[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen aktiven Schalldämpfer für eine Abgasanlage
einer Brennkraftmaschine, vorzugweise eines Kraftfahrzeugs mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 10 2009 049 280 A1 ist ein gattungsgemäßer aktiver Schalldämpfer bekannt, der ein Gehäuse aufweist sowie
ein Verbindungsrohr zum akustischen und fluidischen Verbinden des Gehäuses mit der
Abgasanlage. Im Gehäuse ist ein Lautsprecher angeordnet, der eine aktive Membran sowie
einen Aktuator zur Schwingungsanregung der Membran umfasst. Die Membran trennt im
Gehäuse ein fluidisch mit dem Verbindungsrohr verbundenes Vorvolumen von einem Rückvolumen.
[0003] Weitere gattungsgemäße aktive Schalldämpfer sind aus der
US 5 229 556 und aus der
WO 92/19080 A1 bekannt, bei denen jedoch über ein Verbindungsrohr eine akustische Kopplung zwischen
dem Rückvolumen und dem Vorvolumen vorgesehen ist.
[0004] Derartige aktive Schalldämpfer werden dazu verwendet, durch Einspeisen eines berechneten
Schalls, insbesondere Gegenschall oder Antischall, ein Mündungsgeräusch der Abgasanlage
in gewünschter Weise zu beeinflussen, vorzugsweise zu dämpfen. Hierzu steht das Vorvolumen
über das Verbindungsrohr in fluidischer Verbindung mit der Abgasanlage. Das Vorvolumen
hat typischerweise keine direkte Verbindung zur Atmosphäre außerhalb der Abgasanlage,
also zur Umgebung der Abgasanlage. Das Rückvolumen wird durch die aktive Membran und
das Gehäuse des Schalldämpfers begrenzt, so dass der Lautsprecher rückseitig auf ein
geschlossenes Volumen und vorderseitig auf die Abgasanlage arbeitet.
[0005] Bauartbedingt ist die Membran eines derartigen Lautsprechers mit elektro-dynamischem
Aktuator empfindlich gegenüber unterschiedlichen statischen bzw. quasi-statischen
Drücken vor und hinter der Membran. Abhängig von der Fläche der Membran und der Steifigkeit
einer Membranaufhängung wird die Membran des Lautsprechers durch einen Differenzdruck
aus der Mittellage ausgelenkt, was die Leistungsfähigkeit des Lautsprechers herabsetzt,
durch seinen elektro-dynamischen Antrieb (Aktuator) dynamische Wechseldrücke vor und
hinter der Membran zu erzeugen. Hält diese Auslenkung aus der Mittellage außerdem
über einen längeren Zeitraum und zusätzlich unter thermischer Belastung des Lautsprechers
an, kann aufgrund des Kriechverhaltens einzelner Bauteile des Lautsprechers, insbesondere
der Membranaufhängung, die Membran dauerhaft ausgelenkt bleiben, auch ohne dass weiterhin
ein Druckunterschied zwischen Vorvolumen und Rückvolumen besteht und auf die Membran
wirkt.
[0006] Die in diesem Zusammenhang auftretenden Differenzdrücke zwischen Vorvolumen und Rückvolumen
können grob wie folgt voneinander unterschieden werden. Zum einen entsteht ein statischer
Druckunterschied durch Änderung des äußeren Luftdrucks in der Atmosphäre bzw. Umgebung
der Abgasanlage infolge des Wetters, z.B. bei einem Wechsel von einem Tiefdruckgebiet
zu einem Hochdruckgebiet oder infolge einer Änderung der Höhe über dem Meeresspiegel,
z.B. bei einer Bergfahrt. Diese statischen Druckänderungen vollziehen sich relativ
langsam, bspw. mit einer Zeitkonstante oder Periodendauer von mehr als 10 Sek., d.h.
mit einer Frequenz von weniger als 0,1 Hz. Ferner entsteht ein quasistatischer Druckunterschied
durch Änderung der Strömungsbedingungen in der Abgasanlage, insbesondere durch den
Bernoulli-Effekt an der Verbindungsstelle zwischen dem Verbindungsrohr und der Abgasanlage.
Die Strömungsbedingungen in der Abgasanlage ändern sich abhängig vom jeweiligen Betriebszustand
der Brennkraftmaschine, bspw. bei einem Wechsel von Leerlaufbetrieb zu höheren Lasten
oder Volllast, was mit höheren Massenströmen und Abgastemperaturen einhergeht. Diese
quasi-statischen Druckänderungen vollziehen sich bspw. mit einer Zeitkonstante oder
Periodendauer zwischen 0,1 Sek. und 10 Sek., d.h. mit einer Frequenz zwischen 0,1
Hz und 10 Hz. Schließlich können auch dynamische Druckunterschiede entstehen, nämlich
die bestimmungsgemäß vom Lautsprecher erzeugten Wechseldrücke, also die akustischen
Signale zur Beeinflussung der Schallabstrahlung der Abgasanlage. Diese dynamischen
Druckschwankungen besitzen typischerweise eine Periodendauer bzw. Zeitkonstante kleiner
als 0,1 Sek., d.h. Frequenzen größer als 10 Hz.
[0007] Um die ordnungsgemäße Funktion des elektro-dynamischen Lautsprechers, also der Baugruppe
aus aktiver Membran und zugehörigem elektro-dynamischem Aktuator zu gewährleisten,
müssen daher alle Differenzdrücke mit einer Periodendauer größer als 0,1 Sek., also
die statischen und quasi-statischen Druckschwankungen ausgeglichen werden. Zugleich
muss sichergestellt werden, dass im relevanten Frequenzbereich ab 10 Hz die elektro-dynamisch
erzeugten Wechseldrücke nicht wesentlich gemindert oder gar akustisch kurzgeschlossen
werden.
[0008] Eine Kompensation bzw. ein Ausgleich der statischen Druckunterschiede, also der langsamen
Schwankungen des atmosphärischen Luftdrucks gegenüber dem geschlossenen Rückvolumen
lässt sich dadurch erreichen, dass zumindest eine relativ kleine Druckausgleichsöffnung
vorgesehen wird, die das Rückvolumen mit der Umgebung des Schalldämpfer fluidisch
verbindet. Unter Umständen kann hierbei bereits eine geringfügige Undichtigkeit des
Gehäuses ausreichen, um die statischen Druckunterschiede auszugleichen.
[0009] Ein Ausgleich der quasi-statischen Druckschwankungen kann gemäß der eingangs genannten
DE 10 2009 049 280 A1 durch wenigstens eine Druckausgleichsöffnung ermöglicht werden, die das Rückvolumen
fluidisch mit dem Vorvolumen verbindet. Eine derartige Druckausgleichsöffnung ist
dabei vergleichsweise klein dimensioniert, um einen akustischen Kurzschluss zwischen
Vorvolumen und Rückvolumen zu vermeiden.
[0010] Derartige Druckausgleichsöffnungen zwischen Vorvolumen und Rückvolumen sind gasdurchlässig
und diffusionsoffen, wodurch insbesondere Abgas, das über das Verbindungsrohr von
der Abgasanlage in das Vorvolumen gelangt, auch in das Rückvolumen eintreten kann.
Hierbei tritt gleichzeitig ein Temperaturgradient auf, da das Abgas in der Abgasanlage
meist höheren Temperaturen ausgesetzt ist als im Rückvolumen. Dabei entsteht das Problem,
das im Abgas gebundene Feuchtigkeit, also Dampf, im kühleren Rückvolumen kondensiert.
