GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Nähgarn sowie ein Verfahren zum Herstellen
eines Nähgarns. Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein Nähgarn nach Art
eines Stapelfasergarns aus Carbon und insbesondere ein entsprechendes Herstellungsverfahren.
Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren auch Maßnahmen zur Verbesserung der
Eigenschaften von CF-Rovings und CF-Stapelfasergarnen, insbesondere für den Einsatz
in Einbettung in Elastomeren, Thermoplasten und/oder Duroplasten, z.B. Phenolharzen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Bei der Herstellung, Verarbeitung und Verwendung von Garnen und insbesondere von
Nähgarnen, also von Garnen, die in Nähprozessen eingesetzt und verwendet werden, treten
aufgrund der zu Grunde liegenden Ausgangsmaterialien und deren Eigenschaften häufig
Beschränkungen und andere Umstände auf, die nicht toleriert werden können.
[0003] Dies betrifft Aspekte der statischen und/oder dynamischen Belastbarkeit und der inneren
und äußeren Reibung sowie damit im Zusammenhang stehende Folgeerscheinungen, z.B.
aufgrund von innerer und äußerer Reibung sich ergebende Beeinflussungen des Garns
oder Nähgarns hinsichtlich Struktur und Eigenschaften selbst, aber auch Aspekte der
mit der Reibung in Zusammenhang stehenden Kontamination des Garns oder der Anwendungsumgebung
durch Abrieb und dergleichen.
EP-A-2 147 776 zeigt ein Nähgarn (d.h. Anbringungsfaden) welches als Spinnfasergarn aus einem Stapelfasermaterial
aus Stapelfasern ausgebildet ist, welches mit oder aus Carbonfasermaterialien ausgebildet
ist und bei welchem die mit einem oder mehreren Beschichtungsmaterialien und/oder
Imprägniermaterialien beschichtet bzw. imprägniert sind.
EP-A-2 160 072 zeigt ein ähnliches Nähgarn.
US-A-2007/0148455 beschreibt ein Garn, der auch zum Nähen verwendet werden kann, welches als Spinnfasergarn
aus einem Stapelfasermaterial ausgebildet ist, welches mit oder aus carbonisierte
PAN Fasern ausgebildet ist.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Nähgarn sowie entsprechende Herstellungsverfahren
anzugeben, bei welchen auf einfache und gleichwohl zuverlässige Art und Weise und
insbesondere bei einfacher Verarbeitbarkeit ein möglichst konstantes Eigenschaftenprofil
des Nähgarns gewährleistet werden kann.
[0005] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird bei einem Nähgarn erfindungsgemäß
mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1, sowie bei einem Verfahren zum
Herstellen eines Nähgarns erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs
5 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Nähgarn geschaffen,
welches als Spinnfasergarn aus einem Stapelfasermaterial mit oder aus Stapelfasern
- ausgebildet ist und welches mit oder aus einem oder mehreren Carbonfasermaterialien
ausgebildet ist.
[0007] Es ist somit ein erster Aspekt der vorliegenden Erfindung, ein Nähgarn dadurch mit
einem besonders konstanten Eigenschaftenprofil auszubilden, dass dieses auf der Grundlage
eines oder nach Art eines Stapelfasergarns ausgebildet ist oder wird, wobei dieses
Stapelfasergarn und letztlich das Nähgarn selbst mit oder aus einem oder mehreren
Carbonfasermaterialien ausgebildet ist bzw. wird.
[0008] Carbonfasern haben sich in der chemischen und physikalischen Verfahrenstechnik und
auf vielen technischen Anwendungsgebieten als besonders vorteilhaft erwiesen, weil
sie in ihrem Eigenschaftenprofil auf besonders geeignete und konstante Art und Weise
eingestellt werden können und als solche hinsichtlich ihrer mechanischen, thermischen,
chemischen und elektrischen Eigenschaften von besonderem Vorteil in vielen Einsatzgebieten
sind.
