Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Werkzeugmaschinenvorrichtung, insbesondere einer
Handwerkzeugmaschinenvorrichtung, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine ähnliche Vorrichtung ist aus
US7200516B1 bekannt.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Die Erfindung geht aus von einer Werkzeugmaschinenvorrichtung nach Anspruch 1 und
einen Verfahren für eine Werkzeugmaschinenvorrichtung nach Anspruch 10.
[0004] Es wird vorgeschlagen, dass die Sensoreinheit wenigstens ein optisches Sensorelement
aufweist. Unter einem "Sensorsignal einer Sensoreinheit" soll insbesondere eine analoge
oder digitale Ausgangskenngröße der Sensoreinheit verstanden werden, die direkt von
einer Messgröße der Sensoreinheit abhängt. Die Messgröße der Sensoreinheit ist vorteilhafterweise
als die Umgebungshelligkeit ausgebildet. Unter "bereitstellen des Sensorsignals" soll
insbesondere eine zur analogen und/oder digitalen Weiterverarbeitung vorgesehene Ausgabe
des Sensorsignals an zumindest einem Signalausgang der Sensoreinheit verstanden werden.
Unter einem "optischen Sensorelement" soll insbesondere für ein optisches Signal sensitives
Element verstanden werden, wobei unter einem "optischen Signal" insbesondere eine
Helligkeit in wenigstens einem definierten optischen Wellenlängenbereich verstanden
werden soll. Grundsätzlich kann das optische Sensorelement dabei auf definierte Wellenlängen
des Wellenlängenbereichs optimiert sein. Unter einem "Wellenlängenbereich soll insbesondere
ein Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts verstanden werden. Grundsätzlich kann
das optische Sensorelement aber auch in Wellenlängenbereichen des nichtsichtbaren
Lichts, wie insbesondere im Infrarotbereich, sensitiv sein. Unter "vorgesehen" soll
insbesondere speziell ausgestattet, ausgelegt und/oder programmiert verstanden werden.
Durch ein optisches Sensorelement kann eine besonders einfache Sensoreinheit realisiert
werden, die insbesondere zur Anbindung an eine Sicherheitseinheit vorgesehen werden
kann, und die vorteilhafterweise einen hohen Zusatznutzen für weitere Anwendungen
bietet. Die Werkzeugmaschinenvorrichtung kann dabei fest in die Werkzeugmaschine integriert
sein oder auch als Zubehörteil, wie insbesondere in Form eines Zusatzhandgriffs, ausgebildet
sein. Grundsätzlich ist möglich, die Werkzeugmaschinenvorrichtung als nachrüstbare
Zusatzvorrichtung auszubilden.
[0005] Die Sensoreinheit umfasst weiter zumindest zwei Sensorelemente welche zumindest teilweise
gegeneinander verschobene Erfassungsbereiche aufweisen. Unter einem "Erfassungsbereich
eines Sensorelements" soll dabei insbesondere zumindest ein Winkelbereich entlang
zumindest einer Raumrichtung verstanden werden, über den das Sensorelement die Umgebungshelligkeit
erfasst. Vorzugsweise entspricht der Signalwert des Sensorelements einem integralen
Maß der Umgebungshelligkeit über den definierten Raumbereich. Unter "gegeneinander
verschobenen Erfassungsbereichen" soll insbesondere verstanden werden, dass die Erfassungsbereiche
sich zumindest in Teilbereichen unterscheidende Raumbereiche abdecken. Dadurch können
Relativbewegung besonders einfach erkannt werden, wobei das Sensorsignal dadurch insbesondere
für eine Bestimmung einer Bewegungsrichtung vorgesehen ist. Grundsätzlich ist es ausreichend,
wenn die Sensoreinheit einen Teil aller möglichen Raumrichtungen erfasst, insbesondere
wenn lediglich ausgezeichnete Bewegungen erfasst werden sollen. Zudem kann es sinnvoll
sein, definierte Raumbereiche, wie insbesondere Raumbereiche um einen Handgriff herum,
von einer Erfassung mittels der Sensoreinheit auszunehmen.
[0006] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Erfassungsbereiche der zumindest zwei Sensorelemente
teilweise überlappen. Unter "überlappenden Erfassungsbereichen" soll insbesondere
verstanden werden, dass die Erfassungsbereiche sich zumindest in Teilbereichen gleiche
Raumbereiche abdecken. Dadurch kann eine Bestimmung der Relativbewegung vereinfacht
werden.
[0007] Weiter weist die Sensoreinheit wenigstens eine Sensorachse auf und sind die zumindest
zwei Sensorelemente im Wesentlichen ringförmig um die Sensorachse angeordnet. Unter
einer "Sensorachse" soll dabei insbesondere eine virtuelle Achse verstanden werden,
durch die eine sensitive Richtung der Sensoreinheit, d.h. eine Richtung entlang der
die Sensoreinheit eine Relativbewegung gegenüber der Umgebung bestimmen kann, definiert
ist. Unter einer "Anordnung der Sensorelemente" soll dabei insbesondere eine durch
die Erfassungsbereiche der Sensorelemente definierte Ausrichtung der Sensorelemente
verstanden werden. Unter einer "ringförmigen Anordnung" soll dabei insbesondere eine
im Wesentlichen konzentrische Anordnung der Sensorelemente um die Sensorachse verstanden
werden. Vorteilhafterweise weisen die Sensorelemente jeweils eine Mittenorientierung
auf, wobei sich die Mittenorientierungen sämtlicher Sensorelemente in der Sensorachse
schneiden. Unter einer "Mittenorientierung" soll dabei insbesondere eine Erfassungsrichtung
der Sensorelemente verstanden werden, die durch einen geometrischen Mittelpunkt einer
Sensorfläche der Sensorelemente und einem geometrischen Mittelpunkt des Erfassungsbereichs
in einem definierten Abstand von der Sensorfläche definiert ist. Unter "einer im Wesentlichen
ringförmigen Anordnung" soll in diesem Zusammenhang insbesondere verstanden werden,
dass Abstände der Sensorelemente von der Sensorachse im Wesentlichen gleich groß sind.
