I. Anwendungsgebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Feststoff-Brennvorrichtung und dabei insbesondere die
Ausbildung des Brennrostes.
II. Technischer Hintergrund
[0002] Bei Feststoff-Brennvorrichtungen liegt der Brennstoff während des Abbrandes auf dem
Boden des Primär-Brennraumes, der zumindest bereichsweise als Brennrost ausgebildet
ist:
Zwar sind grundsätzlich mindestens zwei verschiedene Arten des Abbrandes zu unterscheiden,
nämlich einmal aus dem Primär-Brennraum heraus nach unten durch den Brennrost oder
nicht nach unten, sondern nach oben oder zur Seite in einen Nachbrennraum. Dennoch
ist bei beiden Verfahren der Brennrost nie ganz geschlossen, sondern zumindest bereichsweise
luftdurchlässig, denn auch beim Abbrand nicht nach unten wird von unten stattdessen
Primärluft für die Verbrennung durch den Brennrost zugeführt.
[0003] Der Brennrost ist wegen seiner Nähe zum Brenngut thermisch hoch belastet und starken
thermischen Wechselwirkungen unterworfen. Daneben muss er aber noch weitere Anforderungen
erfüllen, wie eine lange Lebensdauer und eine leichte Reinigungsmöglichkeit.
[0004] In diesem Zusammenhang ist es bisher bekannt, den Brennrost aus zwei übereinander
angeordneten Platten zu bilden, die jeweils miteinander fluchtende Durchlässe aufweisen,
jedoch durch Relativbewegung zueinander diese Durchlässe ganz oder teilweise geschlossen
werden können.
[0005] Die Durchlässe dienen dabei im vollständig geöffneten Zustand einerseits dem verbesserten
Durchfallen von Asche, andererseits auch der Zufuhr von optimal viel Primärluft.
[0006] Der Nachteil ist dabei, dass bei einer gewünschten hohen Primärluft-Zufuhr automatisch
auch nicht nur Asche, sondern auch Glutteile durch die dann großen fluchtenden Öffnungen
durchfallen, was nicht erwünscht ist.
[0007] Zusätzlich weist die obere Platte des Brennrostes dabei keine ebene, leicht zu reinigende
Oberfläche auf, sondern besitzt im Gegenteil meist nach oben gerichtete stegförmige
Aufwölbungen, die das Reinigen erschweren.
[0008] Vor allem aber kann das Maß der Primärluft-Zufuhr vom Benutzer zwischen Null oder
annähernd Null und volle Öffnung der Durchlässe eingestellt werden, wobei letzteres
für eine vollständige Verbrennung und einen hohen Effizienzgrad der Heizvorrichtung
äußerst nachteilig ist.
III. Darstellung der Erfindung
a) Technische Aufgabe
[0009] Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung, eine Feststoff-Brennvorrichtung mit
einem Brennrost zur Verfügung zu stellen, der einerseits eine leichte Reinigung und
Ascheabfuhr bei der Reinigung ermöglicht, andererseits für den Verbrennungsbetrieb
automatisch die richtige Einstellung für korrekte Primärluft-Zufuhr einnimmt.
b) Lösung der Aufgabe
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Der erfindungsgemäße Brennrost ist leicht zu reinigen und die Asche in den darunter
liegenden Aschebehälter zu verbringen, indem in der Reinigungsstellung die großflächigen,
insbesondere identisch geformten, Asche-Öffnungen der beiden Brennrostplatten miteinander
fluchten und hierüber ein Abwurf der Asche nach unten in das Aschefach sehr leicht
möglich ist, z. B. mit einem Handbesen oder Ähnlichem.
[0012] Dies wird zusätzlich erleichtert, indem die Oberseite der oberen Brennrost-Platte
eben ist, so dass ein Kehren bzw. Hinkehren zu den Ascheöffnungen sehr leicht machbar
ist.
[0013] In der Betriebsstellung dagegen sind die beiden Brennrost-Platten zueinander so angeordnet,
dass die Asche-Öffnungen höchstens teilweise oder überhaupt nicht zueinander fluchten.
Die Primärluft wird dann über den verbleibenden Durchlass entweder der miteinander
fluchtenden Asche-Öffnungen oder über spezielle Primärluft-Öffnungen in wenigstens
einer der beiden Platten zugeführt, die mit analogen Primärluft-Öffnungen in der anderen
Platte fluchten oder sich mit einem Teil der Asche-Öffnungen in der anderen Platte
in dieser Betriebsstellung überdecken.
