TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Magnetanordnung nach dem einleitenden
Teil von Patentanspruch 1 und auf einen eine solche Magnetanordnung enthaltenden Niederspannungsschalter.
STAND DER TECHNIK
[0002] In Niederspannungsschaltern werden solche Magnetanordnungen in einer zwischen einer
Unterbrechungsstelle und einer Lichtbogenlöschkammer angeordneten Vorkammer eingesetzt,
um die Laufeigenschaften des beim Unterbrechen eines Kurzschluss- oder Überstroms
gebildeten Schaltlichtbogens zu verbessern. Die wirksame magnetische Induktion auf
den Schaltlichtbogen wird hierbei vor allem durch die Geometrie, die Polarität, das
eingesetzte magnetische Material und die Aufmagnetisierung des Permanentmagneten in
einem offenen magnetischen Kreis bestimmt.
[0003] Eine Magnetanordnung der vorgenannten Art ist in
EP 1 998 350 B1 beschrieben.
[0004] Diese Magnetanordnung weist zwei an eine Vorkammer eines Niederspannungsschalters
seitlich angrenzende Eisenplatten auf sowie einen Permanentmagneten, der magnetischen
Fluss in die beiden Eisenplatten einspeist. Die in der Vorkammer zwischen den beiden
Eisenpatten wirkende magnetische Induktion eines offenen magnetischen Kreises werden
zur Verbesserung der Laufeigenschaften eines beim Unterbrechen eines Gleichstroms
gebildeten Schaltlichtbogens verwendet.
[0005] Aus
EP 1 548 773 B1 ist ferner eine Lichtbogenlöscheinrichtung für einen Niederspannungsschutzschalter
mit Doppeltunterbrechung bekannt, bei der die Laufeigenschaften zweier beim Unterbrechen
eines Wechselstroms gebildeter Schaltlichtbögen, die beim Unterbrechungsvorgang jeweils
eine zweier Vorkammern passieren, mit Hilfe zweier jeweils einer der beiden Vorkammern
zugeordneter Mäntel aus magnetischem Material verbessert werden. Jeder Mantel weist
U-Profil auf und umgibt die zugeordnet Vorkammer seitlich und benachbart zu einer
den unteren Fusspunkt des Schaltlichtbogens führenden Lichtbogenlaufschiene.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Magnetanordnung der eingangs genannten Art für einen Niederspannungsschalter
zu schaffen, die sich durch eine einfache Bauweise auszeichnet und die eine bequeme
Einstellung der magnetische Induktion ermöglicht, und zugleich einen Niederspannungsschalter
mit einer solchen Magnetanordnung anzugeben.
[0007] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird eine Magnetanordnung zur Verbesserung der
Laufeigenschaften eines beim Öffnen eines Stromkreises gebildeten Schaltlichtbogens
in einer den Schaltlichtbogen zwischen zwei Lichtbogenlaufschienen führenden Vorkammer
eines Niederspannungsschalters bereitgestellt mit einem magnetisches Material enthaltenden,
offenen magnetischen Kreis und mindestens einem Permanentmagneten zur Einspeisung
von magnetischem Fluss in den magnetischen Kreis unter Bildung einer im Bereich der
Vorkammer auf den Schaltlichtbogen wirkenden magnetischen Induktion. Bei dieser Magnetanordnung
ist das magnetische Material als ein U-Profil aufweisendes, entlang der Vorkammer
erstrecktes Blech ausgebildet und weist eine durch dieses Vorkammerblech geführte
Materialausnehmung auf, in der der mindestens eine Permanentmagnet gehalten ist.
[0008] Durch die Ausbildung des magnetischen Materials als geeignet geformtes Vorkammerblech
und durch Anordnung des mindestens einen Permanentmagneten in einer Materialausnehmung
des Vorkammerblechs wird eine leicht zu fertigende Magnetanordnung erreicht, die die
angestrebte Verbesserung der Laufeigenschaften des Schaltlichtbogens in der Vorkammer
eines Niederspannungsschalters mit einfachen Mitteln bewirkt. Durch geeignete Dimensionierung
der Materialausnehmung kann nun auch die die Laufeigenschaften des Schaltlichtbogens
verbessernde magnetische Induktion äusserst bequem eingestellt werden.
