[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Bespannung
für eine Papiermaschine, insbesondere in Form eines Formiersiebes oder einer Bespannung
für die Pressensektion der Papiermaschine, mit einer ein- oder mehrlagigen Trägerschicht
und einer wenigstens einseitig darauf aufgebrachten porösen Polymerschicht, sowie
eine Papiermaschinenbespannung, die nach einem solchen Verfahren hergestellt ist.
[0002] Papiermaschinenbespannungen dienen dazu, auf einer Papiermaschine die Papierbahnen
zu formieren, anschließend mechanisch zu entwässern und im Weiteren dem Wärmeübergang
am Trockenzylinder zu gewährleisten. Zusätzlich muss die Bespannung beim Durchlaufen
der Papierbahnen durch die Papiermaschine die noch bruchempfindliche Papierbahn unterstützen
und für einen möglichst zugfreien Lauf sorgen.
[0003] Im Formierbereich wird der Papierstoff durch den Stoffauflauf auf ein Sieb oder zwischen
zwei Siebe gespritzt. Die Aggregate des Formierbereichs entziehen dem Papierstoff
kontinuierlich Wasser und steigern den Feststoffgehalt auf ca. 20%. Bei diesem Vorgang
kommt die eine oder auch beide Papieroberflächen mit dem Formiersieb in engen Kontakt,
so dass sich die Gewebeoberflächenstruktur des Formiersiebes auf der anliegenden Oberfläche
der Papierbahnen abdrücken kann, was zu unerwünschten Markierungsmustern auf der Papieroberfläche
führt. Aus diesem Grunde sind Papiermaschinenbespannungen mit möglichst feinen und
strukturarmen Oberflächen erwünscht, um die zuvor erläuterten Markierungseffekte möglichst
gering zu halten bzw. auf ein Niveau zu bringen, dass diese sich zumindest beim Bedrucken
nicht störend auswirken.
[0004] Zudem werden aufgrund des zunehmend verstärkten Einsatzes von Papierfasern aus Altpapier
ständig steigende Ansprüche an die mechanische Faserrückhaltung (mechanische Retention)
der Formiersiebe gestellt. Die auf der Papierseite zurückzuhaltenden Fasern werden
immer kürzer, weshalb auch die papierseitigen Siebmaschen immer kleiner ausfallen
müssen.
[0005] Gleichzeitig werden zur Gewinnung von Weisse und zur Einstellung der Spezifikation
dem Papierstoff Füllstoffe hinzugefügt, die dazu neigen, bei der Entfernung des Wassers
ausgeschwemmt zu werden. Die Siebmaschen üblicher Formiersiebe sind selbst bei feingewebten
Sieben vergleichsweise grob in Relation zu den Durchmessern der vorgenannten Füllstoffteilchen
so dass diese durch das anliegende Gewebe weggeschwemmt werden können, sofern sich
nicht durch die mechanische Retention des Formiersiebes ein Faserkuchen aufgebaut
hat, welcher diese Füllstoffe zurückhalten kann. Doch auch für die Erzeugung eines
guten Faserkuchens sind feine Siebmaschen zur Ausbildung der initialen Faserlage als
Ausgangsschicht für den Faserkuchen erforderlich. Bei ungleichmäßiger Ausschwemmung
der Füllstoffe auf der Ober- und Unterseite der Papierbahnen entsteht eine Zweiseitigkeit,
die zu qualitativ unterschiedlichen Druckbildern auf der Ober- und Unterseite der
Papierbahnen bzw. des Papierblatts führen kann. Zudem kann sich dieser Umstand negativ
auf die Opazität des Papierblattes auswirken.
[0006] Aufgrund der Erfahrung, dass regelmäßige bzw. regelmäßig wiederkehrende Strukturen
vom menschlichen Auge leichter wiedererkannt werden können als eine unregelmäßige
Struktur, bemühen sich die Hersteller von Formiersieben, Gewebebindungen zu entwickeln,
die möglichst unregelmäßige Bindungsbilder an der Sieboberfläche erzeugen. Dies gelingt
jedoch zumeist nur unzureichend, da der Webprozess per sé eine gewisse Regelmäßigkeit,
nämlich einen Bindungsrapport, voraussetzt.
[0007] Was nun den Pressenbereich der Papiermaschine betrifft, wird darin der Papierbahn
durch mechanischen Druck Wasser entzogen. Hierzu wird die nasse Papierbahn mit mindestens
einem Pressenfilz gemeinsam durch einen Pressenspalt geführt, in welchem im Wesentlichen
der Pressenfilz die Entwässerung übernimmt. Der Feststoffgehalt der Papierbahn wird
in der Pressenpartie von ca. 20% auf etwa 50% erhöht. Üblicherweise bestehen Pressenfilze
aus einem Kunststoffträger, welcher ein- oder auch beidseitig mit mindestens einer
synthetischen Faservliesschicht gleicher oder verschiedener Faserfeinheit besetzt
ist. Bei der Herstellung des Pressenfilzes werden die Fasern in einem Benadelungsprozess
als Faservlies der Nadelmaschine zugeführt und mit Feltingnadeln in die Struktur des
Kunststoffträgers eingenadelt.
