[0001] Die Erfindung betrifft ein Verbundprofil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein
Verfahren zur Herstellung eines Verbundprofils mit den Merkmalen des Anspruchs 8.
Kunststoffprofile werden z.B. als Kunststoffhohlprofil als Rahmenmaterial für Kunststofffenster
verwendet, als Bodendielen und für weitere Anwendungen. Dabei treten Kunststoffprofile
in Konkurrenz zu Metallprofilen oder zu Holzprofilen.
Kunststoff weist bei den genannten Anwendungen eine hohe Gestaltungsfreiheit und eine
formschöne Oberfläche auf, wodurch das Kunststoffprofil direkt in weiten Grenzen an
den Einsatzzweck angepasst werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die kunststoff-typische,
niedrige Wärmeleitfähigkeit, welche in Kombination mit der Profilausführung mit Hohlkammern
und Zwischenwänden zu einer sehr guten Isolierwirkung führt, was ein wichtiges Qualitätskriterium
gerade bei Fenstern ist.
Nachteilig ist aber der im Vergleich zu Metallen sehr niedrige E-Modul, wodurch Kunststoffprofile
keine sehr hohe Biegesteifigkeit aufweisen. Für Anwendungen, bei denen eine höhere
statische Stabilität erforderlich ist, wird in vielen Fällen eine Kombination mit
einem Metallprofil ausgeführt, in dem das Metallprofil in eine Hohlkammer des Kunststoffprofils
eingeschoben wird und gegebenenfalls durch Verschrauben innerhalb des Kunststoffprofils
gegen Verschieben und / oder Herausfallen gesichert wird. Bei Kunststoff-Fensterprofilen
wird diese Art der Versteifung seit Einführung der Kunststofffenster-Technologie angewendet.
Weit verbreitet sind z.B. U-förmige Versteifungseisen. Ein Nachteil ist dabei, dass
infolge der guten Wärmeleitfähigkeit des Metall-Verstärkungsprofils die betreffende
Hohlkammer nahezu keinen Beitrag zur Wärmedämmung leistet, was jetzt im Zuge steigender
Energiepreise immer stärker als Mangel erkennbar wird.
Im Falle von Kunststoff-Fensterprofilen gibt es seit längerem Bemühungen, das herkömmliche
U-Eisen durch Einbinden von flachen Verstärkungsbändern aus höherfesten Materialien
in das Kunststoffprofil, z.B. als Innenwand, zu erhöhen. Sind diese Verstärkungsbänder
"parallel zur Glasebene" angeordnet, wird unabhängig von der Wärmeleitfähigkeit der
Verstärkung der Wärmedämmwert, welcher "in senkrechter Richtung zur Glasebene" möglichst
hoch sein soll, nicht negativ beeinflusst.
Die
DE 10 2008 008343 A1 beschreibt ein derartiges Verfahren und Kunststoffprofil, bei welchem die Verstärkungsbänder
aus einem glasfaserverstärktem, thermoplastischen Kunststoff bestehen. Da aber der
E-Modul des betreffenden Kunststoffes bei Weitem nicht an jene von Metallen (Z.B.
Stahl oder Aluminium) herankommt, ist die Verstärkungswirkung wesentlich geringer
als infolge eines herkömmlichen Versteifungseisens.
Die
DE 199 33 099 A1 betrifft das Einextrudieren u.a. von metallischen Verstärkungsbändern, wodurch eine
höhere Wirksamkeit in statischer Hinsicht gegeben ist. Nachteilig bei dieser Ausführung
ist die spezielle Randausbildung der Streifen, welche ein Verschieben der Streifen
gegenüber dem Kunststoffprofil verhindern soll, wenn das Kunststoffprofil auf Biegung
belastet wird. Hier wird eine Stanzung der beiden Ränder vorgeschlagen, wobei die
Stanzungen zueinander genau korrespondieren müssen und zwar in dem Sinn, dass eine
Lücke auf der einen Seite zu einem Zahn auf der anderen Seite führt.
[0002] Die
DE 2 061 901, die den Gegenstand des Oberbegriffs des Anspruchs 1 offenbart, beschreibt Verstärkungselemente,
die im Zusammenhang mit Profilen einsetzbar sind. Diese Verstärkungselemente weisen
dabei Profilierungen auf, die im Wesentlichen in Längsrichtung des Profils wirken.
[0003] Ziel der Erfindung ist es, das Einformen von unterschiedlich gestalteten Verstärkungselementen
in das Kunststoffprofil so zu gestalten, dass mit geringem Aufwand die schubfeste
Verbindung gegenüber dem Kunststoffprofil sichergestellt werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird durch ein Verbundprofil gemäß Anspruch 1 gelöst. Die Aufgabe wird
ferner durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstände der Unteransprüche.
[0005] Verschiedene Ausführungsformen der Offenbarung werden im Zusammenhang mit den folgenden
Zeichnungen beispielhaft dargestellt, dabei zeigt
Fig. 1 Schnittansichten zweier Ausführungsformen von Kunststoffprofilen mit Verstärkungselementen;
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils mit zwei Verstärkungselementen
aus Holz;
Fig. 3 eine Schnittansicht durch ein Rahmenprofil mit einer Holzleiste als Verstärkungselement;
Fig. 4 eine perspektivisches Teilansicht eines Randbereiches eines gerändelten und
/ oder geprägten Verstärkungselementes;
Fig. 5 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit einer Sägezahnstruktur als Halteelement;
Fig. 6 eine vergrößerte Darstellung der Sägezahnstruktur der Fig. 5;
Fig. 7 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit verformten Segmenten als Halteelement;
Fig. 8 eine vergrößerte Darstellung der Struktur der Fig. 7;
Fig. 9 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit einer Wellenstruktur als Halteelement;
Fig. 10 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit einer Längssicke als Halteelement;
Fig. 11 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit einer Zahnstruktur als Halteelement;
Fig. 12 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselementes
mit einer Struktur aus geschränkten Zähnen als Halteelement;
Fig. 13 eine vergrößerte Darstellung der Struktur der Fig. 12;
Fig. 14 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches insbesondere eines GFK-Verstärkungselementes
mit einer Randstruktur als Halteelement;
Fig. 15 eine vergrößerte Darstellung der Struktur der Fig. 14;
Fig. 16 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches insbesondere eines GFK-Verstärkungselementes
mit einer Randstruktur aus Sicken und Zähnen als Halteelement;
Fig. 17 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches insbesondere eines Verstärkungselementes
aus Holz mit einer Randstruktur aus parallelen, senkrechten Kerben als Halteelement;
Fig. 18 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches insbesondere eines Verstärkungselementes
aus Holz mit einer Randstruktur aus verschränkten Kerben als Halteelement;
Fig. 19 eine perspektivische Teilansicht eines Randbereiches insbesondere eines Verstärkungselementes
aus Holz mit einer Randstruktur aus schrägen Kerben als Halteelement;
Fig. 20 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils mit eingelegten Drähten
als Verstärkungselement;
Fig. 21 eine Schnittansicht zu Fig. 20;
Fig. 22 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils mit einem Verstärkungselement
mit einem Verbund aus fünf Schichten;
Fig. 23 eine Seitenansicht eines Verstärkungselementes mit einem Verbund aus fünf
Schichten;
Fig. 24 eine Seitenansicht eines Kunststoffprofils mit einem integrierten Verstärkungselementes
mit einem Verbunde aus fünf Schichten;
Fig. 25 eine Abwandlung der Ausführungsform gemäß Fig. 24;
Fig. 26 eine perspektivische Darstellung eines auf Gehrung geschnittenen Kunststoffprofils
mit eingelegten Verstärkungselementen;
Fig. 27 eine Detailansicht mit einer Freistellung des Verstärkungselementes;
Fig. 28 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils mit zurückgesetzten Drähten
als Verstärkungselementen;
Fig. 29 eine Detailansicht eines zurückgesetzten Metalldrahtes;
Fig. 30 eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils mit einem zurückgesetzten
Metallstreifen als Verstärkungselement;
Fig. 31 eine Detailansicht des Kunststoffprofils gemäß Fig. 30.
[0006] Für eine schubfeste Verbindung zwischen Verstärkungselementen 1, 2, 4, 5 und extrudierten
Kunststoffprofilen 10, 20 in Längs- und Querrichtung werden im Folgenden unterschiedliche
Ausführungsformen dargestellt.