Je nach Abgaszusammensetzung ist das dabei entstehende Kondensat vergleichsweise aggressiv,
insbesondere kann das Kondensat Schwefelsäure umfassen. Das aggressive Kondensat kann
auf Dauer den elektro-dynamischen Aktuator sowie Anschlusskabel beschädigen. Maßnahmen
zur Verbesserung der Kondensatresistenz am Lausprecher sowie der Isolierung des Kabels
und der Verbindung zwischen den Kabeln und dem Aktuator sind vergleichsweise aufwändig
und erhöhen die Herstellungskosten. Vermeidet man diese kostenintensiven Maßnahmen
zur Verbesserung der Kondensatresistenz, lässt sich der aktive Schalldämpfer an der
Abgasanlage nur im Bereich eines Endrohrs positionieren, wobei durch konstruktive
Maßnahmen am jeweiligen Endrohr dafür gesorgt werden kann, dass der durch die Strömungsgeschwindigkeit
hervorgerufene quasi-statische Druckunterschied zwischen Vorvolumen und Rückvolumen
dann möglichst klein ist. In der Folge kann auf die Druckausgleichsöffnung zwischen
Vorvolumen und Rückvolumen verzichtet werden. Dies schränkt jedoch die Gestaltung
der aktiven Schalldämpfung signifikant ein und behindert bzw. verhindert den Einsatz
eines aktiven Schalldämpfers an einem vom Endrohr entfernten Bereich stromauf in Richtung
Motor, obwohl dort die akustische Wirksamkeit des aktiven Schalldämpfers möglicherweise
besser ist.
[0011] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für einen aktiven Schalldämpfer
eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die sich dadurch auszeichnet, dass einerseits
Nachteile, die sich durch quasi-statische Differenzdrücke zwischen Vorvolumen und
Rückvolumen ergeben, reduziert oder behoben oder vermieden werden, wobei gleichzeitig
Nachteile, die durch Kondensatbildung im Rückvolumen entstehen können, reduziert oder
behoben oder vermieden werden.
[0012] Dieses Problem wird bei der Erfindung durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0013] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen ersten Lösung beruht die Erfindung auf dem allgemeinen
Gedanken, das Rückvolumen mit dem Vorvolumen über zumindest eine Kondensationsleitung
fluidisch zu verbinden. Dabei ist diese Kondensationsleitung so konzipiert, dass darin
im Abgas enthaltener Dampf kondensiert, wobei die Kondensationsleitung dann das darin
anfallende Kondensat zum Vorvolumen leitet. Mit anderen Worten, die jeweilige Kondensationsleitung
unterstützt die Kondensation derart, dass das Kondensat innerhalb der Kondensationsleitung
anfällt, also während sich der Dampf vom Vorvolumen in Richtung Rückvolumen bewegt.
Da das Rückvolumen geschlossen ist, kommt es zu keiner Durchströmung der Kondensationsleitung,
sondern lediglich zu Diffusionsvorgängen bzw. zu sehr langsamen Volumenverschiebungen
durch den jeweiligen Druckausgleich. Die große Verweildauer des Dampfes in der Kondensationsleitung,
die sich einerseits durch die langsamen Gasbewegungen ergibt und andererseits durch
eine entsprechend dimensionierte Leitungslänge erzielen lässt, kann die Kondensation
im Wesentlichen bereits innerhalb der Kondensationsleitung stattfinden, so dass kaum
Dampf in das Rückvolumen gelangt. Das bedeutet, dass das Kondensat nicht im Rückraum
anfallen kann, sondern bereits auf dem Weg dahin, innerhalb der Kondensationsleitung,
anfällt. Durch eine geeignete Anordnung der Kondensationsleitung kann diese das darin
anfallende Kondensat leicht in das Vorvolumen leiten, wo es aufgrund der dort herrschenden
Temperaturen wieder verdampft und vom Abgasstrom mitgenommen werden kann. Durch die
Ausstattung des aktiven Schalldämpfers mit einer derartigen Kondensationsleitung kann
somit die Entstehung von aggressivem Kondensat im Rückvolumen signifikant reduziert
oder sogar vermieden werden. In der Folge reduziert sich auch die Gefahr von Beschädigungen
durch aggressives Kondensat am Aktuator. Bemerkenswert ist außerdem, dass durch die
mit Hilfe der Kondensationsleitung geschaffenen fluidischen Verbindung zwischen Vorvolumen
und Rückvolumen gleichzeitig auch der gewünschte Druckausgleich zwischen Vorvolumen
und Rückvolumen realisierbar ist. Insgesamt eröffnet die vorgeschlagene Maßnahme die
Möglichkeit, den aktiven Schalldämpfer auch motornah einzusetzen, so dass quasi beliebige
Positionierungen für den aktiven Schalldämpfer an der Abgasanlage realisierbar sind.
Die Kondensationsleitung ersetzt dabei die aus dem Stand der Technik, vergleiche die
vorstehende
DE 10 2009 049 280 A1, bekannte Druckausgleichsöffnung zwischen Vorvolumen und Rückvolumen.
[0014] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen vorteilhaften Ausführungsform kann die Kondensationsleitung
darum das Rückvolumen zum Druckausgleich ohne akustischen Kurzschluss mit dem Vorvolumen
fluidisch verbinden. Mit anderen Worten, die Kondensationsleitung ist so dimensioniert,
dass sie für eine Übertragung dynamischer Druckschwankungen zwischen Vorvolumen und
Rückvolumen ungeeignet ist, insbesondere aufgrund der in der Kondensationsleitung
entstehenden Reibung. Zweckmäßig ist hierzu die Kondensationsleitung deutlich länger
als ihr Innendurchmesser. Insbesondere ist die Leitungslänge wenigsten 10 mal größer
als der Leitungsdurchmesser, vorzugsweise ist die Leitungslänge mindestens 100 mal
größer als der Leitungsdurchmesser. Die Kondensationsleitung kann grundsätzlich geradlinig
gestaltet sein. Ebenso ist eine Ausführungsform denkbar, bei welcher die Kondesationsleitung
gekrümmt ist, z.B. spiralförmig und/oder schraubenförmig, um bei kurzer Baulänge eine
große Leitungslänge zu realisieren.
[0015] Bei einer anderen nicht erfindungsgemäßen vorteilhaften Ausführungsform kann die
Kondensationsleitung vollständig im Inneren des Gehäuses angeordnet sein, so dass
es sich um eine interne Kondensationsleitung handelt. Diese Bauweise reduziert die
Gefahr von Leckagen.
[0016] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen zweckmäßigen Weiterbildung kann nun ein wesentlicher
Abschnitt der im Inneren des Gehäuses verlaufenden Kondensationsleitung im Rückvolumen
angeordnet sein. Zweckmäßig ist mehr als die Hälfte, also mehr als 50 % der Länge
der Kondensationsleitung im Rückvolumen angeordnet. Insbesondere sind mindestens 75
% der Länge der Kondensationsleitung im Rückvolumen angeordnet. Hierdurch wirkt auf
einen vergleichsweise großen Anteil der Kondensationsleitung die im Rückvolumen herrschende
Temperatur, so dass ein wesentlicher Abschnitt der Kondensationsleitung im Vergleich
zum Abgas kühl ist und die gewünschte Kondensation bewirkt.
[0017] Gemäß einer anderen nicht erfindungsgemäßen vorteilhaften Ausführungsform kann die
Kondensationsleitung einen außerhalb des Gehäuses verlaufenden Abschnitt aufweisen.
