[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wärmebehandeln eines Gussbauteils nach dem
Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Solche Verfahren zum Wärmebehandeln von Gussbauteilen sind allgemein bekannter Stand
der Technik. So beschäftigt sich z.B. die
DE2810958 mit der Wärmebehandlung von aushärtbaren Aluminium Gusslegierungen. Beim Abkühlen
von Gussbauteilen aus Aluminiumbasislegierungen nach dem Gießen scheidet sich eine
intermetallische Phase in einer Matrix aus aluminiumreichen Mischkristallen ab. Beim
System AlMgSi handelt es sich dabei beispielsweise um eine Mg
2Si Phase, die in einer α-Mischkristallmatrix eingelagert wird. Diese intermetallische
Phase beeinflusst die Härte des Gussbauteils nachteilig.
[0003] Zur Verbesserung der Materialeigenschaften wird daher ein so genanntes Lösungsglühen
durchgeführt, bei welchem das Gussbauteil auf eine Temperatur oberhalb der Sättigungslinie
aber unterhalb der eutektischen Temperatur erhitzt und für eine vorgegebene Zeit gehalten
wird. Während des Lösungsglühens löst sich die ausgeschiedene intermetallische Phase
im aluminiumreichen Mischkristall.
[0004] Um eine Wiederausscheidung der intermetallischen Phasen nach dem Lösungsglühen zu
verhindern, wird das Bauteil nach der Glühbehandlung üblicherweise unmittelbar abgeschreckt.
Nach dem Abschrecken kann noch eine Auslagerung erfolgen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
zum Wärmebehandeln von Gussbauteilen bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Bei einem derartigen Verfahren zum Wärmebehandeln eines Gussbauteils aus einer Aluminiumbasislegierung
wird das Gussbauteil bei einer vorgegebenen Glühtemperatur für einen vorgegebenen
Glühzeitraum in einem ersten Wärmeübertragungsmedium geglüht und anschließend in ein
Wasserbad überführt. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Gussbauteil zwischen
dem Glühen und dem Überführen in das Wasserbad in ein zweites Wärmeübertragungsmedium
mit einer vorgegebenen Zwischenabkühltemperatur überführt und dort für einen vorgegebenen
Zwischenabkühlzeitraum gehalten wird.
[0008] Durch ein derartiges Verfahren werden die Temperaturführung und die damit einhergehende
Gefügeveränderung des Gussbauteils während seiner Abkühlung besonders kontrollierbar
gestaltet. Durch die geeignete Wahl von Zwischenabkühltemperatur und Zeitraum ist
es möglich, beispielsweise bei magnesiumhaltigen Aluminiumlegierungen die Vorausscheidung
des Magnesiumsilizids (Mg
2Si) besonders gut zu kontrollieren.
[0009] Vorzugsweise beträgt die Zwischenabkühltemperatur 150° C bis 380° C und insbesondere
240 C bis 280 C. Bei dieser Temperatur bleibt das zuvor gelöste Magnesiumsilizid weitgehend
in Lösung und steht damit für die spätere Auslagerungsbehandlung vollständig zur Verfügung.
Dazu ist es besonders zweckmäßig, einen Zwischenabkühlzeitraum von 3 s bis 10 min,
insbesondere von 3 s bis 10 s, zu wählen.
[0010] Besonders vorteilhaft ist die Anwendung eines solchen Zwischenabkühlschrittes, wenn
während des Haltens des Gussbauteils im zweiten Wärmeübertragungsmedium eine besonders
hohe Abkühlrate erzielt wird. Vorteilhaft sind Abkühlraten von weniger als - 40 K
pro s, und insbesondere - 55 bis - 65 K pro s. Hierdurch wird ein besonders zuverlässiges
Einfrieren des im Glühschritt gelösten Anteils erzielt.
[0011] Um unerwünschte Gefügeveränderungen des Gussbauteils während der Überführung aus
dem ersten in das zweite Wärmeübertragungsmedium zu vermeiden, ist es besonders vorteilhaft,
diese Überführung besonders schnell durchzuführen. Vorzugsweise beträgt der Zeitraum
für das Überführen des Gussbauteils aus dem ersten und das zweite Wärmeübertragungsmedium
0 s bis 15 s. Dies kann beispielsweise durch benachbart angeordnete Wärmebehandlungsvorrichtungen
erzielt werden, wobei das Gussbauteil beispielsweise von einem Roboter unmittelbar
und direkt zwischen den beiden Wärmeübertragungsmedien überführt wird.