[0009] Die Stapelfasern als Einzelfasern sind in ihrer Gesamtheit ganz oder teilweise mit
einem oder mehreren Beschichtungsmaterialien und/oder Imprägniermaterialien beschichtet
bzw. imprägniert.
[0010] Das Stapelfasergarn kann ganz oder teilweise aus einem Multifilamentgarn oder -roving,
insbesondere aus einem Multifilamentcarbonroving gewonnen sein oder werden.
[0011] Das Stapelfasergarn kann dabei insbesondere ganz oder teilweise aus einem streckgerissenen
und/oder geschnittenen Multifilamentgarn oder -roving, insbesondere aus einem streckgerissenen
Multifilamentcarbonroving gewonnen sein oder werden.
[0012] Ferner kann das Stapelfasergarn auch ganz oder teilweise aus einem textilen Flächengebilde,
einem Gelege, insbesondere einem Carbongelege, einem Gewebe, insbesondere einem Carbongewebe,
und/oder deren Kombinationen gewonnen sein oder werden.
[0013] Denkbar ist dabei insbesondere die Verwendung recycelter Materialien.
[0014] Darüber hinaus kann das Stapelfasergarn mit oder aus Filamenten oder Filamentabschnitten
mit einer Länge im Bereich von etwa 10 mm bis etwa 250 mm gebildet sein.
[0015] Es bieten sich also verschiedene Möglichkeiten an, auf deren Grundlage des zu Grunde
liegende Stapelfasergarn für ein Nähgarn weitergebildet werden kann.
[0016] Sämtliche Aspekte sind natürlich auch auf Multifilamentgarne oder Multifilamentrovings
und deren Umgestaltung, z.B. deren Einbringung in ein umgebendes Matrixmaterial, z.B.
aus einem Elastomer, Thermoplast und/oder Duroplast, z.B. einem Phenolharz anwendbar,
wobei insbesondere eine Imprägnierung und/oder Beschichtung, z.B. durch Beschlichten
oder nach Art einer Beschlichtung, geeignet sind, Aspekte der statischen und/oder
dynamischen Belastung, der inneren und/oder äußeren Reibung und/oder der Einbettung
in sowie Wechselwirkung mit dem einbettenden Matrixmaterial und somit der Übertragung
von Kraft, Schub und Druck vorteilhaft zu entwickeln.
[0017] Das Stapelfasergarn kann mit oder aus Filamenten oder Filamentabschnitten auf der
Grundlage von Glasmaterialfasern, Acrylmaterialfasern, Polyesterfasern, Polyamidfasern,
Basaltmaterialfaser und/oder deren Kombinationen ausgebildet sein oder werden, als
ein oder nach Art eines Hybrids, vorzugsweise mit einem Carbonfaseranteil im Bereich
von mehr als 10 %.
[0018] Die Beschichtung und/oder die Imprägnierung mit dem Beschichtungsmaterial bzw. dem
Imprägniermaterial kann durch Beschlichten und insbesondere als Beschlichtung ausgebildet
sein oder werden.
[0019] Die erfindungsgemäß vorgesehenen Grundprinzipien sind auch auf andere Fasertypen
als Carbonfasern und Stapelfasern anwendbar, insbesondere hinsichtlich der Beschichtung
und/oder Imprägnierung.
[0020] Gemäß weiteren Aspekten der vorliegenden Erfindung werden die der Erfindung zugrunde
liegenden Prinzipien auch bei entsprechenden Herstellungsverfahren in vorteilhafter
Weise eingebracht.
[0021] Die vorliegende Erfindung schafft also einerseits auch ein Verfahren zum Herstellen
eines Nähgarns, bei welchem das Nähgarn als Spinnfasergarn aus einem Stapelfasermaterial
mit oder aus Stapelfasern - ausgebildet wird und bei welchem das Nähgarn mit oder
aus einem oder mehreren Carbonfasermaterialien ausgebildet wird.
[0022] Dabei werden die Stapelfaser als Einzelfasern in ihrer Gesamtheit ganz oder teilweise
mit einem oder mehreren Beschichtungsmaterialien und/oder Imprägniermaterialien beschichtet
bzw. imprägniert.