Insbesondere soll darunter auch verstanden werden, dass lediglich ein Teil der Sensorelemente
ringförmig um die Sensorachse angeordneten sind, insbesondere wenn die Sensoreinheit
drei oder mehr Sensorelemente aufweist. Durch eine im Wesentlichen ringförmige Anordnung
können insbesondere Drehbewegungen um die Sensorachse vorteilhaft bestimmt werden,
wodurch eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung insbesondere für Handwerkzeugmaschinen
gefunden werden kann. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar die Sensorelemente wenigstens
teilweise im Wesentlichen linear entlang der Sensorachse anzuordnen, wodurch lineare
Bewegung vorteilhaft detektiert werden können.
[0008] Grundsätzlich ist es denkbar, dass das wenigstens eine Sensorelement drehbar angeordnet
ist. Dabei ist es insbesondere vorteilhaft, wenn sämtliche Sensorelemente um die Anordnungsachse
drehbar sind. In einer Ausgestaltung ist dabei das zumindest eine Sensorelement frei
drehbar gelagert, wobei es zumindest eine Unwucht aufweist, die eine Ausrichtung des
Sensorelements in einem Schwerefeld bewirkt. Alternativ ist es auch denkbar, dass
die Sensoreinheit wenigstens eine Antriebsvorrichtung aufweist, die dazu vorgesehen
ist, das wenigstens eine Sensorelement in einer Drehbewegung anzutreiben. Dadurch
kann eine Anzahl der Sensorelemente reduziert werden und/oder eine Gehäusebewegung
ausgeglichen werden.
[0009] Vorteilhafterweise ist das zumindest eine optische Sensorelement als eine Fotodiode
oder ein Fototransistor ausgebildet, wodurch eine besonders konstruktive Ausgestaltung
der Sensoreinheit realisiert werden kann. Unter einer Fotodiode oder einem Fototransistor
soll dabei insbesondere ein wenigstens einen PN- oder NP-Übergang aufweisendes Element
verstanden werden, wobei vorteilhafterweise eine von dem Sensorelement abgegebene
Spannung oder ein von dem Sensorelement abgegebener Strom als Signalwert des Messsignals
dient. Insbesondere bei einer geforderten hohen Messgenauigkeit ist dabei auch eine
Ausbildung der Sensorelemente in Form eines Zeilen- oder Bildsensors denkbar, wodurch
insbesondere eine Ausgestaltung mit mehr als 100 bzw. mehr als 1000 Sensorelementen
realisiert werden kann. Grundsätzlich können die Sensorelemente aber auch als Fotowiderstände
ausgebildet sein.
[0010] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Werkzeugmaschinenvorrichtung eine Recheneinheit
aufweist, die dazu vorgesehen ist, anhand einer von dem zumindest einen Sensorelement
erfassten Umgebungshelligkeit einen Geschwindigkeitswert der Relativbewegung zu bestimmen.
Unter einer "Recheneinheit" soll insbesondere eine Einheit mit einem Informationseingang,
einer Informationsverarbeitung und einer Informationsausgabe verstanden werden. Vorteilhaft
weist die Recheneinheit zumindest einen Prozessor, einen Speicher, Kommunikationsmittel,
eventuell weitere elektrische Bauteile, ein Betriebsprogramm und/oder Berechnungsroutinen
auf, die auf einer gemeinsamen Platine angeordnet, in mehrere Baugruppen aufgeteilt
und/oder vorteilhaft in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet sind. Durch eine Recheneinheit
kann das Sensorsignal vorteilhafter ausgewertet werden, wobei die Bestimmung des Geschwindigkeitswerts
anhand der Umgebungshelligkeit besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Werkzeugmaschinenvorrichtung
möglich sind. Unter einer "erfassten Umgebungshelligkeit" soll insbesondere verstanden
werden, dass ein Signalwert des Sensorsignals, der von dem zumindest einen Sensorelement
bereitgestellt wird, zumindest von der Umgebungshelligkeit abhängt. Grundsätzlich
kann der Sensorwert über die Umgebungshelligkeit hinausgehend zusätzlich einen Farbwert
repräsentieren. Insbesondere ist auch eine mehrdimensionale Ausbildung des Signalwerts
möglich, wie beispielsweise bei einer separaten Auswertung unterschiedlicher Wellenlängen
und/oder Wellenlängenbereiche, die jeweils Einzelwerte des Signalwerts bilden.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass
die Recheneinheit zur Bestimmung einer Winkelgeschwindigkeit vorgesehen ist, wodurch
insbesondere für eine Sicherheitseinheit der Werkzeugmaschine eine vorteilhafte Schaltungsgrundlage
zum Auslösen von Sicherheitsschaltungen gegeben werden kann. Unter "Bestimmen einer
Geschwindigkeit, insbesondere einer Winkelgeschwindigkeit" soll dabei insbesondere
verstanden werden, dass in der Recheneinheit wenigstens eine Routine hinterlegt ist,
die dazu vorgesehen ist, aus einer zeitlichen Veränderung des Sensorsignals eine tatsächliche
Geschwindigkeit zumindest nährungsweise zu berechnen. Vorteilhafterweise wertet die
Recheneinheit dazu zumindest die von den zumindest zwei Sensorelementen bereitgestellten
unterschiedlichen Signalwerte aus, die eine zeitliche Änderung der von ihnen gemessenen
Umgebungshelligkeiten darstellen. Durch Bestimmung der Winkelgeschwindigkeit kann
dabei eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung für Werkzeugmaschinen mit einem Rotationswerkzeug
gefunden werden, wobei eine solche Ausgestaltung insbesondere für Handwerkzeugmaschinen
vorteilhaft ist.
[0012] Grundsätzlich ist die Bestimmung der Relativbewegung nicht auf eine Drehbewegung
beschränkt. Die bestimmbare Relativbewegung ist insbesondere durch die Anordnung der
Sensorelemente bedingt. Sind die Sensorelemente beispielsweise entlang einer linearen
Anordnungsachse angeordnet, kann die Sensoreinheit zur Bestimmung einer Linearbewegung
entlang dieser Anordnungsachse verwendet werden. Bei einer kugelförmigen Anordnung
der Sensorelemente könnte die Recheneinheit anhand des Sensorsignals prinzipiell eine
Drehbewegung um eine beliebige Rotationsachse erkennen und deren Geschwindigkeitswert
bestimmen.
