TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur verbesserten Aufbringung von Formulierungen,
die Bacteriorhodopsin enthalten, auf Substrate, sowie unter Verwendung des Verfahrens
hergestellte Produkte wie insbesondere Sicherheitsmerkmale und Produktmarkierungen.
STAND DER TECHNIK
[0003] BR zeigt diesen Farbwechsel aber nur in membrangebundener Form, im Zusammenhang mit
BR spricht man von Purpurmembran (PM). In PM gebundenes BR zeigt in einer geeigneten
Zubereitung nun einen lichtinduzierbaren Farbwechsel von Violett (im Dunkeln oder
nach "Zurücksetzen" mittels blauem Licht) nach Senfgelb (nach Belichten mit weißem
oder grünem Licht). Dieser Farbwechsel ist nicht nachahmbar und kann zum Schutz vor
Fälschungen aller Art dienen. PM kann Wildtyp, aus Mutanten (Einfach oder Mehrfach)
gewonnen oder anderweitig veränderte PM sein.
[0004] Die PM liegt in Form von Zellmembran-Fragmenten oder Partikeln vor. Die Zellmembran-Fragmente
sind flächige Stücke von wenigen Mikrometern Länge und Breite und von 5 Nanometern
Dicke. Nur unversehrte PM ist in der Lage, den gewünschten Farbwechsel zu zeigen.
Eine ganze Reihe von Stoffen, vor allem niedermolekulare Alkohole, Ester, Ketone und
Tenside, sind in der Lage, die Struktur der PM zu zerstören. Ein Farbwechsel ist dann
nicht mehr zu beobachten.
[0005] Ein alternatives Verfahren, mit dem unter anderem ein Schutz gegen solche den Farbwechsel
zerstörenden Stoffe erzielt wird, wird z.B. in der Offenlegungsschrift "Verfahren
zur Herstellung von biokompatiblen Hybrimeren",
WO-A-2008/092628 beschrieben. Dieses Verfahren wird unter dem Namen "Rhodoglass" beworben.
[0006] Der lichtinduzierte Farbwechsel der PM ist nicht imitierbar. Er kann zum Schutz beliebiger
Gegenstände gegen Fälschung verwendet werden. Ferner sind in flächige Applikationen
von PM optisch Daten einschreib- und auslesbar ("ODS" = "Optical Data Storage"). Für
PM-Datenspeicher werden, in Abhängigkeit der Anwendung, Schichten unterschiedlicher
optischer Dichte oder Dicke benötigt.
[0007] Eine Applikation einer geeigneten PM-Zubereitung über Druck-Prozesse ist möglich.
Dieses wird z.B. in der
DE 19914702 A offenbart. Eine Applikation als druckbare Zubereitung bietet den Vorteil der leichten
Integrierbarkeit in bestehende Produktionslinien für Anwendungen wie Faltschachteln,
Banknoten, ID-Dokumenten oder sonstigen Gegenständen, die durch eine Bedruckung dekoriert
oder überhaupt erst hergestellt werden.
[0008] Ferner hat die optisch variable Farbe, die Farbänderung von violett zu senfgelb,
in bestimmten Anwendungen einen "störenden Effekt". Diese Farbgebung ist möglicherweise
nicht passend zu kundenseitigen Vorgaben. Ein partiell gedrucktes Motiv ist da von
Vorteil.
[0009] Allerdings haben bisherige druckbare Zubereitungen von PM eine Reihe von Nachteilen:
- Bei Druckanwendungen, wie sie dem Stand der Technik entsprechen, ist mit negativen
bis irreversiblen Beeinflussungen der PM-Zubereitung durch die üblichen, dem Fachmann
bekannten Druckerei-Chemikalien zu rechnen.
- Bei druckbasierter Lösung haben die PM eine ungleichmäßige Verteilung im Druckbild,
es entsteht teilweise ein fleckiger, wolkiger Eindruck.
- Bei druckbasierter Lösung, besonders bei Applikation durch Siebdruck, ist die Oberfläche
des Druckes nicht homogen und glatt, sondern unregelmässig texturiert und strukturiert.
Es resultiert eine unruhige Farbverteilung. Die Siebstruktur ist unter Vergrößerung
sehr gut sichtbar, der "fleckige Eindruck" wird verstärkt. Die Siebstruktur ("Eierkarton-Relief")
in Kombination mit inhomogener Verteilung der PM innerhalb der Farbe verstärken den
"fleckigen Eindruck" - dadurch erfolgt eine Addition negativer optischer Eigenschaften.
Ferner ist beim Siebdruck das Risiko des Zusetzens des Siebes gegeben.
- "Unebenheiten" im Substrat (viele Substrate, wie z.B. Sicherheitspapier, sind unbeschichtet)
werden nicht ausgeglichen. Diese Unebenheiten verstärken den "unruhigen" Eindruck
des Druckbildes noch weiter.
- Unterschiedliche "Höhenprofile" - aus "Unebenheiten des Materials in Kombination mit
Siebstruktur" - sind nachteilig für Laser-Anwendungen. Vereinfachte Laseranwendung
ist erst bei homogenen oder bekannt strukturierten Oberflächen gegeben.
- Weitere Nachteile des Siebdrucks sind:
○ im rotativen Siebdruck die hohen Siebkosten;
○ die erzielbaren Schichtstärken sind abhängig vom Sieb und vergleichsweise dick;
○ die dicken Schichten verursachen Trocknungsprobleme der gedruckten PM-Zubereitung;
○ mehrere Schichten "hintereinander" (inline) sind kaum möglich. Hierfür gibt es im
Markt keine Maschinen. Siebdruck ist fast ausschließlich als "Sonderfarbe" im Einsatz;
○ in der Industrie überwiegen die Bogen-Anwendungen (kaum Rollen-Applikationen);
[0010] Rotativer Siebdruck ist jedoch vorteilhaft hinsichtlich des Mengenausstoßes, der
Kontinuität im Druckbild und weiterhin für kombinierte Sicherheitslösungen mit anderen
gedruckten Effekten.
[0011] Eine homogene Oberfläche mit idealer Verteilung von PM ist bei Gießprozessen möglich.
Nachteil dabei ist aber, dass nur vollflächige Anwendungen realisierbar sind. Ein
partieller "Druck" eines Motives ist bei einem Gießprozess nicht möglich.
[0012] Gegossene Schichten haben den Vorteil einer kaum texturierten, annähernd stochastischen
Verteilung der PM Fragmente in der Schicht. Diese stochastische Verteilung der PM
ist für Anwendungen, die ein Schreiben und Lesen von Daten beinhalten, von Vorteil
("ODS-Anwendungen").
[0013] Ferner haben gegossene Schichten sehr glatte Oberflächen. Es wird ein sehr gleichförmiger,
"ruhiger" Farbeindruck erhalten.
[0014] Sehr glatte Oberflächen zeigen im Allgemeinen jedoch einen Glanz. Dieser Oberflächenglanz
kann die Sichtbarkeit oder Erkennbarkeit eines Motives stark beeinträchtigen oder
unmöglich machen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0015] Der Erfindung liegt demnach unter anderem die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Verfügung zu stellen, um aus einer druck- oder transferierbaren PM-Zubereitung mit
Farbwechsel-Funktionalität ein- oder mehrschichtig gedruckte Motive mit glatter oder
beliebig und reproduzierbar strukturierter Oberfläche unter möglichst gleichzeitigem
verbessertem Schutz der Farbwechsel-Funktionalität vor schädigenden Umwelt-Einflüssen
zu erzeugen. Die geglättete oder beliebig und reproduzierbar strukturierte Oberfläche
wird durch das hier vorgeschlagene Verfahren verdichtet, der Oberflächenglanz in gewünschter
Weise beeinflusst: eine glatte Oberfläche hat einen definierten Glanz / Glanzwinkel,
eine geeignet strukturierte Oberfläche erhält Eigenschaften, wie sie dem Fachmann
unter dem Begriff "Lentikular-Strukturen" bekannt sind. Geeignet und reproduzierbar
strukturierte Oberflächen helfen auch, die Zwischenschichthaftung bei Mehrschichtaufbauten
zu verbessern.
[0016] Die Lösung dieser Aufgabe wird dadurch erreicht, dass das Verfahren zur Erzeugung
einer bereichsweisen Beschichtung auf Basis einer Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment
enthaltenden Formulierung in Form eines Farbwechsel-aktiven Motivs auf einem Substrat
wenigstens folgende Schritte, normalerweise in der angegebenen Reihenfolge, umfasst:
- a) bedrucken des Substrats mit der Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment enthaltenden
Formulierung in Form eines Motivs;
- b) teiltrocknen des bedruckten Substrats;
- c) gegebenenfalls Wiederholung der Schritte a) und/oder b);
- d) kalandrieren des bedruckten und teilgetrockneten Substrats;
- e) vollständiges trocknen der Beschichtung.
[0017] Schritt c) ist dabei optional, und kann mehrfach durchgeführt werden, wenn beispielsweise
mehrere übereinander liegende Schichten mit dem Farbwechselpigment erzeugt werden
sollen. Dabei ist es dann möglich, entweder jeweils den Schritt b) durchzuführen oder
einfach nur den Schritt a) mehrfach durchzuführen ohne spezifische Teiltrocknung.
Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, nach der Auftragung einer Schicht in einem
Schritt a) den Schritt der Teiltrocknung (b) in mehreren Stufen das heißt mehrfach
durchzuführen.
[0018] "Druck" oder "gedruckt" meint unterschiedliche Arten von Druckprozessen, wie sie
dem Fachmann bekannt sind. Bevorzugt sind Hochdruck, insbesondere Flexodruck, Offsetdruck
und Tiefdruck, wobei Tiefdruck aufgrund seiner Lösungsmittelbasis je nach Anwendung
weniger bevorzugt als Offsetdruck sein kann. Alternativ kann aber auch Siebdruck eingesetzt
werden.