[0012] Unabhängig vom Zeitrahmen für die Überführung des Gussbauteils zwischen den beiden
Wärmeübertragungsmedien ist zu beachten, dass während des Überführens des Gussbauteils
aus dem ersten und das zweite Wärmeübertragungsmedium eine Temperatur des Gussbauteils
oberhalb einer Temperatur von 450°C gehalten wird. Im Wesentlichen soll das Gussbauteil
also Glühtemperatur beibehalten, so dass es nicht zu einer frühzeitigen, unkontrollierten
Gefügeänderung kommt.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn während des Überführens des Gussbauteils aus dem
ersten und das zweite Wärmeübertragungsmedium die Temperatur des Gussbauteils oberhalb
einer Temperatur von 420°C gehalten wird. Diese Temperatur hat noch einen hinreichenden
Abstand zur Schwellentemperatur für die Ausscheidung so dass ein Unterschreiten dieser
Temperaturschwelle bei geeigneter Anlagenkonzeption vermieden werden kann, ohne dass
zusätzliche Heizvorrichtungen im Überführungsbereich des Gussbauteils zwischen den
beiden Wärmeübertragungsmedien notwendig werden. Selbstverständlich kann bei entsprechend
langen Überführungsvorgängen auch eine solche Zwischenheizung vorgesehen sein, was
sich beispielsweise mit Wärmestrahlern im Überführungsbereich zwischen den beiden
Wärmeübertragungsmedien realisieren lässt.
[0014] Das geschilderte Verfahren kann auch mit zusätzlichen Behandlungsschritten kombiniert
werden. Es ist beispielsweise vorteilhaft, das Gussbauteil vor dem Überführen in das
Wasserbad in ein drittes Wärmeübertragungsmedium mit einer vorgegebenen Auslagerungstemperatur
zu überführen und dort für einen vorgegebenen Auslagerungszeitraum zu halten. Ein
solches Verfahren kombiniert also das Glühen, beispielsweise ein Lösungsglühschritt,
mit einer kontrollierten Abkühlung und mit einer unmittelbar folgenden Auslagerung,
so dass mit einem derartigen Verfahren eine besonders kurze Taktzeit erzielt werden
kann. Gleichzeitig wird die Restwärme des Gussbauteils nach der Entnahme aus dem zweiten
Wärmeübertragungsmedium für die Auslagerung genutzt, so dass ein derartiges Verfahren
besonders energiesparend ist. Durch die unmittelbare Koppelung von Glühen und Auslagern
werden zudem unerwünschte Gefügeveränderungen vermieden, welche bei einer längerfristigen
Zwischenlagerung des Gussbauteils bei Raumtemperatur auftreten könnten.
[0015] Vorzugsweise beträgt die Auslagerungstemperatur während dieses Auslagerungsschrittes
220 °C bis 300 °C, und insbesondere 160°C bis 280°C. Der Auslagerungszeitraum wird
vorzugsweise auf eine Zeit zwischen 1 min und 30 min festgelegt. Mit einem derartigen
Verfahren lassen sich trotz der kurzen Auslagerungszeiten vergleichbare Materialqualitäten
erzielen, wie mit einer konventionellen mehrstündigen Auslagerung. Dieses besonders
schnelle Verfahren lässt sich daher vorteilhafterweise unmittelbar in Druckgussanlagen
mit kurzen Taktzeiten integrieren, ohne dass eine logistisch aufwendige Zwischenlagerung
oder Pufferung der Gussbauteile notwendig wird.
[0016] Da sich die Temperaturbereiche für die Zwischenabkühlung und die Auslagerung überschneiden,
kann gegebenenfalls auf ein Auslagern in einem dritten Wärmeübertragungsmedium verzichtet
werden. Das Gussbauteil wird dann stattdessen für den gewünschten Auslagerungszeitraum
nach dem Zwischenabkühlen im zweiten Wärmeübertragungsmedium gehalten, so dass die
Schritte des Zwischenabkühlens und Warmauslagerns zu einem einzigen Verfahrensschritt
zusammengefasst werden. Dies ermöglicht eine besonders ökonomische Durchführung des
Verfahrens.