Dieser Abschnitt kann zweckmäßig einen mit dem Vorvolumen verbundenen Endabschnitt
der Kondensationsleitung mit einem mit dem Rückvolumen verbundenen Endabschnitt der
Kondensationsleitung verbinden. Auf diese Weise wird eine zumindest teilweise extern
verlaufende Kondensationsleitung geschaffen, was Möglichkeiten eröffnet, die Kondensatbildung
innerhalb der Kondensationsleitung zu unterstützen.
[0018] Bspw. kann gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Weiterbildung der außerhalb des Gehäuses
angeordnete Abschnitt der Kondensationsleitung gekühlt sein. Denkbar ist bspw. eine
rein passive Kühlung durch die in der Umgebung des Schalldämpfers herrschenden Temperaturen.
Eine weitere passive Kühlung kann durch eine Umströmung des Schalldämpfers und des
extern verlaufenden Abschnitts der Kondensationsleitung hervorgerufen werden, bspw.
durch Fahrtwind eines mit der Brennkraftmaschine ausgestatteten Kraftfahrzeugs. Eine
aktive Kühlung des außerhalb des Gehäuses verlaufenden Abschnitts der Kondensationsleitung
ist ebenfalls denkbar, bspw. mit Hilfe eines Gebläses, das eine Luftströmung zur Beaufschlagung
des Abschnitts erzeugt. Der Abschnitt kann dabei mit Kühlrippen oder dergleichen ausgestattet
sein. Ebenso ist es möglich, besagten Abschnitt in einen Wärmeübertrager einzubinden,
der außerdem in einen Kühlkreis eingebunden ist, so dass mit Hilfe des Wärmeübertragers
Wärme von der Kondensationsleitung auf ein Kühlmittel des Kühlkreises übertragen werden
kann.
[0019] Gemäß einer anderen nicht erfindungsgemäßen vorteilhaften Ausführungsform kann die
Kondensationsleitung ein Rohr sein, das insbesondere aus einem metallischen Werkstoff
hergestellt ist und sich durch eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit auszeichnet.
[0020] Gemäß einer bevorzugten nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform kann das Rückvolumen
gegenüber einer Umgebung des Schalldämpfers hermetisch abgedichtet sein. Das bedeutet,
dass das Gehäuse des Schalldämpfers im Bereich des Rückvolumens keine Öffnung besitzt,
durch die ein Fluid in das Rückvolumen gelangen kann oder daraus austreten kann. Mit
anderen Worten, das Rückvolumen ist, abgesehen von der mithilfe der Kondensationsleitung
geschaffenen fluidischen Verbindung mit dem Vorvolumen, vollständig gekapselt. Insbesondere
ist in diesem Fall weder eine Druckausgleichsöffnung vorhanden, die das Rückvolumen
mit der Umgebung fluidisch verbindet, noch ein sonstiger Anschluss vorgesehen, über
den ein Fluid dem Rückvolumen zugeführt oder daraus abgeführt werden kann.
[0021] Entsprechend einer erfindungsgemäßen zweiten Lösung beruht die vorliegende Erfindung
auf dem allgemeinen Gedanken, wenigstens eine Druckausgleichskammer vorzusehen. Eine
derartige Druckausgleichskammer umschließt dabei ein Ausgleichsvolumen, das über wenigstens
eine Verbindungsleitung mit dem Vorvolumen fluidisch verbunden ist. Somit herrscht
im Ausgleichsvolumen der Druck des Vorvolumens. Des Weiteren ist zumindest eine passive
Membran vorgesehen, die so positioniert ist, dass sie einerseits dem im Ausgleichsvolumen
herrschenden Druck und andererseits dem im Rückvolumen herrschenden Druck ausgesetzt
ist. Mit anderen Worten, die passive Membran verformt sich abhängig von der daran
angreifenden Druckdifferenz, die durch die fluidische Kopplung zwischen Ausgleichsvolumen
und Vorvolumen letztlich der Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen entspricht.
Somit kann die passive Membran abhängig von ihrer Steifigkeit den im Vorvolumen herrschenden
Druck auf das Rückvolumen übertragen, wodurch der gewünschte Druckausgleich mehr oder
weniger realisiert wird. Bemerkenswert ist dabei, dass durch die Verbindung der passiven
Membran ein Gasaustausch zwischen Vorvolumen und Rückvolumen nicht mehr möglich ist.
Mit anderen Worten, bei der hier vorgestellten zweiten Lösung sind das Vorvolumen
und das Rückvolumen fluidisch voneinander getrennt. In der Folge kann im Rückvolumen
kein Kondensat anfallen. Insgesamt eröffnet die vorgeschlagene Maßnahme die Möglichkeit,
den aktiven Schalldämpfer auch motornah einzusetzen, so dass quasi beliebige Positionierungen
für den aktiven Schalldämpfer an der Abgasanlage realisierbar sind. Sofern im Ausgleichsvolumen
Kondensat anfällt, kann dieses durch die Verbindungsleitung zum Vorvolumen geleitet
werden.
[0022] Um die Effizienz der Druckausgleichskammer zu steigern, ist die passive Membran biegeweicher
konzipiert als die aktive Membran des Lautsprechers. Insbesondere ist die passive
Membran wenigstens doppelt so elastisch wie die aktive Membran.
[0023] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann die Druckausgleichskammer
ein im Rückvolumen angeordnetes Kammergehäuse aufweisen, wobei dann die passive Membran
zumindest einen Teil des Kammergehäuses bildet. Mit anderen Worten, die passive Membran
trennt innerhalb des Gehäuses des Schalldämpfers das Ausgleichsvolumen vom Rückvolumen.
Hierdurch können Leckageprobleme reduziert werden.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann die passive Membran das gesamte Kammergehäuse
bilden. Mit anderen Worten, die passive Membran ist so geformt, dass sie das Kammergehäuse
bildet und das Ausgleichsvolumen umschließt. Insbesondere kann das Gehäuse als elastischer
Ballon oder als elastischer Faltenbalg ausgestaltet sein. In diesem Fall definiert
die passive Membran die elastische Haut des Ballons bzw. den elastischen Balgkörper.
Sofern die passive Membran das gesamte Kammergehäuse bildet, kann sich abhängig von
der Druckdifferenz zwischen Ausgleichsvolumen und Rückvolumen das Kammergehäuse ausdehnen
bzw. schrumpfen, um die Drücke zwischen Ausgleichsvolumen und Rückvolumen aneinander
anzugleichen. Ein vollständiger Druckausgleich ist dabei aufgrund der inneren Spannung
der passiven Membran nicht möglich. Je weicher die passive Membran dabei ist, desto
näher können sich die Drücke zwischen Ausgleichsvolumen und Rückvolumen angleichen.
[0025] Bei einer alternativen Ausführungsform kann die Druckausgleichskammer ein außerhalb
des Rückvolumens bzw. außerhalb des Gehäuses angeordnetes Kammergehäuse aufweisen,
wobei dann die passive Membran im Kammergehäuse das Ausgleichsvolumen von einem Kopplungsvolumen
trennt. Eine Kopplungsleitung sorgt dann für eine fluidische Verbindung zwischen Kopplungsvolumen
und Rückvolumen. Somit herrscht im Kopplungsvolumen der Druck des Rückvolumens. Eine
Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen führt somit zu einer entsprechenden
Druckdifferenz zwischen Ausgleichsvolumen und Kopplungsvolumen, die durch eine entsprechende
Deformation der passiven Membran mehr oder weniger ausgeglichen werden kann. Auch
hier gilt, dass der gewünschte Druckausgleich umso besser gelingt, je weicher die
passive Membran ist.