[0009] Die Materialausnehmung kann entlang einem die beiden Seitenflächen des U-Profils
verbindenden Rücken erstreckt sein. Die Materialausnehmung kann von einem ersten Steg
begrenzt sein, der die beiden Seitenflächen des U-Profils miteinander verbindet. Die
Materialausnehmung kann zusätzlich von einem die Seitenflächen verbindenden zweiten
Steg begrenzt sein. Die in der Vorkammer wirkende magnetische Induktion des magnetischen
Kreises kann durch Verändern der geometrischen Abmessung des ersten Stegs einstellbar
sein.
[0010] Zwei den magnetischen Fluss ins Vorkammerblech einspeisende Polflächen des mindestens
einen Permanentmagneten können auf beiden Seiten des Vorkammerblechs aus der Materialausnehmung
herausragen.
[0011] Das Vorkammerblech kann auf einer den Schaltlichtbogen gegenüber dem Blech elektrisch
isolierenden Vorkammerisolation befestigt, insbesondere aufgesteckt, sein.
[0012] Auf dem Vorkammerblech und/oder einem freiliegenden Oberflächenabschnitt der Vorkammerisolation
kann eine Kennzeichnung angeordnet sein, die den zugeordneten Pol des mindestens einen
Permanentmagneten bezeichnet.
[0013] Zwei Seitenflächen der Vorkammerisolation, die jeweils je einem beider Pole des mindestens
einen Permanentmagneten zugeordnet sind, können unterschiedliche, insbesondere durch
Einfärben des Materials der Vorkammerisolation erreichte Farbgebung aufweisen.
[0014] Das Vorkammerblech und/oder die Vorkammerisolation können in einer Montageeinheit
des Niederspannungsschalters, insbesondere durch Einstecken, gehalten sein.
[0015] Die Erfindung betrifft auch einen Niederspannungsschalter mit der vorgenannten Magnetanordnung.
Ist bei diesem Schalter das Vorkammerblech auf einer den Schaltlichtbogen gegenüber
dem Blech elektrisch isolierenden Vorkammerisolation befestigt, und sind das Vorkammerblech
und die Vorkammerisolation Teil einer Montageeinheit des Niederspannungsschalters,
so lässt sich ein solcher Schalter in besonders einfacher Weise fertigen, warten und
umrüsten, wenn die Montageeinheit ein an einem Gehäuse des Schalters festsetzbares
und gegebenenfalls vom Schaltergehäuse lösbares Gehäuseteil aufweist.
[0016] Die Montageeinheit kann mit Hilfe einer das Gehäuseteil form- und kraftschlüssig
festsetzenden, vorzugsweise als Vernietung, Verschraubung oder Verstiftung ausgeführten
Verbindung ins Schaltergehäuse integriert sein.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0017] Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Hierbei zeigt
jeweils in isometrischer Darstellung:
Fig.1 eine Lichtbogenlöscheinrichtung eines Niederspannungsschutzschalters, in die
eine Magnetanordnung nach der Erfindung eingebaut ist,
Fig.2 einen Permanentmagneten und ein diesen Magneten haltendes Vorkammerblech der
in Fig.1 dargestellten Magnetanordnung,
Fig.3 die Magnetanordnung nach der Erfindung nach Aufbringen des den Permanentmagneten
haltenden Vorkammerblechs gemäss Fig.2 auf eine Vorkammerisolation der Lichtbogenlöscheinrichtung
gemäss Fig.1, und
Fig.4 eine die Lichtbogenlöscheinrichtung nach Fig.1 enthaltende Ausführungsform des
Niederspannungsschutzschalters, bei der die erfindungsgemässe Magnetanordnung in einer
Montageeinheit des Schalters angeordnet ist.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0018] Die in Fig.1 dargestellte Lichtbogenlöscheinrichtung ist in einem nur teilweise dargestellten
Isoliergehäuse 10 angeordnet und dient der Löschung zweier nicht dargestellter Schaltlichtbögen
eines doppeltunterbrechenden, ein- oder mehrpoligen Niederspannungsschutzschalters.