[0023] Das Stapelfasergarn kann verfahrensmäßig ganz oder teilweise aus einem Multifilamentgarn
oder -roving, insbesondere einem Multifilamentcarbonroving gewonnen werden.
[0024] Dabei kann das Stapelfasergarn ganz oder teilweise aus einem streckgerissenen und/oder
geschnittenen Multifilamentgarn oder -roving, insbesondere einem streckgerissenen
und/oder geschnittenen Multifilamentcarbonroving gewonnen werden, wobei der Vorgang
des Streckreißens und/oder Schneidens insbesondere in das Verfahren integriert ausgebildet
sein kann.
[0025] Andererseits kann das Stapelfasergarn ganz oder teilweise aus einem textilen Flächengebilde,
einem Gelege, insbesondere einem Carbongelege, einem Gewebe, insbesondere einem Carbongewebe,
und/oder deren Kombinationen gewonnen werden, z.B. auch im Rahmen eines Recyclingprozesses.
[0026] Die Filamente oder Filamentabschnitte für das Stapelfasergarn können mit einer Länge
im Bereich von etwa 10 mm bis etwa 250 mm ausgebildet werden.
[0027] Das Stapelfasergarn kann - neben den carbonbasierten Materialien - mit oder aus Filamenten
oder Filamentabschnitten auf der Grundlage von Glasmaterialfasern, Acrylmaterialfasern,
Polyesterfasern, Polyamidfasern und/oder deren Kombinationen ausgebildet werden, als
ein oder nach Art eines Hybrids, vorzugsweise mit einem Carbonfaseranteil im Bereich
von mehr als 10 %.
[0028] Verfahrensmäßig können die Beschichtung und/oder Imprägnierung mit dem Beschichtungsmaterial
bzw. dem Imprägniermaterial durch Beschlichten und insbesondere als Beschlichtung
ausgebildet werden.
[0029] Diese und weitere Aspekte werden beispielhaft auf der Grundlage der beigefügten schematischen
Zeichnungen erläutert.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0030]
- Fig. 1A - D
- zeigen in schematischer und geschnittener Querschnittsansicht verschiedene Ausführungsformen
des Nähgarns.
- Fig. 2
- ist ein schematisches Blockdiagramm, welches eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Herstellen eines erfindungsgemäßen Nähgarns zeigt.
- Fig. 3, 4
- sind schematische Blockdiagramme, die Detailaspekte von Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Herstellen eines Nähgarns erläutern.
DETAILBESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0031] Nachfolgend werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beschreiben. Sämtliche
Ausführungsformen der Erfindung und auch ihre technischen Merkmale und Eigenschaften
können einzeln isoliert oder wahlfrei zusammengestellt miteinander beliebig und ohne
Einschränkung kombiniert werden.
[0032] Strukturell und/oder funktionell gleiche, ähnliche oder gleich wirkende Merkmale
oder Elemente werden nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren mit denselben Bezugszeichen
bezeichnet. Nicht in jedem Fall wird eine detaillierte Beschreibung dieser Merkmale
oder Elemente wiederholt.
[0033] Zunächst wird auf die Zeichnungen im Allgemeinen Bezug genommen.
[0034] Die vorliegende Erfindung betrifft Stapelfasergarne aus Carbon und deren Herstellung
sowie Verfahren und Möglichkeiten zur Verbesserung der Eigenschaften von CF-Rovings
und CF-Stapelfasergarne, insbesondere auch für den Einsatz in Elastomeren, Thermoplasten
und Duroplasten, z.B. in Phenolharzen.
[0035] Dies führt im Prozess zu Zugkräften, die sich negativ auf das fertige Produkt auswirken
können. Durch die Belastungen können die Filamente 20 beschädigt und somit die mechanischen
Festigkeiten herabgesetzt werden. Es können sich auch Prozessstörungen herausbilden,
z.B. im Zusammenhang mit einem Garnriss oder dergleichen.