[0007] Grundsätzlich sind als Material für die Verstärkungselemente 1, 2, 4, 5 vor allem
Aluminium, Stahl oder hochfeste Faser-Verbundwerkstoffe geeignet. Da diese Materialien
nicht mit dem thermoplastischen Grundmaterial des Kunststoffprofils 10, 20, bei Fensterprofilen
PVC-hart, verschweissbar sind, ist die geforderte schubfeste Verbindung vor allem
durch eine geeignete formschlüssige Gestaltung der Kontaktflächen zu gewährleisten.
Mögliche Ausführungsformen sind z.B. Hinterschneidungen und / oder eine ausreichend
große Kontaktfläche.
[0008] Die "Verschiebefestigkeit je Längeneinheit" muss dabei gar nicht extrem hoch sein
und / oder an die theoretisch bestenfalls erzielbaren Werte heranreichen, da im Falle
von geringen Durchbiegungen des Verbundprofils stets die gesamte Verbindungslänge
auf Schub beansprucht wird, sich also die tatsächlich wirkende Schubkraft über die
gesamte Länge zwischen den beteiligten Komponenten überträgt, und da keine sehr hohe
Belastungen auftreten, also keinesfalls annähernd bis an die Bruchgrenze herangegangen
wird.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform wird die Versteifung durch ein einsteckbares Verbundprofil
bewirkt (siehe Fig. 22 bis 25), bei welchem die Nachteile aus Sicht der Wärmedämmwirkung
im Vergleich zu einem herkömmlichen U-Verstärkungseisen vermieden werden.
Zusätzlich zu der an sich bereits bekannten Ausführung eines derartigen Verbundprofils
mit einer Hartschaum-Mittellage und zwei mit dieser schubfest verbundenen Decklagen,
z.B. nach Patent
EP 0 153 758, weist ein Verbundprofil zusätzliche Schaum-Decklagen auf. Hintergrund für diesen
Aufbau ist, dass beim zu versteifenden Kunststoff-Fensterprofil Innenwände, welche
vorwiegend zur Erzielung einer besseren Wärmedämmwirkung dienen, weggelassen werden
können. Ein 5-lagiges Verbundprofil wird durch z.B. Befräsen der äußeren Schaumschichten
weitgehend an die nunmehr größere Hauptkammer des Kunststoffprofils 10 angepasst,
so dass kaum Hohlräume frei bleiben. Da Schäume mit sehr niedriger Dichte eine bessere
Dämmwirkung aufweisen als mit Luft gefüllte Hohlkammern, ist die Dämmwirkung des Kunststoffprofils
mit eingelegtem Verbundprofil trotz geringerer Kammeranzahl höher als bei üblichen
Kunststoffprofilen mit fünf bis sieben Kammern. Ein besonderer Vorteil bei diesem
System ist, das Fensterprofile mit weniger Innenkammern ein geringeres Metergewicht
aufweisen und zusätzlich wegen der rascheren Abkühlung auch schneller extrudiert werden
können, wodurch diese Kunststoffprofile billiger hergestellt werden können. In Fig.
1 werden zwei Ausführungsformen dargestellt, bei denen extrudierte Kunststoffprofile
10, 20 (Kunststoffhohlprofil) jeweils durch Verstärkungselemente 1, 2, hier als Verstärkungsbänder
ausgeführt, verstärkt sind. Die Verstärkungselemente 1, 2 bestehen aus einem Material
(Metall, GFK) mit relativ hohem Elastizitätsmodul.
[0010] Beim ersten Kunststoffprofil 10 ist eines der Verstärkungselemente 1 einer relativ
kleinen Hohlkammer 11 angeordnet. Beim zweiten Kunststoffprofil 20 sind die Verstärkungselemente
1, 2 jeweils in einer größeren Kammer 12 angeordnet. Der Fachmann erkennt, dass hier
unterschiedliche Kombinationen möglich sind.
[0011] Die Kunststoffprofile 10 werden z.B. in einer so genannten Querspritzdüse extrudiert,
wobei die Verstärkungselemente 1, 2 durch die Düse in Extrusionsrichtung zugeführt
werden.
[0012] Um die beabsichtigte Erhöhung der Biegesteifigkeit der Kunststoffprofile 10 zu bewirken,
werden die Ränder der Verstärkungselemente 1, 2 verschubfest in Längs- und Querrichtung
mit den Kunststoffprofilen 10 verbunden. Dies wird z.B. dadurch erreicht, dass die
Ränder der Verstärkungselemente 1, 2 formschlüssig in den Kunststoff eingebettet werden.
D.h., die Ränder müssen in Längsrichtung wirkende Halteelemente 3, z.B. Hinterschneidungen
aufweisen, welche beim Extrudieren in der Düse mit Kunststoff aufgefüllt werden. Hinterschneidungen
in Querrichtung, in der Ebene des Verstärkungsbandes, sind vorgesehen, damit sich
der Verbund bei Langzeitbelastung infolge Kraftwirkung und Temperatureinfluss nicht
lösen kann.
[0013] Im Zusammenhang mit Fig. 4 bis 19 werden unterschiedliche Ausbildungen von Halteelementen
3 dargestellt.
[0014] Die Ausführungsformen der Fig. 1 weisen Verstärkungselemente 1, 2 die Form von Bändern
auf. In Fig. 2 ist eine perspektivische Ansicht eines Kunststoffprofils 10 eines Fensterflügelprofils
dargestellt, bei dem die Verstärkungselemente 1, 2 durch Holzleisten gebildet sind.
Die Holzleisten weisen ein wesentlich größeres Dicken-zu-Breiten Verhältnis auf, als
die bandförmigen Verstärkungselemente in Fig. 1.
[0015] Ausreichend gut wirksame Dicken der Verstärkungselemente 1, 2, wenn sie als Verstärkungsbänder
ausgeführt sind z.B.:
| Stahl: |
0,5 bis 2 mm Dicke |
| Aluminium: |
1 bis 3 mm Dicke |
| GFK: |
2 bis 5 mm Dicke |
| Holz: |
3 bis 12 mm Dicke |
[0016] Mit der Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist eine Holzverstärkung möglich, mit welcher
fast die gleiche Verstärkungswirkung erzielt wird, als durch eine Verstärkung mit
herkömmlichen U-Verstärkungseisen. Diese Holzleisten 1, 2 sind ebenfalls schubfest
mit dem Kunststoffprofil 10 verbunden, um mit Bezug auf die neutrale (Biege-)Faser
die optimale Verstärkungswirkung zu entfalten.
[0017] Die Ausführungsform eines Rahmenprofils gemäß Fig. 3 zeigt, dass auch eine einzige
Holzleiste als Verstärkungselement 1 in einem Kunststoffprofil 10 verwendbar ist.
Dabei ist es nicht zwingend, dass der Querschnitt der Holzleiste rechteckig ist. In
diesem Fall wird nahezu die gesamte Hauptkammer des Kunststoffprofils 10 mit einem
an den Querschnitt angepasstem Holzprofil 1 ausgefüllt. Infolge des "großen" Holz-Querschnittes
erreicht auch diese Verstärkung eine beachtliche Versteifungswirkung. Eine schubfeste
Einbindung in das Kunststoffprofil 10 kann vorgenommen, ist aber in Hinblick auf die
Verstärkungswirkung nicht zwingend erforderlich, weil die neutrale Faser der Holzverstärkung
und jene des Kunststoffprofils 10 geometriebedingt nahe beisammen verlaufen. Das heißt,
diese Verstärkung könnte ebenso wie die U-Verstärkungseisen erst während der Fenster-Konfektionierung
eingeschoben und mit dem Kunststoffprofil verschraubt werden. Ebenso ist ein Ummanteln
und / oder Umspritzen der Holzverstärkung im Zuge der Profilextrusion möglich.
[0018] Wird Holz als Verstärkungsmaterial verwendet, sollte es gegen Verfaulen oder Pilzbefall
etc. infolge Feuchtigkeitszutritts geschützt werden. Dies erfolgt am besten durch
entsprechende Anstrich- oder Imprägniermittel in Verbindung mit einem wasserdichten
Einschweißen innerhalb des Kunststoffprofils 10 und / oder des daraus gebildeten Rahmens.
Um auch bei geringem Feuchtigkeitszutritt, z.B. infolge von Verschraubungen oder Diffusion,
einen stabilen Zustand gewährleisten zu können, empfiehlt es sich auch, durch Belüftungsbohrungen
einen gewissen Luftaustausch zu ermöglichen.