[0017] Der Glühschritt des Verfahrens wird vorzugsweise als Lösungsglühschritt durchgeführt,
bei welchem sich ausgeschiedene Legierungselemente in aluminiumreichen Mischkristallen
des Gussbauteils lösen und das eutektische Silizium eingeformt wird. Hierzu wird eine
Glühtemperatur von 460°C bis 540°C und insbesondere von 485° C bis 495° C gewählt.
Der Glühzeitraum beträgt hierbei 10 s bis 10 min, insbesondere 1,5 min bis 3 min und
besonders bevorzugt 2 min. Es ist besonders zweckmäßig, das Gussbauteil unmittelbar
nach dem Entformen, also aus der Gießhitze, in das erste Wärmeübertragungsmedium zu
überführen. Durch den Verzicht auf eine Aufheizung von Raumtemperatur aus können die
genannten besonders schnellen Glühzeiten realisiert werden.
[0018] Als erstes und/oder zweites und/oder drittes Wärmeübertragungsmedium kann bewegte
Luft Anwendung finden, was apparativ besonders einfach ist. Besonders zweckmäßig ist
es jedoch, für die genannten Wärmeübertragungsmedien Salzbäder zu verwenden. Salzbäder
ermöglichen aufgrund ihrer hohen Wärmekapazität ein besonders schnelles Aufheizen
bzw. Abkühlen von behandelten Gussbauteilen. Da auf langfristige Aufheiz- bzw. Abkühlphasen
verzichtet werden kann, ermöglicht die Verwendung von Salzbädern eine besonders hohe
Taktrate von Fertigungsanlagen, die derartige Verfahren zur Anwendung bringen. Das
Salz nimmt zudem Trennmittel, die während des Gusses Verwendung finden, von der Oberfläche
des Gussbauteils auf, so dass auf zusätzliche Reinigungsschritte verzichtet werden
kann. Die besonders gute Oberflächenqualität, die so erzielt wird, verbessert zudem
die Schweißbarkeit und die Korrosionsbeständigkeit der Gussbauteile.
[0019] Da im Rahmen des geschilderten Verfahrens das Bauteil unmittelbar aus dem zweiten
bzw. dritten Wärmebehandlungsmedium in einem Wasserbad abgeschreckt wird, kann eventuell
noch an der Oberfläche des Gussbauteils anhaftendes Salz nicht auskristallisieren,
sondern haftet zum Zeitpunkt des Eintauchens des Gussbauteils in das Wasserbad noch
flüssig an dessen Oberfläche. Das Salz löst sich daher unmittelbar und besonders leicht
im Wasser des Wasserbades auf, so dass auf eine spätere Reinigung des Gussbauteils
von Salzresten bzw. einer Salzkruste verzichtet werden kann.
[0020] Als Salz für das Salzbad wird bevorzugt eine Salzschmelze verwendet, welche Natriumnitrat
und/oder Kaliumnitrat und/oder Natriumnitrit enthält.
[0021] Um eine besonders gute Reinigung des Gussbauteils von anhaftenden Salzresten zu erzielen,
wird vorzugsweise ein Wasserbad mit einer Temperatur von 40°C bis 60°C verwendet.
Durch die gegenüber der Raumtemperatur leicht erhöhte Temperatur des Wasserbades wird
eine besonders gute Löslichkeit des Salzes, welches noch am Gussbauteil anhaftet,
gewährleistet. Die Reinigung des Gussbauteils von Salzresten kann zudem durch eine
Umwälzung des Wasserbades verbessert werden.
[0022] Im Folgenden soll die Erfindung und ihre Ausführungsformen anhand der Zeichnung näher
erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung des Ablaufs eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens;
- Fig. 2
- eine grafische Darstellung des Temperaturverlaufs während der Durchführung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens; und
- Fig. 3
- eine alternative schematische Darstellung des Ablaufs eines weiteren Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0023] Nach dem Gießen eines Gussbauteils 10 aus einer Aluminiumbasislegierung wird dieses
aus der Gussform 12 entformt und in ein erstes Salzbad 14 überführt. Das Salzbad 14
enthält eine Schmelze eines Gemisches aus Alkalimetallnitraten und -nitriten bei einer
Temperatur T
1 von etwa 490° C. Das Gussbauteil 10 wird im ersten Salzbad 14 für eine Zeit t
1 von etwa 2 min gehalten. Die Behandlung des Gussbauteils 10 im Salzbad 14 entspricht
einem Stoßglühen, bei welchem sich Legierungselemente im aluminiumreichen Mischkristall
des Gussbauteils 10 lösen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, muss die Temperatur
T
1 vorzugsweise oberhalb der Sättigungslinie des Metallgemischs des Gussbauteils 10
jedoch stets unterhalb der eutektischen Temperatur ϑ
E liegen.