[0008] Wie in der Formiersektion kommt auch in der Pressensektion eine oder auch beide Papieroberflächen
mit je einem Pressenfilz in Kontakt. Dabei wirkt sich auch in diesem Fertigungsschritt
die Qualität und Struktur des aufgenadelten Vlieses insbesondere dessen Gleichmäßigkeit
auf die Güte der Entwässerung und die erhaltene Papierqualität aus. So verschlechtert
beispielsweise Narbigkeit der vernadelten Pressenfilzoberfläche die Oberfläche der
Papierbahnen. Insbesondere der Verlust von Fasern durch Verschleiß und Abbrechen kann
zu Problemen führen, da sich diese Fasern später in der Papierbahn wiederfinden können.
[0009] Aus diesen Gründen sind aus dem Stand der Technik Formiersiebe und Bespannungen für
die Pressensektion bekannt, die zumindest auf ihrer papierseitigen Oberfläche mit
einer Polymerbeschichtung versehen sind, so dass sich die Gewebestruktur der Bespannung
nicht mehr auf der Papierbahn abdrücken kann. Die Polymerbeschichtung muss hierbei
gleichzeitig hinreichend porös sein, damit die erforderliche Entwässerung im Formier-
und Pressenbereich der Papiermaschine gewährleistet ist.
[0010] In
EP 0 342 171 ist ein Verfahren zur Beschichtung einer Trägerbahn mit einer Polymerschicht beschrieben.
Darin wird ein partikuläres polymeres Harzmaterial, ein Binder sowie ein Lösungsmittel
homogenisiert und auf die Trägerbahn aufgerakelt. Die polymeren Harzpartikel bestehen
aus Polyethylen, Polyurethan, insbesondere aus Polyether- und Polyesterpolyurethanen.
Als Bindemittel werden Polyamide bzw. Polyamidharze vorgeschlagen, wobei als Lösungsmittel
Wasser verwendet wird. Nach dem Auftragen der vorgenannten Mischung wird das Wasser
in einem folgenden Verfahrensschritt wieder verdampft wodurch eine mit einem Polymerschaum
versehene Papiermaschinenbespannung erhalten wird.
[0011] Weiterhin ist aus
EP 0 273 613 ein Pressfilz mit einer harzbasierenden Matrixoberfläche bekannt. Der Pressfilz weist
eine ein- oder mehrlagige Basisschicht auf, welche mit einer plastischen, faserverstärkten
Harzmatrixschicht versehen ist. Diese Matrixschicht umfasst ein Polymerharz sowie
darin gleichmäßig verteilte Textilfasern und Luftkanäle sowie Hohlräume. Die Harzmatrix
besteht beispielsweise aus Polyurethan-Polymeren oder Polyvinylchlorid-Polymeren und
besitzt thermoplastische Eigenschaften.
[0012] Schließlich ist aus
EP 0 187 967 ein Nasspressenfilz für eine Papiermaschine mit einer Trägerstruktur und einer darauf
aufgebrachten synthetischen Polymerschicht bekannt. Die synthetische Polymerschicht
enthält u. a. Polyolefine, Polyurethane, insbesondere Polyether- und Polyesterpolyurethane,
sowie ein Bindeharz auf Polyamid- oder Polyimidbasis. Zur Herstellung der Oberflächenschicht
aus dem Polymer-Kunstharz wird dieses zunächst in Form loser Partikel auf der Oberfläche
des Grundgewebes verteilt und die Partikel anschließend über Ihren Erweichungspunkt
erhitzt, wobei diese miteinander und mit dem Grundgewebe verschmelzen. Hierbei kommt
es zur Ausbildung von Hohlräumen innerhalb der Polymerschicht die gleichzeitig an
dem Grundgewebe verankert wird.
[0013] Die vorgenannten Papiermaschinenbespannungen erfüllen die gestellten Anforderungen
jedoch nicht in jeder Hinsicht. So wird es als nachteilig empfunden, dass die aufgebrachten
Polymerschichten für manche Anwendungszwecke ein zu geringes Porenvolumen besitzen,
was sich nachteilig auf die Wasseraufnahmefähigkeit auswirkt. Zudem ist auch der Anteil
an offenen Poren nicht immer in der gewünschten Höhe verfügbar, jedoch können nur
derartige Poren von au-βen Feuchtigkeit aufnehmen und das Wasser durch die Struktur
ableiten.
[0014] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit darin, ein verbessertes Herstellungsverfahren
anzugeben, mit welchem Papiermaschinenbespannungen mit einem größeren verfügbaren
Porenvolumen, einem höheren Anteil an offenen Poren und einer gesteigerten Permeabilität
erhältlich ist. Die Papiermaschinenbespannung soll zudem den hohen mechanischen Anforderungen
in Bezug auf Flexibilität und Elastizität gerecht werden, insbesondere, was das elastische
Rückstellvermögen nach einer Kompression sowie die Verschleißfestigkeit angeht.