[0013] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Werkzeugmaschinenvorrichtung eine Sicherheitseinheit
aufweist, die die Sensoreinheit umfasst. Unter einer "Sicherheitseinheit" soll insbesondere
eine Vorrichtung verstanden werden, die in zumindest einem Betriebszustand eine Beschädigung,
insbesondere eines Teils einer Handwerkzeugmaschine, verhindert und/oder insbesondere
eine Sicherheit eines Bedieners erhöht. Vorzugsweise ist die Sicherheitseinheit zumindest
zur Erkennung eines unbeherrschten Blockierfalls vorgesehen. Unter einem "unbeherrschten
Blockierfall" soll insbesondere ein Vorgang verstanden werden, bei dem ein Einsatzwerkzeug
in einem zu bearbeitenden Werkstück verklemmt, wobei das am Gehäuse wirkende Reaktionsdrehmoment
eine Haltekraft des Bedieners übersteigt und das Gehäuse sich unkontrolliert über
einen bestimmten Winkelbereich um eine Achse, insbesondere eine Rotationsachse einer
Einsatzwerkzeugbefestigung, dreht. Dadurch kann eine Sicherheit für einen Benutzer
erhöht werden. Vorzugsweise ist die Sicherheitseinheit zumindest teilweise einstückig
mit der Recheneinheit ausgeführt, d.h. in der Recheneinheit ist vorzugsweise wenigstens
eine Routine für die Sicherheitseinheit hinterlegt.
[0014] In einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die Werkzeugmaschinenvorrichtung
eine Datenübertragungseinheit für eine externe Datenübertragung umfasst, die die Sensoreinheit
umfasst. Unter einer "Datenübertragungseinheit" soll insbesondere eine Vorrichtung
verstanden werden, die in zumindest einem Betriebszustand dazu vorgesehen ist, ein
digitales und/oder digitalisierbares Datenpaket von einer externen Vorrichtung zu
empfangen, wie beispielsweise zur Durchführung eines Software-Updates oder eine Übermittlung
von Parametern einer Werkstückbearbeitung. Vorzugsweise ist die Datenübertragungseinheit
zum Auslesen des Datenpakets dazu vorgesehen ist, das Sensorsignal auszuwerten. Dadurch
kann eine Flexibilität und insbesondere ein Bedienkomfort für einen Benutzer erhöht
werden. Vorzugsweise ist die Datenübertragungseinheit zumindest teilweise einstückig
mit der Recheneinheit ausgeführt, d.h. in der Recheneinheit ist vorzugsweise wenigstens
eine Routine für die Datenübertragungseinheit hinterlegt.
[0015] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Werkzeugmaschinenvorrichtung eine Bedieneinheit
umfasst, die die Sensoreinheit umfasst. Unter einer Bedieneinheit soll insbesondere
eine Einheit verstanden werden, die zur direkten Eingabe von Bedienbefehlen durch
einen Benutzer vorgesehen ist, wie beispielsweise eine Einheit zur Einstellung einer
Drehrichtung, einer Drehzahl und/oder eines Drehmoments einer Antriebseinheit, wie
beispielsweise eine Einheit zur Steuerung von Benutzermenus oder andere, dem Fachmann
als sinnvoll erscheinende Einstellungen. Vorzugsweise ist die Bedieneinheit dazu vorgesehen,
das Sensorsignal zur Einstellung und/oder Anpassung wenigstens eines Werkzeugmaschinenparameters
auszuwerten. Dadurch kann eine Anzahl von Bedienelementen vorteilhaft reduziert werden,
wodurch insbesondere Herstellungskosten gesenkt werden können. Vorzugsweise ist die
Bedieneinheit zumindest teilweise einstückig mit der Recheneinheit ausgeführt, d.h.
in der Recheneinheit ist vorzugsweise wenigstens eine Routine für die Bedieneinheit
hinterlegt.
[0016] Zudem wird vorgeschlagen, dass die Werkzeugmaschinenvorrichtung eine Lagefeststellungseinheit
umfasst, die die Sensoreinheit umfasst. Unter einer "Lagefeststellungseinheit" soll
insbesondere eine Einheit zur Bestimmung einer Lage der Werkzeugmaschinenvorrichtung
in Bezug auf wenigstens einen externen Referenzpunkt verstanden werden. Vorteilhafterweise
ist die Lagefeststellungseinheit dazu vorgesehen, das Sensorsignal zur Ermittlung
einer relativen Lage in Bezug auf den wenigstens einen externen Referenzpunkt auszuwerten.
Unter einem "Referenzpunkt" soll insbesondere ein von der Werkzeugmaschinenvorrichtung
unabhängiger Punkt verstanden werden. Vorzugsweise ist die Lagefeststellungseinheit
zumindest teilweise einstückig mit der Recheneinheit ausgeführt, d.h. in der Recheneinheit
ist vorzugsweise wenigstens eine Routine für die Lagefeststellungseinheit hinterlegt.
[0017] Weiterhin von einer Werkzeugmaschine ausgegangen, insbesondere einer Handwerkzeugmaschine,
wobei sämtliche, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Werkzeugmaschinen, wie insbesondere
Bohrhämmer, Schrauber, Fräsen, Winkelschleifer, Multifunktionswerkzeuge und/oder insbesondere
Bohrmaschinen, zum Betreiben mit einer Werkzeugmaschinenvorrichtung denkbar wären.
Insbesondere ist auch ein Einsatz in stationären Werkzeugmaschinen denkbar, beispielsweise
als Drehwinkelsensor und/oder Winkelgeschwindigkeitssensor. Dadurch kann insbesondere
eine besonders sicher einsetzbare Werkzeugmaschine bereitgestellt werden, wobei die
Handwerkzeugmaschine und die Handwerkzeugmaschinenvorrichtung vorteilhaft aufeinander
abgestimmt werden können.
Zeichnung
[0018] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In den Zeichnungen
ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnungen, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination.
[0019] Es zeigen in einer schematischen Darstellung:
- Fig. 1
- eine Handwerkzeugmaschine mit einer erfindungsgemäßen Werkzeugmaschinenvorrichtung,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung von einem Teil der Handwerkzeugmaschine,
- Fig. 3
- eine Sensoreinheit der Handwerkzeugmaschinenvorrichtung mit mehreren optischen Sensorelementen,
- Fig. 4
- die Sensoreinheit mit den ringförmig angeordneten Sensorelementen in einer schematischen
Querschnittsdarstellung und
- Fig. 5
- ein von der Sensoreinheit bereitgestelltes Sensorsignal.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0020] Figur 1 zeigt eine als Handwerkzeugmaschine ausgebildete Werkzeugmaschine mit einer
erfindungsgemäßen Werkzeugmaschinenvorrichtung 30. Die Werkzeugmaschine ist als eine
Bohrmaschine ausgebildet. Sie weist einen Antriebsmotor 32, eine Einsatzwerkzeugbefestigung
34 und ein pistolenförmiges Gehäuse 36 auf. Grundsätzlich kann sie weiter einen Akku
umfassen. An einer vorderen Seite eines oberen im Wesentlichen röhrenförmigen Bereichs
des Gehäuses ist die Einsatzwerkzeugbefestigung 34 angeordnet. An einer hinteren Seite
des oberen Bereichs des Gehäuses 36 ist der Antriebsmotor 32 in dem Gehäuse 36 angeordnet.