[0024] Die Salzschmelze des Salzbades 14 löst zudem auf der Oberfläche des Gussbauteils
10 gebundene, während des Gießens verwendete Trennmittel. Dieser Reinigungseffekt
verbessert die Oberflächenqualität des Gussbauteils 10 und führt zu einer verbesserten
Schweißbarkeit.
[0025] Nach dem Stoßglühen des Gussbauteils 10 im Salzbad 14 wird das Gussbauteil 10 in
ein weiteres Salzbad 16 überführt. Auch dieses Salzbad enthält eine Schmelze aus gemischten
Alkalimetallnitraten und -nitriten, deren Temperatur T
2 bei etwa 180°C liegt. Hierbei ist zu beachten, dass die Überführung des Gussbauteils
10 zwischen den Salzbädern 14 und 16 in einem kurzen Zeitraum t
2 von höchstens 15 s erfolgt, um ein zu tiefes Abkühlen des Gussbauteils 10 zu vermeiden.
[0026] Die Temperatur des Salzbades 16 liegt unterhalb der Schwellentemperatur für die Ausscheidung
des Magnesiumsilizids in Aluminium-Silizium- Magnesiumlegierungen, welche in etwa
240°C bis 250°C beträgt. Der im Glühschritt, also während der Behandlung des Gussbauteils
10 im Salzbad 14 gelöste Anteil wird durch den schnellen Transfer und das Halten im
zweiten Salzbad 16 eingefroren, so dass die üblicherweise infolge der mit sinkender
Temperatur fallenden Löslichkeit des aluminiumreichen Mischkristalls einsetzende Ausscheidung
von intermetallischen Phasen, wie beispielsweise Al
2Cu oder Mg
2Si unterbunden wird. Aufgrund der guten Wärmekapazität des geschmolzenen Salzes kann
im Salzbad 16 eine Abkühlrate von in etwa - 60 Ks
-1 erzielt werden.
[0027] Nach einer Haltezeit t
3 von 3 s bis 10 min im Salzbad 16 wird das Gussbauteil 10 schließlich in ein weiteres
Salzbad 18 überführt und dort wieder auf eine Temperatur T
3 von 160°C bis 280°C abgekühlt bzw. erhitzt und für eine Zeit t
4 von etwa 10 min gehalten. Die Behandlung im dritten Salzbad 18 kann hierbei eine
Auslagerung ersetzen.
[0028] Anstelle einer Auslagerung im weiteren Salzbad 18 kann die Auslagerung auch nach
dem Zwischenabkühlen im Salzbad 16 durchgeführt werden. Nach der Haltezeit t
3 wird dann das Gussbauteil 10 für einen weiteren Zeitraum t
4 im Salzbad 16 gehalten. Auf ein drittes Salzbad 18 kann dann vollständig verzichtet
werden. Nach der Auslagerung im Salzbad 16 kann das Gussbauteil 10 direkt in ein Wasserbad
20 zum Abschrecken überführt werden.
[0029] Durch das Stoßglühen und die kurze Auslagerungszeit t
4 wird so eine besonders schnelle Wärmebehandlung des Gussbauteils 10 ermöglicht. Durch
die schnelle und direkte Überführung des Gussbauteils 10 aus der Gussform 12 in das
Salzbad 14, bzw. zwischen den Salzbädern 14, 16, 18 geht zudem keine Energie durch
Abkühlung des Gussbauteils verloren, so dass das geschilderte Verfahren zudem energetisch
besonders effizient ist.
[0030] Nach Beendigung der Auslagerung im Salzbad 18 wird das Gussbauteil 10 schließlich
in ein Wasserbad 20 bei einer Temperatur von etwa 40°C bis 60°C überführt. Auch die
Überführung zwischen dem Salzbad 18 und dem Wasserbad 20 geschieht bevorzugt schnell,
d. h. in einem Zeitraum von wenigen Sekunden, um ein Auskristallisieren der Salzschmelze
auf der Oberfläche des Gussbauteils 10 zu verhindern. Da am Gussbauteil anhaftende
Salzreste so in geschmolzener Form in das Wasserbad 20 überführt werden, lösen sich
die Salzreste besonders gut, so dass auf eine zusätzliche Reinigung des Gussbauteils
10 verzichtet werden kann. Durch die Temperierung des Wasserbades auf 40°C bis 60°C
wird die Auflösung anhaftenden Salzes noch gefördert. Eine zusätzliche Verbesserung
der Löslichkeit von Salzresten kann durch Agitieren des Wasserbades 20 erzielt werden.