[0036] Mit Hilfe einer Drehung im Garn 10 kann die Oberfläche vergrößert werden, diese Drehung
dient zum Schutz des Garnverbundes. Jedoch ist auch hier die Verarbeitung nur eingeschränkt
möglich. Die Filamentgarne haben eine sehr hohe Festigkeit, jedoch eine niedrige Dehnung.
Stellt man hingegen ein Stapelfasergarn her, d.h. Spinnfasergarn 10 aus Stapelfasern
20 mit begrenzter Länge, so lässt sich ein Garn 10 mit höherer Dehnung herstellen.
[0037] Als Rohstoff für das streckgerissene Stapelfasergarn kann ein Carbonroving mit hoher
Filamentanzahl verwendet werden. Die Herstellung eines 1K-Rovings mit einem Filamentdurchmesser
von oder unter 6 µm ist dagegen sehr kostenintensiv.
[0038] Kohlenstofffasern weisen eine hohe Festigkeit, aber leider auch eine geringe Duktilität
auf. Aus diesem Grund können Kohlenstofffasern in textilen Prozessen nur vergleichsweise
langsam und unter vergleichsweise hohem Aufwand verarbeitet werden.
[0039] Es ist unter anderem auch ein Ziel der Erfindung, eine Beschichtung für Kohlenstofffasern
20, Garne 10 aus streckgerissenen Fasern 20 oder Panox 20, sowie weiterer spröder
Fasern anzugeben, die die Verarbeitungseigenschaften verbessern.
[0040] Die Verbesserung kann unter anderem auch anhand des Faserabriebs, der Anzahl an Fandenbrüchen,
sowie der Verarbeitungsgeschwindigkeit gemessen werden. Hierbei wird dann in Folge
auch bei den Näh- und Wirkprozessen eine Verbesserung erzielt. Derartig beschlichtete
Garne können effektiver Verwoben werden, was unter anderem einen höhere Produktivität
zur Folge hat.
[0041] Eine Ausführungsform eines möglichen erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens kann
folgende Schritte aufweisen:
1. Streckreißen und/oder Schneiden eines Multifilamentrovings, z.B. eine Rovings von
über 48K, oder von textilen Flächengebilden, z.B. Recyclingmaterial aus Carbongelege
oder -gewebe zu Filamenten, die eine Länge im Bereich von 10 - 250 mm haben.
2 Auflösen, Parallelisieren in einer Karde.
3. Herstellung eines Bandes in einer Strecke.
4. Gegebenenfalls und in Abhängigkeit von einem einzusetzenden Spinnverfahren, Weiterverarbeitung
zu einer Flyerlunte.
5. Garnherstellung durch Spinnen, z.B. mit Hilfe einer Ringspinnmaschine, Rotorspinnmaschine
oder einer Friktionspinnmaschine.
6. Zwirnherstellung, z.B. zu einem Zweifachzwirn.
7. Optionale Avivierung mit Textilhilfsmittel zur Verbesserung des Haft-/Gleitverhaltens,
der Herabsetzung der statischen Reibung, der Erhöhung der dynamischen Reibung, dem
thermischen Schutz sowie der Verbesserung des Faserreibverhaltens und Erhöhung der
Dehnung.
[0042] Eine Ausführungsform der Oberflächenbehandlung kann erfindungsgemäß auf folgenden
Aspekten beruhen:
Die Verwendung einer elastischen Schlichte mit einer niedrigen Glasübergangstemperatur
zur Beschichtung von Fasern 20 und Garnen 10 führt zu einer geeigneteren Oberfläche,
die eine verbesserte Verarbeitbarkeit gewährleistet.
[0043] Als besonders geeignet haben sich unter anderem selbstvernetzende carboxylierte Styrol-Butadien-Copolymere
erwiesen, die in einem thermischen Trocknungsprozess vernetzen.
[0044] Neben einer sehr glatten Oberfläche, stellt insbesondere die elektrische Kontaktierbarkeit
der Fasern eine interessante Eigenschaft dar. Hier ist der Einsatz als Heizleiter
in Fördereinrichtungen, als oder bei Schläuchen, Förderbändern, heizbaren Flächengebilden,
usw. denkbar.