[0015] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung einer Bespannung für
eine Papiermaschine, insbesondere in Form eines Formiersiebes oder einer Bespannung
für die Pressensektion der Papiermaschine, mit einer ein- oder mehrlagigen Trägerschicht
und einer wenigstens einseitig darauf aufgebrachten porösen Polymerschicht, wobei
sich das Verfahren dadurch auszeichnet, dass eine Lösung des Polymers in einer ionischen
Flüssigkeit auf die Trägerschicht weitestgehend vollflächig aufgebracht und anschließend
das Polymer zur Koagulation gebracht wird, wobei auf der Trägerschicht die poröse
Polymerschicht entsteht.
[0016] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass mithilfe des erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahrens eine Papiermaschinenbespannung insbesondere in Form eines Formiersiebes
oder einer Pressenbespannung erzeugt werden kann, mit der Papier von hoher Qualität
herstellbar ist. Aufgrund der unregelmäßig ausgestalteten Oberfläche der erfindungsgemäß
herstellbaren Papiermaschinenbespannung kommt es beispielsweise in der Formiersektion
nicht zum Eindrücken regelmäßig wiederkehrender Muster wie bei gewobenen Formiersieboberflächen.
[0017] Zudem ermöglicht die stark ausgeprägte Porosität der Polymerschicht der erfindungsgemäß
herstellbaren Papiermaschinenbespannung ein hohes Wasseraufnahmevermögen, so dass
beim Durchführen der nassen Papierbahnen mit einer erfindungsgemäßen Pressenbespannung
durch den Pressenspalt eine deutliche Erhöhung des Feststoffgehaltes der Papierbahn
möglich ist. Dabei werden selbst beim Aufbau des Pressendrucks die Poren kaum verschlossen,
sodass auch unter diesen Bedingungen ein hohes Maß an Permeabilität sichergestellt
ist. Dies wird auf die Ausbildung von statistisch verteilten Entwässerungskanälen
im Mikrometerbereich in der erfindungsgemäß aufgebrachten Polymerschicht zurückgeführt,
wodurch sich diese von den bislang bekannten Polymerschichten unterscheidet, die beispielsweise
über Sinterprozesse erzeugt wurden.
[0018] Da sich die erfindungsgemäß herstellbaren Papiermaschinenbespannungen in ihren Eigenschaften
von den bislang bekannten unterscheiden besteht ein weiterer Gegenstand der vorliegenden
Erfindung in einer Bespannung für eine Papiermaschine, insbesondere in Form eines
Formiersiebes oder einer Bespannung für die Pressensektion der Papiermaschine, wobei
die Bespannung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbar ist.
[0019] Ein weiterer Vorteil dieser erfindungsgemäßen Bespannung besteht darin, dass diese
beim Verschleiß in der Regel keine Fasern verlieren, die sich in der Papierbahn einlagern
können.
[0020] Zudem zeigt die erfindungsgemäße Papiermaschinenbespannung eine ausgeprägte Elastizität.
Dies wirkt sich insbesondere bei der Verwendung als Pressenbespannung in vorteilhafter
Weise aus, da solche Papiermaschinenbespannungen beim Durchführen durch den Pressenspalt
ständig starker Druckbeanspruchung ausgesetzt werden und insofern ein gutes Rückstellvermögen
für eine gleichbleibende Pressenleistung wünschenswert ist.
[0021] Die für das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Papiermaschinenbespannung
eingesetzten Polymere haben vorzugsweise thermoplastische Eigenschaften. Sie können
insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Polyamide, wie Polyamid 6, Polyamid
6.6, Polyamid 6.10, Polyethylenterephthalat, Polybutylenterephthalat, Polyurethane,
speziell Polyester-Polyurethane oder Polyether-Polyurethane, Polyvinylchlorid oder
Kombinationen oder Copolymere hiervon. Allerdings ist die vorgenannte Aufstellung
lediglich beispielhaft und nicht beschränkend für die vorliegende Erfindung anzusehen.
Was die Molmassen der verwendeten Polymere betrifft, so können diese auch über weite
Bereiche variiert werden.
[0022] Die Polymerkonzentration in der verwendeten Polymerlösung kann ebenfalls über breite
Bereiche variiert werden. Auf diese Weise kann beispielsweise die gewünschte Auftragsviskosität
der Lösung eingestellt werden, wobei diese wiederum im engen Zusammenhang mit der
Molmasse der verwendeten Polymere sowie auch der Temperatur der Polymerlösung zusammenhängt.
Die Polymerkonzentration kann beispielsweise 5 bis 95 Gew.-% bezogen auf das Gewicht
der Gesamtlösung betragen, insbesondere 50 bis 80 Gew.-%.
[0023] Letztlich kann die Konzentration der Polymerlösung mit wenigen Versuchen an das gewünschte
Ergebnis angepasst werden. In vorteilhafter Weise liegt die Auftragsviskosität, das
heißt die Viskosität der Polymerlösung bei der jeweiligen Auftragstemperatur im Bereich
von 100 bis 100.000 mPas, insbesondere von 1000 bis 50.000 mPas.