[0031] Das Verfahren ist selbstverständlich nicht auf die vorstehend beschriebene T6-Glühung
beschränkt. Alternativ kann im Rahmen der Erfindung beispielsweise auch eine Weichglühung
durchgeführt werden, bei welchem das Gussbauteil 10 nach dem Lösungsglühen auf eine
Temperatur zwischen 280° C und 420° C, bevorzugt zwischen 300° C und 380° C abgeschreckt
und 2 min bis 20 min gehalten wird. Im Anschluss daran erfolgt unmittelbar das Abschrecken
im Wasserbad 20.
[0032] Insgesamt ist so ein Verfahren zum Wärmebehandeln von Gussbauteilen 10 geschaffen,
welches schnell und energieeffizient ist und aufgrund der kurzen Behandlungszeiten
Verzüge der Gussbauteile 10 weitestgehend minimiert. Nach der Behandlung im Wasserbad
20 können weitere mechanische Behandlungsschritte wie das Entfernen von Gießresten,
Entgraten oder Richten des Gussbauteils folgen. Die kurzen Verweilzeiten des Gussbauteils
10 in den Salzbädern 14, 16, 18 sowie im Wasserbad 20 ermöglichen die unmittelbare
Integration der Wärmebehandlung in den Gießprozess und die Anpassung der Wärmebehandlungsschritte
an die Taktzeiten des Gießwerkzeugs 12, so dass zudem auf Pufferöfen, logistisch aufwendige
Zwischenlagerschritte und dergleichen verzichtet werden kann.
[0033] Neben der geschilderten dreistufigen Behandlung durch Lösungsglühen, Zwischenabkühlen
und Auslagern ist auch eine zweistufige Behandlung von Gussbauteilen möglich, bei
der die Auslagerung und das Zwischenabkühlen in einem einzigen Schritt zusammengefasst
werden. Das Lösungsglühen wird hier für einen Zeitraum von 2 - 4 Minuten bei 490 °C
- 510 °C, vorzugsweise bei 500 °C, durchgeführt. Auch in dieser Variante des Verfahrens
wird hierzu vorzugsweise ein Salzbad 14 der beschriebenen Art verwendet. Unmittelbar
nach dem Lösungsglühen wird das Gussbauteil 10 in ein weiteres Salzbad 16 überführt
und dort ebenfalls für 2 - 20 Minuten, vorzugsweise von 2 - 12 Minuten und besonders
bevorzugt von 2 - 6 Minuten bei einer Temperatur zwischen 180 °C und 300 °C, vorzugsweise
zwischen 220 °C und 300 °C gehalten. Besonders zweckmäßig ist eine Temperatur von
240° C bis 280 °C, insbesondere Temperaturen von 240 °C und 260 °C. Nach diesem Behandlungsschritt
erfolgt noch ein Abschrecken des so behandelten Gussbauteils 10 im Wasserbad. Auf
diese Art lassen sich besonders schnell die gewünschten Materialeigenschaften des
Gussbauteils 10 erhalten.
[0034] Das beschriebene Verfahren eignet sich grundsätzlich für alle Druckgusslegierungen
auf Aluminiumbasis, insbesondere für Aluminium-Silizium-Legierungen mit Magnesiumanteil.
Für Bauteile mit besonders hohen Duktilitätsanforderungen kann beispielsweise eine
Legierung der folgenden Zusammensetzung verwendet werden:
| Silicium |
9,5 - 11,5 Gew.-%; |
| Mangan |
0,3 - 0,7 Gew.-%; |
| Eisen |
0,15 - 0,35 Gew.-%; |
| Magnesium |
0,15 - 0,6 Gew.-%; |
| Titan |
max. 0,1 Gew.-%; |
| Strontium |
90 - 180 Gew.-ppm; |
[0035] Sowie wahlweise mit:
| Chrom |
0,1 - 0,3 Gew.-%; |
| Nickel |
0,1 - 0,3 Gew.-%; |
| Cobalt |
0,1 - 0,3 Gew.-%; |
[0036] Der restliche Anteil der Legierung besteht dabei aus Aluminium mit einzeln nicht
mehr als 0,05 Gew.-% und insgesamt nicht mehr als 0,2 Gew.-% herstellungsbedingten
Verunreinigungen.