[0019] Eine vorhersehbar und reproduzierbar strukturierte Oberfläche, die im Schritt d)
erzeugt wurde, ist zum Beispiel in der Lage, den Glanz unter bestimmten, vorhersehbaren
Winkeln zu unterdrücken.
[0020] Eine erste bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich beim
Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment um ein optisch schaltbares Pigment handelt.
[0022] Bevorzugtermassen handelt es sich mit anderen Worten um ein Pigment auf Basis von
optisch schaltbarem Bacteriorhodopsin enthaltenden Mikrokapseln mit einem Durchmesser
von weniger als 50 µm, bevorzugt weniger als 10 µm mit einer Umhüllungsschicht, welche
das Bacteriorhodopsin vor schädigenden Umwelteinflüssen unter gleichzeitigem Funktionserhalt
schützt. Dabei ist das Bacteriorhodopsin bevorzugtermassen in Form von PMBR-Patches
in einem wässrigen Medium bei einem pH-Wert im Bereich von 6-9 in Anwesenheit eines
Wasser zurückhaltenden Polymers eingebettet und diese innere Kapsel ist mit einer
für Licht im sichtbaren Bereich im wesentlichen vollständig durchlässigen Ummantelung
aus einem Polymer und/oder einem langkettigen gesättigten Kohlenwasserstoff und/oder
einer langkettigen gesättigten Fettsäure, bevorzugt einem Paraffin mit einem Erstarrungspunkt
von im Bereich von 45 °C - 65 °C und/oder einem Carnaubawachs mit einem Schmelzbereich
von 70 - 90 °C, versehen.
[0023] Dabei schützt die Umhüllungsschicht nicht nur vor organischen Lösungsmitteln und
Tensiden sondern auch gewissermaßen vor dem pH-Wert der Umgebung. Mit anderen Worten
liegt in der Mikrokapsel ein definierter pH-Wert vor, welcher durch den pH-Wert der
Umgebung der Mikrokapsel im wesentlichen nicht beeinflusst wird. So kann sichergestellt
werden, dass unabhängig vom pH-Wert der Umgebung die Mikrokapsel respektive das darin
eingeschlossene Bacteriorhodopsin/Purpurmembran-System die gewünschten optischen Eigenschaften
aufweist. Die Mikrokapseln können auch als Pigmente oder Farbkörper bezeichnet werden.
[0024] Ein solches Farbwechselpigment kann vorzugsweise in einem wie folgt beschriebenen
Verfahren hergestellt werden, indem in einem ersten Schritt Bacteriorhodopsin in Form
von Bacteriorhodopsin/Purpurmembran-Patches in einem wässrigen Medium bei einem pH-Wert
im Bereich von 6-9 in Anwesenheit eines Wasser zurückhaltenden Polymers suspendiert
wird und diese Suspension zu einem Pulver sprühgetrocknet wird oder in einem aliphatischen
Lösungsmittel mit niedrigem Dampfdruck und anfolgendem Lösemittelentzug (z.B. Wasserentzug)
zu einem Pulver getrocknet wird. In diesem ersten Schritt wird gewissermaßen eine
Vorläufer-Kapsel erzeugt, in welcher das System Bacteriorhodopsin/Purpurmembran im
für dessen optische Aktivität geeignetem pH-Bereich fixiert wird. Diese Vorläuferkapsel
verfügt aber typischerweise noch nicht über eine genügend stabile Außenhaut, die Außenhaut
kann nach wie vor in Wasser aufgelöst werden. Die Vorläuferkapsel, auch als schaltendes
Pulver bezeichnet, weil dieses Pulver bereits stabilisierte optische Eigenschaften
von Bacteriorhodopsin aufweist, kann aber bereits getrocknet werden und über längere
Zeit stabil gelagert werden.
[0025] Vorzugsweise wird entsprechend in einem zweiten Schritt das so erhaltene Pulver mit
einer für Licht im sichtbaren Bereich im wesentlichen vollständig durchlässigen Ummantelung
aus einem Polymer (oder einer Vorstufe davon, Polymer oder Vorstufe bevorzugt in Dispersion
im Prozess) und/oder einem langkettigen gesättigten (bevorzugt unverzweigten) Kohlenwasserstoff
und/oder einer langkettigen gesättigten (bevorzugt unverzweigten) Fettsäure (einschliesslich
Fettsäure-Derivate) versehen. Im Zusammenhang mit langkettigen gesättigten Kohlenwasserstoffen
resp. Fettsäuren heisst dabei langkettig, dass (bei einer Mischung im Mittel) wenigstens
15, bevorzugt wenigstens 18, insbesondere bevorzugt wenigstens 25 Kohlenstoffatome
vorhanden sind. In Frage kommen zum Beispiel als langkettiger gesättigter Kohlenwasserstoff
auch Mischungen wie z.B. Paraffin, vorzugsweise mit einem Erstarrungspunkt von im
Bereich von 45 °C - 65 °C, und als langkettige gesättigte Fettsäure beispielsweise
Ester von aliphatischen unverzweigten C20-bis C30-Säuren mit C30-bis C34-Alkoholen
(diese ebenfalls aliphatisch und unverzweigt) wie z.B. ein Carnaubawachs (Cerotinsäuremyricylester,
Carnaubasäure, Cerotinsäure und Kohlenwasserstoffe in Mischung), vorzugsweise mit
einem Schmelzbereich von 70-90 °C. Die entsprechende Mikrokapsel ist vorzugsweise
dadurch gekennzeichnet, dass das Bacteriorhodopsin in der Kapsel bei einem pH im Bereich
von 8-8.5 vorliegt und durch den außerhalb der Ummantelung vorhandenen pH-Wert im
wesentlichen vollständig unbeeinflusst ist.
[0026] Die Mikrokapsel ist weiterhin vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass das Bacteriorhodopsin
in der Kapsel in einem Puffersystem vorliegt, vorzugsweise ausgewählt aus der folgenden
Gruppe: Phosphatpuffer, TRIS/HCl, Ammoniakpuffer, Kohlensäure/Hydrogencarbonat System,
Diglycin, Bicin, HEPPS, HEPES, HEPBS, TAPS, AMPD oder eine Kombination solcher Systeme,
vorzugsweise in einer Konzentration von weniger als 0.03M, insbesondere bevorzugt
in einer Konzentration von weniger als 0.02M.
[0027] Weiterhin kann gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform die Mikrokapsel dadurch
gekennzeichnet sein, dass das Bacteriorhodopsin in der Kapsel in Anwesenheit eines
Feuchthaltemittels vorliegt, wobei es sich dabei vorzugsweise um eine Mischung aus
Kalium-Salz, bevorzugt Pottasche, mit einem Zucker oder Zuckeralkohol-basierten Feuchthaltemittel
handelt, insbesondere vorzugsweise um eine Mischung aus Pottasche mit Xylit und/oder
Sorbit, ganz besonders bevorzugt im Verhältnis 1:2-2:1.
[0028] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Mikrokapsel weiterhin dadurch
gekennzeichnet, dass das Bacteriorhodopsin in Form von Bacteriorhodopsin/Purpurmembran-Patches
im Wasser zurückhaltenden Polymer in einem Anteil von wenigstens 20 Gewichtsprozent
vorliegt, wobei es sich vorzugsweise beim wasserzurückhaltenden Polymer um ein System
ausgewählt aus folgender Gruppe handelt: Gelatine, Polyethylenglykol, Acrylsäure-Natriumacrylat-Copolymer,
Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Polysacchariden, Gummiarabicum, derivatisierte
Zellulose, Glycogen, Stärke, Zuckeralkoholen, derivatisiertes Chitin, Xanthan, Pektine,
Guar, Johannisbrotkernmehl, Carrageen, Superabsorber, Zeolithe sowie Kombinationen
respektive Mischungen von solchen wasserzurückhaltenden Polymeren. Das Polymer der
Ummantelung kann dabei ausgewählt sein aus folgender Gruppe: Polystyrol, Polyacrylat,
Styrol-Acrylat-Copolymer, Polyurethan, Polyvinylalkohol, Polyvinylbutyral, modifizierte
Stärke, modifizierte Zellulose, respektive Copolymere, Mischungen und/oder quer vernetzte
respektive versetzbare Formen davon.
[0029] Die Mikrokapsel kann eine oder mehrere umhüllende Schichten umfassen. Die Dicke von
mehrlagigen Hüllen um das Pulverkorn sollte im Bereich von 0.5-3%, bevorzugt im Bereich
von 1 % des mittleren Korndurchmessers liegen.
[0030] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des vorgeschlagenen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine Dicke im Bereich von 0.03-300 Mikrometer
aufweist, wobei bevorzugtermassen das gesamte Pulverkorn (die Mikrokapsel) dabei nicht
größer sein sollte als 10 µm.
[0031] Es können mehrere Schichten auf dem Substrat aufgetragen werden, wobei der Gesamtaufbau
aus mehreren Schichten bevorzugtermassen eine gesamte Schichtdicke im Bereich von
0.06-500 Mikrometer aufweist
[0032] Bevorzugtermassen erfolgt innerhalb des Schrittes a) der Auftrag in einem Hochdruckverfahren
(insbesondere einem Flexodruck-Verfahren), einem Flachdruckverfahren, einen Tiefdruckverfahren
oder in einem Siebdruckverfahren, oder in einem Verfahren unter Verwendung von InkJet-,
Dispencer-, Toner-, oder transferbasierter Technologie , wobei es sich vorzugsweise
beim Substrat um ein Zellstoff- und/oder Kunststoff-basiertes Substrat handelt, insbesondere
um ein Papiersubstrat, Kartonsubstrat oder ein Foliensubstrat oder einen kunststoffbasierten
Träger, bevorzugtermassen auf Basis von Polycarbonat, PVC, PET, ABS, PE, sowie Mischformen
aus diesen Substraten respektive Trägern.
