[0001] Die Erfindung betrifft einen Spender für Papier von einer in einer unteren Spendeposition
liegenden Spenderolle, mit einer von oben in die Spendeposition führenden Führungsbahn,
in der eine durch ein Sperrmittel definierte Warteposition für eine Reserverolle vorgesehen
ist, mit einer Einrichtung zur Erfassung des Durchmessers der Spenderolle und mit
einer Einrichtung zum Lösen des Sperrmittels für die Reserverolle nach Aufbrauch des
Papiers der Spenderolle.
[0002] Ein derartiger Spender ist beispielsweise der
US 4,844,361 zu entnehmen. Bei diesem Spender endet die Führungsbahn in der Spendeposition und
ist nach unten offen, sodass die Spenderolle auf einer Förderwalze aufliegt. Der Träger
der Spenderrolle wird zusätzlich durch einen Schwenkhebel gehalten bzw. geführt, aus
dem der Träger ebenfalls nach unten frei austreten kann. Ist das Papier der Spenderolle
aufgebraucht, hat sich der Schwenkhebel so weit nach untern bewegt, dass das Sperrmittel
für die Reserverolle entriegelt und von der unter Schwerkrafteinfluss sich bewegenden
Reserverolle nach unten verschwenkt wird. Diese Schwenkbewegung des Sperrmittels führt
den Schwenkhebel nach oben, der leere Träger wird frei und fällt aus der Führungsbahn.
Bevor die Reserverolle in der Spendeposition angekommen ist, wird das Sperrmittel
seinerseits von der Rolle frei und der nach oben geführte Schwenkhebel ergreift den
Träger der Reserverolle, Die Sperrmittel kehren in die Sperrposition zurück, sodass
eine neue Reserverolle eingelegt werden kann. Mehrere Federn und Hebel sind insgesamt
hierfür vorgesehen. Ein Nachteil dieses Spenders liegt darin, dass der Paperausgabeschlitz
sehr knapp an der Hinterwand ist, sodass das Papier nicht besonders gut zu greifen
ist. Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, dass der Träger der Rolle auf den die
Sperrmittel auslösenden Schwenkhebel abgestimmt sein muss, wodurch massive Beschränkungen
in den Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind.
[0003] Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gestellt, einen derartigen Spender zu schaffen,
bei dem das Papier mit großem Wandabstand zur Entnahme bereit gehalten wird und dessen
in die Führungsbahnen vorstehenden Enden von Rollenträgern nicht auf den Abtast- und
Rollenwechselmechanismus abgestimmt sein müssen.
[0004] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Einrichtung zur Erfassung des
Durchmessers der Spenderolle ein gegen die Umfangsfläche der Spenderolle beaufschlagtes
Abtastelement aufweist, das von der fallenden Reserverolle verdrängbar ist und nach
dem Fall der Reserverolle wieder in die Abtaststellung zurückkehrt.
[0005] Ein sich nicht an der Umfangsfläche der Papierrolle abwälzendes Abtastelement muss
so angeordnet sein, dass die Auflagekante nicht das Papier beschädigt. Das Abtastelement
muss also schleifend auf dem Papier aufliegen. Ist das Abtastelement verschwenkbar
gelagert, muss sich das Abtastelement von der Schwenkachse in der Drehrichtung der
Rolle erstrecken, d.h. jeder Punkt der Papierrolle passiert zuerst die Schwenkachse
und erst dann die Auflagekante des Abtastelementes.
[0006] Häufig sind die Papiere einseitig bedruckt und die bedruckte Seite ist bei einer
Papierrolle immer außen, da man sie sonst nicht sieht. Soll der Spender auch bedruckte
Papiere aufnehmen können, so muss die bedruckte Seite an dem aus dem Spender ragenden
Papierstreifenende für den Benützer sichtbar sein. Es ist daher nicht nur auf das
seitenrichtige Einsetzen der Rollen zu achten, auf das hier nicht weiter eingegangen
werden muss, sondern der Papierspender muss auch so konstruiert sein, dass das Abtastelement
in einer Position ist, die die Verwendung von Rollen mit bedrucktem Papier in der
gewünschten Weise ermöglicht. Ein schleifend auf bedrucktem Papier aufliegendes Abtastelement
muss daher im Gehäuse vorne und oberhalb der zu messenden Rolle angeordnet werden,
wenn das Abtastelement nicht durch Federn hochgedrückt werden soll.
[0007] In einer bevorzugten Ausführung ist der Spender auch für bedrucktes Papier geeignet,
wenn das Abtastelement an einem oberhalb der Spenderolle schwenkbar gelagerten Bügel
angeordnet ist, dessen Seitenteile zweiarmige Hebel sind, wobei jeder erste Hebelarm
in die Führungsbahn ragt. Die fallende Rolle schwenkt dadurch jeden der beiden Seitenteile
derart, dass die ersten Hebelarme von den in die Führungsbahn ragenden Enden des Rollenträgers
nach unten mitgenommen und die das Abtastelement bewegenden zweiten Hebelarme hochgeschwenkt
werden, sodass das Abtastelement aus dem Weg der Rolle ausweicht. Die Länge der ersten
Hebelarme ist so gewählt, dass sie von der fallenden Rolle wieder freigegeben werden,
bevor diese die Spendeposition erreicht hat, sodass das Abtastelement wieder nach
unten schwenkt, bis es auf der Rolle schleifend aufliegt.