Sie ist bezüglich einer elektrisch isolierenden Trennwand 11 des Gehäuses 10 weitgehend
spiegelsymmetrisch aufgebaut und weist zu beiden Seiten der Trennwand 11 jeweils eine
Unterbrechungsstelle mit einem feststehenden und einem beweglichen Schaltkontakt auf.
Jede dieser beiden Unterbrechungsstellen wirkt über zwei Lichtbogenleitschienen mit
einer von zwei Vorkammern zusammen. An jede Vorkammer schliesst eine von zwei Löschkammern
an. Ersichtlich ist der doppeltunterbrechende Schalter geöffnet. Aus Fig.1 ist nur
die dem Betrachter zugewandte Unterbrechungsstelle 20 mit einem feststehenden 21 und
einem beweglichen Schaltkontakt 22 ersichtlich. Dargestellt sind ferner eine mit dem
feststehenden Schaltkontakt 21 der Unterbrechungsstelle 20 über eine Lichtbogenleitschiene
31 und mit dem beweglichen Schaltkontakt 22 der Unterbrechungsstelle 20 über eine
Lichtbogenleitschiene 32 zusammenwirkende Vorkammer 30 und die an die Vorkammer 30
sich anschliessende, Löschbleche 41 enthaltende Löschkammer 40.
[0019] Bei geschlossenem Schalter ist ein erster Stromanschluss 51 des Schalters mit seinem
zweiten Stromanschluss 55 elektrisch leitend verbunden und zwar über folgende Komponenten:
einen Stromleiter 52, eine Blasspule 53 eines Kurzschlussstromauslösers, einen Stromleiter
54, den feststehenden Schaltkontakt 21, den auf einer Zinke einer gabelförmigen Kontaktbrücke
23 angeordneten beweglichen Schaltkontakt 22, die Kontaktbrücke 23, die nicht ersichtliche
zweite Unterbrechungsstelle, einen nicht ersichtlichen Stromleiter und einen nicht
bezeichneten Überstromauslöser.
[0020] Die sich hauptsächlich zwischen den beiden Lichtbogenleitschienen 31 und 32 erstreckende
Vorkammer 30 ist zu beiden Seiten der Schienen 31, 32 und nach unten durch eine U-Profil
aufweisende Vorkammerisolation 60 abgeschirmt. Ein die beiden Seitenflächen 62 des
U-Profils verbindender Rücken 61 der Vorkammerisolation 60 erstreckt sich entlang
der Lichtbogenleitschiene 32 und grenzt die Vorkammer 30 nach unten ab. Die von den
Schenkeln des U-Profils gebildeten Seitenflächen 62 der Vorkammerisolation 30 erstrecken
sich entlang den Lichtbogenleitschienen 31 und 32 und begrenzen die Vorkammer 30 seitlich.
[0021] Auf der vom Inneren der Vorkammer 30 abgewandten Seite der Vorkammerisolation 60
ist ein ebenfalls U-Profil aufweisendes Vorkammerblech 70 angeordnet, welches aus
einem magnetischen Material, wie typischerweise Weicheisen oder Stahl, gebildet ist,
und das in einer durch das Blech geführten Materialausnehmung 71 einen Permanentmagneten
80 aufnimmt. Das Vorkammerblech 70 kann in verfahrenstechnisch vorteilhafter Weise
durch Ausstanzen aus einem flachen magnetischen Blech und plastisches Verformen des
Stanzteils gefertigt werden. Es kann in die Vorkammerisolation 60 eingesteckt oder
auf die Vorkammerisolation 60 aufgesteckt und durch Aufschnappen oder Einspreizen
seiner elastisch verformbaren Seitenflächen 72 an der Vorkammerisolation 60 befestigt
werden.