[0033] Entsprechend der Erfindung ist die Beschichtung nach dem Schritt b) nicht mehr klebrig,
d.h. sie hat im wesentlichen keinen sogenannten Tack. Unter Tack versteht man die
Eigenschaft, unter leichtem Anpreßdruck und nach kurzer Kontaktzeit eine Verbindung
von meßbarer Festigkeit mit einem Substrat zu bilden.
[0034] Methoden zur Tackmessung: Als eine Meßgröße für den Begriff Tack kann die auf die
Einheit der Grenzfläche bezogene Energie dienen, die zur Trennung des Verbundes nötig
ist, wobei die Verbundherstellung mit geringem Anpreßdruck und innerhalb kurzer Kontaktzeit
(z.B. 1 s) erfolgt Diese Trennenergie kann unter definierter Variation der wichtigsten
Einflußgrößen wie Anpreßkraft, Kontaktzeit, Trenngeschwindigkeit und Temperatur gemessen
werden.
[0035] Die zu untersuchende Schicht wird in definierter Dicke auf eine Trägerplatte aufgebracht
und mittels eines elektronisch geregelten Motors mit einem zylindrischen Prüfstempel
aus Metall oder einem anderen Material in Kontakt gebracht, wobei die Anpreßkraft
und die Kontaktzeit einstellbar sind. Am Ende der Kontaktphase wird der Motor umgesteuert
und der Verbund zwischen Prüfstempel und Probe mit einer ebenfalls einstellbaren Abzugsgeschwindigkeit
getrennt. Mit Hilfe eines z.B. piezoelektrischen Kraftaufnehmers, der starr mit dem
Stempel verbunden ist, kann der zeitliche Verlauf der Kraft während des gesamten Meßvorgangs
erfaßt werden. Prüfstempel und Probe können in einer Temperierkammer untergebracht
werden, die Messungen in einem größeren Temperaturbereich ermöglicht. Durch eine Integration
der Kraft-Zeit-Kurve wird die adhäsive Trennenergie als Maß für den Tack berechnet.
[0036] Konkret bedeutet dies, dass die Beschichtung bevorzugtermassen eine Klebrigkeit respektive
einen Tack Wert (Trennenergie), gemessen bei Raumtemperatur mit einem genormten Edelstahlstempel
(Messgerät TA XT plus von stable micro systems) von < 10 J/m aufweist, insbesondere
von weniger als 5 J/m.
[0037] Zudem ist die Beschichtung nach dem Schritt b) noch weich und verdichtbar. Konkret
bedeutet dies, dass die Beschichtung bevorzugtermassen eine Prägbarkeit, bestimmt
als Mikroeindringhärte (entsprechend der DIN EN ISO 14577 gemessen mit Hilfe des Fischerscope
Messgerätes der Firma Fischer mit einer maximalen Kraft von 25,6 mN), von weniger
als 50 N/mm
2, vorzugsweise von weniger als 25 N/mm
2 aufweist.
[0038] Vorzugsweise erfolgt die Trocknung unter Zuhilfenahme von bewegter Warmluft-, UV-,
IR-, Elektronenstrahl-Einwirkung, insbesondere vorzugsweise bei radikalisch härtenden
UV-Beschichtungen unter Ausschluss von Sauerstoff.
[0039] Vor der Durchführung von Schritt a), zwischen den Schritten c) und d), oder nach
dem Schritt d) können weitere Funktionsschichten ohne Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment
aufgebracht werden, wobei es sich dabei vorzugsweise um Schutzschichten, optisch absorbierende
Schichten, optisch reflektierende Schichten, deckende Schichten, rückstrahlende Schichten
oder mit anderen Farbstoffen eingefärbte Schichten handelt.
[0040] Grundsätzlich kann es sich beim Motiv um Symbole, Buchstaben, Muster, Rasterungen
oder Kombinationen solche Elemente handeln.
[0041] Die für den Schritt d) verwendeten, auf beiden Seiten des Substrats anliegenden und
dieses zwischen sich pressenden Walzen weisen bevorzugtermassen wenigstens auf der
der Beschichtung zugewandten Seite für die Erzeugung einer glatten Oberfläche der
Beschichtung eine polierte Oberfläche auf oder für die Erzeugung einer strukturierten
Oberfläche der Beschichtung eine texturierte Oberfläche, oder eine Kombination von
polierten Oberflächenabschnitten mit texturierten Oberflächenabschnitten.
[0042] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des vorgeschlagenen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass die für den Schritt d) verwendeten, auf beiden Seiten des Substrats
anliegenden und dieses zwischen sich pressenden Walzen eine harte Oberfläche aufweisen,
eine weiche Oberfläche aufweisen, oder auf der einen Substratsseite eine harte Oberfläche
und auf der anderen Substratsseite eine weiche Oberfläche aufweisen, wobei es sich
vorzugsweise im Falle einer harten Walze um eine Stahl-, Chrom-oder eine Quarz-Walze
handelt, und im Falle einer weichen Walze vorzugsweise um eine kunststoffbeschichtete
Walze, eine papierbeschichtete Walze oder eine Gummituch-Walze, eine Neopren-Walze
oder eine Elastomer-beschichtete Walze handelt.
[0043] Typischerweise werden dabei die Kalandrierparameter wie folgt gewählt: hart (Chrom-oder
Quarz-Zylinder) oder weich (Kalanderwalze entsprechend einer Gummituch-Walze mit Silikon
oder Neopren oder entsprechendem elastischen Material bezogen). Zum Erzielen einer
hochglatten Oberfläche ist eine harte Walze bevorzugt, zum Erzielen von erhöhter Zwischenschichthaftung
eine eher weiche. Walzenspalt und Liniendruck des Kalanders ergeben sich aus dem gewählten
Bindemittel-System der jeweiligen PM-Zubereitung. Bindemittel mit geringem Schrumpf
(wie z.B. kationisch oder radikalisch initiiert härtende Epoxyacrylate) bedürfen eines
eher großen Nips und geringeren Liniendruckes, stärker schrumpfende Bindemittel (z.B.
wasserverdünnbare, acrylische Bindemittel oder radikalisch initiierte Reinacrylate)
verlangeren ein eher enges Nip bei hohem Liniendruck
[0044] Vor dem Schritt d) kann das beschichtete Substrat einem Schritt unterzogen werden,
in welchem die Farbwechsel-Pigmente ausgerichtet und/oder texturiert werden. Bevorzugtermassen
handelt es sich bei der Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment enthaltenden Formulierung
um eine Formulierung auf Basis eines wasserverdünnbaren, acrylischen Bindemittel-Systems,
und/oder auf Basis eines UV-härtbaren Bindemittels, insbesondere auf Basis eines kationisch-UV-härtbaren
Bindemittels.
[0045] Generell hat die Formulierung vorzugsweise eine Viskosität im Bereich von 0,05 bis
100 Pa s. Die angegebenen Viskositätswerte beziehen sich auf eine Temperatur von 20
°C. Bevorzugtermassen wird die Viskosität für das jeweilige verwendete Druckverfahren
eingestellt, bevorzugtermassen für Flexo-Druck im Bereich von 0,05 - 0,5 Pa s, für
Offset (Flachdruck) im Bereich von 40 - 100 Pa s, für Tiefdruck im Bereich von 0,05
- 0,2 Pa s, und für Siebdruck im Bereich von 0.5-2, bevorzugt im Bereich von 1 Pa
s. Bevorzugtermassen hat die Formulierung zudem eine Oberflächenspannung von weniger
als 40 mN/m.
[0046] Generell liegt vorzugsweise das Farbwechselpigment in einem Gewichtsanteil im Bereich
von 1-67 Gewicht-%, insbesondere vorzugsweise im Bereich von 15-32 Gewicht-% in der
Formulierung vor.
[0047] Des weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Substrat mit einer Beschichtung
oder mehreren Beschichtungen in Form eines Motivs hergestellt nach einem Verfahren,
wie es oben beschrieben ist.
[0048] Des weiteren betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines solchen Substrats
oder einer Beschichtung hergestellt nach einem der Verfahren wie oben beschrieben
als papier- und/oder folienbasierte dekorative und/oder sicherheitsrelevante Elemente
in Produkten wie insbesondere Pässe/Ausweise, ID-Karten, holographisch basierte/anhängige
Produkte, Produkte aus dem Bereich der "Dünnfilme", etikettenbasierte Produkte wie
insbesondere bevorzugt Visa-Sticker, Produkt- und Markenschutz-Etiketten, Laminier-
und Transferfolien/-filme, Verpackungsfolien/-filme, Wertdrucke wie Steuermarken/-
banderolen, Aktien, Tickets, Briefmarken, Siegel, Karten, Formulare und Vordrucke
sowie Kombinationen von derartigen Elementen.
[0049] Solche Substrate respektive Beschichtungen können als optische, nicht-optische oder
elektronische Datenspeicher wie insbesondere bevorzugtermassen CDs, DVDs, polymerbasierte
oder Molekularspeicher und Displays eingesetzt werden.
[0050] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0051] Es wird also generell eine druck- oder transferierbare PM-Zubereitung mit Farbwechsel-Funktionalität
(wie z.B. in der Schweizer Anmeldung
CH 00684/09, veröffentlicht als
CH 701 000 A1, respektive der
PCT/EP 2010/053673, veröffentlicht als
WO 2010/124908 A1, beschrieben) in einem rasch oberflächentrocken aushärtenden Bindemittel, bevorzugt
einem UV-härtbaren Bindemittel, besonders bevorzugt einem kationisch initiiertem UVhärtenden
Bindemittel oder unter Sauerstoff-Ausschluss radikalisch initiiertem UVhärtendem Bindemittel
bereitgestellt.