[0014] Die Relativbewegung der beiden Brennrost-Platten zueinander kann eine lineare Schiebebewegung,
z. B. in Richtung Feuerraumtür oder auch quer zu dieser Richtung, oder eine Drehbewegung
um eine Hochachse sein, jedenfalls vorzugsweise durch eine Bewegung in der Plattenebene.
[0015] Wenn die Ascheöffnungen länglich ausgebildet sind, kann sich deren Erstreckungsrichtung
längs oder quer zur Bewegungsrichtung liegen.
[0016] Unabhängig davon soll vorzugsweise die bewegliche Brennrost-Platte eine mechanische
Verbindung zur Innenseite der Feuerraumtür besitzen, die zumindest im geschlossenen
Zustand der Feuerraumtür wirksam ist und bei geschlossener Feuerraumtür die bewegliche
Brennrost-Platte automatisch in die Betriebsstellung bewegt und dort hält, insbesondere
mittels Formschluss.
[0017] Dadurch ist sichergestellt, dass während des Benutzens der Heizvorrichtung nicht
aus Versehen die Ascheöffnungen durchgängig offen sind (Reinigungsstellung) und über
diesen Weg eine viel zu große Menge Primärluft in den Verbrennungsraum gerät, sondern
nur die durch Dimensionierung der Primärluftöffnungen oder durch entsprechende kleine
Überdeckungen der Ascheöffnungen vorgesehene Verbrennungsluftmenge.
[0018] Eine sehr einfache mechanische Kopplung besteht in einem von der beweglichen Platte
zur Feuerraumtür gerichteten Fortsatz, der so lang ausgebildet ist, dass beim Schließen
der Feuerraumtür die Innenseite der Feuerraumtür den Fortsatz vor sich herschiebt
und dadurch die bewegliche Platte in die Betriebsstellung schiebt oder dreht.
[0019] Vorzugsweise ist die untere der beiden Brennrost-Platten die bewegliche Platte und
die obere die unbeweglich im Feuerraum eingelegte Platte.
[0020] Um die Heizvorrichtung dennoch mit ein und derselben beweglichen Brennrost-Platte
auf unterschiedliche z. B. Brennmaterialien, die mehr oder weniger Primärluft erfordern,
einstellen zu können, können für die feste Brennrost-Platte unterschiedliche Positionen
im Feuerraumboden vorgesehen sein, die zusammen mit der in der Betriebsstellung befindlichen
beweglichen Platte unterschiedlich große freie Durchlässe für die Primärluftöffnung
belassen.
[0021] Bei einer rechteckigen festen Brennrost-Platte kann dies beispielsweise eine unterschiedliche
Längsposition in Richtung von der Feuerraumtür weg sein, oder auch ein Drehen der
festen Brennrost-Platte um die Hochachse um 180°, wobei dann die Ascheöffnungen nicht
genau symmetrisch zur Mitte der Platte angeordnet sein dürfen, sondern so außermittig,
dass sich aufgrund der anderen Drehlage ein anderer Überdeckungsgrad mit den Ascheöffnungen
und/oder der Primärluftöffnung in der anderen Platte in der Betriebsstellung ergibt.
[0022] Die Primärluftzufuhr kann beispielsweise auch dadurch erfolgen, dass die Primärluft
die beiden Platten nicht durch fluchtende Öffnungen von unten nach oben durchströmt,
sondern zwischen den Platten in einem Höhenabstand horizontal von der einen Öffnung
in der unteren Platte zur nächsten Öffnung in der oberen Platte strömen muss. Dann
wird die Primärluftmenge dadurch festgelegt, welche Durchtrittsquerschnitte auf diesem
horizontalen Strömungspfad zwischen den Platten vorhanden sind. Auch randseitige Abstände
zwischen der Brennrostplatte und dem Feuerraumboden sind hierfür geeignet.
[0023] Hierfür können in der Unterseite der oberen Platte und/oder der Oberseite der unteren
Platte z. B. spezielle Kanäle vorhanden sein.
[0024] Beispielsweise hat es sich herausgestellt, dass es sinnvoll ist, die obere Brennrost-Platte
bei ebener Oberseite auf der Unterseite derart strukturiert auszubilden, dass nur
am unteren Rand und/oder umlaufend um die Ascheöffnungen und ggf. noch als Verbindungsstege
dazwischen eine große Plattendicke vorliegt, während die übrigen Bereiche der Platte
eine geringere Stärke aufweisen.