[0024] Bei der Einstellung der Konzentration beziehungsweise der Temperatur spielt auch
eine möglicherweise gewünschte Penetration der Trägerschicht mit der Polymerlösung
eine Rolle. So können niedriger konzentrierte beziehungsweise höher temperierte und
damit niedriger viskose Polymerlösungen leichter in die Trägerschicht eindringen oder
vollständig bis auf die Gegenseite penetrieren.
[0025] Für das erfindungsgemäße Verfahren können eine Vielzahl an sich bekannter ionischer
Flüssigkeiten verwendet werden. Bei ionischen Flüssigkeiten handelt es sich um eine
Gruppe von Lösungsmitteln, welche im Gegensatz zu traditionellen organischen oder
wässrigen Lösungsmitteln aus Anionen und Kationen aufgebaut sind. Hierbei sind ionische
Flüssigkeiten typischerweise aus einem organischen Kation aufgebaut, welches häufig
durch Alkylierung einer Verbindung erhalten wird. Diese können ausgewählt sein aus
Imidazolen, Pyrazolen, Thiazolen, Isothiazolen, Azathiazolen, Oxothiazolen, Oxazinen,
Oxazolinen, Oxazaborolen, Dithiozolen, Triazolen, Selenozolen, Oxaphospholen, Pyrrolen,
Borolen, Furanen, Thiophenen, Phospholen, Pentazolen, Indolen, Indolinen, Oxazolen,
Isoxazolen, Isotriazolen, Tetrazolen, Benzofuranen, Dibenzofuranen, Benzothiophenen,
Dibenzothiophenen, Thiadiazolen, Pyridinen, Pyrimidinen, Pyrazinen, Pyridazinen, Piperazinen,
Piperidinen, Morpholonen, Pyranen, Anolinen, Phthalazinen, Quinazolinen, Quinoxalinen
und Kombinationen davon.
[0026] Der anionische Teil der ionischen Flüssigkeit kann aus anorganischen oder organischen
Anionen aufgebaut sein. Typische Beispiele hierfür sind Halogenide, BX
4-, PF
6-, AsF
6-, SbF
6-, NO
2-, NO
3-, SO
42-, BR
4-, substituierte oder unsubstituierte Carborane, substituierte oder unsubstituierte
Metallocarborane, Phosphate, Phosphite, Polyoxometalate, substituierte oder unsubstituierte
Carboxylate wie Acetat, Triflate und nicht koordinierende Anionen. Dabei kann X unabhängig
voneinander für Fluorid, Chlorid, Bromid oder Iodid stehen und R unabhängig voneinander
Wasserstoff, Alkyl, substituiertes Alkyl, Cycloalkyl, substituiertes Cycloalkyl, Heteroalkyl,
Heterocycloalkyl, substituiertes Heterocycloalkyl, Aryl, substituiertes Aryl, Heteroaryl,
substituiertes Heteroaryl, Alkoxy- Aryloxy, Acyl, Silyl, Boryl, Phosphino, Amino,
Thio oder Seleno umfassen. Durch Veränderung der Kombinationen von Kationen und Anionen
ist es möglich, die ionische Flüssigkeit mit den gewünschten Lösungseigenschaften
für ein spezifisches thermoplastisches Polymer einzustellen.
[0027] Die für das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzte Polymerlösung kann beispielsweise
dadurch hergestellt werden, dass das Polymer als Polymergranulat in die ionische Flüssigkeit
bei einer geeigneten Temperatur unter Rühren eingebracht wird. Alternativ hierzu kann
das Polymer durch Erhitzen in eine Polymerschmelze überführt werden, in welche dann
anschließend die ionische Flüssigkeit eingebracht wird.
[0028] In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Polymerlösung
einen Füllstoff und/ oder Porenbildner enthalten der insbesondere aus der Gruppe ausgewählt
ist umfassend Mikro- und Nanopartikel oder - Fasern, vorzugsweise Kunststoff- oder
Glas(hohl)kugeln, keramische (Hohl)kugeln, Kunststoff-, Glas-, Kohlenstoff- , Metall-
oder Keramikfasern, Schichtsilikate oder Kombinationen hiervon. Als Porenbildner kommen
beispielsweise Salze, insbesondere kristallwasserfreie Salze wie Natriumchlorid in
Betracht. Die Porenbildner können nach der Herstellung der Bespannung herausgelöst
werden. Hierzu werden die Porenbildner zweckmäßigerweise so auf das Koagulationsmittel
abgestimmt, dass sie sich darin lösen. Als Beispiel für einen Natriumchlorid-Porenbildner
kommt insbesondere Wasser als Koagulationsmittel in Frage.
[0029] Mithilfe der vorgenannten Füllstoffe lassen sich beispielsweise die mechanischen
Eigenschaften der porösen Polymerschicht modifizieren, wie deren Reißfestigkeit und
Elastizität. Zudem kann die Verschleißfestigkeit der Bespannung durch den Einsatz
von Füllstoffen gesteigert werden. Das spezifische Gewicht lässt sich beispielsweise
durch den Einsatz von Leichtfüllstoffen reduzieren. Unter Leichtfüllstoffen werden
solche Füllstoffe verstanden, deren spezifisches Gewicht bei unter einem Gramm pro
cm
3 liegt.