[0037] Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung den Ablauf eines weiteren Ausführungsbeispiels
des Verfahrens, bei welchem nach dem Entformen aus der Gussform 12 zunächst ein Lösungsglühen
des Gussbauteils 10 in einem Salzbad 14 erfolgt. Das Salzbad 14 enthält analog zu
dem im Zusammenhang mit Fig.1 beschriebenen Ausführungsbeispiel eine Schmelze eines
Gemisches aus Alkalimetallnitraten und -nitriten bei einer Temperatur T
1 von etwa 510°C. Das Gussbauteil 10 wird im ersten Salzbad 14 für eine Zeit t
1 von etwa 3 min gehalten.
[0038] Nach dem Lösungsglühen des Gussbauteils 10 im Salzbad 14 wird dieses wiederum in
das weitere Salzbad 16 überführt. Auch dieses Salzbad 16 enthält eine Schmelze aus
gemischten Alkalimetallnitraten und -nitriten. Hierbei ist zu beachten, dass die Überführung
des Gussbauteils 10 zwischen den Salzbädern 14 und 16 vorzugsweise in einem kurzen
Zeitraum t
2 von höchstens 15 s erfolgt, um ein zu tiefes Abkühlen des Gussbauteils 10 zu vermeiden.
[0039] Die Temperatur T
2 des Salzbades 16 liegt hier bei etwa 240°C bis 280°C, und insbesondere bei etwa 260
°C. Da die Abkühlrate des Gussbauteils 10 während des Haltens im zweiten Salzbad 16
vorliegend unterhalb von -40 K pro s, und insbesondere bei -55 bis -65 K pro s, liegt,
ergibt sich im vorliegenden Fall bereits hier ein Abschrecken des Gussbauteils 10.
Dabei wird das Gussbauteil 10 vorzugsweise für eine Haltezeit t
3 von 2 s bis 30 s, und insbesondere etwa 10 s im Salzbad 16 gehalten. Bereits durch
die kurze Haltezeit wird hier die Ausscheidung von Mg
2Si verhindert.
[0040] Schließlich wird das Gussbauteil 10 wiederum in ein Wasserbad 20 vorzugsweise etwa
bei Raumtemperatur überführt. Auch die Überführung zwischen dem Salzbad 16 und dem
Wasserbad 20 geschieht bevorzugt schnell, d. h. in einem Zeitraum von wenigen Sekunden,
um ein Auskristallisieren der Salzschmelze auf der Oberfläche des Gussbauteils 10
zu verhindern. Im vorliegenden Fall dient das Wasserbad 20 somit lediglich der Reinigung
und nicht der Abschreckung des Gussbauteils 10, welche bereits im Salzbad 16 erfolgt
ist. Da am Gussbauteil 10 anhaftende Salzreste so in geschmolzener Form in das Wasserbad
20 überführt werden, lösen sich die Salzreste besonders gut, so dass auf eine zusätzliche
Reinigung des Gussbauteils 10 verzichtet werden kann.
[0041] An dieser Stelle sei angemerkt, dass dem Wasserbad 20 Reinigungszusätze beigegeben
sein können. Außerdem ist es im Rahmen der Erfindung als mit umfasst zu betrachten,
dass ein mehrstufiges Wasserbad 20 vorgesehen sein kann.
[0042] Schließlich findet bei dem in Fig. 3 beschriebenen Verfahren eine separate Auslagerung
in einer Auslagerungseinrichtung 22 statt, welche vorzugsweise einen Wärmebehandlungsofen
umfasst. Hierbei wird das Gussbauteil 10 beispielsweise in bewegter Luft bei einer
Temperatur von 220°C bis 300°C, und insbesondere bei etwa 260 °C in einem Zeitraum
von 40 min bis 60 min, und insbesondere etwa 50 min, ausgelagert. Derartige Auslagerungszeiten
ergeben eine hohe Duktilität des Gussbauteils 10.