[0019] Die Verstärkungswirkung gegen Durchbiegen des Kunststoffprofils 10 durch die eingelegten
Verstärkungselemente 1, 2 ergibt sich nach den bekannten Gesetzen der Mechanik, wobei
als Haupteinflussfaktoren zu nennen sind:
- Größe des tragenden Querschnitts,
- Abstand von der neutralen Faser und
- E-Modul.
[0020] Wird die Geometrie des Querschnittes des Verstärkungselementes 1, 2, hier als Verstärkungsband
ausgebildet, weitgehend beibehalten und nur die Dicke der Verstärkungsbänder und deren
Material geändert, so führen nachstehend angeführten Dicken in Abhängigkeit vom zuordenbaren
E-Modul zur etwa gleichen Verstärkungswirkung:
| Material |
E-Modul [N/mm2] |
Dicke [mm] Verstärkungsband |
| Stahl |
210.000 |
0,67 |
| Aluminium |
70.000 |
2,0 |
| GFK (unidirektional verstärkt) |
40.000 |
3,5 |
| Kurzglasfaserverstärkter Thermoplast |
10.000 |
14,0 |
| Fichtenholz |
11.000 |
12,7 |
[0021] Die Werte für die E-Module sind hier als Mittelwerte zu verstehen. Aus der Tabelle
ist ersichtlich, dass metallische Verstärkungselemente 1, 2 die höchsten Elastizitätsmodule
aufweisen, gefolgt von unidirektional glasfaserverstärkten Kunststoffen.
[0022] Wird zusätzlich noch der Preis betrachtet, schneiden die Metalle am besten ab. Ebenso
liegt hierbei Holz sehr gut. Auffällig ist, dass bei kurzglasfaserverstärkten Thermoplasten,
ebenso wie bei Holz die erforderlichen Dicken u.U. schwierig im Kunststoffprofil 10
unterzubringen sind, wodurch hier mit einer deutlichen Verringerung der Verstärkungswirkung
im Vergleich zu den Metallen zu rechnen ist. Es ist durchaus auch sinnvoll, Fichtenholz
als Verstärkung zu verwenden. Unter Berücksichtigung des Preises ist Fichtenholz den
anderen Werkstoffen weit überlegen, auch dem GFK, am nächsten kommt noch Stahl.
[0023] In den Fig. 4 bis 19 werden unterschiedliche Ausbildungen von Halteelementen 3 dargestellt,
die an Verstärkungselementen 1, 2 angeordnet sind. Sie sollen eine festere Verbindung
zwischen Kunststoffprofil 10 und Verstärkungselementen 1, 2 herstellen, wobei eine
Kraftwirkung in Bandebene sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung vorliegt.
[0024] In Fig. 4 ist eine Teilansicht eines Randbereiches eines Verstärkungselemente 1 dargestellt.
Die Haltelemente 3 sind hier durch Rändeln und / oder Prägen aufgebracht. Dies ist
einfach vor allem bei metallischen Verstärkungselementen 1, 2 anwendbar.
[0025] Je Rand des Verstärkungselementes 1, 2 werden z.B. zwei Prägewalzen mit scharfkantigen
Konturen gegeneinander gepresst, dazwischen wird das Verstärkungselemente 1, 2 geführt.
Somit wird eine plastische Verformung bewirkt, an den Kontaktflächen mit den Prägewalzen
wird ein ebenfalls scharfkantiges Muster auf das Verstärkungselemente 1, 2 übertragen.
Viele kleinräumige Vertiefungen und Aufwerfungen ermöglichen in der Folge die angestrebte,
verschubfeste Einbettung mit dem umgebenden Kunststoff im Kunststoffprofil 10 (in
Fig. 4 nicht dargestellt). Die dargestellte Rändelung bewirkt eine gute formschlüssige
und / oder reibschlüssige Verbindung gegen Verschubkräfte in zwei Richtungen: In Längsrichtung
des Verstärkungselementes 1, 2 und quer dazu.
[0026] Da zweckmäßigerweise die Verstärkungselemente 1, 2 in die Bänder in Rollenform bereitgestellt
werden, ist vor dem Zuführen in die Düse der Extrusionsvorrichtung ein Geradrichten
der Bänder erforderlich. Dies geschieht so, in dem das Band in Längsrichtung zwischen
mehreren Rollen durch geführt wird und diese Rollen abwechselnd eine Biegung nach
links und nach rechts bewirken. Das Prägen der Ränder kann in diesen Richtvorgang
am Beginn der Richtstrecke mit eingebunden werden.
[0027] In Fig. 5 und 6 ist eine weitere Ausführungsform für Halteelemente 3 dargestellt.
An einem bandförmigen Verstärkungselement 1 (vorzugsweise aus Metall) sind an beiden
Rändern Sägezahnstrukturen als Halteelemente 3 angeordnet. Fig. 6 stellte eine vergrößerte
Ansicht der Sägezahnstruktur dar, wobei die nach oben und unten gebogenen Sägezähnen
zu erkennen sind. Die Sägezähne sind ähnlich wie die Zähne einer Handsäge angeordnet
und werden auch so hergestellt: Ausstanzen von Zahnlücken und Schränken der Zähne,
die Zähne werden abwechselnd leicht nach links und rechts gebogen. Diese Ausbildung
bewirkt eine formschlüssige Verbindung in zwei Richtungen: In Längsrichtung infolge
der Zahnflanken und in Querrichtung infolge der Schränkung der Zähne.
[0028] In Fig. 7 und 8 ist eine alternative Ausführungsform dargestellt, bei der eine Randausbildung
eines Verstärkungselementes 1 mit abwechselnd leicht nach links und rechts gebogenen
Segmenten vorliegt.
[0029] Werden größere Hinterschneidungen gewünscht, so kann diese Struktur für ein Halteelement
3 ebenfalls mittels gegeneinander wirkender Laufräder erzeugt werden. Diese Laufräder
laufen exakt synchron zu einander und weisen abwechselnd Lücken und Vorsprünge auf.
Die gegeneinander wirkenden Kanten bewirken ein Durchtrennen der Ränder des bandförmigen
Verstärkungselementes 1, 2 ähnlich wie mittels einer Schlagschere und die Vorsprünge
bewirken ein geringfügiges Verbiegen der entstehenden "Zähne" abwechselnd in beide
Richtungen. Auch hier wird eine formschlüssige Verbindung nach dem Einbetten des Randes
in Kunststoff in die beiden Hauptrichtungen erzielt.
[0030] In Fig. 9 ist eine Ausführungsform für ein bandförmiges Verstärkungselement 1, 2
dargestellt, deren Randausbildung einfach herstellbar ist: Es wird auf das Durchtrennen
des Verstärkungselementes 1, 2 verzichtet. Lediglich der Rand des Verstärkungselementes
1, 2 wird plastisch verformt, z.B. wellenförmig. Auch das erfolgt zwischen zwei gegeneinander
wirkenden, synchron laufenden Rollen, wobei die Erhebung bei einer Rolle in Laufrichtung
"kürzer" ist als die Lücke der Gegenrolle. Dieser gewellte Rand als Halteelement 3
des Verstärkungselementes 1, 2 führt ebenfalls zu einer schubfesten Verbindung, wenn
er durch Kunststoff enganliegend umfasst wird. Vorteilhaft ist, dass der tragende
Querschnitt des Versteifungsprofils nicht durch Trennfugen geschwächt wird und somit
die gesamte Bandbreite zur Verstärkung des Kunststoffprofils beiträgt.
[0031] In Fig. 10 ist eine weitere Ausführungsform für ein Verstärkungselement 1, 2 dargestellt,
wobei diese Ausführungsform nicht auf bandförmige Verstärkungselemente beschränkt
ist. Der Rand ist mit zusätzlichen Sicken versehen, was besonders bei der Verwendung
von Aluminium durch eine Rollbearbeitung einfach herzustellen ist. Durch diese Sicken
wird die formschlüssige Verbindung bei Zugbeanspruchung in Querrichtung höher belastbar.
Für den Formschluss in Längsrichtung ist eine Kombination mit den gezeigten Zahn-
und Wellenausbildungen empfehlenswert.