[0026] Gemäß einer weiteren alternativen Ausführungsform kann die Druckausgleichskammer
im Gehäuse ausgebildet sein, wobei dann die passive Membran im Gehäuse das Ausgleichsvolumen
vom Rückvolumen trennt. Auch diese interne Bauform reduziert Leckageprobleme.
[0027] Bei einer zweckmäßigen Weiterbildung kann die Verbindungsleitung im Gehäuse angeordnet
sein und sich durch das Rückvolumen hindurch erstrecken. Zusätzlich oder alternativ
kann vorgesehen sein, dass sich aufgrund einer entsprechend gewählten Positionierung
der passiven Membran innerhalb des Gehäuses das Ausgleichsvolumen distal zum Vorvolumen
befindet, so dass insbesondere das Rückvolumen zwischen dem Ausgleichsvolumen und
dem Vorvolumen angeordnet ist. Ferner ist das Ausgleichsvolumen innerhalb des Gehäuses
zweckmäßig so angeordnet, dass die passive Membran keinen Kontakt zum Vorvolumen besitzt.
[0028] Bei einer anderen Ausführungsform kann die Verbindungsleitung so angeordnet sein,
dass sie im Ausgleichsvolumen ggf. anfallendes Kondensat zum Vorvolumen leitet. Mit
anderen Worten, die Verbindungsleitung ist auf die vorgesehene Einbausituation so
abgestimmt, dass sie ein Gefälle in Richtung Vorvolumen besitzt.
[0029] Eine nicht erfindungsgemäße dritte Lösung der Erfindung beruht auf dem allgemeinen
Gedanken, die aufgrund einer Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen ausgebildete
statische Auslenkung der aktiven Membran durch eine entsprechende Ansteuerung des
Aktuators zu kompensieren. Hierzu ist der aktive Schalldämpfer mit einer Sensorik
zum Messen einer Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen ausgestattet.
Diese Sensorik kann bspw. einen Differenzdrucksensor umfassen, der die Druckdifferenz
zwischen Vorvolumen und Rückvolumen direkt misst. Ebenso ist die Verwendung von zwei
Absolutdrucksensoren denkbar, von denen der eine den Absolutdruck im Vorvolumen misst,
während der andere den Absolutdruck im Rückvolumen misst. Die Differenz der beiden
absoluten Drücke ergibt dann den gewünschten Differenzdruck. Die Sensorik ist ferner
mit einer Steuerung gekoppelt, die zum Ansteuern des Aktuators dient. Diese Steuerung
ist nun so programmiert bzw. ausgestaltet, dass sie den Aktuator abhängig von der
gemessenen Druckdifferenz so ansteuert, dass dieser die aktive Membran entgegen der
durch die Druckdifferenz verursachten Auslenkung auslenkt, wodurch die durch die Druckdifferenz
verursachte Auslenkung der aktiven Membran mehr oder weniger kompensiert werden kann.
Da eine Steuerung zum Betätigen des Aktuators im aktiven Lautsprecher ohnehin vorhanden
ist, erfordert die hier vorgestellte Lösung nur eine zur Differenzdruckmessung geeignete
Sensorik und eine entsprechende Kopplung in Verbindung mit einer geeigneten Programmierung.
Somit lässt sich diese Ausführungsform vergleichsweise preiswert und nahezu ohne konstruktiven
Aufwand realisieren. Insbesondere kommt eine derartige Ausführungsform ohne Druckausgleich
zwischen Vorvolumen und Rückvolumen aus. Insbesondere kann sich diese Bauform daher
dadurch charakterisieren, dass das Vorvolumen und das Rückvolumen fluidisch voneinander
getrennt sind. Durch die fluidische Trennung des Rückvolumens vom Vorvolumen besteht
auch die Gefahr einer Kondensatbildung im Rückvolumen nicht. Insgesamt eröffnet die
vorgeschlagene Maßnahme die Möglichkeit, den aktiven Schalldämpfer auch motornah einzusetzen,
so dass quasi beliebige Positionierungen für den aktiven Schalldämpfer an der Abgasanlage
realisierbar sind.
[0030] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen vorteilhaften Ausführungsform kann die Steuerung
ein von der gemessenen Druckdifferenz abhängiges statisches Steuersignal dynamischen
Steuersignalen überlagern, mit denen die Steuerung den Aktuator zum Antreiben der
aktiven Membran ansteuert, damit diese Gegenschall zur Beeinflussung, insbesondere
zur Bedämpfung von im Abgas mitgeführtem Luftschall erzeugt. Mit anderen Worten, das
zum Kompensieren der durch die Druckdifferenz verursachten Auslenkung der aktiven
Membran erzeugte statische Steuersignal wird auf die dynamischen Steuersignale aufmoduliert,
mit denen die Steuerung den Aktuator ansteuert, damit dieser die aktive Membran so
ansteuert, damit diese die gewünschten Druckpulsationen in die Abgasanlage einleiten
kann.
[0031] Eine nicht erfindungsgemäße vierte Lösung der Erfindung beruht ebenfalls auf dem
allgemeinen Gedanken, die aufgrund einer Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen
ausgebildete statische Auslenkung der aktiven Membran durch eine entsprechende Ansteuerung
des Aktuators zu kompensieren. Abweichend von der vorstehend beschriebenen dritten
Lösung wird bei der vierten Lösung nicht die Druckdifferenz gemessen, sondern die
daraus resultierende Auslenkung der aktiven Membran aus deren Mittellage ermittelt,
um die Auslenkung direkt als Basis für die Ansteuerung des Aktuators zu verwenden.
Hierzu umfasst der Schalldämpfer eine Einrichtung zum Ermitteln einer Auslenkung der
aktiven Membran aus deren Mittellage. Eine zum Ansteuern des Aktuators vorgesehene
Steuerung ist mit besagter Einrichtung gekoppelt und steuert den Aktuator abhängig
von der ermittelten Membranauslenkung zum Kompensieren der Membranauslenkung an. Auf
diese Weise kann auf eine aufwändige Druckmessung verzichtet werden.
[0032] Die Ermittlung der Membranauslenkung kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt
werden. Beispielsweise kann die Einrichtung eine Sensorik zum Messen der Membranauslenkung
aufweisen. Alternativ kann die Einrichtung die Stromaufnahme des Aktuators bei dessen
Ansteuerung auswerten und in Abhängigkeit davon die Membranauslenkung ermitteln. Diese
rein elektronische Maßnahme kommt ohne zusätzliche Sensorik aus. Insbesondere kann
dabei die übliche, während des Schalldämpfungsbetriebs auftretende Stromaufnahme des
Aktuators ausgewertet werden. Diese Maßnahme beruht auf der Überlegung, dass sich
die Stromaufnahme des Aktuators abhängig von einer Auslenkung der Membran ändert,
da der Aktuator gegebenenfalls mit oder gegen eine Vorspannung der Membran arbeitet.
Alternativ ist ebenso denkbar, dass die Einrichtung ein Mikrofonsignal eines den von
der aktiven Membran abgestrahlten Schall erfassenden Mikrofons auswertet und in Abhängigkeit
davon die Membranauslenkung ermittelt. Diese Maßnahme beruht auf der Überlegung, dass
sich der von der aktiven Membran abgestrahlte Schall abhängig von der Vorspannung
der Membran verändert. Ein derartiges Mikrofon ist bei einem üblichen aktiven Schalldämpfungssystem
ohnehin vorhanden, so dass auch bei dieser Lösung auf eine zusätzliche Sensorik verzichtet
werden kann. Es ist klar, dass grundsätzlich auch andere Maßnahmen denkbar sind, um
die tatsächliche Membranauslenkung zu ermitteln.