[0052] Die Bindemittel-Systeme sind in der üblichen, dem Fachmann bekannten Weise aufgebaut.
Die folgende Aufstellung kann nur exemplarisch Beispiel geben, da in realen Anwendungsfällen
häufig Feinanpassungen (Rheologie, Oberflächenspannung, ...) notwendig werden, um
die Verarbeitungseigenschaften den Erfordernissen der jeweiligen realen Maschinen
und Substrate anzupassen.
Beispiele für wasserverdünnbare, acrylische Bindemittel-Systeme:
[0053] Solche Systeme sind typischerweise aufgebaut aus einem Filmbildner, einem Dispergiermittel/Tensid,
Rheologieadditiven (optional) und dem eigentlichen Pigment.
[0054] Filmbildner: rasch trocknende Acrylat-Dispersion, z.B. Acronal LR 8820 (BASF) oder Joncryl 354
(Johnson Polymer) oder verwandte Typen
[0055] Dispergiermittel / Tenside: Auswahl je nach Einsatzzweck und Druckverfahren, z.B. Dynwet 800 (Byk), Disperbyk
168 (Byk), Disperbyk 182 (Byk), Zonyl FSN (DuPont), BRIJ-Typen (Merck), Dispers 650
(Tego) oder Dispers 755W (Tego)
[0056] Rheologie-Additive: Aerosil-Typen (Degussa-Hüls), Cab-O-sil-Typen (Cabot)
Farbkörper: µ-Pulver, wie in Anmeldung
CH 00684/09 respektive der
PCT/EP 2010/053673 beschrieben, weitere neutrale Pigmente zur Hervorrufung gewünschter dekorativer Effekte
(z.B. das Phthalocyanin PB 15:2)
Beispiele für UV-härtbare Bindemittel:
[0057] Solche Systeme sind typischerweise aufgebaut aus einem Filmbildner, einem Reaktivverdünner,
einem Radikalstarter, einem Tensid, Rheologieadditiven (optional) und dem Farbkörper-Pigment.
[0058] Filmbildner: Aus dem sehr großen denkbaren Angebot von UV-vernetzbaren Filmbildnern (acrylierte
Polyester, Urethane und Epoxyharze) beispielhaft ausgewählt: HEMA-TMDI, diverse Hersteller
oder andere Bisphenol A-Derivate
Reaktiv-Verdünner: Beispielhaft und nicht abschließend: HDDA, DPGDA, TPGDA
Radikal-Starter: Bewährt hat sich eine Kombination von 2-Hydroxy-2-methyl-1-phenyl-propan-1-one (z.B.
Darocur 1173 (Ciba)) mit Benzophenon (div. Hersteller) und Acylphosphinoxid-Photoinitiatoren
(z.B. Lucirin TPO (BASF))
[0059] Tenside: Dynwet-Typen (Byk), Zonyl-Typen (DuPont), BRIJ-Typen (Merck), SurfynolTypen (AirProducts)
[0060] Rheologie-Additive: Aerosil-Typen (Degussa-Hüls), Cab-O-sil-Typen (Cabot)
[0061] Farbkörper: µ-Pulver, wie Anmeldung
CH 00684/09 respektive der
PCT/EP 2010/053673 beschrieben, weitere neutrale Pigmente zur Hervorrufung gewünschter dekorativer Effekte
(z.B. das Phthalocyanin PB 15:2)
Beispiele für ein kationisch-UV-härtbares Bindemittel:
[0062] Solche Systeme sind typischerweise aufgebaut aus einem Filmbildner, einer Starter-Kombination,
einem Tensid, Rheologieadditiven (optional) und dem Farbkörper-Pigment.
[0063] Filmbildner: Bis-Vinylethermonomere oder cycloaliphatische Epoxide in Kombination mit reaktiven
Acrylaten wie HEMA-TMDI oder anderen Bisphenol A-Derivaten
[0064] Starter-Kombinationen: dem Fachmann bekannt ist die Kombination eines kationischen Starters mit radikalisch
wirkenden Startern. Die Auswahl kationischen Starter ist recht begrenzt und vom Einzellfall
abhängig (Substrat, Maschine, verwendete Strahler).
[0065] Kationische Starter fallen unter eine der drei folgenden Stoffklassen: Diaryliodonium-Salze,
Triarylsulfonium-Salze oder Ferrocenium-Salze, wobei in der hier vorliegenden Anwendung
Ferrocenium-Salze weniger bevorzugt sind.
[0066] Tenside: Dynwet-Typen (Byk), Zonyl-Typen (DuPont), BRIJ-Typen (Merck), SurfynolTypen (AirProducts)
[0067] Rheologie-Additive: Aerosil-Typen (Degussa-Hüls), Cab-O-sil-Typen (Cabot)
[0068] Farbkörper: µ-Pulver, wie in Anmeldung
CH 00684/09 respektive der
PCT/EP 2010/053673 beschrieben, weitere neutrale Pigmente zur Hervorrufung gewünschter dekorativer Effekte
(z.B. das Phthalocyanin PB 15:2)
[0069] Die fertige PM-Zubereitung liegt bei RT und einer Scherrate von 30 1/s in einem Viskositätsbereich
von etwa 1 Pa s (eingestellt für Siebdruck). Die Oberflächenspannung der fertigen
PM-Zubereitung ist kleiner 40 mN/m, bevorzugt kleiner 35 mN/m.
[0070] Die druck- oder transferierbare PM-Zubereitung beinhaltet PM in unterschiedlichen
Konzentrationen - anwendungsspezifisch - zwischen 1 % und 67%, bevorzugt zwischen
15% und 32%.
[0071] Die Opazität der Schichten wird durch geeignete Additive, wie sie dem Fachmann bekannt
und in der graphischen Chemie üblich sind, zwischen halbdurchlässig und vollständig
undurchlässig eingestellt.
[0072] Die PM-Zubereitung wird in einem Druckprozess, bevorzugt in einem Druckprozess mit
Schichtdicken in der Größenordnung von mehr als 10 µm, wie Hochdruck (bevorzugt Flexodruck),
aber auch Flach-, Tief-, Siebdruck-basierte Druckverfahren sowie weitere Aufbringungstechniken
wie InkJet-, Dispencer-, Toner-, transferbasierte Technologie wie auch HotMelt-Verfahren
mit beliebigen Motiv auf Folien- oder Papiersubstrat aufgebracht. Sodann wird die
gedruckte PM-Zubereitung in einem ersten Schritt einer Teiltrocknung oder Teilhärtung
unterzogen, so dass die Oberfläche nicht mehr klebrig ist.
[0073] Dies kann bei einer klassischen lösemittel- oder wasserbasierten PM-Zubereitung durch
bewegte Warmluft oder eine hinreichend kurze IR-Trocknung geschehen. Bei einer kationisch
initiierten UV-härtbaren PM-Zubereitung gelingt die Teilhärtung durch Bestahlen mit
hinreichend geringer UV-Dosisleistungen, die noch nicht zu einem vollständigen Durchhärten
der Schicht führt (der Prozess sollte bei kationischer Härtung nicht unterbrochen
werden, da die Dunkelhärtung nach einiger Zeit zu vollständiger Durchhärtung führt,
Stillstandszeiten können entsprechend kritisch sein). Bei einer radikalisch initiierten
UV-härtbaren PM-Zubereitung gelingt die oberflächentrockene Teilaushärtung durch Bestahlen
mit hinreichend geringer UV-Dosisleistungen unter Sauerstoffausschluß. Weiterhin ist
auch Elektronenstrahl-Härtung möglich. Bei der Elektronenstrahl-Härtung wird analog
erst mit einer Dosisleistung, die nur zu einer Aushärtung der Oberfläche, nicht aber
zu einer vollständigen Durchhärtung führt, angehärtet. Radikalisch initierte UV-Härtung
unter Sauerstoffabschluß oder kationisch initiierte UV-Härtung sowie Elektronenstrahl-Härtung
sind dem Fachmann bekannt.
[0074] Zur Unterdrückung der Oberflächenklebrigkeit kann es auch sinnvoll oder notwendig
sein, das beschichtete Substrat zu kühlen.
[0075] Zur Prozessüberwachung empfiehlt es sich, Abrisswinkel oder Tack an dieser Stelle
des Prozesses zu überwachen. Da die Prozessfähigkeit der teilgehärteten / teilgetrockneten
Oberfläche von der Art der verwendeten Maschine, insbesondere von der Art der Antihaft-Beschichtung
der schichtberührenden Umlenkwalzen abhängt, kann hier kein absoluter Wert angegeben
werden. Zur ersten Abschätzung genügt eine Fingerdruck-Probe: beim Berühren und wieder
Ablösen der Oberfläche darf sich diese nicht mehr merklich klebrig anfühlen. Bezogen
auf die oben angegebenen Bestimmungsprotokolle für die Klebrigkeit wird bevorzugtermassen
diese eingestellt in einem Bereich von < 10 J/m, insbesondere von weniger als 5 J/m,
und in Bezug auf die oben angegebene Prägbarkeit wird diese eingestellt vorzugsweise
auf weniger als 50 N/mm
2, vorzugsweise auf weniger als 25 N/mm
2.
[0076] Die PM-Zubereitungen trocknen - im Falle eines wasserverdünnbaren, acrylischen Bindemittels
- ggf. unterstützt durch bewegte Warmluft - bevorzugt innerhalb weniger Sekunden oberflächlich
ab. Im Falle der radikalisch UV-härtbaren Zubereitung ist die Härtung in jedem praktischen
Falle rasch genug, solange Maßnahmen zum Ausschluss des Luftsauerstoffes in einer
geeigneten, dem Fachmann bekannten Art und Weise, getroffen werden. Im Falle der kationisch
UV-härtbaren Zubereitung ist die Aushärtung der Oberfläche in jedem Falle so rasch,
dass der Prozess rasch fortgeführt werden kann.