[0045] Aufgrund der Flexibilität wird eine sanfte Schubübertragung zwischen den Fasern 20
und damit eine gute Krafteinleitung in den gesamten Strang 10 oder das gesamt Garn
10 gewährleistet.
[0046] Dieses Vorgehen eignet sich gleichfalls zur Behandlung aller Fasertypen, insbesondere
aber von Kohlenstoff- und Keramikfasern.
[0047] Weiterhin kann so auch eine gute Kompatibilität zu Elastomermatrizen gewährleistet
werden.
[0048] Im Hinblick auf die Verbesserung von Eigenschaften von CF-Rovings und CF-Stapelfasergarnen,
insbesondere für den Einsatz in Elastomeren oder Thermoplasten, wird insbesondere
die Verbesserung der Prozesseigenschaften durch Abriebverminderung und/oder Abriebvermeidung
realisiert, insbesondere bei Strukturen, die Entstehen durch Flechten, Nähen, Weben
oder dergleichen.
[0049] Die Vermeidung von Reibung zwischen Einzelfilamenten, die auch als innere Reibung
bezeichnet wird, wird ermöglicht durch eine teilweise oder vollständige Beschichtung,
Imprägnierung und/oder Umhüllung eines jeweiligen Einzelfilaments oder Abschnitts
eines Einzelfilaments mit einem Thermoplast oder einem entsprechenden anderen Material,
welches die Reibung vermindert. Dadurch wird eine verbesserte Standfähigkeit erreicht,
insbesondere bei dynamischer Beanspruchung. Dies kann in der Anwendung z.B. Aufzugseile,
Treibriemen, Förderbänder oder dergleichen betreffen.
[0050] Des Weiteren ist durch die Imprägnierung, Beschichtung und/oder Umhüllung auch eine
verbesserte Einbindung eines CF-Rovings, CF-Stapelfasergarns oder der jeweiligen Einzelfilamente
in Matrixsystemen, z.B. aus Gummi, Thermoplast und/oder Duroplast, möglich. Ferner
kann durch eine derartige Imprägnierung, Einbettung und/oder Beschichtung auch eine
Verbesserung der Übertragung von Kraft, Schub und/oder Druck erreicht werden.
[0051] Erfindungsgemäß werden dazu entsprechende Verfahren des Einbringens thermoplastischer
Fasern 20 und/oder Materialien in Endlosrovings oder Filamentgarne beschrieben. Da
derartige Prozesse auch unter Zuführung von Wärme ablaufen können, wird bei derartigen
Ausführungsformen erreicht, dass der Thermoplast schmilzt und die CF-Filamente komplett
einbindet. Die komplette Einbindung und der Schutz der Filamente 20 oder Filamentabschnitte
20 verringert die innere Reibung untereinander und erhöht somit die dynamische Festigkeit
des Produkts.
[0052] Eine Imprägnierung 40 und/oder Beschichtung 30 der Fasern 20, Fasergruppen 25 oder
des Garns 10 als Ganzes reduzieren oder verhindern einerseits die Staubentstehung
durch Abrieb, andererseits aber auch die Anhaftung entstehenden oder vorhandenen Staubs
an den Fasern 20, den Fasergruppen 25 oder dem Garn 10 als Ganzes.
[0053] Nun wird im Detail auf die Zeichnungen Bezug genommen.
[0054] Die Fig. 1A bis 1D beschreiben in schematischer Querschnittsansicht verschiedene
Ausführungsformen eines Nähgarns 10.
[0055] Bei der Ausführungsform der Fig. 1A (nicht erfindungsgemäß) ist in schematischer
Querschnittsansicht eine Gruppe 25 oder ein Bündel 25 einzelner Filamente 20 oder
Fasern 20 aus einem Fasermaterial 20' dargestellt, die als Gruppe 25 oder Bündel 25
nach einem entsprechenden Spinnprozess ein Garn 10 und insbesondere ein Nähgarn 10
bilden.