[0025] An diesen Bereichen großer Plattendicke ist dann ein nur sehr geringer, im Idealfall
gar kein Abstand zwischen oberer und unterer Platte in der Betriebsstellung vorhanden,
sodass die nach oben aufsteigende Primärluftmenge bestimmt wird, entweder durch genaue
Einstellung des Abstandes der beiden Platten zueinander, was wegen des Wärmeverzuges
häufig schwer möglich ist, oder eben durch gezieltes Dimensionieren von Durchtrittskanälen
in der Unterseite dieser ansonsten das Querströmen behindernden Stege oder Ränder
der Ascheöffnungen.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform kann eine oder beide der Brennrost-Platten so
gestaltet sein, dass in der Betriebsstellung bei zunehmendem Erhitzen vor allem der
oberen Feuerrost-Platte deren Wärmedehnung bewirkt, dass sich dadurch die Durchtrittskanäle
für die Primärluft automatisch verengen und deren Zufuhr verringert wird. Da die Wärmedehnung
entlang der größten Erstreckungsrichtung der Platte am Stärksten ist, sollte der Effekt
in dieser Richtung primär ausgenutzt werden.
[0027] Zusätzlich kann eine Feineinstellung der beweglichen Brennrostplatte in der Betriebsstellung
vorgesehen sein, die eine weitere Optimierung der Brennvorrichtung an die momentanen
Betriebsparameter, sei es Feinstaubgehalt CO oder CO
2 oder andere Parameter, wie etwa den verwendeten Brennstoff und dessen Eigenschaften,
ermöglicht.
[0028] Durch diese Feineinstellung soll die Menge der der Verbrennung zugeführter Primärluft
genau einstellbar sein.
[0029] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt dies entweder durch Verändern des Höhenabstandes
zwischen der unteren und der oberen Brennrostplatte, durch den ebenfalls Primärluft
nach oben in den Brennraum strömt und/oder durch Verändern der Überdeckungen der in
den beiden Brennrostplatten vorhandenen Öffnungen, seien es die Ascheöffnungen und/oder
die Primärluftöffnungen.
[0030] Diese Feineinstellung soll von außerhalb der Brennvorrichtung möglich sein, vor allem
auch deshalb, weil außerhalb der Brennvorrichtung ein Motor auf eine solche Einstellvorrichtung
aufsetzbar ist, der gesteuert von einer Steuerung, die beispielsweise Eingangssignale
von einer Lambdasonde oder einem anderen Sensor der Brennvorrichtung erhält, während
des Betriebes, also in der Betriebsstellung der beweglichen Brennrostplatte, angesteuert
und verändert werden kann.
[0031] Eine Möglichkeit ist das relativ geringfügige Verschieben, also Justieren, der Position
der beweglichen Brennrostplatte in der Betriebsstellung.
[0032] Zum einen kann dadurch die Überdeckung der in den Brennrostplatten vorhandenen Primärluftöffnungen
gezielt verändert werden.
[0033] Zum Anderen können durch in Bewegungsrichtung der beweglichen Platte, insbesondere
der beweglichen Brennrostplatte, vorhandene Keilflächen die Höhenabstände verändert
werden, durch welche Primärluft von Ascheraum aus nach oben in den Brennraum strömen
kann. Dazu können z. B. auf der Oberseite der Tragplatte entsprechende Keile vorhanden
sein, auf die bei Längsbewegung der Brennrostplatte die Brennrostplatte zusätzlich
aufgeschoben wird und dadurch der Höhenabstand zu der gegenüberliegenden festen Brennrostplatte
verändert wird.
[0034] Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Keile entlang der Tragplatte und damit
relativ zur beweglichen Brennrostplatte beweglich auszuführen und deren Position zu
verschieben, wodurch die Brennrostplatte in Längsrichtung in ihrer Position verbleibt,
aber ihre Höhenlage ändert.
[0035] Auch eine Einstellbarkeit der Länge des Fortsatzes, mit dem die Feuerraumtür beim
Schließen die bewegliche Brennrostplatte vor sich herschiebt, ist möglich, beispielsweise
auch mittels Gewindestange und Spindelmutter, um die Betriebsstellung genau justieren
zu können.
c) Ausführungsbeispiele
[0036] Ausführungsformen gemäß der Erfindung sind im Folgenden beispielhaft näher beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1a - d:
- die bewegliche Brennrostplatte,
- Fig. 2a, b:
- beide Brennrostplatten auf der Tragplatte im zusammengesetzten Zustand,
- Fig. 2c:
- die obere, feste Brennrostplatte in der Ansicht von unten,
- Fig. 3a:
- die Tragplatte alleine,
- Fig. 3b - d:
- die bewegliche, untere Brennrostplatte einzeln,
- Fig. 4a - c:
- eine weitere Bauform des Brennrostes.