Der Antriebsmotor 32 treibt während eines Betriebs die Einsatzwerkzeugbefestigung
34 um eine Rotationsachse 38 drehend an.
[0021] Die Handwerkzeugmaschine weist eine Zusatzhandgriffbefestigung 40 auf, die einen
Zusatzhandgriff 42 befestigt. Der Zusatzhandgriff 42 ist um die Rotationsachse 38
bewegbar. In montiertem Zustand ist der Zusatzhandgriff 42 fest mit dem Gehäuse 36
der Werkzeugmaschine verbunden. Die Zusatzhandgriffbefestigung 40 ist zwischen dem
Antriebsmotor 32 und der Einsatzwerkzeugbefestigung 34 außen am Gehäuse 36 angeordnet.
Der Zusatzhandgriff 42 ist als ein Handgriff ausbildet, der auf einer Seite des Gehäuses
36 der Handwerkzeugmaschine mit dem Gehäuse 36 verbunden ist, die einer Einsatzwerkzeugbefestigung
34 der Handwerkzeugmaschine zugewandt ist. Entlang einer Hauptarbeitsrichtung ist
er nach einem Haupthandgriff 44 angeordnet.
[0022] Die Werkzeugmaschinenvorrichtung 30 weist eine Sicherheitseinheit 22 auf, die bei
einem unbeherrschten Blockierfall eingreift und eine Leistungsabgabe der Einsatzwerkzeugbefestigung
34 reduziert oder unterbricht, indem sie beispielsweise den Antriebsmotor 32 stromlos
schaltet. Zur Erkennung des Blockierfalls umfasst die Werkzeugmaschinenvorrichtung
30 eine mit dem Gehäuse 36 verbundene Sensoreinheit 10, die ein Sensorsignal 12 bereitstellt,
anhand dessen die Sicherheitseinheit 22 eine Relativbewegung des Gehäuses 36 gegenüber
einer Umgebung erkennt. Die Sicherheitseinheit 22 umfasst somit die Sensoreinheit
10.
[0023] Die Sensoreinheit 10 umfasst eine Mehrzahl von gleichartigen optischen Sensorelementen
14 (vgl. Figur 3). Die Sensorelemente 14 erfassen jeweils eine Umgebungshelligkeit.
Ein von der Sensoreinheit 10 bereitgestelltes Sensorsignal 12 beschreibt die einzelnen
von den Sensorelementen 14 erfassten Umgebungshelligkeiten. Die Sensorelemente 14
sind als Fototransistoren ausgebildet. Sämtliche optischen Sensorelemente der Sensoreinheit
sind analog ausgebildet. In den Zeichnungen sind deshalb der Übersichtlichkeit halber
lediglich zwei der Sensorelemente 14, wobei dem Bezugzeichen des weiteren Sensorelements
14' ein Hochkomma angefügt ist. Zur Unterscheidung in der folgenden Beschreibung und
den Zeichnungen ist weiteren Bezugszeichen, die dem Sensorelement 14' zugeordnet sind,
ebenfalls ein Hochkomma angefügt
[0024] Die Sensorelemente 14, 14' weisen jeweils einen definierten Erfassungsbereich 16,
16' auf. Die Erfassungsbereiche 16, 16' der Sensorelemente 14, 14' sind jeweils um
einen definierten Betrag gegeneinander verschoben (vgl. Figur 4). Die Sensorelemente
14, 14' erfassen somit die Umgebungshelligkeit in unterschiedlichen Raumbereichen.
In einer natürlichen Umgebung weisen die unterschiedlichen Raumbereiche unterschiedliche
Umgebungshelligkeiten auf. Das Sensorsignal 12, das die Sensoreinheit 10 bereitstellt,
weist eine Mehrzahl von Signalwerten 46, 46' auf, die den unterschiedlichen von den
Sensorelementen 14, 14' erfassten Umgebungshelligkeiten entsprechen. Die unterschiedlichen
Signalwerte 46, 46' stellen jeweils ein integrales Maß für die Umgebungshelligkeit
in dem von dem jeweiligen Sensorelement 14, 14' erfassten Raumbereich dar. Die Signalwerte
46, 46' sind zu dem Sensorsignal 12 zusammengefasst (vgl. Figur 5). Das Sensorsignal
12 bzw. die einzelnen Sensorsignale 46, 46' können grundsätzlich in unterschiedlicher
Form, wie beispielsweise in Form von Strom, Spannung, Widerstand oder als Digitalwert
übertragen werden.
[0025] Zur Anordnung der Sensorelemente 14, 14' umfasst die Sensoreinheit 10 einen ringförmigen
Sensorträger 48. Der Sensorträger 48 ist im Bereich der Zusatzhandgriffbefestigung
40 angeordnet. Die Sensorelemente 14, 14' sind über einen Umfang des Sensorträgers
48 verteilt angeordnet. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Sensorelemente
14, 14' gleichmäßig über den Umfang verteilt. Die Sensorselemente 14, 14' sind mit
einem Winkelabstand von 15 Grad angeordnet. Über den Umfang des Sensorträgers 48 sind
insgesamt 24 Sensorelemente 14, 14' angeordnet (vgl. Figur 2).
[0026] Der Sensorträger 48 ist fest mit dem Gehäuse 36 der Werkzeugmaschine verbunden. Die
Sensoreinheit 10 ist unmittelbar neben der am Gehäuse 36 angeordneten Zusatzhandgriffbefestigung
40 angeordnet. Der Sensorträger 48 ist teilweise einstückig mit dem Gehäuse 36 ausgeführt.
Grundsätzlich ist es auch denkbar, die Sensoreinheit 10 wenigstens teilweise fest
mit dem Zusatzhandgriff 42 zu verbinden oder teilweise einstückig mit dem Zusatzhandgriff
42 auszuführen. Eine Energieversorgung und/oder eine Übertragung des Sensorsignals
12 zwischen dem Gehäuse 36 und dem Zusatzhandgriff 42 kann dabei wahlweise kabelgebunden
oder kabellos ausgeführt werden.