[0077] Bei mehrschichtigem Aufbau können ein oder mehrere Zwischenhärtungsschritte notwendig
werden.
[0078] Das Motiv auf Basis einer PM-Zubereitung wird in mindestens einer Schicht, abhängig
ihrer Protonenverfügbarkeit und/oder pH-Wert anwendungsabhängig in bis zu 24 Schichten
auf das Substrat aufgetragen. Die einzelnen Schichtdicken variieren hierbei abhängig
vom jeweiligen Druckverfahren zwischen 0,03 und 256 Mikrometern.
[0079] Zwischen den PM-Zubereitung enthaltenden Schichtlagen können weitere nicht-PMbasierte
Trennlagen oder Funktionsschichten (mit gleicher oder anderer Farbbasis) flächig oder
auch nur teilflächig sowie strukturiert eingebunden werden, weiterhin können diese
auch darunter oder darüber liegen und schützenden, blockierenden, absorbierenden,
reflektiven oder rückstrahlenden oder auch deckenden Charakter haben.
[0080] In einigen Anwendungen sind über oder unter der PM-Zubereitung enthaltenden Schicht
transparente, semi-transparente und / oder farbgebende Eigenschaften gefordert, die
in ihrer Opazität variieren können. In Abhängigkeit der Anwendung und des Produktes
können die Schichten anderweitig pigmentiert oder dotiert sein.
[0081] Ebenfalls ist es möglich und ggf. bevorzugt, vor dem anfolgend beschriebenen Kalandrierschritt
oder aber auch, bei Auftragung mehrerer Schichten vor dem Kalandrieren, vor oder nach
einem oder mehreren Teiltrocknungsschritten, einen Texturierungsschritt und/oder Orientierungsschritt
für die in der aufgetragenen Formulierung enthaltenen PM Pigmente durchzuführen. Ein
solcher Texturierungsschritt resp. Orientierungsschritt kann z.B. darin bestehen,
die bedruckte und teilgetrocknete Bahn oder Bogen serpentinenartig um Walzen zu führen,
was dazu führt, dass sich die PM Fragmente, die ansonsten zufällig in der Schicht
orientiert sind, im wesentlichen parallel zur Substratoberfläche auszurichten, was
sich u.a. auf die optischen Eigenschaften positiv auswirkt. Beispielsweise ist es
möglich, die horizontal zugeführte Bahn um eine Walze nach oben zu führen, dann um
eine Umlenkwalze vertikal nach unten, um eine weitere Umlenkwalze wieder vertikal
nach oben und so fort, und dann, nach z.B. 2-4 Auf- und 2-4 Abführungen, wieder in
die horizontale umzulenken.
[0082] Als normalerweise vorletzter Verfahrensschritt wird das bedruckte und mit teilausgehärteter
PM-Zubereitung ein- oder mehrlagig dekorierte aber noch weiche Substrat kalandriert,
d.h. durch eine glatte oder mit geeignet gewählter Oberfläche versehener Walze einem
hohen Pressdruck ausgesetzt, so dass die gedruckte Schicht der PM-Zubereitung verdichtet
wird und die Oberfläche der Motive die Struktur (glatt oder gerillt) der Oberfläche
der Kalanderwalze annimmt.
[0083] Die Walze des Kalanders kann je nach gewünschter Anwendung hart sein (Chrom- oder
Quarz-Zylinder) oder weich (Kalanderwalze entsprechend einer Gummituch-Walze mit Silikon
oder Neopren oder entsprechendem elastischen Material bezogen). Zum Erzielen einer
hochglatten Oberfläche ist eine harte Walze bevorzugt, zum erzielen von erhöhter Zwischenschichthaftung
eine eher weiche.
[0084] Walzenspalt und Liniendruck des Kalanders ergeben sich aus dem gewählten Bindemittel-System
der jeweiligen PM-Zubereitung. Bindemittel mit geringem Schrumpf (wie z.B. kationisch
oder radikalisch Epoxyacrylate) bedürfen eines eher großen Nips und geringeren Liniendruckes,
stärker schrumpfende Bindemittel (z.B. wasserverdünnbare, acrylische Bindemittel oder
radikalisch initiierte Reinacrylate) verlangen ein eher enges Nip bei hohem Liniendruck.
Bevorzugt sind Liniendrücke im Bereich von 30 - 300 N/mm, insbesondere von 100-180
oder 120 -150 N/mm.
[0085] Abschließend folgt typischerweise unmittelbar an die Strukturierung der Oberfläche
durch Kalandern ein vollständiges Durchtrocknen im Falle von lösemittelbasierten oder
wässrigen PM-Zubereitungen bzw. ein vollständiges Durchhärten im Falle von UV-härtbaren
oder Elektronenstrahl-härtbaren Zubereitungen.
[0086] Nach dem oben beschriebenen Verfahren lassen sich durch etablierte Druckverfahren
Folien- oder Papiersubstrate mit beliebigen Motiven mit PM-Zubereitung mit Farbwechsel-Funktionalität
dekorieren und die Oberfläche der gedruckten farbwechselnden Motive im nachfolgenden
Kalander-Schritt entweder glätten oder mit einer glanzunterdrückenden, diffraktiven
Schicht versehen.
[0087] Die durch den Kalander-Schritt verdichtete PM-Zubereitung bietet in stärkerem Maße
einen Schutz vor schädigenden Umwelt-Einflüssen.
[0088] Anwendungsbereiche des Verfahrens sind papier- und/oder folienbasierte dekorative
und sicherheitsrelevante Elemente in Produkten wie Pässe/Ausweise, ID-Karten, holographisch
basierte/anhängige Produkte, Produkte aus dem Bereich der "Dünnfilme", etikettenbasierte
Produkte (wie Visa-Sticker, Produkt- und Markenschutz-Etiketten), Laminier- und Transferfolien/-filme,
Verpackungsfolien/-filme, Wertdrucke wie Steuermarken/- banderolen, Aktien, Tickets,
Briefmarken, Siegel, Karten, Formulare und Vordrucke, etc. Anwendungen auf kunststoffbasierten
Trägem wie Polycarbonat, PVC, PET, ABS, PE, usw. sowie Mischformen aus diesen.
[0089] Weiterhin Anwendungsbereiche im Bereich optischer, nicht-optischer oder elektronischen
Datenspeichern wie CDs, DVDs, polymerbasierte oder Molekularspeicher und Displays.
Anwendungen in Bereichen Security, Medizin, Pharmazie, Biologie, Chemie, Luxus- und
Konsumgüter, Bildver-/ und -bearbeitung, Elektronik, Optik, usw.
[0090] Zusammenfassend wird hier also ein neues Verfahren vorgeschlagen, mit welchem gedruckte
Schichten einer PM-Zubereitung aufgebracht und qualitativ verbessert werden. Dies
hat zum Ziel, mit PM-Zubereitung bedruckte Bereiche derartig zu optimieren, dass diese
für diverse Arten und Anwendungen im Bereich optischer Datenspeicher und/oder ergänzender
Sicherheitselemente angewendet werden können.
[0091] Basis der Aufbringung von Schichten aus PM-Zubereitung sind hierbei Druckverfahren
wie Hochdruck (bevorzugt Flexodruck), aber auch Flach-, Tief-, Siebdruck-basierte
Druckverfahren sowie weitere Aufbringungstechniken wie InkJet-, Dispencer-, Toner-,
transferbasierte Technologie wie auch HotMelt-Verfahren.
[0092] Die Aufbringung ist idealerweise flächig, kann aber auch teilflächig in Form von
bildgebenden Motiven und variierenden Designs und/oder Textbereichen erfolgen.
[0093] Das Bindemittel ist entweder "klassisch", d.h. lösemittel- oder wasserbasiert oder
aber UV- bzw. Elektronenstrahl-härtbar.
[0094] Wenn die Schicht aus PM-Zubereitung radikalisch gehärtet wird, sollte die Härtung
bevorzugt in einer Sauerstoff-minimierten Umgebung, beispielsweise unter Stickstoff-,
Argon- und/oder CO2-Atmosphäre erfolgen.
[0095] Die PM-Zubereitung enthaltenden Schichtlagen werden zeitnah (d.h. "inline", ohne
Prozess-Unterbrechung) nach der Aufbringung einer Härtung / Trocknung unterzogen,
hierbei kann es sich auch um eine vorläufige Teiltrocknung bzw. Teilhärtung handeln
(abhängig Trocknung bzw. Härtung je nach Bindemittel). Das Ausmaß der Härtung / Trocknung
kann von Schichtlage zu Schichtlage variieren.
[0096] Wesentlicher Aspekt des Verfahrens ist die sich nach der ersten Härtung / Trocknung
anschließende ein- oder mehrmalige Verdichtung der einzelnen oder einiger oder aller
Schichtlagen mittels harter oder weicher Rolle(n), Walze(n) oder Zylinder (Kalander-Schritt).
Hierbei können sowohl die PM-Zubereitung enthaltenden Schichten und/oder die Funktions-
oder Trennlagen mit einer Glättung und/oder mit Strukturen (Nano- oder Mikro-Strukturen),
z.B. für eine verbesserte gegenseitige Haftung oder auch zur Glanzunterdrückung oder
zu anderen, dekorativen Effekten, versehen werden. Diese sind flächig oder teilflächig
gerichtet, ungerichtet und/oder verfügen über Variationen in der horizontalen oder
vertikalen Winkelung.