[0032] In den Fig. 11 bis 13 sind unterschiedliche Randstrukturen als Halteelemente 3 für
Verstärkungselemente 1, 2 dargestellt. Fig. 11 zeigt Zähne mit ausgeklinkten Zähnen
für einen Hinterschnitt in Längs- und Querrichtung gemäß der Erfindung. Fig. 12 (und
Fig. 13 in Vergrößerung) zeigt Zähne mit geschränkten Zähnen für Hinterschnitt in
Längs- und Querrichtung gemäß der Erfindung. Im Gegensatz zu der in Fig. 7 dargestellten
Ausführungsform ist erfindungsgemäß die Schnittrichtung für die Zähne hier nicht senkrecht
zum Rand des Verstärkungselementes 1, 2 sondern schräg.
Die Zahnformen gemäß Fig. 11 bis 13 sind bei Metallen empfehlenswert, welche leicht
gestanzt und / oder durchtrennt werden können, beispielsweise bei Aluminium. Beim
Einformen der Verstärkungselemente 1, 2 in den Kunststoff müssen die Zahnlücken und
/ oder die vorhandenen Freiräume weitgehend mit Kunststoff ausgefüllt werden, indem
der Kunststoff mit hohem Druck in die Düse hingepresst wird. Diese Zahnform bewirkt
in die beiden Hauptrichtungen eine besonders gute formschlüssige Verbindung, so dass
auch in Querrichtung hohe Kräfte übertragen werden können.
In Fig. 14 ist ein Verstärkungselement 1, 2 aus GFK dargestellt. Als Material für
Verstärkungselemente 1, 2 eignet sich auch glasfaserverstärkter Kunststoff gut. Bei
kurzglasfaser-verstärkten, thermoplastischen Kunststoffen ist allerdings nur ein E-Modul
in der Größenordnung von etwa 10.000 N/mm
2 erzielbar. Besser eignen sich endlosglasfaserverstärkte Kunststoffe, wobei hier bei
Verwendung von duroplastischen Kunststoffen als Bindemittel im Vergleich zu thermoplastischen
Kunststoffen die höchsten Steifigkeiten erzielt werden. Elastizitätsmodule bis 40.000
N/mm
2 sind absehbar. Im Gegensatz zu Metallen ist hierbei kaum eine plastische Verformung
zur Ausbildung eines Randes als Halteelemente 3 mit Hinterschnitten möglich.
In der Ausführungsform gemäß Fig. 14 (und vergrößert in Fig. 15) werden z.B. durch
Fräsen oder Schleifen mit diamantbestückten Schleifscheiben die gewünschten Einkerbungen
in den Rändern des Verstärkungselementes 1 erzeugt. Es kommt dabei nicht auf eine
bestimmte Zuordnung der jeweiligen Kerben zueinander oder deren genaue Geometrie an,
so dass die Steuerung der verschiedenen Schleifscheiben ebenfalls einfach zu bewerkstelligen
ist. Grundsätzlich ist eine solche Randstruktur als Halteelement 3 auch bei Verstärkungselementen
1, 2 aus anderen Materialien möglich.
[0033] In Fig. 16 ist eine weitere Alternative, insbesondere für Verbindungselemente 1,
2 aus GFK, dargestellt. Um auch in Querrichtung eine Hinterschneidung zu bilden, sind
zusätzlich zu den Zähnen auch Nuten in Längsrichtung eingeschliffen.
[0034] In Fig. 17 bis 19 sind Verstärkungselemente 1 aus Holz, insbesondere Fichtenholz
dargestellt, die jeweils einen gekerbten Rand aufweisen. Für Holzleisten als Verstärkungselemente
1, 2 ist eine Randausbildung durch Einkerbungen mittels Säge oder Fräse sinnvoll.
Zum Rand senkrechte Schnitte (Fig. 17) führen zu einer guten Verankerung gegen Verschieben
in Längsrichtung. Werden diese Schnitte schräg zur Längsachse (Fig. 19) oder abwechselnd
schräg nach vor und schräg zurück (Fig. 18) angebracht, ergibt sich auch eine sehr
gute Verbindung gegen Ausziehen in Querrichtung.
[0035] Die Ausbildung der Verstärkungselemente 1, 2 war in den bisher dargestellten Ausführungsformen
bandförmig oder leistenförmig.
[0036] Eine weitere Alternative stellt die Einlagerung von Drähten mit einem relativ hohen
Elastizitätsmodul in der Kunststoffprofil dar.
[0037] In Fig. 20 und 21 ist ein Kunststoffprofil dargestellt, bei dem vier Drähte 1, 2,
4, 5 als Verstärkungselemente im Kunststoffprofil 10 angeordnet sind.
[0038] Die Drähte 1, 2, 4, 5 können z.B. aus Stahl oder Aluminium gefertigt werden. Alternativ
können auch Endlosholme aus unidirektional glasfaser-verstärkten Kunststoffen, im
Kunststoffprofil 10 angeordnet werden. Dabei werden die Verstärkungselemente 1, 2,
4, 5 bevorzugt in möglichst großer Entfernung von der neutralen Faser angeordnet.
In Fig. 20 und 21 ist erkennbar, dass die Anordnung der Drähte als Verstärkungselemente
1, 2, 4, 5 im Wesentlichen in den Ecken des Kunststoffprofils 10 erfolgt.
[0039] Bei einem üblichen Fensterprofil, wie in den Fig. 20 und 21 dargestellt, bewirken
vier Drähte aus Stahl mit je 3 mm Durchmesser die gleiche Biegesteifigkeit wie ein
übliches U-förmiges Versteifungseisen aus 1,5 mm dickem Blech. Wichtig ist hierfür
die verschubfeste Einbettung der Stahldrähte in das Kunststoffprofil. Durch Rändeln
der Drähte 1, 2, 4, 5 über den gesamten Umfang werden wiederum die erforderlichen
Hinterschneidungen als Halteelemente 3 hergestellt. Wird anstelle von Stahl Aluminium
verwendet, weil dadurch ein Schneiden und / oder Sägen auf den üblichen Maschinen
möglich ist, müsste der Durchmesser der Drähte etwa 1,7 bis 2,0 mal so groß sein wie
bei den dargestellten Stahldrähten, um die gleiche Verstärkungswirkung zu erzielen.
Mäßige Einbußen hinsichtlich Verstärkungswirkung sind durchaus verkraftbar, so dass
auch Aluminiumdrähte mit etwa 3 bis 4 mm Durchmesser durchaus sinnvoll angewendet
werden können.
[0040] Das Einbringen in das Kunststoffprofil kann z.B. auf zwei Arten erfolgen:
- Einextrudieren in einem Querspritzkopf, analog wie oben bei den Verstärkungsbändern.
Beim Ummanteln mit Kunststoff füllt die Kunststoffschmelze die Hinterschneidungen
(Halteelemente 3) des Drahtes 1, 2, 4, 5 aus.
- Einpressen in von außen zugängliche Nuten. Der Draht mit der geprägten Oberfläche
weist gegenüber der Nut ein Übermaß im Zehntel-Millimeter-Bereich auf.
[0041] Das in den Fig. 20 und 21 dargestellte Kunststoffprofil 10 für Fenster erlaubt das
Einpressen der Verstärkungen in das fertig hergestellte Kunststoffprofil 10. Die Drähte
1, 2, 4, 5 können zweckmäßig im Rahmen der Profilextrusion, z.B. im Anschluss an das
Abkühlen, noch bevor das Kunststoffprofil 10 in den Raupenabzug einläuft, eingepresst
werden. Sie können aber auch in die fertig abgelängten Profilstangen oder sogar in
die für das Konfektionieren der Fenster abgelängten und auf Gehrung geschnittenen
Rahmenteile eingepresst werden.
[0042] Zweckmäßig hierbei ist, wenn der Draht 1, 2, 4, 5 zusätzlich zum Prägen der Oberfläche
auch auf etwa 120 bis 200°C aufgeheizt wird. Nach dem Einpressen wird die Wärme in
den benachbarten Kunststoff eingeleitet, dieser erweicht und wird fließfähig und füllt
dann die Hinterschneidungen im Draht weitgehend aus. Nach dem Abkühlen sind Draht
1, 2, 4, 5 und Kunststoff optimal verbunden und es können problemlos große Schubkräfte
übertragen werden.
[0043] Es ist sogar ein Einpressen in den gefügten Rahmen im Zuge der Konfektionierung denkbar:
Die vier Rahmenstücke sind auf Gehrung abgelängt, die Gehrungsflächen werden mit einem
Kleber bestrichen und exakt zum Rahmen gefügt. Der Kleber braucht einige Zeit zum
Aushärten, wobei die benachbarten Teile keinesfalls gegeneinander verschoben werden
dürfen. Werden in dieser Aufspannung die Drähte 1, 2, 4, 5 in die von außen zugänglichen
Nuten eingelegt und dabei auch exakt um die Ecken gebogen, so übernehmen die Drähte
1, 2, 4, 5 sofort eine hohe Tragfunktion und führen zu einer beachtlichen Eckfestigkeit.