[0033] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen fünften Lösung beruht die vorliegende Erfindung
auf dem allgemeinen Gedanken, die Druckdifferenz zwischen Vorvolumen und Rückvolumen
mit Hilfe einer Fördereinrichtung auszugleichen, die zu diesem Zweck fluidisch an
das Rückvolumen angeschlossen ist. Ist der Druck im Rückvolumen höher als der Druck
im Vorvolumen, kann mit der Fördereinrichtung Gas bzw. Luft, aus dem Rückvolumen abgesaugt
und z.B. in die Umgebung oder in das Vorvolumen gefördert werden, um den Druckausgleich
zu bewirken. Ist dagegen der Druck im Rückvolumen niedriger als im Vorvolumen, kann
mittels der Fördereinrichtung Gas bzw. Luft, z.B. aus der Umgebung oder aus dem Vorvolumen,
angesaugt und dem Rückvolumen zugeführt werden, um den Druckausgleich zu bewirken.
Als Ausgangssignal zum Ansteuern der Fördereinrichtung kann dabei ein mit der Druckdifferenz
korreliertes Signal oder ein mit der Auslenkung der Membran aus deren Mittellage korreliertes
Signal dienen. Die entsprechenden Einrichtungen sind bereits vorstehend beschrieben.
[0034] Entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform, die insbesondere für
alle vorstehend genannten Lösungen und Ausführungsformen anwendbar ist, kann zumindest
eine Druckausgleichsöffnung vorgesehen sein, die das Rückvolumen fluidisch mit einer
Umgebung des Gehäuses des Schalldämpfers verbindet. Mit Hilfe einer derartigen Druckausgleichsöffnung,
die mit geeigneten Maßnahmen, bspw. mittels einer gasdurchlässigen und für Flüssigkeit
undurchlässigen Membran, gasdurchlässig und flüssigkeitsdicht ausgestaltet sein kann,
lassen sich die eingangs beschriebenen statischen Druckdifferenzen zwischen dem Rückvolumen
und der atmosphärischen Umgebung ausgleichen. Die vorstehend beschriebene erste Lösung,
bei welcher das Vorvolumen und das Rückvolumen durch die Kondensationsleitung miteinander
fluidisch verbunden sind, kann ebenso wie die zugehörigen Ausführungsformen so ausgestaltet
sein, dass das Rückvolumen von der Umgebung des Gehäuses des Schalldämpfers fluidisch
getrennt ist. In diesen Fällen kann also auf eine derartige Druckausgleichsöffnung
zwischen Rückvolumen und Umgebung verzichtet werden. Dagegen scheint es bei den anderen
vorstehend beschriebenen Lösungen einschließlich der zugehörigen Ausführungsformen
zweckmäßig zu sein, eine solche Druckausgleichsöffnung vorzusehen.
[0035] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0036] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0037] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
[0038] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Figur 1
- eine teilweise geschnittene isometrische Ansicht einer Abgasanlage im Bereich eines
aktiven Schalldämpfers,
- Figuren 2 bis 10
- stark vereinfachte Prinzipdarstellungen des aktiven Schalldämpfers bei verschiedenen
erfindungsgemäßen Ausführungsformen gemäß den Fig. 4 bis 7 und nicht erfindungsgemäßen
Ausführungsformen gemäß den Fig. 2, 3 und 8 bis 10.
[0039] Entsprechend Figur 1 umfasst eine Abgasanlage 1 einer hier nicht gezeigten Brennkraftmaschine
einen Abgasstrang 2 sowie wenigstens einen aktiven Schalldämpfer 3, der an den Abgasstrang
2 und somit an die Abgasanlage 1 angeschlossen ist. Im Beispiel ist der Schalldämpfer
3 an eine im Betrieb der Brennkraftmaschine einen in Figur 1 durch einen Pfeil angedeuteten
Abgasstrom führende Abgasleitung 5 angeschlossen, wobei hierzu im Beispiel ein Y-förmiges
Anschlussstück 6 verwendet wird, das in Figur 1 nur zur Hälfte dargestellt ist. Es
ist klar, dass der Schalldämpfer 3 grundsätzlich an eine beliebige Komponente der
Abgasanlage 1 angeschlossen werden kann, also nicht zwangsläufig an ein Abgasrohr
5. Der aktive Schalldämpfer 3 dient dabei zur Bedämpfung von Luftschall, der in der
Abgasströmung 4 mitgeführt wird bzw. sich im Abgasstrang 2 ausbreitet.
[0040] Der Schalldämpfer 3 umfasst ein Gehäuse 7 sowie ein Verbindungsrohr 8 zum fluidischen
Verbinden des Gehäuses 7 mit der Abgasanlage 1. Durch dieses Verbindungsrohr 8 hindurch
erfolgt die akustische Kopplung zwischen dem Schalldämpfer 3 und der übrigen Abgasanlage
1. Das Verbindungsrohr 8 ist dabei nicht vom Abgas durchströmt. Das Abgas kann jedoch
in das Verbindungsrohr 8 eintreten.
[0041] Entsprechend den Figuren 2 bis 10 umfasst der aktive Schalldämpfer 3 einen Lautsprecher
9, der eine aktive Membran 10 und einen Aktuator 11 umfasst. Die aktive Membran 10
trennt im Gehäuse 7 ein fluidisch mit dem Verbindungsrohr 8 verbundenes Vorvolumen
12 von einem Rückvolumen 13, das sich in den Darstellungen der Figuren 2 bis 8 an
einer vom Verbindungsrohr 8 abgewandten Seite des Lautsprechers 9 befindet. Dementsprechend
ist das Vorvolumen 11 dem Verbindungsrohr 8 zugewandt, während das Rückvolumen 13
vom Verbindungsrohr 8 abgewandt ist. Der Aktuator 11 arbeitet elektromagnetisch und
dient zur Schwingungsanregung der aktiven Membran 10.
[0042] Bei den in den Figuren 2 und 3 gezeigten Ausführungsformen ist der Schalldämpfer
3 außerdem mit wenigsten einer Kondensationsleitung 14 ausgestattet, die bevorzugt
aus einem metallischen Rohrkörper gebildet ist. Grundsätzlich kann die Kondensationsleitung
14 auch als elastischer Schlauch, insbesondere aus Kunststoff, konzipiert sein. Die
Kondensationsleitung 14 führt zu einer fluidischen Verbindung des Rückvolumens 13
mit dem Vorvolumen 12, wodurch es zu einem Druckausgleich zwischen Vorvolumen 12 und
Rückvolumen 13 kommt. Damit dieser Druckausgleich nur für statische oder quasi-statische
Druckdifferenzen und nicht für dynamische Druckdifferenzen erfolgt, ist die Kondensationsleitung
14 so ausgelegt, dass sie das Rückvolumen 13 mit dem Vorvolumen 12 ohne akustischen
Kurzschluss fluidisch verbindet. Dies wird bspw. durch eine entsprechende Drosselwirkung,
insbesondere durch Reibung innerhalb der Kondensationsleitung 14 erreicht. Bspw. ist
eine Länge 15 der Kondensationsleitung 14 deutlich größer als ein Durchmesser 16 der
Kondensationsleitung 14. Geeignete Verhältnisse sind bspw. mindestens 10:1 oder mindestens
100:1.
[0043] Die Kondensationsleitung 14 ist außerdem so konzipiert, dass Dampf, der im Abgas
enthalten ist, das insbesondere durch Diffusionsvorgänge in die Kondensationsleitung
14 eindringt, in der Kondensationsleitung 14 kondensiert. Außerdem ist die Kondensationsleitung
14 so angeordnet, dass das darin anfallende Kondensat zum Vorvolumen 12 fließen kann.