[0097] Die Aus- oder Durchhärtung der jeweiligen Schichtlagen erfolgt anwendungsbedingt
entweder nach jeder Lage oder im Gesamten mittels einer oder mehrerer Härtungs- /
Trocknungsschritte. Die Trocknung erfolgt gemäß des Bindemittels (siehe oben) und
kann ggf. auch abgeschirmt/getrennt voneinander in Kombination angewandt werden sowie
in mehreren von einander getrennten Applikationsschritten.
[0098] In vielen Anwendungen sind neben den o.a. Trocknungsmethoden auch Kühlungsysteme
zur Qualitätsstabilisierung/-optimierung sinnvoll oder notwendig.
[0099] Die Umsetzung der Applikation der PM-Zubereitung kann sowohl auf Stand-Alone-Maschinen,
Sondermaschinen und/oder auch in existierenden Anlagen (wie Applikations- und/oder
Druckmaschinen) sowie als Einschub erfolgen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0100] Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemässen Verfahrens gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0101] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden beschrieben, sie dienen
lediglich zur Erläuterung und sind nicht einschränkend auszulegen sind.
Beispiel 1: Aufbringung mit Siebdruck
[0102] Beispielhaft sei hier eine radikalisch unter Sauerstoff-Ausschluss UV-härtbare PM-Zubereitung
aufgeführt (GWT: Gewichtsteile):
| Filmbildner: |
HEMA-TMDI |
77,20 GWT |
| Reaktiv-Verdünner: |
TPGDA |
8,90 GWT |
| Radikal-Starter: |
2-Hydroxy-2-methyl-1-phenyl-propan-1-one |
1,75 GWT |
| Benzophenon |
|
0,45 GWT |
| Acylphosphinoxid-Photoinitiator |
0,10 GWT |
| Tensid: |
ethoxyliertes nichtionisches Fluortensid |
0,05 GWT |
| Rheologie-Additive: |
pyrogene Kieselsäure |
0,10 GWT |
| Farbkörper: |
Solvent Red 118 |
0,05 GWT |
| µ-Pulver |
nach CH 00684/09 resp. PCT/EP 2010/053673 |
11,40 GWT |
[0103] Unter Verwendung dieser Formulierung wurde in einem Siebdruckverfahren ein Motiv
auf ein Papiersubstrat in einer Dicke von 6-12 Mikrometer aufgetragen.
[0104] Anschließend wurde diese Beschichtung während einer Zeitdauer von wenigen zehntel
Sekunden einer UV-Einstrahlung ausgesetzt und dann wurde das Substrat zwischen zwei
polierten Stahlrollen bei einem Liniendruck von 100 Nm bei Raumtemperatur kalandriert.
Anschließend wurde die kalandrierte Beschichtung wiederum einer UV-Einstrahlung während
0.5 bis wenige Sekunden unterzogen und getrocknet respektive ausgehärtet.
[0105] Die resultierende Motiv-Beschichtung war äußerst widerstandsfähig gegenüber mechanischen
Belastungen und haftete gut auf dem Substrat. Sie zeigte zuverlässig lichtinduziertes
Farbwechsel-Verhalten und verfügte über einen homogenen Farbeindruck und homogenen
Glanz.
[0106] Nach dem gleichen Verfahren wurde in einem zweiten Experiment eine Mehrschichtstruktur
aufgebracht, wobei nach jedem Druckverfahren eine Zwischentrocknung unter Verwendung
von UV-Einstrahlung durchgeführt wurde. In unterschiedlichen Schichten wurden unterschiedliche
Arten von Farbwechsel-Pigmentpulver eingesetzt um einen von der schicht abhängigen
Farbeffekt zu erzielen.
Beispiel 2: Aufbringung mit Flexo-Druck
[0107] Für den Flexo-Druck wurde die folgende PM-Zubereitung eingesetzt:
| Filmbildner: |
HEMA-TMDI |
77,20 GWT |
| Reaktiv-Verdünner: |
TPGDA |
8,90 GWT |
| Radikal-Starter: |
2-Hydroxy-2-methyl-1-phenyl-propan-1-one |
1,75 GWT |
| Benzophenon |
|
0,45 GWT |
| Acylphosphinoxid-Photoinitiator |
0,10 GWT |
| Tensid: |
ethoxyliertes nichtionisches Fluortensid |
0,10 GWT |
| Rheologie-Additive: |
pyrogene Kieselsäure |
0,05 GWT |
| Farbkörper: |
Solvent Red 118 |
0,05 GWT |
| µ-Pulver |
nach CH 00684/09 resp. PCT/EP 2010/053673 |
11,40 GWT |
[0108] Daraus resultierte eine dünnflüssigere Farbe als für den Siebdruck gemäss Beispiel
1. Unter Verwendung dieser Formulierung wurde in einem Flexo-Druckverfahren ein Motiv
auf ein Papiersubstrat mit einem Flächenauftragsgewicht von ca. 2 g/m
2 aufgetragen. Anschließend wurde diese Beschichtung während einer Zeitdauer von wenigen
zehntel Sekunden einer UV-Einstrahlung ausgesetzt und dann wurde das Substrat zwischen
zwei polierten Stahlrollen bei einem Liniendruck von 100 Nm bei Raumtemperatur kalandriert.
Anschließend wurde die kalandrierte Beschichtung wiederum einer UV-Einstrahlung während
0.5 bis wenige Sekunden unterzogen und getrocknet respektive ausgehärtet. Die resultierende
Motiv-Beschichtung war wiederum äußerst widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen,
haftete gut auf dem Substrat, zeigte zuverlässig lichtinduziertes Farbwechsel-Verhalten
und verfügte über einen homogenen Farbeindruck und homogenen Glanz. Die erzielte Qualität
war insgesamt höher als im Beispiel 1.
[0109] Sowohl im Beispiel 1 als auch im Beispiel 2 können optional geringe Mengen, z.B.
0,20-0,50 GWT eines anorganischen Lösemittels beigefügt werden, um den Dampfdruck
zu erhöhen und dadurch Sauerstoff zu verdrängen. Geeignete Lösungsmittel sind insbesondere
Terpene. Insbesondere falls die BR-Zubereitung wie in den vorliegenden Beispielen
gekapselt vorliegt, kann auch Aceton eingesetzt werden.
Beispiel 3: Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
[0110] In der Fig. 1 ist in sehr schematischer Form eine mögliche Vorrichtung zur Durchführung
eine erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt. Eine Substratbahn 1 aus Papier durchläuft
die Vorrichtung in Richtung A. Dabei durchläuft sie zunächst eine Antistatikeinheit
10 zur Verminderung elektrostatischer Aufladungen. In einer Auftrageinheit 20 für
den Flexodruck (hier beispielhaft mit Farbbad 21, Tauchwalze 22, Rasterwalze 23, Rakel
24, Druckformzylinder 25 und Gegendruckzylinder 26) werden Motive aus einer PM-Zubereitung
auf die Substratbahn 1 aufgetragen. In einem Ausrichtetunnel 30 mit mehreren Rollen
31 wird die Substratbahn 1 mehrfach umgelenkt und dabei leicht gestreckt, wodurch
die Farbwechselpigmente in den Motiven ausgerichtet werden. Das Substrat mit den Motiven
wird nun in einem UV-Zwischentrockner 40 teilgetrocknet, so dass es anschliessend
noch klebrig ist. Anschliessend wird das Substrat zwischen Kalandrierzylindern 51,
52 kalandriert. Dabei erfolgt nicht nur eine Pressung, sondern auch eine definierte
Glättung, Härtung und Trocknung, wobei der eingestellte Liniendruck, die Härte und
Sorte des Zylindermaterials und die Temperatur der Zylinder eine Rolle spielen. Der
Kalander kann auch mehrere Zylinder und Gegendruckzylinder aufweisen, deren Materialien
unterschiedlich sein können. Schliesslich wird das Substrat in einem UV-Endtrockner
60 getrocknet und in einem Kühler 70 gekühlt. Das bedruckte Substrat ist nun absolut
trocken und nicht mehr klebrig.
[0111] Statt einer Auftrageinrichtung für das Flexodruckverfahren können auch andere Auftragvorrichtungen
für andere Druckverfahren eingesetzt werden. Vor der Kalandrierung kann optional noch
ein zusätzlicher Prägeschritt vorgesehen sein, um die Pigmente zusätzlich zu texturieren.
Statt nur einer einzigen Auftrageinheit 20 und einem einzigen Zwischentrockner 40
können auch mehrere Auftrageinheiten und Zwischentrockner nacheinander angeordnet
sein, um weitere Schichten auf das Substrat aufzubringen, bevor das bedruckte Substrat
kalandriert wird. Dabei erfolgt jeweils nur eine Teiltrockung. Die Endtrocknung kann
auch teilweise oder vollständig im Kalander erfolgen, indem als Kalandrierzylinder
auf der Seite des Substrats, auf der die Druckschichten aufgetragen sind, z.B. eine
Quarzwalze mit UV-Quelle eingesetzt wird.