Der Rahmen kann daher sofort ausgespannt werden und das Aushärten des Klebers kann
dann langsam über eine längere Zeitspanne erfolgen, was dann keinen negativen Einfluss
auf die Zykluszeit hat. Zusätzlich zur Gewährleistung der erforderlichen Längssteifigkeit
und dem Beitrag zur Eckfestigkeit ist als wesentlicher Vorteil dieser Fertigungsmethode
der Entfall des Eckenputzens zu sehen. Das Eckenputzen ist ein vergleichsweise aufwändiger
Fertigungsvorgang, welcher darüber hinaus noch häufig zu einer Beeinträchtigung der
Oberfläche in ästhetischer Hinsicht führt (z.B. Schattenfuge, Gratbildung und Einkerbungen).
[0044] Bisher wurden Verstärkungsformen mit Verstärkungselementen 1, 2, 4, 5 beschieben,
bei denen die Verstärkungswirkung aufgrund einer schubfesten Verbindung mittels Halteelementen
3 von eingelegten Verstärkungselementen (Bänder, Leisten Drähte) mit dem Kunststoffprofil
10 bewirkt wird.
[0045] Im Folgenden wird gezeigt, dass ein guter Kompromiss aus hoher Verstärkungswirkung
bei gleichzeitiger signifikanter Verbesserung der Wärme-Isolierwirkung durch das Einlegen
von Verbundprofilen als Verstärkungselementen 1, 2 erzielt werden kann. Diese werden
durch Verbinden von hochfesten Bändern und gut wärmeisolierenden Schaummaterialien
erzeugt und anstelle eines üblicherweise verwendeten U-Verstärkungseisens im Zuge
des Konfektionierens der Kunststofffenster in die abgelängten und auf Gehrung geschnittenen
Kunststoffprofile eingelegt.
[0046] Das Anwenden von 3-Schichtverbunden für diesen Zweck ist bereits seit längerem bekannt
(z.B.
EP 0 153 758 A2). Bei den hier beschriebenen Ausführungsformen ist zusätzlich auf die kräftewirksamen
Zug/Druck-Verstärkungsgurte mindestens eine weitere Schaumschicht (Deckschichten)
33, 34 aufgeklebt. Wenn U-Verstärkungseisen verwendet werden, so sind diese um 1-2
mm kleiner als die Kammern in Hohlprofilen, so dass sie verschraubt werden müssen.
Durch Verwendung mindestens einer Deckschicht 33, 34 kann leicht ein gewisses Übermaß
eingestellt werden, so dass das Verstärkungselement dann spielfrei in das Kunststoffprofil
10 einschiebbar ist.
[0047] Mit einem 5-Schicht-Verbund (siehe Fig. 22) lässt sich die Wärmedämmwirkung des Gesamt-Systems
weiter verbessern und gleichzeitig die Extrusion der Kunststoffprofile vereinfachen.
Hinsichtlich Steifigkeit erfolgt keine Veränderung im Vergleich zur 3-Schicht-Ausführung.
[0048] Den einzelnen Schichten des Verbundprofils kommt folgende Aufgabe zu:
- Kernschicht 30: Hohe Wärmedämmwirkung und ausreichende Schubfestigkeit. Da verstärkte
Fensterprofile ohnehin nur mäßig belastet werden dürfen und nur wenige Millimeter
Durchbiegung je 1 Meter Länge aufweisen dürfen, ist nur eine mäßige Schubkraft innerhalb
des Schaumkerns der Kernschicht 30 zu übertragen.
- Zwei Verstärkungsschichten 31, 32, welche die gewünschte Biegesteifigkeit in die beiden
Hauptrichtungen bewirken. Zweckmäßige Materialien sind: Stahl mit Dicken 0,5 bis 2,0
mm, Aluminium mit Dicken 1,5 bis 4 mm oder GFK mit Dicken von 2,0 bis 6,0 mm.
- Weitere Deckschichten 33, 34. Diese Deckschichten sind aus Schaum gebildet und werden
in Hinblick auf möglichst niedrige Wärmeleitfähigkeit ausgewählt.
[0049] Bei dem zugrunde liegenden 5-Kammerprofil wurden drei Innenwände des Kunststoffprofils
entfernt, welche ursprünglich die Hauptkammer, in welche das U-förmige Versteifungseisen
einschiebbar war, und weitere Kammern gebildet haben.
[0050] Das Verbundprofil als Verstärkungselement 1, 2 nach Fig. 22 bis 25 weist fünf Schichten
30, 31, 32, 33, 34 auf.
[0051] Für die Anwendung derartiger 5-Schicht-Verbundprofile ist es zweckmäßig, die Kunststoffprofile
10 zu vereinfachen, das heißt extrusionsfreundlicher zu gestalten (sieh Fig. 24 und
25). Diese Kunststoffprofile 10 weisen nur drei Kammern auf, d.h. nur zwei Innenwände,
welche für die Stabilität und Funktion der Kunststoffprofile 10 erforderlich sind.
Im Vergleich zur ursprünglichen Profilform wurden zwei oder drei Innenkammern oder
Innenwände weggelassen, wodurch das Profil-Metergewicht verringert wird und eine höhere
Extrusionsgeschwindigkeit erreicht werden kann. Trotzdem wird die Wärmedämmwirkung
des Profilsystems letztendlich nicht vermindert, weil die äußeren Schaumlagen des
Verbundprofils 30, 31, 32, 33, 34 die Dämmfunktion der ursprünglichen Innenkammern
übernehmen und sogar verbessern.
[0052] Die Verbundprofile als Verstärkungselemente 1, 2 für das Rahmenprofil nach Fig. 24
oder für das Flügelprofil nach Fig. 25 entstehen durch Befräsen der Schaum-Anteile
aus dem Verbundprofil nach Fig. 23. Hierbei ist zu beachten, dass die "Passgenauigkeit"
zwischen PVC-Hauptprofil und den Schaumanteilen des Verbundprofils 1 sehr eng bemessen
werden kann. Geringfügige räumliche Behinderungen können toleriert werden, weil der
Schaum beim Einschieben des Verstärkungsprofils in das PVC-Profil entlang von kleinen
vorspringenden Nasen vergleichsweise leicht abgeschert und / oder eingedrückt werden
kann. Das heißt, das Verstärkungselement 1 hat einen sehr engen Kontakt mit dem PVC-Profil
und unterstützt dieses unmittelbar großflächig oder zumindest linienförmig. Das Verschrauben
der beiden Kunststoffprofile 10 kann daher vereinfacht werden, d.h. es genügen weniger
Schrauben mit größeren Abständen zueinander. Außerdem erhöht sich die Wärmedämmwirkung,
wenn die Schaumeinlage entlang mehrere Linien direkt am PVC-Profil anliegt, weil kein
Luftaustausch über größere Entfernungen erfolgen kann, der Wärmetransport infolge
Konvektion wird verringert.
[0053] Neben der Verbesserung der mechanischen Steifigkeit durch Verstärkungselemente 1,
2 ist die Verbesserung der Wärmedämmwirkung von Bedeutung. Liegen z.B. die Verstärkungselemente
1, 2 parallel zur Glasebene, hat die Wärmeleitung dieser Verstärkungsmaterialien nahezu
keinen Einfluss auf die gewünschte Dämmwirkung, welche in senkrechter Richtung zur
Glasebene relevant ist. Lediglich durch Wegfall von Wärmebrücken quer zur Glasebene
wird auch noch keine besondere Verbesserung der Wärmedämmwirkung erzielt, weil durch
Luftkonvektion, welche in Kammern mit lichten Weiten größer etwa 8 mm deutlich wirksam
ist, ein guter Wärmeaustausch weiterhin gewährleistet ist. Es ist daher zweckmäßig,
große Hohlkammern zu vermeiden.
[0054] Als erste Variante scheint das Einfügen zusätzlicher Innenwände gut geeignet zu sein.
Nachteile hierbei sind jedoch:
- eine Erhöhung der Kammeranzahl über 6 hinaus ist kaum mehr wirksam, dadurch ist das
Nutzen / Kostenverhältnis sehr angespannt.