[0056] Dabei ist erfindungswesentlich, dass es sich bei den eigentlichen Fasern 20 um Stapelfasern
handelt, also um Faser- oder Filamentabschnitte mit endlicher Länge, die über einen
Spinnprozess miteinander versponnen sind oder werden. Das Material 20' der zugrunde
liegenden Fasern 20 oder Filamente 20 ist ein Kohlenstoffmaterial oder Carbonmaterial,
so dass die Filamente 20 oder Fasern 20 als Kohlenstofffasern oder Carbonfasern in
engerem oder weiterem Sinne bezeichnet werden können.
[0057] Bei der Ausführungsform der Fig. 1B sind die einzelnen Fasern oder Filamente 20 an
ihrer Oberfläche 20a, also der Mantelfläche 20a der Fasern 20 oder Filamente 20, mit
einer Beschichtung 30 aus einem Beschichtungsmaterial 30' ausgebildet.
[0058] Bei der Ausführungsform der Fig. 1C sind die einzelnen Fasern 20 oder Filamente 20
über ihre Oberfläche 20a, also über ihre Mantelfläche 20a mit einer Imprägnierung
40 mit einem Imprägniermaterial 40' ausgebildet. Das bedeutet, dass das Imprägniermaterial
40' in die Oberfläche 20a der Fasern 20 oder Filamente 20 eindringt oder eingedrungen
ist, um dort eine Oberflächenmodifikation zu bewirken.
[0059] Die Darstellungen der Fig. 1B mit der Beschichtung 30 und der Fig. 1C mit der Imprägnierung
40 stellen extreme Sichtweisen der in der Realität zu erwartenden Verhältnisse dar.
In der Regel werden Mischvorgänge ablaufen, sobald ein Beschichtungsmaterial 30' oder
ein Imprägniermaterial 40' auf die Oberfläche 20a einer jeglichen Faser 20 oder eines
jeglichen Filaments 20 aufgebracht wird. Das bedeutet, dass die aufgebrachten Materialien
30', 40' einerseits eine Beschichtung 30, andererseits aber auch eine Imprägnierung
40 realisieren oder bewirken werden.
[0060] Bei der Ausführungsform der Fig. 1D (nicht erfindungsgemäß) ist die Gruppe 25 oder
das Bündel 25 der Mehrzahl Fasern 20 oder Fasersegmente 20 in einer Einbettung 50
mit oder aus einem Einbettungsmaterial 50' eingebettet, so dass die Fasern 20 oder
Faserabschnitte 20 nicht mehr individuell oder einzeln mit ihrer Oberfläche 20a in
Erscheinung treten.
[0061] Selbstverständlich können die im Zusammenhang mit den Ausführungsformen der Fig.
1B und 1C diskutierten Aspekte auch mit der Einbettung 50 kombiniert werden, indem
z.B. mit einer Beschichtung 30 oder einer Imprägnierung 40 ausgebildete Fasern 20
oder Faserabschnitte 20 als Gruppe 25 insgesamt in einer Einbettung 50 eingebettet
werden.
[0062] Die Fig. 2 zeigt nach Art eines schematischen Flussdiagramms Aspekte einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen eines erfindungsgemäßen Nähgarns 10.
[0063] Nach einem vorbereitenden Schritt S0 werden in einem Folgeschritt S1 Stapelfasern
oder ein Stapelfasermaterial bereitgestellt.
[0064] In einem Zwischenverarbeitungsschritt S2 wird das bereitgestellte Stapelfasermaterial
optional zwischen verarbeitet, um z.B. eine bestimmte Ordnung der Stapelfasern aufzulösen
oder herzustellen oder eine Oberflächenbehandlung oder dergleichen durchzuführen.
Dieser Schritt des Zwischenverarbeitens S2 ist jedoch optional und nur bei bestimmten
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens vorzusehen, d.h. nicht
bei jeder Ausführungsform der Erfindung zwingend.