1. Verfahren zur Erzeugung einer bereichsweisen Beschichtung auf Basis einer Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment
enthaltenden Formulierung in Form eines Farbwechsel-aktiven Motivs auf einem Substrat,
umfassend die folgenden Schritte:
a) bedrucken des Substrats mit der Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment enthaltenden
Formulierung in Form eines Motivs;
b) teiltrocknen des bedruckten Substrats, so dass die Beschichtung anschliessend nicht
mehr klebrig, aber noch weich und verdichtbar ist;
c) gegebenenfalls Wiederholung der Schritte a) und/oder b);
d) kalandrieren des bedruckten und teilgetrockneten Substrats;
e) vollständiges trocknen der Beschichtung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich beim Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment um ein optisch schaltbares Pigment
handelt, bevorzugtermassen um ein Pigment auf Basis von optisch schaltbarem Bacteriorhodopsin
enthaltenden Mikrokapseln mit einem Durchmesser von weniger als 50 µm, bevorzugt weniger
als 10 µm mit einer Umhüllungsschicht, welche das Bacteriorhodopsin vor schädigenden
Umwelteinflüssen unter gleichzeitigem Funktionserhalt schützt, wobei das Bacteriorhodopsin
bevorzugtermassen in Form von PM/BR-Patches in einem wässrigen Medium bei einem pH-Wert
im Bereich von 6-9 in Anwesenheit eines Wasser zurückhaltenden Polymers eingebettet
ist und diese innere Kapsel mit einer für Licht im sichtbaren Bereich im wesentlichen
vollständig durchlässigen Ummantelung aus einem Polymer und/oder einem langkettigen
gesättigten Kohlenwasserstoff und/oder einer langkettigen gesättigten Fettsäure, bevorzugt
einem Paraffin mit einem Erstarrungspunkt von im Bereich von 45 °C - 65 °C und/oder
einem Carnaubawachs mit einem Schmelzbereich von 70 - 90 °C, versehen ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine Dicke im Bereich von 0.03-300 Mikrometer aufweist, vorzugsweise
von mehr als 10 Mikrometer.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Schrittes a) der Auftrag in einem Hochdruckverfahren, einem Flachdruckverfahren,
einen Tiefdruckverfahren oder in einem Siebdruckverfahren, oder in einem Verfahren
unter Verwendung von InkJet-, Toner-, transferbasierte Technologie aufgebracht wird,
wobei es sich vorzugsweise beim Substrat um ein Zellstoff und/oder Kunststoff-basiertes
Substrat handelt, insbesondere um ein Papiersubstrat, Kartonsubstrat oder ein Foliensubstrat
oder einen kunststoffbasierten Träger, bevorzugtermassen auf Basis von Polycarbonat,
PVC, PET, ABS, PE, sowie Mischformen aus diesen Substraten respektive Trägern.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung nach dem Schritt b) einen Tack Wert von weniger als 10 J/m, vorzugsweise
von weniger als 5 J/m, aufweist und eine Prägbarkeit von weniger als 50 N/mm2, vorzugsweise von weniger als 25 N/mm2 , aufweist, und wobei vorzugsweise die Trocknung unter Zuhilfenahme von bewegter
Warmluft-, UV-, IR-, Elektronenstrahl-Einwirkung erfolgt, insbesondere vorzugsweise
unter Ausschluss von Sauerstoff.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Durchführung von Schritt a), zwischen den Schritten c) und d), oder nach
dem Schritt d) weitere Funktionsschichten ohne Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment
aufgebracht werden, wobei es sich dabei vorzugsweise um Schutzschichten, optisch absorbierende
Schichten, optisch reflektierende Schichten, deckende Schichten, rückstrahlende Schichten
oder mit anderen Farbstoffen eingefärbte Schichten handelt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich beim Motiv um Symbole, Buchstaben, Muster, Rasterungen oder Kombinationen
solche Elemente handelt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die für den Schritt d) verwendeten, auf beiden Seiten des Substrats anliegenden und
dieses zwischen sich pressenden Walzen wenigstens auf der der Beschichtung zugewandten
Seite für die Erzeugung einer glatten Oberfläche der Beschichtung eine polierte Oberfläche
aufweisen oder für die Erzeugung einer strukturierten Oberfläche der Beschichtung
eine texturierte Oberfläche aufweisen, oder eine Kombination von polierten Oberflächenabschnitten
mit texturierten Oberflächenabschnitten aufweisen.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die für den Schritt d) verwendeten, auf beiden Seiten des Substrats anliegenden und
dieses zwischen sich pressenden Walzen eine harte Oberfläche aufweisen, eine weiche
Oberfläche aufweisen, oder auf der einen Substratsseite eine harte Oberfläche und
auf der anderen Substratsseite eine weiche Oberfläche aufweisen, wobei es sich vorzugsweise
im Falle einer harten Walze um eine Stahl-, Chrom-oder eine Quarz-Walze handelt, und
im Falle einer weichen Walze vorzugsweise um eine kunststoffbeschichtete Walze oder
eine Gummituch-Walze, eine Neopren-Walze oder eine Elastomer-beschichtete Walze handelt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Schritt d) das beschichtete Substrat einem Schritt unterzogen wird, in welchem
die Farbwechsel-Pigmente ausgerichtet und/oder texturiert werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bacteriorhodopsin-Farbwechselpigment enthaltenden Formulierung um
eine Formulierung auf Basis eines wasserverdünnbaren, acrylischen Bindemittel-Systems
handelt, und/oder auf Basis eines UV-härtbaren Bindemittels, insbesondere auf Basis
eines kationisch-UV-härtbaren Bindemittel, wobei die Formulierung vorzugsweise eine
Viskosität im Bereich von 0,05 bis 100 Pa s, insbesondere bevorzugtermassen für Flexo-Druck
im Bereich von 0,05 - 0,5 Pa s, für Offset im Bereich von 40 - 100 Pa s, für Tiefdruck
im Bereich von 0,05 - 0,2 Pa s, und für Siebdruck im Bereich von 1 Pa s und/oder eine
Oberflächenspannung von weniger als 40 mN/m aufweist, und wobei weiterhin vorzugsweise
das Farbwechselpigment in einem Gewichtsanteil im Bereich von 1-67 Gewicht-%, insbesondere
vorzugsweise im Bereich von 15-32 Gewicht-% in der Formulierung vorliegt.
12. Substrat mit einer Beschichtung oder mehreren Beschichtungen in Form eines Motivs
hergestellt nach einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Verwendung eines Substrats nach Anspruch 12 oder eines Substrats mit einer bereichsweisen
Beschichtung hergestellt nach einem der Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11 als
papier- und/oder folienbasierte dekorative und/oder sicherheitsrelevante Elemente
in Produkten wie insbesondere Pässe/Ausweise, ID-Karten, holographisch basierte/anhängige
Produkte, Produkte aus dem Bereich der "Dünnfilme", etikettenbasierte Produkte wie
insbesondere bevorzugt Visa-Sticker, Produkt- und Markenschutz-Etiketten, Laminier-
und Transferfolien/-filme, Verpackungsfolien/-filme, Wertdrucke wie Steuermarken/-banderolen,
Aktien, Tickets, Briefmarken, Siegel, Karten, Formulare und Vordrucke sowie Kombinationen
von derartigen Elementen.
14. Verwendung eines Substrats nach Anspruch 12 oder eines Substrats mit einer bereichsweisen
Beschichtung hergestellt nach einem der Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11 als
optischen, nicht-optischen oder elektronischen Datenspeicher wie insbesondere bevorzugtermassen
CDs, DVDs, polymerbasierte oder Molekularspeicher und Displays.
1. A method for producing a coating, in regions, on a substrate, in the form of an active
colour-change motif, said coating being based on a formulation that contains bacteriorhodopsin
colour-change pigment, said method comprising the following steps:
a) printing of the substrate with the formulation, which contains bacteriorhodopsin
colour-change pigment, in the form of a motif;
b) partial drying of the printed substrate, so that thereafter the coating is no longer
sticky, but still soft and compressible;
c) optionally repetition of steps a) and/or b);
d) calendering of the printed and partially dried substrate;
e) complete drying of the coating.
2. The method according to Claim 1, characterised in that the bacteriorhodopsin colour-change pigment is an optically switchable pigment, preferably
a pigment on the basis of microcapsules containing optically switchable bacteriorhodopsin
and having a diameter of less than 50 µm, preferably less than 10 µm, with the microcapsules
having an encasing layer which protects the bacteriorhodopsin against harmful environmental
influences with simultaneous retention of its function, the bacteriorhodopsin preferably
being embedded in the form of PM/BR patches in an aqueous medium at a pH value in
the range of 6 to 9 in the presence of a water-retaining polymer, and this inner capsule
being provided with a casing that is substantially completely permeable to light in
the visible range and is formed from a polymer and/or a long-chain saturated hydrocarbon
and/or a long-chain saturated fatty acid, preferably a paraffin with a solidification
point in the range of 45 °C to 65 °C and/or a carnauba wax with a melting range of
70 °C to 90 °C.
3. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating has a thickness in the range of 0.03 to 300 micrometres, preferably of
more than 10 µm.
4. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that in step a) application is carried out in a relief printing method, a lithographic
printing method, an intaglio printing method or in a screen printing method, or in
a method with use of inkjet-based, toner-based, or transfer-based technology, the
substrate preferably being a cellulose-based and/or plastics-based substrate, in particular
a paper substrate, cardboard substrate or a film substrate, or a plastics-based carrier,
preferably on the basis of polycarbonate, PVC, PET, ABS, PE and mixtures of these
substrates and carriers.
5. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the coating after step b) has a tack value of less than 10 J/m, preferably of less
than 5 J/m, and an impressibility of less than 50 N/mm2, preferably of less than 25 N/mm2, drying preferably being carried out with the aid of the application of moved hot
air, UV application, IR application or electron beam application, in particular preferably
under exclusion of oxygen.
6. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that further functional layers without bacteriorhodopsin colour-change pigment are applied
before carrying out step a), between steps c) and d), or after step d), these preferably
being protective layers, optically absorbing layers, optically reflecting layers,
covering layers, retro-reflecting layers or layers coloured with other dyestuffs.
7. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the motif is provided in the form of symbols, letters, patterns, raster graphics
or combinations of such elements.
8. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the rollers used for step d), being applied to both sides of the substrate and pressing
said substrate between them, have a polished surface, at least on the side facing
the coating, for production of a smooth surface of the coating, or have a textured
surface for the production of a structured surface of the coating, or have a combination
of polished surface portions with textured surface portions.
9. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the rollers used for step d), being applied to both sides of the substrate and pressing
said substrate between them, have a hard surface, have a soft surface, or have a hard
surface on one side of the substrate and a soft surface on the other side of the substrate,
wherein a hard roller is preferably a steel, chromium or quartz roller, and a soft
roller is preferably a plastics-coated roller or a blanket roller, a neoprene-covered
roller or an elastomer-coated roller.
10. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that, before step d), the coated substrate is subjected to a step in which the colour-change
pigments are aligned and/or textured.
11. The method according to any one of the preceding claims, characterised in that the formulation containing bacteriorhodopsin colour-change pigment is a formulation
on the basis of a water-dilutable acrylic binder system, and/or on the basis of a
UV-curable binder, in particular on the basis of a cationically UV-curable binder,
the formulation preferably having a viscosity in the range of 0.05 to 100 Pa s, in
particular preferably in the range of 0.05 to 0.5 Pa s for flexographic printing,
in the range of 40 to 100 Pa s for offset printing, in the range of 0.05 to 0.2 Pa
s for intaglio printing, and in the region of 1 Pa s for screen printing, and/or a
surface tension of less than 40 mN/m, the colour-change pigment preferably furthermore
being present in the formulation in a proportion by weight in the range of 1 to 67
% by weight, in particular preferably in the range of 15 to 32 % by weight.
12. A substrate comprising a coating or a plurality of coatings in the form of a motif
produced by a method according to any one of the preceding claims.
13. Use of a substrate according to Claim 12 or of a substrate with a coating, in regions,
produced by a method according to one of Claims 1 to 11 as paper-based and/or film-based
decorative and/or security-relevant elements in products, in particular such as passports/identification
documents, ID cards, holographically based/holographically associated products, products
from the field of "thin films", label-based products, in particular preferably such
as visa stickers, product protection and brand protection labels, laminating and transfer
foils/films, packaging foils/films, printed documents of value, such as revenue stamps/tax
strips, shares, tickets, postage stamps, seals, cards, forms and pre-printed papers,
as well as combinations of elements of this type.
14. The use of a substrate according to Claim 12 or of a substrate with a coating, in
regions, produced by one of the methods according to any one of Claims 1 to 11 as
an optical or non-optical or electronic data store, preferably such as CDs, DVDs and
polymer-based or molecular stores and displays.
1. Procédé destiné à produire, sur certaines zones d'un substrat, un revêtement qui est
à base à d'une formulation contenant un pigment de bactériorhodopsine à changement
de couleur et qui prend la forme d'un motif pouvant activement changer de couleur,
ledit procédé comprenant les étapes consistant à :
a) soumettre le substrat à une impression mettant en oeuvre la formulation contenant
un pigment de bactériorhodopsine à changement de couleur, de manière à obtenir un
motif ;
b) réaliser un séchage partiel du substrat imprimé, pour faire en sorte que le revêtement
ne soit plus collant mais encore souple et compressible ;
c) le cas échéant, répéter les étapes a) et/ou b) ;
d) calandrer le substrat imprimé et partiellement séché ;
e) achever le séchage du revêtement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que ledit pigment de bactériorhodopsine à changement de couleur est un pigment optiquement
commutable, de préférence un pigment à base de microcapsules lesquelles contiennent
une bactériorhodopsine optiquement commutable et lesquelles ont un diamètre inférieur
à 50 µm, de préférence inférieur à 10 µm, et lesquelles sont pourvues d'une couche
d'enrobage qui protège la bactériorhodopsine d'influences environnementales nuisibles
tout en conservant ses fonctions, ladite bactériorhodopsine étant préférentiellement
incorporée, sous forme de patchs PM/BR et en présence d'un polymère retenant l'eau,
dans un milieu aqueux dont le pH est compris entre 6 et 9, et cette capsule intérieure
étant pourvue d'une enveloppe laquelle est quasi-complètement perméable à la lumière
du domaine visible et laquelle est réalisée en un polymère et/ou en un hydrocarbure
saturé à longue chaîne et/ou en un acide gras saturé à longue chaîne, s'agissant préférentiellement
d'une paraffine dont le point de solidification est compris entre 45 °C et 65 °C et/ou
d'une cire de carnauba ayant un intervalle de fusion de 70 à 90 °C.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement présente une épaisseur comprise entre 0,03 à 300 micromètres, de préférence
supérieure à 10 micromètres.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pendant l'étape a), la matière est appliquée au moyen d'un procédé d'impression
en relief, d'un procédé d'impression à plat, d'un procédé d'impression en creux ou
d'un procédé de sérigraphie, ou au moyen d'un procédé mettant en oeuvre une technologie
à base de jet d'encre, à base d'encre en poudre, à base d'un processus de transfert,
ledit substrat étant de préférence un substrat à base de cellulose et/ou de matières
plastiques, notamment un substrat en papier, un substrat en carton ou un substrat
sous forme d'une feuille, ou un support à base de matières plastiques lequel est préférentiellement
réalisé à base de polycarbonate, de PVC, de PET, d'ABS, de PE, ou un mélange des substrats
ou supports précités.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit revêtement présente, suite à l'étape b), un pouvoir collant inférieur à 10
J/m, de préférence inférieur à 5 J/m, tout en pouvant subir un gaufrage en appliquant
moins de 50 N/mm2, de préférence moins de 25 N/mm2, et le séchage étant préférentiellement réalisé à l'aide d'un jet/rayon mobile d'air
chaud, d'UV, d'IR, d'électrons, avec une préférence particulière sous une atmosphère
exempte d'oxygène.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au préalable de l'étape a), entre les étapes c) et d), ou après l'étape d), on applique
d'autres couches fonctionnelles exemptes de pigment de bactériorhodopsine à changement
de couleur, s'agissant préférentiellement de couches protectrices, de couches optiquement
absorbantes, de couches optiquement réfléchissantes, de couches couvrantes, de couches
rétroréfléchissantes ou de couches colorées au moyen d'autres colorants.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit motif représente des symboles, des lettres, des dessins, des rastérisations
ou des combinaisons de tels éléments.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les cylindres utilisés pour l'étape d), lesquels prennent appui sur les deux faces
du substrat pour ainsi le serrer entre eux, sont pourvus au moins sur la face tournée
vers le revêtement d'une surface polie permettant de rendre lisse une surface du revêtement,
ou d'une surface texturée permettant de structurer une surface du revêtement, ou d'une
combinaison de parties de surface polies avec des parties de surface texturées.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les cylindres utilisés pour l'étape d), lesquels prennent appui sur les deux faces,
du substrat pour ainsi le serrer entre eux, sont pourvus d'une surface dure, sont
pourvus d'une surface souple, ou sont pourvus d'une surface dure sur l'une des faces
du substrat et d'une surface souple sur l'autre des faces du substrat, s'agissant
d'un cylindre en acier, en chrome ou en quartz en ce qui concerne le cylindre dur,
et s'agissant préférentiellement d'un cylindre à revêtement en matière plastique ou
d'un cylindre à blanchet ou d'un cylindre à revêtement en élastomère en ce qui concerne
le cylindre souple.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au préalable de l'étape d), on soumet le substrat revêtu à une étape consistant orienter
et/ou texturer les pigments à changement de couleur.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la formulation, laquelle contient un pigment de bactériorhodopsine à changement de
couleur, est une formulation à base d'un système de liant acrylique pouvant être dilué
à l'eau, et/ou à base d'un liant durcissable aux UV, notamment à base d'un liant cationique
durcissable aux UV, ladite formulation ayant préférentiellement une viscosité comprise
entre 0,05 et 100 Pa s, avec une préférence particulière comprise entre 0,05 et 0,5
Pa s pour la flexographie, comprise entre 40 et 100 Pa s pour l'offset, comprise entre
0,05 et 0,2 Pa s pour l'impression en creux, et de l'ordre de 1 Pa s pour la sérigraphie,
et/ou une tension superficielle inférieure à 40 mN/m, et la proportion pondérale du
pigment à changement de couleur dans ladite formulation étant en outre préférentiellement
comprise entre 1 et 67 % en poids, avec une préférence particulière comprise entre
15 et 32 % en poids.
12. Substrat pourvu d'un revêtement ou de plusieurs revêtements sous forme d'un motif,
réalisé(s) conformément à un procédé selon l'une des revendications précédentes.
13. Utilisation d'un substrat selon la revendication 12 ou d'un substrat dont certaines
parties sont pourvues d'un revêtement réalisé conformément à l'un des procédés selon
l'une des revendications 1 à 11, en tant qu'éléments à base de papier et/ou de feuilles
servant à des fins décoratives et/ou de sécurité, lesdits éléments étant destinés
à des produits comme notamment des passeports/papiers officiels, à des cartes d'identité,
à des produits à base de/associés à des hologrammes, à des produits issus du domaine
des « films minces », à des produits à base d'étiquettes, s'agissant avec une préférence
particulière de visas autocollants, à des étiquettes servant à protéger des produits
et des marques, à des feuilles/films de laminage et de transfert, à des feuilles/films
d'emballage, à des éléments imprimés de valeur tels que les timbres/capsules fiscaux,
à de actions, à des tickets, à des timbres postaux, à des sceaux, à des cartes, à
des formulaires et à des imprimés à remplir, ainsi qu'à des combinaisons de tels éléments.
14. Utilisation d'un substrat selon la revendication 12 ou d'un substrat dont certaines
parties sont pourvues d'un revêtement réalisé conformément à l'un des procédés selon
l'une des revendications 1 à 11, en tant qu'une unité de stockage de données de nature
optique, non-optique ou électronique, s'agissant avec une préférence particulière
de CDs, de DVDs, d'unités de stockage à base de polymères ou de type moléculaire,
et d'écrans d'affichage.