[0022] Tritt in einem von einer Spannungsquelle über den Stromanschluss 55, die geschlossene
Lichtbogenlöscheinrichtung und den Stromanschluss 51 zu einem Verbraucher geführten
Stromkreis ein Kurzschluss- oder ein Überstrom auf, so öffnen wie in Fig.1 dargestellt
die beiden Unterbrechungsstellen 20 unter Bildung zweier in Fig.1 nicht dargestellter
Schaltlichtbögen. Je einer der beiden Fusspunkte des in der dem Betrachter zugewandten
vorderen Unterbrechungsstelle 20 gebildeten Schaltlichtbogens kommutiert vom feststehenden
Schaltkontakt 21 auf die obere Lichtbogenlaufschiene 31 und vom beweglichen Schaltkontakt
32 auf die untere Lichtbogenlaufschiene 32. Aufgrund selbsterzeugter magnetischer
Kräfte wandert der Schaltlichtbogen entlang den Schienen 31, 32 durch die Vorkammer
30 hindurch in die Löschkammer 40 und wird dort an den Löschblechen 41 gekühlt, in
Teillichtbögen aufgeteilt und gelöscht. Entsprechend verhält sich der an der nicht
dargestellten zweiten Unterbrechungsstelle gebildete Schaltlichtbogen. Der unerwünschte
Kurzschluss- oder Überstrom wird so durch Löschen beider Schaltlichtbögen unterbrochen.
[0023] Das Vorkammerblech 70 und der Permanentmagnet 80 bilden eine in den Figuren 2 und
3 vergrössert dargestellte Magnetanordnung M, die die Laufeigenschaften des Schaltlichtbogens
entlang den Lichtbogenlaufschienen 31, 32 in der Vorkammer 30 beim Unterbrechen eines
Gleichstroms oder eines mit Gleichstrom überlagerten Wechselstroms verbessert.
[0024] Die Magnetanordnung M weist einen das Vorkammerblech 80 enthaltenden, offenen magnetischen
Kreis auf, in den der Permanentmagnet 80 magnetischen Fluss einspeist. Ersichtlich
ist die Materialausnehmung 71 rechteckförmig ausgebildet und durch einen die beiden
Seitenflächen resp. Schenkel 72 des U-Profils verbindenden Rücken 73 geführt. Die
Längsseite des Rechtecks verlaufen parallel zum Rücken 73 und bilden daher zwei vergleichsweise
grosse Flächen, durch die am Nordpol N resp. am nicht ersichtlichen Südpol S des Permanentmagneten
80 der magnetische Fluss in das als offener magnetischer Kreis wirkende Vorkammerblech
70 eingespeist wird. Eine separate Befestigungsvorrichtung für den Permanentmagneten
80 ist nicht erforderlich, da der Permanentmagnet in der Materialausnehmung 71 durch
den im magnetischen Kreis geführten magnetischen Fluss in einer stabilen Lage gehalten
wird.
[0025] Ersichtlich ragen zwei den magnetischen Fluss ins Vorkammerblech 70 einspeisende
Polflächen N und S des Permanentmagneten 80 auf beiden Seiten des Vorkammerblechs
70 aus der Materialausnehmung 71 heraus. Es kann so unter Beibehalt einer stabilen
Lage des Permanentmagneten 80 in der Materialausnehmung 71 ein grosser magnetischer
Fluss im magnetischen Kreis erreicht werden. Da die von den Längsseiten des Rechtecks
gebildeten Flächen der Materialausnehmung 71 und die Polflächen N, S des einspeisenden
Permanentmagneten 80 praktisch spaltfrei aneinander geschmiegt werden können, wird
so ein vergleichsweise hoher Anteil des magnetischen Flusses des Permanentmagneten
in den magnetischen Kreis resp. das Vorkammerblech 70 eingespeist. Der überwiegende
Teil des eingespeisten magnetischen Flusses wird in die als Magnetpole wirkenden Schenkel
72 des Vorkammerblechs 30 geführt und wirkt mit einer vergleichsweise hohen magnetischen
Induktion in der zwischen den Polschenkeln 72 des offenen magnetischen Kreises befindlichen
Vorkammer 30.