Dementsprechend besitzt die Kondensationsleitung 14 im Einbauzustand des Schalldämpfers
3 ein Gefälle in Richtung Vorvolumen 12.
[0044] Damit die Kondensationswirkung in der Kondensationsleitung 14 in gewünschtem Umfang
auftritt, kann gemäß der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform die Kondensationsleitung
14 vollständig im Inneren des Gehäuses 7 angeordnet sein. Dabei ist zweckmäßig ein
wesentlicher Abschnitt 17, der sich über wenigstens 50 % der gesamten Kondensationsleitungslänge
15 erstreckt, im Rückvolumen 13 angeordnet. Hierdurch ist ein Großteil der Kondensationsleitung
14, nämlich der wesentliche Abschnitt 17, den im Rückvolumen 13 herrschenden Temperaturen
ausgesetzt, die deutlich niedriger sind als die Temperaturen des in die Kondensationsleitung
14 eintretenden Abgases. Hierdurch kann die gewünschte Kondensation von Dampf in der
Kondensationsleitung 14 realisiert werden.
[0045] Bei der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform ist die Kondensationsleitung 14 so angeordnet,
dass sie einem außerhalb des Gehäuses 7 verlaufenden Abschnitt 18 aufweist. Dieser
außen liegende Abschnitt 18 verbindet einen mit dem Vorvolumen 12 verbundenen ersten
Endabschnitt 19 der Kondensationsleitung 14 mit einem zweiten Endabschnitt 20 der
Kondensationsleitung 14, der mit dem Rückvolumen 13 verbunden ist. Der außen liegende
Abschnitt 18 kann bspw. mit Hilfe einer Kühlgasströmung 21 gekühlt werden, die in
Figur 3 durch einen Pfeil angedeutet ist. Hierbei kann es sich um den Fahrwind handeln,
der im Betrieb eines Fahrzeugs entsteht, das mit der Brennkraftmaschine ausgestattet
ist, deren Abgase mit Hilfe der hier vorgestellten Abgasanlage 1 abgeführt werden.
Alternativ lässt sich die Kühlgasströmung 21 bspw. auch mit Hilfe eines Gebläses 22
realisieren. Zur Verbesserung der Wärmeübertragung zwischen dem außen liegenden Abschnitt
18 und der Kühlgasströmung 21 kann die Kondensationsleitung 14 im außenliegenden Abschnitt
18 Kühlrippen 23 aufweisen. Zusätzlich oder alternativ kann die Kondensationsleitung
14 im außen liegenden Abschnitt 18 in einen Wärmeübertrager 24 eingebunden sein, der
seinerseits in einen Kühlkreis 25 eingebunden ist, wobei eine Medientrennung zwischen
dem Kühlmedium im Kühlkreis 25 und dem Abgas in der Kondensationsleitung 14 vorgesehen
ist.
[0046] Entsprechend den Figuren 4 bis 7 kann der Schalldämpfer 3 mit wenigstens einer Druckausgleichskammer
26 ausgestattet sein, die ein Ausgleichsvolumen 27 umschließt. Des Weiteren ist zumindest
eine Verbindungsleitung 28 vorhanden, die das Ausgleichsvolumen 27 fluidisch mit dem
Vorvolumen 12 verbindet. Außerdem ist wenigstens eine passive Membran 29 vorgesehen,
die einerseits dem im Ausgleichsvolumen 27 herrschenden Druck und andererseits dem
im Rückvolumen 13 herrschenden Druck ausgesetzt ist. Dementsprechend deformiert sich
die passive Membran 29 abhängig von der Druckdifferenz zwischen Ausgleichsvolumen
27 und Rückvolumen 13. Da das Ausgleichsvolumen 27 durch die Verbindungsleitung 28
mit dem Vorvolumen 12 kommunizierend verbunden ist, entspricht der im Ausgleichsvolumen
27 herrschenden Druck dem im Vorvolumen 12 herrschenden Druck. Somit verformt sich
die passive Membran 29 abhängig von der Druckdifferenz zwischen Rückvolumen 13 und
Vorvolumen 12. In den Figuren 4 bis 7 ist für die passive Membran 29 mit durchgezogener
Linie ein Ausgangszustand dargestellt, während gleichzeitig mit unterbrochener Linie
ein Zustand wiedergegeben ist, in dem die passive Membran 29 aufgrund der Druckdifferenz
zwischen Vorvolumen 12 und Rückvolumen 13 verformt ist.
[0047] Bei den Ausführungsformen der Figuren 4 und 5 umfasst die Druckausgleichskammer 26
ein Kammergehäuse 30, das im Rückvolumen 13 im Inneren des Gehäuses 7 angeordnet ist.
Die passive Membran 29 bildet dabei zumindest einen Teil des Kammergehäuses 30. In
der Folge trennt die passive Membran 29 im Inneren des Gehäuses 7 das Ausgleichsvolumen
27 vom Rückvolumen 13, so dass sie mittelbar dem Druck des Rückvolumens 13 ausgesetzt
ist. In den gezeigten Beispielen ist dabei das gesamte Kammergehäuse 30 durch die
passive Membran 29 gebildet. Bei der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform ist das
Kammergehäuse 30 als elastischer Ballon 30' ausgestaltet. Dieser Ballon 30' bzw. dessen
Haut oder Hülle ist durch die passive Membran 29 gebildet. Bei der in Figur 5 gezeigten
Ausführungsform ist das Kammergehäuse 30 als Faltenbalg 30" ausgestaltet. Der Balgkörper
ist dabei durch die elastische passive Membran 29 gebildet.
[0048] Bei der in Figur 6 gezeigten Ausführungsform ist die Druckausgleichskammer 26 außerhalb
des Gehäuses 7 angeordnet. Außerdem ist das Kammergehäuse 30 außerhalb des Gehäuses
7 angeordnet. Bei dieser Ausführungsform trennt die passive Membran 29 im Kammergehäuse
30 das Ausgleichsvolumen 27 von einem Kopplungsvolumen 31. Eine Kopplungsleitung 32
sorgt für eine fluidische Verbindung des Kopplungsvolumens 31 mit dem Rückvolumen
13. Im Beispiel der Figur 6 ist das Kammergehäuse 30 durch die Verbindungsleitung
28 und die Kopplungsleitung 32 beabstandet vom Gehäuse 7 des Schalldämpfers 3 angeordnet.
Ebenso ist denkbar, das Kammergehäuse 30 unmittelbar an das Gehäuse 7 anzubauen, wobei
sich dann die Kopplungsleitung 32 und die Verbindungsleitung 28 auf eine Verbindungsöffnung
bzw. eine Kopplungsöffnung reduzieren. Die jeweilige Öffnung durchsetzt dann entweder
eine Wand des Gehäuses 7 sowie eine Wand des Kammergehäuses 30 oder eine gemeinsame
Wand des Gehäuses 7 und des Kammergehäuses 30. Die Verbindungsöffnung sorgt dann für
die fluidische Kopplung zwischen Ausgleichsvolumen 27 und Vorvolumen 12. Die Kopplungsöffnung
sorgt dann für die fluidische Kopplung zwischen Kopplungsvolumen 31 und Rückvolumen
13.