[0037] In den Figuren
1 bis
3 ist eine erste Bauform des Brennrostes
3 dargestellt:
Wie am Besten die Figuren 2a, b zeigen, besteht der Brennrost 3 - von oben nach unten - aus einer Abfolge von drei Platten:
- die obere Brennrostplatte 3a,
- die untere Brennrostplatte 3b und
- die diese beiden Brennrostplatten 3a,b tragende Tragplatte 9.
[0038] Die Figuren
2a,
b zeigen ferner am besten die Anordnung innerhalb der Feststoff-Brennvorrichtung
1:
Auf der Oberseite der oberen Brennrostplatte 3a des Brennrostes 3, der somit der Feuerraumboden 2a des über dem Brennrost 3 befindlichen primären Brennraumes 2 ist, liegt der Brennstoff auf und brennt ab. Die Ascherückstände sollen dabei in
das unter den Brennrost 3 vorhandene Aschefach 14 und den darin befindlichen Aschebehälter 12 hineinfallen, wie später erläutert wird.
[0039] In Fig.
2b ist links die Vorderseite der Brennvorrichtung
1, und dort ist eine Feuerraumtür
4 angeordnet, die geöffnet und geschlossen werden kann, um zum Beispiel Brennstoff
in den Primär-Brennraum
2 einzulegen oder die Asche durch den Brennrost
3 nach unten in das Aschefach
14 zu verbringen.
[0040] Die Brenngase strömen vom Primär-Brennraum
2 horizontal nach hinten durch den Brenngas-Abzug
13 in entweder einen Nach-Brennraum
15 oder direkt in den Kaminabzug.
[0041] Wie am besten die Figur
2a zeigt, liegt die Tragplatte
9 des Brennrostes
3 als unterste Platte auf entsprechenden randseitigen Auflagern
2b der Seitenwände der Brennvorrichtung
1 auf.
[0042] Auf der Oberseite der Tragplatte
9 liegen - jeweils in definierten Positionen, vorzugsweise formschlüssig festgelegt
- einerseits die untere der beiden Brennrost-Platten
3b auf, die in diesem Fall die in Längsrichtung
10 verschiebbare Brennrostplatte ist, und über diese bewegliche Brennrostplatte
3b hinweg erstreckt sich die obere, feste Brennrostplatte
3a, die mit ihren Randbereichen - also außerhalb der unteren, kleineren, beweglichen
Brennrostplatte
3b
- ebenfalls auf der Tragplatte
9 aufliegt, im Normalfall jedoch keine Berührung mit der Oberseite der unteren beweglichen
Brennrostplatte
3b hat, sondern zu dieser einen geringen, definierten Höhenabstand
16 einhält.
[0043] In einem Bereich oberhalb des Aschefaches
14 hat die Tragplatte
9 - wie am besten in Fig.
3 zu erkennen - einen großflächigen Durchbruch
19.
[0044] In diesen Durchbruch
19 ist - wie am Besten die Figuren
1a bis
1d zeigen - die untere, bewegliche Brennrostplatte
3b eingelegt und verschließt diesen Durchbruch großenteils. Durch Verschieben dieser
beweglichen Brennrostplatte
3b in Längsrichtung
10, in diesem Fall also auf die Feuerraumtür
4 zu oder von dieser weg, kann die Position der Asche-Öffnungen
5, die als Durchbrüche von oben nach unten relativ großflächig in der beweglichen Brennrostplatte
3b angeordnet sind, in Längsrichtung
10 verstellt werden. Im vorliegenden Fall sind diese Ascheöffnungen
5 langloch-förmig quer zur Bewegungsrichtung
10, der Längsrichtung, ausgebildet und angeordnet, jedoch könnten sie auch eine andere
Form haben und/oder längs zur Verschieberichtung dieser beweglichen Brennrostplatte
3b angeordnet sein.
[0045] Wie am besten die Figuren
1a in der Ansicht von schräg oben und Fig.
1b in der Ansicht von schräg unten zeigen, ist die bewegliche Brennrostplatte
3b ein Blechbiegeteil - wie am besten in den Figuren
3b bis
3d ersichtlich - , welches seitlich vorstehende Auflagenasen
18 aufweist, mit der es auf den Rändern der Tragplatte
9 um deren Durchbruch
19 herum aufliegt. Um eine gute Führung in Längsrichtung
10 zu gewährleisten, sind die Längskanten-Abschnitte zwischen den Auflagenasen
18 um
90° nach unten gekantet und stellen aufrecht stehende Führungsleisten
17 dar, mit denen die Platte
3b formschlüssig entlang der Ränder des Durchbruches
19 geführt wird, die ihrerseits ebenfalls nach unten gekantete Randbereiche in der Tragplatte
9 besitzen.