[0030] Die im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Papiermaschinenbespannung
eingesetzte Trägerschicht kann im Prinzip jede für Papiermaschinenbespannungen bekannte
Form und Struktur aufweisen. Es kann sich bei der Trägerschicht um ein Gewebe, Gewirke,
Gelege oder verfestigtes Vlies, insbesondere aus Fasern, Fäden oder Zwirnen, oder
um ein Netting handeln. Die Trägerschicht kann einlagig oder auch mehrlagig aufgebaut
sein.
[0031] Weiterhin kann auf wenigstens einer Seite der Trägerschicht eine Zwischenschicht
vorgesehen sein, auf welche die Polymerlösung aufgebracht wird, wobei die Zwischenschicht
insbesondere ausgewählt ist aus einem verankerten Faservlies, einer Schicht aus geschichtetem
und gesintertem Polymerpulver oder Polymer-Mikrokugeln, einer Schaumstoffschicht,
einer im Vergleich zur Trägerschicht feiner oder gröber strukturierten Schicht aus
Gewebe, Gewirke, Gelege oder verfestigtes Vlies, insbesondere aus Fasern, Fäden oder
Zwirnen, oder aus Netting oder einer Kombination von diesen. Mithilfe einer solchen
Zwischenschicht oder auch mehreren Zwischenschichten auf einer oder beiden Seiten
der Trägerschicht können beispielsweise die mechanischen Eigenschaften und das Wasseraufnahmeverhalten
der Papiermaschinenbespannung modifiziert werden. So ist es hierdurch unter anderem
möglich, bei einer für die Pressenpartie einer Papiermaschine vorgesehen Bespannung
durch Einsatz einer Vlies-Zwischenschicht das Wasseraufnahmevermögen der Bespannung
zu erhöhen.
[0032] Nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Bespannung kann die Trägerschicht und/oder die Zwischenschicht ein Polymermaterial
umfassen oder hieraus bestehen, welches insbesondere ausgewählt ist aus der Gruppe
umfassend Polyamide, insbesondere Aramid, Polyester, Polyolefine, Polyurethane, Copolymere,
Mischungen sowie Kombinationen hiervon, wobei die Trägerschicht und die Zwischenschicht
aus jeweils unterschiedlichen Materialien bestehen können.
[0033] Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die
Polymerlösung vor dem Aufbringen der Polymerlösung auf eine Temperatur von 10 bis
300 °C erwärmt wird, insbesondere auf eine Temperatur von 80 bis 200 °C, bevorzugt
von 90 bis 150 °C. Dies ist besonders vorteilhaft, da auf diese Weise Polymerlösungen
mit vergleichsweise hoher Polymerkonzentration gleichmäßig aufgetragen werden können.
Um beim Auftragen Temperatursprünge zu vermeiden ist es weiterhin von Vorteil auch
die Trägerschicht auf die vorgenannten Temperaturen zu erwärmen, insbesondere auf
wenigstens dieselbe Temperatur wie die Polymerlösung.
[0034] Der Auftrag der Polymerlösung kann im Prinzip auf jede geeignete Weise erfolgen,
beispielsweise durch Rakeln, Bepinseln, Bestreichen, Tauchen, Sprühen, Berieseln,
Gie-βen, Spritzen, Walzenauftrag, Drucken, beispielsweise über Rotationssiebdruck
oder Inkjet-Verfahren, Imprägnieren oder Kalandrieren aufgetragen wird. Auch Kombinationen
hiervon sind möglich. Der Auftrag kann vollflächig oder sektional begrenzt, regelmäßig
oder unregelmäßig, in definierten oder zufälligen Mustern, punktförmig oder linienförmig
oder nach einem anderen Raster erfolgen. Zur Verbesserung des Auftragsergebnisses
können maschinelle Komponenten in Form von Rakeln oder Walzen einseitig oder beidseitig
vom Substrat gegebenenfalls mit vorhandener Zwischenschicht eingesetzt werden.
[0035] Die Koagulation kann in einem einzigen Schritt oder auch in mehreren Stufen durchgeführt
werden. So kann in einem ersten Schritt die aufgetragene Polymerlösungsschicht zunächst
leicht mit einem Koagulationsmittel besprüht oder berieselt werden, um eine dünne
Haut auf der Oberfläche zu erzeugen, die weniger stark porös ist. Hierdurch lässt
sich mit anderen Worten eine besonders glatte Oberfläche erzeugen. In einem zweiten
Schritt kann die so vorbehandelte Bahn in das Koagulationsmittel getaucht werden um
den Ausfällungsprozess abzuschließen. Hierdurch erhält die Polymerschicht im Inneren
seine stark poröse Struktur.
[0036] Die aufgetragene Schichtdicke der Polymerlösung kann in weiten Bereichen variiert
werden. So kann die Polymerlösung in einer Schichtdicke von 100 bis 3000 µm aufgetragen
werden, insbesondere von 200 bis 2500 µm, bevorzugt von 500 bis 1500 µm. Dabei hängt
die aufgetragene Schichtdicke typischerweise mit der gewünschten Schichtdicke der
porösen Polymerschicht zusammen.