[0008] Um die Sperrmittel für die Reserverolle erst zu lösen, wenn die Spenderolle aufgebraucht
ist, wird die Schwenkbewegung des Abtastelementes erst im letzten Abschnitt seines
Weges auf das Sperrmittel übertragen.
[0009] Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass an jedem ersten Hebelarm ein
Stift angeordnet ist, der in einen gebogenen Schlitz des Sperrmittels eingreift, der
über einen ersten Abschnitt konzentrisch und über eine anschließenden zweiten Abschnitt
exzentrisch zur Schwenkachse des Abtastelementes verläuft.
[0010] Um den Rollenträger der aufgebrauchten Spenderolle zu entfernen, ist weiters bevorzugt
vorgesehen, dass für die Spendeposition der Spenderolle ein zweites, lösbares Sperrmittel
vorgesehen ist, das mit den beiden ersten Hebelarmen zusammenwirkt.
[0011] Beim erfindungsgemäßen Spender wird die Schwerkraft zur Verdrängung und Rückführung
des Abtastelementes eingesetzt. Die fallende Rolle kann aber auch als Antrieb oder
Auslöser für andere für den Spender spezifische Vorgänge eingesetzt werden, beispielsweise
zur Aktivierung einer äußeren Anzeige für einen Rollenwechsel.
[0012] Nachstehend wird nun die Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden Zeichnungen
näher beschreiben, ohne darauf beschränkt zu sein.
[0013] Die Figuren 1 bis 8 zeigen in Schräg- und Seitenansichten einen Spender in verschiedenen
Positionen während der Verwendung.
[0014] Ein Papierpender, insbesondere für Toilettenpapier, weist ein Gehäuse 1 auf, das
mit einer vorderen nicht gezeigten Abdeckung versehen ist, die unten eine Entnahmeöffnung
für Papier 9 (Fig. 1) freilässt. Die Seitenwände 2 des Gehäuses 1 sind mit Führungsbahnen
6 versehen, in die auf Rollenträgern 3 und 4 gewickelte Papierrollen eingesetzt werden,
die insbesondere eine Bedruckung 18 an der Außenseite aufweisen. In Fig. 1 ist der
Spender mit voller Bestückung gezeigt, d.h. eine Spenderolle 10 liegt in einer unteren
Spendeposition und eine Reserverolle 20 in einer oberen Warteposition. Beide Positionen
sind durch Sperrmittel 7, 8 definiert, die jeweils durch zweiarmige Hebel gebildet
und an den Seitenwänden 2 um Achsen 21 und 22 drehbar gelagert sind. Die freien Enden
der Sperrmittel 7, 8 sind gelenkig verschiebbar verbunden, sodass eine Verschwenkung
eines Sperrmittels das andere ebenfalls verschwenkt.
[0015] Weiters enthält der Papierspender ein Abtastelement 11, das für den Durchmesser der
Spenderolle 10, um Papier mit einer Bedruckung 18 verwenden zu können, an der Vorderseite
des Spenders oberhalb der Spenderolle 10 schwenkbar gelagert sein muss, um schleifend
auf dem Papier 9 aufzuliegen, wobei es die Spenderolle 10 auch bremst, um einen Widerstand
beim Abziehen des Papiers zu erzielen.
[0016] Das Abtastelement 11 ist an einem Bügel angeordnet, dessen Seitenteile durch zweiarmige
Hebel gebildet sind, die an den Seitenwänden 2 um eine Achse 19 verschwenkbar gelagert
sind. Die beiden Hebelarme 12, 13 verlaufen etwa rechtwinklig zueinander und das Abtastelement
11 erstreckt sich annähernd parallel zu den ersten Hebelarmen 12 der Seitenteile,
sodass insgesamt etwa eine U-Form mit leicht auseinanderstrebenden Seiten entsteht.
Diese ist in Fig. 2 ganz gut erkennbar. An den beiden ersten Hebelarmen 12 der beiden
Seitenteile ist ein Stift 14 vorgesehen, der in einen gebogenen Schlitz 15 in einem
der beiden Sperrmittel 7, 8 eingreift - in der gezeigten Ausführung ist der gebogene
Schlitz 15 im Sperrmittel 8 für die Spenderrolle. Der gebogene Schlitz 15 ist in seinem
ersten Abschnitt, beginnend von unten, kreisbogenförmig und konzentrisch zur Achse
19 und in seinem zweiten anschließenden oberen Abschnitt stärker gebogen, sodass er
sich der Achse 19 annähert.