- das Metergewicht nimmt deutlich zu und
- das Abführen der Wärme aus dem Profilinneren während der Extrusion wird zunehmend
aufwendiger (Reduzierung der Extrusionsgeschwindigkeit oder Verlängerung der Kühlstrecke),
so dass
- die Fertigungskosten überproportional zunehmen.
[0055] Es ist möglich, die Kammern mit Isolierschäumen auszufüllen. Isolierschäume mit sehr
niedriger Dichte verhindern wirksam die Luftkonvektion und haben "wenig wärmeleitende
Masse", so dass auch kaum Wärmeleitung auftritt.
[0056] Gut isolierende Schäume sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht gleichzeitig mit der
Profilextrusion in das Profil einzubringen, da die gewünschte schlechte Wärmeleitung
den Kalibrier- und Kühlvorgang deutlich verlängert und im Zuge des Extrusionsvorganges
nur eine sehr eingeschränkte Schaumspezifikation zum Einsatz kommen kann. Zweckmäßiger
ist es, die Prozesse für die Schaumherstellung einerseits und für die Profilextrusion
andererseits getrennt zu optimieren und erst die jeweiligen Halbzeuge zusammen zu
führen.
[0057] Als Vorteile hierbei zu sind zu sehen:
- keine Einschränkung der Schaumherstellung hinsichtlich Dichte und Produktionsgeschwindigkeit
durch den (vergleichsweise langsamen) Extrusionsprozess.
- d.h., die Materialtype kann weitgehend frei gewählt werden, z.B. Polystyrol- oder
PE-Schaum
- Optimierungsmöglichkeit hinsichtlich Recycling: Keine stoffliche Verbindung zwischen
PVC und Schaum. Späteres Trennen ist aufgrund der extrem unterschiedlichen Dichten
leicht möglich.
- geringe Lagerhaltungskosten: Aus vergleichsweise billigen Schaumblöcken können sehr
kosteneffizient direkt an der "Fügemaschine" mittels Drahtschneiden, Sägen oder Fräsen
die momentan benötigten Konturen und Längen gefertigt werden und unmittelbar danach
in das Kunststoffprofil 10 eingeschoben werden.
- selbst der Extrusionsprozess kann kostengünstiger gestaltet werden, wenn Innenwände
der Kunststoffprofile 10 entfernt werden, weil deren Aufgabe von eingelegten Schaumprofilen
übernommen wird!
[0058] Prinzipiell ist es möglich, die Schaumzuschnitte in die 6 m langen Profilstangen
einzuschieben oder erst im Zuge des Konfektionierprozesses in die abgelängten und
auf Gehrung geschnittenen Rahmenteile einzuschieben. Eine entsprechende automatische
Herstellung der Schaumzuschnitte und automatische Einbringung in das Kunststoffprofil
10 spricht eher für das Kombinieren im Zuge der Profilfertigung. Komplikationen bei
der Konfektionierung sind dann nicht zu erwarten. Schäume aus PS oder PE haben niedrigere
oder gleiche Schmelzpunkte als PVC mit ca. 200°C, so dass sie beim Anwärmen für das
Eckenschweißen ebenfalls erweichen und eher zusätzlich als Schweißfläche wirken können.
[0059] Beim Konfektionieren von Fenstern werden aus den Profilstangen, welche üblicherweise
eine Länge von 6 m aufweisen, die zur Bildung der Fensterrahmen benötigten Längen
unter 45°, auf Gehrung, abgeschnitten. Aus jeweils vier Rahmen-Profilen wird dann
ein rechteckiger Rahmen geschweißt. Dabei werden die Fügeflächen zunächst auf die
Schweißtemperatur, ca. 200°C, erhitzt und anschließend zusammen gepresst. Dabei entsteht
je Profil-Fügefläche ein Abbrand von ca. 3mm. "Abbrand" ist jedoch nicht wörtlich
zu verstehen, das bedeutet, die erweichte Kunststoffmasse verformt sich plastisch
und bildet einen Wulst, welcher anschließend an den Sichtflächen wieder abgetragen
wird.
[0060] Das Material der Verstärkungselemente 1, 2 hat daher auch eine Auswirkung auf den
Konfektionierprozess. Der Ablängvorgang, das Gehrungsschneiden, muss an das Material
angepasst werden. Bei Stahl sind dann keine Sägeblätter mit Hartmetall-Zähnen anwendbar.
Hier steht mit Trennschleifen eine kostengünstige Variante zur Verfügung. Die übrigen
erwähnten Materialien sind nahezu ohne Veränderung des Prozesses weiterhin mit den
Hartmetall-Kreissägeblättern zu trennen.
[0061] Beim Schweißvorgang bewirkt die angestrebte hohe Verstärkungswirkung der Verstärkungselemente
1, 2, 4, 5 dann eine Behinderung. Die bei der Schweißtemperatur für den Kunststoff
(PVC) unverändert harten Streifen liegen jeweils genau gegenüber und verhindern die
Verkürzung der Kunststoffprofile 10 durch den Abbrand. Daher ist es sinnvoll, die
Verstärkungselemente 1, 2, 4, 5 vor dem Verschweißen gegenüber der Gehrungsschnittfläche
zurückzusetzen.
[0062] In Fig. 26 ist eine perspektivische Ansicht eines auf Gehrung abgeschnittenen Kunststoffprofils
10 mit zwei Verstärkungselementen 1, 2 z.B. aus Aluminium- oder Stahlblech oder GFK
in Bandform dargestellt.
[0063] Das Zurücksetzen der harten Verstärkungselemente 1, 2, 4, 5 erfolgt vorteilhafterweise
unmittelbar nach dem Gehrungsschneiden, noch in der gleichen Aufspannung der Kunststoffprofile
10. Zu diesem Zeitpunkt ist die Lage des Kunststoffprofils 10 und der Schnittfläche
exakt bekannt und festgelegt, so dass mittels Fräs- oder Schleifvorgang die benötigten
Flächenanteile exakt bearbeitet werden können. Das kann durch einen Schaft- oder Stirnfräser
erfolgen, welcher beispielsweise programmgesteuert die benötigten Konturen abfährt.
Gut geeignet ist ein Hochgeschwindigkeits-Fräsaggregat, da dabei nur geringe Kräfte
auf das Werkstück übertragen werden und dadurch ein Flattern oder Vibrieren im Falle
von dünnen Blechen vermindert wird. Außerdem kommen beim Hochgeschwindigkeitsfräsen
Fräser mit einem vergleichsweise kleinen Durchmesser zum Einsatz.
[0064] In Fig. 27 ist das freigestellte (d.h. freigefräste Verstärkungselement 1) dargestellt.
[0065] In analoger Weise könnten auch eingebrachte Drähte 4, 5 bearbeitet werden. In Fig.
28 und 29 ist das Zurücksetzen der Drähte dargestellt.
[0066] Auch hierfür eignet sich ein Hochgeschwindigkeits-Fräsaggregat sehr gut. Der Fräser
ist achsparallel zum Kunststoffprofil 10 ausgerichtet, über eine geeignete, programmierbare
Wegsteuerung werden die erforderlichen Positionen angefahren.
[0067] Alternativ kann auch ein Säge- oder Trennschleifverfahren angewendet werden, wobei
in die Gehrungsebene durchgehende Schlitze mit etwa 2 mm Tiefe ausgebildet werden,
wie dies in Fig. 30 und 31 dargestellt ist. D.h., in der Ebene der Verstärkungselemente
1, 2 (hier als Verstärkungsband ausgebildet) werden auch die eigentlich für den Schweißvorgang
geeigneten Kunststoff-Anteile entfernt. Das ist aber kein Nachteil, da beim Schweißvorgang
diese "Lücken" im Zuge der Wulstbildung ohnehin wieder mit Kunststoff aus den benachbarten
Bereichen aufgefüllt werden.
[0068] Üblicherweise erfolgt die Eckverbindung bei Kunststofffenstern durch Verschweißen
der Kunststoffprofile 10. Werden die Kunststoffprofile 10 entsprechend dieser Erfindung
mit Verstärkungselementen 1, 2, 4, 5 (Bänder aus Metall, Leisten, Drähte etc.) verstärkt,
können diese auch für die Eckverbindung herangezogen werden. Da insbesondere die Metallkomponenten
örtlich viel größere Kräfte übertragen können als der Kunststoff, kann die erforderliche
Eckfestigkeit dadurch gewährleistet werden, dass nur diese Metallkomponenten untereinander
haltbar verbunden werden. Diese Verbindung kann entweder durch Verschweißen untereinander
oder durch Verkleben mit einem Einlegeteil erfolgen. Der Kunststoff selbst muss dann
nicht an der Verbindung beteiligt werden. Das bringt den Vorteil mit sich, dass der
Kunststoff keinen Schweißwulst bildet und dieser in der Folge auch nicht durch das
sogenannte "Eckenputzen" mühsam wieder entfernt und / oder zu einer gefälligen Form
gefräst oder abgezogen werden muss.