[0037] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann weiterhin vorgesehen sein, dass die
Polymerlösung zumindest teilweise in die Trägerschicht und/ oder die Zwischenschicht
eindringt und diese insbesondere wenigstens zum Teil vollständig durchsetzt. Auf diese
Weise kann zum einen die Verankerung der Polymerschicht auf der Trägerschicht verbessert
werden. Zum anderen kann auf diese Weise auch die Maschinenseite der Papiermaschinenbespannung
mit einer Polymerschicht versehen sein, wenn diese die Trägerschicht vollständig durchsetzt.
Zudem können hierdurch auch das Rückstellvermögen und das Wasseraufnahmevermögen weiter
gesteigert werden.
[0038] Hierbei liegt es ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass die Trägerschicht
beidseitig mit einer Polymerlösung der eingangs genannten Art beschichtet werden kann.
Dies kann entweder in einem Schritt erfolgen oder aber es wird zunächst eine Polymerschicht
durch Auftragen und Koagulation erzeugt und dann anschließend die Gegenseite entsprechend
beschichtet. Unabhängig von der Art der Erzeugung der zwei Schichten wird durch diese
Verfahrensvariante die Möglichkeit eröffnet, auf beiden Seiten eine unterschiedliche
Polymerbeschichtung zu erzeugen, was jedoch nicht zwingend ist. Dabei kann durch das
teilweise Eindringen der Polymerlösungen in die Trägerschicht ein besonders fester
mechanischer Zusammenhalt der auf beiden Seiten aufgebrachten Polymerschichten untereinander
erzeugt werden. Auf diese Weise kann für die spätere Maschinenseite der Papiermaschinenbespannung
beispielsweise eine besonders Verschleißfeste Oberfläche erzeugt werden wohingegen
die Papierseite der Bespannung auf ein besonders hohes Wasseraufnahmevermögen auslegbar
ist.
[0039] Die Koagulation des Polymers aus der Polymerlösung kann beispielsweise durch in Kontakt
bringen mit einem einem Koagulationsmittel ausgewählt aus protischen Lösungsmitteln
erfolgen, insbesondere mit Wasser, einem C
1 bis C
4 Alkohol oder Mischungen hiervon. Der Auftrag kann beispielsweise durch Bepinseln,
Bestreichen, Tauchen, Sprühen, Berieseln, Gießen, Spritzen, Drucken, Imprägnieren
oder Kombinationen hiervon erfolgen.
[0040] Nach der Koagulation des Polymers ist es zweckmäßig, die Bespannung zu trocknen.
Dies kann beispielsweise über eine Gefriertrocknung erfolgen. Alternativ ist auch
eine Trocknung bei einer Temperatur von 20°C bis zum Siedepunkt des Koagulationsmittels
wie etwa 40 bis 100°C möglich, ggf. auch unter vermindertem Druck.
[0041] Nach einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Bespannung beträgt die Schichtdicke der getrockneten porösen Polymerschicht, die außerhalb
der Trägerschicht beziehungsweise der Zwischenschicht liegt, 100 bis 2000 µm, insbesondere
200 bis 1700 µm, bevorzugt 500 bis 1500 µm. Diese Schichtdicken sind besonders vorteilhaft,
da solche Papiermaschinenbespannungen gute mechanische Eigenschaften aufweisen, wie
ein hohes mechanisches Rückstellvermögen und dabei gleichzeitig eine große Wasseraufnahmekapazität
besitzen. Wenn sich die poröse Polymerschicht auch in die Trägerschicht erstreckt,
kann die Gesamtschichtdicke der porösen Polymerschicht auch über den oben genannten
Werten liegen.
[0042] Die erfindungsgemäße Papiermaschinenbespannung kann gewünschtenfalls einer nachträglichen
Oberflächenbehandlung unterzogen werden. So kann die poröse Polymerschicht beispielsweise
nach erfolgter Trocknung mechanisch bearbeitet werden, insbesondere über einen Schleifprozess.
Auf diese Weise lassen sich besonders glatte Oberflächen herstellen, so dass die Gefahr
der Ausbildung von Markierungsmustern weiter reduziert wird. Außerdem kann durch eine
solche Oberflächenbehandlung auch das Wasserabsorptionsverhalten nachträglich verändert
werden. So kann je nach Führung des Koagulationsprozesses eine Hautbildung auf der
porösen Polymerschicht auftreten welche die Porenzugänglichkeit reduzieren kann. Dies
kann im Einzelfall erwünscht sein. Wenn die Offenporigkeit der porösen Polymerschicht
jedoch erhöht werden soll, kann dies durch den vorgenannten mechanischen Abtrag erfolgen.
[0043] Die mithilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugbaren porösen Polymerschichten
besitzen beispielsweise eine mittlere Porengröße von 0,1 bis 300 µm, insbesondere
von 0,5 bis 200 µm. Besonders bevorzugt liegt die mittlere Porengröße bei etwa 0,5
bis 20 µm.
[0044] Das Porenvolumen kann beispielsweise bei 30 bis 70% liegen, d. h. 30 bis 70% eines
Probenvolumens wird durch Poren gebildet. Insbesondere liegt das Porenvolumen bei
40 bis 60%. Das Porenvolumen, die Porengröße und deren Verteilung kann über an sich
bekannte Methoden wie Quecksilberporosimetrie oder BET-Messungen ermittelt werden.