[0017] Die Funktion des Spenders ist nun wie folgt: Papier 9 wird aus dem mit zwei vollen
Rollen befüllten Spender, wie Fig. 1 oder 2 zeigen, von der Spenderolle 10 abgezogen,
deren Durchmesser sich dadurch verringert. Fig. 3 zeigt eine Stellung, in der die
Spenderolle 10 schon wesentlich kleiner ist. Das Abtastelement 11 liegt auf der Spenderolle
10 schleifend auf, wobei eine leichte Feder 17 die Auflage unterstützt, die an einem
zweiten Hebelarm 13 eines Seitenteils angreift. Beim Verschwenken des Abtastelementes
11 nach unten bewegt sich jeder Stift 14 im konzentrischen Abschnitt des Schlitzes
15, sodass die gekoppelten Sperrmittel 7, 8, die die Rollenträger 3 und 4 unterfangen,
nicht bewegt werden. Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass das Abtastelement 11 nach Aufbrauch
der Spenderolle 10 nach unten bzw. hinten durchschwenkt, und der Stift 14 in den exzentrischen
Abschnitten des Schlitzes 15 eingetreten ist. Über diesen Abschnitt werden, da der
Stift 14 seinen Abstand zur Achse 19 ja nicht ändern kann, die Sperrmittel 7, 8 von
der Achse 19 weiter wegbewegt, und die Enden schwenken aus den Führungsbahnen 2, sodass
beide Rollenträger 3, 4 ihrer Auflage beraubt sind und nach unten fallen. Der leere
Rollenträger 4 gleitet in einen Aufnahmeraum nach unten, wo er dann entnommen werden
kann. Der volle Rollenträger 3, also die Reserverolle 20, fällt in den Führungsbahnen
2 nach unten, wobei aber die Enden der ersten Hebelarme 12 im Wege sind (Fig. 4, 5).
Der Rollenträger 3 trifft auf die Hebelarme 12 und verschwenkt diese um die Achse
19 nach unten. Die Stifte gleiten im exzentrischen Abschnitt des Schlitzes 15 wieder
zurück und die Sperrmittel 7, 8 schwenken wieder in die Führungsbahn 2 ein. Die Stifte
14 treten dabei in den konzentrischen ersten Abschnitt der Schlitze 15 ein, sodass
sie bei der Weiterverschwenkung des Abtastelementes 11 in die maximal ausgeschwenkte
Position (Fig. 6) und der nachfolgenden Rückkehr in die Position nach Fig. 7 die Sperrmittel
7, 8 nicht mehr bewegen. Wie Fig. 6 zeigt, ist bei maximaler Verschwenkung der Hebelarme
12 das Abtastelement 11 weit genug ausgeschwenkt, dass die Reserverolle 20 passieren
kann. Anschließend kehrt das Abtastelement 11 zurück, da die Hebelarme 12 wieder frei
sind. In den Spender kann nun, wie Fig. 8 zeigt, eine neue Reserverolle 20 eingesetzt
werden, und der Zustand von Fig. 1 ist wieder erreicht.
1. Spender für Papier von einer in einer unteren Spendeposition liegenden Spenderolle
(10), mit einer von oben in die Spendeposition führenden Führungsbahn (6), in der
eine durch ein Sperrmittel (7) definierte Warteposition für eine Reserverolle (20)
vorgesehen ist, mit einer Einrichtung zur Erfassung des Durchmessers der Spenderolle
(10) und mit einer Einrichtung zum Lösen des Sperrmittels für die Reserverolle (20)
nach Aufbrauch des Papiers der Spenderolle (10), dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Erfassung des Durchmessers der Spenderolle (10) ein gegen die
Umfangsfläche der Spenderolle (10) beaufschlagtes Abtastelement (11) aufweist, das
von der fallenden Reserverolle (20) verdrängbar ist und nach dem Fall der Reserverolle
wieder in die Abtaststellung zurückkehrt.
2. Papierspender nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtastelement (11) an einem Bügel angeordnet ist, dessen Seitenteile zweiarmige
Hebel sind, wobei jeder erste Hebelarm (12) in die Führungsbahn (6) ragt.
3. Papierspender nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hebelarme (12, 13) etwa rechtwinklig zueinander angeordnet sind.
4. Papierspender nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder erste Hebelarm (12) mit dem Sperrmittel (7) kinematisch derart gekoppelt ist,
dass sich das Sperrmittel (7) erst in einem zweiten Abschnitt des Schwenkweges des
Abtastelementes (11) aus der Führungsbahn (6) zurückzieht.
5. Papierspender nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem ersten Hebelarm (12) ein Stift (14) angeordnet ist, der in einen gebogenen
Schlitz (15) des Sperrmittels eingreift, der über einen ersten Abschnitt konzentrisch
und über eine anschließenden zweiten Abschnitt exzentrisch zur Schwenkachse (19) des
Abtastelementes (11) verläuft.
6. Papierspender nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich der zweite Abschnitt des Schlitzes an die Schwenkachse (19) annähert.
7. Papierspender nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass für die Spendeposition der Spenderolle (10) ein zweites, lösbares Sperrmittel (8)
vorgesehen ist, das mit den beiden ersten Hebelarmen (12) zusammenwirkt.
8. Papierspender nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass von der fallenden Reserverolle (20) eine äußere Anzeige für einen Rollenwechsel aktivierbar
ist.