[0065] Danach folgt der Schritt des eigentlichen Herstellens des Nähgarns 10, nämlich ein
Prozess des Spinnens S3 der bereitgestellten und gegebenenfalls zwischen verarbeiteten
oder zwischen behandelten Stapelfasern.
[0066] Es kann sich dann ein Nachverarbeitungsschritt anschließen, bei welchem das sich
so ergebende Produkt als Vorgarn aufgefasst, z.B. noch oberflächenbehandelt und/oder
in eine Einbettung 50 eingebracht wird.
[0067] Der abschließende Schritt S5 beendet das Verfahren.
[0068] Die Fig. 3 zeigt Teilaspekte des Schritts S1 des Bereitstellens der Stapelfasern
oder des Stapelfasermaterials.
[0069] Dabei wird bei der hier vorgestellten Ausführungsform zunächst ein Roving, z.B. im
Sinne eines Multifilamentrovings auf der Grundlage eines Kohlenstofffasermaterials
oder Carbonfasermaterials, gegebenenfalls aber auch auf der Grundlage anderer Fasermaterialien,
in einem ersten Teilschritt T1 bereitgestellt.
[0070] Dann schließt sich ein Prozess T2 des so genannten Streckreißens und/oder Schneidens
an, bei welchem die an sich endlosen Einzelfilamente des Rovings in mehr oder weniger
definierter Art und Weise in Faser- oder Filamentsegmente oder -abschnitte unterteilt
wird. Dieses unterteilte Material bildet dann das Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitungsprozesse.
[0071] Alternativ dazu kann z.B. auch bereits vorgelegtes Faserabschnittsmaterial vorgesehen
werden, welches z.B. aus einem Recyclingprozess stammt und Fasermaterialabfälle, z.B.
in filzartiger Art und Weise verwendet.
[0072] Fig. 4 zeigt Teilaspekte des optionalen Zwischenverarbeitungsschritts S2.
[0073] Bei dieser Ausführungsform wird in einem ersten Teilschritt U1 das bereitgestellte
grundlegende Stapelfasermaterial aufgelöst und/oder parallelisiert, und zwar mittels
einer so genannten Karde.
[0074] Es schließt sich dann ein zweiter Teilschritt U2 der Herstellung eines Bandes in
einer Strecke an.
[0075] Darauf folgt dann als dritter Teilschritt U3 die Zwischenverarbeitung zu einer so
genannten Lunte oder Flyerlunte.
[0076] Wie oben bereits beschrieben wurde, erfolgt die eigentliche Herstellung des Nähgarns
10 im Rahmen eines Spinnprozesses des zugrunde liegenden Stapelfasermaterials, z.B.
unter Verwendung einer Ringspinnmaschine, einer Rotorspinnmaschine oder einer Friktionsspinnmaschine.
[0077] Zur Verbesserung der Eigenschaften und insbesondere zur Steigerung der Stabilität
des Nähgarns 10 kann das erhaltene grundlegende Garn als Vorgarn aufgefasst und einem
Zwirnprozess unterzogen werden, um z.B. einen Zweifachzwirn oder dergleichen zu erzeugen.
[0078] Davor und optional danach erfolgt ein Avivierungsprozess im Sinne einer Beschichtung,
Beschlichtung, Imprägnierung und/oder Einbettung.
[0079] Die folgenden Tabellen zeigen Eigenschaften von Ausführungsformen erfindungsgemäß
gefertigter Nähgarne 10.