[0045] Wie vorstehend ausgeführt wurde, betrifft die vorliegende Erfindung auch eine Bespannung
für eine Papiermaschine, insbesondere in Form eines Formiersiebes oder einer Bespannung
für die Pressensektion der Papiermaschine, welche nach dem erfindungsgemäßen herstellbar
ist. Dabei bildet zweckmäßigerweise die poröse Polymerschicht die Papierseite der
Bespannung. Weiterhin kann die poröse Polymerschicht zusätzlich auch die Maschinenseite
der Bespannung bilden.
[0046] Die vorliegende Erfindung ist ferner auf eine Papiermaschine gerichtet, die mit einer
erfindungsgemäßen Bespannung ausgerüstet ist.
[0047] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer Lösung eines
Polymers in einer ionischen Flüssigkeit zur Herstellung einer Papiermaschinenbespannung,
insbesondere in Form eines Formiersiebes oder einer Bespannung für die Pressensektion
der Papiermaschine.
[0048] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erörtert:
Zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Bespannung eine zweilagige Trägerschicht in
Form eines Formiersiebes verwendet. Diese Trägerschicht weist eine papierseitige und
eine maschinenseitige Gewebelage auf, die durch intrinsische Schussfäden miteinander
verbunden sind. Die papierseitige Gewebelage ist aus in Leinwandbindung miteinander
verwobenen Fäden gebildet, wohingegen die Fäden der maschinenseitigen Gewebelage in
Atlas-Bindung verwoben sind. Die Fäden der papierseitigen Gewebelage besitzen einen
geringeren Durchmesser als diejenigen der maschinenseitigen Gewebelage.
[0049] Als ionische Flüssigkeit wurde 1-Ethyl-3-methyl-Imidazoliumdiethylphosphat (ENIM
DEP der Firma BASF) verwendet. Zum Mischen mit dem Polymer Polyamid 6 (PA6) wurde
die ionische Flüssigkeit auf ca. 80 °C erwärmt. Die geeignete Temperatur ist abhängig
von der Mischungszusammensetzung. Vorliegend betrug der Gewichtsanteil 40 % ENIM DEP
zu 60 % PA6.
[0050] Die Lösung des Polymers in der ionischen Flüssigkeit wurde bei nur geringer Abkühlung
per Rakel auf die zweilagige Trägerschicht aufgetragen. Die Viskosität lag hierbei
bei 700 mPas.
[0051] Als Koagulationsmittel kam von Verunreinigungen befreites und entionisiertes Wasser
zum Einsatz, welches zuvor auf etwa 80°C erwärmt wurde. Hierbei ist die Erwärmung
des Koagulationsmittels von Vorteil, damit sich die Mischung aus Polymer und ionischer
Flüssigkeit nicht abkühlt. Weiterhin sinkt die Viskosität des Koagulationsmittels
und der Austausch von Koagulationsmittel und ionischer Flüssigkeit wird beschleunigt.
[0052] Die beschichtete Trägerschicht wird im Durchlauf durch ein Bad des Koagulationsmittels
geführt, wobei das Polymer aus der Lösung unter Ausbildung der porösen Polymerschicht
koaguliert. Die Verweilzeit der Bespannung im Bad wird in Abhängigkeit der Schichtdicke
so gewählt, dass das Polymer quantitativ koaguliert. Anschließend wird die Bespannung
bei einer Temperatur von 80 °C getrocknet.
[0053] Eine auf diese Weise hergestellte Papiermaschinenbespannung ist in den REM-Aufnahmen
gemäß den Fign. 1 bis 5 gezeigt. In der Fig. 1 ist in seitlicher Schnittdarstellung
in Form einer Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme dargestellt. Die schwammartige Porenstruktur
mit vergleichsweise dünnen Stegen und der hieraus resultierenden hohen Porosität der
Polymerschicht ist in Fign. 2 und 3 gut zu erkennen.
[0054] Dabei zeigt die Figur 2 einen ausschnittsweisen Querschnitt durch die Polymerschicht
mit groben Entwässerungskanälen (weiß) und dickwandigen Polymerstegen (schwarz).
[0055] In Fig. 3 ist eine weitere Querschnittsaufnahme zu sehen. Danach sind auf einer Seite
der Polymerschicht die in Fig. 2 dargestellten groben Entwässerungskanäle und dickwandigen
Polymerstege zu sehen, wohingegen die gegenüberliegende Seite vergleichsweise feinere
Entwässerungskanäle (weiß) und dünnwandigere Polymerstege (schwarz) aufweist.
[0056] In Fign. 4 und 5 ist die Papierseite der Bespannung in der Draufsicht abgebildet.
In der Draufsicht nach Fig. 4 ist zur Bestimmung der anteiligen papierkontaktierenden
offenen Fläche das Polymermaterial schwarz und die offenen Flächen weiß dargestellt.
Fig. 5 zeigt die hierzu inverse Darstellung. Hieraus ergibt sich eine offene Fläche
von 42 % mit Porengrößen von 1-7 µm.