[0046] Über der beweglichen Brennrostplatte
3b liegt die fest positionierte Brennrostplatte
3a - die aus einem hochfeuerfesten Material wie etwa Stahlguss besteht - und erstreckt
sich über deren gesamten vorderen Bereich, der in allen vier Horizontalrichtungen
über die Fläche der darunter befindlichen beweglichen Brennrostplatte
3 hinausreicht. Auch in der oberen festen beweglichen Brennrostplatte
3a sind zwei analoge Ascheöffnungen
5' angeordnet.
[0047] Wenn nun - wie in Fig.
1c dargestellt - die beweglichen Brennrostplatte
3b ganz nach vorne zur Feuerraumtür
4, also in Fig.
1c nach links, verschoben ist, befinden sich die Ascheöffnungen
5 der unteren beweglichen Brennrostplatte
3b und die Ascheöffnungen
5' der oberen, festen Brennrostplatte
3a fluchtend übereinander (Reinigungsstellung), und in dieser Stellung kann mittels
eines Handbesens oder auch Hin- und Herbewegens der beweglichen Brennrostplatte
3b die Asche durch den Brennrost und diese Ascheöffnungen
5,
5' nach unten in das Aschefach
14 fallen.
[0048] Zu diesem Zweck ist die Oberseite der oberen, festen Brennrostplatte
3a, auf der ja das Brenngut aufliegt, vorzugsweise eben gestaltet, so dass dort auch
ein Kehren und Schieben der Asche zu den Ascheöffnungen
5 hin leicht möglich ist.
[0049] Da die obere Brennrostplatte
3a direkt mit dem Feuer des Abbrandes in Kontakt steht, erreicht diese die höchste
Temperatur der drei Platten, und besteht unter anderem aus diesem Grund häufig aus
Guss mit einer dicken Wandstärke, während die untere bewegliche Brennrostplatte 3b
und/oder die Tragplatte
9 vorzugsweise aus Stahlblech als Biegeteil hergestellt ist.
[0050] In der in Fig.
1c dargestellten Reinigungsstellung steht ein auf der Unterseite der beweglichen Brennrostplatte
3b angeordneter und in Längsrichtung
10 nach vorne über diese Brennrostplatte
3b vorstehender Fortsatz
6 bis über die Ebene der geschlossenen Feuerraumtür
4, wie sie in Fig.
1c eingezeichnet ist, vor, so dass die bewegliche Brennrostplatte
3b diese Reinigungsstellung nur bei geöffneter Feuerraumtür
4 einnehmen kann.
[0051] Wird die Feuerraumtür
4 dagegen geschlossen, schiebt sie automatisch durch Druck auf das freie Ende dieses
Fortsatzes
6 die bewegliche Brennrostplatte
3b in die in Fig.
1d dargestellte Betriebsstellung nach hinten, in der wie ersichtlich die unteren Ascheöffnungen
5 mit den oberen Ascheöffnungen
5' nicht mehr oder zumindest nicht mehr vollständig fluchten. Ob und inwieweit sie in
dieser Betriebsstellung miteinander fluchten, kann auch verändert werden, indem die
obere feste Brennrostplatte
3a beispielsweise um
180° um ihre Hochachse gedreht eingelegt wird, wenn sich dann eine andere Überlappung
der Ascheöffnungen
5,
5' in der Betriebsstellung ergibt.
[0052] Das ganze oder zumindest teilweise Verschließen der Ascheöffnungen
5,
5' in der Betriebsstellung der Fig.
1d ist von großer Bedeutung für die Menge der dem Primärbrennraum
2 zugeführten Verbrennungsluft, die den Abbrand maßgeblich beeinflusst:
Denn bei vollständig zueinander fluchtenden Ascheöffnungen 5, 5', wie in der Reinigungsstellung 1c, würde sehr viel Verbrennungsluft von unten, durch das Aschefach 14 und die Ascheöffnungen 5 nach oben in den Brennraum 2 aufsteigen, und dort zu einem Sauerstoffüberschuss und einer sehr schnellen Verbrennung
führen, was im Sinne der Effizienz in der Regel nicht gewünscht ist.
[0053] Stattdessen wird in der Betriebsstellung der Fig.