Ausführungsbeispiel 1:
| Physikalische Größe |
Maßeinheit |
Numerischer Mittelwert |
| Zugfestigkeit (impregnated) |
MPa |
2.750 |
| Zugfestigkeit (trocken) |
MPa |
1.000 |
| Garnfestigkeit |
N |
43 |
| Youngmodul (Zug) |
GPa |
220 |
| Ausdehnung impregnated) |
% |
1,1 |
| Dichte |
g/cm3 |
1,79 |
| Knot tensile strength |
N |
2,2 |
| Loop tensile strength |
N |
14,4 |
| Elektrischer Widerstand |
Ω/m |
gemittelt 405 bzw. 430 |
| Spezifischer Elektrischer Widerstand |
Ω/µm |
16,7 |
| Stapelfaserlänge |
mm |
Average: 123 |
| Max: 220 |
| Min: 15 |
| Twist |
Tpm |
310 S/230 T |
Ausführungsbeispiel 2:
| Physikalische Größe |
Maßeinheit |
Numerischer Mittelwert |
| Zugfestigkeit (impregnated) |
MPa |
2.950 |
| Zugfestigkeit (trocken) |
MPa |
820 |
| Garnfestigkeit |
N |
90 |
| Youngmodul (Zug) |
GPa |
200 |
| Ausdehnung impregnated) |
% |
1,4 |
| Dichte |
g/cm3 |
1,79 |
| Knot tensile strength |
N |
2,7 |
| Loop tensile strength |
N |
60 |
| Elektrischer Widerstand |
Ω/m |
gemittelt 140 |
| Spezifischer Elektrischer Widerstand |
Ω/µm |
16,0 |
| Stapelfaserlänge |
mm |
gemittelt: 123 |
| maximal: 220 |
| minimal: 15 |
| Twist |
Tpm |
310 S/230 T |
[0080] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahren wird mit oder aus dem
Nähgarn 10 ein textiles Gebilde ausgebildet, insbesondere mittels eines Webprozesses,
vorzugsweise als ein oder nach Art eines zweidimensionalen Textils, als ein oder nach
Art eines Gewebes, Geleges, Geflechts, Gewirks, Gestricks und/oder deren Kombinationen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0081]
- 10
- Garn, Nähgarn
- 20
- Faser
- 20'
- Fasermaterial
- 25
- Gruppe von Fasern, Fasergruppe
- 30
- Beschichtung
- 30'
- Beschichtungsmaterial
- 40
- Imprägnierung
- 40'
- Imprägniermaterial
- 50
- Einbettung
- 50'
- Einbettungsmaterial
1. Fil de couture (10) constitué, en tant que fil de fibre tissé, d'un matériau de fibre
discontinue de fibres discontinues (20),
lequel est constitué avec ou constitué de matériaux de fibres de carbone (20') et
dans lequel les fibres discontinues (20), en tant que fibres simples (20) et dans
leur totalité, sont revêtues ou imprégnées entièrement ou partiellement d'un ou de
plusieurs matériaux de revêtement (30') et/ou de matériaux d'imprégnations (40').
2. Fil de couture (10) selon la revendication 1,
présentant une teneur du ou des matériaux de revêtement (30') et/ou du ou des matériaux
d'imprégnation (40') située dans la plage de 0,1 % à 50 %.
3. Fil de couture (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel les fibres discontinues présentent une longueur située dans la plage de
10 mm à 250 mm.
4. Fil de couture (10) selon l'une des revendications précédentes, lequel comprend des
fibres discontinues à base de fibres de matériau de verre, de fibres de matériau acrylique,
de fibres de polyester, de fibres de polyamide et/ou des combinaisons de ceux-ci,
en tant qu'hybride, à raison d'une proportion de fibres de carbone dans la plage supérieure
à 10 %.
5. Procédé de fabrication d'un fil de couture (10) selon l'une des revendications précédentes,
lequel fil de couture, en tant que fil de fibre tissé, est constitué d'un matériau
de fibre discontinue de fibres discontinues (20), comprenant les étapes suivantes
:
a) la préparation d'un matériau de fibre discontinue avec ou à partir de matériaux
de fibres de carbone (20')
b) le revêtement et/ou l'imprégnation des fibres discontinues (20) en tant que fibres
simples (20) dans leur totalité, entièrement ou partiellement
c) le filage du matériau de fibre discontinue.
6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel le fil de fibre discontinue est formé
de fibres simples (20) présentant une longueur située dans la plage de 10 mm à 250
mm.
7. Utilisation du fil de couture (10) selon l'une des revendications 1 à 4, pour la production
d'un tissu, d'une nappe, d'un lacis, d'un tricot, d'un ouvrage et/ou de combinaisons
de ceux-ci.