[0069] In diesem Fall werden die Metallbänder oder -Drähte nicht gegenüber der Gehrungsfläche
zurückgesetzt, sondern selbst untereinander verbunden. Dieses Verbinden kann entweder
mechanisch erfolgen oder durch Verschweißen.
[0070] Mechanisch: Einpressen der Enden der Verstärkungselemente 1, 2, 4, 5 (Draht- oder
Versteifungsbänder-Enden) in Einlegeteile. Durch entsprechende Ausführung der Einlegeteile
mit "Widerhaken und Federwirkung" ist ein Fügen mit mäßigem Kraftaufwand möglich.
Ein Öffnen erfordert dann einen sehr großen Kraftaufwand. Eine Unterstützung der Festigkeit
durch Kleben ist natürlich auch möglich.
[0071] Verschweißen: Z.B. Wärmeimpulsschweißen ähnlich Punktschweißen: Die Elektroden werden
an die in der Nut von außen zugänglichen Verstärkungselemente 1, 2, 4, 5 (Drähte,
Bänder etc.) angelegt. Werden die Gehrungsflächen in Kontakt gebracht, entsteht an
der Kontaktfläche eine elektrisch leitende Verbindung bei großem Widerstand - es entsteht
kurzfristig ein Lichtbogen, der zur Verschweißung führt.
[0072] Z.B. Laserschweißen: Die Gehrungsflächen werden gefügt, so dass auch die Stirnfläche
der Metall-Verstärkungsdrähte oder -Bänder in Kontakt kommen oder nur einen sehr engen
Spalt bilden. Der Schweiß-Laser wird so geführt, dass das Metall in der Fügefläche
aufschmilzt und verschweißt.
In Zusammenhang mit den Figuren wurden unterschiedliche Ausführungsformen für Verstärkungselemente
1, 2, 4, 5 dargestellt, wobei in jedem Kunststoffprofil 10, 20 jeweils nur eine einheitliche
Bauform zum Einsatz kam. Die vorliegende Erfindung erstreckt sich aber auch auf Kombinationen
der hier beispielhaft dargestellten Ausführungsformen. So kann z.B. ein Rand eines
bandförmigen Verstärkungselementes 1, 2 als Haltelement 3 eine Wellenstruktur aufweisen,
der andere Rand als Halteelement 3 eine Sägezahnstruktur.
Bezugszeichenliste
[0073]
- 1
- erstes Verstärkungselement
- 2
- zweites Verstärkungselement
- 3
- Halteelemente
- 4
- drittes Verstärkungselement (Draht)
- 5
- viertes Verstärkungselement (Draht)
- 10
- erstes Kunststoffprofil
- 11
- erste Kammer in Kunststoffprofil
- 12
- zweite Kammer in Kunststoffprofil
- 20
- zweites Kunststoffprofil
- 30
- Kernschicht
- 31
- erste Verstärkungsschicht
- 32
- zweite Verstärkungsschicht
- 33
- erste Deckschicht
- 34
- zweite Deckschicht
1. Verbundprofil, insbesondere für Fenster und Türen, mit einem extrudierten Kunststoffprofil
(10, 20) und mindestens einem mit diesem weitgehend schubfest verbundenen Verstärkungselement
(1, 2, 4, 5), wobei mindestens ein Haltelement (3) am Verstärkungselement (1, 2, 4,
5) zur Herstellung einer stoff-, reib- und / oder formschlüssigen Verbindung zwischen
Verstärkungselement (1, 2, 4, 5) und Kunststoffprofil (10) angeordnet ist, wobei das
mindestens eine Haltelement (3) in der Ebene des Verstärkungselementes (1, 2, 4, 5)
sowohl in Quer- und Längsrichtung des Verstärkungselements (1, 2, 4, 5) wirkt,
gekennzeichent durch
Randstrukturen als Halteelement (3) für das Verstärkungslement (1, 2) mit Zähnen mit
ausgeklinkten Zähnen für einen Hinterschnitt in Längs- und Querrichtung oder mit Zähnen
mit geschränkten Zähnen für einen Hinterschnitt in Längs- und Querrichtung, wobei
die Schnittrichtung für die Zähne nicht senkrecht zum Rand des Verstärkungselements
sondern schräg ist.
2. Verbundprofil nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (1, 2, 4, 5) aus Metall, bevorzugt Stahl oder Aluminium,
aus glasfaserverstärktem Kunststoff, bevorzugt unidirektional verstärktem Duroplast,
wie z.B. ungesättigtem Polyester- oder Epoxidharz, oder aus Holz, bevorzugt Fichtenholz,
besteht.
3. Verbundprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass das Halteelement (3) eine Profilierung, eine Rändelung, eine durch Einschnitte und
/ oder Ausstanzungen erzeugte Struktur, eine Wellenstruktur, eine Sägezahnstruktur,
eine Kerbungsstruktur, eine Klebung und / oder eine erhitzbare Stelle aufweist.
4. Verbundprofil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerben und / oder Einschnitte als Haltelemente (3) quer und / oder schräg zur
Längsrichtung des Verstärkungselementes (1, 2, 4, 5) angeordnet sind.
5. Verbundprofil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (1, 2, 4, 5) als Band, als Leiste und / oder als Draht ausgebildet
ist.
6. Verbundprofil nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmedämmwirkung und / oder die Biegsteifigkeit durch Einschieben von vorgefertigten
Verbundprofilen (30, 31, 32, 33, 34) in eine oder mehrere Kammer erhöht wird.
7. Verbundprofil nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (1, 2, 4, 5) Teil eines Verbundprofils mit mindestens vier
Schichten, nämlich einer Kern-Schaumschicht (30), zwei mit dieser schubfest verbunden
Deckschichten (31, 32) hoher Steifigkeit und mindestes einer Schicht (33, 34) aus
Isolierschaum ist, die auf eine der Deckschichten (31, 32) aufgeklebt ist.
8. Verfahren zur Herstellung eines Verbundprofils nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 7, wobei das mindestens eine Halteelement (3) durch eine plastische Verformung,
insbesondere Rändeln oder Prägen und / oder durch ein Umformen, insbesondere durch
Einrollen und / oder Einpressen von Rillen oder Wellen bewirkt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, dass die Verstärkungselemente (1, 2, 4, 5) im Zuge der Extrusion des Kunststoffprofils
(10, 20) durch eine Düse eingebracht und in das Kunststoffprofil (10, 20) eingebettet
werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, dass die Verstärkungselemente (1, 2, 4, 5) erst nach dem weitgehenden Abkühlen des Kunststoffprofils
(10, 20) in von außen zugängliche Nuten in das Kunststoffprofil (10, 20) eingepresst
werden.
11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung von Kunststofffenstern mittels Eckenschweißverfahren eingebettete
Verstärkungselemente (1, 2, 4, 5) nach dem Ablängen und Gehrungsschneiden zusätzlich
in der gleichen Aufspannung in der Gehrungssäge mittels Fräs- oder Sägevorgang zurückgesetzt
werden, um den Schweißvorgang nicht räumlich zu behindern.
12. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Herstellung von Flügel- und Blendrahmen die eingebetteten Verstärkungselemente
(1, 2, 4, 5) selbst maßgeblich zur Eckenverbindung herangezogen werden, indem diese
untereinander durch Verschweißen und / oder Einpressen in einen Einlegeteil verbunden
werden.
13. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet dass die Verstärkungselemente (1, 2, 4, 5) erst im Zuge der Fensterkonfektionierung zur
Ausbildung der Flügel- oder Blendrahmen in von außen zugänglichen Nuten der Kunststoffprofile
eingepresst werden, und diese ohne Unterbrechung um zumindest eine Ecke des gebildeten
Rahmens laufen, so dass ein Beitrag zur Eckverbindung geleistet wird.