[0027] Die Sensoreinheit 10 weist eine Sensorachse 18 auf, die koaxial zu der Rotationsachse
38 der Einsatzwerkzeugbefestigung 34 orientiert ist. Die Sensorelemente 14, 14' sind
ringförmig um die Sensorachse 18 angeordnet. Die Erfassungsbereiche 16, 16' der Sensorelemente
14, 14' umfassen in Bezug auf die Sensorachse 18 einen Winkelbereich von maximal 50
Grad. Die Erfassungsbereiche 16, 16'sind somit wesentlich größer als der Winkelabstand
zwischen den einzelnen Sensorelementen 14, 14'. Die Sensorelemente 14, 14' weisen
eine Empfindlichkeit auf, die in einem Winkelbereich von ±15 Grad, ausgehend von einer
Mittenorientierung 50, 50' des entsprechenden Sensorelements 14, 14' auf etwa ein
Drittel abfällt. Die Sensorelemente 14, 14' sind weitwinklig ausgelegt. Die Mittenorientierungen
50, 50' der Sensorelemente 14, 14' sind senkrecht zu der Sensorachse 18 und damit
auch senkrecht zur Rotationsachse 38 orientiert. Der Winkelabstand der Sensorelemente
14, 14' entspricht einem Winkelabstand der Mittenorientierungen 50, 50' der Sensorelemente
14, 14'.
[0028] Zur Auswertung des Sensorsignals 12 umfasst die Werkzeugmaschinenvorrichtung 30 eine
Recheneinheit 20. Die Recheneinheit 20 bestimmt aus den von den Sensorelementen 14,
14' erfassten Umgebungshelligkeiten eine Relativbewegung, die die Sensoreinheit 10
und damit das Gehäuse 36 gegenüber der Umgebung aufweist. Aus einer zeitlichen Veränderung
des Sensorsignals 12 bestimmt die Recheneinheit 20 einen Geschwindigkeitswert der
Relativbewegung. Die Relativbewegung, die von der Recheneinheit 20 bestimmt wird,
ist als eine Drehung um die Rotationsachse 38 ausgebildet. Der von der Recheneinheit
20 bestimmte Geschwindigkeitswert gibt eine Winkelgeschwindigkeit um die Rotationsachse
38 wieder.
[0029] Die Recheneinheit 20 wendet zur Bestimmung der Winkelgeschwindigkeit eine Kontinuitätsgleichung
an. Anhand der Kontinuitätsgleichung berechnet die Recheneinheit für jedes Sensorelement
14, 14' einen Verdrehwinkel. Die Recheneinheit vergleicht dazu die Signalwerte 46,
46' zweiter benachbarter Sensorelemente 14, 14' und bestimmt deren zeitliche Veränderung.
Eine Mittelung über die Verdrehwinkel, die die Recheneinheit 20 aus den einzelnen
Signalwerten 46, 46' bestimmt, liefert eine Abschätzung für einen Verdrehwinkel des
Gehäuses 36. Mittels einer Ableitung des Verdrehwinkels nach der Zeit berechnet die
Recheneinheit 20 dann die Winkelgeschwindigkeit.
[0030] Ein Zähler der Kontinuitätsgleichung ist dabei als eine zeitliche Änderung des Signalwerts
46 des betrachteten Sensorelements 14 ausgebildet. Zur Bestimmung der zeitlichen Änderung
erfasst die Recheneinheit 20 den Signalwert 46 zu einem Zeitpunkt t-τ und einem Zeitpunkt
t. Ein Nenner der Kontinuitätsgleichung stellt eine örtliche Differenzierung dar.
Dazu bestimmt die Recheneinheit 20 eine Differenz zwischen dem Signalwert 46 des betrachteten
Sensorelements 14 und dem Signalwert 46' des benachbarten Sensorelements 14' zum Zeitpunkt
t-τ sowie eine Differenz der Signalwerte 46, 46' der benachbarten Sensorelemente 14,
14' zum Zeitpunkt t und summiert die beiden Differenzen. Des Weiteren gehen in die
Kontinuitätsgleichung der Winkelabstand der benachbarten Sensorelemente 14, 14' sowie
ein Faktor -2 ein. Die von der Recheneinheit 20 berechnete Kontinuitätsgleichung lautet
damit

wobei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel β
i der anhand der Signalwerte 46, 46' errechnete Verdrehwinkel des Gehäuses 36, Δ der
Winkelabstand zwischen den benachbarten Sensorelementen 14, 14', s
i der Signalwert 46 des Sensorelements 14 und s
i-1 der Signalwert 46' des Sensorelements 14' ist.
[0031] Ist das Gehäuse 36 im Wesentlichen in Ruhe, bleiben die Signalwerte 46, 46' der einzelnen
Sensorelemente 14, 14' im Wesentlichen konstant. Erfährt das Gehäuse 36 eine Drehbewegung,
die beispielsweise durch Verkanten eines Einsatzwerkzeuges 52 bedingt ist, verändert
sich ein von den Sensorelementen 14, 14' erfasster Raumbereich. Da die unterschiedlichen
Raumbereich unter normalen Einsatzbedingungen unterschiedliche Helligkeiten aufweisen,
ändern sich durch die Drehbewegung des Gehäuses 36 auch die von den Sensorelementen
14, 14' bereitgestellten Signalwerte 46, 46'. Der Zähler obiger Kontinuitätsgleichung
wird damit ungleich Null.
[0032] Der Nenner der Kontinuitätsgleichung wird für kleine Werte instabil, d.h. eine Fehlerfortpflanzung
eines Messfehlers wird groß. Zur Berechnung des Verdrehwinkels des Gehäuses 36, den
die Recheneinheit 20 durch Mittelung der einzelnen Verdrehwinkel bestimmt, verwendet
die Recheneinheit 20 daher nur diejenigen Verdrehwinkel, bei denen der Nenner der
Kontinuitätsgleichung zumindest gleich groß ist wie ein Grenzwert. Als Grenzwert verwendet
die Recheneinheit 20 einen Mittelwert der Nenner aller Kontinuitätsgleichungen zu
den einzelnen Sensorelementen 14, 14'. Ist der Nenner nicht kleiner als ein so gebildeter
Median, wird der entsprechende Verdrehwinkel für die Berechung des Verdrehwinkels
des Gehäuses 36 verwendet.