[0043] Das vorliegend beschriebene Verfahren eignet sich dabei insbesondere bei der oben
angegebenen Legierung, ist jedoch nicht auf diese beschränkt.
1. Verfahren zum Wärmebehandeln eines Gussbauteils (10) aus einer Aluminiumbasislegierung,
bei welchem das Gussbauteil (1 0) direkt aus der Gussform entnommen bei einer vorgegebenen
Glühtemperatur (T1) für einen vorgegebenen Glühzeitraum (t1) in einem ersten Wärmeübertragungsmedium
(14) geglüht und anschließend in ein Wasserbad (20) überführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gussbauteil (10) zwischen dem Glühen und dem Überführen in das Wasserbad (20)
in ein zweites Wärmeübertragungsmedium (16) mit einer vorgegebenen Zwischenabkühltemperatur
(T2) überführt wird, wobei das Überführen des Gussbauteils (10) aus dem ersten (14)
in das zweite Wärmeübertragungsmedium (16) in einem Zeitraum (t2) von 0 s bis 15 s
erfolgt und das Gussteil dort für einen vorgegebenen Zwischenabkühlzeitraum (t3) unterhalb
der Schwellentemperatur für Ausscheidung von Magnesiumsilizid gehalten wird gehalten
wird und dass während des Überführens des Gussbauteils (10) aus dem ersten (14) in
das zweite Wärmeübertragungsmedium (16) eine Temperatur des Gussbauteils (10) oberhalb
einer Temperatur von 420 °C, insbesondere oberhalb von 450 °C, gehalten wird und als
erstes und/oder zweites Wärmeübertragungsmedium (14, 16) ein Salzbad verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zwischenabkühltemperatur (T2) 1 50 °C - 380 °C, und insbesondere 240 °C - 280
°C, beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zwischenabkühlzeitraum (t3) 3 s bis 10 min, und insbesondere 3 s bis 1 0 s, beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Abkühlrate des Gussbauteils (1 0) während des Haltens im zweiten Wärmeübertragungsmedium
(1 6) < - 40 K pro s, und insbesondere -55 bis -65 K pro s, beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gussbauteil (10) vor dem Abschrecken in ein drittes Wärmeübertragungsmedium (18)
mit einer vorgegebenen
Auslagerungstemperatur (T3) überführt und dort für einen vorgegebenen Auslagerungszeitraum
(t4) gehalten wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gussbauteil (10) vor dem Abschrecken für einen vorgegebenen Auslagerungszeitraum
(t4) bei einer vorgegebenen Auslagerungstemperatur (T3) nach dem Zwischenabkühlzeitraum
(t3) in dem zweiten Wärmeübertragungsmedium (16) gehalten wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auslagerungstemperatur (T3) 220 °C - 300 °C, und insbesondere 160°C -280 °C, beträgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Glühtemperatur (Tl) 460 °C - 540 °C beträgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Glühzeitraum (t-l) 10 s - 10 min, und insbesondere 1 ,5 min - 3 min, beträgt.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Salzbad (14, 16, 18) eine Salzschmelze verwendet wird, welche Natriumnitrat und/oder
Kaliumnitrat und/oder Natriumnitrit enthält.
1. Method for heat-treating a cast component (10) made of an aluminum base alloy, in
which method the cast component (10), taken directly out of the casting mold, is annealed
at a predefined annealing temperature (T1) for a predefined annealing period (t1)
in a first heat transfer medium (14) and then transferred into a water bath (20),
characterized in that,
between being annealed and transferred into the water bath (20), the cast component
(10) is transferred into a second heat transfer medium (16) at a predefined intermediate
cooling temperature (T2), wherein the cast component (10) is transferred from the
first heat transfer medium (14) into the second heat transfer medium (16) over a period
(t2) of 0 s to 15 s and the cast component is held there for a predefined intermediate
cooling period (t3) below the threshold temperature for depostition of magnesium silicide
and in that, as the cast component (10) is being transferred from the first heat transfer medium
(14) into the second heat transfer medium (16), a temperature of the cast component
(10) is held above a temperature of 420°C, in particular above 450°C, and a salt bath
is used as the first and/or second heat transfer medium (14, 16).
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
the intermediate cooling temperature (T2) is 150°C - 380°C, and in particular 240°C
- 280°C.
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that
the intermediate cooling period (t3) amounts to 3 s to 10 min, and in particular 3
s to 10 s.