[0049] Bei der in Figur 7 gezeigten Ausführungsform ist die Druckausgleichskammer 26 wieder
im Inneren des Gehäuses 7 ausgebildet, wobei dann die passive Membran 29 im Gehäuse
7 das Ausgleichsvolumen 27 vom Rückvolumen 13 trennt. Im Beispiel der Figur 7 reduziert
sich der bauliche Aufwand für das Kammergehäuse 30 auf eine Trennwand, die in Figur
7 ebenfalls mit 30 bezeichnet ist, die innerhalb des Gehäuses 7 einen das Rückvolumen
13 enthaltenden Bereich von einem das Ausgleichsvolumen 27 enthaltenden Bereich trennt.
An dieser Trennwand 30 ist die passive Membran 29 gelagert bzw. aufgehängt. Die Verbindungsleitung
28 ist ebenfalls innerhalb des Gehäuses 7 angeordnet, wobei sie sich durch das Rückvolumen
13 hindurch erstreckt, um das Ausgleichsvolumen 27 mit dem Vorvolumen 12 verbinden
zu können.
[0050] Bei den in den Figuren 4 bis 7 gezeigten Ausführungsformen ist die Verbindungsleitung
28 jeweils so angeordnet, dass sie Kondensat, das in der Verbindungsleitung 28 bzw.
im Ausgleichsvolumen 27 anfallen kann, zum Vorvolumen 12 leitet. Hierzu kann die jeweilige
Verbindungsleitung 28 im Einbauzustand ein entsprechendes Gefälle in Richtung Vorvolumen
12 besitzen.
[0051] Entsprechend Figur 8 kann der Schalldämpfer 3 grundsätzlich bei allen Ausführungsformen
mit einer Steuerung 33 ausgestattet sein, die über eine entsprechende Steuerleitung
34 den Aktuator 11 ansteuern kann. Der Aktuator 11 treibt dann abhängig von seiner
Ansteuerung die aktive Membran 10 zum Erzeugen von Druckwellen, insbesondere Schallwellen,
an.
[0052] Darüber hinaus kann die in Figur 8 gezeigte Ausführungsform des Schalldämpfers 3
eine Sensorik 35 aufweisen, mit deren Hilfe eine Druckdifferenz zwischen
[0053] Vorvolumen 12 und Rückvolumen 13 gemessen werden kann. Im Beispiel der Figur 8 umfasst
die Sensorik 35 einen Differenzdrucksensor 36, der einerseits auf geeignete Weise,
z.B. über eine erste Sensorleitung 37, mit dem Vorvolumen 12 gekoppelt ist und der
andererseits auf geeignete Weise, z.B. über eine zweite Sensorleitung 38, mit dem
Rückvolumen 13 gekoppelt ist. Über eine Signalleitung 39 ist die Sensorik 35 mit der
Steuerung 33 gekoppelt, so dass die Steuerung 33 die Druckdifferenz zwischen Vorvolumen
12 und Rückvolumen 13 kennt. Die Steuerung 33 ist nun so ausgestaltet bzw. programmiert,
dass sie den Aktuator 11 abhängig von der gemessenen Druckdifferenz ansteuert. Durch
die gezielte Ansteuerung des Aktuators 11 kann nun eine durch die zwischen Vorvolumen
12 und Rückvolumen 13 herrschende Druckdifferenz bewirkte Auslenkung der aktiven Membran
10 mehr oder weniger kompensiert werden. Bspw. bewirkt ein Überdruck im Vorvolumen
12 eine Auslenkung der aktiven Membran 10 in Richtung Rückvolumen 13. Durch entsprechendes
Ansteuern des Aktuators 11 kann dieser die aktive Membran 10 statisch in Richtung
Vorvolumen 12 antreiben und insbesondere wieder in die Ausgangsstellung zurückverstellen.
Somit ist die durch die Druckdifferenz zwischen Vorvolumen 12 und Rückvolumen 13 bewirkte
Auslenkung der aktiven Membran 10 im Wesentlichen neutralisiert bzw. kompensiert.
[0054] Die Steuerung 33 ist dabei zweckmäßig so konfiguriert, dass sie ein von der gemessenen
Druckdifferenz abhängiges statisches Steuersignal generiert, um die gewünschte statische
Verstellung der aktiven Membran 10 zur Kompensation der durch die Druckdifferenz bedingten
Auslenkung der aktiven Membran 10 zu erzeugen. Im Unterschied dazu generiert die Steuerung
33 zum Erzeugen von Druckschwingungen, die über das Verbindungsrohr 8 in den Abgasstrang
2 übertragen werden sollen, dynamische Steuersignale, mit denen die Steuerung 33 den
Aktuator 11 zum Antreiben der aktiven Membran 10 ansteuert. Abhängig von dieser Ansteuerung
kann nun die aktive Membran 10 die gewünschten Druckschwingungen erzeugen. Insbesondere
handelt es sich dabei um Gegenschall zur Bekämpfung von im Abgas mitgeführtem Luftschall.
Die statischen Steuersignale, die zur Kompensation der von der Druckdifferenz verursachten
Auslenkung der aktiven Membran 10 vorgesehen sind, werden nun den dynamischen Steuersignalen
überlagert, die zum Erzeugen der Druckschwingungen bzw. des Gegenschalls vorgesehen
sind.
[0055] Figur 9 zeigt eine Ausführungsform, bei der anstelle einer Druckdifferenz, die eine
Auslenkung der aktiven Membran 10 aus deren Mittellage zur Folge hat, die Membranauslenkung
direkt ermittelt wird und als Eingangsgröße für das statische Steuersignal zur Kompensation
herangezogen wird. So kann gemäß Figur 9 eine Einrichtung 42 vorgesehen sein, mit
deren Hilfe die Membranauslenkung ermittelt werden kann. Ermittelt wird die Auslenkung
der aktiven Membran 10 aus deren Mittellage, die sie dann einnimmt, wenn die Drücke
im Vorvolumen 12 und im Rückvolumen 13 gleich groß sind. Im Beispiel der Figur 9 umfasst
die Einrichtung 42 ein Mikrofon 43, das den von der aktiven Membran 10 abgestrahlten
Luftschall erfassen und messen kann. Die Mikrofonsignale werden über eine entsprechende
Signalleitung 44 der Steuerung 33 zugeführt, um diese auszuwerten. Da sich die Schallabstrahlung
der Membran 10 von ihrer Vorspannung bzw. von ihrer Auslenkung ändert, kann durch
einen Soll-Ist-Vergleich die Membranauslenkung ermittelt werden. Alternativ kann die
Einrichtung 42 gemäß Figur 10 eine Sensorik 45 aufweisen, mit deren Hilfe die Auslenkung
der Membran 10 gemessen werden kann. Ein entsprechendes Signal kann dann über eine
Signalleitung 46 wieder der Steuerung 33 zugeführt werden.
[0056] Figur 10 zeigt nun eine Ausführungsform, bei welcher eine Fördereinrichtung 47 vorgesehen
ist, die fluidisch an das Rückvolumen 13 angeschlossen ist. Eine Steuerleitung 48
verbindet die Steuerung 33 mit der Fördereinrichtung 47. Die Fördereinrichtung 47,
z.B. eine Pumpe, kann als Über- bzw. Unterdruckerzeuger dienen, um je nach Bedarf
das Rückvolumen 13 mit Über- bzw. mit Unterdruck beaufschlagen zu können, derart,
dass die unerwünschte statische Membranauslenkung ganz oder teilweise kompensiert
wird. Als Basissignal für die Betätigung der Fördereinrichtung 47 kann dabei direkt
die Membranauslenkung dienen, die wieder mit Hilfe der Einrichtung 42 ermittelt werden
kann. Alternativ kann auch die Druckdifferenz zwischen Vorvolumen 12 und Rückvolumen
13 zur Ansteuerung der Fördereinrichtung 47 verwendet werden, da die Druckdifferenz
mit der Membranauslenkung korreliert. Zur Ermittlung der Druckdifferenz kann wieder
die Sensorik 35 herangezogen werden. Im Beispiel ist die Fördereinrichtung 47 außen
am Gehäuse 7 angeordnet. Es ist klar, dass die Fördereinrichtung auch im Inneren des
Gehäuses 7 angeordnet werden kann. Ferner fördert die Fördereinrichtung 47 im Beispiel
in die Umgebung 41 bzw. saugt aus der Umgebung 41 an, um im Rückvolumen 13 den Druck
an den im Vorvolumen 12 herrschenden Druck anzugleichen.