[0033] In Figur 5 ist das Sensorsignal 12 für drei unterschiedliche Zeitpunkte, die jeweils
einen zeitlichen Abstand τ aufweisen, dargestellt. Das Sensorsignal 12 weist jeweils
24 Sensorwerte 46, 46' auf, deren Signalhöhe der Umgebungshelligkeit entspricht. Eine
Abszisse der Figur 5 gibt eine Anordnung der Sensorelemente 14, 14' auf dem Sensorträger
48 in Polarkoordinaten in Bezug auf die Sensorachse 18 wieder. Eine Ordinate der Figur
5 gibt die Signalhöhe der einzelnen Signalwerte 46, 46' wieder. Ein in Figur 5 dargestellter
Abstand zweier Sensorwerte 46, 46' entspricht dabei genau dem Winkelabstand, den die
entsprechenden zwei Sensorelemente 14, 14' aufweisen. Eine Signaländerung ausgehend
von dem Sensorsignal 12 zum Zeitpunkt t-τ auf das Sensorsignal 12 zum Zeitpunkt t
entspricht einer Drehung des Gehäuses 36 um 12 Grad. Eine Signaländerung auf das Sensorsignal
12 zum Zeitpunkt t+ τ entspricht einer weiteren Drehung des Gehäuses 36 um 12 Grad.
[0034] Durch die Verwendung von mehren, d.h. von zumindest sechs Sensorelementen 14, 14',
erhöht sich eine Genauigkeit des von der Recheneinheit 20 berechneten Verdrehwinkels.
Grundsätzlich können bei einer Erfassung zwei Raumbereiche eine gleiche Helligkeit
aufweisen. Die entsprechenden Sensorelemente liefern dann den gleichen Signalwert.
Durch Verwendung mehrer Sensorelemente 14, 14', in dem dargerstellten Ausführungsbeispiel
weist die Sensoreinheit 10 insgesamt 24 optische Sensorelemente 14, 14' auf, erhöht
sich eine Wahrscheinlichkeit, dass sich durch die Drehung des Gehäuses 36 zumindest
einer der Signalwerte 46, 46' verändert, wodurch die Recheneinheit 20 anhand des entsprechenden
Signalswerts 46, 46' die Relativbewegung des Gehäuses 36 erkennt.
[0035] Alternativ oder zusätzlich zur Berechung mittels der Kontinuitätsgleichung kann die
Recheneinheit 20 den Verdrehwinkel des Gehäuses 36 auch bestimmen, indem sie das Sensorsignal
12 zum Zeitpunkt t-τ mit dem Sensorsignal 12 zum Zeitpunkt t vergleicht. Die Recheneinheit
20 bestimmt dabei den Verdrehwinkel durch Verschieben des Sensorsignals 12 zum Zeitpunkt
t entlang der Abszisse und Überprüfen einer Übereinstimmung zwischen den beiden Sensorsignalen
12 zu den Zeitpunkten t-τ und t. Für eine Verschiebung, die dem tatsächlichen Verdrehwinkel
des Gehäuses 36 entspricht, ist die Übereinstimmung maximal. Eine bewegungsunabhängige
Veränderung der Umgebungshelligkeit während der Zeitspanne τ ist dabei im Verhältnis
zu der bewegungsabhängigen Veränderung der Umgebungshelligkeit klein und kann deshalb
vernachlässigt werden.
[0036] Die Recheneinheit 20 kann dabei grundsätzlich zumindest teilweise analoge Komponenten
aufweisen. Insbesondere der Zähler der Kontinuitätsgleichung, also die zeitliche Differenzierung
des Signalwerts 46 des Sensorelements 14, ist mittels analoger Bauteile durchführbar.
Zudem sind auch der Nenner oder zumindest Teile des Nenners, wie insbesondere eine
Berechnung der Differenz der Signalwerte 46, 46' benachbarter Sensorelemente 14, 14',
ebenfalls analog darstellbar.
[0037] Eine von der Recheneinheit 20 vorgegebene Abtastfrequenz, die insbesondere durch
den zeitlichen Abstand τ gegeben ist, ist auf Lichtschwankungen der Umgebungshelligkeit
angepasst. Insbesondere Leuchtstoffröhren, aber auch andere künstliche Lichtquellen,
weisen eine regelmäßige Pulsfrequenz auf, die beispielsweise durch eine Netzfrequenz
gegeben ist. Die Pulsfrequenz der Lichtquellen ist dabei gewöhnlich höher als eine
Wahrnehmungsrate des menschlichen Auges, d.h. ist insbesondere größer als 30 Hertz.
Die Abtastfrequenz ist auf die Pulsfrequenz angepasst. Vorzugsweise ist die Abtastfrequenz
im Wesentlichen gleich wie die Pulsfrequenz, die künstliche Lichtquellen gewöhnlich
haben. Die Recheneinheit 20 definiert die Abtastfrequenz vorteilhafterweise anhand
der Netzfrequenz. Grundsätzlich kann die Abtastfrequenz aber auch als ein fester Wert
in der Recheneinheit 20 hinterlegt sein, wie beispielsweise mit 50 Hertz, oder automatisch
durch Auswertung des Sensorsignals 12 bestimmt werden. Die Abtastfrequenz kann dabei
auch ein ganzzahliges Vielfaches oder eine ganzzahlige Teilung der Pulsfrequenz betragen.
[0038] Zum Ausgleich der Pulsfrequenzen, aber auch zum Ausgleich anderer hochfrequenter
Helligkeitsänderungen, integriert die Recheneinheit 20 die Signalwerte 46, 46' des
Sensorsignals 12 über eine definierte Zeitspanne. Die Zeitspanne für die Integration
ist dabei größer als eine Zeitspanne, die durch eine Frequenz der auszugleichenden
Helligkeitsänderungen gegeben ist, also insbesondere größer als eine durch die Pulsfrequenz
oder die Netzfrequenz gegebene Zeitspanne. Durch die Integration mittelt die Recheneinheit
20 diese hochfrequenten Helligkeitsänderungen aus.
[0039] Die Sicherheitseinheit 22 umfasst die Recheneinheit 20. Den unbeherrschbaren Blockierfall
erkennt die Sicherheitseinheit 22 anhand der Winkelgeschwindigkeit. Ermittelt die
Recheneinheit 20 für die Winkelgeschwindigkeit einen Wert, der eine definierte Grenzgröße
überschreitet, löst die Recheneinheit 20 eine Sicherheitsschaltung aus und reduziert
die Leistungsabgabe der Einsatzwerkzeugbefestigung 34. Der Grenzwert zum Auslösen
der Sicherheitsschaltung ist in der Recheneinheit 20 hinterlegt.