[0026] Die in der Vorkammer 30 zwischen den Polschenkeln 72 wirkende magnetische Induktion
unterstützt und beschleunigt den Schaltlichtbogen bei seiner Bewegung auf den Lichtbogenlaufschienen
31, 32 auch bei vergleichsweise kleinen Lichtbogenströmen und einem entsprechend geringen
magnetischen Eigenfeld.
[0027] Das U-Profil des Vorkammerblechs 70 kann geometrisch nahezu beliebig gestaltet werden,
sofern nur eine ausreichende magnetische Induktion im Laufbereich des Schaltlichtbogens
zwischen den beiden Polschenkeln 72 sichergestellt ist.
[0028] Die magnetische Induktion zwischen den beiden Polschenkeln 72 kann in besonders einfacher
Weise dadurch beeinflusst werden, dass der magnetische Kreis einen Nebenschluss aufweist.
Dieser Nebenschluss wird ersichtlich dadurch erreicht, dass die beiden kürzeren Seite
des die Materialausnehmung 71 begrenzenden Rechtecks jeweils als Steg 74 resp. 75
ausgeführt sind. Die Induktion zwischen den beiden Polschenkeln 72 kann durch die
geometrische Gestaltung der beiden Stege 74, 75 bei voll aufmagnetisiertem Permanentmagneten
80 eingestellt werden. Es kann so in besonders einfacher
[0029] Weise eine definierte magnetische Induktion in der Vorkammer 30 erreicht werden.
[0030] Anstelle zweier Stege 74, 75 kann auch lediglich ein einziger die beiden Polschenkel
72 des Vorkammerblechs 30 miteinander verbindender Steg 75 vorgesehen sein. Durch
Verändern der geometrischen Abmessungen des Stegs 75 kann auch bei dieser Ausführungsform
der Magnetanordnung M die in der Vorkammer 30 wirkende magnetische Induktion optimiert
werden.
[0031] Auf dem Vorkammerblech 70 resp. einem freiliegenden Oberflächenabschnitt der Vorkammerisolation
60 ist eine Kennzeichnung 76a resp. 76b angeordnet, die den zugeordneten Pol N des
Permanentmagneten 80 bezeichnet. Durch diese Kennzeichnung ist die Einbaurichtung
des Permanentmagneten 80 und damit auch die Polarisierung der beiden Polschenkel 72
festgelegt. Die Kennzeichnung kann beliebig ausgeführt sein und neben Buchstaben,
Ziffern oder Vorzeichen auch eine Farbgebung umfassen. Eine solche Farbgebung kann
in fertigungstechnisch vorteilhafter Weise durch Einfärben des Materials der Vorkammerisolation
60 erreicht werden. Durch die Kennzeichnung 76a und/oder 76b wird die Montage und
Wartung der Magnetanordnung M erleichtert.
[0032] Bei der die Magnetanordnung M enthaltenden Ausführungsform des Niederspannungsschutzschalters
nach Fig.4 sind das Vorkammerblech 70 und die Vorkammerisolation 60 in einer Montageeinheit
E des Niederspannungsschalters gehalten. Die Montageeinheit E weist ein am Gehäuse
10 des Schalters festsetzbares und gegebenenfalls auch vom Schaltergehäuse 10 lösbares
Gehäuseteil 12 auf. In dieses Gehäuseteil 12 sind Bohrungen 13 eingeformt.
[0033] Bei der Fertigung oder Wartung des Schalters wird die Montageeinheit E - wie aus
Fig.4 ersichtlich - in das am Boden offene Schaltergehäuse 10 eingesetzt. Sobald während
der Montage ins Schaltergehäuse 10 eingeformte Bohrungen 14 mit den Bohrungen 13 fluchten,
werden in die Bohrungen 13, 14 Nieten eingebracht und die Teile 10 und 12 miteinander
vernietet, wodurch das Gehäuseteil 12 und damit auch die Montageeinheit E festgesetzt
und ins Schaltergehäuse 10 integriert sind.