1. Composite profile, in particular for windows and doors, comprising an extruded plastic
profile (10, 20) and at least one reinforcing element (1, 2, 4, 5) which is connected
thereto in a substantially shear-resistant manner, wherein at least one retaining
element (3) is arranged on the reinforcing element (1, 2, 4, 5) for producing a materially
integral, frictional and/or form-fitting connection between the reinforcing element
(1, 2, 4, 5) and plastic profile (10), wherein the at least one retaining element
(3) acts, in the plane of the reinforcing element (1, 2, 4, 5), both in the transverse
and longitudinal direction of the reinforcing element (1, 2, 4, 5),
characterized by
edge structures as retaining element (3) for the reinforcing element (1, 2) having
teeth with notched teeth for an undercut in the longitudinal and transverse direction
or having teeth with set teeth for an undercut in the longitudinal and transverse
direction, wherein the cut direction for the teeth is not perpendicular to the edge
of the reinforcing element but oblique.
2. Composite profile according to Claim 1,
characterized in that the reinforcing element (1, 2, 4, 5) consists of metal, preferably steel or aluminium,
of glass-fibre-reinforced plastic, preferably unidirectionally reinforced thermoset,
such as, for example, unsaturated polyester resin or epoxy resin, or of wood, preferably
spruce wood.
3. Composite profile according to Claim 1 or 2,
characterized in that the retaining element (3) has a profiling, a knurling, a structure produced by incisions
and/or punchings, a corrugated structure, a sawtooth structure, a notch structure,
an adhesive system and/or a heatable point.
4. Composite profile according to at least one of Claims 1 to 3, characterized in that the notches and/or incisions as retaining elements (3) are arranged transversely
and/or obliquely to the longitudinal direction of the reinforcing element (1, 2, 4,
5).
5. Composite profile according to at least one of Claims 1 to 4, characterized in that the reinforcing element (1, 2, 4, 5) is designed as a band, as a strip, and/or as
a wire.
6. Composite profile according to at least one of the preceding claims, characterized in that the thermal insulating effect and/or the flexural rigidity is increased by inserting
prefabricated composite profiles (30, 31, 32, 33, 34) into one or more chambers.
7. Composite profile according to at least one of the preceding claims, characterized in that the reinforcing element (1, 2, 4, 5) is part of a composite profile having at least
four layers, namely a core foam layer (30), two cover layers (31, 32) of high rigidity
connected thereto in a shear-resistant manner and at least one layer (33, 34) of insulating
foam which is adhesively bonded to one of the cover layers (31, 32).
8. Method for producing a composite profile according to at least one of Claims 1 to
7, wherein the at least one retaining element (3) is realized by a plastic deformation,
in particular knurling or embossing and/or by a forming operation, in particular by
the rolling in and/or pressing in of grooves or corrugations.
9. Method according to Claim 8, characterized in that, in the course of the extrusion of the plastic profile (10, 20), the reinforcing
elements (1, 2, 4, 5) are introduced through a die and embedded into the plastic profile
(10, 20).
10. Method according to Claim 8 or 9, characterized in that the reinforcing elements (1, 2, 4, 5) are pressed into externally accessible grooves
in the plastic profile (10, 20) only after the substantial cooling of the plastic
profile (10, 20).
11. Method according to at least one of Claims 8 to 10,
characterized in that, in order to produce plastic windows by means of corner welding methods, embedded
reinforcing elements (1, 2, 4, 5) are, after the cutting to length and mitre cutting,
additionally set back in the same set-up in the mitre saw by means of a milling or
sawing operation in order not to spatially impede the welding operation.
12. Method according to at least one of Claims 8 to 11,
characterized in that, during the production of sash frames and casing frames, the embedded reinforcing
elements (1, 2, 4, 5) are themselves crucially drawn up to the corner connection in that they are connected to one another by welding and/or pressing into an insertion part.
13. Method according to at least one of Claims 8 to 12,
characterized in that the reinforcing elements (1, 2, 4, 5) are pressed into externally accessible grooves
of the plastic profiles only in the course of the window fabrication to form the sash
frames or casing frames, and they run without interruption around at least one corner
of the frame formed, with the result that a contribution to the corner connection
is made.
1. Profilé composite, en particulier pour des fenêtres et des portes, comprenant un profilé
en plastique extrudé (10, 20) et au moins un élément de renforcement (1, 2, 4, 5)
relié à celui-ci de manière essentiellement résistant à la poussée, au moins un élément
de retenue (3) étant disposé sur l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5) pour établir
une liaison par engagement par liaison de matière, par friction et/ou par engagement
par correspondance de formes entre l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5) et le profilé
en plastique (10), l'au moins un élément de retenue (3) agissant dans le plan de l'élément
de renforcement (1, 2, 4, 5) à la fois dans la direction transversale et dans la direction
longitudinale de l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5),
caractérisé par
des structures de bord servant d'élément de retenue (3) pour l'élément de renforcement
(1, 2) avec des dents comprenant des dents encochées en vue d'une contre-dépouille
dans la direction longitudinale et transversale ou avec des dents comprenant des dents
avoyées en vue d'une contre-dépouille dans la direction longitudinale et transversale,
la direction de coupe pour les dents n'étant pas perpendiculaire au bord de l'élément
de renforcement mais étant oblique.
2. Profilé composite selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5) se compose de métal, de préférence d'acier
ou d'aluminium, de plastique renforcé par des fibres de verre, de préférence de duroplaste
renforcé de manière unidirectionnelle, comme par exemple de la résine de polyester
ou de la résine époxy insaturée, ou de bois, de préférence d'épicéa.
3. Profilé composite selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'élément de retenue (3) présente un profilage, un moletage, une structure produite
par des entailles et/ou par des estampages, une structure ondulée, une structure en
dents de scie, une structure à encoches, un collage et/ou une zone pouvant être chauffée.
4. Profilé composite selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les encoches et/ou les entailles sont disposées en tant qu'éléments de retenue (3)
transversalement et/ou obliquement par rapport à la direction longitudinale de l'élément
de renforcement (1, 2, 4, 5).
5. Profilé composite selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5) est réalisé sous forme de bande, sous forme
de baguette et/ou sous forme de fil métallique.
6. Profilé composite selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'effet d'isolation thermique et/ou la rigidité en flexion sont accrus par insertion
de profilés composites préfabriqués (30, 31, 32, 33, 34) dans une ou plusieurs chambres.
7. Profilé composite selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'élément de renforcement (1, 2, 4, 5) fait partie d'un profilé composite ayant au
moins quatre couches, à savoir une couche noyau en mousse (30), deux couches de recouvrement
(31, 32) reliées à celle-ci de manière résistant à la poussée et ayant une grande
rigidité, et au moins une couche (33, 34) en mousse isolante, qui est collée sur l'une
des couches de recouvrement (31, 32).
8. Procédé de fabrication d'un profilé composite selon au moins l'une quelconque des
revendications 1 à 7, dans lequel au moins un élément de retenue (3) est réalisé par
déformation plastique, en particulier par moletage ou gaufrage et/ou par façonnage,
en particulier par roulage et/ou pressage de rainures ou d'ondulations.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que les éléments de renforcement (1, 2, 4, 5), sont introduits à travers une buse au
cours de l'extrusion du profilé en plastique (10, 20) et sont incorporés dans le profilé
en plastique (10, 20).
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que les éléments de renforcement (1, 2, 4, 5) sont pressés dans des rainures accessibles
depuis l'extérieur dans le profilé en plastique (10, 20) seulement après le refroidissement
substantiel du profilé en plastique (10, 20).
11. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que pour la fabrication de fenêtres en plastique au moyen d'un procédé de soudage en
angle, des éléments de renforcement incorporés (1, 2, 4, 5), après découpage à la
longueur et coupe en onglet, sont en outre mis en retrait en une seule passe dans
la scie à onglet par une opération de fraisage ou de sciage, afin de de ne pas gêner
spatialement l'opération de soudage.
12. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que lors de la fabrication de cadres de vantail et de dormants, les éléments de renforcement
incorporés (1, 2, 4, 5) sont utilisés eux-mêmes de manière déterminante pour la connexion
des angles, par le fait que ceux-ci sont reliés les uns aux autres par soudage et/ou
par pressage dans une pièce d'insertion.
13. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications 8 à 12, caractérisé en ce que les éléments de renforcement (1, 2, 4, 5), seulement lors de la confection de la
fenêtre pour réaliser le cadre de vantail ou le dormant, sont pressés dans des rainures,
accessibles depuis l'extérieur, des profilés en plastique et celles-ci s'étendent
sans interruption autour d'au moins un coin du châssis formé, de manière à garantir
une contribution à la liaison d'angle.