[0040] Die Recheinheit 20 ist dabei insbesondere zur Ausbildung der Sicherheitseinheit 22
für eine Einzelauswertung der einzelnen Signalwerte 46, 46' vorgesehen. Die Recheneinheit
20 erkennt anhand der einzelnen Signalwerte 46, 46' Bewegung, die unabhängig von einer
Bewegung des Gehäuses 36 sind, d.h. nicht durch eine Bewegung des Gehäuses 36 gegenüber
der Umgebung hervorgerufen werden. Die Sicherheitseinheit 22 ist dabei dazu vorgesehen
ist, anhand der Signalwerte 46, 46' der einzelnen optischen Sensorelemente 14, 14'
eine Notabschaltung einzuleiten, zum Beispiel, wenn die Recheneinheit 20 eine partielle
Abdunklung der Sensorelemente 14, 14' erkennt, die durch einen Gegenstand, wie insbesondere
eine Hand, hervorgerufen wurde.
[0041] Weiter umfasst die Werkzeugmaschinenvorrichtung 30 eine Datenübertragungseinheit
24, die die Sensoreinheit 10 umfasst. Die Datenübertragungseinheit 24 verwendet in
einem Betriebsmodus das Sensorsignal 12 zur Datenübertragung. Die Datenübertragungseinheit
24 ist damit wenigstens teilweise als eine optische Datenübertragungseinheit 24 ausgebildet.
Ein von einem nicht näher dargestellten Datensender ausgesandtes optisches Signal
bewirkt eine Veränderung des Signalwerts 12. Die Datenübertragungseinheit kann dabei
insbesondere gegenüber einem sichtbaren Bereich des Lichts verschobenen Bereich nutzen,
wie insbesondere einen Infrarotbereich. Die Datenübertragungseinheit ist dadurch grundsätzlich
von der Sicherheitseinheit 22 entkoppelbar, d.h. ein Teil des Sensorsignal 12, das
von der Sicherheitseinheit 22 genutzt wird, ist von einem Teil des Sensorsignals 12,
das von der Datenübertragungseinheit 24 genutzt wird, unterscheidbar. Die Datenübertragungseinheit
24 umfasst weiter die Recheneinheit 20, die das Sensorsignal 12 zum Auslesen der einzelnen
Datenblöcke auswertet.
[0042] Ferner umfasst die Werkzeugmaschinenvorrichtung eine Bedieneinheit 26, die ebenfalls
die Sensoreinheit 10 umfasst. Die Bedieneinheit 26 ist zur direkten Eingabe von Bedienbefehlen
durch einen Benutzer vorgesehen. Die Sensoreinheit 10 mit den optischen Sensorelementen
14, 14' bildet ein Bedienelement der Bedieneinheit 26 aus. In der Recheneinheit 20
sind definiert Muster für Helligkeitsänderungen hinterlegt, die Bedienbefehlen eines
Benutzers entsprechen. Durch Gesten, die Änderungen der Umgebungshelligkeit gemäß
den definierten Mustern hervorrufen, kann der Benutzer Bedienbefehle eingeben, wodurch
entsprechende Aktionen von der Recheneinheit 20 ausgeführt werden. Mittels der Bedieneinheit
26 ausführbare Aktionen sind beispielsweise eine Einstellung einer Drehrichtung, einer
Drehzahl oder eines Drehmoments des Antriebsmotors 32, eine Einstellung einer Anlaufgeschwindigkeit
oder eine Gangumschaltung. Außerdem kann die Bedieneinheit 26 zur Einstellung eines
Hammerschlags, zum Öffnen oder Schließen der Einsatzwerkzeugbefestigung 34, zur Änderung
oder Steuerung einer Menüanzeige sowie zur Abschaltung der Sicherheitseinheit 22 genutzt
werden. Grundsätzlich sind, insbesondere bei anderen Handwerkzeugmaschinen, auch andere
dem Fachmann sinnvolle Aktionen denkbar.
[0043] Zudem umfasst die Werkzeugmaschinenvorrichtung 30 eine Lagefeststellungseinheit 28,
die die Sensoreinheit 10 umfasst. Die Lagefeststellungseinheit 28 ist dazu vorgesehen,
eine Lage der Werkzeugmaschine in Bezug auf wenigstens einen externen Referenzpunkt
festzustellen. Die externen Referenzpunkte sind als Lichtquellen ausgebildet. Die
Referenzpunkte sind definiert um eine Arbeitsfläche angeordnet. Sie weisen in der
Recheneinheit 20 hinterlegte optische Eigenschaften auf, anhand deren die Lagefeststellungseinheit
28 die Referenzpunkte von anderen Lichtquellen unterscheiden kann. Beispielsweise
ist es denkbar, die Referenzpunkte mittels Infrarotlichtquellen, wie insbesondere
Infrarotdioden, zu definieren. Durch die Lagefeststellungseinheit 28 kann ein Benutzer
eine Position der Handwerkzeugmaschine auf der Arbeitsfläche bestimmen. Die Lagefeststellungseinheit
28 dient somit zur Positionierung der Handwerkzeugmaschinenvorrichtung 30 in Bezug
auf die externen Referenzpunkte. Die Lagefeststellungseinheit 28 umfasst eine optische
Anzeigeeinheit 54, auf der die Lage der Handwerkzeugmaschinenvorrichtung 30 in Bezug
auf die externen Referenzpunkte angegeben ist.
1. Werkzeugmaschinenvorrichtung, insbesondere HandwerkzeugmaschinenVorrichtung, mit einer
Sensoreinheit (10), die in wenigstens einem Betriebszustand zumindest ein Sensorsignal
(12) bereitstellt, das zur Bestimmung einer Relativbewegung gegenüber einer Umgebung
vorgesehen ist, wobei die Sensoreinheit (10) wenigstens zwei optische Sensorelemente
(14) zur Erfassung einer Umgebungshelligkeit aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (10) wenigstens eine Sensorachse (18) aufweist und die zumindest
zwei Sensorelemente (14, 14') im Wesentlichen ringförmig um die Sensorachse (18) angeordnet
sind und jeweils eine Mittenorientierung (50,50') aufweisen, wobei sich die Mittenorientierungen
der Sensorelemente in der Sensorachse (18) schneiden, und wobei die zumindest zwei
Sensorelemente (14, 14') zumindest teilweise gegeneinander verschobene Erfassungsbereiche
(16, 16') aufweisen
2. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungsbereiche (16, 16') der zumindest zwei Sensorelemente (14, 14') teilweise
überlappen.
3. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei optischen Sensorelemente (14) als Fotodiode oder Fototransistor
ausgebildet sind.
4. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Recheneinheit (20), die dazu vorgesehen ist, anhand einer von dem zumindest
einen Sensorelement (14, 14') erfassten Umgebungshelligkeit einen Geschwindigkeitswert
der Relativbewegung zu bestimmen.
5. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Sicherheitseinheit (22), die die Sensoreinheit (10) umfasst.
6. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Datenübertragungseinheit (24) für eine externe Datenübertragung, die die Sensoreinheit
(10) umfasst.
7. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Bedieneinheit (26), die die Sensoreinheit (10) umfasst.
8. Werkzeugmaschinenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Lagefeststellungseinheit (28), die die Sensoreinheit (10) umfasst.
9. Werkzeugmaschine, insbesondere Handwerkzeugmaschine, mit einer Werkzeugmaschinenvorrichtung
(30) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
10. Verfahren für eine Werkzeugmaschinenvorrichtung, insbesondere eine Handwerkzeugmaschinenvorrichtung,
bei dem in wenigstens einem Betriebszustand anhand eines Sensorsignals (12) zumindest
eine Relativbewegung gegenüber einer Umgebung bestimmt wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bestimmung der Relativbewegung Signalwerte (46, 46') die unterschiedlichen, von
Sensorelementen (14, 14') erfassten Umgebungshelligkeiten entsprechen, zu dem Sensorsignal
(12) zusammengefasst werden und aus einer zeitlichen Veränderung des Sensorsignals
(12) ein Geschwindigkeitswert der Relativbewegung bestimmt wird.
1. Machine tool device, in particular handheld machine tool device, having a sensor unit
(10) which, in at least one operating state, provides at least one sensor signal (12)
which is intended to determine a relative movement with respect to an environment,
the sensor unit (10) having at least two optical sensor elements (14) for sensing
an ambient brightness, characterized in that the sensor unit (10) has at least one sensor axis (18), and the at least two sensor
elements (14, 14') are arranged in a substantially annular manner around the sensor
axis (18) and each have a centre orientation (50, 50'), the centre orientations of
the sensor elements intersecting in the sensor axis (18), and the at least two sensor
elements (14, 14') having sensing regions (16, 16') which are at least partially shifted
with respect to one another.
2. Machine tool device according to Claim 1, characterized in that the sensing regions (16, 16') of the at least two sensor elements (14, 14') partially
overlap.
3. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized in that the at least two optical sensor elements (14) are in the form of a photodiode or
phototransistor.
4. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized by a computing unit (20) which is intended to determine a speed value of the relative
movement on the basis of an ambient brightness sensed by the at least one sensor element
(14, 14').
5. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized by a safety unit (22) which comprises the sensor unit (10).
6. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized by a data transmission unit (24) for external data transmission which comprises the
sensor unit (10).
7. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized by an operating unit (26) which comprises the sensor unit (10).
8. Machine tool device according to one of the preceding claims, characterized by a position determination unit (28) which comprises the sensor unit (10).
9. Machine tool, in particular handheld machine tool, having a machine tool device (30)
according to one of the preceding claims.
10. Method for a machine tool device, in particular a handheld machine tool device, in
which, in at least one operating state, at least one relative movement with respect
to an environment is determined on the basis of a sensor signal (12), characterized in that, in order to determine the relative movement, signal values (46, 46') corresponding
to different ambient brightnesses sensed by sensor elements (14, 14') are combined
to form the sensor signal (12) and a speed value of the relative movement is determined
from a change in the sensor signal (12) over time.
1. Dispositif de machine-outil, notamment dispositif de machine-outil manuel, doté d'une
unité de capteur (10), qui fournit dans au moins un état de fonctionnement au moins
un signal de capteur (12), qui est prévu afin de déterminer un mouvement relatif par
rapport à un environnement, dans lequel l'unité de capteur (10) présente au moins
deux éléments de capteur optiques (14) pour détecter une luminosité ambiante, caractérisé en ce que l'unité de capteur (10) présente au moins un axe de capteur (18) et les au moins
deux éléments de capteur (14,14') sont disposés essentiellement en forme d'anneau
autour de l'axe de capteur (18) et présentent respectivement une orientation médiane
(50,50'), les orientations médianes des éléments de capteur se coupant dans l'axe
de capteur (18), et les au moins deux éléments de capteur (14,14') présentant des
zones de détection (16,16') décalées au moins partiellement l'une contre l'autre.
2. Dispositif de machine-outil selon la revendication 1, caractérisé en ce que les zones de détection (16,16') des au moins deux éléments de capteur (14,14') se
superposent partiellement.
3. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les au moins deux éléments de capteur optique (14) sont conçus comme des photodiodes
ou phototransistors.
4. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé par une unité informatique (20), qui est prévue afin de déterminer une valeur de vitesse
du mouvement relatif sur la base d'au moins une luminosité ambiante détectée par l'au
moins un élément de capteur (14,14').
5. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé par une unité de sécurité (22), qui comprend l'unité de capteur (10).
6. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé par une unité de transmission de données (24) pour une transmission de données externe,
qui comprend l'unité de capteur (10).
7. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé par une unité de commande (26), qui comprend l'unité de capteur (10).
8. Dispositif de machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisé par une unité de détermination de position (28), qui comprend l'unité de capteur (10).
9. Machine-outil, notamment machine-outil manuelle, dotée d'un dispositif de machine-outil
(30) selon une des revendications précédentes.
10. Procédé pour un dispositif de machine-outil, notamment un dispositif de machine-outil
manuel, dans lequel dans au moins un état de fonctionnement, au moins un mouvement
relatif par rapport à un environnement est déterminé sur la base d'un signal de capteur
(12), caractérisé en ce que pour déterminer le mouvement relatif, les valeurs de signaux (45, 46') correspondant
aux différentes luminosités ambiantes détectées par des éléments de capteur (14,14')
sont assemblées en signal de capteur (12) et une valeur de vitesse du mouvement relatif
est déterminée d'après une variation temporelle du signal de capteur (12).