[0057] Bei den in den Figuren 4 bis 10 gezeigten Ausführungsformen ist der Schalldämpfer
3 außerdem mit zumindest einer Druckausgleichsöffnung 40 ausgestattet, die im Gehäuse
7 bzw. in einer Wandung des Gehäuses 7 ausgebildet ist und die das Rückvolumen 13
fluidisch mit einer Umgebung 41 des Schalldämpfers 3 verbindet. Dabei kann die Druckausgleichsöffnung
40 durchaus so konzipiert sein, dass sie für Gas durchlässig, jedoch für Flüssigkeit
undurchlässig ist. Bspw. kann die Druckausgleichsöffnung 40 hierzu mit einer gasdurchlässigen
Membran verschlossen sein, die hier jedoch nicht dargestellt ist. Bei den in den Figuren
2 und 3 gezeigten Ausführungsformen kann grundsätzlich ebenfalls eine derartige Druckausgleichsöffnung
40 vorhanden sein. Bevorzugt ist jedoch eine Ausführungsform, bei welcher auf eine
derartige Druckausgleichsöffnung 40 verzichtet wird. Insbesondere ist daher bei den
Ausführungsformen der Figuren 2 und 3 das Rückvolumen 13 von der Umgebung 41 entkoppelt.
[0058] Obwohl hier nicht so dargestellt, ist klar, dass Merkmale, die nur bei einer Ausführungsform
gezeigt sind, auch bei den anderen Ausführungsformen realisierbar sind, soweit dies
sinnvoll ist.
1. Aktiver Schalldämpfer für eine Abgasanlage (1) einer Brennkraftmaschine, vorzugsweise
eines Kraftfahrzeugs,
- mit einem Gehäuse (7)
- mit einem Verbindungsrohr (8) zum akustischen und fluidischen Verbinden des Gehäuses
(7) mit der Abgasanlage (1)
- mit einer aktiven Membran (10), die im Gehäuse (7) ein fluidisch mit dem Verbindungsrohr
(8) verbundenes Vorvolumen (12) von einem Rückvolumen (13) trennt,
- mit einem Aktuator (11) zur Schwingungsanregung der aktiven Membran (10), gekennzeichnet durch wenigstens eine Druckausgleichskammer (26), die ein Ausgleichsvolumen (27) umschließt,
wobei zumindest eine Verbindungsleitung (28) das Ausgleichsvolumen (27) fluidisch
mit dem Vorvolumen (12) verbindet, wobei zumindest eine passive Membran (29) vorgesehen
ist, die einerseits dem im Ausgleichsvolumen (27) herrschenden Druck und andererseits
dem im Rückvolumen (13) herrschenden Druck ausgesetzt ist.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Druckausgleichskammer (26) ein im Rückvolumen (13) angeordnetes Kammergehäuse
(30) aufweist,
- dass die passive Membran (29) zumindest einen Teil des Kammergehäuses (30) bildet.
3. Schalldämpfer nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die passive Membran (29) das gesamte Kammergehäuse (30) bildet.
4. Schalldämpfer nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kammergehäuse (30) als elastischer Ballon (30') oder als elastischer Faltenbalg
(30')' ausgestaltet ist.
5. Schalldämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Druckausgleichskammer (26) ein außerhalb des Rückvolumens und/oder außerhalb
des Gehäuses (7) angeordnetes Kammergehäuse (30) aufweist,
- dass die passive Membran (29) im Kammergehäuse (30) das Ausgleichsvolumen (27) von einem
Kopplungsvolumen (31) trennt,
- dass eine Kopplungsleitung (32) das Kopplungsvolumen (31) fluidisch mit dem Rückvolumen
(13) verbindet.
6. Schalldämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Druckausgleichskammer (26) im Gehäuse (7) ausgebildet ist,
- dass die passive Membran (29) im Gehäuse (7) das Ausgleichsvolumen (27) vom Rückvolumen
(13) trennt.
7. Schalldämpfer nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsleitung (28) im Gehäuse (7) angeordnet und sich durch das Rückvolumen
(13) hindurch erstreckt.
8. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsleitung (28) so angeordnet ist, dass sie im Ausgleichsvolumen (27)
anfallendes Kondensat zum Vorvolumen (12) leitet.
9. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
gekennzeichnet durch wenigstens eine Druckausgleichsöffnung (40), die das Rückvolumen (13) fluidisch mit
einer Umgebung (41) des Gehäuses (7) des Schalldämpfers (3) verbindet.
1. An active sound absorber for an exhaust system (1) of an internal combustion engine,
preferably of a motor vehicle,
- with a housing (7)
- with a connecting pipe (8) for the acoustic and fluidic connecting of the housing
(7) with the exhaust system (1)
- with an active membrane (10), which in the housing (7) separates a front volume
(12), fluidically connected with the connecting pipe (8), from a back volume (13),
- with an actuator (11) for vibration stimulation of the active membrane (10), characterized by at least one pressure equalization chamber (26), which surrounds an equalization
volume (27), wherein at least one connecting line (28) fluidically connects the equalization
volume (27) with the front volume (12), wherein at least one passive membrane (29)
is provided, which on the one hand is exposed to the pressure prevailing in the equalization
volume (27) and on the other hand is exposed to the pressure prevailing in the back
volume (13).
2. The sound absorber according to Claim 1,
characterized in that
- the pressure equalization chamber (26) has a chamber housing (30) arranged in the
back volume (13),
- the passive membrane (29) forms at least a portion of the chamber housing (30).
3. The sound absorber according to Claim 2,
characterized in that
the passive membrane (29) forms the entire chamber housing (30).
4. The sound absorber according to Claim 2 or 3,
characterized in that
the chamber housing (30) is configured as an elastic balloon (30') or as an elastic
bellows (30").
5. The sound absorber according to Claim 1,
characterized in that
- the pressure equalization chamber (26) has a chamber housing (30) arranged outside
the back volume and/or outside the housing (7),
- in the chamber housing (30) the passive membrane (29) separates the equalization
volume (27) from a coupling volume (31),
- a coupling line (32) fluidically connects the coupling volume (31) with the back
volume (13).
6. The sound absorber according to Claim 1,
characterized in that
- the pressure equalization chamber (26) is constructed in the housing (7),
- in the housing (7) the passive membrane (29) separates the equalization volume (27)
from the back volume (13).
7. The sound absorber according to Claim 6,
characterized in that
the connecting line (28) is arranged in the housing (7) and extends through the back
volume (13).
8. The sound absorber according to one of Claims 1 to 7,
characterized in that
the connecting line (28) is arranged so that it directs condensate occurring in the
equalization volume (27) to the front volume (12).
9. The sound absorber according to one of Claims 1 to 8,
characterized by at least one pressure equalization opening (40), which fluidically connects the back
volume (13) with an environment (41) of the housing (7) of the sound absorber (3).