1d die Menge an zuzuführender Verbrennungsluft anders festgelegt:
Zum Einen befinden sich in der beweglichen Brennrostplatte 3b neben den großflächigen Ascheöffnungen 5 wesentlich kleinflächigere Primärluft-Öffnungen 7, und zwar vorzugsweise in einer solchen Position, dass sich diese bei Betriebsstellung
gemäß Fig. 1d unterhalb der Ascheöffnungen 5' der oberen Brennrostplatte 3a befinden und die Primärluftöffnungen 7 mit ihrem Querschnitt also den Strömungsquerschnitt für von unten einströmende Verbrennungsluft
bestimmen.
[0054] Es kann jedoch auch Verbrennungsluft auf zusätzlichen, anderen Wegen in den Brennraum
2 bei Betriebsstellung der beweglichen Brennrostplatte
3b einströmen, was am besten anhand
Fig. 2b ersichtlich ist:
Zwischen der Oberseite der beweglichen, nach unten auf der Tragplatte 9 aufliegenden, Brennrostplatte 3b und der oberen festen Brennrostplatte 3a sollte auch unter Temperaturbeeinflussung ein Abstand 16 vorhanden sein, der somit eine Primärluft-Einströmung in zusätzlichem, geringem Maß
vom Ascheraum 14 aus durch die unteren Ascheöffnungen 5, dann in horizontaler Längs- oder Querrichtung durch den Spalt des Abstandes 16 und weiter nach oben durch die dazu versetzten oberen Ascheöffnungen 5' in den Brennraum 2 ermöglicht.
[0055] Der Abstand
16 ist so bemessen, dass er auch bei Wärmeverzug der in Betrieb teilweise rot glühenden
oberen Brennrostplatte
3a erhalten bleibt.
[0056] Fig.
2c zeigt die obere Brennrostplatte
3a in der Ansicht von unten. Dabei sind die aufragenden Stege
21, die auch abseits des umlaufenden Randes der Ascheöffnungen eine Verrippung bilden,
zu sehen und die die Ascheöffnungen
5' umgebenden Ränder
20, die noch etwas höher aufragen als die Stege
21, und damit den Abstand
16 im zusammengebauten Zustand definieren.
[0057] Durch diese Verrippung, die auch eine Verbindung des erhöhten Randes
20 zu den erhöhten Stegen
21 umfassen kann, erhält die obere Brennrostplatte
3a eine hohe Stabilität und Verwindungssteifigkeit auch bei hoher Temperatur.
[0058] Um selbst für den Fall, dass wegen Wärmeverzuges im Betrieb der Abstand
16 gegen Null tendieren sollte, noch auf diesem Querströmungsweg eine definierte Menge
an Verbrennungsluft in den Brennraum
2 gelangen zu lassen, können - wie in Fig.
2c an der oberen Ascheöffnung
5' beispielhaft dargestellt - in der Oberfläche des erhöhten Randes
20 ein oder mehrere Rinnen
22 eingearbeitet sein, die den Rand
21 durchlaufen und damit immer eine Querströmung an Verbrennungsluft in diese Ascheöffnung
5' hinein zulassen.
[0059] Die Figuren
4a - 4c zeigen eine weitere Bauform des Brennrostes
3, bei dem nur die untere, bewegliche Brennrostplatte
3b und die sie tragende Tragplatte
9 dargestellt sind.
[0060] Die Bauform der Figuren
4a-4c unterscheidet sich von derjenigen der Figuren
1-3 dadurch, dass auf der Oberseite der Tragplatte
9 Keile
26 nach oben vorstehen, die eine in Längsrichtung
10, der Verschieberichtung der beweglichen Brennrostplatte
3b, ansteigende Keilfläche besitzen. Jede der Auflagenasen
18, mit der die bewegliche Brennrostplatte
3b auf der Oberseite der Tragplatte
9 aufliegt, sodass durch synchrone Bewegung der Keile
26 in oder gegen die Längsrichtung
10 diese sich unter die Auflagenasen
18 schieben und die bewegliche Rostplatte
3b etwas anheben, wodurch der Höhenabstand
16, wie er in Figur
2b eingezeichnet ist, und damit die Durchtrittmöglichkeit für Primärluft verändert wird.
[0061] Das Verschieben der Keile
26 ist dadurch von außerhalb der Brennvorrichtung möglich, indem jeder Keil
26 an einer Spindelmutter
24 befestigt ist, die sich seitlich neben dem Durchbruch
19 unterhalb der Tragplatte
9 befindet und drehfest zu dieser gehalten ist, wobei sich der Keil
26 durch einen entsprechenden Durchbruch in der Tragplatte
9 oder noch innerhalb des Durchbruches
19 nach oben ragt.