4. Method according to one of Claims 1 to 3,
characterized in that
a cooling rate of the cast component (10) as it is being held in the second heat transfer
medium (16) is < -40 K per s, and in particular - 55 to -65 K per s.
5. Method according to one of Claims 1 to 4,
characterized in that,
before it is quenched, the cast component (10) is transferred into a third heat transfer
medium (18) at a predefined age-hardening temperature (T3), where it is held for a
predefined age-hardening period (t4).
6. Method according to one of Claims 1 to 5,
characterized in that,
before it is quenched, the cast component (10) is held for a predefined age-hardening
period (t4) at a predefined age-hardening temperature (T3) after the intermediate
cooling period (t3) in the second heat transfer medium (16).
7. Method according to Claim 1,
characterized in that
the age-hardening temperature (T3) is 220°C - 300°C, and in particular 160°C - 280°C.
8. Method according to one of Claims 1 to 7,
characterized in that
the annealing temperature (T1) is 460°C - 540°C.
9. Method according to one of Claims 1 to 8,
characterized in that
the annealing period (t-l) amounts to 10 s - 10 min, and in particular 1.5 min - 3 min.
10. Method according to Claim 1 or 5,
characterized in that
a molten salt containing sodium nitrate and/or potassium nitrate and/or sodium nitrite
is used as the salt bath (14, 16, 18).
1. Procédé destiné au traitement thermique d'une pièce coulée (10) en un alliage à base
d'aluminium, selon lequel la pièce coulée (10) est prélevée directement à partir de
la matrice de formage, recuite à une température de recuit (T1) prédéterminée pendant
une durée de recuit (t1) prédéterminée dans un premier milieu caloporteur (14), puis
transférée dans un bain d'eau (20),
caractérisé en ce que
la pièce coulée (10) est transférée entre le recuit et le passage dans le bain d'eau
(20) dans un deuxième milieu caloporteur (16) à une température de refroidissement
intermédiaire (T2) prédéterminée, où le passage de la pièce coulée (10) en dehors
du premier milieu caloporteur (14) dans le deuxième milieu caloporteur (16) est réalisé
dans un intervalle (t2) compris entre 0 s et 15 s et la pièce coulée y est maintenue
pendant une durée de refroidissement intermédiaire (t3) prédéterminée au-dessous de
la température de seuil pour la séparation du siliciure de magnésium ; et caractérisé en ce que
pendant le passage de la pièce coulée (10) en dehors du premier milieu caloporteur
(14) dans le deuxième milieu caloporteur (16), une température de la pièce coulée
(10) est maintenue au-dessus d'une température de 420 °C, en particulier au-dessus
de 450 °C, et un bain de sel est utilisé comme premier et/ou comme deuxième milieu
caloporteur (14, 16).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la température de refroidissement intermédiaire (T2) est comprise entre 150 °C et
380 °C et, en particulier, est comprise entre 240 °C et 280 °C.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la durée de refroidissement intermédiaire (t3) est comprise entre 3 s et 10 min et,
en particulier, est comprise entre 3 s et 10 s.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
une vitesse de refroidissement de la pièce coulée (10) pendant le maintien dans le
deuxième milieu caloporteur (16) s'élève à < -40 K par seconde et, en particulier,
est comprise à une valeur comprise entre -55 et -65 K par seconde.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
avant le trempage, la pièce coulée (10) est transférée dans un troisième milieu caloporteur
(18) à une température de transfert (T3) prédéterminée et y est maintenue pendant
une durée de transfert (t4) prédéterminée.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
avant le trempage, la pièce coulée (10) est maintenue pendant une durée de transfert
(t4) prédéterminée à une température de transfert (T3) prédéterminée, après la durée
de refroidissement intermédiaire (t3) dans le deuxième milieu caloporteur (16).
7. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la température de transfert (T3) est comprise entre 220 °C et 300 °C et, en particulier,
est comprise entre 160 °C et 280 °C.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
la température de recuit (Tl) est comprise entre 460 °C et 540 °C.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
la durée de recuit (t-l) est comprise entre 10 s et 10 min et, en particulier, est comprise entre 1,5 min
et 3 min.
10. Procédé selon la revendication 1 ou 5,
caractérisé en ce que
un sel fondu est utilisé comme bain de sel (14, 16, 18), lequel contient du nitrate
de sodium et/ou du nitrate de potassium et/ou du nitrite de sodium.