1. Verfahren zur Herstellung einer Bespannung für eine Papiermaschine, insbesondere in
Form eines Formiersiebes oder einer Bespannung für die Pressensektion der Papiermaschine,
mit einer ein- oder mehrlagigen Trägerschicht und einer wenigstens einseitig darauf
aufgebrachten porösen Polymerschicht, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösung des Polymers in einer ionischen Flüssigkeit auf die Trägerschicht weitestgehend
vollflächig aufgebracht und anschließend das Polymer zur Koagulation gebracht wird,
wobei auf der Trägerschicht die poröse Polymerschicht entsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer ein thermoplastisches Polymer ist und insbesondere ausgewählt ist aus
der Gruppe umfassend Polyamide, wie Polyamid 6, Polyamid 6.6, Polyamid 6.10, Polyethylenterephthalat,
Polybutylenterephthalat, Polyurethan, Polyester-Polyurethan, Polyether-Polyurethan,
Polyvinylchlorid, oder Kombinationen oder Copolymere hiervon.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerkonzentration in der Polymerlösung 5 bis 95 Gew.-% bezogen auf das Gewicht
der Gesamtlösung beträgt, insbesondere 50 bis 80 Gew.-%.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerlösung einen Füllstoff und/oder Porenbildner beinhaltet der insbesondere
ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Mikro- und Nanopartikel oder -Fasern, vorzugsweise
Kunststoff- oder Glas(hohl)kugeln, keramische (Hohl)kugeln, Kunststoff-, Glas-, Kohlenstoff-,
Metall- oder Keramikfasern, Schichtsilikate, Salze oder Kombinationen hiervon.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerschicht als Gewebe, Gewirke, Gelege oder verfestigtes Vlies, insbesondere
aus Fasern, Fäden oder Zwirnen, oder als Netting ausgebildet ist.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf wenigstens einer Seite der Trägerschicht eine Zwischenschicht vorgesehen ist,
auf welche die Polymerlösung aufgebracht wird, wobei die Zwischenschicht insbesondere
ausgewählt ist aus einem verankerten Faservlies, einer Schicht aus geschichtetem und
gesintertem Polymerpulver oder Polymer-Mikrokugeln, einer Schaumstoffschicht, einer
im Vergleich zur Trägerschicht feiner oder gröber strukturierten Schicht aus Gewebe,
Gewirke, Gelege oder verfestigtes Vlies, insbesondere aus Fasern, Fäden oder Zwirnen,
oder aus Netting oder einer Kombination von diesen.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerlösung und gewünschtenfalls auch die Trägerschicht vor dem Aufbringen
der Polymerlösung auf eine Temperatur von 10 bis 300°C erwärmt wird, insbesondere
auf eine Temperatur von 80 bis 200°C, bevorzugt von 90 bis 150°C und/oder dass die
Polymerlösung in einer Schichtdicke von 100 bis 2000 µm aufgetragen wird, insbesondere
von 200 bis 2500 µm, bevorzugt von 500 bis 1500 µm und/oder
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerlösung zumindest teilweise in die Trägerschicht und/oder die Zwischenschicht
eindringt und diese insbesondere wenigstens zum Teil vollständig durchsetzt.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koagulation des Polymers durch Inkontaktbringen der aufgebrachten Polymerlösung
mit einem Koagulationsmittel ausgewählt aus protischen Lösungsmitteln wie Wasser oder
einem C1 bis C4 Alkohol erfolgt, insbesondere durch Bepinseln, Bestreichen, Tauchen, Sprühen, Berieseln,
Gießen, Spritzen, Drucken, Imprägnieren oder Kombinationen hiervon und/oder dass sich
an den Koagulationsschritt ein Trocknungsschritt anschließt, wobei die Trocknung insbesondere
über Gefriertrocknung oder bei einer Temperatur von 20°C bis zum Siedepunkt des Koagulationsmittels
erfolgt, insbesondere bei 40 bis 100°C gegebenenfalls unter vermindertem Druck.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der getrockneten porösen Polymerschicht, die außerhalb der Trägerschicht
beziehungsweise der Zwischenschicht liegt, 100 bis 2000 µm beträgt, insbesondere 200
bis 1700 µm, bevorzugt 500 bis 1500 µm.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die poröse Polymerschicht insbesondere nach erfolgter Trocknung mechanisch bearbeitet
wird, vorzugsweise geschliffen.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Porengröße in der porösen Polymerschicht 0,1 bis 300 µm beträgt, insbesondere
0,5 bis 200 µm, bevorzugt 0,5 bis 20 µm und/oder dass das Porenvolumen in der porösen
Polymerschicht 30 bis 70% beträgt, insbesondere 40 bis 60%.
13. Bespannung für eine Papiermaschine, insbesondere in Form eines Formiersiebes oder
einer Bespannung für die Pressensektion der Papiermaschine, herstellbar nach einem
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 18.
14. Bespannung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die poröse Polymerschicht die Papierseite und/oder die Maschinenseite der Bespannung
bildet.
15. Papiermaschine, ausgerüstet mit einer Bespannung nach einem der Ansprüche 13 oder
14.