebsaggregat
eine Brennkraftmaschine ist.
7. Verfahren zum Betreiben einer Kühlmittelfördereinrichtung (1), insbesondere nach einem
oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kühlmittelfördereinrichtung
(1) eine Kühlmittelpumpe (2) aufweist, die über ein Planetengetriebe (5) von einem
ersten und einem zweiten Antriebsaggregat (6) antreibbar ist, wobei das Planetengetriebe
(5) über eine erste Eingangswelle (7) für das erste Antriebsaggregat (6) und eine
zweite Eingangswelle (8) für das zweite Antriebsaggregat verfügt, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingangswellen (7,8) über eine Kupplung (22) in wenigstens einem Betriebszustand
unmittelbar miteinander gekoppelt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten der Betriebszustände die Eingangswellen (7,8) lediglich mittelbar
über das Planetengetriebe (5) und in einem zweiten der Betriebszustände unmittelbar
miteinander gekoppelt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem dritten der Betriebszustände die Eingangswellen (7,8) lediglich mittelbar
über das Planetengetriebe (5) gekoppelt werden und die erste Eingangswelle (7) mittels
der Kupplung (22) festgesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten der Betriebszustände nur eines der Antriebsaggregate (6) oder beide
Antriebsaggregate (6) und/oder in dem zweiten und/oder dritten der Betriebszustände
lediglich das zweite Antriebsaggregat (6) betrieben wird/werden.