[0034] Anstelle von Nieten können auch andere eine form- und kraftschlüssige Verbindung
bewirkende Verbindungsmittel, wie Schrauben oder Stifte, verwendet werden. Das Gehäuseteil
12 kann auch mit Hilfe einer elastisch verformbaren Verbindung am Schaltergehäuse
10 festgesetzt werden. Eine solche Verbindung kann elastisch verformbare Teile des
Gehäuseteils 12 und/oder des Schaltergehäuses 10 umfassen, die das Gehäuseteil 12
bei der Montage unter Bildung einer Steck- resp. eine Schnappverbindung am Schaltergehäuse
10 festsetzen und so die Montageeinheit E in den Schalter integrieren.
[0035] Die Montageeinheit E erleichtert Fertigung und Wartung des Niederspannungsschutzschalters
wesentlich und ermöglicht zugleich den Einsatzbereich des Schalters mit einfachen
Mitteln zu verändern, so dass er ohne nennenswerten Aufwand unterschiedliche Schaltaufgaben
lösen kann.
[0036] Die Magnetanordnung M kann anstelle eines einzigen Permanentmagneten auch zwei oder
mehr als zwei Permanentmagnete enthalten. Zur Erzielung eines grossen magnetischen
Flusses im magnetischen Kreis kann der Permanentmagnet die Form einer Platte resp.
eines Stabes aufweisen, kann aber auch als Hufeisen ausgebildet sein mit einer an
die Krümmung des Rückens 73 angepassten Kontur und mit Polflächen N, S, die den magnetischen
Fluss unmittelbar in die Schenkel 72 einspeisen.
[0037] Anstelle in einen Niederspannungsschutzschalter kann die Magnetanordnung M auch in
einen anderen Niederspannungsschalter, beispielsweise einen Motorschutzschalter, eingebaut
werden. Weist der Niederspannungsschalter wie beschrieben zwei Unterbrechungsstellen
auf, so werden im allgemeinen zwei Magnetanordnungen nach der Erfindung zur Verbesserung
der Laufeigenschaften der an den beiden Unterbrechungsstellen gebildeten zwei Schaltlichtbögen
eingesetzt. Weist der Niederspannungsschalter hingegen lediglich eine Unterbrechungsstelle
auf, so genügt eine einzige Magnetanordnung nach der Erfindung, um die Laufeigenschaften
des beim Unterbrechen des Stroms gebildeten einzigen Schaltlichtbogens zu verbessern.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0038]
- 10
- Schaltergehäuse
- 11
- Trennwand
- 12
- Teil des Schaltergehäuses
- 13, 14
- Bohrungen
- 20
- Unterbrechungsstelle
- 21
- feststehender Schaltkontakt
- 22
- beweglicher Schaltkontakt
- 23
- Kontaktbrücke
- 30
- Vorkammer
- 31, 32
- Lichtbogenschienen
- 40
- Löschkammer
- 41
- Löschkammerbleche
- 51
- Stromanschluss
- 52
- Stromleiter
- 53
- Blasspule
- 54
- Stromleiter
- 55
- Stromanschluss
- 60
- Vorkammerisolation
- 61
- Rücken der Vorkammerisolation
- 62
- Seitenflächen der Vorkammerisolation
- 70
- Vorkammerblech
- 71
- Materialausnehmung
- 72
- Seitenflächen des Vorkammerblechs, Polschenkel
- 73
- Rücken des Vorkammerblechs
- 74, 75
- Stege
- 76a, 76b
- Kennzeichnungen
- 80
- Permanentmagnet
- N, S
- Magnetpole, Polflächen
- E
- Montageeinheit
- M
- Magnetanordnung
1. Magnetanordnung (M) zur Verbesserung der Laufeigenschaften eines beim Öffnen eines
Stromkreises gebildeten Schaltlichtbogens in einer den Schaltlichtbogen zwischen zwei
Lichtbogenlaufschienen (31, 32) führenden Vorkammer (30) eines Niederspannungsschalters
mit einem magnetisches Material enthaltenden, offenen magnetischen Kreis und mindestens
einem Permanentmagneten (80) zur Einspeisung von magnetischem Fluss in den magnetischen
Kreis unter Bildung einer im Bereich der Vorkammer (30) auf den Schaltlichtbogen wirkenden
magnetischen Induktion, dadurch gekennzeichnet, dass das magnetische Material als ein U-Profil aufweisendes, entlang der Vorkammer (30)
erstrecktes Blech (70) ausgebildet ist und eine durch dieses Vorkammerblech (70) geführte
Materialausnehmung (71) aufweist, in der der mindestens eine Permanentmagnet (80)
gehalten ist.
2. Magnetanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialausnehmung (71) entlang einem die beiden Schenkel (72) des U-Profils
verbindenden Rücken (73) erstreckt ist.
3. Magnetanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialausnehmung (71) von einem ersten Steg (75) begrenzt ist, der die beiden
Schenkel (72) des U-Profils miteinander verbindet.
4. Magnetanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialausnehmung (71) von einem die Schenkel (72) des U-Profils verbindenden
zweiten Steg (74) begrenzt ist.
5. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Vorkammer (30) wirkende magnetische Induktion des magnetischen Kreises
durch Verändern der geometrischen Abmessung des ersten Stegs (75) einstellbar ist.
6. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei den magnetischen Fluss ins Vorkammerblech (70) einspeisende Polflächen (N, S)
des mindestens einen Permanentmagneten (80) auf beiden Seiten des Vorkammerblechs
(70) aus der Materialausnehmung (71) herausragen.
7. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorkammerblech (70) auf einer den Schaltlichtbogen gegenüber dem Blech (70) elektrisch
isolierenden Vorkammerisolation (60) befestigt ist.
8. Magnetanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorkammerblech (70) auf die Vorkammerisolation (60) aufgesteckt oder in die Vorkammerisolation
(60) eingesteckt ist.
9. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Vorkammerblech (70) und/oder einem freiliegenden Oberflächenabschnitt der
Vorkammerisolation (60) eine Kennzeichnung (76a, 76b) angeordnet ist, die den zugeordneten
Pol (N, S) des mindestens einen Permanentmagneten (80) bezeichnet.
10. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Seitenflächen (62) der Vorkammerisolation (60), die jeweils je einem beider
Pole (N, S) des mindestens einen Permanentmagneten (80) zugeordnet sind, unterschiedliche,
insbesondere durch Einfärben des Materials der Vorkammerisolation (60) erreichte Farbgebung
aufweisen.
11. Magnetanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorkammerblech (70) und die Vorkammerisolation (60) in einer Montageeinheit (E)
des Niederspannungsschalters gehalten sind.
12. Magnetanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorkammerblech (70) und die Vorkammerisolation (60) in die Montageeinheit (E)
eingesteckt sind.
13. Niederspannungsschalter mit einer Magnetanordnung (M) nach einem der Ansprüche 1 bis
12.
14. Schalter nach Anspruch 13, bei dem das Vorkammerblech (70) auf einer den Schaltlichtbogen
gegenüber dem Blech (70) elektrisch isolierenden Vorkammerisolation (70) befestigt
ist, und bei dem das Vorkammerblech (70) und die Vorkammerisolation (60) Teil einer
Montageeinheit (E) des Schalters sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageeinheit (E) ein an einem Gehäuse (10) des Schalters festsetzbares und
gegebenenfalls vom Schaltergehäuse (10) lösbares Gehäuseteil (12) aufweist.
15. Schalter nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageeinheit (E) mit Hilfe einer das Gehäuseteil (12) form- und kraftschlüssig
festsetzenden, vorzugsweise als Vernietung, Verschraubung oder Verstiftung ausgeführten
Verbindung ins Schaltergehäuse (10) integriert ist.