[0062] Die je zwei in Längsrichtung hintereinander liegenden Gewindemuttern
24 jeder Seite werden von einer gemeinsamen Gewindestange
23 durchdrungen, die im Wesentlichen nur im Bereich der Gewindemuttern
24 ein Gewinde aufweisen, ansonsten Rundstäbe sind und in Lagerböcken
25, die ebenfalls an der Tragplatte
9 befestigt sind, drehend gelagert sind.
[0063] Diese Gewindestangen
23 erstrecken sich durch das Gehäuse des Aschefaches nach außen, vorzugsweise nicht
durch die Feuerraumtür hindurch, sondern durch einen darunter oder darüber angeordneten
festen Blendenabschnitt, und können von außen - manuell oder motorisch - gedreht werden
und dadurch die Keile in Längsrichtung verstellt werden.
[0064] Ein gesteuerter, motorischer Antrieb kann beispielsweise abhängig von einer Lambdasonde
oder einem anderen Sensor in Richtung mehr oder weniger Primärluft verstellt werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0065]
- 1
- Feststoff-Brennvorrichtung
- 2
- Primär-Brennraum
- 2a
- Feuerraumboden
- 2b
- randseitiges Auflager
- 3
- Brennrost
- 3a
- feste Brennrost-Platte
- 3b
- bewegliche Brennrost-Platte
- 4
- Feuerraumtür
- 5, 5'
- Asche-Öffnungen
- 6
- Fortsatz
- 7
- Primärluft-Öffnung
- 8
- Aufwölbung
- 9
- Tragplatte
- 10
- Längsrichtung
- 11
- Hochachse
- 12
- Aschebehälter
- 13
- Brenngasabzug
- 14
- Aschefach
- 15
- Nachbrennraum
- 16
- Höhenabstand
- 17
- Führungsleiste
- 18
- Auflagenase
- 19
- Durchbruch
- 20
- Rand
- 21
- Steg
- 22
- Rinne
- 23
- Gewindestange
- 24
- Gewindespindel
- 25
- Linearführung
- 26
- Keil
1. Feststoff-Brennvorrichtung (
1), mit
- einem Primär-Brennraum (2),
- einem Brennrost (3) als Teil des Bodens (2a) des Primär-Brennraums (2), einem Aschefach unter dem Primärbrennraum, und
- einer frontseitigen Feuerraumtür (4) des Primär-Brennraums (2),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Brennrost (3) aus zwei übereinander angeordneten Brennrost-Platten (3a,b) besteht, die mindestens eine, vorzugsweise mehrere, Asche-Öffnungen (5, 5') aufweisen und relativ zueinander verschiebbar im Boden des Primär-Brennraums (2) angeordnet sind, so dass sie
- in einer Reinigungsstellung mit den Asche-Öffnungen (5, 5') fluchtend übereinander positioniert werden können, oder
- in einer Betriebsstellung demgegenüber relativ zueinander so verschoben angeordnet
werden können, dass die Asche-Öffnungen (5, 5') der beiden Brennrost-Platten (3a,b) nur teilweise oder überhaupt nicht zueinander fluchten.
2. Feststoff-Brennvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine der beiden Brennrostplatten (3a,b) bezüglich des Brennraumbodens (2a) fest und die andere bezüglich des Brennraumbodens (2a) beweglich angeordnet ist und die bewegliche Platte (3b) insbesondere in Längsrichtung (10), also auf die Feuerraumtür (4) zu oder von dieser weg, beweglich geführt ist.
3. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die bezüglich des Feuerraumbodens (2a) bewegliche Brennrostplatte (3b) eine mechanische Verbindung zur Feuerraumtür (4) besitzt, die zumindest im geschlossenen Zustand der Feuerraumtür (4) wirksam ist und bei geschlossener Feuerraumtür (4) die bewegliche Brennrostplatte (3b) automatisch in die Betriebsstellung bewegt und hält, insbesondere formschlüssig
hält, und insbesondere
- von der beweglichen Brennrostplatte (3b) ein Fortsatz (6) in Richtung Feuerraumtür (4) soweit vorsteht, dass die Feuerraumtür (4) beim Schließen die bewegliche Brennrostplatte (3b) mittels des Fortsatzes (6) automatisch in die Betriebsstellung schiebt.
4. Feststoff-Brennvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brennrost-Platten (3a,b) relativ zueinander um eine Hochachse (11) verdrehbar sind und ein Fortsatz (6) außermittig an der bezüglich des Feuerraumbodens (2a) drehbaren Brennrost-Platte (3b) so gegen die Feuerraumtür (4) vorsteht, dass diese im geschlossenen Zustand mittels des Fortsatzes (6) die drehbare Brennrost-Platte (3b) in die Betriebsstellung dreht.
5. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in wenigstens einer der beiden Brennrost-Platten (3a,b) zusätzlich zu den Asche-Öffnungen (5, 5') wenigstens eine Primärluft-Öffnung (7) so angeordnet ist, dass die wenigstens eine Primärluft-Öffnung (7) in der einen Platte (z. B. 3a) mit einer analogen Primärluft-Öffnung (7) oder einer der Asche-Öffnungen (5, 5') in der anderen Platte (z. B. 3b) fluchtet, und insbesondere
- die Asche-Öffnungen (5, 5') wesentlich großflächiger und/oder zahlreicher als die Primärluft-Öffnungen (7) sind.
6. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die untere Brennrost-Platte die bewegliche Brennrost-Platte (3b) ist und/oder die obere Brennrostplatte die feste Brennrostplatte (3a) ist und insbesondere eine ebene Oberseite besitzt, und/oder
- die obere Brennrost-Platte (3a) auf der Unterseite Aufwölbungen (8) zumindest entlang des Randes der Asche-Öffnungen (5, 5') aufweist, insbesondere auch stegförmige Aufwölbungen (8) zwischen den Asche-Öffnungen (5, 5') und insbesondere die Aufwölbungen (8) um die Asche-Öffnungen (5, 5') herum die höchsten Aufwölbungen (8) sind, die nach unten über den Rest der Unterseite vorstehen.
7. Feststoff-Brennvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Brennrost-Platten (3a,b) auf einer Tragplatte (9) aufliegen, die auf randseitigen Auflagern (2b) des Feuerraumbodens (2a) aufliegt und insbesondere ein definierter Höhenabstand (16) zwischen den beiden Brennrost-Platten (3a,b) vorhanden ist.
8. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Aschebehälter (12) der Heizvorrichtung unterhalb der Asche-Öffnungen (5, 5') in der Reinigungsstellung angeordnet ist, und/oder
- der Brenngasabzug (13) in der Oberseite oder Rückwand des Primär-Brennraumes (2) angeordnet ist.
9. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die bezüglich des Feuerraumbodens (2a) feste Brennrost-Platte (3a) in mehrere Positionen, insbesondere gedreht um die Hochachse (11), einsetzbar ist, die sich in der Größe des freien Durchganges für die Primärluft
in der Betriebsstellung gegenüber der in der Betriebsstellung befindlichen beweglichen
Brennrostplatte (3b) unterscheiden, und/oder
- wenigstens eine der beiden Brennrost-Platten (3a, b), insbesondere die obere Brennrost-Platte (3a), hinsichtlich Durchtrittsmöglichkeiten für Primärluft so gestaltet ist, dass mit
zunehmender Erwärmung und Wärmedehnung dieser wenigstens einen Brennrost-Platte (3a, b) sich die Durchtrittsquerschnitte für die Primärluft zunehmend verringern.
10. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in den Aufwölbungen (8) auf der Unterseite der oberen Brennrost-Platte (3a) Durchtrittskanäle zum Querströmen
von Primärluft zwischen der unteren und der oberen Brennrost-Platte (3a, b) vorhanden sind, und/oder
- auf der Oberseite der Tragplatte (9) Keile (26) in dem Bereich angeordnet sind, in dem die bewegliche Brennrostplatte (3b) mit ihren Auflagenasen (18) auf der Tragplatte (9) aufliegt, sodass durch Bewegen insbesondere in -Längsrichtung (10) der beweglichen Brennrostplatte 3b diese auf die Schräge der Keile (26) hinauf - oder herunterbewegt wird.
11. Feststoff-Brennvorrichtung (
1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die bewegliche Brennrostplatte (3b) über eine aus der Brennvorrichtung (1) herausführende Antriebsvorrichtung, insbesondere wenigstens eine Gewindestange,
von außen bewegbar ist, und/oder
- die mechanische Verbindung zwischen der Feuerraumtür und der beweglichen Brennrostplatte
(3b), insbesondere der Fortsatz (6), einstellbar ist, insbesondere der Fortsatz (6) in seiner Länge einstellbar ist.
12. Feststoff-Brennvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
aus der Oberseite der Tragplatte (9) Keile (26) nach oben vorstehen im Bereich der Auflagenasen (18), und die Keile (26) von außen, insbesondere mittels einer Gewindestange (23), in Verschieberichtung der Brennrostplatte (3b) verschiebbar sind.